Hunter und der Habicht - Gale Stanley - E-Book

Hunter und der Habicht E-Book

Gale Stanley

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Beschreibung

Vampirhabichte und Wolfswandler haben zwei Dinge gemeinsam: ihren Hass aufeinander und ihre schwindenden Populationen. Beide Arten sind vom Aussterben bedroht. Ein Vampir kennt das Geheimnis des Überlebens — wenn er die Lykaner zur Kooperation bewegen kann. Doch als der Vampir Aidan Longshadow auf der Suche nach dem Alpha in die Wolfshöhle kommt, ist er kaum durch die Tür, da wird er schon angegriffen. Hunter Black, ein lykanischer Vollstrecker, kommt ihm zu Hilfe und befragt ihn. Aidan bietet an, Informationen über den Mord an Hunters Freund gegen Lykanerblut zu tauschen. Hunter hält das zunächst für eine Falle, doch Aidan überzeugt ihn, dass die Antwort auf das Überleben beider Arten in ihrem Blut liegen könnte. Hunter erklärt sich bereit, Aidan im Austausch gegen den Namen des Mörders heimlich zu helfen, aber er bekommt mehr, als er erwartet hat, als er sich in den verführerischen Vampir verliebt. Als die Nachforschungen schief gehen, ist er sich sicher, dass er von den intriganten Blutsaugern benutzt wurde. Aber ist Aidan der wahre Feind, oder ist es jemand, der ihm näher steht? Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 38.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel Eins

Kapitel Zwei

Kapitel Drei

Kapitel Vier

Kapitel Fünf

Kapitel Sechs

Kapitel Sieben

Kapitel Acht

Kapitel Neun

Kapitel Zehn

Kapitel Elf

Kapitel Zwölf

ÜBER GALE STANLEY

LESEPROBE:

Hunter und der Habicht

Vampirhabichte und Wolfswandler haben zwei Dinge gemeinsam: ihren Hass aufeinander und ihre schwindenden Populationen. Beide Arten sind vom Aussterben bedroht. Ein Vampir kennt das Geheimnis des Überlebens — wenn er die Lykaner zur Kooperation bewegen kann. Doch als der Vampir Aidan Longshadow auf der Suche nach dem Alpha in die Wolfshöhle kommt, ist er kaum durch die Tür, da wird er schon angegriffen.

Hunter Black, ein lykanischer Vollstrecker, kommt ihm zu Hilfe und befragt ihn. Aidan bietet an, Informationen über den Mord an Hunters Freund gegen Lykanerblut zu tauschen. Hunter hält das zunächst für eine Falle, doch Aidan überzeugt ihn, dass die Antwort auf das Überleben beider Arten in ihrem Blut liegen könnte. Hunter erklärt sich bereit, Aidan im Austausch gegen den Namen des Mörders heimlich zu helfen, aber er bekommt mehr, als er erwartet hat, als er sich in den verführerischen Vampir verliebt. Als die Nachforschungen schief gehen, ist er sich sicher, dass er von den intriganten Blutsaugern benutzt wurde. Aber ist Aidan der wahre Feind, oder ist es jemand, der ihm näher steht?

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: rund 38.000 Wörter

GALE STANLEY

Hunter und der Habicht

Gefährten in Symbiose 1

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Hunter and the Hawk“:

Gale Stanley

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2022

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Für alle, die glauben, dass wahre Liebe keine Grenzen kennt.

Kapitel Eins

Hunter betrat den Club und hatte sofort den Geruch von Testosteron, Pheromonen und Schweiß in der Nase. Samstagnächte waren in der Wolfshöhle einfach nur wild. Er winkte Doug, dem anderen Vollstrecker, zu, während er sich in der wimmelnden Masse der posierenden Werwölfe umsah. Die Macho-Werwölfe, voll von wilden Tiergeistern, benahmen sich so gut, wie man es erwarten konnte. Wölfe kämpften. Das lag in der Natur der Tiere. Alles konnte das auslösen — ein Rempler im Vorbeigehen, Eifersucht auf die Aufmerksamkeit eines Mannes für einen anderen oder ein Gerangel um die Vorherrschaft im Rudel.

