Als der Nagel eingeschlagen wurde - Helmut Lauschke - E-Book

Als der Nagel eingeschlagen wurde E-Book

Helmut Lauschke

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Beschreibung

Schließlich stellte er die afrikanische Frage. Da erzählte ich die Geschichte von den menschlichen Nöten und Erbärmlichkeiten. Die Arbeit zog sich in die Länge, begrenzt von den feuerroten Sonnenauf- und -untergängen. Die Gefühle trieben das Innerste hin und her. Die afrikanische Gewichtung der Dinge war mit der ersten Betrachtung des Bodens und der Menschen nicht mehr von den Augen wegzuwischen. Diese Betrachtung erschütterte durch die Kargheit und die dünnen Arme und Beine, die aufgetriebenen Kinderbäuche und die großen Augen in den eingefallenen Gesichtern. Die Sicht mit der unverwischbaren Einsicht in die Armut drückte den Stempel des Niedergangs in der sozialen Verformung und Entartung mit der Hilflosigkeit tief ins Hirn. Die Frage einer Rückkehr zu jenen Gemeinschaftsstrukturen ließ sich nicht beantworten, wo die Achtung vor dem Wert und der Würde des Menschen noch galt. Heinz Töpfer sagte: "Dann gibt es in Afrika aber noch viel zu tun, wenn das Leben für alle gerechter, menschenwürdiger und lebenswerter werden soll."

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Seitenzahl: 606

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Helmut Lauschke

Als der Nagel eingeschlagen wurde

Erzählungen aus dem Alltag

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Erzählungen aus dem Alltag

Fakten und Kommentare

Von Erlebnissen und Erschütterungen

Von den Dorfbrunners und vom Spätheimkehrer Klaus Hansen

Harte Faustschläge gegen die verschlossene Tür

Der russische Stadtkommandant Ilja Igorowitsch Tscherebilski

Erstes Wiedersehen unter den Dorfbrunners

Eckhard Hieronymus Dorfbrunner auf der Suche nach Arbeit

Der Besuch des Stadtkommandanten im Dachgeschoss – Das Gespräch mit Eckhard Hieronymus Dorfbrunner

Dorfbrunner vor der Einstellungskommission in der Ernst Thälmann-Grundschule

Der schweigende Superintendent und die Geschichte des Klaus Hansen

Das Verhör des Klaus Hansen bei der Staatssicherheit

Der Urteilsspruch

Die Breslauer Geschichte des Superintendenten Dorfbrunner

Das Verhör des Superintendenten Dorfbrunner bei der Gestapo in Breslau

Das dialektische Teufelskarussell begann sich zu drehen

Wie sich der Boden unter den Füßen entzieht

Das Böse schwimmt oben

Der Nachttreff mit dem Doppelagenten

Die letzten Jahre und Tage des Eckhard Hieronymus Dorfbrunner

Die Geschichte vom Maurer Alfred Lehmann

Kurt Götz, ein Kölner Buchhalter und Literat

Afrikanische Nöte und Gewissheiten Blick in die Erbärmlichkeiten und das Elend

Das Hospital für Schwarze, das Willkommensprosit und die zischende Granate

Vom Auge und den Trübungen

Von der Schwinge zwischen Leben und Tod

Erschöpfte Helden und die nagenden Ratten

Dinge zwischen Reden und Schweigen

Gesichter zwischen Licht und Schatten

Vom Graus der Amputation und der schwarze Fleck

Die politische Akzentverschiebung

Die unvollendete Renovierung

Der königliche Besuch

Der Exodus der weißen Nonnen

Blick in die Zukunft

Epilog

Impressum neobooks

Erzählungen aus dem Alltag

Mensch, Fleiß und Menschlichkeit,

von Werten, die zu beachten sind

Die Namen der Personen, Orte, Straßen und Plätze sind erfunden.

Fakten und Kommentare

“Bevor nicht die Kontrolle der Ausgaben in Währung und Kredit an den Staat zurückgegeben ist, sei jede Rede über die Souveränität des Parlaments und über Demokratie sinnlos.Der Reichtum der Nation komme unter ihre Kontrolle. Ein mutwilliges Platzenlassen der Kreditblase führe zur Deflation mit sozialen Unruhen und zum Krieg.”[Mackenzie King (1874-1950), kanadischer Ministerpräsident]

Thomas Jefferson [1743-1826], Verfasser der Deklaration der Unabhängigkeit 1776 und 6. US-Präsident, schrieb 1825 an John Q. Adams: “… Ich glaube ehrlich wie Sie, dass die Bankeinrichtungen um vieles gefährlicher sind als stehende Armeen.”

“Wir können nicht zugleich Deutschland verkrüppeln und erwarten, dass es uns bezahlt. Als Handelspartner ist Deutschland zum Krüppel geschlagen.”[David Lloyd George (1863-1945) am 25. März 1919 auf der ‘Friedenskonferenz’ in Versailles]

The American Hebrew am 10.9.1920:“Aus dem ökonomischen Chaosschuf der jüdische Geist der Unzufriedenheit den organisierten Kapitalismus mit seinem wirksamsten Instrument, dem Bankwesen.”

Wladimir Iljitsch Lenin [1870-1924]: “Die Gründung einer Zentralbank würde 90 Prozent bei der Kommunalisierung eines Staates ausmachen.”Das entsprach dem “Kommunistisches Manifest” von Marx/Engels von 1848: Zentralisation der Kreditvergabe durch eine Nationalbank mit Staatskapital und Monopol.

George Pitter-Wilson [1840-1920] in The London Globe in April 1919: “Bolshevism is the dispossession of the Christian nations of the world to such an extent that no capital will remain in the hands of the Christians that all Jews may jointly hold the world in their hands and reign wherever they choose.”

“Wie ein brünstiges Tier stürmt die Epoche in die Sklaverei des Plutokratismus.”[Walther Rathenau (1867-1922) im Brief vom 21. November 1904 an Frank Wedekind]

“Und wirklich, er hat alles Geld der Welt in seiner Tasche, und er heißt James Rothschild,und der dicke Mann ist Monsignor Grimaldi, Abgesandter seiner Heiligkeit des Papstes, und er bringt in dessen Namen die Zinsen der römischen Anleihe, den Tribut von Rom.… Man muss Respekt haben vor diesem Mann, sei es auch nur wegen des Respektes, den er den meisten Leuten einflößt. Ich beobachtete als Philosoph, wie sich das Volk und nicht nur das Volk Gottes, sondern auch alle anderen Völker vor ihm beugen und bücken. Das ist ein Krümmen und Biegen des Rückgrates, wie es selbst den besten Akrobaten schwer fiele. Ich sah Leute, die, wenn sie dem großen Baron nahten, zusammenzuckten, als berührten sie eine voltaische Säule.Sein Privatkabinett ist ein merkwürdiger Ort, welcher erhabene Gedanken und Gefühle erregt wie der Anblick des Weltmeeres oder des gestirnten Himmels: wir sehen, wie klein der Mensch und wie groß Gott ist. Denn das Geld ist der Gott unserer Zeit, und Rothschild ist sein Prophet.”[Heinrich Heine, 1797-1856]

Willard Cantelon[1916-1999] in “The Day the Dollar dies”:“Bis zum Jahre 1850 hatte das Haus Rothschild mehr Reichtum erworben als alle Königshäuser Europas und Großbritanniens zusammengenommen.”

Walther Rathenau[deutscher Außenminister, 1922]über die Plutokraten des Jahrhunderts: “Jene Herrscher des Altertums konnten jeden einzelnen Menschen töten. Das können unsere Dynastien freilich nicht.Aber sie können Zehntausende an Hunger sterben lassen. Sie können den Purpur auch nicht auf eigenen Schultern tragen. Aber sie können jeden Strohmann damit behängen und ihm Krieg und Frieden diktieren.Wer hat den Transvaalkrieg geführt? Lombardstreet. Wer führt den Japanerkrieg? Lombardstreet und Wallstreet.”

George Pitter-Wilson: Wilson and World War 1. 1913:On March 4th, Woodrow Wilson is elected the 28th President of the United States. Shortly after he is inaugurated, he is visited in the White House by Ashkenazi Jew, Samuel Untermyer [1858-1940] of a well-known law firm, Simon Guggenheim [1867-1941], and Thomas Roger Marshall [1849-1925] (28th Vice President 1913-1921) who tries to blackmail him for the sum of $ 40,000 in relation to an affair Wilson had whilst he was a professor at Princeton University, with a fellow professor’s wife.

President Wilson does not have the money, so Untermyer volunteers to pay the $ 40,000 out of his pocket to the woman Wilson had had the affair with, on the condition that Wilson promises to appoint to the first vacancy on the United States Supreme Court a nominee to be recommended to President Wilson by Untermyer. Wilson agrees to this.

1914: The start of World War 1. In this war, the German Rothschilds’ loan money to the Germans, the British Rothschilds’ loan money to the British, and the French Rothschilds’ loan money to the French.

Furthermore, the Rothschilds’ have control of the three European news agencies, Wolff (est. 1849) in Germany, Reuters (est. 1851) in England, and Havas (est. 1835) in France.

The Rothschilds’ use Wolff to manipulate the German people into a fervour for war. It is around this time that the Rothschilds’ are rarely reported in the media, because they own the media.

