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Der Halbblut-Werwolf Levi York verbirgt seine Identität als Gestaltwandler, während er als Türsteher bei Hot Rods arbeitet, einem Lederclub, in dem Sklavenauktionen stattfinden. Als Noah Levy angeboten wird, erkennt der Wolfswandler den Menschen als seinen vermissten Freund. Er spürt den Käufer Simon Black auf und initiiert Sex, um an Noah heranzukommen. Levi ist von Schuldgefühlen geplagt und versucht, die sehr reale Anziehungskraft zu rechtfertigen, die der Mann auf ihn ausübt, dem sein Freund gehört, aber er kann seine Gefühle nicht in Einklang bringen. Die Chemie zwischen ihnen stimmt definitiv, aber Simon ist der Gegner, der zwischen ihm und Noah steht. Levis Vorsicht ist berechtigt. Simon verbirgt seine wahre Identität. Er ist ein Bundesagent und benutzt Noah als Werwolf-Köder. Aber Simon hat Bedenken. Er hatte nie damit gerechnet, Interesse an der Beute – und dem Köder – zu haben. Jetzt ist er entschlossen, beiden Männern zu helfen, aber zuerst muss er Levi davon überzeugen, ihm zu vertrauen. Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein. Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen. Länge: rund 38.000 Wörter
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
ÜBER GALE STANLEY
LESEPROBE:
Seinen Wolf verbergen
Der Halbblut-Werwolf Levi York verbirgt seine Identität als Gestaltwandler, während er als Türsteher bei Hot Rods arbeitet, einem Lederclub, in dem Sklavenauktionen stattfinden. Als Noah Levy angeboten wird, erkennt der Wolfswandler den Menschen als seinen vermissten Freund. Er spürt den Käufer Simon Black auf und initiiert Sex, um an Noah heranzukommen. Levi ist von Schuldgefühlen geplagt und versucht, die sehr reale Anziehungskraft zu rechtfertigen, die der Mann auf ihn ausübt, dem sein Freund gehört, aber er kann seine Gefühle nicht in Einklang bringen. Die Chemie zwischen ihnen stimmt definitiv, aber Simon ist der Gegner, der zwischen ihm und Noah steht.
Levis Vorsicht ist berechtigt. Simon verbirgt seine wahre Identität. Er ist ein Bundesagent und benutzt Noah als Werwolf-Köder. Aber Simon hat Bedenken. Er hatte nie damit gerechnet, Interesse an der Beute – und dem Köder – zu haben. Jetzt ist er entschlossen, beiden Männern zu helfen, aber zuerst muss er Levi davon überzeugen, ihm zu vertrauen.
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene mit explizitem Inhalt. Jeder Band dieser Reihe geht auf die romantische Beziehung eines anderen Paares ein.Um die gesamte Handlung sowie die Geschichte aller Figuren zu erfahren, empfiehlt es sich, alle Bände in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen.
Länge: rund 38.000 Wörter
GALE STANLEY
Seinen Wolf verbergen
Großstadtaffären 4
Ein homoerotischer Liebesroman für Erwachsene
ME AND THE MUSE PUBLISHING
www.meandthemuse.com
Copyright © der englischen Originalausgabe „Hiding His Wolf“:
Gale Stanley
Copyright © der deutschsprachigen Ausgabe und veröffentlicht von:
Me and the Muse Publishing – Sage Marlowe
Hohenstaufenring 62, 50674 Köln, 2024
Copyright © Cover Design: Sinfully Sweet Designs
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Alle in diesem Buch vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit zu realen, lebenden oder verstorbenen Personen ist rein zufällig. Sofern Namen real existierender Personen, Orte und Marken verwendet werden, geschieht dies in einem rein fiktiven Zusammenhang.
