Clarissa Hyde: Band 98 – Diese Fässer bringen den Tod - Thorsten Roth - E-Book

Clarissa Hyde: Band 98 – Diese Fässer bringen den Tod E-Book

Thorsten Roth

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Beschreibung

Schon zwei Mal zuvor hatte es Clarissa Hyde mit diesen seltsamen gelben Fässern der Firma zu tun gehabt und das immer nur mit viel Mühe überlebt. Eigentlich hätten die Fässer danach längst von der Royal Navy vernichtet worden sein, doch das war leider nicht die ganze Wahrheit.
Die Fässer existierten immer noch und sollten sich dadurch zu einer viel größeren Gefahr entwickeln, als Clarissa Hyde das jemals vermutet hätte. Wieder einmal musste sie in einer kleinen Basis der Royal Navy um ihr Leben kämpfen und sollte dabei zum ersten Mal auf eine ihr völlig neue Dämonenart treffen.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Thorsten Roth

Clarissa Hyde

Band 98

Diese Fässer bringen den Tod

Grusel-Roman

Impressum

Copyright © by Authors/Bärenklau Exklusiv

Cover: © by Steve Mayer nach einem KI-Motiv von Steve Mayer by eedebee, 2025

Lektorat/Korrektorat: Ingemar Goldberger

Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau (OT), Gemeinde Oberkrämer. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang

[email protected] / www. baerenklauexklusiv.de

Die Handlungen dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.

Alle Rechte vorbehalten

Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt bei Bärenklau Exklusiv. Hiermit untersagen wir ausdrücklich die Nutzung unserer Texte nach §44b Urheberrechtsgesetz Absatz 2 Satz 1 und behalten uns dieses Recht selbst vor. 13.07.2023

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Das Buch

Clarissa Hyde

Diese Fässer bringen den Tod

Intro

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Nachwort

Folgende Clarissa Hyde-Bände sind bereits erhältlich oder befinden sich in Vorbereitung

Das Buch

Schon zwei Mal zuvor hatte es Clarissa Hyde mit diesen seltsamen gelben Fässern der Firma zu tun gehabt und das immer nur mit viel Mühe überlebt. Eigentlich hätten die Fässer danach längst von der Royal Navy vernichtet worden sein, doch das war leider nicht die ganze Wahrheit.

Die Fässer existierten immer noch und sollten sich dadurch zu einer viel größeren Gefahr entwickeln, als Clarissa Hyde das jemals vermutet hätte. Wieder einmal musste sie in einer kleinen Basis der Royal Navy um ihr Leben kämpfen und sollte dabei zum ersten Mal auf eine ihr völlig neue Dämonenart treffen.

***

Clarissa Hyde

Band 98

Diese Fässer bringen den Tod

Intro

Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass die magisch verseuchten, gelben Fässer, mit denen ich bisher schon zwei Mal zu tun gehabt hatte, der Geschichte angehörten. Die Royal Navy hatte mir versprochen, sie und ihren gefährlichen, magischen und toxischen Inhalt vernichten zu lassen.

Doch es kam irgendwie ganz anders und diese Fässer tauchten plötzlich wieder auf. Und sie wurden dabei deutlich gefährlicher für uns alle als jemals zuvor.

***

1

»Was hast du eigentlich angestellt, um diesen Scheiß-Job zu kriegen?«, fragte der eine Soldat ganz plötzlich seinen Kollegen auf Wachdienst recht früh am Morgen und bekam dafür als Antwort nur einen fragenden Ausdruck in dessen Gesicht zurück.

»Ich meine man kommt hier nur hin, wenn man zuvor irgendwo so richtig Mist gebaut hat.«

»Ach so meinst du das. Habe ich Mist gebaut? Ich weiß es nicht. Ich kam mit meinem direkten Vorgesetzten bei der Infanterie überhaupt nicht zurecht und wollte deshalb unbedingt rüber zur Royal Navy wechseln. Wahrscheinlich war meine Abschlussbewertung deshalb nicht die allerbeste, falls du mit deiner Vermutung recht haben solltest.«

»Nicht die beste? In jeder Schule wärst du wahrscheinlich durchgefallen und von der Anstalt geflogen, so schlecht müsste das gewesen sein, um auch nur hier zu landen.«

»Wie kommst du darauf?«, wollte der New Entrant wissen, den man übersetzt als einen Rekruten bezeichnen könnte.

