Kade und die Gefangenen - Gale Stanley - E-Book

Kade und die Gefangenen E-Book

Gale Stanley

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Beschreibung

Noah Davis träumt von Werwölfen und geht in die Wolfshöhle, wo er nach etwas Spaß sucht. Der Alpha des Rudels hat Pläne für den menschlichen Mann, der an der Bar trinkt, und befiehlt seinem Vollstrecker Kade Barker, Noah zu verführen. Der blauäugige Blondschopf ist ein echter Augenschmaus, und Kade stimmt zu. Doch dann fliegen die Funken, und der Wandler fragt sich, ob er derjenige ist, der verführt wurde. Noah hat eine Nacht mit wildem Sex, die er nie vergessen wird, aber er bekommt mehr, als er erwartet hat, als er merkt, dass sein Lykaner-Liebhaber ihn eingesperrt und den Schlüssel weggeworfen hat. Währenddessen folgt sein Freund Jesse Ford Noah nach Arcadia City. Jetzt sind beide Menschen Gefangene – und Spielfiguren im Krieg zwischen Wandlern und Vampiren. Als der Alpha schließlich seinen Plan für die menschlichen Männer offenbart, bekommt Kade Zweifel und ist sich nicht sicher, ob er ihn ausführen kann. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: 29.000 Wörter

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

ÜBER GALE STANLEY

LESEPROBE:

Kade und die Gefangenen

Noah Davis träumt von Werwölfen und geht in die Wolfshöhle, wo er nach etwas Spaß sucht. Der Alpha des Rudels hat Pläne für den menschlichen Mann, der an der Bar trinkt, und befiehlt seinem Vollstrecker Kade Barker, Noah zu verführen. Der blauäugige Blondschopf ist ein echter Augenschmaus, und Kade stimmt zu. Doch dann fliegen die Funken, und der Wandler fragt sich, ob er derjenige ist, der verführt wurde.

Noah hat eine Nacht mit wildem Sex, die er nie vergessen wird, aber er bekommt mehr, als er erwartet hat, als er merkt, dass sein Lykaner-Liebhaber ihn eingesperrt und den Schlüssel weggeworfen hat. Währenddessen folgt sein Freund Jesse Ford Noah nach Arcadia City. Jetzt sind beide Menschen Gefangene – und Spielfiguren im Krieg zwischen Wandlern und Vampiren. Als der Alpha schließlich seinen Plan für die menschlichen Männer offenbart, bekommt Kade Zweifel und ist sich nicht sicher, ob er ihn ausführen kann.

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.

Länge: 29.000 Wörter

GALE STANLEY

Kade und die Gefangenen

Gefährten in Symbiose 5

Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene

ME AND THE MUSE PUBLISHING

www.meandthemuse.com

Copyright © der englischen Originalausgabe „Kade and the Captives“:

Gale Stanley

Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:

Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe

Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2022

Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs

URHEBERRECHTLICH GESCHÜTZT:

Dieses Buch darf ohne vorherige eindeutige schriftliche Zustimmung des Urheberrechtsinhabers in keinerlei Form, weder ganz noch auszugsweise, vervielfältigt und / oder vertrieben werden. Dies beinhaltet auch die elektronische und fotografische Vervielfältigung sowie zukünftig entwickelte Methoden. Ebenso ist die kostenlose Weitergabe dieses Buches, beispielsweise über sogenannte File-Sharing Sites ausdrücklich untersagt.

Mit dem Erwerb eines E-Books erhält der Käufer die Lizenz zur persönlichen Nutzung, ist jedoch nicht zur Weitergabe des Inhaltes an Dritte, weder gegen Entgelt noch kostenlos, berechtigt.

Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.

Bitte beachten:

Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.

Widmung

Dieses Buch ist für meine Kinder.

Ihr seid meine größte Errungenschaft im Leben, und ihr macht mich so, so stolz. Ich liebe euch!

Kapitel 1

Wölfe!

