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Anneli Schneider steht mit beiden Beinen im Leben und freut sich auf den langersehnten Familienurlaub in Spanien, da erhält sie die vernichtende Diagnose "Pankreastumor". Tapfer kämpft sich Anneli durch langwierige Krankenhausaufenthalte und Behandlungen zurück in das Leben, als sie kurz darauf die nächste niederschmetternde Nachricht erhält: Der Krebs hat gestreut, sie hat Metastasen in der Lunge. Doch Anneli gibt nicht auf. Dieses Buch berichtet über ihren mutigen Kampf gegen Krebs und zurück in das Leben.
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Seitenzahl: 77
Veröffentlichungsjahr: 2021
Das war’s dachte ich zweimal
Was kommt noch?
Erlebnisse und Erleiden mit Pankreastumor und Lungenmetastasen
Anneli Schneider
© 2021 Anneli Schneider
Umschlaggestaltung, Illustration: Marina Rudolph
Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
978-3-347-29189-8 (Paperback)
978-3-347-29190-4 (Hardcover)
978-3-347-29191-1 (e-Book)
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
Es gibt keinen Augenblick in unserem Leben, indem wir nicht einen neuen Weg einschlagen!
Es ist nie zu spät, etwas Neues anzufangen.
Inhaltsverzeichnis
1. In eigener Sache
2. Das Leben ist ein Sandsturm
3. Einleitung
4. Wie alles begann
5. Die Behandlung nimmt kein Ende
6. Erholung in Denia
7. Es kommt alles anders
8. Die Untersuchungen gehen weiter
9. Die Operation
10. Aufbau nach der OP
12. Aufnahme in der Onkologie
13. Weihnachten 2018
14. Freiburg
15. Die Chemo geht weiter
16. Familientreffen
17. Eine Überraschung nach der anderen
18. Wieder ein Schrecken
19. Amerika hat gewählt
20. Nebenwirkungen der Chemo
21. Bücher über Krebs
22. Rückblick, merkwürdige Träume
23. Wieder Chemo
24. Über die Autorin
25. Danksagung
1. In eigener Sache
Hörgeräte sind keine neuen Ohren
Ich bitte alle Doktoren, Krankenschwestern, medizinische Assistenten und Personal um mehr Verständnis mit Patienten, die hörgeschädigt sind.
Die Erfahrung, die ich gemacht habe, zeigt, dass man sehr gedankenlos mit Patienten umgeht, die an Schwerhörigkeit leiden.
Fragt man nochmal nach, weil man etwas nicht richtig verstanden hat, schreit die Person, mit der man spricht und das hilft absolut nicht.
Die Akustik ist schlecht in den hohen Räumen, wie man sie häufig in Krankenhäusern findet. Wenn das Fenster noch geöffnet ist und Lärm hereindringt, geht viel von dem Gespräch verloren.
Man wird unsicher und versteht überhaupt nichts mehr. Ich habe mal einem Arzt gesagt, er möchte doch langsam und deutlich reden, und siehe da, es klappte.
Ist doch eigentlich ganz einfach.
Bitte kommen Sie doch Patienten mit Hörverlust entgegen. Es geht darum, das Gesagte zu verfolgen, es ist zu wichtig, wenn man nichts verstehen kann und viel verloren geht.
Bitte nicht in die Ecke sprechen oder gegen die Wand, auch nicht in den Schrank oder Patienten zukehren. Dann klappt es mit der Verständigung.
Bitte denken Sie in Zukunft daran.
2. Das Leben ist ein Sandsturm
Ich sehe sehr gerne Fußballmeisterschaften.
Spanien hat einen sehr erfolgreichen Nationaltorwart. Er war sehr erfolgreich und hat viele Siege errungen.
Es ist Iker Casillas. Plötzlich erlitt er beim Training einen Herzinfarkt, Herzattacke.