»Weil jemand so einen Job mit einem Wachdienst ausgerechnet hier nur dann bekommt, wenn man verdammt viel Mist gebaut hat und eigentlich unehrenhaft entlassen gehörte.«

»Das wusste ich nicht. Ich dachte, das hier wäre ein Job wie jeder andere. Was soll daran so schlecht sein?«

»Du kannst Fragen stellen …«

»Aber mal ehrlich, jetzt hast du mich neugierig gemacht. Was bewachen wir hier eigentlich?«

»Das weißt du auch nicht einmal? Wie kann jemand bloß so ahnungslos sein?«, drehte sich Jeffrey Union zur Seite, wobei er mehrfach seinen Kopf mehrfach von links nach rechts bewegte, weil er das einfach nicht fassen konnte.

»Verdammt, nun lass dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!«, antwortete der mit gerade 24 Lenzen deutlich jüngere Amal Owman, der sich gerade hochgradig verarscht oder aber viel zu schlecht informiert vorkam, oder beides.

»Du weißt echt nicht, was wir hier bewachen, oder?«, nahm der Leading Rate Union das Gespräch ungläubig und leicht genervt wieder auf.

»Nein, sollte ich das?«

»Eigentlich schon. Hast du noch nie durch die Tür dort ins Innere des Lagerraums geschaut?«

»Nein. Mein Vorgesetzter hat mich im Briefing angewiesen, dies auf keinen Fall zu tun.«

»Meiner auch, he, he.«

»Aber du hast trotzdem …?«

»Nicht hier, aber vorher schon mal. Doch das ist eine ganz andere Geschichte.«

»Sag mir endlich was los ist, Kumpel!«

»Hey, was soll das denn heißen? Ich stehe einen ganzen Rang über dir in der Hierarchie. Es ist schon sehr entgegenkommend von mir, dass ich mich von einem Untergebenen nicht ausschließlich mit Sir ansprechen lasse.«

»Oder sollte ich besser Eure Majestät zu dir sagen?«

»Nein, das wäre dann doch etwas übertrieben, he, he.«

»Also, um was geht es nun? Oder sollte ich doch mal einen Blick riskieren?«, wobei Owman aufstand, um von ihrem Wachposten aus die letzten paar Schritte bis zu dieser ominösen Tür zu gehen.

»Nein, lass mal lieber! Dein Vorgesetzter hat dir diesen Befehl nämlich nicht ohne Grund gegeben.«

»Dann rück endlich mit der Sprache heraus!«

»In Ordnung, ich erzähle dir alles. Aber das muss unter uns bleiben. Nicht einmal das ganze Personal von diesem Stützpunkt weiß alles über das, was sich in diesem Raum befindet.«

»Nun, das hier war früher mal ein ABC-Lager, also geht es wahrscheinlich um atomare, biologische oder chemische Kriegsführung. Sonst wäre das alles nicht so gut gesichert. Oder liege ich da falsch?«

»Nicht völlig, aber doch wieder weit genug von der Wahrheit weg. Doch fangen wir besser ganz weit vorne an.«

Union machte eine kurze Pause, in der sich sein jüngerer Kamerad etwas entspannter hinstellte. Entspannt war er jedoch nicht, sondern gerade verdammt angefixt durch die nebulösen Andeutungen seines Wachkameraden. Erst danach sprach Jeffrey Union weiter.

»Also, diese Fässer, die hinter uns in dem Raum lagern, sind von der Navy vor ungefähr einem halben bis einem ganzen Jahr beschlagnahmt worden. Niemand weiß genau was sich daran befindet, aber das Zeug soll hochgradig gefährlich sein. In einer Höhle in Cornwall, wo die meisten der Fässer deponiert worden waren, hatte es für einige Umweltzerstörungen und Mutationen unter Tieren und Pflanzen gesorgt.«

»Mutationen? So was wie Riesenspinnen oder Riesenameisen?«

»Fast, aber nicht ganz so schlimm. Doch die Natur war wohl extrem aus dem Gleichgewicht geraten und einige der Umweltsünder hat es dabei selbst erwischt. Nur der Kapitän des Schiffes, welches die Fässer transportiert und deponiert hatte, hat das Ganze überlebt und war danach festgenommen worden.«

»So hatte man wenigstens den dicksten Fisch gefasst, oder?«

»Könnte man meinen, doch der war nur ein kleines Rad am Wagen. Es wurde stark vermutet, dass deutlich mehr dahintersteckte und ein großes, international tätiges Unternehmen für den ganzen Mist verantwortlich war. Doch dazu gleich mehr.