Bitte beachten:
Einige unserer Titel enthalten Hinweise auf und Beschreibungen sexueller Handlungen, die möglicherweise eine Gefährdung körperlicher und geistiger Gesundheit darstellen können. Mit der Beschreibung solcher Praktiken erheben wir keinen Anspruch auf deren tatsächliche Durchführbarkeit und übernehmen keine Verantwortung für etwaige Verletzungen oder Schäden, die bei der Nachstellung solcher oder vergleichbarer Handlungen entstehen. Generell raten wir unseren Lesern davon ab, potenziell gefährliche Sexualpraktiken ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen und Anleitung durch Personen mit ausreichender Sachkenntnis durchzuführen.
Widmung
Dieses Buch ist meinem Verleger und den großartigen Mitarbeitern von Siren gewidmet, die diese Reise zu einem so wunderbaren Erlebnis gemacht haben.
Hot Rods, Philadelphia, Pennsylvania
Je näher die Zeit für die letzte Sklavenauktion rückte, desto größer wurde die Aufregung. Eine große Gruppe aufgeregter Männer hatte sich bereits um die niedrige, provisorische Bühne versammelt, stellte Fragen und bewunderte den Sklaven, der darauf wartete, an die Reihe zu kommen. Die Auktion fand in einem privaten Raum des Clubs statt, und der Türsteher Levi York stand auf seinem Posten neben der Tür und war bereit, die Ausweise jeglicher Nachzügler zu überprüfen. Mit einem Auge hielt er Ausschau nach Ärger und mit dem anderen beobachtete er das Geschehen auf der anderen Seite des Raumes.
Was ist das Besondere an diesem Mann?
Bei den vorangegangenen vier Auktionen waren äußerst attraktive Männer angeboten worden, aber Levi wusste, dass das Management immer das Beste bis zum Schluss aufhob, und er wollte sich selbst davon überzeugen. Er veränderte seine Position und schaute um die Körper herum, die den Platz zwischen ihm und der Plattform einnahmen.
Ein schwerer Vorhang aus langen Haaren verbarg das Gesicht des Sklaven, als sein Kopf nach vorne fiel. Der schlanke Blonde schien die Aufmerksamkeit, die ihn umgab, überhaupt nicht zu bemerken. Levi ging davon aus, dass der Mann nach all den Vorbereitungen, die ein Sklave vor dem Verkauf über sich ergehen lassen musste, erschöpft war. Zweifellos hatte Blondie die übliche Routine durchlaufen – Einlauf, Wachsbehandlung und Bad, bevor er eingeölt und in das mit Nieten besetzte Ledergeschirr mit daran befestigtem Penisriemen geschnallt wurde. Ein Penisring aus Metall sorgte dafür, dass jedes Mal, wenn der Mann sich bewegte, an seinem Penis gezogen wurde. Dadurch sah seine Erektion riesig aus.
Der Sklavenhändler streckte die Hand aus und zerrte grob am Schwanz des Sklaven. Die Erektion des Blonden wurde noch dicker und länger, was einen aufgeregten Schwall von Pfiffen und Rufen seitens der Menge hervorrief. Der Broker, ein riesiger Kerl mit versteinerter Miene, stand abseits und erlaubte den potenziellen Käufern, die Ware zu begutachten. Nach ein paar Minuten zog der Broker an der Kette, die an einem nietenbesetzten Lederhalsband um den Hals des Sklaven befestigt war. Er musste ein paar Mal ziehen, bis sich der Sklave schließlich umdrehte und seine Rückseite zeigte. Ein weiterer Riemen zwischen seinen Pobacken war mit einem D-Ring auf der Rückseite des Ledergeschirrs verbunden und hielt einen aufblasbaren Analplug fest an seinem Platz. Das Gurtzeug verfügte über abschließbare Schnallen, um sicherzustellen, dass alles an seinem Platz blieb, bis der neue Meister es abnahm.
Die Bieter liebten es. Sie sabberten und kreisten wie Geier. Einige der Männer waren dreist genug, um in die Nippel des Sklaven zu kneifen, und ein paar mutige Seelen grapschten direkt nach seinem Arsch und steifen Schwanz. Der Blonde stöhnte. Ihm schien die Aufmerksamkeit oder die tastenden Hände, die seine intimsten Teile massierten, nichts auszumachen.
