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In diesem Buch geht es um meine Erfahrungen rund um das Muttersein. Es beinhaltet die unterschiedlichsten Themen, die mich im Bezug auf den schönsten Job der Welt begleiten. Nicht beabsichtigt ist ein Ratgeber, sondern ein leicht lesbares Buch, in dem man die Ansichten einer Mama findet. Vielleicht erkennt ihr euch bei manchen Themen wieder und habt somit das Gefühl, dass es anderen Müttern auch so geht. Wenn ich euch hin und wieder ein Lächeln auf euer Gesicht zaubern kann, ist mein Ziel erreicht.
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Seitenzahl: 92
Veröffentlichungsjahr: 2021
Nirgends wird so viel verglichen
Einem anderen Kind passiert nichts, nur meinem
Die Freundinnen-Mamas
Die Mamas der Freunde
Die Freunde des Kindes
Wer reagiert richtig
Die allgemeinen Erziehungsstile
Fernsehen
Süßigkeiten
Das Schlafen
Die Babyschläfchen
Das Einmischen
Nervensache
Die typischen Fettnäpfchen-Fragen
Die liebe Milchpumpe
Das Stillen – Teil zwei
Die Beikost – Frage
Kinderkrankheiten
Impfen
Medizin
Wer bleibt beim Kind
Fremdbetreuung
Weihnachten mit Kind
Kindergeburtstage
Faschingsfeste
Das Nachmittagsprogramm
Spielsachen
Einkaufen mit Kleinkind
Marken-Klamotten vs. Second Hand
Kinderwagen
Kindertransport
Urlaub mit Kleinkind
Abschluss
Quellennachweis
Über dieses Thema könnte man - glaube ich - 1000 Bücher schreiben, und das wäre noch nicht genug. Das fängt schon mal damit an, dass Kinder einander so ähnlich sind wie der Winter und der Sommer. Lange, lange brauchte ich, um das zu kapieren. Als mein Kind noch ein Baby war, verglich ich es ständig mit anderen Babys. Natürlich wusste ich, dass ich das nicht tun sollte, insbesondere da der Junge ja aufgrund seines Herzfehlers gar nicht mit den anderen verglichen werden konnte.
In der Schwangerschaft schwor ich mir noch, das nie zu machen, da ich ja schließlich heilfroh sein würde, wenn es ihm gut ginge, und alles andere völlig egal sei – denkste! Natürlich ist mir nach wie vor das Wichtigste, dass es ihm gut geht. Keine Frage, dies steht über allem. Und auch wenn er Defizite hätte, würde ich ihn so lieben, wie er ist. Davon bin ich überzeugt. Aber da mein Kind auf die Prognosen pfiff und sich so gut entwickelte, dass Vergleiche durchaus möglich waren, sickerte der Gedanke darüber, was wohl die anderen im gleichen Alter machten, immer mehr durch.
Wann wurde ich eigentlich zu so einer Vergleichs-Mutti? Nach dem langen Krankenhausaufenthalt nicht, da er bei der Physiotherapie auch den Kopf noch nicht heben konnte, was andere in dem Alter schon machten. Und ich war da auch sehr unbeeindruckt davon. Wann hätte er denn das bitte lernen sollen, wenn er einen Monat lang im Krankenhaus auf dem Rücken lag? Aber als wir immer mehr einen normalen Alltag bekamen und uns mit anderen Babys trafen oder Freundinnen erzählten, was ihre Kinder gerade Neues lernten, merkte ich schon, wie gut das Gefühl tat, wenn mein Kind etwas früh konnte. Lag es jetzt an seiner Krankheit, dass ich laut schreien wollte: Schaut her, was der alles kann, noch vor den gesunden Kindern? Ich glaube fast, dass es einfach eine Art Bestätigung für mich war, nicht immer darauf hören zu sollen, wenn man gesagt bekommt, welche Defizite das eigene Kind haben könnte.
Auch die nach der Geburt behandelnden Ärzte waren sehr positiv überrascht davon, wie er alles im Eiltempo aufholte und es jedem zeigte. Stolzer kann man auf sein Kind kaum sein. Aber ein bisschen sauer auf einen selber, auf die Gedanken, die man zuließ, die Kinder zu vergleichen und ob hoffentlich das eigene Kind in nichts hinterher hinken würde. Schrecklich, im Nachhinein schäme ich mich dafür. Vor allem, da ich wirklich ehrlich gemeinte Beruhigungen, die ich an andere Mütter aussprach, wenn ein Kind etwas noch nicht bewältigte, bei mir selber nicht anwenden konnte. Warum ist man bei anderen so ruhig und hat wirklich Vertrauen in den Lernfortschritt eines Kindes, wenn es bereit dazu ist, aber beim eigenen Kind nicht?