Jedenfalls wurden die Fässer aus der Höhle entnommen und gesichert, der Kapitän als Kronzeuge und V-Mann für Polizei und die Navy eingesetzt. Tatsächlich meldeten sich nämlich die Auftraggeber ein paar Monate später mit einem neuen Auftrag für eine weitere Ladung Fässer.«

»Das ist doch gut. Dann konnte man sie packen, oder?«

»Das war das Ziel des Ganzen. Es wurde eine größere Aktion für die Navy und schließlich wurden ein LKW und mehrere Söldner verhaftet, darunter angeblich sogar ein Staatsanwalt.«

»Ein Staatsanwalt. Das ist Pech für ihn, denn der konnte sich ja danach schlecht selbst wieder heraushauen.«

»So ist es. Sie sollten auf einer anderen Basis der Royal Navy im Süden Englands befragt werden, wo zu diesem Zeitpunkt auch die restlichen Fässer untergebracht worden waren.«

»Aber das klappte nicht, vermute ich mal?«

»Damit liegst du richtig. Es gab ein Unwetter, einen fingierten Notruf, einen Blitzeinschlag, eine bisher noch völlig unbekannte Söldnertruppe tauchte auf und noch einiges mehr.«

»Du erzählst Unsinn. Woher solltest du das in deiner Hierarchiestufe alles wissen können?«

»Ich war damals auf der Explorer dabei, die durch einen fingierten Notruf weggerufen worden war. Ein Glück, denn auf der Basis hatte das alles kaum jemand überlebt. Ich durfte hinterher beim Aufräumen mithelfen, daher weiß ich viel aus erster oder zweiter Hand. Das war ein Chaos, das kann ich dir sagen.«

»Ein Blitzschlag und ein paar Söldner, also. Das ist schon heftig, könnte ich mir vorstellen.«

»Das war aber noch lange nicht alles. Eine Armee von Zombies muss ebenfalls über die gesamte Basis hergefallen sein.«

»Zombies? Wie in dem Film von Romero?«

»Ja, so ähnlich.«

»Ist doch alles Unsinn, es gibt außer in Filmen keine Zombies.«

»Dachte ich früher auch. Es hat niemand offiziell von Zombies gesprochen, sondern alles wurde auf das schlechte Wetter, den Blitzeinschlag, die Gangster und chemische Waffen geschoben.«

»Ich kenne zwar nicht die Zusammenhänge, aber das hört sich für mich als Erklärung viel logischer als Zombies an.«

»Ist es vielleicht sogar. Aber kannst du mir erklären, wie rund fünfzig Angehörige der Navy, die eigentlich auf dem Friedhofsgelände ruhen sollten, mit diversen neuen Verletzungen irgendwo im gesamten Lager verteilt waren?«

»Was waren die?«

»Überall verteilt. Als hätten sie ihre Gräber verlassen, wären herumspaziert und hätten dabei Menschen angegriffen.«

»Das kann doch nicht sein, du verkohlst mich?«

»Das stimmt zu einhundert Prozent. Ich war einer der wenigen, die direkt nach dieser unheilvollen Nacht voll mit dabei waren. Ich durfte die Leichen einsammeln, katalogisieren und schließlich sogar wieder ihren ursprünglichen Gräbern zuordnen.«

»Du verarscht mich, Kollege?«

»Nein, das ist alles wahr. Die Toten lagen überall herum. In beiden Gebäuden, auf dem Weg, sie waren überall. Das kann niemand mit dem Wetter erklären. Nicht einmal mit einem Tsunami, der dabei alle Gräber geöffnet und die Toten nach draußen gespült hätte. Und ich habe die Toten genau gesehen. In den meisten Fällen konnten wir anhand der Dienstgrade, aufgestickter Namen oder besonderer Merkmale herausfinden, wer es denn gewesen ist. Und die Gräber waren natürlich leer, das versteht sich. Ich gehörte dann sogar zu denjenigen, die damit beauftragt wurden, die Leichen wieder zurück in ihre Gräber zu bringen. Hatte ich gesagt, dass ihre Särge aufgebrochen waren?«