Levi York unterdrückte sein eigenes Stöhnen, während er zusah. Sein innerer Wolf, ein Raubtier, sabberte förmlich beim Anblick des kleineren, unterwürfigen Mannes. Das geile Biest kratzte in Levis Innerem und drängte ihn, den Sklaven selbst zu nehmen.
Benimm dich, Junge.
Der Wolf, sein verkörperter Tiergeist, verstand es nicht. Levi könnte sich nie einen Sklaven leisten und bei einem Verkauf zu stören war ein guter Weg, sich umzubringen. Er war sauer, wütend auf sich selbst, weil er wieder einmal zuließ, dass seine wölfische Natur die Oberhand gewann.
Wolfswandler waren äußerst sexuelle Wesen. Diese physische Seite von ihm ließ sich nicht verleugnen, aber nach Levis Erfahrung war Sex enorm kompliziert. Sein großer, muskulöser Körper verkündete, dass er ein Top war, und die meisten Männer, die an Sex mit Levi interessiert waren, erwarteten, gefickt zu werden – hart und schnell. Levis aggressiver Wolf machte das nur zu gerne, doch manchmal zeigte seine menschliche Natur ein unterwürfiges Bedürfnis, von einem starken Mann dominiert zu werden. Levis Triebe hatten die lästige Angewohnheit, abhängig von seinem jeweiligen Partner unterschiedlich zu reagieren. Und manchmal wechselte die Energie zwischen ihm und seinem Lover mitten im Fluss. Wenn sein dominanter Partner etwas sanfter wurde, fing seine eigene dominante Seite an zu kribbeln und sein Wolf testete die Grenzen aus. Levis Liebhaber konnte sie dann verteidigen und seine Dominanz durchsetzen, oder die Energie verlagerte sich weiter und Levi unterwarf den anderen Mann in kürzester Zeit. Die meisten seiner Partner waren durch diesen Austausch sexueller Energie verwirrt. Sie wollten nicht Dr. Jekyll einen Blowjob geben und am Ende von Mr. Hyde gefickt werden. Sie wollten und brauchten festere Grenzen für eine Szene. Leider war Levi in gewisser Weise selbst ein Sklave – ein Sklave seiner Triebe. Er konnte keine Versprechungen machen.
Es war nahezu unmöglich, das Beste aus beiden Welten zu haben – zumindest für ihn. Manche Männer konnten es vielleicht schaffen, aber für einen Gestaltwandler, der seine Identität geheim halten wollte, war nichts einfach. Er fühlte sich wie eine gespaltene Persönlichkeit, eine Gegensätzlichkeit mit Eigenschaften, die einfach zu unterschiedlich waren, um zu einer vollständigen Person zu verschmelzen. Da er nicht in der Lage war, eine Seite von sich mit der anderen in Einklang zu bringen, wurde Levi immer unruhiger. Er holte tief Luft und versuchte mit viel Willenskraft, seinen Wolf zu beruhigen. Er sollte auf keinen Fall bei Hot Rods arbeiten, einem Club, der sich an die schwule Lederszene richtete. Die Kundschaft, sowohl unterwürfig als auch dominant, verlockte ihn über alle Maßen, aber welche Wahl hatte er?
Jobs waren schwer zu bekommen – Scheiße!
Der Broker pumpte mit gleichmäßigem Druck den am Analplug des Jungen befestigten Ball. Diese Dinger waren speziell geformt, um im aufgeblasenen Zustand die Prostata zu stimulieren, und aus der Art und Weise, wie der Sklave stöhnte, ging hervor, dass es offensichtlich seinen Zweck erfüllte. Verdammte Bieter. Sie wollten immer eine Show. Sie mussten sicher gehen, dass sie einen reaktionsfreudigen Sub kauften, der aufs Stichwort kommen würde.