Prävention war immer die beste Strategie. Ein paar Ordnungshüter, die an der Bar oder auf der Tanzfläche stationiert waren, reichten normalerweise aus, um eine testosteronfreundliche Atmosphäre aufrechtzuerhalten. Heute Abend war es die Aufgabe von Hunter und Doug, den Frieden zu wahren. Hunter war nicht in Kampfstimmung. Hoffentlich würde die bloße Anwesenheit der Aufpasser des Alphas ausreichen, um eine Schlägerei zu verhindern.

Hunters üblicher Aussichtspunkt war ein erstklassiger Platz neben der Tanzfläche. Von dort aus konnte er den Eingang und einen großen Teil des Raums überblicken. Zuerst machte er einen Rundgang durch den Club. Es dauerte nicht lange. Das Erdgeschoss war ein großer rechteckiger Raum. Die Billardtische und eine Treppe zum oberen Stockwerk befanden sich am gegenüberliegenden Ende der Tanzfläche. Die Bar verlief fast über die gesamte Länge des Raumes.

Hunters Augen waren überall gleichzeitig. Er hielt Ausschau nach bestimmten Typen — den Unruhestiftern, denjenigen, die sich nicht beherrschen konnten, und denjenigen, die es konnten, sich aber gerne prügelten. Eigentlich sah alles friedlich aus, aber irgendetwas stimmte an diesem Abend nicht. Hunters Instinkt sagte ihm, dass sich Ärger anbahnte. Er konnte zwar nicht genau sagen, was es war, aber er fühlte sich trotzdem unruhig.

Erwarte das Unerwartete.

Das war das Motto, nach dem er lebte. Vielleicht war in der Menschenwelt das Sehen alles, aber bei Wölfen ging es mehr um Instinkt — und Geruch. Er schaute wieder zur Tanzfläche, um sich zu vergewissern, dass alles reibungslos ablief, und versuchte, die Ursache für sein Unbehagen zu finden. Er sah keine Kämpfe ausbrechen. Jedenfalls noch nicht.

Hunters Blick landete auf der kleinen Bühne neben der Tanzfläche, wo Nicky, der DJ des Abends, gerade seine Lautsprecher einsteckte und die Anlage testete. Kein Wunder, dass Doug um eine Schicht für heute Abend gebeten hatte. Der andere Vollstrecker hatte eine Schwäche für Nicky. Schlimm genug, dass er sich in einen anderen Kerl verknallt hatte, Doug musste sich auch noch einen Omega aussuchen.

Da es so wenige Wölfinnen im Rudel gab, hatten die Männer begonnen, sich gegenseitig ihre sexuelle Frustration zu nehmen. Rafe, der Alpha des Rudels, hatte homosexuelle Begegnungen immer missbilligt. Seiner Meinung nach sollte ein Wolf seinen Samen in eine der verbleibenden Wölfinnen ergießen, wenn er ihn schon ergoss. In einer perfekten Welt hätte jeder Wolf eine Gefährtin, die ihn glücklich machen würde. Leider gab es in der realen Welt nicht genug Frauen für alle. Rafe hatte versucht, alle glücklich zu machen, indem er Zeitpläne einführte. Eine schlechte Idee. Seine Zeitpläne nahmen dem Sex die Spontanität und verursachten außerdem eine Menge Eifersucht.

