Das zweite Gleis - Helmut Lauschke - E-Book

Das zweite Gleis E-Book

Helmut Lauschke

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Beschreibung

Yasmeen Kanuz [seven years of age], Aleppo, 15 December 2016: "This may be the last time you see me or hear my voice. I have been living here for two years with my parents, who were killed by Syrian warplanes. I appeal to human rights organisations all over the world to help us get out of Aleppo right now." Yasmeen, joined by babies and toddlers, found 47 children in the only surviving orphanage. Their parents were victims of the relentless bombing campaign by regime forces. "Die Rückkehr zu klaren sittlichen Grundsätzen, zum Rechtsstaat, zu gegenseitigem Vertrauen von Mensch zu Mensch, das ist nicht illegal, sondern umgekehrt die Wiederherstellung der Legalität. Ich habe mich im Sinne von Kants kategorischem Imperativ gefragt, was geschähe, wenn diese subjektive Maxime meines Handelns ein allgemeines Gesetz würde. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Dann würden Ordnung, Sicherheit, Vertrauen in unser Staatswesen zurückkehren. Jeder sittlich Verantwortliche würde mit uns seine Stimme erheben gegen die drohende Herrschaft der bloßen Macht über das Recht, der bloßen Willkür über den Willen des sittlich Guten." (Kurt Huber [1893-1943], Professor für Philosophie und Psychologie an der Universität München: Aus seinem Schlussplädoyer vor dem Volksgerichtshof am 19. April 1943 – am 13. Juli 1943 hingerichtet) Propst Heinrich Grüber [1891-1975] am 7.8.1945 über das Vertreibungselend der Deutschen nach dem 2. Weltkrieg an den englischen Bischof George Bell in Chichester: "Ich kenne die Leiden der Nichtarier; ich habe die Qualen der Konzentrationslager mitgetragen, aber was sich jetzt vor unseren Augen abspielt, überschreitet in Form und Umfang alles bisher Dagewesene.

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Seitenzahl: 276

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Helmut Lauschke

Das zweite Gleis

Antwort der Betroffenheit und von der Festigkeit des Glaubens

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Prolog

Auf einem versteckten Gleis

Das letzte Gleisstück

Auf einem anderen Gleis

Einige Gleisschwellen zurück

Vom Gleisende und der Parabel des Lichts

Wo Seine Zeugen sterben, ist Sein Reich.

Der Fall Stettin

Aus Hubers Schlussplädoyer

Neben dem Gleis

Nicht weit weg vom Gleis

Morgendliche Gleisbetrachtung

In der Gleisvernetzung

Gleisdenkerisch

Hinter dem toten Gleis

Auf dem ersten Gleisstück nach der Unabhängigkeit

Abseits des Gleises

Was auf den Gleisen noch passiert

Zur Geschichte des Geldes* für die Statik des Unterbaus

Das zweite Gleis in die Versklavung

ZurMaßlosigkeit der korrupten “Großen”