»Nein, aber das passt ins Bild. Trotzdem kann das doch nicht wahr sein. Wurde da vielleicht ein Gruselfilm auf dieser Basis gedreht und ihr solltet als unwissende Komparsen mitwirken?«

»Nein, garantiert nicht. Wären das Masken gewesen, sie wären viel zu gut gewesen. Es gab Leichen, bei denen bereits der Großteil der Haut abgefallen war. Von einem schon besonders lange toten Admiral war nur mehr ein Skelett übriggeblieben, welches wir lediglich durch einen Nagel in seiner Hüfte identifizieren konnten. Das waren echte Leichen aus echten Gräbern, kein Scherz.«

»Aber du hast nicht gesehen, wie diese Zombies auferstanden oder durch die Basis gelaufen sind?«

»Nein, zum Glück nicht. Eine Wache hat überlebt, weil sie auf einem Turm Dienst geschoben hatte. Ansonsten nur noch ganze drei weitere Personen. Dieser Kapitän der Umweltzerstörer, die Adjutantin des Commodore und die Agentin.«

»Eine Agentin?«

»Ich nenne sie zumindest so. Was sie genau für eine Position, Dienstgrad oder Funktion hat, ich kann es dir nicht sagen. Sie war jedenfalls jung, für eine Frau überdurchschnittlich groß und sah mit ihren langen, schwarzen Haaren verdammt gut aus.«

»Und wie hat sie überlebt?«

»Es gab wohl einen längeren Kampf ums Überleben, wobei mit den Zombies ursprünglich wohl niemand von ihnen gerechnet hatte. Es gab dabei mehrere Gruppierungen, die Umweltsünder, ein paar Leute von uns und dann halt diese Agentin.«

»Und die anderen waren hinterher alle tot?«

»Ja. Wobei ich nicht glaube, dass sie alle von den Zombies umgebracht worden sind, denn einige sind erst im Büro des Commodore ums Leben gekommen. Bis dahin waren allerdings gar keine Zombies gekommen, denn da gab es keine uralten Leichen. Nur ein paar recht frische Tote.«

»In Ordnung. Es gab also einen Kampf zwischen mehreren Parteien und diese Agentin steckte da mittendrin. Aber was hat das mit den Fässern zu tun?«

»Ich kann mir nur vorstellen, dass alle Parteien diese Fässer wollten.«

»Wobei du nicht weißt was drin ist?«

»Nein, jedenfalls kein normales ABC-Zeug. Eher ein M-Zeug.«

»Was ist denn ein M-Zeug?«

»Magie.«

»Erst Zombies und jetzt noch Magie? So langsam glaube ich dir kein Wort mehr.«

»Ich weiß, das hört sich fantastisch an. Die Geschichte ist ja immer noch nicht ganz beendet. Der Commodore versprach die Fässer vernichten zu lassen und die Agentin wurde sogar noch in dieser Nacht zu einem neuen Einsatz gerufen und dafür extra von einem Heli abgeholt.«

»Muss eine ziemliche Superheldin sein, oder?«

»Wahrscheinlich schon. Jedenfalls sprach der Commodore nur in den höchsten Tönen von ihr. Eigentlich hätte die ganze Geschichte jetzt mit der Vernichtung dieser Fässer enden sollen.«

»Tut sie aber nicht?«

»Nein. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie bekam der Commodore von seinen Vorgesetzten kein grünes Licht für ihre Vernichtung. Oder es klappte nicht, weil das Zeug so gefährlich war. Da ich sowieso schon einiges von dem wusste, was in der Nacht so passiert war, wurde ich immer wieder zum Wachdienst eingeteilt. Dafür bekam ich immerhin als Ausgleich einen fünfzig Prozent Aufschlag auf den Sold. Aber das macht meinen Kollegen nicht wieder lebendig.«

