Das Licht der Fantasie - Terry Pratchett - E-Book
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Beschreibung

Ein Fichtenstamm bewahrt den ungeschickten Rincewind vor dem Absturz vom Rand der Scheibenwelt. Der Zauberer findet sich in einem von intelligenten Bäumen bevölkerten Wald wieder und trifft erneut auf den Touristen Zweiblum. Währenddessen droht der Planet von einem roten Stern verschlungen zu werden. Nur ein Zauberspruch kann die Scheibenwelt noch retten, doch der befindet sich ausgerechnet in Rincewinds Kopf…

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Entdecke die Welt der Piper Fantasy:

Übersetzung aus dem Englischen von Andreas Brandhorst

ISBN 978-3-492-97224-6

Mai 2015

© 1986 Terry Pratchett

Titel der englischen Originalausgabe:

»The Light Fantastic«, Colin Smythe Ltd., Great Britain 1986

Deutschsprachige Ausgabe:

© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2005

Covergestaltung: Guter Punkt, München

Covermotiv: Anke Koopmann, Guter Punkt unter der Verwendung eines Motivs von Katarzyna Oleska

Datenkonvertierung: Kösel Media GmbH, Krugzell

Alle Rechte vorbehalten. Unbefugte Nutzungen, wie etwa Vervielfältigung, Verbreitung, Speicherung oder Übertragung, können zivil- oder strafrechtlich verfolgt werden.

Die Sonne ging zögernd auf, als wüsste sie nicht so recht, ob es die Mühe lohnte.

Ein neuer Scheibenwelttag dämmerte, aber nur sehr langsam. Und zwar aus folgendem Grund:

Wenn Licht auf ein starkes magisches Feld trifft, vergisst es plötzlich, was Eile bedeutet. Es wird geradezu träge. Und auf der Scheibenwelt war die Magie besonders stark. Deshalb glitt das mattgelbe Glühen der Dämmerung wie eine sanfte, liebkosende Hand über die schlafende Landschaft – goldenem Sirup gleich, wie manche Leute meinen. Es hielt inne, um Täler zu füllen. Es kroch müde an Berghängen empor. Als es Cori Celesti erreichte, das zehn Meilen hohe Massiv aus grauem Fels und grünem Eis in der Scheibenmitte, türmte es sich zu großen Haufen auf, um jenseits des Gipfels mit der eher bescheidenen Wucht einer ins Alter gekommenen Lawine durch die dunkle Landschaft zu rollen.

Ein solcher Anblick bot sich auf keiner anderen Welt.

Natürlich gab es auch keine andere Welt, die auf den Rücken von vier Elefanten ruhte, die ihrerseits auf dem Panzer einer riesigen, durchs Universum spazierenden Schildkröte standen. Ihr Name – oder seiner, wie manche Philosophen behaupteten – lautete Groß-A’Tuin. Sie – oder er, wie auch immer – spielt keine große Rolle in der folgenden Geschichte. Doch um die Scheibenwelt richtig zu verstehen, muss man wissen, dass es sie – oder ihn – gibt, unter den Bergwerken, Meeresquellen und angeblich fossilen Knochen, die der Schöpfer nur deshalb zurückgelassen hat, um Archäologen zu verwirren und ihnen Flausen in den Kopf zu setzen.

Groß-A’Tuin, die Sternenschildkröte: gefrorenes Methan auf dem Panzer, pockennarbig von Meteoritenkratern, bedeckt von einer Patina Asteroidenstaub. Groß-A’Tuin: Augen wie unauslotbar tiefe Seen, das Gehirn so groß wie ein Kontinent, die Gedanken gemächlich vorrückende Gletscher. Groß-A’Tuin: Das Glimmen der Sonnen und Galaxien spiegelt sich auf ihrem gewaltigen Leib wider, während sie durch die galaktische Nacht wandert und die Scheibenwelt mit sich trägt. Größer als alles, was man sich vorstellen kann. So alt wie die Zeit selbst. So geduldig wie ein Fels.

Einige Gelehrte glauben, Groß-A’Tuin führe kein besonders beneidenswertes Leben. Sie irren sich, das Gegenteil trifft zu: Groß-A’Tuin vergnügt sich prächtig.

Sie – oder er – ist das einzige Geschöpf im ganzen Universum, das genau weiß, welches Ziel es anstrebt.

Natürlich haben die Philosophen viele Jahre lang darüber diskutiert, wohin Groß-A’Tuin unterwegs sei, und ihre größte Sorge besteht darin, es vielleicht nie zu erfahren.

In zwei Monaten werden sie eine Antwort auf ihre Frage bekommen. Und dann haben sie wirklich Grund, sich Sorgen zu machen …

Ein anderes Problem, das die Fantasievolleren Gelehrten der Scheibenwelt schon seit einer ganzen Weile beschäftigt, ist Groß-A’Tuins Geschlecht. Sie verwenden viel Zeit und Mühe darauf, diesen Punkt zu klären.

Der neueste in diesem Zusammenhang unternommene Versuch kommt gerade in Sicht, während Groß-A’Tuin wie eine riesige Haarbürste aus Schildpatt durch die Unendlichkeit marschiert.

Die bronzene Kapsel des Mächtigen Reisenden ist völlig außer Kontrolle geraten und fällt an der Schildkröte vorbei. Es handelt sich um eine Art steinzeitliches Raumschiff, von Krulls Priesterastronomen erbaut und über die Kante der Scheibenwelt gestoßen – was der landläufigen Meinung widerspricht, es gebe kein Reiseunternehmen, das gratis arbeitet.

Im Innern der Kapsel sitzt Zweiblum, der erste Tourist der Scheibenwelt. Er hat einige aufregende Monate damit verbracht, sie zu erforschen, und jetzt verlässt er sie recht überstürzt. Die Gründe dafür sind kompliziert, haben jedoch mit dem Versuch zu tun, aus Krull zu fliehen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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