Jeder Nerv in Levis Körper kribbelte und er konnte sich nicht dazu bringen, sich abzuwenden. Als einer der Türsteher sollte Levi nach Ärger Ausschau halten und nicht die Auktionen beobachten. Aber wie ein nervtötender Autofahrer, der langsamer fährt, um einen Blick auf eine Massenkarambolage mit zehn Autos zu werfen, konnte er es nicht lassen, hinzusehen. Zum Teufel, Ärger schien heute Abend unwahrscheinlich. Die Clubmitglieder waren zu sehr auf das unterwürfige Frischfleisch konzentriert, um auch nur darüber nachzudenken, irgendwelche Streitereien anzuzetteln. Die letzte Auktion rückte immer näher, und irgendwie verging der Abend ohne nennenswerte Störungen durch das Verhalten betrunkener Arschlöcher. Es war fast wie die Ruhe vor dem Sturm. Levi wartete weiter darauf, dass sich das Blatt wendete.
Der Besitzer, Rod Kirby, veranstaltete diese Sklavenauktionen nicht sehr oft, aber wenn er es tat, kamen immer eine Menge Leute und die Gebote waren hoch. Die Auktionen erfreuten sich großer Beliebtheit. Ein Vertrag war in der Regel kurzfristig, eine Woche oder höchstens vielleicht einen Monat. Wenn beide Parteien am Ende dieser Zeit zufrieden waren, konnten sie neu verhandeln und den Zeitraum verlängern. Wenn nicht, konnte der Sklave wieder hier landen. Jeder Mann, der den Drang verspürte, zu dominieren oder zu dienen, konnte bei Hot Rods jemanden finden, der seine Bedürfnisse erfüllte.
Levi wusste das alles, aber es spielte keine Rolle. Er empfand immer noch eine Hassliebe für die Auktionen. Kirby war ein zwielichtiger Typ und Levi fragte sich, ob die Verkäufe legitim waren. Aber er war nur hier, um für Sicherheit zu sorgen, niemand kümmerte sich einen Dreck um seine Meinung, und offensichtlich waren die meisten Männer hier, weil sie es wollten. Für einige erfüllte der Verkauf ein sehr reales Bedürfnis zu dienen. Manche glaubten, sie wären etwas Besonderes, weil jemand Geld für sie bezahlte. Was Levi sah, war ein nackter Junge auf dem Auktionspodest, dem jegliche Würde genommen wurde. Welche Rechte hatte ein Sklave, wenn der Meister, der ihn kaufte, nicht sein Typ war? Zog der Sklave es trotzdem durch? Hatte er eine Wahl? Eine Woche mit jemandem, den er nicht ausstehen konnte, würde sich für Levi wie eine lebenslange Haftstrafe anfühlen. Er verstand es einfach nicht. Normalerweise konnte er diese Gefühle beiseite schieben, aber heute Abend brachte ihn diese besondere Auktion aus irgendeinem Grund aus der Fassung.
Er behielt seine Gedanken für sich. Er hatte das Glück gehabt, diese Position als Türsteher zu bekommen. Kirby verlangte keine Sozialversicherungsnummer oder Referenzen und stellte keine Fragen. Wenn man sich als ein Mann erwies, der mit Schwierigkeiten umgehen konnte, war das alles, was seinen Chef interessierte. Levi wusste, dass er genau der Richtige für die Stelle war. Seine Haltung und sein Aussehen – fast ein Meter neunzig groß und einhundert Kilogramm Muskelmasse – verschafften ihm einen Job als Sicherheitsmann in diesem manchmal lautstarken Lederclub. Er hatte gelernt, jeden und alles um sich herum unauffällig einzuschätzen. Er begann mit den Händen. Wenn er die Hände eines Mannes nicht sehen konnte, läuteten Warnglocken und er vermutete eine versteckte Waffe. Immer wieder hatte er bewiesen, dass er ein kompetenter Kämpfer mit Fäusten, Stiefeln, Billardstöcken und Messern war. Ja, es gibt keinen Ersatz für Erfahrung. Nachdem er seine eigenen zahlreichen Kämpfe durchgestanden hatte, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit, die Oberhand zu gewinnen, wenn irgendein Arschloch versuchte, ihm das Gehirn zu zerstampfen, oder ihn mit einer zerbrochenen Flasche auszuweiden.