Und die Männer brauchten immer noch ein Ventil für ihre sexuelle Begierde. Wolfswandler waren geile Geschöpfe, und Masturbation befriedigte sie nur bis zu einem gewissen Grad, bevor sie gemein wurden und in Schwierigkeiten gerieten. Schließlich hatte Rafe die Nase voll gehabt und begonnen, Sex zwischen Männern zu fördern. Er eröffnete sogar die Wolfshöhle und schenkte den Wandlern kostenlosen Alkohol aus. Wenn einige Männer für die Nacht keinen Anschluss finden konnten, befahl Rafe den Omegas, sie zu befriedigen. Es wurde zu einer regelmäßigen Sache, und von allen wurde erwartet, dass sie das Programm mitmachten.

Aber nicht alle waren glücklich darüber. Nach der Ankündigung hatte es eine Menge Streit gegeben, aber nicht von den Omegas selbst. Ihre unterwürfige Natur schuf keine Konfrontationen, und sie standen in der Rudelhierarchie an unterster Stelle. Die meisten Meinungsverschiedenheiten stammten von Wölfen, die die Omegas als Liebhaber betrachteten und es nicht mochten, dass sie teilen mussten — wie Doug. Ihre Proteste halfen nichts. Das Wort des Alphas war Gesetz, und was immer er tat, diente dem Wohl des Rudels. Wolfswandler waren eine aussterbende Rasse, und das erforderte drastische Maßnahmen. Jeder musste seinen Beitrag leisten, um den Frieden und die Harmonie im Rudel zu erhalten. Gegen diese Logik konnte niemand etwas einwenden.

Das Kreischen des Mikrofons unterbrach Hunters Gedanken und ließ ihn zusammenzucken. Als der Lärm aufhörte, ging er zu Nicky hinüber, um ihn zu begrüßen.

Nicky blickte auf, strich sich eine dunkelblonde Haarsträhne zurück und lächelte. „Wie geht’s, Hunter?“

Der kleine Kerl brachte Hunter immer zum Lächeln. Nicky war gerade mal Anfang zwanzig, etwa eins fünfundsiebzig groß, und seine schlanke Gestalt ließ ihn noch jünger und kleiner erscheinen, aber es waren Nickys Augen, die die Aufmerksamkeit eines Mannes wirklich fesselten. Es waren die größten und blauesten Augen, die Hunter je gesehen hatte, und sie lächelten immer. Das war selten für einen Wolf — die Farbe und das Lächeln. Ein Lächeln, das die Augen einer Person erreichte, war ein echtes Lächeln — eines, das von Glücklichsein herrührte. Nickys Lächeln ließ Hunter innerlich warm werden. Er stellte sich vor, dass es auch Doug warm werden ließ, aber auf eine andere Art.

„Ich habe ein Auge auf dich“, sagte Hunter zu dem Jungen und deutete auf seine Brust.

Nicky würde wissen, was er meinte. Hunter hielt ihm den Rücken frei, falls es Probleme gab.

„Ich werde versuchen, mich zu benehmen.“ Nickys Grinsen war eine Meile breit.

Hunter war ein wenig besorgt um Nicky. Er war heute Abend der einzige Omega hier, und bei einer so großen Menge an geilen Wölfen würde der kleine Kerl wahrscheinlich sehr gefragt sein. Das würde Doug nicht gefallen, der Nicky von einem Barhocker aus beobachtete. Hunter blieb noch eine Weile in der Nähe, nur um die geilen Hunde wissen zu lassen, dass er da war und aufpasste.

Nicky spielte eine Mischung aus Rock, Rap und Hip-Hop, aber zu Hunters Freude streute er auch einige Stücke aus den Achtzigern ein. „Thriller“ von Michael Jackson, die Beastie Boys, Madonna ... Musik aus den Achtzigern war echt der Hammer! Die heutige Musik konnte dem nicht das Wasser reichen.

Hunters Laune verbesserte sich dramatisch, und plötzlich brannte er darauf, eine Runde Billard zu spielen. Ein paar Wandler hingen um den großen Billardtisch herum, als ob sie nur auf ihn warten würden. Hunter hatte einen Ruf als Billard-Hai, und die jüngeren Typen wollten ihn immer herausfordern.

Hunters Vater — möge er in Frieden ruhen — hatte ihm das Spielen beigebracht, sobald er alt genug war, um einen Billardqueue zu halten. Als Hunter genug Hand-Augen-Koordination entwickelt hatte, um die Kugel zu stoßen, stellte sein Vater einen kleinen Hocker an den Rand des Billardtisches, und Hunter war ein ziemlich guter Spieler geworden.

Hunter gewann das erste Spiel, und ihm gehörte der Tisch, er spielte Kombinationen und landete Treffer, die fast unmöglich schienen. Die Jungs wollten ein weiteres Spiel, und sie akzeptierten kein Nein als Antwort. Hunter stimmte zu, und einer der anderen Männer begann das Spiel. Es dauerte nicht lange, bis Hunter an der Reihe war.

Abgelenkt durch eine Menge schriller Pfiffe und Rufe von der anderen Seite des Raumes, richtete sich Hunter auf und schaute hinüber, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung war.

Nicky war vom DJ zum Entertainer geworden — er tanzte auf der niedrigen Behelfsbühne, während die Jungs ihm zuriefen, er solle alles ausziehen. Er tanzte und wackelte mit dem Hintern, und dann begann er, sein Hemd aufzuknöpfen. Die Pfiffe und Zurufe der betrunkenen Menge spornten ihn an. Als nächstes flogen seine Schuhe weg. Jemand aus der Menge fing sie auf, und Nicky öffnete den Reißverschluss seiner Hose. Er drehte dem Publikum den Rücken zu und schob seine Jeans über seine schlanken Hüften bis zu den Knöcheln. Als er versuchte, aus der Jeans zu schlüpfen, stolperte er und fiel hin, so dass er mit dem Hintern auf der Bühne landete. Es wurde viel gelacht, und es sah so aus, als ob alle Spaß hätten.

Hunter wandte sich wieder seinem Spiel zu. Er richtete sein Kinn auf den Queue und konzentrierte sich auf sein Ziel. Die Spielkugel lag direkt vor seinem Gesicht und wartete darauf, in die Aussparung zu fallen. Er studierte sie und stellte sich vor, wo die weiße Kugel auftreffen musste, um seinen Stoß zu machen. Er hielt den Queue waagerecht und machte ein paar Aufwärmstöße.

Perfekt. Das Spiel ist so gut wie gewonnen—

„Hundekampf!“

Mist! Einen perfekt gezielten Schuss versaut.

Angewidert warf er seinen Queue weg und ging quer durch den Raum zur Tanzfläche. Als er näher kam, sträubten sich die Haare in seinem Nacken. Es war erst Mitternacht und schon brach ein Kampf aus. Verdammt noch mal, warum konnten sie ihren Streit nicht draußen austragen? Warum mussten sie den Abend für alle ruinieren?

Als Hunter sich seinen Weg durch die Menge bahnte, schien die Luft vor Spannung überladen zu sein. Er schob ein paar johlende Männer aus dem Weg und sah, dass Nicky im Zentrum der Feindseligkeiten stand. Offenbar hatte jemand in der Menge seine Hände an Nicky gelegt, und Doug war nicht glücklich darüber.

Verdammt! Das ist Rafes Schuld.

Hunters Meinung nach war es ein Problem, die Omegas für Sex zu benutzen. Die Männer wurden ganz heiß und unruhig, und Rafes kostenloser Schnaps goss nur noch mehr Öl ins Feuer. Mehr und mehr entdeckte Hunter, dass er mit den Methoden ihres Rudelführers nicht einverstanden war, aber er zollte Rafe den Respekt, den dieser als Alpha verdiente, und hielt den Mund.