Der Wucherzins und die Macht des Geldes auf die Politik

Aus der Rechtslage zur Geldsache

Habsucht, Herrschsucht, Krieg

Die Macht des Geldes stellt die Weichen

Gleistäuschung durch List, Lüge und Betrug

Entscheidungen hinter dem Vorhang

Auf dem Gleis zwischen Macht und Moral

Geldmacht, Gelddruck und Erpressung

Auf der Rutschbahn des Untergangs der politischen Kultur

Der Klub der Meinungsmacher

Die zwei Gleise zwischen Geld und Religion

Von den Weichenstellungen an den Gleisstationen der Macht

Gleise zum Bolschewismus

Zu den Ereignissen in der Politik

Zur Teleologie und Heuristik der Gleisverläufe

Die schwere Gleisarbeit

Vom Grund unter dem Gleis

Gleisperspektivisch

In Sichtweite des Gleises

Gleisige Berührung

Weg vom Gleis

Epilog

Teil einer endgleisigen Spätreflexion

In der Gleisverlängerung

Impressum neobooks

Prolog

Antwort der Betroffenheit und von der Festigkeit des Glaubens

Aleppo 2016

“I don’t know why everyone is still trying to find out whether heaven and hell exist. Why do we need more evidence? They exist here on this very Earth. Heaven is standing atop Mount Qasioun overlooking the Damascene sights with the wind carrying Qabbani’s dulcet words all around you.And hell is only four hours awayin Aleppo where children’s cries drown out the explosions of mortar bombs until they lose their voice, their families, and their limbs. Yes, hell certainly does exist right now, at this moment. And all we’re doing to extinguish this hellfire is sighing, shrugging, liking, and sharing.Tell me: what exactly does that make us? Are we any better than the gatekeepers of hell?”―Kamand Kojouri, 21st November 2016

Yasmeen Kanuz [seven years of age], Aleppo, 15th December 2016: “This may be the last time you see me or hear my voice. I have been living here for two years with my parents, who were killed by Syrian warplanes. I appeal to human rights ­organisations all over the world to help us get out of Aleppo right now.” Yasmeen, joined by babies and toddlers, found 47 children in the only surviving orphanage. Their parents were victims of the relentless bombing campaign by regime forces.

“Die Rückkehr zu klaren sittlichen Grundsätzen, zum Rechtsstaat, zu gegenseitigem Vertrauen von Mensch zu Mensch, das ist nicht illegal, sondern umgekehrt die Wiederherstellung der Legalität. Ich habe mich im Sinne von Kants kategorischem Imperativ gefragt, was geschähe, wenn diese subjektive Maxime meines Handelns ein allgemeines Gesetz würde. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Dann würden Ordnung, Sicherheit, Vertrauen in unser Staatswesen zurückkehren. Jeder sittlich Verantwortliche würde mit uns seine Stimme erheben gegen die drohende Herrschaft der bloßen Macht über das Recht, der bloßen Willkür über den Willen des sittlich Guten.” (Kurt Huber [1893-1943], Professor für Philosophie und Psychologie an der Universität München: Aus seinem Schlussplädoyer vor dem Volksgerichtshof am 19. April 1943 – am 13. Juli 1943 hingerichtet)

“Mir ist alles abgesprochen: mein Heim, meine Ehre, mein Leben. Als Gabe trage ich zur Krippe: Hunger und Kälte, Einsamkeit und Verlassenheit. Wie schön muss es doch sein, wenn die Tore der Ewigkeit sich öffnen!” (Alfons Maria Wachsmann [1896-1944], Pfarrer in Greifswald)

“Wir müssen sehr erschüttert sein, wenn wir plötzlich erkennen, dass er (Gott) ein ganzes Leben hindurch am Tage als Wolke und bei Nacht als Feuersäule vor uns hergezogen ist, und dass er uns erlaubt, das plötzlich in einem Augenblick zu sehen.” (Helmuth James von Moltke [1907-1945])

James Ramsay MacDonald [1866-1937], englischer Premier, sagte 1914: “Es gibt wohl keinen Krieg, auch den verbrecherischsten nicht, bei dem nicht Staatsmänner sich auf die Ehre ihres Landes berufen hätten. So war es mit dem Krimkrieg 1853-1856, so mit dem Burenkrieg 1899-1902, und so ist es jetzt wieder.”

Die Kriegsschuld der deutschen Fürsten wurde in Versailles umgewandelt in die Kriegsschuld des deutschen Volkes. Was für ein unfürstliches Verhalten, das verzehrte Volk, das in Armut und Elend versank, noch mit diesem Koloss der Lüge und Gemeinheit zu schlagen.

Wilhelm Furtwängler [1886-1954]: In June 1933, for a text which was to be the basis for a discussion with Goebbels, Furtwängler went further, writing, "The Jewish question in musical spheres: a race of brilliant people!" He threatened that if boycotts against Jews were extended to artistic activities, he would resign all his posts immediately, concluding that "at any rate to continue giving concerts would be quite impossible without [the Jews] - to remove them would be an operation which would result in the death of the patient.