Allein der Gedanke ans Kämpfen brachte den streitlustigen Wolf in Wallung. Levi holte tief Luft, um seinen Wolf zu beruhigen, und atmete die Rauchwolke von jemand anderem ein. Seine Augen tränten, als er anfing zu husten. In den Hinterzimmern war das Rauchen erlaubt, und Kirby, ein verdammtes zigarrenfressendes Arschloch, war der größte Raucher von allen. Noch ein weiterer Grund, die Arbeit bei Hot Rods zu hassen. Er würde sofort aufhören, aber er hatte zu viel zu verlieren.
Zum ersten Mal in seinem Leben hatte Levi eine schöne Wohnung und ein paar Besitztümer, die er behalten wollte. Noch wichtiger war, dass er jedes Mal, wenn er sich nach einem neuen Job oder einer neuen Wohnung umsehen musste, riskierte, dass jemand seine wahre Identität aufdeckte.
Die Enthüllung seines geheimen Lebens würde ihn zu leichter Beute für menschliche Fanatiker machen. Es würde schwierig sein, einen neuen Job zu finden, und er würde von den Feds verfolgt werden, die ein wachsames Auge auf Gestaltwandler hatten. Selbst seine eigene Art könnte eine Bedrohung darstellen. Sich aus Ärger raus zu halten und zu tun, was der Chef wollte, war ihm zur zweiten Natur geworden.
Es war nicht allzu schwierig, sich unter die Menschen zu mischen, weil er wie sie aussah. Dennoch machten es Levis große Statur und seine intensiven dunkelgoldenen Augen etwas schwieriger, unauffällig zu bleiben. Menschen waren so verdammt misstrauisch. Ihr Hass war allgegenwärtig – basierend auf religiösen und politischen Ansichten, sexueller Orientierung und sozialer Klasse –, dass sie Hass zu einer hohen Kunst entwickelt hatten. Idioten, sie hatten Angst vor ihren eigenen Schatten. Er versuchte, jeglichen Kontakt mit Menschen auf ein Minimum zu beschränken – außer natürlich, um Sex zu haben.
Das Leben in einem Wer-Ghetto wäre nicht einfacher. Zumindest würde es keine geheime Identität geben, die er verbergen müsste. Er könnte er selbst sein und sich verwandeln, wann immer ihm danach war. Aber es war keine utopische Gesellschaft. Wölfen konnte man genauso wenig trauen wie Menschen. Die Wer-Widerstandsbewegung duldete keine Mischlinge. Eine menschliche Mutter zu haben, stellte für Levi eine große Herausforderung dar. Es war am besten, sich auf dem schmalen Grat zwischen den beiden Arten zu halten und die Entdeckung sowie den ganzen Mist, der damit einherging, zu vermeiden.
Levi, in Türsteher-Schwarz gekleidet, stand an der Tür und versuchte, nicht an das Haupt-Event zu denken. Er zwang sich, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, die Ankommenden zu überprüfen, die Bar zu überwachen und nach Problemen Ausschau zu halten. Die Menge sah rau aus, aber bisher benahmen sich alle. Die heutige Veranstaltung konnte nur auf Einladung besucht werden und jeder, der Ärger verursachte, würde nicht wieder eingeladen werden. Levi kannte die meisten Kunden vom Sehen. Viele von ihnen führten einen alternativen Lebensstil, etwas außerhalb der sogenannten Norm, und fühlten sich hier zu Hause. Es konnte sich um BDSM, eine polyamoröse Beziehung oder auch um Fellfreunde handeln. Levi lachte vor sich hin. Er kannte ein paar Rollenspieler in dieser Subkultur, die töten würden, um ihn in die Finger zu bekommen, wenn sie wüssten, dass er ein Werwolf war. Sex in Tiergestalt machte ihn nicht an. Am liebsten fickte er in seiner menschlichen Gestalt, aber wenn einer von diesen menschlichen Pelzfreaks ihn gefangen nehmen würde, würden sie von ihm erwarten, dass er den großen, bösen Wolf spielte. Er würde eingesperrt werden und sein Entführer würde den Schlüssel wegwerfen. Es war nur ein Grund mehr für einen Werwolf, seine Identität geheim zu halten.