Hunter stand am Rand und beobachtete die Szene. Doug konnte eine echte Nervensäge sein. Er war witzig, intelligent und ein verdammt guter Vollstrecker. Leider hatte er eine große Klappe — und einen großen Ständer für Nicky. Doug war ein großer Kerl, aber der andere Wolf, Toby, ein rothaariger Riese, überragte ihn. Der Wolfswandler hatte eine Menge gelocktes rotes Haar und ein entsprechendes Temperament. Er und Doug schlichen um den Jungen herum wie zwei wilde Tiere. Nicky sah erschrocken aus.

„Halt dich zurück“, warnte Toby Doug. „Ich habe zuerst ein Auge auf ihn geworfen.“

Dougs Oberlippe hob sich, er entblößte seine Zähne und stieß ein leises, warnendes Knurren aus. Das bedrohliche Knurren brachte Toby nicht im Geringsten aus der Ruhe. Plötzlich packte Toby Nicky von hinten. Er rieb seine Wange an Nickys nackter Schulter und zwickte dann in das Fleisch des Jungen. Nicky zuckte zusammen, und ein dünnes Wimmern entrang sich seinem Mund.

Dougs Nasenflügel flatterten, und seine Augen brannten wie Laserstrahlen auf Toby. „Lass ihn los.“

Tobys muskulöser Körper spannte sich an. An seinem dicken Hals zeichneten sich Adern ab, und eine pochte an seiner Schläfe. „Fick dich.“

Nicky versuchte, sich aus Tobys Griff zu befreien, aber der Griff des Rotschopfs wurde härter, und seine dicken Finger gruben sich tief ein. Er würde blaue Flecken hinterlassen.

Sie würden schnell heilen, aber das machte es nicht okay.

Doug gab ein Knurren von sich und spannte sich an, bereit zum Angriff.

Zwei verdammt arrogante Wandler, die dachten, sie könnten sich alles nehmen, was sie wollten. Hunter schnaubte angewidert. „Lass ihn los, Toby.“ Hunters Stimme war ruhiger, als er sich fühlte.

Toby schüttelte den Kopf. „Er gehört mir. Ich—“

„Nicky will mit mir kommen“, warf Doug ein.

„Er ist ein Omega. Es ist nicht seine Entscheidung.“ Toby knurrte.

Ein kalter Schauer lief Hunter den Rücken hinauf. „Der Junge hat immer noch das Recht, Ja oder Nein zu einem Partner zu sagen. Unter meiner Aufsicht wird es keine Vergewaltigung geben.“ Hunter sah Nicky an. „Toby oder Doug? Oder willst du für heute Schluss machen und nach Hause gehen?“

Nicky biss sich auf die Lippe und hatte offensichtlich Angst, den Mund aufzumachen.

„Nicky?“

Der Junge sagte etwas, aber es war so leise, dass Hunter es nicht verstehen konnte. „Sprich lauter.“

„Doug.“

Doug streckte mit einem selbstgefälligen Gesichtsausdruck eine Hand nach Nicky aus, der sie ergriff und sich von Doug in seine Arme ziehen ließ. Eine Liebesbeziehung? Zum ersten Mal wurde Hunter klar, dass Nicky echte Gefühle für Doug hatte. Das könnte in der Zukunft zu Problemen führen. Er schob den Gedanken beiseite. Er hatte in der Gegenwart schon genug Probleme zu bewältigen.

Toby drehte sich zu Hunter und knurrte. „Du wirst es noch bereuen, dass du dich eingemischt hast, Hunter.“

