Abschied ohne Tränen - Anett Gräfe - E-Book

Abschied ohne Tränen E-Book

Anett Gräfe

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Beschreibung

Was tun, wenn die eigene Mutter sich den Tod wünscht? Anett Gräfe hat genau das erlebt. Ihre Mutter Jana ist 63 Jahre alt, als sie in einen schrecklichen Autounfall verwickelt wird. Ihre Verletzungen sind so schwer, dass sie vom Kopf abwärts gelähmt ans Bett gefesselt ist. Die Ärzte machen ihr wenig Hoffnung auf Besserung. Doch unterstützt von ihrer Tochter kämpft Jana. Tage. Wochen. Monate. Bis sie nicht mehr kann. Sie sagt: "Ich möchte meinem Leid ein Ende bereiten. Ich möchte sterben." Anett soll ihr dabei helfen. Aber Sterbehilfe ist in Deutschland nicht erlaubt. Und so treten die beiden eine schicksalhafte Reise in die Schweiz an ...

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 474




Inhalt

TitelImpressumWidmungPrologKapitel 1Kapitel 2Kapitel 3Kapitel 4Kapitel 5Kapitel 6Kapitel 7Kapitel 8Kapitel 9Kapitel 10Kapitel 11Kapitel 12Kapitel 13Kapitel 14Kapitel 15Kapitel 16Kapitel 17Kapitel 18Kapitel 19Kapitel 20EpilogDanksagung

Anett Gräfe

Abschied ohne Tränen

Wie ich meiner Mutter den letzten Wunsch erfüllte und sie beim Sterben begleitete

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige E-Book-Ausgabe

des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Originalausgabe

Copyright © 2015 by Bastei Lübbe AG, Köln

Textredaktion: Dr. Matthias Auer, Bodman-Ludwigshafen

Umschlaggestaltung: ZERO, Werbeagentur

Einband-/Umschlagmotiv: © Anett Gräfe

Umsetzung eBook: Greiner & Reichel, Köln

ISBN 978-3-7325-1891-3

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus,

flog durch die stillen Lande, als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff

Prolog

Pforzheim, 9. Mai 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie, weil ich einfach keinen anderen Rat mehr weiß.

Am 29. Juli 2013 hatte ich unverschuldet einen schweren Autounfall, bei dem das Rückenmark auf Höhe des vierten Halswirbels verletzt wurde. Seitdem bin ich von den Schultern abwärts gelähmt, kann weder Arme noch Beine bewegen. Lediglich Kopf und Schultern gehorchen mir noch. Ich kontrolliere weder Darm noch Blase, bin von Katheter, Medikamenten und Pflegepersonal abhängig. Bei spastischen Krämpfen, die immer häufiger auftreten, bekomme ich wenig Luft, was teilweise zur Ohnmacht führt.

Ich fühle mich nicht mehr, bin vollständig auf andere Menschen angewiesen. So kann und möchte ich nicht länger sein. Ich sehe in meinem Leben einfach keinen Sinn mehr, da mir mittlerweile klar ist, dass sich meine Situation nicht mehr ändern wird. Nie wieder werde ich mich bewegen, nie wieder Sport treiben können, der mir stets so wichtig war. Mein jetziger Zustand ist ein unendliches Leiden für mich.

Bitte helfen Sie mir, diese unerträgliche Situation zu beenden.

Mit freundlichem Gruß

Jana Gräfe

Kapitel 1

»Soll ich da vorne anhalten?« Ich zeige auf eine Stelle am Straßenrand, ein paar Meter vom Eingangstor des Bahnhofs entfernt, und werfe einen prüfenden Blick in den Rückspiegel. »Da kann ich aber nicht lang stehen bleiben.«

»Kein Problem, wir machen es kurz«, sagt meine Mutter und schnallt sich ab, kaum dass ich den Wagen neben dem Bordstein geparkt habe. Irgendwo in der Ferne hinter uns erklingt ein Martinshorn, das sich rasch zu nähern scheint. Wir müssen uns beeilen.

Ich öffne die Fahrertür und steige aus, bin überrascht, wie kühl es immer noch ist, nur knapp über zwanzig Grad. Viel zu kalt für Ende Juli. Es fühlt sich an wie ein milder Frühlingsnachmittag, dabei sollten wir eigentlich in der Nachmittagshitze schwitzen. »Der heißeste Juli seit mehr als hundertdreißig Jahren« lautet die Schlagzeile des Sommers. Doch nach einigen heftigen Gewittern in den letzten Tagen hat es merklich abgekühlt.

Ich umrunde den kleinen silbernen Ford Fiesta und öffne die Kofferraumklappe, wuchte die schwere Tasche aus dem Wagen und lasse sie auf den Boden fallen.

»Willst du wirklich gleich wieder los?«, wende ich mich an meine Mutter, die ebenfalls ausgestiegen ist und nun neben mir steht. »Oder magst du …«

Der Rest des Satzes geht im Sirenenton des knallroten großen Feuerwehrwagens unter, der in diesem Moment an uns vorbeisaust. Wie immer, wenn ein Blaulicht in der Nähe aufflammt oder ein Notarztwagen mit großem Getöse vorbeifährt, halten sich meine Mutter und ich instinktiv die Ohren zu. Wir sind beide fürchterlich lärmempfindlich und geben sicher ein merkwürdiges Bild ab, wie wir da neben dem Auto stehen, die Hände auf die Ohren gepresst, die Schultern angestrengt in die Höhe gezogen – wie Erdmännchen in Alarmbereitschaft.

Das Feuerwehrauto biegt an der nächsten Kreuzung links ab und verschwindet aus unserem Blickfeld. Die Unwetter der letzten Tage haben sicher zahlreiche Keller volllaufen lassen; dass es dann von Zeit zu Zeit zu Kurzschlüssen und Kabelbränden kommt, ist ja bekannt.

Meine Mutter dreht sich wieder zu mir und nimmt die Hände von den Ohren. »Was hast du gesagt?«

»Ich wollte wissen, ob du vielleicht doch noch einen Kaffee mit mir trinken gehst, bevor du weiterfährst. Du könntest sicher eine kleine Stärkung vertragen, es liegen ja noch ein paar Kilometer vor dir. Siebenhundert, wenn ich mich nicht verrechnet habe.«

Sie schüttelt den Kopf. »Lieb, dass du fragst, aber ich will schnell weiter. Ich möchte zu Hause sein, bevor es dunkel ist.«

Ich nicke. Mama sieht nachts nicht so gut, daher ist ihre Entscheidung sicher richtig, die Strecke bis Konstanz bei Tageslicht hinter sich zu bringen.

Später wird sie mich fragen, warum ich nicht auf die Pause bestanden hätte. Wenn sie nur eine Viertelstunde später auf die Autobahn gefahren wäre … wären dies die entscheidenden Minuten gewesen, die die Katastrophe verhindert hätten?

Oder waren es jene, in denen ich das Auto in Dresden noch einmal volltankte?

Ich werde niemals eine Antwort auf diese Fragen bekommen …

Nachdem ich meine Mutter kurz gedrückt und mich davon überzeugt habe, nichts im Auto vergessen zu haben, was ich in den kommenden zwei Wochen noch brauchen könnte, erkläre ich ihr zum vermutlich siebten Mal den Weg auf die Autobahn.

»Fahr vorsichtig«, sage ich durchs geöffnete Fahrerfenster, als ich die Tasche anhebe.

»Tu ich«, antwortet sie und schnallt sich an.

»Ich melde mich dann bei Oma, damit sie sich keine Sorgen macht.«

Wir sind gemeinsam bei meiner Großmutter in Tschechien gewesen. Sie wohnt im Norden des Landes, am Dreiländereck zu Polen und Deutschland. Von Konstanz am Bodensee, unserem Heimatort, bis dorthin ist es immer eine halbe Weltreise.

Mama und ich fahren einmal im Jahr für ein bis zwei Wochen zu ihr.

Die anderthalb Stunden Rückfahrt von Varnsdorf, dem kleinen Dorf, wo meine Großmutter lebt und meine Mutter aufgewachsen ist, saß ich hinter dem Steuer. Den Rest des Weges muss Mama nun allein finden – vermutlich bin ich deswegen so unruhig. Ob sie das schafft? Wie immer werde ich den Gedanken nicht los, dass ihre Orientierung nicht die beste ist und sie schnell unsicher wird. Auch den Blick über die Schulter beim Überholen macht sie nur noch flüchtig.

Ach, so ein Quatsch, versuche ich mich zu beruhigen. Sie hat schon ganz andere Strecken bewältigt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mir mehr Sorgen um sie mache als sie sich um mich. Trotzdem bin ich in diesem Moment froh, dass ich ihr eine detaillierte Wegbeschreibung ausgedruckt habe, damit sie die richtigen Autobahnen nimmt. Immerhin ist heute Montag, da muss sie sich nur mit ein bisschen Berufsverkehr, nicht aber mit der Urlauber-Blechlawine herumschlagen.

Es war in Ordnung für sie, dass ich in Dresden in einer Nebenstraße des Bahnhofs Chemnitz aussteige. Die Alternative, mit ihr nach Konstanz zu fahren, um dann zwei Tage später mit dem Zug wieder in den Norden zu reisen, fand sie genauso unsinnig wie ich.