Because of his high profile, Furtwängler's public opposition prompted a mixed reaction from the Nazi leadership. Heinrich Himmler wished to send Furtwängler to a concentration camp. Goebbels and Göring ordered their administration to listen to Furtwängler's requests and to give him the impression that they would do what he asked. This led him to believe that he had some positive influence to stop the racial policy. He subsequently invited several Jewish and anti-fascist artists (such as Yehudi Menuhin, Artur Schnabel, and Pablo Casals) to perform as soloists in his 1933/34 season, but they refused to come to Nazi Germany. Furtwängler subsequently invited Jewish musicians from his orchestra such as Szymon Goldberg to play as soloists.

The Gestapo built a case against Furtwängler, noting that he was providing assistance to Jews. Furtwängler gave all his fees to German emigrants during his concerts outside Germany. The Germanliterary scholar Hans Mayer was one of these emigrants. Mayer later observed that for performances of Wagner operas in Paris prior to the war, Furtwängler cast only German emigrants (Jews or political opponents to the third Reich) to sing. Georg Gerullis, a director at the Ministry of Culture remarked in a letter to Goebbels, "Can you name me a Jew on whose behalf Furtwängler has not intervened?"

Furtwängler never joined the Nazi Party. He refused to give the Nazi salute, to conduct the Horst-Wessel-Lied, or to sign his letters with "Heil Hitler", even those he wrote to Hitler. However, Furtwängler was appointed as the first vice-president of the Reichsmusikkammer and Staatsrat of Prussia, and accepted these honorary positions to try to bend the racial policy of Nazis in music and to support Jewish musicians. For concerts in London and Paris before the war, Furtwängler refused to conduct the Nazi anthems or to play music in halls adorned with swastikas. During the universal exposition held in Paris in 1937, a picture of the German delegation was taken in front of the Arc de Triomphe. In the picture, Furtwängler is the only German not giving the Nazi salute. This picture was suppressed at the time.

In 1933, Furtwängler met with Hitler to try to stop the new antisemitic policy in the domain of music. He had prepared a list of significant Jewish musicians: these included the composer Arnold Schoenberg, the musicologistCurt Sachs, the violinist Carl Flesch, and Jewish members of the Berlin Philharmonic. Hitler did not listen to Furtwängler, who lost patience, and the meeting became a shouting match. Berta Geissmar wrote, "After the audience, he told me that he knew now what was behind Hitler's narrow-minded measures. This is not only antisemitism, but the rejection of any form of artistic, philosophical thought, the rejection of any form of free culture."

In 1934, Furtwängler publicly described Hitler as an "enemy of the human race" and the political situation in Germany as a "Schweinerei" ("pigsty"). (Wikipedia – The Free Encyclopedia)

Warum willst Du nicht verstehen, dass ich dafür sterbe, dass viele nicht mehr einen frühen und gewaltsamen Tod sterben brauchen? (Fiete Schulze aus der Hamburger Arbeiterbewegung im Abschiedsbrief an seine Schwester. Fiete wurde im Alter von 40 Jahren im Juni 1935 hingerichtet.)

Es gibt für alle äußere Legalität eine letzte Grenze, wo sie unwahrhaftig und unsittlich wird. […] Ich fordere die Freiheit für unser deutsches Volk zurück. (Kurt Huber [1893-1943]: Aus seinem Schlussplädoyer vor dem Volksgerichtshof am 19. April 1943)

Der Mensch wird nicht kleiner, auch wenn er um einen Kopf kürzer ist. […] Jeder, der treu für die Zukunft gelebt hat und für sie gefallen ist, ist eine in Stein gehauene Gestalt. […] Ein Mensch zu sein wird auch weiterhin ein heldenhaftes Herz erfordern, solange die Menschen nicht ganz Menschen sind. (Julius Fucik [*1903 in Prag] war Sohn einer Arbeiterfamilie. Als Redakteur gehörte er zu den Führern der kommunistischen Widerstandsbewegung in der Tschechoslowakei. Er wurde am 24. April 1942 verhaftet und am 8. September 1943 in Berlin hingerichtet.)