Gerade mal nach vier Wochen trifft seine Familie der nächste Schicksalsschlag. Casillas Frau Sarah ist ein Eierstockkrebs erkrankt. Der Tumor wurde operiert, aber ihr stand noch ein Kampf gegen die bösartige Erkrankung bevor. Chemotherapie folgte.
Sie schrieb in das soziale Netzwerk einen Post, in dem sie alle daran erinnerte, jeden Moment des Lebens als kostbar zu betrachten.
Sie postete kurz nach ihrem Eingriff ein Zitat des japanischen Autors Haruki Murakami auf Instagram. Dort vergleicht er das Leben mit einem Sandsturm, von dem man nie wissen kann, ob er vorbei ist.
Die Botschaft hat mich sehr bewegt. Es ist zutreffend, was man alles erleiden muss mit der Behandlung dieser furchtbaren Krankheit.
Die Chemo ist eine Prozedur für den Körper. Man setzt auf die Hoffnung, dass es vorbei ist. Der Sandsturm.
3. Einleitung
Es war Februar 2018. Wir hatten gerade gemeinsam mit meinem Sohn und seiner Familie die Flugreise nach Denia/Spanien gebucht. Wir waren voller Freude gemeinsam dort Wärme und Sonne genießen zu können. Da gibt es viel Spaß, mein Enkel war 10 Monate und wir konnten uns wiedersehen.
Seit 20 Jahren haben wir dort ein kleines Appartement. Im Süden geht es mir gesundheitlich besser, das Klima wirkt sich auf die Schmerzen, die ich in Deutschland ständig habe, wohltuend aus.
Wir wohnen dort in einer sehr schönen kleinen Anlage, die über zwei Pools verfügt und sehr gepflegt ist. Ein Garten mit Palmen und Blumen wie z. B. blühender Hibiskus und Oleander.
Nicht weit vom Meer, 15 Minuten zu Fuß, und wir können das Meer auch von unserer Wohnung teilweise sehen.
Vom Balkon aus kann ich den gewaltigen, majestätischen Montgo sehen, je nach Stand der Sonne immer in einer anderen Beleuchtung und ich genieße jeden Morgen diesen wunderschönen Ausblick.
Die Häuser der Anlage sind nur einstöckig und etwas versetzt mit Terrasse oder Balkon.
Hier wohnen Spanier oder haben ihren Ferienwohnsitz dort.
Auch Engländer, Franzosen, Niederländer und Belgier sowie Deutsche haben hier ihren Feriensitz.
Die Anlage ist überschaubar und jeder kennt jeden. Wenn man ankommt, ruft es aus allen Ecken »Bienvenidos!« – »willkommen!« Und man wird umarmt mit muchus besos – Küsschen rechts und links.
Da war noch kein Corona.
Die Stadt Denia ist nicht weit, man kann gut zu Fuß gehen, aber auch ein Bus fährt von dort zum Hafen.
Hier fahren die Fähren – Balearia – nach Mallorca und Ibiza. Auch erreicht man vom Hafen die Einkaufsmeile – Marques de Campo – hier gibt es alles, was das Herz begehrt und Köstlichkeiten für den Gaumen.
Restaurants, Eisdielen, Geschäfte, Boutiquen, Banken. Man trifft sich und plaudert miteinander. Freitags ist Markt, direkt vor der Markthalle, die ist jeden Tag geöffnet, auch deutsche Lebensmittel sind erhältlich.
In der Altstadt ist der Placa St. Antonio, ein Treffpunkt für alle in gemütlicher Atmosphäre und man muss die leckeren Tapas probieren, die es in ausreichender Auswahl gibt, dazu einen Drink oder ein Bier – Cerveza -. Kommt man öfter, wird man herzlich begrüßt, die spanische Mentalität ist herzlich und freundlich.
Eine Burg befindet sich im Ortsteil mit herrlichem Rundblick und schattigen Plätzen unter Bäumen. Baden kann man in Las Marinas mit langem Sandstrand und in Las Rotas, Kiesstrand, und am Ende Felsen, die an den nächsten Ort Javea grenzen. Es gibt also alles, was man sucht und finden kann.