»Von welchem Kollegen sprichst du denn jetzt schon wieder?«

»Die Fässer sollten hier in diese Anlage verlegt werden, doch leider kam dabei einer der Marines in Kontakt mit ihrem Inhalt, weil eines der Fässer undicht war.«

»Was ist passiert?«

»Das möchtest du gar nicht so genau erfahren. Nur so viel, sein Tod war grausam. Eine kleine Menge von dem leicht grünlich leuchtenden Stoff am Finger und schon ging mein Freund grausam daran zugrunde. Am Ende löste sich seine Haut ganz auf und seine Eingeweide traten hervor, während er sogar immer noch lebte. Es war fürchterlich.«

»Ich wollte dir schon fast wieder glauben, aber das ist doch etwas zu heftig. War es eine Säure?«

»Kann ich nicht sagen. Zumindest hat es so ähnlich wie eine reagiert.«

»Aber ein Tropfen hochprozentiger Säure löst nicht so einfach einen ganzen Menschen auf.«

»Ich habe es live gesehen, du kannst mir ruhig glauben!«

Das war in der Tat für Amal Owman gar nicht so einfach. Er war erst den dritten Tag in der neuen Einheit, nachdem er unbedingt die Waffengattung von der Infanterie zur Marine hatte wechseln wollen. Das war nicht so reibungslos gegangen, wie er seinem neuen Kameraden berichtet hatte.

Als recht junger Mann in einem Bereich, wo nur Berufssoldaten verwendet wurden, war er schon ein leichter Außenseiter gewesen. Doch sein Name und sein Aussehen schafften es leider nicht die Tatsache zu verbergen, dass er indischer Abstammung war. Zwar auf der englischen Insel geboren und damit britischer Staatsbürger, was einige der anderen Soldaten trotzdem nicht davon abgehalten hatte, ihn so gut wie möglich aufgrund seiner Herkunft zu mobben.

Irgendwann hatte sich Amal dann gegen die vielen Beleidigungen und kleinen Feindseligkeiten gewehrt und verteidigt, woraufhin sein Angreifer mit ein paar Messerstichen zu viel ins Lazarett gekommen war. Owman hatte daraufhin die Einheit und die Royal Army verlassen müssen.

Immerhin hatte einer seiner Vorgesetzten ein Einsehen gehabt und für den indischen Briten einen Platz in der Royal Navy gefunden. Das Zeugnis war dabei gar nicht so schlecht ausgefallen, doch Owmans Vorgesetzte hatten sich erst einmal darauf verständigt, den neuen Mann vorrangig im Wachdienst einzusetzen. In einem Wachdienst, den sowieso niemand machen wollte, weshalb er dafür laut Administration der absolut richtige Mann war.

Jeffrey Union war dahingegen schon 32 Jahre alt und Berufssoldat im Range eines Leading Rate. Das war allerdings für seine lange Dienstzugehörigkeit ein viel zu niedriger Dienstgrad.

Er war die ganze Zeit über bei der Navy gewesen, aber immer wieder in den unterschiedlichsten Positionen, Anlagen oder auf Schiffen. Meistens hatte er es nicht lange an einem Platz ausgehalten und war immer wieder heftig angeeckt.

So auch vor einem halben Jahr, als er nach den Ereignissen in der Navy-Basis im Süden zum einen die volle Wahrheit hatte erfahren und an die Presse weitergeben wollen. Er hatte das nicht geheimhalten wollen, doch er war damit nicht durchgekommen. Eine unehrenhafte Entlassung hätte Union zu viel gekostet, daher hatte er sich nach einigen Disputen am Ende doch gefügt.

Als Belohnung und gleichzeitige Bestrafung hatte er zwar einen deutlichen Soldaufschlag erhalten, war aber bezüglich der Fässer nun immer ganz nah am Geschehen dran. Das war deshalb so, weil man verhindern wollte, dass Jeffrey Union an anderer Stelle Geheimnisse verraten konnte. Er wurde also als ein potentielles Risiko für die ganze Sache mit den Fässern an der kurzen Leine gehalten.

Für einige Minuten war es jetzt ruhig geworden. Owman war ein wenig auf- und abgegangen, was sie durchaus mal tun durften. Sie sollten eben nur nicht durch die Metalltür und deren Guckloch ins Innere des Lagerraumes schauen.

Wieso konnte ein Lager oder nur sein Anblick gefährlich sein? Okay, die Stoffe in den Fässern waren vielleicht gefährlich, vielleicht sogar hochgradig giftig. Aber sie konnten niemanden durch eine dicke Metalltür hindurch attackieren. Dieser Lagerraum war mit Sicherheit so gebaut worden, dass nicht einmal ein Luftzug rein oder raus kam.

Es konnte daher nicht gefährlich sein, wenn er mal einen Blick auf die Fässer riskierte. Wahrscheinlich würde er nicht viel sehen können, wenn es im Inneren dunkel war, aber der junge, indisch-stämmige Mann war gerade so angefixt von seiner Idee, dass ihm dies völlig egal war.

Sein Kamerad Jeffrey Union hatte die letzten Minuten nur ruhig beobachtet und sich von seiner eigenen Erzählung erholt, die er zumindest selbst für die blanke Wahrheit hielt. Doch er hatte genau bemerkt, wie in der Zwischenzeit eine Art von Ruck durch Amal gegangen war.

»Was hast du vor?«

»Ich will jetzt doch mal einen Blick in diesen Lagerraum werfen.«

»Tue das nicht, das ist viel zu gefährlich!«

»Ich mache die Tür ja nicht auf. Ich wollte nur durch den Glaseinsatz einen Blick ins Innere werfen.«

»Das ist uns ausdrücklich verboten worden, das weißt du. Ich habe mich immer daran genau gehalten, so wie mir das befohlen wurde.«

»Und wer soll uns dabei sehen können? Hier ist keine Kamera. Niemand wird es herausfinden, wenn ich einen Blick riskiere.«

»Aber unsere Vorgesetzten werden ihre Gründe dafür gehabt haben. Vielleicht lebe ich nur deshalb noch, weil ich mich immer an alle meine Befehle gehalten habe.«

»Dann kann dir ja nichts passieren. Ich schaue nur einmal durch das Glas, mehr nicht. Ist das eigentlich Plexiglas?«

»Ich glaube schon, denn normales Glas wäre dafür wahrscheinlich zu unsicher gewesen.«

Union wusste nicht, was er seinem Kameraden noch sagen sollte. Der wollte nicht auf ihn hören.

Dabei nahm es Jeffrey Union mit dem Befolgen von Befehlen selbst nicht immer ganz so genau, aber im Zusammenhang mit den ominösen Fässern hatte er sich immer peinlich genau an alle Anweisungen seiner Vorgesetzten gehalten.

Amal hatte seine Waffe inzwischen abgenommen und hielt sie nur mit einer Hand fest. Er würde sie gegen den Lagerraum nicht einzusetzen brauchen. Trotzdem fühlte er sich unsicher.

War es wirklich richtig, was er hier tat? Konnten die von den Fässern ausgehenden Gefahren ihn nicht trotzdem hier draußen irgendwie erwischen? Er war sich nicht sicher, obwohl sein schulisches Wissen aus Chemie und Physik selbst so einer Möglichkeit grundsätzlich widersprachen.

Eigentlich hatte Amal sogar Chemie studieren wollen, sich dann aber doch für die Streitkräfte entschieden, um dem latenten Rassismus auch in der Forschung zu entgehen. Er hatte zeitweise dafür erst so richtig offenen Rassismus geerntet, aber das wurde jetzt ja hoffentlich langsam besser. Jedenfalls fühlte er sich mit seinem Schulwissen gut genug in der Lage, alle Risiken einigermaßen abzuschätzen.

Nur ein Begriff ließ ihn doch etwas stutzen. Jeffrey hatte von Magie gesprochen.

Das war ein Wort, welches in seinem Glauben und in der Welt seiner Vorfahren immer einen festen Platz eingenommen hatte. Der Hinduismus bestand zu einem Großteil aus mystischen Göttern und deren magischen Fähigkeiten. Amal hatte schon einmal zum Christentum übertreten wollen, weil er die Vielgötterei seiner Vorfahren ablehnte, aber das hatte er seinen Eltern bisher nicht antun wollen und können.

Gab es tatsächlich so etwas wie Magie? War dafür in dieser modernen, aufgeklärt, hochtechnischen Welt überhaupt Platz? Und was konnte Magie alles tun? Konnte sie sogar Naturgesetze wie die der Physik oder Chemie außer Kraft setzen?