Noah hörte sie in der Ferne heulen, als sie seine Witterung aufnahmen, und er wusste sofort, dass er ein toter Mann war. Der Gedanke an riesige Eckzähne, die ihm das Fleisch von den Knochen rissen und ihn Stück für Stück verschlangen, ließ seinen Herzschlag in die Höhe schnellen. Er sagte sich, er solle nicht in Panik geraten, aber er konnte nicht anders. Er flüchtete über die Joggingstrecke, sprintete über umgestürzte Baumstämme und duckte sich unter tief hängenden Ästen. Er stürzte sich rücksichtslos durch den Wald, wohl wissend, dass der Nervenkitzel der Verfolgung die Wölfe nur noch mehr anlocken würde. Je schneller er rannte, desto mehr verlangsamte sich die Zeit, und das Rudel holte immer weiter auf.

Keuchen hallte in seinen Ohren wider, und Noah stellte sich den heißen Atem der Bestien an seinem Hals vor. Mit aller Kraft, die er noch hatte, rannte er weiter, doch bald merkte er, dass es sein eigenes schweres Atmen war, das er hörte. Noah wurde noch etwas anderes klar. Er hatte einen Ständer, der drohte, aus seinen Laufshorts zu platzen. Von den großen bösen Wölfen gejagt zu werden, jagte ihm eine Heidenangst ein, aber es machte ihn auch an.

Durch die Entdeckung geschockt, bemerkte Noah den umgestürzten Baumstamm erst, als es zu spät war. Er ging hart zu Boden. Zwei Pfoten landeten auf seinem Rücken und hielten ihn fest. Sie machten ihn unbeweglich. Jetzt war der heiße Atem an seinem Hals definitiv echt. Noahs Puls schoss in die Höhe, und Schweißperlen liefen ihm über das Gesicht. Er begann zu zittern.

Weitere Wölfe schossen zwischen den Bäumen hervor und scharten sich um ihn. Sie kamen näher, mit gelben Augen und offenen Mäulern, die sabberten.

Wegen mir!

Der Druck auf seinem Rücken ließ nach, aber Noah war zu erschöpft, um wegzulaufen. Außerdem, wohin sollte er gehen? Er war umzingelt.

Die Wölfe standen völlig still, wie Tierstatuen in einer Tierpräparationsanstalt. Dann sanken sie einer nach dem anderen in die Hocke. Die Luft um sie herum verschwamm und füllte sich mit knackenden Geräuschen. Die Schnauzen zogen sich zurück. Ohren und Zähne wurden kürzer. Das Fell verschwand. Die Zeitrafferaufnahme der Wölfe zog Noah in ihren Bann.

Eine tiefe Stimme über Noahs Kopf knurrte. „Der hier gehört mir.“ Der Besitzer der Stimme hockte sich neben ihn und fuhr mit einer Hand über seinen Rücken.

Ich bin am Arsch.

Trotz seiner Angst war Noah härter als je zuvor in seinem Leben. Sein Schwanz war heiß und geschwollen und bettelte um Aufmerksamkeit. Wenn er schon sterben musste, würde er wenigstens glücklich sterben.

Die lange Klaue, die den Rücken seines Shirts und seiner Laufshorts hinunterstrich, ließ ihn erschaudern. Menschenhände rissen ihm die Kleidungsstücke vom Leib. Ein Windhauch kühlte den Schweiß auf seiner erhitzten Haut und ließ ihn noch mehr zittern.

Der Werwolf kniete hinter Noah und spreizte mit seinen kräftigen Schenkeln Noahs Beine. Große Hände streichelten Noahs Backen und stumpfe Daumen spreizten ihn auf. Die breite Spitze eines Schwanzes, heiß und glitschig vom Vorsperma, drückte gegen sein Loch. Noah wand sich, aber nicht, um wegzukommen. Er wollte näher kommen – ausgefüllt werden.

Der Werwolf knurrte und hielt Noahs Hüften fest, als er sich mit einem tiefen Stoß in ihm vergrub. Noahs Muskeln zogen sich um die harte Länge des Werwolfs zusammen und ließen sie beide aufstöhnen. Der Gestaltwandler begann sich zu bewegen. Er schien zu wissen, dass Noah es hart und schnell wollte. Die Hüften des Mannes stießen mit einer treibenden Kraft gegen Noah. Wie ein Rammbock zog sich der riesige Schwanz des Werwolfs heraus und stieß wieder hinein, wobei er jedes Mal an Noahs Prostata stieß. Noah dachte, er würde vor Lust sterben. Jede Sekunde brachte ihn dem Höhepunkt näher. Er strampelte und stieß unzusammenhängende Tierlaute aus, während sich seine Eier zusammenzogen. Eine große, warme Handfläche legte sich um seinen Körper und umklammerte seinen Schwanz. Ein Orgasmus flatterte in greifbarer Nähe–

* * * *

Jesse saß rittlings auf Noahs Hüften und schüttelte ihn erneut. „Wach auf. Verdammt noch mal, Noah. Wach verdammt noch mal auf!“

Noahs Augen flogen auf, gerade als er seine Ladung über Jesses Brust schoss. „Jesse?“, murmelte Noah.

„Ja, Jesse.“ Jesse griff nach der Lampe auf dem Nachttisch und schaltete das Licht ein. „Wen hast du denn erwartet?“

Noah blinzelte in das Licht und rieb sich die Augen. „Was ist passiert?“

„Sag du es mir. Du hast dich hin und her gewälzt, gestöhnt und geächzt. Als ich versucht habe, dich zu wecken, hast du mich vollgespritzt. Das muss ein verdammt feuchter Traum gewesen sein.“

„Tut mir leid. Ich wollte dich nicht wecken.“

„Kein Problem. Wie wäre es, wenn du ihn mir erzählst? Ich würde auch gerne abspritzen.“ Jesse rieb seinen Schwanz an Noahs.

Noah sackte in sich zusammen wie ein geplatzter Luftballon. Er ignorierte Jesses Einladung und mühte sich ab, aufzustehen. „Schau auf die Uhr, es ist fünf Uhr morgens. Der Wecker wird in ein paar Minuten klingeln.“

„Scheiß auf den Wecker. Nimm dir einen Tag frei.“

„Geht nicht. Das Netzwerk ist kaputt.“

„Und niemand außer dir kann es reparieren. Mach mal halblang.“

„Du weißt, dass Grady zu geizig ist, um eine richtige IT-Abteilung einzustellen.“

„Ich weiß nur, dass du keinen Sex mehr willst. Jedenfalls nicht mit mir. Mit wem vögelst du denn herum, Noah?“

„Niemand. Das ist verrückt. Ich will niemanden sonst. Lass mich aufstehen.“ Noah schob Jesse zur Seite wie einen alten Schuh und sprang vom Bett. „Ich muss duschen. Genau wie du.“

Wo ist die Liebe hin? „Scheiße! Früher hast du mich mit deiner Zunge sauber gemacht.“ Aber Noah war schon aus der Tür und auf dem Weg ins Bad.

Jesses Herz wurde schwer. Noah hat jemand anderen. Er hatte es schon lange vermutet, aber jetzt war er sich sicher.

Jesse hatte Noah vom ersten Moment an geliebt, als er ihn in der achten Klasse in ihr Klassenzimmer treten sah. Die Schule hatte bereits zwei Wochen zuvor begonnen, als der kleine blauäugige Blondschopf in sein Leben getreten war. Jesse konnte sofort sehen, wie nervös der Neue war, und er konnte es ihm nicht verdenken. Er wusste aus erster Hand, dass es die Hölle war, mit dreizehn anders zu sein. Jesse war schon immer ein Kind gewesen, das sich zurückhielt, aber irgendwie hatten die Tyrannen der Schule schon früh herausgefunden, dass er schwul war. Nach ein oder zwei Trachten Prügeln beschloss Jesse, sich zu wehren. Gott sei Dank hatte er einen Vater, der ihn verstand. Jesse Ford Senior war im College Boxer gewesen und brachte seinem Sohn das Kämpfen bei. Die Tyrannen fanden bald jemand anderen, auf den sie losgehen konnten.