1916: On June 4th, Ashkenazi Jew, Louis Dembitz Brandeis [1856-1941] is appointed to the Supreme Court of the United States by President Wilson, as per his agreed blackmail payment to Samuel Untermyer some three years earlier. Justice Brandeis is also the elected leader of the Executive Committee for Zionist Affairs, a position he has held since 1914.

The middle of World War 1. Germany are winning the war as they are being financed by the Rothschilds’ to a greater extent than France, Italy and England, simply because the Rothschilds’ do not want to support the Tsar in Russia, and of course, Russia was on the same side as France, Italy and England.

Then a significant event occurs. On December 12th, Germany, although they were winning the war and not one foreign soldier had set foot on their soil, offers armistice to Britain with no requirement of reparations. The Rothschilds’ are anxious to make sure this is not accepted by the British as they have a few cards left up their sleeve in relation to what they initiated this war for.

So, whilst the British are considering Germany’s offer, Rothschild agent, Justice Louis D. Brandeis sends a Zionist delegation from America to Britain to promise to bring America into the war on the side of the British, provided the British agree to give the land of Palestine to the Rothschilds’.

The Rothschilds’ wanted Palestine to protect the great business interests they had in the East. They also desired their own state in that area along with their own military which they could use as an aggressor to any state that threatened those interests.

The British subsequently agree to the deal for Palestine and the Zionists in London contact their counterparts in America. Suddenly all the major newspapers in America that up to that point were pro-German turn on Germany, running propaganda pieces to manipulate the American public against the Germans. …

Woodrow Wilson is re-elected President this year, the slogan of his campaign being, “Re-elect the man who will keep your sons out of the war.”

1917: As a result of Germany’s offer of peace, the Rothschild war machine goes into total overdrive in America, spreading anti-German propaganda throughout the American media which leads to President Wilson under the instructions of the Jewish American Supreme Court Justice, Louis Dembitz Brandeis, reneging on his promise to the electorate and taking America into World War 1 on April 6th.

The Rothschilds’ order the execution by the Jewish Bolsheviks they control, of Tsar Nicholas II and his entire family in Russia, even though the Tsar had already abdicated on March 2nd. This is to get control of the country and an act of revenge for Tsar Alxander I blocking their world government plan in 1815 at the Congress of Vienna and Tsar Alexander II siding with President Abraham Lincoln in in 1864.

In March 1917, Lenin makes a statement against anti-semitism which is circulated around the country, as part of a massive campaign to stifle the counter-revolutionary movement against the Jews.

On January 18th, the Versailles peace conference commences, to decide reparations that the Germans are required to pay to the victors following the end of World War 1. A delegation of 117 Jews headed up by Ashkenazi Jew, Bernard Baruch (who would go on to state to a select committee of the United States Congress, “I probably had more power than perhaps any other man did in the war, doubtless that is true,”) bring up the subject of the promise of Palestine for them. At this point the Germans realised why America had turned on them and under whose influence, the Rothschilds.

The Germans felt they had been betrayed by their Jewish population. This is because, at the time the Rothschilds’ made their deal with Britain for Palestine, in exchange for bringing America into the war, Germany was the most friendly country in the world towards the Jews, indeed the German Emancipation Edict of 1822 guaranteed Jews in Germany all civil rights enjoyed by Germans. Also, Germany was the only country in Europe which did not place restrictions on Jews, even giving them refuge when they had to flee from Russia after their first attempted Communist coup failed there in 1905.

George William Norris[1861-1944], Abgeordneter aus Nebraska im US-Senat: “Wir gehen in den Krieg, weil das Gold es befiehlt. … Ich möchte diesem Kriegsgott zurufen: Du sollst nicht das Blut meiner Brüder in Gold ummünzen. … Ich fühle, dass wir das Zeichen des Dollar auf die amerikanische Flagge setzen.”

“… dieser schauerlichste und mörderischste Hexenhammer, mit dem einem großen Volk das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit, die Zustimmung zur erbarmungslosen Zerstückelung, das Einverständnis mit Versklavung und Helotentum abgepresst werden soll, dies Buch darf nicht zum Gesetzbuch der Zukunft werden…”[Philipp Scheidemann (1865-1939), SPD-Reichskanzler (13. Februar bis 20. Juni 1919) im Mai 1919 über den kommenden Friedensvertrag. Er verkündete die Abdankung des Kaisers und rief vor dem Reichstagsgebäude die 1. Deutsche Republik aus.]

Zwischen 24. Oktober und 12. November 1929 gingen durch den Börsensturz allein in den USA 30 Milliarden Dollar verloren, einer Summe, die den Gesamtkosten der US-Kriegführung im 1. Weltkrieg entsprach.1930 schlossen 1352 Banken. 1931 folgten weitere 2294 Bankenschließungen.

Zur deutschen Not:Aus dem Brief Hindenburgs vom Juni 1931 an Präsident Herbert Hoover:“Herr Präsident! Die Not des deutschen Volkes, die auf einem Höhepunkt angelangt ist, zwingt mich zu dem ungewöhnlichen Schritt, mich persönlich an Sie zu wenden. …Allein im Lauf der letzten paar Tage musste die Reichsbank an fremde Länder ein Drittel ihrer Goldreserven und Devisen abführen.… bedarf Deutschland dringend Hilfe. Diese Hilfe muss sofort kommen, wenn wir für uns selber und anderen schweres Unheil vermeiden wollen.”

The New York Jewish Nationaleam 9.4.1936:“Die Juden von Amerika stellen eine große politische Macht dar. Sie benutzen diese, wie sie wollen.”

Gerald Prentice Nye [1892-1971] von Nord-Dakota [im US-Senat von 1925-1945] rief am 27. April 1941 empört:“Wir werden von denselben Mächten zum Narren gehalten, die uns im Weltkrieg 1914-1918 zum Narren gehalten haben.”

“Die zwei Kriege, die Deutschland gegen England führte, hatten in der Hauptsache den einen und denselben Beweggrund: Es gibt zu viele Deutsche, und Deutschland ist zu stark.”[A.J.P.Taylor, 1906-1990, liberaler jüdischer Historiker]

“Nationaler Selbstmord ist keine internationale Verpflichtung.”[Abba Eban (1915-2002), israel. Außenminister]

“Eine nationale Bewegung ist, politisch definiert, das Streben eines Volkes nach Selbstbestimmung.” [Martin Buber, 1878-1965]

“ … wenn ihr versinkt, so versinkt die ganze Menschheit mit, ohne Hoffnung einer Wiederherstellung.”[Johann Gottlieb Fichte (1762-1814): “Reden an die deutsche Nation”]

Von Erlebnissen und Erschütterungen

Es gab den milden Frühling im Jahre 2014. Ein alter Mann lehnte sich an einem Mittwochnachmittag aus dem Parterrefenster eines dreistöckigen Hauses, das an einer ruhigen Straße nahe dem Bahnhof in einer sächsischen Stadt in der Oberlausitz lag, und beobachtete das Kommen und Gehen der Passanten. Einigen nickte er den Gruß zu. Das waren meist ältere Männer und Frauen, mit denen er vielleicht die Schulbank gedrückt hatte. Da er das auch bei mir und das wiederholt tat, wo ich doch meine besten Jahre hinter mir hatte, blieb ich stehen, schaute ihm in sein von tiefen Furchen durchzogenes Gesicht und fragte Ihn nach seinem Wohlergehen.

“Sie können es mir doch ansehen, dass mir die Gegenwart nicht glatt heruntergeht. Ich mache mir Sorgen, und das kann Sie doch nicht wundern, denn viel jünger sind Sie doch auch nicht, wie unsere Kinder durch die Zukunft kommen, kommen sollen beziehungsweise kommen können.” Ich schwieg – und das länger als gewöhnlich – und schaute dem alten Mann ins Gesicht. Dabei sah ich, dass sein rechtes Auge getrübt war und sein linkes Auge leicht nach außen schielte. Der einseitige Schielblick fesselte meine Gedanken für einen Augenblick, während ich dieser Blickschiene anhing, die doch eine ungewöhnliche war und deshalb auch eine ungewöhnliche Zukunft anvisieren konnte.

Fast hatte ich mich auf dieser Blickschiene verloren, war auf ihr weit vorausgeeilt, ohne allerdings mehr Licht in meine Vorstellungen im Tunnel der Zukunft zu bekommen, als ich dem alten Mann, der sich aus dem Fensterrahmen leicht vornüber beugte, sagte, dass ich im fernen Afrika lebe, wo es um diese Jahreszeit dem Winter entgegengeht, und ich die europäische beziehungsweise sächsische Milde des Frühlings als sehr angenehm empfinde. “So, dann kommen Sie von weit her und besuchen ihre Verwandten.” Das sagte der alte Mann nicht ohne dem Schmunzeln der Neugier, indem er die Blickschiene des linken Augen geradeaus auf mich richtete, wobei das getrübte rechte Auge blicklings nach außen wegrutschte, als visierte es den rechten Fensterrahmen an, denn auf dem Bürgersteig zu dieser Seite bewegte sich momentan nichts. Ich sagte dem Blickenden, dass ich einige Jahre meiner Kindheit in dieser Stadt zugebracht hätte. “Das muss aber schon längere Zeit her gewesen sein”, erwiderte der alte Mann folgerichtig aus der ersten Blickanalyse. Dabei wiederholte er seine Feststellung, die er aufgrund seiner Erfahrung von Gesichtern und ihren näheren Betrachtungen anstellte, dass ich doch so jung auch nicht mehr sei, als seien diese Kinderjahre erst unlängst in dieser Stadt zugebracht worden. “Sind Sie denn hier auch in die Schule gegangen?”, setzte er fragend nach, um der ersten Blickanalyse die Verlaufsanalyse Richtung Grund und Boden hinzuzufügen.