»Bis heute Abend«, sagt sie zum Abschied.

Eine frische Brise kommt auf und lässt mich an die Ostsee denken. Zwei Tage noch. Vorfreude keimt in mir auf. Zu diesem Zeitpunkt ahne ich noch nicht, dass ich nie an der Küste ankommen werde.

Ich lade mir meine mit Segelbekleidung bepackte Tasche auf den Rücken, ruckel die Tragriemen zurecht und laufe los in Richtung S-Bahn-Station.

Hinter mir springt der Motor des Fiesta an.

Ich drehe mich nicht mehr um, winke nicht. Ich weiß, Mama ist schon losgefahren. Wir waren noch nie, zumindest seit ich mich erinnern kann, eines dieser Mutter-Tochter-Gespanne, das die weißen Stofftaschentücher hervorkramt, wenn es ans Verabschieden geht. Wir sind mehr wie Freunde, wie Schwestern.

Dennoch, in diesem Augenblick, als ich so zielstrebig auf den verlassen wirkenden Vorort-Bahnhof zulaufe, frage ich mich, warum ich mich eben nicht umgedreht habe. Ich bleibe stehen, mache auf dem Absatz kehrt. Aber vom silbernen »Ferdi«, wie meine Mutter ihr Auto liebevoll nennt, ist nichts mehr zu sehen.

Ich war mit meinen Gedanken schon so bei der Segelregatta, dass ich nicht mehr zurückgeblickt habe. Irgendwie tut es mir jetzt leid, und ich schicke meiner Mutter in Gedanken einen Gruß hinterher.

Mit der S-Bahn fahre ich dann zum Dresdner Hauptbahnhof, wo ich noch gute drei Stunden Aufenthalt habe, bis mein Zug um kurz nach drei in Richtung Hamburg fährt. Von dort aus geht es morgen weiter an die Ostsee, wo mich eine ganz besondere Segeljacht und die unendliche Weite des Meeres erwarten. Als leidenschaftliche Seglerin liebe ich klassische Holzboote und vor allem das Regattasegeln. Vor ein paar Wochen trudelte bei mir die Anfrage von einem Freund aus Hamburg ein, ob ich auf einem wunderschönen alten Schiff eine Regatta in Kiel mitsegeln wolle. Ich war sofort Feuer und Flamme, als mich der Anruf erreichte. Dass Julian an mich dachte. Wahnsinn!

Ich freue mich auf den Norden Deutschlands und die raue Ostsee, das Meer. Es bedeutet für mich Freiheit, so weit das Auge reicht.

Auch vom Wetter her mag ich es eher stürmisch und kühl. Alles über fünfundzwanzig Grad empfinde ich als »Körperverletzung«, deswegen waren die vergangenen Wochen, in denen es selten einen Tag unter dreißig Grad gab, auch eine echte Tortur für mich.

Ich beschließe, in die Stadt zu gehen, und quetsche mein schweres Gepäck in eines der Schließfächer am Bahnhof. Dann lasse ich mich treiben, schlendere in Richtung Fußgängerzone, an modernen Gebäuden vorbei mit kleinen Geschäften und Restaurants im Erdgeschoss. Es ist nett hier, so kenne ich Dresden gar nicht. Bisher war ich nur in der historischen Altstadt.

In der Gewissheit, dass mein Zug erst in ein paar Stunden abfahren wird, halte ich mein eigenes entspanntes Tempo, bleibe mal hier, mal dort stehen und genieße die Einsamkeit nach vierzehn Tagen Familienleben. So nett es in Varnsdorf bei meiner Oma immer ist, aber nach ein paar Tagen bei der Familie, die einen irgendwie nicht so sein lässt, wie man eigentlich ist, sind alle Geduldsreserven aufgebraucht.

Ich setze mich in ein Café und schreibe eine SMS an Julian, den Freund, bei dem ich am Abend in Hamburg unterkommen werde, bevor es dann am nächsten Tag gemeinsam nach Kiel weitergeht: »Hi, Julian, bin jetzt in Dresden. Komme rechtzeitig in Hamburg an, sodass wir noch anstoßen können, so gegen acht. Melde mich!«

Zwei Stunden später, als ich wieder am Bahnhof ankomme, erfahre ich, dass der Zug nach Hamburg über Berlin mit zehn Minuten Verspätung abfahren wird. Na ja, wenn es sonst nichts ist, denke ich, hole mir noch einen Coffee to go und schlendere zum Gleis.

Als der Zug endlich einfährt, finde ich in einem Sechser-Abteil, in dem ansonsten nur noch eine Frau und ein älterer Herr sitzen, einen Fensterplatz und wuchte meine schwere Tasche ins Gepäckfach über mir. Endlich kann es losgehen.

Doch dann passiert nichts. Wir fahren nicht ab. Ein Schaffner sagt mir, dass wir auf einen Anschlusszug warteten, der wegen der Unwetter Verspätung habe. Offenbar sind noch nicht alle Gleise geräumt. Der andere Zug soll aber in der nächsten Viertelstunde kommen.

Auch zwanzig Minuten später stehen wir jedoch immer noch. Der Zeiger der Bahnhofsuhr kriecht übers Ziffernblatt, und im Abteil macht sich die schlechte Stimmung langsam, aber sicher bemerkbar.

Ich surfe gelangweilt mit meinem Handy im Internet und warte auf die Abfahrt. Meine Abendplanung droht zu platzen. Julian hat heute Geburtstag, und ich wollte doch mit ihm anstoßen. Obwohl wir uns noch nicht lange kennen und die meiste Zeit eher geschäftlich miteinander zu tun hatten, ist er mir sehr ans Herz gewachsen. Er ist einer der Menschen, denen ich begegnet bin und bei denen ich sofort wusste, dass sie Teil meines Lebens werden sollten. Nicht auf die partnerschaftliche Art, sondern auf die freundschaftliche.

Gegen vier Uhr, eine Stunde nach der geplanten Abfahrt, geht es plötzlich los. Wir verlassen die Stadt und nehmen Fahrt auf. Vor dem Fenster fliegt die Landschaft vorbei, sanfte Hügel, grün bewaldete Hänge und Felder, bis zum Horizont und weiter. Doch die Idylle fordert ihren Tribut: Mein Handy zeigt an, dass es kein Netz hat.

Dann ist es Viertel vor fünf. In anderthalb Stunden erreichen wir Berlin.

Gerade als ich versuche, Julian zu schreiben, dass ich nun doch, wenn auch mit Verspätung, ankomme, geht eine Nachricht auf meinem Telefon ein. Jemand hat versucht, mich anzurufen, als ich im Funkloch steckte. Ein Anrufer, der weder meiner Kontaktliste noch mir selbst bekannt ist. Es handelt sich um eine Festnetznummer, das erkenne ich an der Vorwahl: 0371 … Welche Stadt mag das sein? Google weiß Rat: Es ist die Vorwahl von Chemnitz.

Ich kenne niemanden da. Wieso ruft mich jemand aus Chemnitz an? Ach, egal. Wird nicht wichtig sein. Ich lege mein Handy weg und blättere weiter im Bahnmobil-Heftchen.

Doch aus irgendeinem Grund, den ich mir auch im Nachhinein nicht erklären kann, lässt mir der Anruf keine Ruhe. Ob ich zurückrufen soll? Nicht nur einmal nehme ich in den kommenden Minuten mein Telefon in die Hand und starre auf die Nummer. Chemnitz … Stand der Ort nicht auch auf dem Routenplan, den ich für Mamas Heimfahrt nach Konstanz vorbereitet habe? Ach, sicher nur ein Zufall. Sie muss jetzt schon viel weiter sein.

Ich lege das Handy wieder weg. Ich sollte mich nicht verrückt machen. Alles ist gut. Und kurz darauf ist auch schon wieder die Internetverbindung weg.

Eine Viertelstunde später habe ich wieder Netz und entscheide mich sofort: Ich klicke die mir unbekannte Nummer an. Es tutet lange. Doch niemand nimmt ab.

Seltsam.

In den folgenden Minuten versuche ich es noch ein paar Mal, sofern ich eine Verbindung zustande kriege, denn mich beschleicht ein mulmiges Gefühl. Ich kann es nicht beschreiben, aber von einer Sekunde auf die andere bin ich mir ganz sicher, dass es sich bei dieser Nummer nicht um eines der zahllosen Meinungsforschungsinstitute handelt, die mich in regelmäßigen Abständen anrufen und von mir wissen wollen, welche Partei ich am Sonntag wählen würde und wie mir Waschmittel-Werbung gefalle.

Ein weiteres Mal drücke ich frustriert auf das rote Hörer-Symbol auf dem Display. Wieder nichts.

Vor dem Fenster wird das Grün der Landschaft dünner, immer häufiger wird es nun von Häusern unterbrochen. Bald sind wir in Berlin.

»Geht keiner ran?«, will die Frau wissen, die mir gegenüber am Tisch sitzt, und lächelt mich über den Rand ihrer Neuen Revue an.

Ich schüttle den Kopf.

»Vermutlich verwählt«, sage ich und will es selbst glauben.