Hunter benutzte seine Augen als Waffe. Er fixierte seinen Blick auf Toby und starrte ihn bedrohlich an. Dann spuckte er Toby vor die Füße und wandte sich ab. Er atmete erleichtert auf, weil er nur knapp einer Schlägerei entgangen war, und machte sich auf den Weg zur Bar, um etwas zu trinken. Er trank nie, wenn er im Dienst war, aber heute Abend brauchte er einen Drink. Rafes Entscheidungen machten es schwieriger, die Männer zu kontrollieren, nicht einfacher. Das Verhalten eines eifersüchtigen Lykaners wurde mit jedem Schluck Alkohol unberechenbarer. Unerwartete Fehlentscheidungen, Unwissenheit und spontane Wutausbrüche hielten Hunter bei jeder Schicht auf Trab. Es wurde immer schwieriger, das Bedürfnis zu vermeiden, handgreiflich zu werden. Und er war ein Typ, der alles tat, um nicht kämpfen zu müssen. Nicht, dass er sich nicht beherrschen konnte. Das konnte er. Hunters Kampffähigkeit hatte sich nicht aus der Not heraus entwickelt. Seine Kindheit war nicht von Mobbing oder Schlägen durch engstirnige Menschen geprägt gewesen. Die Kraft und die richtigen Bewegungen waren ihm einfach in die Wiege gelegt worden. Glücklicherweise hatte er eine hohe Toleranz für die Dummheit und Arroganz der anderen Lykaner, und er musste sie nur selten einsetzen.

Aber die Stimmung schien in diesen Tagen leichter hochzukochen, und Hunter fragte sich, wie lange es noch dauern würde, bis er seine Fäuste einsetzen müsste, um diese Situationen unter Kontrolle zu halten. Ein Gespräch mit dem Alpha war angesagt, und zwar lieber früher als später.

Hunter nahm an der Bar Platz, und Tyler schob ihm eine Flasche Mineralwasser vor die Nase.

Hunter schob sie beiseite und grunzte den Barkeeper an. „Gib mir ein Bier.“

Tyler hob eine Augenbraue, stellte aber einen Becher vor Hunter hin. „Harte Nacht?“

„Nicht mehr als sonst. Danke.“

„Du bist völlig gestresst. Du musst lockerer werden.“ Tyler zwinkerte, während er sich vorbeugte und seine Ellbogen auf der Bar abstützte. Er lächelte Hunter verführerisch an. „Ich gebe eine ganz ordentliche Massage. Was machst du später, Süßer?“

Hitze lief Hunter den Rücken hinauf, aber er ignorierte sie. Vielleicht war er verrückt, einen sexy Wolf wie Tyler abzulehnen. Er wusste, dass der Barkeeper keinen festen Gefährten hatte und Affären der Monogamie vorzog. Seine sexuelle Frustration mit einem Mann wie Tyler abzubauen, wäre kein Problem, aber er weigerte sich, es in Betracht zu ziehen.

Feigling. Willst du dich für immer hinter deiner Trauer verstecken?

Als er noch ein Welpe war, überzeugten ihn ein paar unerfahrene sexuelle Begegnungen davon, dass er Männer bevorzugte. Dann hatte Rafe ihn mit einer weiblichen Gefährtin zusammengebracht, und er hatte diese Triebe unterdrückt. Er hätte sich auch Liebhaber nehmen können, aber er hatte sich entschieden, treu zu bleiben. Er war seit seiner Jugend nicht mehr mit einem Mann zusammen gewesen. Zum Teufel, er war fast sein ganzes Leben lang mit niemandem außer Tena zusammen gewesen. Er wüsste nicht, was er mit einem Mann anfangen sollte. Tyler würde ihn glatt aus dem Bett lachen. Er griff nach der Flasche. „Rafe würde einen Anfall bekommen.“

Tyler verzog das Gesicht. „Hast du deine Pflicht mit einer der Wölfinnen schon erfüllt?“

Hunter schüttelte den Kopf.

„Irgendwann musst du damit anfangen.“ Tyler senkte seine Stimme. „Hör zu, wir können die Sache geheim halten. Was Rafe nicht weiß, macht ihn nicht heiß.“

Hunter nahm einen langen Schluck. „Ich arbeite eine Doppelschicht.“

Der Barkeeper seufzte bedauernd. „Du weißt ja, was man über viel Arbeit und kein Vergnügen sagt.“

„Nein. Was sagt man?“

„Dass es scheiße ist.“ Tyler nahm seine Hand und drehte sie um. „Du lässt dir langsam Haare auf den Handflächen wachsen.“ Er rieb mit dem Daumen über Hunters Handfläche.