Da komme ich schon zum nächsten Thema.
Warum stehen andere Babys/Kleinkinder wie selbstverständlich auf und gehen durch die Wohnung, ohne dass irgendetwas passiert? Oft sitzen die Mütter sogar noch entspannt bei einem Kaffee, wenn das Kind die Welt erkundet. Aber meins kippt aus dem Nichts nach hinten, sogar im Sitzen. Die ganze Wohnung stattete ich jeden Quadratzentimeter mit Teppichen aus und bastelte meinem Kind sogar eine Art Helm mit einem Haarband von mir und einem Waschlappen drinnen, damit ihm ja nichts passierte. Ich konnte mein Kind nie aus den Augen lassen; egal, ob es durch die Wohnung krabbelte, robbte, ging oder einfach nur saß. Auch lief der Bub leidenschaftlich gerne gegen Türstöcke.
Am liebsten hätte ich die ganze Wohnung mit Schaumstoff ausgestattet. An den Kästen, Kanten... war er natürlich vorhanden. Auch danach, als wir die Spielplätze unsicher machten, egal ob im Kleinkindalter oder schon etwas später, hatte ich das Gefühl, die anderen Mamas wären die Ruhe selbst, wenn die Kleinen auf Klettergerüsten herum wirbelten. Als er noch klein war, stieg ich überall mit rauf. War dies nicht möglich, durfte er nur dann alleine hinauf, wenn ich ihn von unten sehen und halten konnte. Eigentlich war ich immer eine der wenigen Mamas, die überall dabei war. Egal, ob ich ihm nach rannte, wenn er mit dem Laufrad fuhr oder einfach wo runterrutschte. Die Gefahr sah ich überall. Als ich noch keine Mama war, hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ein Kind sich bei einer Schaukel strangulieren, bei einer Rutsche eine Gehirnerschütterung zufügen, mit dem Laufrad die Zähne ausschlagen oder in der Sandkiste ersticken könnte. Wenn ich andere Mamas auf den Bänken sitzen sah, die Kinder fröhlich spielend nebenbei, dachte ich mir immer, dass dies bei mir auch mal so aussehen würde.
Man trifft sich zum Kaffee-Klatsch, die Kinder kommen an die frische Luft und haben ihren Spaß. Wenn ich dann mit meinem Kind am Spielplatz war, scannte ich vorher alle möglichen Gefahrenquellen und die damit verbundenen Konsequenzen. Spaß war das für mich nicht, auch mein Kind fand es wahrscheinlich nicht sonderlich lustig, dass ich immer und überall hinten dran war. Aber genau meinem Kind passierte immer wieder mal was. Auch oder genau, weil ich daneben stand. Ich weiß nicht, ob die Kleinkind-Jahre genauso vorbeigegangen wären, hätte ich diese „Überfürsorge“ nicht walten lassen. Als ich ihn beim Abholen vom Kindergarten zum ersten Mal auf der Rutsche oben stehen sah, malte ich mir in Sekundenschnelle aus, was da alles passieren könnte. Mich traf fast der Schlag. Aber zugegebenermaßen wurde er erst da stetig sicherer und lernte in unglaublicher Schnelle solch eine Selbstständigkeit, die mich wirklich beeindruckte. Ich glaube, ihm tat es gut, dass nicht immer jemand ständig hinter ihm nach torkelte.
Das mit den anderen Müttern ist ja immer so eine Sache. Eine Freundschaft steht und fällt oft mit dem Erziehungsstil oder besser gesagt, wie die eine Freundin damit umgeht, wenn die andere nicht derselben Meinung ist in Punkto Kindererziehung. Ich habe da die unterschiedlichsten Dinge erlebt. Es gab Freundinnen, mit denen ich mich vor den Kindern so wunderbar verstand, dass ich es nie für möglich hielt, uns könnte je was trennen - bis die Kinder kamen. Da viele von uns Löwenmamas sind und unsere Kinder bis aufs Blut verteidigen, konnten hier Reibungspunkte entstehen. Wenn zum Beispiel die Kinder zuerst stritten und sich dann schon längst wieder vertrugen, wussten die Mamas noch immer nicht so recht, wie man mit dem Verhalten der anderen umgehen sollte; das war schwierig. Lösungsansätze gäbe es da viele.
