Befreiung aus dem Kokon - Günter Skwara - E-Book

Befreiung aus dem Kokon E-Book

Günter Skwara

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Beschreibung

Befreiung aus dem Kokon Nachdem Gunar nur einer von vielen, vielen meiner Wiedergeburten ist, habe ich beschlossen ihn/mich als eigenständige Persönlichkeit darzustellen. Dadurch entstand ein gewisser Abstand zwischen ihm, der ich damals war, und mir, im jetzigen Leben. Mit einer Armada von unterschiedlichen Raumschiffen begaben wir uns auf die lange Reise. Unsere Schiffe wurden von einer Rasse verfolgt, die uns Rätsel aufgab. Um diese Rätsel zu lösen stürzte sich BoC, das Sternenschiff, mit uns als seiner Besatzung, in ein gefährliches Abenteuer, das uns allen einiges abverlangte. Wir erlebten am äußersten Rande der Galaxis eine, im wahrsten Sinne des Wortes, emotionsgeladene Hölle. Ohne den freien Geist Everin und ohne BoC, dem unternehmungslustigen Geistigen Wesen, das sich dem biotischen Computer des Schiffes angeschlossen hatte, wären wir ganz sicher hoffnungslos verloren gewesen.

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Seitenzahl: 125

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Inhalt:

Immer wieder, immer öfter erscheinen mir Bildfragmente aus früherem Dasein, unter anderem auch als Gunar von Atalant.

Dieser Gunar entwickelte sich, von einem relativ gut angepassten Bürger des Sternenbundes Kabar zum Druidorix der Druiden des TAO.

Mir liegt aus heutiger Sicht besonders sein Leben als Druide am Herzen. Hier erfährt Gunar nämlich die Wandlung.

Er erkennt sich selbst als Teil eines sehr viel größeren Selbst im Miteinander der Geistigen Wesen.

Nachdem Gunar nur einer von vielen, vielen meiner Wiedergeburten ist, habe ich beschlossen ihn/ mich als eigenständige Persönlichkeit darzustellen. Dadurch entstand ein gewisser Abstand zwischen ihm, der ich damals war, und mir im jetzigen Leben.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 –

Vorwort

Kapitel 2 –

Verfolgungsjagd

Kapitel 3 –

Der Kokon?

Kapitel 4 –

Freiheitskämpfer

Kapitel 5 –

Das Ende der Kokon

Kapitel 6 –

Saatgut

Wir treten in diesen Kokon ein. Er ist alles, nur kein bequemer Hafen, sondern ein schrecklicher Ort. Hier werden Körper aufgelöst. Wesen werden als ein „Nichts“ behandelt. Hier verändert sich der Blick auf die Bedeutung des Lebens.

Vorwort

Gunar, ein Druidorix der Druiden des TAO, erzählt diese Geschichte. Ihm ist das Geschehen so real, als wäre es gestern erst passiert.

Aus seinen Erfahrungen mit Spirituellen Rückführungen weiß er, dass Zeit eine Illusion ist; manche sagen sogar sie sei eine Lüge.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spielen sich nur scheinbar auf einem Zeitstrahl ab. In Wahrheit ist der Lauf von Zeit lediglich die Bewegung von Partikeln oder von Energie oder von Schwingung im Raum. Die Vergangenheit ist aber für den menschlichen Verstand offensichtlich immer noch existent und anscheinend fest gefügt. Sie wirkt sowohl zur flüchtigen Gegenwart herein, die sich ständig wandelt, als auch weiter, zur sich fortwährend aufbauenden, veränderbaren Zukunft. So entsteht eine „Welt der tausend Möglichkeiten“.

Im Rahmen von Spirituellen Rückführungen lässt sich die Vergangenheit bereinigen. Damit ergeben sich tatsächlich mögliche Auswirkungen auf Gegenwart und Zukunft. Diese Spirituellen Rückführungen sind fast wie eine Zeitreise. In deren Ablauf wird offenbar der Lauf von persönlich wahrnehmbarer Geschichte verändert.

Das „Große Spiel" ist in vollem Gange. Wir Atalanter, auf der Erde auch Atlanter genannt, waren nicht so einfach aus dem Felde zu schlagen.

520.488 Atalanter hatten mehr oder weniger freiwillig ihr Planetensystem Atalant verlassen. Als wir den Einflussbereich der Kabarer verließen, verfolgten uns elf Raumschiffe einer uns bis dahin fremden Rasse. Deren Raketenform sahen wir erstmals auf dem Raumhafen der Elite von Kabar.

Verfolgungsjagd

Die bauchigen Raketen, Raumschiffe von fast einem Kilometer Länge, widerstanden all unseren Versuchen sie zu scannen oder in ihr Inneres einzudringen. Beinahe hätte eines von ihnen uns, die Triade der Druidorix, mich Gunar und meine Gefährten Vasilio und Darkon, mit einer Vorrichtung eingefangen, die wir als „Seelensauger“ bezeichneten.

Um dem Geheimnis dieser fremden Rasse auf den Grund zu gehen, entschlossen sich BoC, das Wesen das den biotischen Bordcomputer übernommen hatte, und wir drei Druidorix, uns an die plötzlich abziehenden Schiffe anzuhängen, ihnen zu folgen.

Wir informierten auch unsere Mitstreiter: Erwan, Marmuk, Dessa und Sandura, von diesem Vorhaben. Es war überhaupt keine Frage, ob sie mit von der Partie sein wollten. Nunmehr waren wir sieben und natürlich BoC, also acht, ein schon bisher erfolgreiches, eingeschworenes Team.

So starteten wir durch und folgten den Raketenschiffen, denen wir immer mehr Abstand ließen.

Wir nahmen an, die elf Raketen würden ein Ziel irgendwo in der Galaxis ansteuern. So entsprach es zumindest den Berechnungen des biotischen Computers. BoC meinte jedoch: „Die führen uns oder irgendeinen anderen, auch nur potentiellen Verfolger vorsichtshalber an der Nase herum. Ihr werdet sehen, diese Typen sind gewitzter als die Kabarer.“

Er sollte recht behalten. Im Normalraum sowie im Hyperraum schlugen die Raketen Haken wie total verrückt gewordene Norien (was ungefähr den irdischen Hasen entsprach).

Dank seiner hypersensiblen Ortungssysteme und der vom fiktiven Zeitstrahl weitgehend unabhängigen Para-Sphäre gelang es BoC all diese Manöver zu erkennen und entsprechend zu reagieren.

Wären wir nur mit einem Hyperpulsantrieb ausgestattet gewesen, wären wir schon bald hoffnungslos irgendwo stecken geblieben.

Dennoch durfte auch BoC nicht zu unvorsichtig vorgehen. Das Sternenschiff hielt gebührenden Abstand zu den Fremden, um nicht entdeckt zu werden.

So wechselte unsere Geschwindigkeit zwischen dem Antigravitations- und dem Hyperpulsantrieb sowie dem Para-Sphären-Antrieb. Auch nutzten wir jeglichen Schutz der sich uns bot. BoC manövrierte das Schiff beispielsweise in die unmittelbare Nähe von Sonnen. Er versteckte es ebenso in den Energien von Nebelwolken oder von Raum-Zeit-Anomalien.

Selbstverständlich verfügten wir auch über die schiffseigenen Tarnvorrichtungen. Die Außenhaut des Sternenschiffes war weitgehend undurchdringlich für Scanner der verschiedensten Arten. Auch einer der Energieschirme ließ Scans abprallen.

Besonders geschützt waren wir jedoch durch die Para-Sphäre, die BoC erschaffen konnte.

Diese Para-Energien entsprangen ganz offenbar von dem Geistwesen selbst, beziehungsweise aus der Verbindung zwischen ihm und dem biotischen Computer. Wie BoC erklärte, war er immer noch dabei mit diesen Kräften zu experimentieren. Er gab zu, diese besonders tollen Fähigkeiten überraschten ihn wieder und wieder selbst.

Wir waren jetzt schon fast einen Monat atalantischer Zeitrechnung unterwegs.

Hyperpulsantriebe entwickelten zwar eine enorme Geschwindigkeit, dennoch brauchten auch sie Zeit, für die Bewältigung enormer Entfernungen.

Die Antriebstechnik der Raketenschiffe war erstaunlich. Sie war noch effektiver als die der besten Schiffe von Kabar und damit auch von Atalant. Ohne die Para-Sphäre von BoC hätten wir uns nicht an diese Fremden anhängen können.

Etliche Zwischenstopps verlangsamten unseren Raumflug zudem. Die Fremden ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie manövrierten routiniert, als hätten sie schon öfter diese Wege durch die Galaxis benutzt.

Zu unser aller Überraschung schossen die elf Raketen nach ihrem letzten Manöver geradewegs in die Ferne des Alls hinaus.

Sie verließen die Galaxis auf direktem Wege, mit undefinierbarem Ziel. Dort draußen war nämlich absolut nichts wahrnehmbar. Sogar die „Spürnase“ von BoC versagte kläglich.

„Meine Instrumente zeigen nur den leeren Raum an. Die Schiffe stehen zwar in ständigem Kontakt mit einer imaginären Basis, doch ich kann beim besten Willen nicht erkennen wo sich diese befinden soll.“

„Ich bekomme immer mehr den Eindruck, als hätten wir diese Wesen ganz schön unterschätzt.“, meinte Sandura, die Herzliche. Sie hatte die Fähigkeit ein Feld voller Liebe und Herzlichkeit auszusenden. Damit vermochte sie Freund und/oder Feind gleichermassen zu beeinflussen.

Erwan der Emphat antwortete ihr: „Da hast Du vollkommen recht. Auch als wir uns diesen Wesen fast schon auf Tuchfühlung genähert hatten, konnte ich absolut keine Emotion empfangen. Das gelingt mir sonst mühelos, über wirklich sehr große Entfernungen hinweg.“

„Auch mich haben die Schiffe geblockt.“, meinte Darkon, unser hellsichtiger Druidorix.

Seinen Eindruck beschrieb er so: „Ich hatte das Gefühl, als wären sie von einem Feld umgeben, das jeglichen mentalen Zugriffsversuch spiegelt und zurückwirft.“

„Ganz genau, ein ziemlich weit hinausreichendes Feld. Wie eines meiner Para-Felder, nur auf einer anderen Frequenz. Jedenfalls sollten wir auf der Hut sein. Diese Wesenheiten haben anscheinend einiges auf dem Kasten was uns richtig gefährlich werden könnte.“, BoC warnte völlig zurecht.

Mittlerweile hatten sich die Fremden in die Weite des Alls entfernt, nach außerhalb der Galaxis.

Urplötzlich, ohne irgendeine Vorankündigung, verschluckte die Finsternis alle elf Schiffe.

Wir Atalanter beobachteten per Scan, übertragen auf den Panoramaschirm in der Kuppel des Sternenschiffes, den überraschenden Vorgang. Wir waren ziemlich erstaunt und einige von uns sogar erschrocken. Selbst BoC war anfangs auf seine Art etwas beunruhigt und teilte dies uns auch mit.

Doch wunderbarerweise erhielten wir Unterstützung aus dem Geistigen Kosmos.

Everin, der freie Geist aus der Urzeit ohne Zeit, der uns auch schon einmal bei dem Konflikt mit der Puppen-Elite von Kabar aus der Klemme geholfen hatte, meldete sich unversehens.

Das Wesen aus einer anderen Realität oder eher einer geistig zu nennenden Wirklichkeit machte sich bemerkbar, indem es zuerst BoC einen freundlichen Wink gab.

Vasilio, Darkon und mir erschien Everin so unvermittelt im Geist, dass uns regelrecht der Atem stockte. Doch wir freuten uns über seinen Auftritt.

Wir begrüßten das großartige Geistwesen voller Respekt.

Von nun an wussten wir: Wir waren bei unserer Unternehmung nicht auf uns allein gestellt.

Ein Vertreter der Geistigen Welt stand uns zur Seite. Diese Gewissheit beflügelte.

Wir unterrichteten auch gleich unsere Begleiter, die ebenso begeistert waren.

Unmittelbar darauf gelang es dem Biocomputer punktgenau die letzten Koordinaten der Raketenschiffe zu ermitteln. BoC konnte, als undeutlichen Hinweis, eine Art Riss im Kontinuum feststellen.

Mit einem mächtigen Sprung, der nur mit Hilfe des Para-Antriebs möglich war, durchdrang das Sternenschiff im letzten Moment das Portal, das gerade noch passierbar war.

Wir landeten in einer Art Blase, die vom übrigen Universum abgetrennt schien.

Während sich hinter unserem Schiff die energetische Abschirmung schloss, sahen wir vor uns einen kleinen Sternenhaufen.

Ausschließlich Blaue Riesen, etwa 20 Sonnen ließen sich auf den ersten Scan-Blick ausmachen. Aufgrund der Enge im System, mit höchstens 20 Lichtjahren im Durchmesser, konnten wir nur grob zählen.

