Auf Schlittschuhen ins Glück - Christine Stutz - E-Book

Auf Schlittschuhen ins Glück E-Book

Christine Stutz

5,0

Beschreibung

Samantha Schneider ist 19 Jahre alt, als sie mit ihrem Partner Niklas Sanders die Goldmedaille im Eiskunstlauf gewinnt. Sie liebt Nick seit langen und noch in dieser Nacht wird sie seine Geliebte. Obwohl Nick verheiratet ist. Doch Nick verspricht ihr, sich umgehend scheiden zu lassen. Samantha vertraut Nick. Doch das ist ein Fehler. denn Nicks Ehefrau sucht Samantha auf und fordert sie auf, zu verschwinden und ihren Mann in Ruhe zu lassen. Tief gekränkt läuft Samantha davon, nicht wissend, dass Nicks Ehefrau gelogen hat und Nick sich wirklich scheiden lassen will, um sie zu heiraten! Sieben Jahre sind vergangen. Samantha ist inzwischen Mutter eines niedlichen Zwillingspaares und lebt in ärmlichen Verhältnissen, als Nick sie endlich wiederfindet. Samantha ist verletzt und misstrauisch. Sie vertraut Nick nicht mehr. Nick setzt alles daran, Samantha von seiner Liebe zu überzeugen. Denn er liebt nicht nur sie, sondern auch ihre Kinder. Was er nicht weiß, es sind auch seine Kinder. Etwas, dass Samantha ihn auf keinen Fall verraten will. Zu groß ist ihre Angst, er könne ihr die kinder wegnehmen.

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Seitenzahl: 87

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Auf Schlittschuhen ins Glück

TitelseiteProlog1 KapitelTitelTitel - 14 Kapitel5 KapitelImpressum

Auf Schlittschuhen

Ins Glück

Prolog

Samantha nahm die Zeitung und schlug vorsichtig die zweite Seite auf. Dort sah sie sofort das Bild des Mannes, den sie seit sieben Jahren zu vergessen suchte. „Ach Nick“ flüsterte sie leise. Vorsichtig sah sie sich um. Niemand war hier. Liebevoll strich sie über das Foto und griff dann nach einer Schere, um den Bericht auszuschneiden. Sie würde ihn, wie jeden anderen Bericht von Niklas Sanders, in ihr Album kleben. Ein Album für ihre Kinder, denn sie hatten ein Anrecht darauf, irgendwann die Wahrheit zu erfahren. Lauschend hob Samantha ihren Kopf.

Dort unten, in der großen Eishalle, konnte sie ihre Kinder lachen hören. Beide flitzten über das Eis und drehten lachend ihre Pirouetten. Beide waren sie so talentiert. Sie bekamen keinen Unterricht, das konnte Samantha sich nicht leisten. Alles, was sie konnten, hatten beide sich selbst beigebracht. Sie sahen eine Figur und schon konnten sie sie nachfahren. Oft ohne wochenlanges Üben. Ja, beide Kinder waren sehr talentiert. Was auch kein Wunder war, wenn man bedachte, wer ihre Eltern waren.

Samantha schluckte schwer. Einen Moment konnte sie sich gönnen, einen winzigen Moment ausruhen. Erschöpft ließ sie sich in Joels alten Bürostuhl fallen und schloss ihre Augen. Wieder überkamen sie ihre Erinnerungen an die wunderschöne Zeit damals..

eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee

19 Jahre alt war sie damals gewesen. Ganze 19 Jahre.

Sie war an der starken Hand von Nick übers Eis geschwebt, hatte getanzt und war gesprungen, wie nie zuvor in ihrem Leben. Sie hatte sich wie in einem Traum gefühlt. So als sei sie Bell und Nick der verzauberte Prinz. Es hatte in diesem Augenblick nur sie und Nick auf der Welt gegeben. Nichts hatte diesen magischen Moment zerstören können. Nick hatte sie sicher gefangen und gehoben, Samanthas Vertrauen zu Nick war grenzenlos gewesen. In diesem Augenblick konnte sie fliegen.