Ich erzählte Ihm die Geschichte von den Bombennächten über Köln, und dass die Bomben, die im immer dichteren Hagel vom Nachthimmel fielen, dann auch die Wohnung der Eltern zerstört hatten, während mein jüngerer Bruder und ich für einige Monate auf einem großen Gut im damaligen Ostpreußen verbrachten, um ungestört schlafen zu können. Dort erfreuten wir uns an den Weiten der satten Wiesen, tragenden Felder mit den Seen und duftenden Wäldern in einer friedvollen Stille und der guten Kost, die es in Köln schon lange nicht mehr gab. Ich erzählte von der ersten Banane beim nächtlichen Kurzaufenthalt in Danzig, deren Form, Inhalt und Geschmack uns die Mutter erklärte, während sie die Schale Stück für Stück zurückzog und den Inhalt zwischen meinem anderthalb Jahre jüngeren Bruder und mir aufteilte und stückweise zum Abbeißen in den Mund steckte. “Das ist ja noch weiter zurück, als ich gedacht habe”, sagte im linksäugigen Geradeausblick der alte Mann, “denn das war noch in einer Zeit, als das 3. Deutsche Reich existierte.” Ich ergänzte aus meiner Kinderbeobachtung, dass auf den Briefmarken mit dem Hitlerkopf im Profil außer “Protektorat Böhmen-Mähren” auch “Großdeutschland” zu lesen war. “Darf ich fragen, wo Sie in dieser Stadt gelebt haben?”

Ich nannte den Albertplatz, wo das Haus gegenüber der Maria Martha-Kirche an der Ecke zur Bahnhofstraße stand, wo es heute noch steht. Es ist das Haus mit der Nummer 14. Dort betrieb der Vater als Arzt, und er war ein motivierter und fleißiger Arzt, eine kleine Frauenklinik. Das Haus bekam im April 1945 von einem russischen Panzer einen Mauerdurchschuss verpasst, der notdürftig und ohne Außenputz geflickt wurde. Die Stelle des Durchschusses ist nach dem später erfolgten Außenputz und dem Neuanstrich über dem linken Eckfenster des Obergeschosses noch zu erkennen. Nach Kriegsende bekamen Platz und Straße den Namen August Bebel, jenem Sozialdemokraten der Weimarer Republik. “Nu! Dann errate ich ihren Namen, denn für ihren Vater habe ich einige Botengänge erledigt. Aber darüber müssen wir uns ausführlicher unterhalten, was wir nicht durch das Fenster tun sollten.” Dieser Bemerkung nickte ich zu und fragte den alten Mann, ob wir uns an einem der nächsten Tage in einem Café treffen können, denn länger als drei Tage könnte ich nicht bleiben. Der Mann stimmte zu, schlug den nächsten Tag um ½ 4 im Café vor dem Rathaus vor, zog den Kopf zurück und schloss das Fenster.

In der Nacht verfolgte mich der Kölner Kindertraum: Das Brummen der Motoren der anfliegenden Bomberverbände wurde lauter. Es wuchsen Angst und Sorge der Menschen in den Luftschutzräumen. Kinder begannen zu weinen. Die Kleinen klammerten sich um die Hälse ihrer Mütter. Die Erwachsenen bekamen fahle Gesichter, als die Motoren über der Stadt kreisten, röhrten und dröhnten. Die Bomber entluden ihre Ladungen, die herabsausten und in die nächsten Häuser der Straße einschlugen. In der Ferne ratterten die Flakgeschütze, die bei dem höllischen Dröhnen einer Übermacht von Bombern sich wie heiser bellende Hunde ausnahmen und bald aus Mangel an Munition schwiegen. Es gab laute Detonationen, die den Menschen im Keller die Luft nahmen. Die Bomberverbände kamen in drei Schüben und entluden erbarmungslos ihre tödliche Fracht über der wehrlosen Stadt.

Nach mehr als einer halben Stunde, die eine Ewigkeit des Schreckens war, zog der letzte Verband ab, und die Sirenen heulten die Entwarnung. Ich folgte meinem Vater mit dem dreiviertel gefüllten Eimer mit Sand und half ihm mit klopfendem Herzen beim Unschädlichmachen einer bis in den Keller eingeschlagenen Brandbombe. Die Sirenen hatten sich ausgeheult, und der Strom war ausgefallen, als die Eltern mit Taschenlampen uns Kindern und einigen Nachbarn aus dem Keller leuchteten. Die Luft im Treppenhaus war von Mörtelstaub des rausgebrochenen Wand- und Deckenputzes durchsetzt und beklemmte den Atem in furchterregender Weise. Größere Mörtelstücke lagen auf den Stufen. Das Treppensteigen ging schweigend mit dem Gefühl der Vorahnung des Grauens vor sich. Harte Einschläge und Detonationen durch Sprengbomben hatten Häuser in der nächsten Nachbarschaft zerstört. Fensterscheiben der Wohnung im ersten Stock waren zerborsten.

Es war ein sternenklarer Himmel mit der vollen Mondscheibe. Beim Blick aus dem Fenster war die Straße mit Steinbrocken und vielem Trümmerzeug übersät. Bomben haben tiefe Krater in die Straße gerissen und Straßenbahnschienen verbogen. Die Straßenlampen waren ohne Licht, und dunkel waren die Fenster an den Häusern. Flammen kamen aus Dächern, Fenstern und Türen und züngelten an den Wänden auf und ab. Sie verzehrten, was Häuser wohnlich machte. Obere Stockwerke stürzten auf die unteren. Etagenböden brachen, Brocken fielen in die Tiefe und füllten die Keller. Die wenigen Feuerlöschzüge richteten in dem Inferno so gut wie nichts mehr aus. Der Traum mit den Detonationen und wellenden Flammenfeldern endete auch diesmal damit, dass es der nächste Morgen war, an dem sich die Sinnlosigkeit und Grauenhaftigkeit vor den erschrockenen Augen ausbreiteten, wenn sie von der Straße aus alte Menschen betroffen und stumm an Küchentischen von zerbombten Häusern sitzen sahen, deren Außenwände weggebrochen waren.

Nach einem Frühstück ohne Appetit brachte mich ein Taxi in das nicht weit entfernte Kamenz, wo ich das bescheidene Geburtshaus von Gotthold Ephraim Lessing besuchte. Mit 16 Jahren hatte ich schon einmal eine Radtour über Kamenz, Hoyerswerda, Großdubrau und zurück gemacht. Doch nun unter der Last der gemachten Lebenserfahrungen erinnerte ich mich an den kritisch-freidenkerischen und kämpferischen Dichter, der als Bibliothekar in Wolfenbüttel mit dem hamburgischen Pastor Goetze im literarisch-theologischen Clinch lag. Es war der seinerzeitige Kabinettsbeschluss, der Lessing jedweitere Auseinandersetzung und Publikation seiner Schriften untersagte. So schrieb Lessing am 6. September 1778 an Elise Reimarus: “Ich muss versuchen, ob man mich auf meiner alten Kanzel, auf dem Theater, wenigstens noch ungestört wird predigen lassen.” Nun entstand nach der Vorlage aus Boccaccio’s “Decamerone” Lessings “Nathan der Weise”, eine Kampfansage gegen die geistige Beengtheit, das Spießbürgertum und jegliche Art der geistigen Arroganz. Nach einjähriger Arbeit ging das Werk als ein groß angelegtes, in fünf Aufzügen verfasstes fünffüßiges Jambengedicht 1779 in Druck und wurde schon 1781 ins Englische und Niederländische und 1783 ins Französische übersetzt. Lessing (1729-1781) selbst erlebte die Aufführung seines Werkes nicht mehr. Erst nach Schillers Bearbeitung kam “Nathan der Weise” am 28. November 1801 in Weimar zur Aufführung und wurde ein Erfolg. Das große dramatische Gedicht, von dem Goethe sagte: “Möge das darin ausgesprochene göttliche Duldungs- und Schonungsgefühl der Nation heilig und wert bleiben!”, wurde am 11. September 1888 zur Einweihung des Lessing-Theaters in Berlin aufgeführt.

Kurz vor ½ 4 fand ich mich vor dem Café vor dem Rathaus ein, das sich auf Stadthöhe befand unweit der Ortenburg auf einem Platz zum Petridom, dessen Kirchenschiff durch ein schmiedeeisernes Gitter getrennt ist, links für die Lutheraner und rechts für die Katholiken mit separaten Altären, Kruzifixen und Orgelstühlen. Der alte Mann von der Inneren Lauenstraße kam pünktlich. Nachdem wir uns die Hand gegeben hatten und ich meinen Namen genannt hatte, stellte sich der Ältere mit Heinz Töpfer vor. Wir betraten das Café, in dem genügend freie Tische waren. Wir setzten uns an den letzten Tisch in der Ecke, und jeder bestellte sich eine Tasse Kaffee, Herr Töpfer mit Milch und Zucker.