Man könnte versuchen, mit der Mutter offen zu reden, dass man sich unsicher sei und nicht recht wisse, wie man sich verhalten solle. Oft ist der direkte Weg der beste. Möglich wäre auch, sich ohne die Kinder zu treffen, falls man feststellt, dass es immer wieder zu Konflikten kommt und es sich nicht richtig klären lässt. Oder man schluckt es einfach runter. Genau das Gegenteil erlebte ich bei anderen Freundinnen, mit denen ich mich vor den Kindern nicht so gut verstand und jahrelang Funkstille hatte. Durch die Kinder aber fanden wir irgendwie wieder zusammen. Auch am Spielplatz oder im Kindergarten wurden wunderbare Freundschaften geschlossen. Sogar über eine Plattform im Internet fand ich einen wunderbaren Menschen, der mich durch die ganze Baby- und Kleinkinderzeit begleitete. Und natürlich gibt es die Freundinnen, wo es vorher schon passte und jetzt auch noch passt.
Ich muss sagen, ich bin froh und glücklich, so wie es ist. Ich lernte zu akzeptieren, wenn eine Freundschaft nur für einen Lebensabschnitt hielt. Es öffnen sich ständig neue Türen, und noch nie lernte ich so viele neue Menschen kennen wie jetzt als Mutter. Wenn es so sein soll, dann kommen auch die anderen Beziehungen wieder, bei denen es für einen gewissen Zeitraum halt nicht gepasst hat.
Abb.: 01
Ja, und dann sind da noch die Mamas der Freunde des Kindes. Ich glaub´, das kennt jeder, wenn ich sage, alle kann man nicht mögen. Ich bin vom Typ her ein Mensch, der versucht, sich mit allen zu verstehen und vor allem bereit ist, jedem eine Chance zu geben, sich in mein Herz einzuschleichen. Bei manchen klappt es, bei manchen halt nicht. Aber genau dann, wenn man nichts erzwingt, kommen sie, die Neuen. Da mein Kind in einer Gruppe im Kindergarten ist, wo alle unterschiedlich alt sind, kommen und gehen jedes Jahr neue Kinder und damit auch neue Mamas. Einige von ihnen wurden dabei über das Kindergartenjahr hinaus zu Freunden.
Als mein Kind das erste Jahr besuchte, fühlte ich mich als kompletter Neuzugang, was ich ja auch war. Ich versuchte, die Kinder kennen zu lernen – vor allem die Freunde meines Kindes – und war bemüht, über die Mamas den Kontakt herzustellen, damit sich mein Kind leichter integrieren und vielleicht schneller Freundschaften knüpfen konnte. Da lernt man dann Frauen kennen, mit denen man sich so nie getroffen hätte, gäbe es nicht die Kinder. Oder auch, es ergibt sich nicht nur für das Kind eine neue Freundschaft. Bei dem ersten Freund, den mein Kind auserkor, sprach mich die Mutter an, was mich ehrlich gesagt sehr wunderte, aber natürlich freute. Wir trafen uns auf einem Spielplatz, wo die Kinder in Höhen kletterten, die mir einen Schrecken einjagten, und dieser Umstand machte es mir fast unmöglich, mich auf das Gespräch zu konzentrieren. Da die Mama aber sehr entspannt zu sein schien, versuchte ich zu vertrauen. Es passierte zum Glück nichts. Wir haben nach wie vor Kontakt, und ich genieße das Zusammensein immer sehr mit ihr und den Kindern. Da sie die Kleinen einfach Kinder sein lässt, wird den ganzen Nachmittag getobt und gelacht und geschrien (im positiven Sinne), und keinen stört es. Im zweiten Kindergartenjahr orientierte sich mein Sohn immer mehr an einem Jungen, der das komplette Gegenteil war. Sehr ruhig.
Die zwei verstanden sich aber so gut, dass das nicht nur kurz andauerte, sondern sie sich auch außerhalb des Kindergartens treffen wollten. Im dritten Kindergartenjahr hatte mein Sohn keinen speziellen Freund. Es gab einen Jungen, dessen Mutter mich ansprach, bei der ich vermutlich normalerweise keinen Kontakt gesucht hätte. Aber das ist eben das echt Tolle an der Kindergartenzeit. Man hat die Gelegenheit, oft auch ein bisschen gezwungenermaßen neue Leute kennen zu lernen, und dann ergibt sich oft Wunderbares.