Diese eine kleine Berührung fühlte sich verdammt gut an. Es war schon lange her, dass ihn jemand berührt hatte. Hunter zog seine Hand weg, bevor er nachgab, und betrachtete seine Handfläche. Es würde ihn nicht überraschen, wenn sich Stoppeln in dem Fleisch abzeichneten.

Tyler lachte. „Wenn du deine Meinung änderst, weißt du ja, wo du mich findest.“

Tylers wohlgeformter Hintern zog Hunters Aufmerksamkeit auf sich, als er wegging. Scheiße! Hunter spülte ein paar Aspirin mit einem kräftigen Schluck Bier hinunter und hielt den kalten Krug an seinen Kopf. Seine Schläfen pochten zum heißen, pulsierenden Beat der elektronischen Tanzmusik. Bunte Lichter um die Tanzfläche herum blinkten im Spiegel über der Bar, und der Schmerz in seinem Kopf wurde stärker. Am liebsten würde er jeden Tag draußen auf Patrouille gehen.

Ein stämmiger Wolf nahm den Hocker neben ihm ein und begegnete seinem Blick im Spiegel. Der Mann lächelte ihn an und beugte sich zu Hunter hinüber, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern. „Willst du ein Bier?“

Hunter rümpfte die Nase über den Gestank von ungewaschenem Hund und hielt seinen Krug hoch. „Nein, danke. Ich habe schon eins.“ Was zum Teufel? Ist heute Nacht Vollmond? Wenn er sein Zölibat brechen wollte, dann mit Tyler, nicht mit Harry. Harry kam ihm immer wie ein grausamer Bastard vor, ein Tölpel, nicht jemand, mit dem er auf Tuchfühlung gehen wollte.

Hartnäckig legte der Mann eine haarige Pfote auf Hunters Oberschenkel und drückte zu. „Wie wär’s mit einem Tanz? Sie spielen gerade unser Lied.“

Hunter wandte rasch den Kopf. Seine Lippen verzogen sich zu einem tiefen, drohenden Knurren. Harry wich zurück und hob kapitulierend die Hände. „Ein andermal.“

Hunter ignorierte ihn. Er war hier, um nach Ärger Ausschau zu halten, nicht um ihn anzufangen. Und wenn er in einen Kampf verwickelt wurde, würde der Alpha es auf sexuelle Frustration schieben und sich noch mehr anstrengen, eine Gefährtin für ihn zu finden.

Er und Rafe kannten sich schon lange. Sie waren mehr wie Brüder als wie Freunde. Obwohl Rafe fünf Jahre älter war, hatten sie als Kinder immer zusammen abgehangen. Hunter hatte ihn vergöttert, und der ältere Junge hatte es genossen, auf ein Podest gestellt zu werden.

Hunter war sechzehn gewesen, als Rafe Ulric, den alten Bastard, der damals Alpha war, herausforderte. Rafe hatte mit Leichtigkeit gewonnen, und als frischgebackener Anführer war Rafe heiß darauf, dem Rudel zu zeigen, was er konnte. Er hatte sich mehrfach bewährt, und als es offensichtlich wurde, dass ihre Zahl schwand, akzeptierte das Rudel Rafes Bemühungen, die Vermehrung zu steigern. Rafe schwor, dass er das Blatt wenden würde, und er führte seine eigenen Zuchtstudien durch.

Die Wandler waren nicht ganz glücklich, als Rafe anfing, ihre Gefährten auszuwählen, aber sie folgten seinen Anweisungen zum Wohle des Rudels. Hunter paarte sich bereitwillig mit Tena.

---ENDE DER LESEPROBE---