Aber Noah Davis war kleiner als die anderen Jungen und auch als viele der Mädchen. Und er war schüchtern. Die langen blassblonden Haare und die blauen Augen waren auch nicht gerade hilfreich. Die Tyrannen hatten einen Heidenspaß daran, sich mit ihm anzulegen. Als Jesse sah, wie Noah herumgeschubst wurde, kamen alle seine Beschützerinstinkte zum Vorschein. Er machte es sich zur Aufgabe, den ganzen Tag nach dem Neuling Ausschau zu halten. Er und Noah hatten nicht viel Gelegenheit, miteinander zu reden, aber Jesse wusste, dass sie sich gut verstehen würden und dass es nach der Schule genug Zeit geben würde, um Freunde zu werden. Jesse suchte nach dem Unterricht nach Noah, und Gott sei Dank tat er das, denn er fand den schmächtigen Blonden umringt von einigen der größten Jungen der Schule. Sie verspotteten ihn, nannten ihn schwul und machten Kussgeräusche. Jesse konnte sehen, dass Noah zu Tode verängstigt war.

„Verdammte Schwuchtel.“

Als Jesse diese Worte hörte, rastete er völlig aus. Diese Dreckskerle halten sich für so mutig, wenn es drei gegen einen steht. Gleichen wir die Chancen ein wenig aus.

Jesse stürzte sich mit fliegenden Fäusten auf die Rüpel. Er schaffte es, ein paar gute Treffer zu landen, bevor einer der Lehrer herauskam und den Kampf beendete. Noah war peinlich berührt, aber dankbar. Der Rest war Geschichte.

Seitdem waren sie zusammen.

Was ist mit uns passiert?

Vielleicht waren sie schon zu lange zusammen. Sie waren seit der Mittelstufe wie an der Hüfte zusammengewachsen. In der Highschool fingen sie an, einander zu vögeln, und nach dem Abschluss zogen sie zusammen. Sie arbeiteten sogar für dieselbe Firma, wenn auch in unterschiedlichen Positionen. Noah war Techniker, während Jesse im Außendienst arbeitete.

Wie war es dazu gekommen, dass sie sich auseinandergelebt hatten und Jesse es nicht einmal bemerkt hatte. War ihr Leben zu einer so starren Routine geworden, dass Noah nicht mehr glücklich mit ihm war? Jesse musste zugeben, dass er zwar die Sicherheit einer stabilen, monogamen Beziehung und alles, was sie mit sich brachte, genoss, aber manchmal wurde es ihm doch ein bisschen zu viel. Wollte Noah ihn wegen einem anderen verlassen? Jesse könnte es nicht ertragen, wenn das passierte. In diesem Moment beschloss er, dass er alles tun würde, um ihre Beziehung zu retten.

* * * *

Noah trat in die Duschkabine und drehte das heiße Wasser auf. Der gleichmäßige Rhythmus des Strahls auf seinem Rücken beruhigte ihn normalerweise, aber nicht an diesem Morgen.

Was ist mit uns passiert?

Noah hatte Jesse geliebt, seit sie dreizehn waren. Noahs Eltern waren nach Seattle umgezogen, und Noah, der gerade erst entdeckt hatte, dass er schwul war, fühlte sich ohnehin schon anders als alle anderen. An seinem ersten Tag in einer neuen Schule war er sehr nervös. Es stellte sich heraus, dass er zu Recht ängstlich war. Nach Schulschluss traf Noah auf eine Gruppe von Mitschülern, die draußen darauf warteten, ihn anzugreifen. Sobald er sie sah, drehte er sich um und lief in die entgegengesetzte Richtung, aber sie umzingelten ihn. Einer der Jungen stieß einen Pfiff aus und forderte Noah auf, seinen Schwanz zu lutschen. Ein anderer nannte ihn eine verdammte Schwuchtel. Noah wusste, dass sie ihn windelweich prügeln würden. Gegen drei große Schläger konnte er sich nicht wehren, also schirmte er sein Gesicht mit den Armen ab und wartete auf den ersten Schlag. Der kam aber nicht. Stattdessen tauchte Jesse auf und kassierte die volle Breitseite. Jesse, sein weißer Ritter, teilte so gut aus wie er einsteckte, bis ein Lehrer sie erwischte und den Kampf beendete. Die Kinder, die den Angriff begonnen hatten, wurden drei Tage suspendiert, und Noah bekam einen Freund fürs Leben. Diese Rüpel hatten ihm einen Gefallen getan.