Amal konnte es nicht sagen, aber ein ungutes Gefühl blieb bei ihm zurück. Trotzdem wollte er es riskieren und diesen kleinen, letzten Schritt gehen. Es war für ihn gleichzeitig wie ein Kampf der modernen Welt gegen den hinduistischen Glauben der Heimat seiner Vorfahren. Ein Zurück durfte es da nicht geben, denn feige war er auf keinen Fall.

Trotzdem trat er nur ganz langsam näher an die Tür heran. Es war so, als würde er damit rechnen, dass ihn jemand zurückhalten würde. Jeffrey Union würde es zwar tun wollen, denn der scheute so ein Risiko deutlich mehr. Andererseits war er ganz froh, wenn sich andere solchen Risiken stellten und er vielleicht sogar direkt oder indirekt davon profitieren könnte.

Als ein Freund hätte er seinem Kollegen trotzdem davon abgeraten, aber mehr wollte er trotzdem nicht tun. So schaute er zu, wie Owman sich der Tür immer mehr näherte, bis er mit seiner linken Hand die Metalltür berühren konnte.

Sie war kalt. Extrem kalt sogar. Okay, es waren draußen gerade leichte Minusgrade und es schneite gelegentlich leicht. Ganz normal für Mitte November und diese Gegend zwischen England und Wales, ganz nah dran am irischen Meer.

Aber so kalt durfte diese Innentür eigentlich gar nicht sein. Owman bekam sogar den Eindruck, als würde seine Hand bereits festfrieren, daher ließ er die Tür recht schnell wieder los. Das hielt ihn jedoch nicht von seinem grundsätzlichen Kurs ab. Er wollte nun in den Raum hineinschauen.

Beide Männer wurden immer nervöser, wobei man dies nur Union ansehen konnte, der jetzt leicht zitterte, als würde er frieren. Dahingegen lag klar ersichtlich Schweiß auf seiner Stirn, eine seltsame Kombination.

Der Inder war äußerlich ruhig, bewegte sich dabei aber fast wie in Zeitlupe. Man konnte es als bedächtig bezeichnen, aber Unsicherheit und Angst spielten ebenso große Rollen dabei. Schließlich hatte er mit dem Kopf das mit einer Scheibe versehene Guckloch im oberen Teil der Tür erreicht.

Doch sehen konnte er trotzdem nichts. Die Scheibe war nämlich von beiden Seiten beschlagen. Den Belag von innen würde er nicht so leicht entfernen können, aber zumindest den von dieser Seite. Das wollte er zumindest versuchen, wobei er hoffte, dass die Scheibe selbst nicht so eiskalt sein würde wie die Metalltür.

Dafür stellte er sich leicht breitbeinig wie ein Revolverheld aus dem Wilden Westen vor der Tür auf. Immer darauf bedacht, den kalten Metallteil der Tür besser nicht mehr mit seiner Haut zu touchieren.

Erst als er so stand und ein wenig von dem Belag außen entfernt hatte, konnte er einen ersten Blick ins Innere des Lagerraumes werfen.

2

Es war eigentlich eine völlig unbedeutende Aktion des indisch-stämmigen Rekruten. Er wollte nur durch die integrierte Fensterscheibe in einer dicken Metalltür in den Raum dahinter hineinschauen.

Aber trotzdem hatten beide Männer den Eindruck, die Zeit um sie herum würde einfrieren. Das passte gut zur Temperatur der Tür, hatte damit aber gar nichts zu tun. Es lag einfach eine völlig unnormale Spannung in der Luft. Es ging nicht einmal darum, dass der junge Mann gerade etwas Verbotenes tat, zumindest aus Sicht ihrer Vorgesetzten.

Zwar hatten ihre Vorgesetzten sie davor gewarnt, aber das war nicht entscheidend. Viel wichtiger war, dass dieser Blick eine fundamentale Bedeutung für ihre weiteren Leben haben würde. Sie ahnten es beide.

Doch während Jeffrey Union sich lieber an die Befehle hielt und sowieso schon ausreichend Warnungen aus seiner Umgebung erhalten hatte, siegte bei Amal Owman die Neugierde ganz deutlich gegen seine Disziplin.