Plötzlich erregten laute Stimmen seine Aufmerksamkeit und Levis wölfische Instinkte gerieten in höchste Alarmbereitschaft. Jedes Haar an seinem Körper stand aufrecht. Er roch Ärger, und sein Kopf drehte sich, um nach der Ursache zu suchen. Rechts von ihm stritten sich zwei Männer über einen dritten. Levi machte einen Schritt auf sie zu. Einer von dem Trio sah ihn kommen und sagte etwas zu den anderen beiden. Alle drei Männer beruhigten sich und gingen zur Bar. Levi kehrte zu seinem Platz am Eingang zurück. Manchmal genügte ein Blick, um einen Streit zu beenden, bevor er überhaupt begonnen hatte.
Levi wurde gut dafür bezahlt, den Frieden im Hot Rods zu bewahren, zumindest in den öffentlichen Bereichen. Die privaten Spielzimmer, ausgestattet mit Bänken, Kreuzen, Aufhängevorrichtungen, Käfigen und allerlei Geräten zum Fesselspiel, wurden elektronisch überwacht. Die Bar selbst sah aus wie jede andere Lederbar. Die Kleiderordnung war schwarz und der Schwerpunkt lag auf Leder, Metall und sadistischer Symbolik. An den Wänden hingen Gemälde von maskulin aussehenden Männern in Fetischausrüstung sowie Metallcollagen. Diese sehr männliche Seite der Homosexualität zeigte sich auch hier im Auktionssaal.
Plötzlich versuchte ein Spätankömmling, sich an Levi vorbeizudrängen, und er drehte sich um, bereit, den Mann in seine Schranken zu weisen.
Verdammt!
Joe Manganiellos Zwilling stand vor ihm. Der feuchte Traum eines Werwolfs. Levis Mund wurde trocken. Der Mann war mindestens eins fünfundneunzig groß und sein Bizeps glich einem Felsbrocken. Dunkelbraune Wellen umrahmten ein starkes, stoppeliges Kinn und verliehen ihm einen rauen und wilden Reiz, den viele andere Männer anstrebten, aber nicht erreichen konnten. Levi starrte ihn an. Himmel, er war am Sabbern. Er wischte sich mit dem Arm über den Mund. Dies war sein Problem in Kurzfassung. In der einen Sekunde hechelte er einem blonden Twink hinterher, im nächsten bekam er einen Ständer wegen einem supermännlichen Hengst.
Der Hengst räusperte sich und lenkte Levis Aufmerksamkeit wieder in die Realität. Er sollte nach einem Ausweis fragen, aber verdammt, er brachte kein Wort an dem Kloß in seinem Hals vorbei. Der Werwolf-Doppelgänger war ein großer Mann, nicht aufgepumpt, aber körperlich einschüchternd, selbst für einen echten Werwolf. Und es lag nicht nur an seiner Größe. Der Mann strahlte Autorität aus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Männern, die in Lederwesten, Jocks, Tangas und Shorts gekleidet waren, trug dieser Mann einen makellos geschnittenen Anzug, ein weißes Hemd und eine Krawatte, was Reichtum und Macht verkündete.
Geschäftsmann oder Krimineller? Vielleicht beides.
In diesem Moment war es Levi egal. Irgendwie wirkte der Hengst noch heißer, weil er seine Attraktivität in Designerklamotten verbarg. Levis Fantasie arbeitete auf Hochtouren und er versuchte, ihn sich nackt vorzustellen – breite Schultern, kräftige Brust, schmale Taille und lange Beine.