Das ungute Gefühl im Bauch, das ich mir nicht erklären kann, schiebe ich beiseite. Wenn es eine wichtige Nummer wäre, dann würde sicher binnen Sekunden jemand drangehen.

Wir fahren in Berlin-Südkreuz ein, es ist kurz nach sechs. Ich überlege, ob ich es auf dem Handy meiner Mutter probieren soll. Einfach um sicher zu sein, dass es ihr gutgeht. Was aber, wenn sie gerade fährt und es plötzlich klingelt, sie dadurch abgelenkt wird und dann etwas passiert? Das könnte ich mir nie verzeihen, nur weil ich einen blöden Anruf von einer mir unbekannten Nummer hatte.

Nein, es wird sowieso ein Missverständnis sein. Oder verwählt. Oder beides.

Der Zug ruckelt gemütlich weiter durch die Hauptstadt. In ein paar Minuten kommen wir am Hauptbahnhof an. Rastlos starre ich aus dem Fenster, in dem sich mein besorgtes Gesicht spiegelt. Es wirkt zehn Jahre älter und will nicht an so viele Zufälle glauben. Ich bin normalerweise niemand, der gleich das Schlimmste annimmt, habe Vertrauen in die Menschen – aber auch in Mama?

Sie hat zwar schon vieles gemeistert, doch Auto fahren ist nicht ihre Sache. Sie mag es nicht, und dennoch unternimmt sie im Alleingang unglaubliche Reisen mit dem Wagen, vor denen sogar ich zurückschrecken würde. So ist sie mit dem Auto einmal von Konstanz bis in die tiefste Slowakei gefahren, um ihren damaligen Freund zu besuchen. Aber das ist Jahre her und war schon damals ein Abenteuer für sie. Die letzten Jahre ist sie maximal zweihundertfünfzig Kilometer weit gefahren.

Ich greife zu meinem Handy. Soll ich sie doch anrufen?

Der Blick aus dem Fenster auf Berlin beruhigt mich nicht. Gleich halb sieben. Ich greife nach dem Handy, das auf dem kleinen Tischchen vor mir liegt, und suche unsicher Mamas Nummer heraus. Mein Daumen ruht lange auf der Selbstwahl-Taste, bevor ich sie drücke. Ich vernehme das leise Klingeln, das sich stetig wiederholt. Tuuut-tuuut, tuuut-tuuut … Ich frage mich, wie oft ich es klingeln lassen soll.

Schließlich breche ich den Anruf ab und starre die Frau gegenüber an, die mir einen fragenden Blick zuwirft. Ja, was nun?

Das Unbehagen, das ich in mir verspüre, ist unangenehm. Ich versuche, auf andere Gedanken zu kommen, während wir den letzten Berliner Bahnhof auf dieser Strecke ansteuern, Berlin-Spandau.

Mir fällt ein Artikel ein, den ich vor Kurzem in einer Zeitschrift gelesen habe. Darin stand, dass das, was die meisten Menschen als Vorahnung bezeichnen, nur Zufall sei. Wenn ich zum Beispiel gerade an jemanden denken würde, und dann rufe diese Person mich an, habe das nichts mit Schicksal oder Gedankenübertragung zu tun, meint der Verfasser des Artikels, sondern geschehe zufällig. Begründung: Wie oft würde ich an jemanden denken, und der rufe nicht an?

Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir: In den häufigsten Fällen, wenn ich ein mulmiges Gefühl im Bauch verspürte, hat sich dieses kurz darauf in Wohlgefallen aufgelöst. Nein, beschließe ich deshalb, diese merkwürdige Unruhe entsteht in meinem Kopf, sie hat nichts zu bedeuten, und ich sollte aufhören, dem Gluckern in meinem Magen zu lauschen.

Stattdessen schreibe ich endlich die SMS an Julian: »Komme gegen 20:30 Uhr an. Freu mich!«

Gerade will ich auf »absenden« drücken, da klingelt mein Handy. Vor Schreck lasse ich es fast fallen.

Mein Herz verschluckt sich.

Es ist wieder eine Nummer mit der Chemnitzer Vorwahl.

Noch bevor ich etwas sagen kann, krampft sich alles in mir zusammen. Da ist das Bauchgefühl wieder, das ich nicht zuordnen kann.

»Hallo? Frau Gräfe?«

Ich bin verwirrt. Die Stimme am anderen Ende fragt nach mir. Sie kennt meinen Namen. Also doch nicht verwählt.

»Ja?«

Der Mann räuspert sich. Obwohl ich nicht weiß, wie er aussieht, wie alt er ist, nicht einmal, wie er heißt, habe ich das Gefühl, dass er um Worte ringt. Dann fragt er zögerlich: »Haben Sie eine Mutti?«

Mein Atem stockt, ich traue mich nicht zu antworten, aus Angst vor dem, was kommen mag.