Wie einer stirbt, wofür einer stirbt, darauf kommt es an. (Alfred Schmidt-Sas [*1895 in Schlegel bei Zittau in der Oberlausitz] war Lehrer und Musiker. Er hatte sich gegen die nationalsozialistische Bewegung ausgesprochen. Nach mehrfacher KZ-Haft wurdeer am 9. Oktober 1942 vom Volksgericht zum Tode verurteilt und am 9. April 1943 in Plötzensee hingerichtet.)

Gottes Geist ist Sinn und Kraft. Schwester Teresia Benedicta [Dr. Edith Stein, *1891 in Breslau] wurde als Jüdin, Philosophin [Edmund Husserl] und freiwilliges Sühneopfer für den Frieden am 2. August 1942 mit ihrer Schwester Rosa [*1883 in Lublinitz, Oberschlesien] aus dem Karmel-Kloster zu Echt in Holland in das Lager Amersfoort, dann Westerbork verschleppt und am 7. August 1942 mit 987 Juden in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo beide am 9. August 1942 den Tod fanden.

Elie Wiesel [1928-2016] in his Nobel Lecture on 10 December 1986, in Oslo: “Stripped of possessions, all human ties severed, the prisoners found themselves in a social and cultural void. "Forget", they were told, "Forget where you came from; forget who you were. Only the present matters". But the present was only a blink of the Lord's eye. The Almighty himself was a slaughterer: it was He who decided who would live and who would die; who would be tortured, and who would be rewarded. Night after night, seemingly endless processions vanished into the flames, lighting up the sky. Fear dominated the universe. Indeed this was another universe; the very laws of nature had been transformed. Children looked like old men, old men whimpered like children. Men and women from every corner of Europe were suddenly reduced to nameless and faceless creatures desperate for the same ration of bread or soup, dreading the same end. Even their silence was the same for it resounded with the memory of those who were gone. Life in this accursed universe was so distorted, so unnatural that a new species had evolved. Waking among the dead, one wondered if one was still alive.

Perhaps, because wise men remember best. And yet it is surely human to forget, even to want to forget. The Ancients saw it as a divine gift. Indeed if memory helps us to survive, forgetting allows us to go on living. How could we go on with our daily lives, if we remained constantly aware of the dangers and ghosts surrounding us? The Talmud tells us that without the ability to forget, man would soon cease to learn. Without the ability to forget, man would live in a permanent, paralyzing fear of death. Only God and God alone can and must remember everything.

How are we to reconcile our supreme duty towards memory with the need to forget that is essential to life? No generation has had to confront this paradox with such urgency. The survivors wanted to communicate everything to the living: the victim's solitude and sorrow, the tears of mothers driven to madness, the prayers of the doomed beneath a fiery sky.

They needed to tell the child who, in hiding with his mother, asked softly, very softly: "Can I cry now?" They needed to tell of the sick beggar who, in a sealed cattle-car, began to sing as an offering to his companions. And of the little girl who, hugging her grandmother, whispered: "Don't be afraid, don't be sorry to die... I'm not". She was seven, that little girl who went to her death without fear, without regret.

Each one of us felt compelled to record every story, every encounter. Each one of us felt compelled to bear witness, such were the wishes of the dying, the testament of the dead. Since the so-called civilized world had no use for their lives, then let it be inhabited by their deaths.

After the war we reassured ourselves that it would be enough to relate a single night in Treblinka, to tell of the cruelty, the senselessness of murder, and the outrage born of indifference: it would be enough to find the right word and the propitious moment to say it, to shake humanity out of its indifference and keep the torturer from torturing ever again. We thought it would be enough to read the world a poem written by a child in the Theresienstadt ghetto to ensure that no child anywhere would ever again have to endure hunger or fear. It would be enough to describe a death-camp "Selection", to prevent the human right to dignity from ever being violated again.

