6,49 €
In seinem ersten veröffentlichten Buch nimmt sich der Autor der Lebensgeschichte eines jungen Afrikaners an, den er seit Anfang 2015 begleitet. Der damals noch minderjährige Äthiopier reist nach einer schwierigen Kindheit & einem Leben auf der Straße nach einer zufälligen Begegnung in Deutschland ein & stellt einen Asylantrag. Der Autor schildert in Ausschnitten die harten Erlebnisse des jungen Berry in seinem Heimatland. Weiter zeigt er auf, wie schwer die ersten Schritte für einen Flüchtigen sind & welch mühevolle Zeit es zunächst durchzustehen gilt. Gepaart ist dies mit Zeichnungen des jungen Mannes, der in einem Atelier zu zeichnen beginnt. Die Bilder sind Berrys einziger Weg, seinen Gefühlen Ausdruck verleihen zu können.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 35
Veröffentlichungsjahr: 2018
Dieses Buch widme ich allen flüchtigen Menschen, die sich in ihrem jetzigen Umfeld nicht verstanden fühlen und nicht verstanden wissen. All jenen, die ihre alte Heimat verloren und ihre neue noch nicht gefunden haben. Und diesen, die sich integrieren wollen, stattdessen aber segregiert werden.
Stellvertretend für all diese widme ich es dem jungen Mann, der die in diesem Buch abgedruckten Bilder gemalt und ihnen mit seinen Gefühlen Ausdruck verliehen hat: Berry.
Mein Dank gilt meiner über alles geliebten Frau Ivonne, die mich in diesem Vorhaben sehr ermutigte und unterstützte. Sie hakte immer wieder dann nach, wenn dieses Projekt einzuschlummern drohte.
Weiter meiner Cousine Melanie, die hier in einer für sie zeitlich herausfordernden Zeit als Lektorin fungierte.
Der Motor für dieses Buch ist meine Leidenschaft, junge Menschen verstehen und diesen helfen zu wollen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. In meiner nun fast 25-jährigen Tätigkeit im ehren- und hauptamtlichen Bereich der Diakonie, Kirche und Politik sind mir schon so manche begegnet, die ihn noch nicht gefunden haben :-).
In Anbetracht der Flüchtlingswelle der letzten Jahre nahm dies auch Einzug und Einfluss in das pädagogische Arbeitsfeld. So ereilte mich eines Tages die Anfrage, einen jungen minderjährigen Ausländer zu begleiten. Diese für mich neue Herausforderung nahm ich damals gerne, aber auch sehr angespannt und gespannt an.
Dieses Buch soll einen kleinen Beitrag dazu leisten, einen Flüchtigen besser verstehen zu können.
Nichts liegt näher, als dass dies mit dem eigenen Leben eines Betroffenen umschrieben ist.
Der junge flüchtige Berry hat das Talent, sein Leben in Bildern auszudrücken und anhand dieser über sein bisheriges Leben zu sprechen. Ihn direkt mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren, machte für mich nach den ersten Kontakten keinen Sinn.
Er, wie auch noch so viele andere Flüchtlinge, haben eine posttraumatische Störung: Ein oder mehrere schlimme Erlebnisse brannten sich so fest, dass dies bis heute massive Auswirkungen auf das Leben hat und wohl auch immer haben wird. Viele versuchen, all diese Geschehnisse zu verdrängen oder auszublenden, und können erst nach Jahren über diese reden.
Vielleicht hilft Ihnen das nun Folgende, sich ein wenig in deren Lage hineinversetzen zu können?
Die Erzählungen unterliegen Berrys Sichtweise und meiner subjektiven Aufnahme von alledem, gepaart mit diversen Erlebnissen, die ich selbst auf Reisen in Afrika sammeln konnte.
Jens kenne ich von einer gemeinsamen kommunalpolitischen Wählervereinigung in Karlsruhe.
Zwei Dinge gefallen mir an ihm und sind auffällig: Er bleibt nicht am Oberflächlichen hängen und schürft tiefer. Dabei kann ich ihm eine gewisse Hartnäckigkeit attestieren und er findet erst Ruhe, wenn er die Dinge von innen her schauen kann und sie ein Bild ergeben und zusammenpassen. Dieser dahinter schauende Blick kommt in diesem Buch auch sehr schön zum Ausdruck, indem er die Geschichte des jungen Mannes zu verstehen sucht. Nur nicht in dem ersten Urteil hängen bleiben, sondern
Verstehen wollen ist sein Anspruch. So merkt man bei dem
Autor, dass er auf der Suche nach dem Verstehen wollen auch selber verändert wird. Hier wird die oft geforderte professionelle Distanz eines Sozialpädagogen notwendigerweise aufgehoben.
Ein Mensch begegnet einem Menschen.
Die zweite Ebene von Jens: Er ist leidenschaftlich für Menschen. Beruflich bekommt er es immer wieder mit jungen Menschen mit schwieriger Biographie zu tun.
Das erfordert von ihm auf der einen Seite ein sehr konsequentes Grenzen setzen und auf der anderen Seite eine Bejahung. Leidenschaftlich sein, barmherzig sein und trotzdem auch harte Entscheidungen treffen, die den jungen Leuten oft gar nicht behagen und doch notwendig sind. Im Buch kann man genau diese beiden Seiten von ihm erkennen. „Werde ich ausgenutzt, ist das ein Wirtschaftsflüchtling?“, fragt sich Jens. Auf der anderen Seite kommen seine Leidenschaft und sein Herz durch, indem er den seinen anvertrauten unbegleiteten minderjährigen Ausländer (umA) mit seinen Menschen liebenden Augen betrachtet. Großartig ist, dass diese beiden Betrachtungsweisen am Ende zusammenfließen und die Ausgangsfrage gar keine Rolle mehr spielt.
Ein schönes und berührendes Buch. Für Kopf und Herz.
Ich wünsche dem Buch einen guten Erfolg und dem Leser neue Blickweisen auf Menschen, die zu uns in eine für sie fremde Kultur kommen.
Friedemann Kalmbach, Karlsruhe, Stadtrat und Leiter der Nehemia-Initiative
Mit der Zerrissenheit im Blick auf und im Umgang mit Flüchtlingen bin ich in meinem unmittelbaren Umfeld des Öfteren konfrontiert:
