Cullen und der Seelenverwandte - Gale Stanley - E-Book

Cullen und der Seelenverwandte E-Book

Gale Stanley

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Beschreibung

Was passiert, wenn aus natürlichen Feinden plötzlich Blutsgefährten werden? Der Vampir Cullen Blackhawk wird dabei erwischt, wie er einem Wolfswandler hilft, seine beiden menschlichen Gefährten aus der Kolonie zu retten. Nun ist er gezwungen, die Flüchtigen nach Arcadia zu begleiten und das Rudel auszuspionieren. Cullen geht davon aus, dass die Menschen seine Blutspender sein werden, aber der Wandler verlässt Arcadia und nimmt Cullens einzige Nahrungsquelle mit. Dann geschieht das Undenkbare: Cullen fühlt sich zu einem Omegawolf hingezogen. Mika Hills Rolle im Rudel war immer die einer unterwürfigen Schlampe, aber Cullen behandelt ihn wie einen Gleichgestellten und Mika zeigt seine Dankbarkeit, indem er Cullen Blut anbietet. Der ausgehungerte Cullen kann nicht anders und ist nun gezwungen, sich mit seinen aufkeimenden Gefühlen für einen Omega auseinanderzusetzen, der mit jemand anderem verpaart ist. Mika verliebt sich in Cullen, aber er weiß, dass es keine Zukunft für einen Wolf und einen Vampir gibt. Oder etwa doch? Mika wird alles tun, um sich mit Cullen zu binden — selbst wenn es bedeutet, eine Blutpaarung zu erzwingen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 33.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

ÜBER GALE STANLEY

LESEPROBE:

Cullen und der Seelenverwandte

Was passiert, wenn aus natürlichen Feinden plötzlich Blutsgefährten werden?

Der Vampir Cullen Blackhawk wird dabei erwischt, wie er einem Wolfswandler hilft, seine beiden menschlichen Gefährten aus der Kolonie zu retten. Nun ist er gezwungen, die Flüchtigen nach Arcadia zu begleiten und das Rudel auszuspionieren. Cullen geht davon aus, dass die Menschen seine Blutspender sein werden, aber der Wandler verlässt Arcadia und nimmt Cullens einzige Nahrungsquelle mit. Dann geschieht das Undenkbare: Cullen fühlt sich zu einem Omegawolf hingezogen.

Mika Hills Rolle im Rudel war immer die einer unterwürfigen Schlampe, aber Cullen behandelt ihn wie einen Gleichgestellten und Mika zeigt seine Dankbarkeit, indem er Cullen Blut anbietet. Der ausgehungerte Cullen kann nicht anders und ist nun gezwungen, sich mit seinen aufkeimenden Gefühlen für einen Omega auseinanderzusetzen, der mit jemand anderem verpaart ist. Mika verliebt sich in Cullen, aber er weiß, dass es keine Zukunft für einen Wolf und einen Vampir gibt. Oder etwa doch? Mika wird alles tun, um sich mit Cullen zu binden — selbst wenn es bedeutet, eine Blutpaarung zu erzwingen.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 33.000 Wörter

GALE STANLEY

Cullen und der Seelenverwandte

Gefährten in Symbiose 7

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Cullen and the Kindred Spirit“:

Gale Stanley

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2022

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Dieses Buch ist meinem Verleger, meinen Lektoren und allen bei Siren-BookStrand gewidmet. Danke, dass ihr so fürsorglich und unterstützend seid.

Kapitel 1

Cullen Blackhawk sah auf den Mann in seinen Armen herab —so heiß, so geil, so bereit, alles zu teilen … sogar sein Blut. Besonders sein Blut. Aber das war nicht genug. Nicht für Cullen. Was wollte er denn noch? Der Vampir konnte das Problem nicht genau benennen. Er wusste nur, dass etwas fehlte. Etwas nicht Greifbares, das ihn davon abhielt, mit seinem menschlichen Blutspender, seiner Situation, seinem Leben vollkommen zufrieden zu sein …

Cullen fühlte sich innerlich leer, und das nicht nur, weil er sich zwei Tage lang nicht genährt hatte. Vielleicht würde dieses Gefühl verschwinden, wenn er seinen Blutdurst gestillt hatte. Aber er bezweifelte es. Er entblößte seine Reißzähne und senkte den Kopf. Der Mann zeigte keine Angst. Er lächelte zu Cullen hinauf, seine Augen waren hungrig nach der Ekstase eines Vampirbisses. Egal welcher Vampir.

Nur ein einziges Mal wünschte sich Cullen, sein Spender würde ihn wollen. Aber die Menschen interessierten sich nur für das Vergnügen, das sie bekamen, und nicht dafür, von wem sie es bekamen. Cullen wusste, dass er nicht besser war als sie. War es ihm wichtig, wer seine Spender waren? Nein. Jeder Mensch würde seinem Zweck dienen. Sie waren wandelnde Blutbanken, nichts weiter. Trotzdem konnte Cullen nicht umhin zu denken, dass es dieses Mal vielleicht anders sein würde. Seine gesteigerten Sinne richteten sich auf die pulsierende Halsschlagader an der Kehle des Mannes und er versenkte seine Reißzähne tief hinein. Reichhaltiges und süßes Blut floss seine Kehle hinunter, und er saugte gierig. Euphorie folgte. Aber wo blieb die Intimität? Sicherlich hätte ein Moment wie dieser eine bedeutungsvollere Verbindung verdient.

Seufzend löste sich Cullen. Er hatte nur genommen, was er brauchte, um sich zu versorgen. Er leckte ein paar Mal über die beiden Einstichwunden und versiegelte sie. Die Augen des Spenders, der sich bereits von seinem Orgasmus erholt hatte, flatterten zu. Als Cullen ihn mit einer leichten Decke zudeckte, hallte das leise Schnarchen des Mannes schon von den Wänden wider. Ein kurzes Nickerchen, und der Mensch würde sich vollständig von seinem Höhepunkt und dem Blutverlust erholt haben. Er würde sich wahrscheinlich nicht einmal mehr daran erinnern, mit wem er zusammen gewesen war. Cullen schlich sich aus dem Fütterungsraum und schloss die Tür hinter sich. Noch nie hatte er sich so allein gefühlt.

Cullens Schritte gaben keinen Laut von sich, als er den schmalen Gang hinunterging und die schwere Holztür öffnete, die in den Hauptraum des Parrish führte. Die alte Kirche war buchstäblich das Herz der Kolonie. Sie lag mitten in der Stadt und diente als Bar und Treffpunkt sowie als Unterkunft für die menschlichen Blutspender — Groupies, die sich entschieden, in der Kolonie zu leben und die Vampire zu versorgen. Verderbliche, wie der Meister sie nannte.

Heute Abend waren alle Hocker an der langen Bar besetzt, und auf der Tanzfläche war kein einziger Platz mehr frei, aber selbst in dieser Menge fühlte sich Cullen allein.

Verdammte Scheiße!

Es war verdammt deprimierend, und die elektronische Tanzmusik bereitete ihm Kopfschmerzen. Er sehnte sich nach der Ruhe in seinem eigenen kleinen Haus. Als er sich auf den Weg zum Ausgang machte, stieg Cullen der metallische Geruch von Blut in die Nase. Eine dekadente Szene von Exhibitionismus umgab ihn. Zu beiden Seiten streckten sich diejenigen, die nicht die Privatsphäre der Fütterungsräume benötigten, frevelhaft auf den wenigen verbliebenen Kirchenbänken aus. Sie waren in verschiedene Stadien des Fickens oder Fütterns vertieft und schenkten Cullen keine Beachtung. Es war eine Welt, wie sie die meisten Menschen niemals erleben würden.

Wenn sie Glück haben.

Cullen war es leid, zu benutzen und benutzt zu werden, und fragte sich, ob er der Einzige auf der Welt war, der mehr als nur körperliches Vergnügen wollte. Alle seine Begegnungen waren gleich — zwei egozentrische Leute auf der Suche nach Befriedigung. Sex und Blut boten eine vorübergehende Erleichterung für oberflächliche Begierden. Sicherlich musste es mehr geben als Konsumieren und Kommen. Cullen spürte ein viel tieferes Bedürfnis, das nie gestillt worden war.

Sicherlich nicht von der Familie; seine Eltern waren von Vampirjägern getötet worden und er war mehr oder weniger von verschiedenen Mitgliedern der Gemeinschaft aufgezogen worden. In den meisten Fällen waren die Kindred Einzelgänger. Nur wenige Vampire heirateten, es sei denn, sie taten es aus politischen Gründen. Und auch wenn sie mit ihren menschlichen Blutspendern eine Beziehung zwischen Herr und Knecht eingingen, geschah dies hauptsächlich aus Bequemlichkeit. Echte Gefühle spielten bei diesen Paaren nur selten eine Rolle. Cullen gab es schon seit mindestens hundert Jahren. In dieser Zeit hatte sich die Welt verändert, aber nicht die Kindred. Ihre emotionslose Existenz blieb unverändert.

Außerhalb der steinernen Mauern des Parrish war alles ruhig, bis auf das Rascheln der Bäume und die Geräusche von Kleintieren, die sich in die Stadt der Vampirhabichte wagten. Ah, viel besser. Cullen ging weiter und ließ die hoch aufragenden Mauertürme des Parrish-Gebäudes hinter sich. Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Er hatte das deutliche Gefühl, beobachtet zu werden, aber er schob es auf Paranoia und tat es mit einem Achselzucken ab. Nachdem er noch ein paar Schritte weitergegangen war, erstarrte Cullen, als er über sich ein Kreischen hörte. Wie ein Derwisch wirbelte er herum und blickte in den Himmel. Blitze zuckten und beleuchteten die religiösen Figuren, die von den Strebepfeilern auf ihn herabsahen. Dazwischen befanden sich echte Habichte — Kindred, die auf Nachtpatrouille gegangen waren. Wachsam und räuberisch. Für die Menschen mussten sie ein beängstigender Anblick sein. Aber das war ein Teil des Reizes. Die Spender mochten das Gefühl, am Abgrund zu leben.

Auf dem höchsten Vorsprung entdeckte Cullen eine hektische Bewegung. Einer der Habichte löste sich von den anderen und stürzte sich kreischend auf die Erde. Die Kreatur verwandelte sich in der Luft und landete auf zwei Füßen.

„Toller Auftritt, Ethan.“

Der Vampir winkte mit einem Arm und verbeugte sich. „Ich gebe mein Bestes.“

Ethan grinste breit, als er sich aufrichtete. Aus der Nähe sah sein Gesicht abscheulich aus und erinnerte Cullen an den Joker. Vielleicht verbrachte er deshalb in diesen Tagen so viel Zeit in seinen Federn. Cullen wandte seinen Blick ab. Gerüchten zufolge hatte Ethans eigene Frau, Dr. Abbigale Longshadow, das Feuer gelegt, das sein Gesicht und seinen Körper entstellte. Armes Schwein. Schönheit war den Kindred angeboren, ein genetisches Hilfsmittel, um Blutspender anzuziehen. Es war ein Wunder, dass der entstellte Vampir immer noch willige Menschen anlocken konnte, aber die meisten von ihnen waren wahrscheinlich zu verängstigt, um abzulehnen. Jeder, der Ethan kannte, überlegte es sich zweimal, bevor er Nein zu ihm sagte. Sogar ich. Cullen versuchte, sein Mitleid zu verbergen. Ethan würde es nicht wollen.

Ihm gelang ein angespanntes Lachen. „Was kann ich für dich tun?“

„Komm mit mir. Christophe will uns sehen.“

Die Berge im Osten waren bereits blau und violett umrissen. Es würde bald dämmern, und Geschäfte wurden selten bei Tageslicht getätigt. Die Kindred hatten empfindliche Augen, und obwohl sie sich in der Sonne aufhalten konnten, zogen sie es vor, am Tag zu schlafen. Cullen wollte unbedingt nach Hause, aber es hatte keinen Sinn, sich zu widersetzen. Man stellte Christophe nicht in Frage.

„Weißt du, worum es geht, Ethan?“

„Keine Ahnung. Der Meister ruft und ich antworte.“

Die Tatsache, dass Cullen nicht persönlich gerufen wurde, bedeutete nichts. Als Stellvertreter des Meisters erledigte Ethan die gesamte Routinearbeit von Christophe.

Der Weg zum Pfarrhaus war kurz und leise. Der Eingang zu dem großen Haus war unverschlossen und die Tür zu Christophes Büro stand offen. Ethan trat zuerst ein.

Christophe saß hinter seinem großen, verschnörkelten Schreibtisch. Mit gesenkten Brauen blickte er zu seinen Besuchern auf. Cullen versteifte sich unter dem vernichtenden Blick des Meisters. Christophe sagte lange Minuten nichts, dann lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und tippte mit den Fingern auf den Schreibtisch.

„Ich bin enttäuscht von dir, Cullen. Du hattest Kontakt mit Abbigale Longshadow …“ Niemand konnte seine Gefühle so gut verbergen wie Christophe, aber jetzt bebten seine Nasenflügel vor Empörung. Kein gutes Zeichen. „Du brauchst es nicht zu leugnen. Ich habe Beweise.“

Verdammte Scheiße!

Der Schock ließ Cullen das Blut in den Adern gefrieren. Wie konnte er das wissen? Die Ärztin hatte zusammen mit den Vampiren und Wolfswandlern ihrer Forschungsgruppe offenbar zur Tarnung ein Feuer gelegt und war aus der Kolonie geflohen, während diese brannte. Es war zwingend notwendig, dass sie alle zusammen weggingen, denn die Männer waren Symbionten, die zum Überleben auf das Blut des anderen angewiesen waren. Kurz nach ihrem Verschwinden hatte Abbi Cullen per Wanderfalke eine Nachricht geschickt und ihn um Hilfe gebeten, nein, angefleht. Die Flüchtigen hatten in Arcadia beim Wolfsrudel Zuflucht gefunden. Einer der Wolfswandler hatte seine beiden menschlichen Gefährten zurückgelassen, und Abbi war sicher, dass sie gegen ihren Willen festgehalten wurden.

Cullen mochte Abbi, aber mochte er sie auch genug, um sich auf ein Komplott einzulassen, das ihn mit Sicherheit in die Scheiße reißen würde, wenn Christophe davon erfuhr? Nachdem er lange über die Nachricht nachgedacht hatte, schickte er den Falken mit seiner Handynummer zurück. Das würde ihm ein wenig Zeit verschaffen, während er sich umsah, ob diese beiden Männer wirklich Hilfe brauchten. Schließlich kamen die meisten Menschen in die Kolonie, weil sie dort sein wollten.

Cullen wusste, wer sie waren. Er hatte Noah und Jesse mit dem Wolfswandler Kade ankommen sehen. Damals war Cullens Neugierde geweckt worden, aber er nahm an, dass es etwas mit den anderen Lykanern zu tun hatte, die in Abbis Laboratorium eingeschlossen waren, und dachte nicht weiter darüber nach. Kurze Zeit später wurde sein Interesse erneut geweckt, als er sah, wie Ethan die beiden Menschen ins Parrish brachte. Von Kade war keine Spur zu sehen. Man munkelte, Kade sei im Kerker eingesperrt worden, aber niemand wusste es genau. Dann brach das große Feuer aus. Es brannte tagelang unkontrolliert und gab Abbi und den Blutgefährten in ihrer Forschungsstudie viel Zeit, ohne Angst vor Verfolgung zu entkommen.

Nachdem er die Nachricht von Abbi erhalten hatte, schaute sich Cullen ein wenig um. Was er sah, gefiel ihm nicht. Noah und Jesse waren immer bei Ethan, und sie sahen so zugedröhnt und benommen aus, dass Cullen sich sicher war, dass sie nicht aus freien Stücken dort herumhingen. Als Abbi ihn auf seinem Handy anrief, erklärte sich Cullen bereit, Noah und Jesse bei der Flucht zu helfen.

Jetzt bin ich total am Arsch.

Der Meister trommelte mit seinen langen Fingern auf den Schreibtisch, wartete offensichtlich auf eine Antwort, aber was sollte Cullen sagen? Vielleicht wäre es am besten, den Dummen zu spielen. Cullen täuschte eine verwirrte Miene vor.

„Hast du deine Zunge verschluckt, Cullen?“

„Es tut mir leid, Sire, aber—“

„Vielleicht hilft das deinem Gedächtnis auf die Sprünge.“ Ethan griff nach einem Mobiltelefon, das auf Christophes Schreibtisch lag.

In einer Schrecksekunde durchsuchte Cullen seine Taschen und fand sie leer. Verdammte Scheiße!

„Hast du etwas verloren, Cullen?“

Ethans spöttisches Lächeln nervte Cullen. Er warf einen kurzen Blick auf Christophe. Der Meister lächelte nicht. Wie zum Teufel war Ethan an sein Telefon gekommen? Cullen wollte danach greifen, aber Ethan hielt es außer Reichweite. Der vernarbte Vampir drückte ein paar Tasten und begann, die Nachrichten durchzugehen. Er las mit abfälliger Stimme vor.

„Bitte hilf uns, ich habe Angst um Noah und Jesse—“

„Stopp!“, sagte Cullen.

„Warum? Willst du keine Anerkennung für deinen Einsatz als barmherziger Samariter?“

„Das ist Privateigentum. Gib es mir.“

„Das ist jetzt ein Beweisstück.“ Ethan lachte und sein entstelltes Gesicht sah noch unheimlicher aus. Er grinste und hatte sichtlich Spaß dabei.

Cullens Gehirn arbeitete mit Hochgeschwindigkeit und versuchte, sich eine Erklärung auszudenken. Ihm fiel nichts ein, und so stand er still und besorgt da.