We thought it would be enough to tell of the tidal wave of hatred which broke over the Jewish people for men everywhere to decide once and for all to put an end to hatred of anyone who is "different" - whether black or white, Jew or Arab, Christian or Moslem - anyone whose orientation differs politically, philosophically, sexually. A naive undertaking? Of course. But not without a certain logic.

We tried. It was not easy. At first, because of the language; language failed us. We would have to invent a new vocabulary, for our own words were inadequate, anemic.

Let us remember Job who, having lost everything - his children, his friends, his possessions, and even his argument with God - still found the strength to begin again, to rebuild his life. Job was determined not to repudiate the creation, however imperfect, that God had entrusted to him.

War leaves no victors, only victims. I began with the story of the Besht. And, like the Besht, mankind needs to remember more than ever. Mankind needs peace more than ever, for our entire planet, threatened by nuclear war, is in danger of total destruction. A destruction only man can provoke, only man can prevent. Mankind must remember that peace is not God's gift to his creatures, it is our gift to each other.”

Aleppo (5. Dezember 2016): Im belagerten Ostteil von Aleppo sind nach UNICEF-Schätzungen derzeit rund 100.000 Kinder in höchster Lebensgefahr. Der Sprecher von UNICEF Deutschland, Rudi Tarneden, forderte den sofortigen Stopp der Luftangriffe auf die syrische Stadt. “Die Intensität der Zerstörung und ihre Rücksichtslosigkeit sind vergleichbar mit den Gräueltaten, die im Zweiten Weltkrieg verübt wurden.”

In Syrien gehe es um die Rettung des letzten Minimums an Menschlichkeit, betonte der Sprecher des UN-Kinderhilfswerkes: “Die Helfer, die in Syrien und in Aleppo tätig sind, tun ihr Möglichstes, sie unterstützen die Bevölkerung, aber sie werden nicht mehr sehr lange durchhalten können.”

Nach einer mehrtägigen Waffenruhe haben russische und syrische Streitkräfte die Bombardierung der syrischen Stadt Aleppo seit Donnerstag wieder aufgenommen. Es sollen die heftigsten Angriffe seit Beginn des Krieges vor fünf Jahren sein. Erneut wurde ein Krankenhaus bombardiert, wobei 20 Menschen getötet und 100 verletzt worden seien. (5. Dezember 2016)

‘DAS IST ROSTOCK.DE’ 05.Dezember 2016: „Die Bomber kommen drei- bis viermal täglich”, sagt Moataz Alboha. „Sie bombardieren die Krankenhäuser. Für die Menschen in Aleppo gibt es keinen Strom mehr, kein Wasser, kein Brot, keine Medikamente, und für die Kinder gibt es schon lange keine Schule mehr.“ Bis spät in die Nacht schauen die Syrer die arabischen Sender „Al Jazeera“ und „Al Arabia“, dort sieht man Bilder des Krieges, die in den deutschen Medien nicht gezeigt werden, weil sie zu grausam sind. Dazu die Bilder über ‘Youtube’, die persönlichen Nachrichten der Familie über ‘Whatsapp’, manchmal Telefonanrufe aus der Hölle von Aleppo. Moataz Albohas Schwester und sein Bruder sind dort gestorben und ein Onkel. Der Rest der Familie hat derzeit keine Chance zur Flucht.”

Albert Einstein [1879-1955]: It has become appallingly obvious that our technology has exceeded our humanity. Imagination is more important than knowledge. The important thing is not to stop questioning. Curiosity has its own reason for existing. Anyone who has never made a mistake has never tried anything new.