“Was tun Sie und was treibt Sie in die Oberlausitz?” Ich erzählte Herrn Töpfer die Geschichte, dass ich seit 1985 in Namibia lebe, wo ich in den letzten Jahren der weißen Apartheid bis in die frühen Jahre der Unabhängigkeit Namibias im Norden des Landes unweit der angolanischen Grenze als Arzt, Chirurg und Traumatologe an einem Hospital gearbeitet habe, das während des Freiheitskampfes im Kriegsgebiet lag. “Dann war das auch noch eine gefährliche Arbeit für Sie.” Ich schilderte ihm das Hospital in seinem heruntergekommenen Zustand und die Massen von Patienten und Verletzten, die täglich unter den schwierigen Bedingungen der vielen Mängel versorgt wurden. Ich erwähnte die Granateinschläge bis nahe ans Hospital mit den Detonationen, dass Böden und Wände zitterten und Instrumentiertische mit den auf und ab springenden Instrumenten von den OP-Tischen wegrollten. Eine Granate hatte den “Wasserkopf” des Wasserturms auf dem Hospitalgelände leckgeschlagen, dass das Wasser auslief und hinter dem Hospital einen knöcheltiefen See gebildet hatte, dass die drei Ärzte und die Schwestern aus den umliegenden Wohnstellen mit der klapprigen, schrottreifen Ambulanz zur Arbeit und wieder zurück gefahren wurden. Fünf Tage gab es kein Wasser, was die Versorgung der Patienten und Verletzten extrem erschwerte. “Dann war das eine aufreibende Tätigkeit, wo Sie unter den Gefahren des Krieges ihr eigenes Leben riskierten.” Dieser Feststellung stimmte ich zu und nahm einen Schluck Kaffee.

“Aber schon ihr Vater war ein fleißiger Arzt, dessen Gewissenhaftigkeit von den Menschen geschätzt wurde”, sagte Herr Töpfer, nachdem er seine Tasse zurückgesetzt hatte. “Und woher kennen Sie meinen Vater?”, das wollte ich wissen. “Ich habe ihrem Vater für die Entnazifizierung 1946 ein günstiges Schreiben gegeben, dass er ein harmloses NSDAP-Mitglied gewesen ist und keinem Menschen einen Schaden zugefügt hatte. Später, das war im Jahre 1951, so weit ich mich recht erinnere, war ich ihrem Vater mit den Formularen behilflich, die den unzeitgemäßen, weil völlig unglaublich gehaltenen Rückzug in den Westen, es war doch Köln, stimmt’s?, betraf. Da war es insbesondere die Liste seiner Bücher, die als politsch neutral und damit nicht als gegen die DDR und den Sozialismus jener Zeit gerichtet aufgefasst werden konnten. Ich weiß noch gut, welches Aufsehen dieser Rückzug mitsamt der Klinikeinrichtung in den Westen ausgelöst hatte. Das Aufsehen und die damit verbundenen Gespräche unter den Menschen der Stadt hielt über ein ganzes Jahr an.”

“Dann waren Sie ein Anhänger und eingeschriebenes Parteimitglied des Sozialismus, was mein Vater nach den schlechten Erfahrungen der Zeit davor nicht gewesen war. Er war ein Verfechter der Parteilosigkeit geworden und hat es gegenüber meiner Mutter oft bedauert, dass er ein Mitglied der nationalsozialistischen Partei geworden war, und das schon 1934. Diese Parteizugehörigkeit musste nach meinem Verständnis etwas mit dem Ersten Weltkrieg, seinem Ausgang und dem für die Deutschen so bitteren Friedensdiktat von 1919 zu tun gehabt haben, von dem der italienische Ministerpräsident Francesco Nitti 1924 sagte: “Noch nie ist ein ernster und dauerhafter Friede auf die Ausplünderung, die Quälerei und den Ruin eines Besiegten, geschweige denn auf den eines besiegten großen Volkes gegründet worden. Und dies und nichts anderes ist der Vertrag von Versailles!” Ich glaube, dass viele Menschen nach dem Ersten Weltkrieg eine ähnliche Einstellung zum Versailler Diktat und seinem Sadismus mit der Entwürdigung des bereits am Boden liegenden deutschen Volkes hatten und deshalb so gehandelt haben wie mein Vater, was Hitler und die Partei betraf. Denn viele Deutsche brauchten und schöpften durch ihn die neue Hoffnung.”

Herr Töpfer führte die Tasse zum Mund, nahm einen Schluck, setzte sie zurück und schwieg eine längere Zeit. Dann sagte er, dass er wenig aus dieser Zeit wisse, weil sein Vater als Lokomotivführer in einem Unfall früh verstorben sei, als er selbst noch keine sieben Jahre alt war. Er, Heinz Töpfer, sei auch in der Hitlerjugend gewesen, weil es ein Muss war, wenn man nicht unangenehm auffallen und die zwangsläufig aufkommenden Schikanen erleiden wollte, die schon in der Schule begannen. Sein älterer Bruder Erwin sei im Kampf um Stalingrad gefallen, und sein anderer Bruder Horst kam nach sieben Jahren Arbeitslager in Sibirien mit Erfrierungen an den Händen und Füßen zurück und verstarb mit nicht dreißig, wobei die Todesursache nie festgestellt wurde. Nach dem Krieg sei er früh Mitglied der FDJ geworden, um nach der Wende nicht unangenehm aufzufallen. “Ich wollte mir das Leben nicht unnötig schwer machen, wollte doch im Beruf als Sattler und Wagenbauer weiterkommen”. So etwa fasste Heinz Töpfer seine zeitliche und aktive Kehrtwendung, was die Einstellung zum Staat, seiner Führung und Politik betraf, zusammen.

Es wunderte, dass Herr Töpfer den Namen Isidor Witkowsky kannte, dem einstigen Oberbürgermeister Posens, der unter dem Pseudonym Maximilian Harden ein Kriegshetzer in der Bosnischen Krise gewesen war und seit 1916 Waffen gegen Deutschland an die Entente geliefert hatte. Er war vom Opportunismus durchtrieben. So schrieb er im November 1918 an den US-Prädenten Woodrow Wilson sein Pamphlet gegen Deutschland, stellte dieses Land und sein Volk als den Hauptschuldigen hin und gebrauchte Worte wie: “Niederträchtige Tücke der österreichischen und deutschen Regierung”, “vorbedachtes Verbrechen”, “niederträchtiger Rechtsbruch”, und “Deutschland gleicht der Hure Babylon”.

Dagegen war für Töpfer die folgende Bemerkung Herbert Hoovers als einem der Konferenzteilnehmer von Versailles neu: “Am Tisch der Friedenskonferenz saßen zerstörerische Kräfte. Die Gefühle des Hasses und der Rache tobten auch daheim in den Völkern wie ein Fieber. Ihre Staatsmänner wurden durch die böswilligen Kräfte gehemmt. Keiner von ihnen besaß freie Hand, einen Frieden gemäß den 25 Punkten [Wilsons] abzuschließen, auch wenn er es gewollt hätte.”

Erstaunt war Töpfer, als ich ihm zum Beleg, dass die russische Revolution ein jüdisches Werk war, Baruch Levy zitierte, der an Karl Marx schon 1879 schrieb: “Durch Aufrichtung einer Weltrepublik und durch den Sieg des Proletariats werden die Verheißungen des Talmud in Erfüllung gehen. Wenn die Zeiten des Messias gekommen sind, dann werden die Juden die Schlüssel zu den Reichtümern aller Völker in ihren Händen haben.” [in: La Revue de Paris, juin 1, 1928, p. 54]

“Aber die russische Revolution war doch erst 1917”, entgegnete Heinz Töpfer. Ich erklärte ihm, dass die erste Revolution 1905 nach dem verlorenen Krieg gegen Japan fehlgeschlagen ist. Dann zitierte ich den amerikanischen Historiker George Pitter-Wilson in Bezug auf den 1. Weltkrieg: “Deutschland schien den Krieg in den Jahren 1916/17 militärisch zu gewinnen, da es durch die Rothschilds stärker finanziert wurde als Frankreich, Italien und England zusammen. Der Grund der Bevorzugung war Rothschilds Gegnerschaft zum russischen Zaren, der auf Seite der Entente stand. Die Abkehr Rothschilds und seiner finanziellen Unterstützung trat am 12. Dezember 1916 ein, nachdem der deutsche Kaiser England den Waffenstillstand ohne Forderungen nach Reparationen angeboten hatte. England prüfte das deutsche Angebot, während Rothschild seine ganze Macht aufbot, dass England das Angebot ablehnt. Sein Agent, der Ashkenazi Jew Louis Dembitz Brandeis, der am 4. Juni 1916 Richter am US-Supreme Court geworden war, sandte eine große Zionisten-Delegation nach England, um seine Botschaft zu übermitteln, dass er, Rothschild, England im Krieg gegen Deutschland finanzieren werde, wenn er dafür Palästina von England bekommt. Die Engländer stimmten diesem Angebot zu. Die amerikanischen Medien wurden über Nacht Deutschland-feindlich, und Amerika erklärte am 7. April 1917 Deutschland den Krieg. Das tat Wilson als der 28. US-Präsident entgegen seinem Wahlversprechen von 1913: “Re-elect the man who will keep your sons out of the war”, dass er keine amerikanische Söhne in den europäschen Krieg schicken werde. Damit war die militärische Niederlage Deutschlands im 1. Weltkrieg vorprogrammiert und wurde im Versailler Friedensdiktat vom 28. Juni 1919 endgültig besiegelt. Dafür bekam Rothschild Palästina, aus dem 1948 nach Besiegung Deutschlands im 2. Weltkrieg und den ihm erneut aufgebürdeten enormen Reparationsforderungen, die der Plünderung gleichkamen, der Staat Israel hervorging und von deutscher Seite die riesigen finanziellen Zuwendungen erhielt.