„Genug!“ Christophe fauchte. Seine Granitaugen blickten von Cullen zu Ethan und wieder zu Cullen. „Es hat keinen Sinn, sich dumm zu stellen, Cullen. Wir wissen, dass du vorhast, den beiden Menschen zu helfen, die Kolonie zu verlassen. Und wir wissen, wann und wie.“

Es war an der Zeit, sich schuldig zu bekennen und sich der Gnade des Gerichts auszuliefern. „Es tut mir leid, Sire. Ich habe Dr. Longshadow geholfen. Aber es war schon immer so, dass menschliche Spender gehen durften, wann sie wollten, also habe ich natürlich angenommen, dass es kein Problem gibt.“

Ethan schnaubte. „Annahmen sind die Mutter aller Fehler. Und du hast einen gewaltigen Fehler gemacht“, fügte er hinzu.

„Die Menschen sind nicht das Problem“, sagte Christophe. „Sondern die Tatsache, dass du einer Verräterin geholfen hast.“

„Meine Frau und ihre kleine Bande von Außenseitern und Freaks sind gesuchte Flüchtige“, sagte Ethan. „Sie haben das Feuer gelegt, bei dem mehrere unserer Leute getötet und verletzt wurden. Ganz zu schweigen von der Zerstörung von Eigentum.“

Christophe schlug mit der Faust auf den Schreibtisch. „Cullen, das Entscheidende ist, dass du einem Verräter geholfen und ihn unterstützt hast. Das ist Hochverrat. Darauf steht die Todesstrafe.“

Wenn Cullen nicht schon blass wäre, wäre er aschfahl geworden. Seine Knie zitterten. „Ich hatte keine Ahnung …“

Christophes Gesichtsausdruck wurde weicher. „Ich gebe dir eine Chance, die Sache umzukehren. Fahre mit deinem Plan fort, aber lass Abbigale annehmen, dass Ethan und ich nichts davon wissen. Du wirst die Menschen nach Arcadia begleiten. Dort angekommen, wirst du meine Augen und Ohren sein. Ich erwarte häufige Telefonanrufe. Wenn du das für mich tust, wirst du deinen Status in unserer Gemeinschaft wiedererlangen.“ Christophe nickte Ethan zu, der das Handy an Cullen zurückgab.

Was für eine Katastrophe! Es musste einen Weg geben, um aus der Sache herauszukommen. „Sie erwarten nicht, dass ich mit ihnen gehe, Sire. Sie werden sich niemals darauf einlassen.“

Christophe schaute ihn scharfsinnig an. „Das werden sie, wenn sie glauben, dass du in Gefahr bist. Überzeuge sie. Du wirst die Wahrheit nicht verfälschen.“

Cullen hatte keine Lust, die Lykanerstadt zu besuchen, aber er sah ein, dass es keine Option war, in der Kolonie zu bleiben. Er stellte sich vor, wie er von einem Rudel geifernder Hunde umgeben war, und sein Herz sank.

Sich mit dem Unvermeidlichen abfindend, sprach er leise. „Wie lange werde ich in Arcadia bleiben, Sire?“

„So lange wie nötig. Ich will alles wissen, was vor sich geht. Finde heraus, ob Abbi immer noch an einer alternativen Blutversorgung für die Symbionten arbeitet.“ Ein böses Grinsen zeichnete sich auf Christophes Gesicht ab. „Und was noch wichtiger ist, ist der Storch mit dem Lykanerbaby schon eingetroffen?“

Kapitel 2

Aidan starrte die hochschwangere Frau an, die gerade die Tür geöffnet hatte.

Das ist also die Mutter von Hunters Baby.

Kaum zu glauben. Hunter hatte sie als heißblütige Verführerin beschrieben, eine unzähmbare Wölfin mit der Macht, einen schwulen Mann auf die Knie zu zwingen und sich zu unterwerfen. Aidans neu erworbene Lykaner-Eigenschaften gingen mit einer eifersüchtigen Ader einher, und er war wütend, seit er erfahren hatte, dass Hunter eine schwangere Wölfin in Arcadia zurückgelassen hatte. Aber diese Frau sah ganz anders aus als das Bild, das Aidan in seinem Kopf erschaffen hatte. Ihr goldbraunes Haar hing glanzlos herab, und ihr blasser Teint ließ die Sommersprossen auf ihrem Nasenrücken besonders deutlich hervortreten. Ihre Lippen waren farblos — trocken und rissig. Aidan konnte erkennen, dass es ein Mund war, der nicht oft lächelte.

Ist das Hunters Schuld? Oder nur ihre Persönlichkeit?

Aidan hatte keine Ahnung. Sie trafen sich zum ersten Mal. Es war erst zwei Tage her, dass er und Hunter mit den anderen Symbionten aus der Kolonie geflohen waren und in Arcadia Zuflucht gefunden hatten.

---ENDE DER LESEPROBE---