Und sobald Noah und Jesse miteinander schliefen, war es explosiv. Als sie sich dem Highschool-Abschluss näherten, sprachen sie darüber, zusammenzuziehen. Zuerst dachten sie, es würde nicht funktionieren, weil sie in vielerlei Hinsicht so gegensätzlich waren. Jesse war größer und dunkler, kontaktfreudiger und sportbegeistert. Noah war schmächtig und hasste das Fitnessstudio. Er spielte lieber Videospiele und sah sich Horrorfilme an. Sie versuchten, sich mit anderen Männern zu treffen, aber nach drei Monaten wurde ihnen klar, dass sie nur zusammen glücklich werden konnten.

Noah wusste, dass es für ihn um etwas Langfristiges ging.

Ist es schon zu lange? Ist es das, was unterm Strich von unserem Leben übrig bleibt?

Am Anfang waren es nur Schmetterlinge im Bauch und animalische Anziehungskraft. Alles war prima. Sie konnten ihre Hände nicht voneinander lassen. Nachts, lange nachdem Jesse ihn gefickt hatte, lag Noah wach und hörte seinem Geliebten beim Schnarchen zu. Gott, ich kann nicht glauben, dass ich das getan habe.

Diese Tage waren lange vorbei. Es war traurig, denn Noah liebte Jesse immer noch so sehr, dass es schmerzte. Trotzdem langweilte ihn ihre Beziehung manchmal. Nicht Jesse, niemals Jesse, sondern die Art, wie sie ihr Leben lebten. Gott weiß, dass er Jesse niemals für irgendetwas verlassen würde. Noah sah sich für den Rest seines Lebens mit Jesse zusammen und umgekehrt, da war er sich ziemlich sicher, aber er musste die Dinge zwischen ihnen in Ordnung bringen.

Noah war beim besten Willen kein wilder und verrückter Kerl, aber manchmal hatte er das Gefühl, als läge ein Joch um seinen Hals. Sicher, er hatte es sich freiwillig auferlegt, aber er und Jesse näherten sich ihrem dreißigsten Geburtstag, und an diesem Punkt in seinem Leben hatte er das Bedürfnis nach etwas, das er noch nicht erlebt hatte. Es war völlig untypisch, aber Noah wollte ein richtiges Joch um den Hals. Nein. Eher eine Leine.

Im Großen und Ganzen war Noah mit ihrem Sexleben zufrieden. Er war gerne der Empfänger. Jesse mochte es, der Geber zu sein. Das war schon seit Jahren so, aber in letzter Zeit hatte Noah das Gefühl, eine Art sexuelle Identitätskrise zu durchleben. Manchmal wünschte er sich, devoter zu sein – sehr, sehr devot. Jesse war ein fürsorglicher, liebevoller Partner, aber Noah verspürte das Bedürfnis nach mehr Dominanz, vielleicht sogar nach ein wenig Schmerz, um das Vergnügen noch … nun ja, noch angenehmer zu machen.

Es war seltsam. Er und Jesse waren schon so lange zusammen, und trotzdem fiel es Noah schwer, um das zu bitten, was er wollte. Er hatte immer Angst, Jesses Gefühle zu verletzen. In letzter Zeit äußerte sich sein Verlangen in erotischen Träumen über Gefangennahme, Gefangenschaft – und Vergewaltigung. Erzwungene Verführung war eine beängstigende Sache. Vielleicht waren die Angreifer in seinen Träumen deshalb immer heiße Werwölfe.

In diesen Tagen war es einfacher, sich in Fantasien von heißem Werwolfsex zu ergehen, als mit seinem realen Geliebten zu kommen. Irgendwie musste Noah die Dinge zwischen ihm und seinem Freund wieder in Ordnung bringen.

Noah zuckte bei der Berührung eines harten Schwanzes, der gegen seinen Hintern stieß, zusammen.

„Soll ich dir den Rücken schrubben?“, flüsterte Jesse ihm ins Ohr.

Noah drehte den Kopf, um in das Gesicht seines Geliebten zu sehen. Jesses Grinsen war so entwaffnend, dass Noah ihm nicht widerstehen konnte. Er schenkte ihm ein kleines, trauriges Lächeln. „Gerne.“

Jesse schäumte seine Hände ein und rieb sie über Noahs Rücken. „Du bist so verdammt hübsch. Ich möchte dich die ganze Zeit nur anfassen.“

So fühle ich mich wie ein egoistisches Arschloch.

---ENDE DER LESEPROBE---