"Beim Untergang Königsbergs rannte ich um mein Leben" - Horst Naumann - E-Book

"Beim Untergang Königsbergs rannte ich um mein Leben" E-Book

Horst Naumann

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Beschreibung

Wenn eine Welt aus den Fugen gerät: Bericht eines prominenten Zeitzeugens über seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg. In diesem Einzelbeitrag: Horst Naumann.

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Seitenzahl: 20

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© für die Originalausgabe und das eBook: 2015 F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Wolfgang Heinzel

Satz und eBook-Produktion: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, Germering

ISBN 978-3-7766-8230-4

HORST NAUMANN

Horst Naumann(* 17. November 1925 in Dresden), als Theater-, Film- und Fernsehschauspieler gleichermaßen vom Publikum geliebt und von der Kritik als Könner anerkannt, begann seine Kinokarriere schon in den 50er-Jahren in der ehemaligen DDR mit DEFA-Filmen wie »Leuchtfeuer«, »Carola Lamberti – Eine vom Zirkus« sowie »Alter Kahn und junge Liebe«. 1958 übersiedelte er in die Bundesrepublik, wo er vor allem durch seine überzeugende Verkörperung sympathischer Ärzte in 76 Folgen der TV-Serie »Schwarzwaldklinik« und später mit dem »Traumschiff«, auf dem er von 1983 bis 2010 seinen Dienst am Patienten leistete, zu großer Popularität gelangte.

»Beim Untergang Königsbergs rannte ich um mein Leben!«

Als Horst Naumann 1958 die DDR verließ und nach München kam, um hier in seinem Beruf wieder Fuß zu fassen, verabredeten wir uns zu einem ersten Interview. Er nannte mir die Gründe seiner Flucht aus Berlin-Ost. Weil sich sein Vater, bisher Stadtrat in Meißen und Abgeordneter der Länderkammer, aus politischen Gründen in den Westen abgesetzt hatte, war auch sein Sohn Horst, bereits bekannter DEFA-Star, ins Visier der Stasi geraten. Man machte ihm Angebote zur Zusammenarbeit. Er lehnte ab. Drohungen und Erpressungsversuche scheiterten ebenfalls an seiner Haltung. Wenig später wurde sein Vertrag bei der DEFA gekündigt. Auch beim DFF, dem DDR-Fernsehen, gab es plötzlich nichts mehr für ihn zu tun. Was blieb ihm übrig? Die Mauer zwischen Berlin-Ost und Berlin-West war noch nicht gebaut. Horst Naumann fuhr mit der S-Bahn in die Freiheit.

Später erzählte er mir: »Nach meinem Abgang im Osten wurde dort kübelweise Dreck hinter mir hergeschmissen. Es gab da auch eine Karikatur: Naumann auf sinkendem Boot mit Hakenkreuzfahne. Dazu der Text: Naumann hat sich gleich dem Kapitalismus verschrieben, nachdem er immer betrunken vor die Kamera kam und deswegen bei der DEFA nicht mehr beschäftigt werden konnte.«