Hier wollten wir gemeinsam schöne Ferientage erleben und wir freuten uns sehr darauf.
Denia auf der Landkarte - ein Kleinod am Balearenmeer
Unsere traumhafte Wohnanlage in Denia
Ich mit Meer und Wüste
Wir in Denia
Ich in Denia
4. Wie alles begann
Ja, also, wir hatten gerade unseren Flug gebucht, ich wusste noch nicht, was auf mich zukommen sollte.
Eines Morgens wunderte ich mich über zwei Beulen am Unterschenkel.
»Das zeige ich mal meinem Hausarzt«, sagte ich zu meinem Mann.
Der Hausarzt machte erstmal eine Kontrolle der Blutwerte und untersuchte den Rheumafaktor. Am nächsten bekam ich einen Anruf aus der Praxis, ich solle um 10 Uhr kommen.
»Was ist los?«, fragte ich und bekam nur zur Antwort, der Arzt wolle mich dringend sehen. Ein komisches Gefühl beschlich mich.
Der Arzt machte Ultraschall und teilte mir mit, meine Lipase Werte seien erhöht, das beträfe die Bauchspeicheldrüse. Ich müsse in die Klinik.
»Nein, auf keinen Fall, ich möchte mit meiner Familie nach Spanien«, sagte ich.
Doch der Arzt hatte schon das Telefon in der Hand. »Das wird vorher gemacht«, sagte er.
Er nannte mir einen Termin, an dem ich dort zur Anmeldung erscheinen sollte.
Am 28.02.2018 wurde ich in der Klinik aufgenommen. Im Aufenthaltsraum waren noch einige Patienten und wir warteten auf die Einteilung und unsere Zimmer.
Doch die Mitarbeiter, die für das Bettenmachen zuständig waren, waren noch nicht da, und es dauerte sehr lange, es geschah nichts.
Es wurde Mittagessen ausgeteilt, und ich fragte, ob ich auch etwas essen kann. Die Schwester schaute nach und hatte noch etwas übrig und auch die anderen bekamen Mittagessen.
Dann kam ein Assistenzarzt und ich wurde aufgerufen. Er stellte viele Fragen zu meinem Befinden und Gesundheitszustand. Am Ende sagte er, ich wäre kerngesund.
»Das ist ja prima, dann kann ich ja wieder gehen«, sagte ich. Aber damit war er nicht einverstanden.
Endlich bekam ich mein Bett zugeteilt.
Am nächsten Tag war Blutabnahme und es wurde eine Endosonographie vorgenommen, da wurde unter Narkose ein Schlauch durch den Mund geführt bis in die Gallengänge.
Der behandelnde Arzt kam danach ans Bett und ich fragte, ob er einen Tumor gefunden hätte.
»Kein Tumor gesichtet«, war die Antwort und ich war zunächst einmal erleichtert.
Bei der Visite am nächsten Tag erfuhr ich, dass eine verhärtete Zyste an der Pankreas zu sehen war.
Aber die saß so doof, dass man nicht dran kam, um eine Punktion vorzunehmen, teilte man mir mit. Dann bekam ich einen Termin zum CT. Dort wurden einige Vorbereitungen vorgenommen. Da ich bisher noch kein CT hatte, wurden mir viele Kontrastmittel verabreicht.
An der Röhre wurde mir gesagt, wann ich einatmen und wann ich ausatmen soll und plötzlich fragte die Ärztin: »Fühlen Sie sich nicht wohl?«
Ich antwortete, dass ich mich komisch fühlte.
Sofort wurde ich aus der Röhre gefahren und es ging auch schon los, wie ein Wasserfall kam alles raus, was ich vorher trinken musste.
Es herrschte große Aufregung und mein Blutdruck war auf 180.
Man sagte mir, ich solle ganz ruhig bleiben, man würde mich gleich mit meinem Bett abholen, es wurde auf der Station angerufen.