Dann endete die Musik, ihr Tanz, und es war sekundenlang still in der großen Olympia- Eis-Halle gewesen, bis brausender Applaus erscholl. Ein riesiges Blumenmeer auf der Eisfläche ließ Samantha erröten. Verlegen hatte sie sich an ihren Partner gepresst, sich dort sicher und geborgen gefühlt.

Gespannt hatten sie beide dann, zusammen mit Nicks Vater an der Bande gestanden und auf die Finale Wertung gewartet. Endlich kam das Ergebnis. Samantha hatte die Luft angehalten.

Dann war klar. Sie, Samantha Schneider und Niklas Sanders waren Olympiasieger im Eis- Paarlauf geworden. Sie beide hatten Gold geholt!

„Ich liebe dich“ hatte Nick damals gerufen. Außer sich vor Freude hatte Nick sie gegriffen und leidenschaftlich geküsst. Ein Fotograf hatte in diesem Moment ein Foto gemacht, welches mit dem Titel “Der Goldkuss“ um die Welt ging.

Der Tag war ausgefüllt gewesen mit Interwies und Feiern. Jeder wollte das Gold Paar sprechen, Fotos machen, sich mit ihnen sehen lassen. Dann die Siegerehrung. Nick hatte ihre zitternde Hand gehalten, als man ihr die Medaille umgehängt hatte. Erst spät abends hatte Nick sie zu ihrem Zimmer gebracht. „Entschuldige den Kuss“ hatte er leise zu ihr gesagt. „Welchen meinst du. Den von vorhin?“ hatte sie ihn lächelnd gefragt. „Nein, den, der jetzt kommt“ war seine Antwort gewesen. Dann hatte er seine Lippen auf ihren Mund gelegt und sie hingebungsvoll geküsst. Fast widerwillig hatte er sich von ihr gelöst und auf sie herabgeschaut. „Geh lieber schnell ins Bett, kleine Samantha. Schlaf gut“ hatte er gesagt und hatte sie verwirrt stehen lassen. Sie hatte nicht verstanden, warum nick so schnell gegangen war. Samantha war in ihr Zimmer gegangen und hatte sich vor den Spiegel gestellt. Es war völliger Wahnsinn, was hier vor sich ging. Es durfte nicht so weitergehen. Nick war verheiratet, auch wenn seine Ehe nicht besonders gut lief, es änderte nichts an der Tatsache, dass er der Mann von Carry war. Nick war verheiratet und daran änderte sie nichts. Der Mann war jetzt, durch den Sieg glücklich und stolz auf sie, mehr nicht. Aus, Ende, Schluss.

Lange hatte Samantha vor dem Spiegel gestanden und ihr schmales Gesicht betrachtet. Ihre blauen Augen, etwas zu groß für ihr schmales Gesicht. Ihre langen, blonden Haare, die immer noch hochgesteckt waren. Ihre Lippen, immer noch etwas geschwollen von dem intensiven Kuss eben. Dann hatte sie einen Entschluss gefasst. Sie hatte eine Flasche Sekt aus dem Schrank genommen, zwei Gläser gegriffen und war den Flur entlang zu Nicks Zimmer geschlichen, vorbei an Max Sanders Zimmer. Zum Glück schlief Nicks Vater bereits. Der Mann, der auf Samantha aufpasste, hätte sie garantiert aufgehalten.

„Nick? Bist du noch wach? Mach auf, ich kann nicht schlafen“ hatte sie damals geflüstert und leise an seine Tür geklopft. Noch heute musste Samantha grinsen, als sie daran dachte, wie erstaunt Nick die Tür geöffnet hatte und sie in sein Zimmer geschlichen war. Nick hatte ihr die Flasche und die Gläser aus der Hand genommen, beiseitegestellt und sie hochgehoben. Durch das Wohnzimmer in sein Schlafzimmer.

eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee

Samantha öffnete ihre müden Augen und seufzte. Das alles lag so unendlich lange zurück. Irgendwo in einer anderen Welt. In einer anderen Zeit. Genug geträumt. Zeit aufzuwachen und sich der Realität zu stellen. Jetzt hatte sie zwei wundervolle, liebenswerte Kinder, die jedes Recht hatten, irgendwann die ganze Wahrheit zu erfahren. Irgendwann würde sie ihren Kindern alles erzählen. Die Wahrheit über ihre Mutter, ihren Vater und ihre Herkunft. Ihre Kinder sollten wissen, wie sehr ihre Mutter sie liebte.