Es war die militärische Situation an der russischen Front, dass der deutsche Kaiser und seine Generäle es für vorteilhaft hielten, Wladimir Iljitsch Lenin aus dem schweizerischen Exil im geschlossenen Wagen nach St. Petersburg bringen zu lassen, um das zaristische System zu stürzen, die 2. russische Revolution ins Rollen zu bringen und auf diese Weise den Waffenstillstand an dieser Front zu bewirken. Es war Rothschilds Order, dass die Bolschewiken die Macht übernahmen und den Zaren Nikolaus II samt seiner Familie umbrachten, obwohl der Zar am 2. März 1917 bereits abgedankt hatte. Es war Rothschilds Rache für Zar Alexander I, der den Plan zur Bildung einer Weltregierung 1815 beim Wiener Kongress blockierte, und für Zar Alexander II, der 1864 mit Präsident Abraham Lincoln zusammentraf.”

“Nun verstehe ich den tieferen Zusammenhang. Doch der Oktoberrevolution mit dem Bolschewismus und dem angehängten “Weltproletariat” folgten die grausamen “Säuberungen” unter Lenin und Stalin, denen Millionen unschuldiger Menschen zum Opfer fielen. Die kommunistische Diktatur brachte den kalten Frieden mit der Teilung Europas in West und Ost durch den Eisernen Vorhang mit der Mauer, dem ausgerollten Stacheldraht und Todesstreifen quer durch Berlin und Deutschland und den Kalten Krieg mit der Aufrüstung nuklearer Waffenarsenale auf beiden Seiten.” Das sagte Töpfer, und ich ergänzte seine Bemerkung zum bisher kostspieligsten Wahnsinn mit dem Leiden der Völker durch den Verlust der Freiheit und dem Nachteil auf unabsehbare Zeiten durch die brutalen Stellvertreterkriege in Angola zwischen José Eduardos dos Santos von der MPLA [Movimento Popular de Libertação de Angola] und Jonas Savimbi von der UNITA [União Nacional para Independência Total de Angola], oder im ehemaligen Zaire unter dem multibillionären Diktator Mobutu Sese-Seko mit der MPR [Mouvement Populaire de la Revolution] mit der Ermordung von Patrice Lumumba am 17. Januar 1961, des ersten Ministerpräsidenten nach der Unabhängigkeit des Kongo – und den Kriegen im Nahen, Mittleren und Fernen Osten sowie in den zentralamerikanischen Ländern und auf Kuba samt den Antillen.

Wir zahlten den Kaffee und verließen das Café. Ein Gang durch die Stadt schloss sich an, der ein nachdenklicher Erinnerungsgang war. Wir setzten uns auf eine Bank vor der Ortenburg nahe dem steilen Abhang über dem tiefliegenden Flusstal der Spree mit Blick auf den Rundturm der Alten Wasserkunst. Beim Blick über das Spreetal mit seinen Kurven sprachen wir über das, was sich nach Kriegsende verändert hatte. So ist es mit der allierten Besetzung und Teilung des deutschen Bodens mit Wegnahme eines großen Teiles des ehemaligen deutschen Reichsgebietes und dem Verlust der Ostgebiete auch zu einer Verfremdung in der deutschen Sprache gekommen. Das alte Sprachempfinden, das wir als junge Menschen hatten, war nach dem Krieg in seiner Tiefe zersplittert und in seinem Wesen verflacht und zerstückelt. Die Aufweichung im Kern und die sprachliche Verflachung gingen auch in die Musik und in die anderen Kulturbereiche hinein.

Von den Dorfbrunners und vom Spätheimkehrer Klaus Hansen

Das Deutsche, dass in Wort und Ton einst groß, fein und tiefgründig aus dem deutschen Boden kam, hat Schaden erlitten. Das einst so tief empfundene Deutschtum war gestorben beziehungsweise nicht wiederzuerkennen. Die Voraussage, dass dieser Verlust, der doch ein schwerer ist, kommen wird, wenn Deutschland den Krieg verliert, machten Menschen mit Bildung und dem tiefen Bezug zur deutschen Geschichte und Kultur, die doch weit mehr als nur kriegsbezogen war. Damals in den letzten Wochen vor dem Ende des Krieges, als russische Panzer bereits Breslau stürmten, war es der Obersturmführer Reinhard Dorfbrunner, der von dem großen Verlust als dem deutschen Wegrutsch sprach, was ihm aufgrund der Uniform keiner zugetraut hatte. Da drückte der Cousin und ehemalige Breslauer Superintendent Eckhard Hieronymus Dorfbrunner seinen Schmerz darüber aus, dass die Einsicht, die deutsche Kultur auf ihrer Höhe zu halten, nicht schon früher gekommen sei. Er sagte es so: “Man muss der Staatsführung den Vorwurf der Bildungslosigkeit machen, dass sie die großen Kulturgüter von Anfang an in Gefahr brachte, sie in den Niederungen der Machtgreifereien schlichtweg aufs Spiel setzte. Wäre etwas Bildung dagewesen, dann hätte es Anstand und Respekt vor den Menschen und ihrer Leistung gegeben, die das Deutschtum zu jener Höhe gebracht hatten.

Heinz Töpfer führte den Faden fort: “Statt dessen wurden Völker überrannt, Kriege angezettelt und hinter den Fronten gefoltert und gemordet. Es sind Dinge abgelaufen, die der Achtung abträglich und der deutschen Kultur unwürdig waren und ihr schweren Schaden zugefügt haben. Deutsche Köpfe haben fürchterliche Dinge ausgedacht, und deutsche Hände haben fürchterliche Dinge getan, die gegen alle Regeln der Zivilisation waren. Nun komme die deutsche Einsicht zu spät, weil zu den Gräueltaten zu lange geschwiegen wurde. Dieses Versäumnis lässt sich nicht ungeschehen machen.”

“Der Krieg wurde verloren, und die deutsche Kultur brach vom einstigen Hochstand herab und in Stücke. Dann kamen die anderen und hielten uns den Spiegel unserer Taten in all den Jahren vor Augen. Da klaffte der Spalt zwischen Größe und Gemeinheit, zwischen deutscher Empfindsamkeit und barbarischer Brutalität, zwischen deutschem Soll und Haben, der sich mit einfachen Worten nicht erklären und auch nicht füllen lässt.” Töpfer sagte: “Würden die Deutschen die Sieger sein, sie würden weiter zu ihren Gräueltaten schweigen. Sie würden totschweigen, was sie getan haben, würden es aber brandmarken, wenn es die anderen getan hätten. Das ist die Gewissenlosigkeit, mit der der Moloch der Grausamkeit aus dem Spalt steigt, dem millionenfach der Opportunismus nachlief, der blind für die Gequälten und taub für die Folter- und Kinderschreie war. Wie gesagt, die Einsicht in die Dimensionen der großen deutschen Kultur wurde verbrüllt und verjagt, als die Staatsführung auf die Bildungslosigkeit setzte. Die Einsicht hinterher kam zu spät. Der Krug war zerbrochen, Breslau mit seinen fleißigen Menschen und die deutschen Ostgebiete gingen verloren. Die großen Städte waren zerbombt. Was sollte da noch zu retten sein?”

Der Verlust war unwiederbringlich und ging an die Nieren. Da wischte sich Luise Agnes Dorfbrunner, die Ehefrau des Breslauer Superintendenten, mit der Hand über die verweinten Augen, und Anna Friederike, die Tochter, schaute herab, während die Bäuerin Dorfbrunner ein ernstes Gesicht machte, Eckart, ihr Sohn, sich räusperte, und der Namensvetter mit Hemd und offenem Kragen sich die Zigarette anzündete.

Es war wenige Tage vor Kriegsende, als der Obersturmführer eine Rauchspirale in die Luft blies und dem Kirchen-Vetter erwiderte: “Nun hast du uns eine ernste Predigt gehalten, sag, was hat die Kirche denn getan, um der Bildungslosigkeit, wie du es nennst, entgegenzuwirken? Hat sie nicht kläglich versagt?” Eckhard Hieronymus machte ein nachdenkliches Gesicht: “Ja, auch die Kirche hat versagt, ich muss es bekennen. Sie hätte weniger versagt, wenn ihr die Möglichkeit geblieben wäre, die Wahrheit zu sagen, warum es mit dem Glauben und der Achtung vor Gott und den Menschen schlecht bestellt war, wenn nicht so viele Pastöre von den Kanzeln herunter und aus anderen Diensten an der Gemeinde weggeholt, von der Gestapo verhört, gefoltert und schließlich in die Arbeitslager verschleppt worden wären. Der Moloch der Gemeinheit machte kein Pardon, er griff zu und riss heraus, was ihm nicht passte. Sag du, wie sich die Kirche hätte wehren und verwahren sollen.”

Darauf sagte der Namensvetter: “Ich gebe zu, dass ihr Kirchenmänner einen schweren Stand habt in einem System, das den Führer und nicht Gott an der Spitze hat. Wie hast du doch beim Mittagessen gesagt, als du Sokrates zitiertest?…” Eckhard Hieronymus: “Niemand sei seines Lebens sicher, der der Volksmasse offen und ehrlich begegnet. Daher müsse der, wer ein Kämpfer für das Rechte sein und trotzdem eine kurze Zeit am Leben bleiben wolle, sich auf den Verkehr mit den Einzelnen beschränken.” Das hat Sokrates in seiner Apologie im Prozess gesagt, der ihm von der Demokratie in Athen wegen der angeblichen Gottlosigkeit gemacht wurde.” Der Namensvetter erwiderte: “Ich gebe weiter zu, dass sich die Kirche auch nicht bei dem Einzelnen aufhalten kann, sondern ihre Tätigkeit auf die Masse des Volkes ausrichtet. Aber sie hätte am Anfang, als das Lebensrisiko für den Kirchenmann noch nicht bestand oder nur gering war, ihren Mund klar und deutlich auftun sollen. Dann, davon bin ich überzeugt, wären viele Dinge anders gelaufen. Sieh doch, wie das Papstwort auf den Führer eingeschlagen hat, dass es mit den Euthanasien aufhörte. Was ich meine, ist, dass das klare Wort am Anfang nicht gesprochen, sondern sich in geschwollenen Phrasen ergangen wurde. Doch Phrasen, wenn sie wie Schlingpflanzen wuchern und bis zur Unkenntkichkeit verzopft werden, bringen die Wirkung des klaren Wortes nicht; sie geben höchstens Anlass zum kopfschüttelnden Gelächter. Das klare Wort hat nur der Mutige. Das hat euch Kirchenmännern von jeher gefehlt. Da dürft ihr euch jetzt über das Ende auch nicht wundern und solltet nicht das, was ihr versäumt habt, nämlich zur rechten Zeit das klare Wort zu sprechen, nun zu spät mit euren Sprüchen, mögen sie heilig oder scheinheilig sein, versehen und weiter zur Unkenntlichkeit verzopfen.”

Ich setzte die Geschichte fort: Die Reaktion war stille Betroffenheit. Auch Eckhart Hieronymus schwieg. Bäuerin Dorfbrunner goss den Kaffee nach. “Nun will ich euch etwas Lustiges erzählen”, sagte der Namensvetter, “es ist lustig, weil es paradox erscheint. Als ich in der Oberprima war, wollte ich entweder Medizin oder Theologie studieren. Jetzt mögt ihr lachen {was keiner tat}, weil das zu meiner Uniform nicht passt. Ich hatte mir vorgenommen, mein Leben für die Menschen einzusetzen, den Notleidenden zu helfen und den Beruf dafür zu wählen. Das Abitur in Grimma hatte ich als Drittbester passabel abgelegt. Ich konnte den Beruf nach meiner Neigung und Begabung wählen. Meine Eltern hatten mir die freie Wahl gelassen. Die Theologie habe ich dann nicht gewählt, weil mir die Sache mit dem lieben Gott zu riskant war, ich meine die Tatsache, dass sich die meisten Menschen für ihn nicht mehr interessierten. So begann ich das Studium der Medizin und belegte in den ersten Semestern im Rahmen des ‘Studium generale’ auch geisteswissenschaftliche Fächer wie Mathematik und Philosophie. Hier erkannte ich bald, dass mir die abstrakten Denkwissenschaften doch nicht auf den Leib geschrieben waren, wenn sie mich anfangs auch faszinierten. Mit der Medizin hielt ich bis zum Physikum durch, wo ich die Prüfung in physiologischer Chemie zu wiederholen hatte.

Das Heilfach habe ich dann gegen den Rat meines Vaters, der ein Geschäft zur Herstellung von Arm- und Beinprothesen führte, an den Nagel gehängt, als die Weimarer Republik mangels Volk untergegangen war und die Ära mit dem Heilsgruß ins zweite Jahr ging. Es waren zwei Dinge, dass ich aus freien Stücken der Waffen-SS beigetreten war; erstens: es sollte eine vorbildliche Kampftruppe von hoher Moral und Disziplin sein, das schien mir bei dem politischen Fiasko und Durcheinander nach dem verlorenen Krieg die große Herausforderung, deren Notwendigkeit zur Herstellung von Recht und Ordnung mich damals überzeugte, heute nicht mehr; zweitens: ich wollte die Sprossen der Offizierslaufbahn bis zur Leitermitte steigen, aber nicht bis oben hin, da es ganz oben zu politisch wurde und ich das absolute Gehör der Hörigkeit und die Spürnase für die analen Abgase des Höchsten nicht hatte und auch nicht haben wollte. In der Leitermitte war dagegen Platz für mich, wo ich mich für die Umsetzung der Moral und Disziplin bei der Truppe in die Praxis einsetzen konnte und auch einsetzte. Ich darf sagen, dass diese Tugenden in meiner Kampftruppe bis auf den Tag den hohen Stellenwert behalten hat. Bis auf einen hat sich keiner meiner Leute an wehrlosen Menschen vergriffen. Statt dessen haben sie alten und gebrechlichen Menschen und Müttern mit ihren Kindern geholfen. Der eine war das schwarze Schaf, er hatte sich an einem Mädchen vergriffen. Dafür bekam er eine Woche Bunker und zwei Jahre Strafbataillon bei den schweren Pionieren, zuletzt vor Stalingrad. Bei der Heilsarmee hätte ich es, wenn ich es rückblickend bedenke, wahrscheinlich weiter gebracht. Aber die war zu jener Zeit in Auflösung begriffen.”

Diese Bemerkung löste ein Schmunzeln aus. “Dann warst du, wenn ich dich richtig verstanden habe”, kommentierte Eckhard Hieronymus, “das weiße Lamm im schwarzen Wolfspelz.” “Nicht ganz”, erwiderte der Namensvetter, denn eine blütenweiße Weste habe ich nicht. Auch ich habe zu Dingen geschwiegen, zu denen ich nicht hätte schweigen sollen. Ich werfe mir vor, einen Sturmführer einer anderen Einheit nicht erschossen zu haben, der ein Massaker an wehrlosen Männern, Frauen und Kindern in einem Dorf unweit von Kiew veranstaltete. Diese Schuld muss ich neben anderen kleineren Schulden mit in mein Grab nehmen.”

Die Dämmerung setzte ein, und der Namensvetter zog sich die schwarze Uniformjacke an. Beim Gang auf den Hof fragte er, wo der Schlafplatz der drei Breslauer sei. “Zeigt mir mal euer Schlafzimmer. Ich will sehen, ob ihr da Platz genug habt.” Sie gingen an der Lmousine mit dem wartenden Fahrer vorbei. Eckart ging voraus, schob das Scheunentor weit auf und stieg die Leiter zum linken Heuschober hoch. Der Obersturmführer folgte ihm Sprosse für Sprosse. Oben betrachtete er die drei Liegeplätze und sagte schmunzelnd: “Platz habt ihr ja mehr als genug, doch wie in einem weichen Bett liegt ihr da nicht.” “Aber dafür haben wir ein Dach über dem Kopf, und das ist uns die Hauptsache”, sagte Luise Agnes. “Und wo ist die Toilette und das Bad?”, fragte der Namensvetter. Nach einem flüchtigen Blick zum rechten Schober, wo außer Heu nichts weiter zu sehen war, stieg er die Leiter herunter, gefolgt von Eckart. Sie zeigten die Waschküche, wo der Badebottich stand, in den der Brausekopf, den Eckart ergattert hatte, hineinhing und über einen Schlauch mit dem Kran verbunden war. “Aber warmes Wasser habt ihr hier nicht”, bemerkte der Namensvetter zutreffend. “An das kalte Wasser werden wir uns noch gewöhnen”, meinte Anna Friederike. Schließlich zeigten sie ihm noch das Plumpsklo. “Friert ihr da nicht fest?”, fragte er lachend und sagte: “Da nehme ich doch den Hut vor euch ab…” Eckhard Hieronymus fasste es ironisch: “Du brauchst den Hut, den du nicht auf hast, auch nicht abnehmen..” Der Namensvetter lachte und sagte, dass er soviel Willenskraft einem Kirchenmann und seiner Familie nicht zugetraut hatte. “Meldet euch, wenn ihr etwas braucht. Ihr wisst, dass ein Dorfbrunner hilft, wenn ein anderer Dorfbrunner die Hilfe braucht. Macht’s gut!” So jovial, wie er bei der Ankunft die Hand gegeben hatte, gab er sie zum Abschied. Er setzte sich ins Auto, winkte den Herumstehenden mit lockerer Hand, kniepte Anna Friederike mit dem rechten Auge zu und ließ sich zur Standortkommandantur Ost zurückfahren.

Eckart schob die Torflügel der Ausfahrt zu und legte die Eisenstange quer ein. Dann eilte er mit den anderen zum Holzhäuschen, um Klaus und Heinz aus dem Verschlag zu befreien. Nachdem er die Nägel aus den Brettern gezogen hatte, die quer über der Tür angenagelt waren, drückten Klaus und Heinz die Tür von innen auf. Sie waren erleichtert, den Blitzbesuch unbemerkt überstanden zu haben und die anderen in gelockerter Stimmung anzutreffen. Sie gingen in die warme Küche, aus der ein köstlicher Duft entgegenkam. Bäuerin Dorfbrunner setzte den Wasserkessel über das Herdfeuer und brühte zur Freude aller noch einmal richtigen Bohnenkaffee auf. “Man muss die Beziehungen haben, dann gibt es richtigen Kaffee, den es auf Marken nicht gibt”, sagte sie und bereitete das Abendbrot vor.

“Das bleibt eine fesselnde Geschichte fürs Leben. Und wieviele hätten solche und ähnliche Geschichten zu erzählen”, sagte Heinz Töpfer mit nachdenklichem Gesicht.

“Am nächsten Morgen”, setzte ich die Geschichte fort, “brachte Eckart Dorfbrunner Anna Friederike in die Stadt, wo er sie mit ihrer Tasche vor der kleinen Frauenklinik am Albertplatz 14 absetzte. Luise Agnes und Eckhard Hieronymus waren mitgekommen. Sie verabschiedeten sich am Tor der Klinik und wünschten der Tochter einen guten Beginn. Sie winkte den Eltern auf dem fahrenden Wagen hinterher. Dann ging sie durch die schmale Einfahrt, nahm die Stufen zum Eingang und verschwand im Haus. Luise Agnes soll ihre Zufriedenheit darüber ausgedrückt haben, dass wenigstens einer aus der Familie Arbeit gefunden hat.”

Am 13. und 14. Februar 1945 stand Dresden in Flammen. Rot glühte das Inferno am Himmel in die Oberlausitz hinein. Dunkle Rauchwolken mit dem süßlichen Fleischgeruch drückte der Westwind über fünfzig Kilometer weit nach Osten. Es waren die todbringenden Tausendgeschwader, die sich in zwei Wellen über dem wehrlosen ‘Florenz an der Elbe’ entluden. Erst wurde gesprengt, dann wurde mit Phosphorbomben verbrannt. Zerhackt und verglüht lag die mit schlesischen Flüchtlingen vollgestopfte Stadt am zweiten Tag in Schutt und Asche, als der Krieg schon entschieden war. Mehrere Tage züngelten Flammen aus Dächern, Türen und Fenstern. Dachstühle und Ruinen rauchten sich zu Ende, bis sie endgültig verbrannten und die oberen Stockwerke in die unteren einbrachen und mit den geborstenen Wänden nach innen oder aussen stürzten. Hunderttausende von Leichen wurden zusammengekarrt und zu riesigen Leichenbergen aufgeworfen. Sie wurden auf trümmer- und scherbenüberschütteten Plätzen und Straßen verbrannt, um der Verseuchung des Trinkwassers vorzubeugen. Es war wohl das größte Freiluftkrematorium in der Geschichte der Menschheit, das in einer europäischen Stadt über Wochen in Betrieb gehalten wurde. Es brannte und rauchte in allen Bezirken. Es qualmte an allen Ecken und Enden. Es stank entsetzlich, und die Menschen hatten sich feuchte Tücher und Schals über Mund und Nase gebunden. Der Leichengeruch war penetrant, er drang durch Löcher und Ritzen und noch mehr durch zersplitterte Fenster und Türen; er kam von oben und kam von unten, drang in die Küchen und in Bettbezüge und an die Esstische der noch bewohnbaren Etagen. Dieser Geruch ging durch die Kleidung und klebte hartnäckig an der Haut der Überlebenden.

Nachdem die Leichenberge niedergebrannt waren, wurde die Asche auf Lastwagen aus der Stadt gefahren und abgekippt. Das flammende Höllenmeer, in dem Dresden verbrannte und erstickte, kam dem Kriegsende um nur wenige Wochen zuvor. Ob es nötig war?, fragten sich die Menschen. In der Antwort waren sie sich einig: Nein!, es war nicht nötig; es war barbarischer Mord. Unter den Toten waren Mutter Dorfbrunner, ihr Sohn Friedrich Joachim, der Bruder von Eckhard Hieronymus, und Onkel Alfred, der Bruder der Mutter. Auch ihre Leichen wurden verbrannt und ihre Asche auf Lastwagen geschaufelt. Eckhard Hieronymus, Luise Agnes und Anna Friederike weinten, weil sie an ein Wiedersehen geglaubt hatten. Nun waren sie bestürzt, dass das Höllenfeuer die geliebte Mutter und Oma wie die vielen anderen Menschen auf so grausame Weise getötet hat. Der sehnlichste Wunsch nach einem Wiedersehen verglimmte wie ein Fetzen Papier. Untröstlich blieb ihr Tod ohne Begräbnis.

“Haben Sie das auch gesehen?”, fragte Heinz Töpfer, und erzählte die Geschichte eines kalten Morgens im April. “Über Nacht hatte es geschneit. Ein Zug abgemagerter Häftlinge in blauweiß gestreiften Jacken und Hosen mit zerrissenem Schuhwerk, in denen die Füße ohne Socken oder mit Fußlappen umwickelt waren, zog durch die Bahnhofstraße. Einige hinkten, und ihre Füße schlürften. Ihre Köpfe waren geschoren, und ihre Augen waren eingefallen. Ihre Blicke waren starr und hoffnungslos. Der Zug, der von SS-Männern mit umgehängten Karabinern begleitet wurde, führte einen großen Leiterwagen mit, der von Häftlingen gezogen und geschoben wurde, auf dem jene gefahren wurden, die nicht mehr laufen konnten und da oben zusammengefallen und leblos saßen. Der Zug ging zur Stadtmitte und vom Kornmarkt weiter Richtung Spreebrücke und Stadtausgang. Das Schicksal war diesen Menschen gewiss, die mit einem menschlichen Erbarmen nicht rechneten. Das war wenige Wochen vor dem Ende des Krieges. Die Menschen, die es sahen, traf das Entsetzen. Sie fragten sich, wie so etwas möglich war und möglich sein konnte, und fürchteten die Revanche der Russen, die nicht mehr weit weg waren.”

Beiden war es bekannt, und Heinz Töpfer war einer von ihnen: Männer zwischen 18 und 50 wurden zum Volkssturm eingezogen. Sie sollten den Bolschewismus mit der Panzerfaust oder der eigenen, mit Flinte oder Spaten oder Stöcken zum Stehen bringen. Beim Kampf in letzter Minute, der nicht sinnloser sein konnte, aber von der Partei und dem Stadtkommandanten befohlen wurde, verloren viele ihr Leben, unter ihnen auch jene, die den Fronteinsatz mit der Verwundung überlebt hatten. Sie waren schlecht bewaffnet und die meisten von ihnen im Schießen ungeübt. Es war unmöglich die anrollenden Panzer aufzuhalten. Die Männer der letzten Verteidigung, viele in ziviler Kleidung, wurden von den Russen wie umherspringende Hasen “abgeknallt”. Das Ende des Krieges, auf die Minute genau, das erlebten die Menschen mit Angst und Schrecken und der größten Trauer. Viele waren auf der Flucht und erreichten das Ziel, zu den Amerikanern zu kommen, nicht. Frauen fürchteten sich, vergewaltigt zu werden. Sie versteckten sich auf Dachböden, in Kellern und in Schränken.

Mit der russischen Besetzung begann die Jagd auf die Nazis, die über Nacht so gut wie verschwunden waren. Das Verschwinden, als hätte es keinen Nazi gegeben, wollten die russischen Besatzer nicht glauben. “Du Nazi!”, riefen oder schrien sie den Männern auf die Köpfe zu und setzten ihnen die Pistole auf die Brust, wenn ihnen ein deutscher Mann über den Weg lief, oder sie bei der Hausdurchsuchung zwecks Plünderung auf einen trafen. Viele wurden im Brüllkommando “Mitkomm!” aus ihren Häusern gezerrt und von Plätzen und Straßen zur Kommandantur verschleppt und dort unter Androhung von Schlägen und “Sibír!” verhört. Berlin war besetzt, und der Krieg war aus. Die Uhren mochten noch großdeutsch ticken, als die Besatzer schon vor der bedingungslosen Kapitulation auf der Jagd nach den Nazis waren, die nicht alle verschwunden sein konnten, und ihr grausames Exempel statuierten.

Unweit der Stadt, es war im April 1945 im Dorf Niederkaina, trieben russische und polnische Soldaten deutsche Männer im Alter von 18 bis 50 Jahren in eine Scheune und brannten die Scheune nieder. Nun bekamen die Menschen noch mehr Angst, was die Besatzer bezweckten und ihr System der Bespitzelung und Denunziation aufbauten, um erfolgreicher die versteckten Nazis aufzuspüren. Es sei angemerkt, dass sich auch von den Deutschen viele wunderten, wie schnell die ‘Nazidecke’, die bis vor kurzem und über so viele Jahre dick auf den Gesichtern lag, sich verdünnt hatte, ja verflogen war, dass man es selbst von den ‘Eingefleischten’ nicht glauben konnte. Russisch war die Amtssprache der Verhöre und Genehmigungen; russisch war auch die Sprache, in der geplündert und vergewaltigt wurde. Das Deutsch kam nur gebrochen weg. Dolmetscher wurden den Verhören und Verhandlungen beigesetzt, die von russischer Seite oft jüdische Offiziere waren, die vor oder mit Machtantritt des NS-Ungeheuers, als politische Quer- und Andersdenker (Kommunisten, Sozialisten und Sozialdemokraten) emigrierten oder von den Eltern oder noch davor außer Jiddisch etwas Deutsch gelernt hatten. Die Kommandantur zog auch von deutscher Seite Dolmetscher heran; das waren oft Männer, die ihr Russisch an der Front oder als Antifaschisten bei der Ausbildung in Moskau oder an einer sowjetischen Universität erlernt hatten.