»Mutti«, hallt es in meinem Kopf befremdlich und zugleich vertraut nach. Wer sagt denn heute noch so was? Doch nur Menschen, die Filme aus den Fünfzigern schauen – oder eben Leute aus dem Osten, wo ich aufgewachsen bin.

Ich höre mich wie von fern antworten: »Ja, habe ich.«

Die Stimme holt tief Luft. »Ich bin von der Autobahnpolizei. Ihre Mutter, Jana Gräfe … sie hatte einen Unfall.«

Die Worte klingen in meinem Ohr nach. Ich bin wie erstarrt, zu keiner Reaktion fähig. Wie ein Reh, das in das Licht des Autoscheinwerfers blickt und hofft, dass es nicht real ist.

»Unfall?«, bringe ich mühsam heraus. »Was ist … passiert?«

»Sie liegt in Chemnitz im Krankenhaus. Es wäre besser …«

Den Rest des Satzes verstehe ich nicht, er geht in der Durchsage des Schaffners unter, der die Zugestiegenen auf unserem Weg nach Hamburg-Altona begrüßt. Fahren wir etwa schon wieder weiter?

»Was? Was haben Sie gesagt? Ich habe Sie nicht verstanden«, rufe ich laut ins Telefon und halte mir mit der linken Hand das Ohr zu, um das Gefasel aus dem Lautsprecher auszublenden.

»Ein Unfall«, sagt der fremde Mann am Telefon noch einmal eindringlich.

Zwei Wörter. Und trotzdem weiß ich sofort, dass es sich nicht bloß um einen banalen Reifenplatzer gehandelt hat. Seine Art, mit mir zu reden, sagt alles.

»Wie geht es ihr?«, will ich wissen.

Vor meinem inneren Auge ziehen beängstigende Bilder vorbei. Zusammengeschobene Autos, blinkende Alarmleuchten, laut heulende Sirenen, anfahrende Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei. Aufgewühlte Menschen, die versuchen zu helfen und im Weg herumstehen. Und mittendrin meine Mutter, die leidet, allein ist, Schmerzen hat und nicht weiß, wie ihr geschieht.

»Ich kann Ihnen nichts Genaues sagen. Ich weiß nur, dass sie im Krankenhaus in Chemnitz …«

Stille.

Ich nehme das Handy vom Ohr, starre auf das Display. Die Leitung ist tot. Kein Empfang.

»Alles in Ordnung?«, will die Frau wissen, die mich mit wachsender Sorge im Gesicht beobachtet hat.

Unfähig, etwas zu sagen, schüttle ich den Kopf.

»Ich muss hier raus!«

Ich fühle mich plötzlich wie eine Gefangene in einem finsteren Kellerverlies, in dem kaum Luft zum Atmen ist. Während ich hastig aufstehe und mich unter den sorgenvollen Blicken der Mitfahrenden aus dem engen Abteil hinausschiebe, weicht mein Blick nicht vom Handy.

Wo ist das verdammte Netz? Ich will zurückrufen! Will wissen, was los ist. Wie es ihr geht.

Ich stolpere hinaus auf den Gang, wo das Fahrgeräusch nun einem beunruhigenden Dröhnen gleicht.

Ein Mann, der auf dem Gang steht, beobachtet mich, wie ich verwirrt umherlaufe. Sekundenlang hypnotisiere ich die leeren Balken auf dem Display meines Handys, die sich einfach nicht füllen wollen.

»Wissen Sie, wo wir sind? Wann kommt die nächste Station?«, höre ich mich den Mann fragen.

»Das kann dauern«, entgegnet er mir. »Wir haben ja gerade erst Spandau verlassen.«

»Was heißt, es kann dauern? Wo ist der Schaffner?«

Er zuckt mir den Schultern. »Ist alles okay?«

Nein, ist es nicht! Ich schüttle fassungslos den Kopf und starre wieder auf mein Handy. Da, ein Balken. Hastig drücke ich die Rückruftaste. Nach einem Leerzeichen nimmt jemand ab.

»Wie geht es ihr? Was ist passiert?«, will ich sofort wissen. Den Umweg über die Begrüßung spare ich mir.

»Es ist … es ist sehr schlimm.« Seine Stimme zittert. »Kommen Sie!«, beschwört mich der Mann. »Ins Klinikum in Chemnitz. So schnell wie …«

Noch einmal ist die Verbindung weg. Ich warte eine Minute, und als ich wieder Netz habe, drücke ich ein weiteres Mal die Wahlwiederholung. Erneut geht der Polizist dran und gibt mir eine Zahlenreihe durch. Mit letzter Kraft notiere ich mir die Nummer des Krankenhauses auf meine Hand, das Handy zwischen Ohr und Schulter geklemmt.

»Dort weiß man mehr«, sagt der Polizist. Dann ist die Leitung tot.

Ich breche auf dem Gang zusammen. Der Schaffner kommt, will meinen Fahrschein sehen. Zusammengekauert fauche ich ihn an, dass es jetzt nicht gehe. Ich falle in ein schwarzes tiefes Loch, der Boden verschwindet unter meinen Füßen, ich taumle, kann mich nicht mehr halten, die Welt um mich zerbröckelt.

Meine Hände zittern, als ich die Nummer eintippe, die mir der Polizist durchgegeben hat. Schon nach dem ersten Satz ist wieder das Netz weg. Ich schreie innerlich. Diese Ungewissheit bringt mich um!

Endlich, nach vier weiteren Versuchen, lande ich auf der Station. »Ich rufe wegen meiner Mutter an. Jana Gräfe. Sie hatte einen Unfall.«

Es ist eine Schwester am Apparat, ihr Atem scheint zu stocken, als ich den Namen meiner Mutter nenne.

»Hallo«, sagt sie sehr leise. Sie hat eine dunkle Stimme, die beruhigend auf mich wirkt. Vermutlich werden die in so was geschult, denke ich.

»Ja, Ihre Mutter ist bei uns.«

»Wie geht es ihr? Was ist passiert?«

»Ihre Mutter ist noch im OP. Alles, was ich weiß, ist nur, dass sie einen schweren Unfall hatte. Dabei wurde ihre Wirbelsäule verletzt. Mehr kann ich Ihnen leider auch nicht sagen.«

»Wie geht es ihr? Wie schlimm ist die Verletzung?«

»Das ist noch unklar. Am besten, Sie reden mit dem Arzt. Ich verbinde Sie. Einen Moment bitte.«

Wieder warte ich und hoffe inständig, dass die Verbindung hält.

Dann ist ein Mann mit einer sehr jungen Stimme in der Leitung. Er wirkt noch unsicherer als die Schwester. Aber vielleicht bin auch ich es, die immer mehr in sich zu versinken scheint. Die nichts hören, nichts sehen, nichts sagen will und hofft, dass das alles nicht wahr ist.

»Ihre Mutter hat sich eine starke Verletzung der Halswirbelsäule zugezogen«, sagt er leise. »Als man sie geborgen hat, konnte sie Arme und Beine nicht mehr spüren.«

Oh mein Gott. Oh nein! Das darf nicht sein.

»In diesem Stadium können wir natürlich noch nichts Genaueres sagen, Frau Gräfe«, setzt der Arzt leise hinzu, »können Sie kommen?«

Ich notiere mit zitternden Händen die Adresse des Krankenhauses und lege auf.

Der Schaffner kommt wieder und schaut irritiert auf mich, die wie ein Häufchen Elend auf dem Boden verharrt. Zusammengekauert sitze ich zwischen Toilette und Wagendurchgang.

»Dürfte ich bitte Ihren Fahrschein sehen?«

Wortlos reiche ich ihm das Ticket. Er gibt mir den abgestempelten Fahrschein zurück.

»Wie komme ich nach Chemnitz?«, frage ich mit tonloser Stimme.

»Oh, da sind Sie hier aber falsch. Der Zug fährt in die andere Richtung.«

Ich werfe ihm einen Blick zu, der ihn sofort verstummen lässt.

»Ich schaue mal rasch nach einem Anschluss. Warten Sie, ich komme gleich. Ich habe den Streckenplan nicht bei mir.«

Er geht weg. Tränen laufen über mein Gesicht, ich ringe nach Atem. Ich muss nach Chemnitz. Sofort! Meine Mutter liegt da im Krankenhaus. Sie hatte einen Unfall. Sie hat ihre Arme und Beine nicht gespürt …

Mein Blick wandert langsam zum Fenster. Vor der Scheibe rast der Himmel vorbei. Die Abenddämmerung senkt sich langsam übers Land und färbt den Horizont rosa ein.

Wie soll ich denn jetzt nach Chemnitz kommen, frage ich mich. In meinem Kopf wiederholt sich ein Satz: Ich muss hier raus. Ich muss in die andere Richtung fahren. Ich muss nach Chemnitz, zu ihr.

Doch der Zug hält nicht. Auch die Notbremse ist keine Option. Ich fühle mich hilflos, weil ich rein gar nichts tun kann. Das ist das Schlimmste für mich.