Widerwillig erhob sie sich und nahm ihren Putzeimer wieder auf. Die Arbeit wartete.

Die Toiletten mussten noch gewischt werden.

1 Kapitel

Der kleine, ältere, Mann atmete tief ein und dankte dem Herrn, als er die große Männergestalt oben auf dem Podium der Eiskunsthalle stehen sah. Endlich war er hier. Der Mann war seinem Ruf also gefolgt. Welch ein Glück. Genau auf ihn hatte er gewartet. Alle seine Gebete waren erhört worden.

Er hatte dafür zwar ein heiliges Versprechen gebrochen, aber es war für einen guten Zweck. Das hoffte er wenigstens. Er wusste, Samantha würde es ihm irgendwann danken. Trotzdem hatte es wehgetan, seine Freundin zu verraten.

Der Mann lief gutgelaunt zur Treppe. In Windeseile nahm er zwei Stufen auf einmal. Jetzt musste er sich beeilen, damit der Mann nicht wieder unverrichteter Dinge verschwand.

Völlig außer Atem stand er vor dem Mann und versuchte, ein unbeteiligtes Gesicht zu machen. Der Mann durfte nicht wissen, dass er es gewesen war, der ihn hergerufen hatte. „Hallo, Nick, habe ich doch richtig gesehen! Was führt dich denn zu uns hier in unsere kleine Stadt?“ Joel reichte dem großen Mann vor sich die Hand und grinste, als er daran dachte, wie lange er diesen sympathischen Mann schon kannte. Eine gefühlte Ewigkeit, dachte Joel still.

Damals, während der Olympiade, war er dessen Betreuer gewesen. Das Mädchen für alles. Er hatte Nick und Samantha durch die Stadt gefahren, für ihr tägliches Wohl gesorgt. Hatte für ihre Privatsphäre gesorgt, die Reporter verscheucht. Und sie alle beide waren stets nett und dankbar gewesen. Nie war ein böses Wort von einer der Beiden gekommen. Selten hatte Joel nettere Menschen getroffen. Traurig, wie alles gekommen war. Vielleicht konnte er das heute ändern.

Der Angesprochene Mann grinste schief und legte seinen Kopf in den Nacken, um seine verspannten Muskeln zu lockern. Der Flug war anstrengend gewesen. Er hoffte es hatte sich gelohnt und er kam nicht wieder umsonst. Nick seufzte leicht müde. Er schloss kurz seine Augen, dann sah er auf den kleinen Mann vor sich. Joel wartete gespannt, was kommen würde. Doch eigentlich wusste er es bereits.

„Ich habe Erkundigungen eingeholt. Wieder mal, mein Lieblings- Zeitvertreib. Ein anonymer Anrufer, der seinen Namen nicht nennen wollte, sagte, ich würde hier finden, was ich schon seit sieben langen Jahren suche.“ Sagte der Mann schwer. Jetzt drehte sich Nick zum Fenster der Aussichtsform und zwinkerte in das künstliche Licht unter ihm. Eine Eisfläche. Jahrelang seine Heimat, sein Leben. Was für eine schöne Zeit damals.

Zwei kleine Kinder, Nick schätzte sie auf höchstens 6 Jahre, flitzten übers Eis. Ihre Kufen berührten kaum das Eis, so schnell fuhren sie. Wahnsinn, wie gut beide Schlittschuhlaufen konnten., dachte Nick. Wahre Naturtalente, wie es schien. Beide Kinder könnten eine große Karriere vor sich haben. Wieder musste Nick an seine Kindheit denken. Wie sein Vater Nicks Talent entdeckt und gefördert hatte. Ohne Zwang, mit viel Liebe war aus ihm ein großartiger Schlittschuhläufer geworden.