Frederick Lewis Donaldson [1860-1955] in Westminster Abbey, London, on March 20, 1925:The Seven Social Sins are:1. Wealth without work.2. Pleasure without conscience.3. Knowledge without character.4. Commerce without morality.5. Science without humanity.6. Worship without sacrifice.7. Politics without principle.

Confucius [551 – 479 BC]: “Where words lose their meaning, people lose their lives.”

Mahatma Gandhi [1869-1948]: “Whatever you do will be insignificant, but it is very important that you do it. You must be the change you wish to see in the world. The weak can never forgive. Forgiveness is the attribute of the strong. Live as if you were to die tomorrow. Learn as if you were to live forever.The greatness of a nation and its moral progress can be judged by the way its animals are treated.”

Destination is always a new way of consideration which never can be reached as a place to stay.

Gleisiges Fahren

Ständig wird auf den Gleisen zwischen Macht und Ohnmacht hin und her gefahren und das mitunter in langen Zügen. Da es auf den Gleisen keine Ruhe gibt, die Köpfe rast- und ratlos in beide Richtungen sehen, denken und sich in Bewegung setzen, wird es keinen Frieden in den Köpfen der Völker geben. Es ist die aufgesetzte Geometrie, die sich in den Völkern festgeschrieben hat, dass die Macht oben ist und bestimmt, wie es weiter und wo es lang geht.Weil das so ist, ist die Ohnmacht unten. Sie hat still zu halten und sich so zu bewegen, wie es die Macht befiehlt. DerMensch unten in seiner Ohnmacht muss es tun mit der endlosen Geduld im Schweigen, Leiden und Tragen der schweren Gewichte, die aus Armut und Elend der permanenten Not sich ihm wie ein mächtiger Strom unaufhaltsam entgegendrücken.

Die Gleise, auf denen hin und her gefahren wird, werden instand gehalten und erneuert, wenn die alten abgefahren sind. Dabei kommt dem Unterbau die größte Bedeutung zu. Durch die zunehmende Fahrtfrequenz und stetige Gewichtszunahme des Frachtgutes muss der Unterbau sorgfältig gewartet und bei den ersten Abrollerscheinungen aufgeschüttet werden. Ein anderer Schwerpunkt für Gleis und Gleisverkehr sind die Schwellen. Da hat es die Entwicklung von der Holzschwelle über die Stahl- zur Betonschwelle gegeben. Gleisdichte und Gleisweite hängen von den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen eines Volkes ab.

Es ist die Geldfrage, die über die Qualität der Gleisanlage entscheidet. Die Züge sind zahlreicher und schneller geworden. Auch gibt es die langen Züge, die Panzer und anderes Kriegsmaterial von einem Ort zum andern und im Transit fahren, während in entgegengesetzter Richtung Züge mit Gefangenen, Verwundeten und anderen wehrlosen Menschen fahren. Da sieht man auch verängstigte Frauen- und Kindergesichter.

Relativ neu im Durchdenken von Sinn und Unsinn des Krieges ist seine Verflechtung mit denGewinnen der Wenigen, die aus den Kriegen den Profit ziehen und um diesen Vorteil für Kriege plädieren, ihn “politisch” motivieren und durchsetzen und ihn auf Siegerseite bis zum Ende finanzieren. Dabei blieb es: Die Völker tragen die Entbehrungen und Opfer. Neu ist: Die Profite für Bankhäuser und Geldverleiher steigenumso höher, je länger der Krieg dauert und je mehr Opfer der Krieg an Mensch und Material fordert. Darum: die Schlachten werden nicht fürs Vaterland – wie Blut und Boden – ausgekämpft, sondern für die internationalen Geldbarone, die auch die russische Revolution finanziert haben. Am Ende bestimmen diese Barone über die Art und Höhe der Reparationen, die vomBesiegten zu leisten sind. Es ist ein Riesengeschäft, das in den sogenannten “Friedensverträgen” festgelegt und über Generationen durchgezogen wird. Dem Riesenprofit steht das riesenhafte Elend der Völker gegenüber, die da machtlos sind.