Das Haus am Albertplatz hatte einen Granateinschuss abbekommen. Anna Friederike und ihre Freundin Angelika erlebten mit Todesangst den wuchtigen Einschlag und danach den Zeitpunkt ‘0’ in ihrem Dachzimmer, in das sie sich eingeschlossen hatten. Sie hatten es vorher nicht geschafft, auf den Hof nach Pommern zu kommen, weil in östlicher Richtung zu dieser Endzeit nichts mehr ging. Beide wurden in der ersten Besatzungswoche von je zwei Sowjetsoldaten auf dem Dachboden vergewaltigt. Bei Anna Friederike richteten die beiden brutalen Stoßer, die wie Hunnen auf ihr ritten, ein vaginales Blutbad an, weil sie menstruierte. Blutverschmiert steckten sie ihr Gehänge in die Hosen zurück und ließen Anna Friederike in der Blutlache liegen. Die Klinik war außer Betrieb.

Der Arzt war zum Volkssturm eingezogen worden und nicht zurückgekehrt. Ob er noch lebte, niemand wusste es. Mit einem Bus, den ein einflussreicher NS-Mann zur Flucht seiner Frau beschafft hatte, wurde sie als Patientin getarnt mit den richtigen Klinikpatienten, unter denen auch eine Schwangere war, die vor der Entbindung stand, und einer Hebammenschwester Richtung Westen gefahren, um zu den Amerikanern zu kommen. Die Arztfrau fuhr mit ihren drei Söhnen und Gepäck im kleinen DKW dem Bus hinterher. Die Fahrt sollte über Pirna dann durch Böhmisch-Mähren nach Thüringen gehen. Es kam die Nachricht, dass der Bus bei einem Tieffliegerangriff in Pirna getroffen wurde, die Insassen aber in einem Behelfsbunker überlebt hätten. Die Frau des Arztes hatte im nahe gelegenen Bergishübel ein Notentbindungsheim eröffnet, nachdem sie mit ihren Söhnen die Fahrt fortgesetzt, aber hinter Aussig vor den aus Thüringen anrückenden russischen Panzern abgebrochen habe und nach einer Odyssee, zunächst auf offenen Güterwagen, mit dem Zug nach Pirna zurückgekehrt war. Hier, auf den Höhen des waldreichen und idyllischen Elbsandsteingebirges, hatte die Schwangere einen Sohn gesund zur Welt gebracht.

Harte Faustschläge gegen die verschlossene Tür

Eine aufregende Geschichte ereignete sich am Freitag der zweiten Woche sowjetischer Besatzungszeit: Eine Männerfaust schlug hart gegen die verschlossene Tür. “Aufmachen oder schieß!”, rief eine kratzige Stimme im tiefen Bariton. Anna Friederike und ihre Freundin erschraken, fürchteten sie sich doch vor dem Schlimmsten. “Mach du auf, ich habe Angst”, sagte Angelika. Mit einem Tuch um den Kopf und einem alten Kleid, das die Jugend verdecken und die sexuelle Begierde der Soldaten zerstreuen sollte, öffnete Anna Friederike die Tür, erst auf einen Spalt, dann ganz. Vor ihr standen ein hochgewachsener Offizier und sein kurzer Adjutant, der das Gewehr auf sie richtete. “Du arbeiten hier?”, fragte der Offizier. Anna Friederike verstand nicht, was er meinte. “Du Dokter?”, fragte er. Nun verstand sie seine Frage. “Ich bin kein Arzt”, antwortete sie. “Du arbeiten mit kranken Menschen?”, fragte der Offizier. Anna Friederike sagte, dass sie als Schwester hier gearbeitet habe, als die Klinik in Betrieb war.

“Du doch Dokter”, sagte nun mit einem Lächeln der Offizier. Dann sagte er: “Mitkommen! Mann mit viel Blut.” Sie folgte ihm beim Treppenabgang vom Dach- zum Erdgeschoss. Das Schloss an der hohen Flurtür zur Klinik war aufgebrochen. Eine Blutspur lief vom Hauseingang über den Außen- und Innenflur bis in den OP-Raum. Auf dem OP-Tisch lag ein junger Soldat mit blutigem Hemd und blutverschmierter Uniformhose. Ein anderer Soldat hielt ihm den rechten Arm gestreckt nach oben, der mit einem Handtuch umwickelt war. Das Tuch war blutdurchtränkt, von dem das Blut auf den Boden tropfte. Drei weitere Soldaten standen im OP herum und schauten die Geräte an und besonders intensiv in den Instrumentenschrank, der nicht verschlossen war. “Du helfen Soldat!”, sagte der Offizier.

Anna Friederike behielt die Ruhe und begann, mit dem ihr gestellten Problem über sich hinauszuwachsen: “Lass sehen!” Der Offizier übersetzte es ins Russisch, und der Soldat wickelte das blutige Tuch vom Arm, das als Staubinde um den Oberarm fest angezogen war. Anna Friederike sah die Wunde an der Beugeseite des Unterarms, aus der es blutete, aber nicht im Pulsschlag spritzte. Sie hielt die Blutung für eine venöse und nicht für eine arterielle. Der Erfolg trat augenblicklich ein: die Wunde am Unterarm hörte auf zu bluten. Offizier und Soldaten machten große Augen. Der Offizier klopfte ihr auf die Schulter und sagte: “Nemjétskij [deutscher] Dokter, gut Dokter.” Sie legte eine trockene Kompresse auf und zeigte dem armhaltenden Soldaten, wie er mit der freien Hand die Kompresse auf die Wunde zu drücken hatte. Der tat es wie befohlen. Anna Friederike holte aus dem Instrumentenschrank Pinzette, Schere, Nadel, Nadelhalter und Nahtmaterial, legte sie in die Nierenschale und schob die Schale in den Sterilisator. Mit Wodka, den der Offizier aus der mitgebrachten Flasche in eine kleine Metallschale goss, säuberte sie die Wunde. Dann betäubte sie mit Spritze und Nadel das Wundgebiet, deckte den Arm mit einem sterilen Tuch ab, das noch abgepackt war, und wartete auf dem Hocker sitzend die Zeit ab, die die Instrumente zum Sterilisieren brauchten. Um sie herum standen Offizier und Soldaten, die von ihrer Kenntnis und dem Können angetan und verstummt waren. “Du machen viel Operation?”, fragte der Offizier in einem Deutsch, das sie dem an Österreich angrenzenden Balkan zuordnete. “Ich bin Krankenschwester und kein Arzt”, sagte sie. “Du Nemjétskij Dokter, gut Dokter”, beharrte der Offizier. Sie holte die Nierenschale mit den Instrumenten aus dem Sterilisator, stellte die Schale auf den abgedeckten Instumententisch, zog sich die Handschuhe über, klemmte in der Wunde die blutende Vene ab, unterband sie und vernähte die Haut. Sie legte den Verband an und wickelte eine Binde um den Unterarm. “Ótschen karoschó!” [sehr gut!], kommentierte der Offizier die Leistung des “Doktors”.

“Der Mann braucht noch die Tetanusspritze”, ordnete sie an. “Du von mir hören”, sagte der Offizier und verschwand mit dem Patienten, der ein “Ótschen spassíbo!” [vielen Dank!] sagte, und den anderen Soldaten und fuhr im offenen Jeep davon. Anna Friederike wusch die Instrumente, die Nierenschale und die kleine Schale, aus der sie den restlichen Wodka ins Becken goss, trocknete Instrumente und Schalen mit einem kleinen, weißen Tuch und räumte sie in den Glasschrank zurück. Dann warf sie die verschmierten Tücher ins wassergefüllte Becken, säuberte den OP-Tisch und den Boden, wischte die Blutspur von den Fluren und Stufen der Außentreppe, schloss die Tür des OP-Raumes und den Flügel der hohen Flurtür zur Klinik, an dem das Schloss aufgebrochen war. Sie ging in ihr Zimmer zurück, in dem Angelika auf sie wartete, und erzählte ihr die Geschichte der getätigten Wundchirurgie von Anfang bis Ende.

“Ich hatte einen Bammel”, sagte Anna Friederike, “denn das habe ich noch nie gemacht.” “Aber zugesehen hast du doch, wenn der Arzt eine Wunde vernähte”, meinte Angelika. Anna Friederike: “Ja, das habe ich; aber selber machen, das ist etwas ganz anderes. Doch dann, als ich erkannte, dass es keine spritzende, sondern eine venöse Blutung war, die zum Stehen kam, als der Soldat das zur Staubinde zusammengerollte Tuch entfernte, das um den Oberarm fest angezogen war, da war ich sogar stolz auf mich. Der Notfall weckt eine Intelligenz, von der man vorher nichts weiß. Der Offizier klopfte mir auf die Schulter und sagte: ‘Nemjétskij Dokter, gut Dokter’. Weißt Du, was ‘Nemjétskij’ heißt?”, fragte Angelika. “Nein, das weiß ich nicht. Das Russisch müssen wir noch lernen. Da stehen wir vor dem Anfang”, sagte sie. Anna Friederike meinte nach dem unerwarteten Erfolg, dass der Beruf des Chirurgen ein schöner Beruf sei, weil man dem Patienten wirklich helfen kann, wenn man als Arzt das Wissen hat und das Problem erkennt. “Natürlich sind geschickte Hände vonnöten, um dann das Problem auch zu lösen”, ergänzte Angelika. Sie vertünde nun, warum Paul Gerhard, ihr verschollener Bruder, Chirurg werden wollte. Er hatte das Herz für den leidenden Menschen und hatte die Intelligenz und manuelle Geschicklichkeit für diesen Beruf gehabt, sagte Anna Friederike.