Die Kinder lachten und riefen sich lustige Worte zu, dann trafen sie sich in der Mitte der Kunsteisfläche. Sie fassten sich an den Händen und fuhren eine wunderbare Choreografie. Ein Stück aus dem Nussknacker. Nick kannte die Passage auswendig. Nick starrte auf die Kinder, unfähig, sich zu bewegen. Unglaublich, das war nicht von dieser Welt, dachte Nick verblüfft. Er hatte Angst, dass, was er dort unten sah, würde sich in Luft auflösen, wenn er auch nur kurz die Augen schloss. Zwei kleine Kinder fuhren eine abgewandelte Art seiner Gold Kür von damals! Woher konnten die Kinder so gut laufen? Nick musste es herausfinden, unbedingt. Fast hatte er seine eigentliche Aufgabe hier darüber vergessen.

„Das sind Luke und Lea. Unsere Stars auf dem Eis hier. Jeder hier liebt die Kinder und kann sich nicht sattsehen, wenn sie fahren. Ich sollte Eintrittsgeld dafür verlangen.“ Joel lachte leise. „ Beide sind gerade zur Schule gekommen. Sie kommen immer mit ihrer Mutter her, die nach Ladenschluss hier sauber macht. Ich habe ihnen erlaubt, dann das Eis zu nutzen. Sie fahren jetzt seit drei Jahren, großartig nicht?“ Joel klopfte dem großen Mann auf die Schulter und grinste über dessen ungläubiges Gesicht.

„Großartig? Das trifft es nicht annähernd!“ Nick schüttelte seinen Kopf. „Sie sind fantastisch. Naturtalente! Ihnen steht eine große Karriere bevor. Das weiß ich jetzt schon. Ich muss sie kennenlernen.“ Nick drehte sich zu Joel um und sah ihn bittend an. „Ihnen steht wirklich eine große Zukunft bevor.“ Wiederholte Nick sich verblüfft. „Du sagtest, ihre Mutter würde hier sauber machen?“ fragte er seinen Freund schwer.

„Warte einen Augenblick, ich will sehen, wo ich die Mutter finde.“ Sagte Joel schmunzelnd. Er ging und machte die Tür zum Podium betont langsam zu. Jetzt hatte er alle Zeit der Welt. Nick Sanders hatte den Köder geschluckt und angebissen. Besser hätte es nicht laufen können, dachte Joel zufrieden. Auch, wenn er damit eine gute Reinigungskraft verlieren würde. Er setzte sich auf die obere Treppenstufe und zählte das Muster an der Wand. Nun konnte er den Dingen ihren Lauf lassen.

Nick stand am Fenster und sah auf die lachenden Kinder, die einen Sprung nach dem anderen machten, sich gegenseitig anfeuerten und versuchten, sich zu übertreffen. Solche Naturtalente hatte er nie zuvor gesehen. Nicht einmal er war mit sechs Jahren schon so weit gewesen. Und er hatte nur die besten Lehrer gehabt! Die beiden Kleinen unterrichtete niemand! Was konnte aus den beiden werden, wenn sich sein Vater sich ihrer Annehmen würde.

„Mami, komm, zeig uns deine Gold Kür, bitte. Wir helfen dir auch beim Fegen“ hörte Nick eine fröhliche Kinderstimme rufen. Sein Kopf schoss neugierig hoch. Gold- Kür? Was hatte das zu bedeuten!

Das kleine Mädchen lief flink übers Eis und blieb vor einer jungen Frau im Schatten der Halle stehen. „Bitte Mami, ich sehe dich so gerne laufen.“ Bittend hob sie ihre Arme und umschlang die gertenschlanke Frau. Diese lächelte nun, zeigte auf die Schlittschuhe an ihren Füßen und betrat das Eis. Nick stockte der Atem.