Und nicht nur gegen die, sondern obendrein noch gegen die Vernunft. Denn Owman ahnte bereits, dass diese eine Entscheidung sein weiteres Leben essentiell beeinflussen würde. Er konnte nicht sagen wieso das so war oder warum er es ahnte. Es war einfach so. Noch hätte er den Schritt zurücktreten können, doch dann war es irgendwann zu spät dazu.

Natürlich war Jeffrey Union ebenfalls furchtbar aufgeregt und hätte den jungen Rekruten gerne zurückgehalten. Es war ihm jedoch mit Worten nicht gelungen. Nun wollte er wenigstens, dass dem Jungen nichts passierte. Allerdings war er nicht bereit, sich auch nur einen weiteren Zentimeter dieser Tür mit ihrem gefährlichen Inhalt im Inneren zu nähern.

Er starrte stattdessen auf den jungen Kameraden, der sich nun überhaupt nicht mehr rührte. Denn der starrte nur in den Raum hinein, als würde dort eines der besten Pornosternchen gerade einen heißen Striptease vorführen. Doch das war nicht alles, denn noch etwas geschah ziemlich zeitgleich damit.

Es war eine Art Klopfen. Aber nicht so, als würde jemand gegen eine Tür hämmern, um hineingelassen zu werden. Eher leise, rhythmisch und ganz bestimmt nicht hektisch oder nervig. Ein leises Klacken, als würde dort ein Metronom laufen, wie es vor allem in der Musik gerne verwendet wurde, um den Takt zu halten.

Falls es um Musik gehen würde, wäre der Takt zumindest sehr, sehr langsam gewesen. Ungefähr so, als würde da eine Kapelle für deutsche Beamte spielen, denen man ja kein sehr hohes Arbeitstempo nachsagt.

Wo kam dieses Geräusch bloß her? Owman erzeugte es nicht, denn Jeffrey Union konnte sowohl dessen Gesicht, Mund und Hände sehen. Es klang außerdem nicht wie das typische Fingerschnipsen aus dem Musical West Side Story. Es klang überhaupt nicht menschlich, sondern irgendwie rein mechanisch.

Wieso hatte es genau in diesem Moment eingesetzt? Und was sollte es bedeuten? Jeffrey Union wollte es wissen, doch gleichzeitig machte er sich immer mehr Sorgen um den jungen Rekruten, für den er sich als höher in der Hierarchie stehender zwar nicht verantwortlich fühlte, aber er es bestimmt hätte tun sollen.

»Amal, was ist los?«, wollte der Leading Rate schließlich wissen.

Doch er bekam keine Antwort. Der Rekrut zeigte nicht einmal an, ob er die Frage gehört hatte. Er starrte unentwegt durch das ungefähr zwanzig mal zwanzig Zentimeter große Guckloch, als hätte er gar nichts vernommen. Was war das bloß?

Union hätte gerne eingegriffen, aber er wollte keinen Schritt mehr als nötig in diese Richtung machen. Lieber trat er einen Schritt zurück, was aber auch schwer war, denn sie hatten die ganze Zeit über an einer Wand gestanden, wo es etwas bequemer war.

Nichts veränderte sich, auch nicht das Ticken. Wobei Union nicht sagen konnte, ob es nicht in den letzten Sekunden vielleicht sogar lauter oder schneller geworden war. Es könnte sein. Vielleicht war es ein Countdown?

Das war eine Möglichkeit. Ein Countdown wie bei einer Bombe. Das hätte gut dazu gepasst, dass die Vorgesetzten offenbar überhaupt nicht wussten, was sie mit diesen Fässern anstellen sollten.

Aber wieso war der Countdown jetzt und so plötzlich gestartet? Wurde er wirklich schneller? Es wäre dabei nur um Nuancen gegangen, die man vielleicht mit einer guten, elektrischen Stoppuhr herausgefunden hätte. Aber nicht mit nur einem menschlichen Gehör eines einzelnen Soldaten, der vor Nervosität gar nicht mehr wusste was er tun sollte.

»Amal, wir müssen Meldung machen! Komm da weg, denn niemand sollte dich in der Nähe der Fässer sehen!«

---ENDE DER LESEPROBE---