Wo zum Teufel bekommt er seine Klamotten her? Es muss verdammt schwierig sein, Anzüge zu finden, die ihm richtig passen.
Der Hengst schien Levi ebenfalls zu beurteilen. Ein paar weitere Sekunden lang beäugten sie einander. Dann glitten die eindringlichen dunkelbraunen Augen des größeren Mannes langsam über Levis Körper hinab und verharrten an der wachsenden Beule unterhalb von Levis Taille. Die Nasenflügel des Mannes blähten sich und ein verschmitztes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. Dann zwinkerte er.
Jede unterwürfige Faser in Levis Körper erwachte zum Leben. Blut strömte in seinen Schwanz und seine Erektion tropfte wie ein undichter Wasserhahn. Levis Wolf knurrte in ihm, unglücklich über die Anziehungskraft, die dieser Mensch auf ihn ausübte.
Lass es sein, Wolf.
Levis Blut war heiß und sein Schwanz neigte sich dem großen Mann zu, wie eine Wünschelrute zum Wasser. Levi würde möglicherweise gegen eine seiner Grundregeln verstoßen, sich nicht mit Barbesuchern einzulassen. Aber nur, wenn der Anzugträger einen Ausweis zeigte.
„Dies ist eine private Veranstaltung. Ich muss –“
Mister Sexy Anzugträger zog eine Einladung aus seiner Tasche und hielt sie ihm hin. Levi nahm die Karte und las sie sorgfältig durch.
Simon Black.
Der Name sagte ihm nichts, und nichts auf der Einladung gab einen Hinweis auf Blacks Beruf, aber das taten die Einladungen nie. Kirby respektierte die Privatsphäre aller, auch der Männer, die keinen Respekt verdienten. Levi blickte von der Karte auf und studierte Blacks Gesicht. Etwas an dem Mann, das nichts mit Sex zu tun hatte, beunruhigte seinen Wolf. Levi konnte es nicht genau sagen, aber er hatte nichts Konkretes, worauf er sein Gefühl stützen konnte. Aus tierischem Instinkt konnte er einem Mann nicht den Zutritt verweigern, und so gekleidet, wie er war, schien Black ein VIP zu sein. Levi winkte Simon Black grunzend hinein und sah ihm zu, wie er mit selbstbewusstem Schritt auf die untere Bühne zuging. Die arrogante Haltung des Mannes nervte Levi und er beschloss, Simon Black im Auge zu behalten.
Levi hielt immer noch die Einladung in seiner Hand. Er wusste, dass Black sie jetzt, da er drinnen war, nicht mehr brauchte, aber sie zurückzugeben würde ihm einen Vorwand geben, dem Mann zu folgen. Er verließ seinen Posten und trat hinter Black, der den viel kleineren blonden Sklaven inspizierte. Als Black zur Seite trat, hatte Levi freie Sicht auf den Sklaven, der mit zwischen die Schultern gezogenem Kopf dastand. Der Broker packte eine Handvoll langer weißgoldener Haare und riss sie nach hinten, damit jeder das Gesicht des Sklaven sehen konnte.
Der Blonde starrte mit leeren Augen geradeaus ins Nichts. Falten in seinen Mundwinkeln trübten seine Jugend und Schönheit, aber er kam Levi bekannt vor. Sein Kopf schwirrte ein paar Sekunden lang in gedankenlosem Schock. Er konnte seinen Augen nicht trauen. Noah! Zehn Jahre waren vergangen und Noah musste jetzt dreiundzwanzig sein, aber seine kleine Gestalt und sein dünner Körper ließen ihn noch jünger erscheinen. Ein Junge, der zum Mann heranwuchs, veränderte sich in dieser Zeit stark, nicht jedoch sein Geruch.
Es war Noah. Levi wusste es. Es gab keinen Zweifel für ihn.
Der Schock verwandelte sich in Wut. Bei näherer Betrachtung hatte Noah einen tranceartigen Gesichtsausdruck, fast als wüsste er nicht, wo er war.