Der Schaffner kommt wieder. »In zwanzig Minuten erreichen wir Wittenberge, das ist der nächste Halt. Da steigen Sie aus und gehen zum Schalter. Dort können Ihnen die Kollegen die Verbindung nach Chemnitz raussuchen.«

Mühsam kämpfe ich mich hoch und wanke Richtung Abteil, wo mein Gepäck liegt. Als ich die Tür öffne, schauen mich erschrockene Gesichter an. Ich muss schrecklich aussehen. Keiner sagt etwas. Vermutlich aus Angst vor meiner Reaktion oder weil sie mittlerweile wissen, dass sie ohnehin keine Antwort zu erwarten haben.

Ich zerre die schwere Tasche aus dem Gepäcknetz über dem Fensterplatz.

»Ist etwas passiert?«, fragt die Frau mit der Illustrierten. Sie sieht jetzt wirklich besorgt aus.

Mein Blick fällt auf das Telefon in meiner Hand. »Ich weiß nicht«, sage ich, und mein Herz beginnt wieder wie wild zu schlagen. Kurzatmig antworte ich: »Ein Unfall, ja.«

Die Frau schlägt sich die Hand vor den Mund. »Oje. Schlimm?«

Ich zucke mit den Schultern. Wenn ich das wüsste!

Sobald wir den Bahnhof von Wittenberge erreicht haben, prangen vier dicke fette Balken auf meinem Display. Voller Empfang.

Ich stolpere kraftlos aus dem Zug, die Tasche auf meinem Rücken fühlt sich plötzlich an, als wären Wackersteine darin. Mir ist heiß, unendlich heiß, der Schweiß läuft mir den Rücken hinunter, obwohl es in den letzten Stunden nicht merklich wärmer geworden ist.

Es ist kurz nach sieben. Ich versuche mich zu orientieren und sehe an der Anzeige, dass der nächste Zug in die Gegenrichtung in einer guten halben Stunde fährt. Aber wie geht es weiter?

Das Display verschwimmt vor meinen Augen, als ich die Verbindung in die Bahn-App meines Handys eingebe. Zum Schalter gehen und mit Personen sprechen erscheint mir in diesem Moment unmöglich.

Die App spuckt aus, welche Züge ich nehmen soll – erneut wird mir schwindelig. Voraussichtliche Ankunft in Chemnitz: 0:35 Uhr. Geht das nicht schneller? Wieso habe ich anderthalb Stunden Aufenthalt in Leipzig? Das darf doch nicht wahr sein! Gerade jetzt, wo ich am liebsten losrennen würde, um möglichst schnell am Ziel zu sein, muss ich warten! Wie soll ich die nächsten fünf Stunden überstehen? Soll ich ein Auto mieten? Damit käme ich schneller an. Aber ist es ratsam, dass ich mich in diesem Zustand hinters Steuer setze?

Ich rufe meinen Freund Frank an und erzähle ihm alles. Er kann es nicht fassen, versucht mich aufzubauen, sagt, dass Mama im Krankenhaus sicher gut versorgt werde. Frank hält es für keine gute Idee, dass ich in dieser Situation Auto fahre. Es hilft mir sehr, seine Stimme zu hören. Ich fühle mich nicht mehr ganz so allein. Es ist völlig egal, was er sagt. Hauptsache, er ist da, wenn auch nur am Telefon.

Die kommenden Stunden werde ich nonstop mit Freunden telefonieren. Die Stille im Kopf bringt mich sonst um.

Um kurz vor acht Uhr fährt der Zug, der mich wieder nach Berlin bringt.

Der Beginn einer endlos erscheinenden und letztlich lebensverändernden Reise, die in Chemnitz längst nicht enden wird …

Kapitel 2

Ich schlage die Augen auf und weiß nicht, wo ich bin. Das Erste, was ich bewusst wahrnehme, ist der Geruch. Er ist anders als normalerweise, sauberer, klinischer. Es riecht nach Reinigungsmitteln und …

Krankheit. Tod. In dem Augenblick, in dem ich begreife, woran mich der Geruch erinnert, der in meine Nase steigt, kommt alles wieder. Der Unfall. Meine Mutter in der Not-OP. Sie spürt ihre Arme und ihre Beine nicht mehr. Die Erinnerungen an letzte Nacht holen mich schmerzhaft in die Realität zurück.

In den kommenden Monaten werde ich diesen Moment noch oft erleben. Diese wenigen Sekunden der Unschuld, direkt nach dem Aufwachen, diese seltenen kostenbaren Gelegenheiten, in denen ich vergesse, was passiert ist, und mich erst wieder daran erinnere, wenn ich mich orientiert habe.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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