„Was ist das denn?“, Marmuk drückte die Verwunderung aller in wenigen Worten aus: „Kann mir mal jemand erklären auf was wir hier gestoßen sind? BoC Du bist doch so überklug. Bring uns mal auf Dein Niveau in punkto Wissen!“

„Freund Marmuk, ich muss passen. Hier geschehen Dinge, die sogar mein Erfahrungspotenzial total sprengen. Diese Fremdlinge sind offensichtlich auch den Puppen weit überlegen.“

„Genau, ohne wichtigen Grund hätte die Elite von Kabar jene Typen nicht auf ihrem geheimen Raumhafen landen lassen.“, Darkon spielte auf unsere Beobachtung während des Aufenthaltes auf der Raumstation der Elitepuppen an.

„Wohin sind die Fremden verschwunden?“, fragte ich: „Die können sich doch nicht in Luft aufgelöst haben!“ „Das ganz sicher nicht.“, BoC fühlte sich offenbar angesprochen: „Luft ist hier eh keine!“

„Ha, ha.“, lachten einige von uns gequält. BoC fuhr unbeirrt fort: „Einer dieser Blauen Riesen bietet den Schiffen sicherlich den Ortungsschutz. Hinter so einem Stern kann man leicht verschwinden, wenn die Lenksysteme schnell genug in eine Umlaufbahn einschwenken können. So ein Manöver gehört sicher schon seit langem zur routinemäßigen Strategie dieser Typen und hat nichts mit uns zu tun.“

Das Sternenschiff bewegte sich im Schutze seiner Energieschilde und der Para-Sphäre in den Sternenhaufen hinein.

BoC scannte den gesamten Raum der Energieblase, soweit dies trotz der heftigen energetischen Störungen möglich war.

Die Blauen Riesen standen nämlich derart dicht, dass ihre ausgestoßenen Energien teilweise regelrecht ineinander flossen.

Die Blauen Riesen sind die größten und massereichsten Sterne im Universum. Während nämlich die Roten Riesen ihre Ausdehnungsgröße erst im Endstadium einer Sternentwicklung erreichen, hat ein Blauer seine Größe bereits im normalen Zustand.

Im Vergleich zu all den masseärmeren Sternen haben diese Sterngiganten eine ungleich höhere Kernreaktionsrate.

Dadurch entwickeln sie eine intensivere visuelle Helligkeit mit blauen Anteilen.

Allerdings beträgt ihre Lebensdauer voraussichtlich nur einen Bruchteil der weiter verbreiteten gelben Sterne. Nach nur einigen zehn Millionen Jahren blähen sich die Blauen Riesen zu Roten Überriesen auf. Schließlich erreichen sie als Endstadium den Zustand einer Supernova.

Die Gelben können bis zu zehn Milliarden Jahre alt werden.

Von den Blauen Riesen werden häufig Röntgenstrahlen emittiert. Deren Sternenwinde werden radiativ getrieben. Dies ist eine Folge des harten Strahlungsdrucks.

In diesem blauen Höllenfeuer ihrer Strahlkraft bewegte sich nun das Sternenschiff der Atalanter.

„Kein Wunder, dass wir die Fremden nicht mehr orten können. Hier versagen sogar die Scanner dieses Schiffes. Ich kann jetzt lediglich die genaue Anzahl der Sterne bestimmen, es sind 22.

Aber sogar das Erkennen unterschiedlicher Größe bereitet mir Probleme, weil sie so dicht beieinander stehen. Eigentlich dürfte es eine dermaßen verdichtete Ansammlung von Blauen Riesen gar nicht geben. Sie müssten längst ineinander verschmolzen oder kollabiert sein.“

BoC konnte uns mit seinen Ausführungen nicht gerade aufmuntern.

Ich versuchte daher zu ergänzen: „Offenbar hat die Stabilität des Gesamt-Systems etwas mit der energetischen Blase zu tun, durch die wir hier eingedrungen sind.“

„So ist es! Das Energiesystem der Blase hat demnach auch eine Wirkung nach innen. Es dient nicht nur dazu, dies hier vor anderen zu verbergen.“

BoC bediente sich gerne einer Ausdrucksweise, die auch Nichtwissenschaftler gut verstanden.

„Die Raketenleute sind wohl mit den gleichen Schwierigkeiten klar gekommen. Wir sollten also auf der Hut sein.“, bemerkte Marmuk.

„Keine Sorge! Ich habe alles unter Kontrolle. Zumindest soweit dies technisch hier möglich ist.“ BoC versuchte beruhigend zu wirken. Dennoch spürte ich die unterschwellige Furcht, die von einigen meiner Begleiter ausging. Lediglich meine Ordensbrüder, die beiden Druidorix, blieben absolut gelassen.

Um meiner Rolle als Kommunikator gerecht zu werden, bemühte ich mich BoC zu unterstützen. Ich ergänzte also: „Lasst uns nach vorne schauen. Mit unserem BoC als Schiffsführer und der Unterstützung durch Everin können wir so gut wie alles erreichen. Dieses Abenteuer ist lediglich eine weitere Herausforderung, der wir einfach nachgehen müssen.“

„Find‘ ich Klasse! Ich liebe Herausforderungen!“, der Sarkasmus in Dessas Stimme war nicht zu überhören. Die Laserfrau war ansonsten eine Kriegerin ohne Furcht und Tadel. Doch sie liebte es nicht, wenn ihr die Möglichkeiten zur direkten Einflussnahme entglitten. Im Unterschied zu Sandura sprühte Dessa im Normalfall geradezu vor Unternehmungslust.

Sandura hatte ihre Gefühle weit weniger im Griff. Ihre Furcht schwappte aus ihr heraus. Wenn ich sie nicht geistig abgeschirmt hätte, wäre ihr übergreifendes Gefühlschaos für uns unangenehm geworden.

Ich umgab die „Herzliche“ mit einem emotional wärmenden Mantel, der ihre aufgewühlte Gefühlswelt dämpfte. Dies half ihr selbst und wirkte auch nach außen hin.

Diese Fähigkeit erwarb ich mir im Laufe meiner langjährigen Ausbildung zum Druidorix. Sie gehörte unter anderem in den Bereich der Befähigungen die mentale Kommunikation ausmachte.

Erwan der Emphat, hätte besonders unter dem Ansturm des Gefühlsausbruchs von Sandura gelitten. Ihm half BoC, indem er ebenfalls ein schützendes Para-Feld um ihn legte.

Das Ergebnis dieses Schutzes konnte jeder deutlich sehen. Erwan schlief nämlich tief und fest, ohne irgendeine Regung.

BoC steuerte das Sternenschiff immer weiter an die Blauen Riesen heran. Glücklicherweise hatte das Schiff einen überaus wirkungsvollen Schutzschirm. Der gehörte zu seiner technischen Ausstattung. So brauchte BoC seine Para-Fähigkeiten nicht unnötig einzusetzen. Schließlich war er noch immer im Experimentiermodus, wie er sich ausdrückte.

„Wir müssen weiter in Richtung des Zentrum des Systems vordringen. Ich kann es zwar nicht mit Sicherheit sagen, aber mir schwant, dass uns dort eine Überraschung bevorsteht.“

„Noch mehr von diesen Überraschungen? Mich überrascht hier langsam gar nichts mehr.“ Ausgerechnet unser hellsichtiger Druidorix Darkon ließ sich zu so einer Aussage hinreißen. Seine besondere Fähigkeit wurden nämlich innerhalb der Energieblase vollständig ausgebremst.

Wir durften miterleben, wie das Schiff sich seinen Weg durch ein blaues Wabern bahnte. Der Panoramabildschirm über unseren Köpfen ließ keine Wünsche offen. Uns bot sich zwar ein bedrohliches aber zugleich wunderschönes Schauspiel.

Mir offenbarte sich zudem die furchtbare Qual, unter der die Sterne im Gefängnis der Energieblase litten. Wenn jemand meint, die Sterne im Universum wären einfach nur Materie, der irrt gewaltig.

Für einen ausgebildeten Kommunikator ist es manchmal eine regelrechte Offenbarung, wenn Sterne singen oder tatsächlich kommunizieren.

Speziell in solchen Momenten gelingt der Gleichklang mit dem Göttlichen TAO. Speziell dafür liebe ich meine lebenslange Ausbildung und die erworbenen Fähigkeiten.

Doch hier musste ich mit anhören, wie die Blauen Riesen vor Schmerzen stöhnten. Die aufgezwungene Enge und damit verbunden die Unfähigkeit zur normalen Entwicklung bereitete den Sternengiganten unsägliche Pein. Ich bat deshalb unseren BoC, auch mir vorübergehend seinen Para-Schutz überzustülpen, zumindest bis ich mich selbst einschwingen und schützen konnte.

Das Sternenschiff drang mit dem Hyperpuls-Antrieb immer weiter in den Pulk an Sternen ein.

Unvermittelt entdeckten wir wieder Raketen. Allerdings waren es jetzt nicht nur elf sondern einige hundert oder tausende.