Die Frage von grundsätzlicher Bedeutung ist: Wo ist die Ethik der Menschlichkeit?

Auf einem versteckten Gleis

Über dem Haus stand ein klarer Sternenhimmel. Es war Vollmond, und auf seiner Bahn leuchtete er hell über dem Platz zwischen Wohnstelle und International Guesthouse.

Es war still,die Casspirs waren noch nicht zurückgekehrt. Ich setzte mich auf die Stufe vor der Verandatür und zündete eine Zigarette an.

Das Gespräch brachte die Erkenntnis, dass der junge Kollege nicht nur in der ärztlichen Arbeit motiviert war. Er war darüber hinaus von einer hohen menschlichen und sprachlichen Begabungausgezeichnet.

Er konnte die Gedanken mit einfachen Worten zum Tragen bringen, und im Heben und Senken hörte sich das Schwingen der Sätze gut an. Ich fühlte die Bildung seiner Sprache mit innerer Freude, deren Schönheit einige Träume füllen würde.

Von der Sprache her war es zu bedauern, dass ein so begabter Mensch das Hospital verließ, das ohne ihn weiter veröden würde.

Warum war es so, dass interessante Menschen nur kurz da waren und die farblosen Gesichter so lange blieben?

Das letzte Gleisstück

Der Krieg hat die Menschen in Angst und Schrecken versetzt, dass sie mit Bluthochdruck und Kopfschmerzen zum Hospital kamen, weil sie es ohne Medikamente nicht mehr aushielten.

Es waren magere Menschen, die vorher einen Blutdruck hatten, der an der unteren Normgrenze lag. Die Mittel der Wahl waren Beta-Blocker und Flumethiazide.

Es gab Unverträglichkeiten mit dem Schwindelgefühl, mit Brechreiz, Atembeschwerden und Muskelkrämpfen. Auch waren die Medikamente in der Apotheke nicht immer vorrätig.

So nahm der Krieg nicht nur Einfluss auf die Chirurgie, sondern griff tief in die nervösen Zentren der Menschen ein, die es am Herzen spürten, dass sie sich der Schrecken nicht mehr erwehren konnten.

Ein anderer Punkt des Schreckens war die Zunahme der Schwindsucht, der die Menschen in ihrer Magerkeit und Schwäche des Immunsystems erlagen.

“Das haben unsere Menschen nicht verdient.” Es war die tägliche Redewendung der schwarzen Kollegen, die das Ende der Apartheid mit den finsteren Erfahrungen aus ganzem Herzen herbeisehnten.

Ich stimmte ihnen zu, denn die Not und das Elend, in denen die Menschen steckten, zerriss dem, der mit ihnen in Berührung kam, nicht nur das Herz, sondern auch den Glauben an die Gerechtigkeit, ob die menschliche Würde noch zu retten ist.

Auf einem anderen Gleis

Der Philosoph Plotin war dagegen, dass der Maler Ameliusihn porträtierte. Seine Begründung war: “Ist es nicht genug, das Schattenbild zu tragen, mit dem die Natur uns umgeben hat? Und du achtest es noch der Mühe wert, ein Schattenbild des Schattenbildes folgenden Zeiten als etwas Sehenswürdiges zu hinterlassen!”

Für ihn war der Geist der Vater aller Seelen, der über dem menschlichen Denkvermögen steht, die Denkakte auseinandertreten lässt und in Bewegung setzt.

Der Geist öffnet sich nach allen Seiten, also auch nach dem Anderssein. Er ist an jeder Stelle vielgestaltig und damit dialektisch.

In ihm ruht die Welt der ewigen Formen, der Urbilder von allem, was Sein hat und Sein bedeutet.

Alles ist unerschöpflich, weil der denkende Geist nicht stillsteht. Es liegt an ihm, dass das Eine in ewiger Bewegung, das Leben zeitlos und das Licht für das Licht durchsichtig ist.

Einige Gleisschwellen zurück

Der Pastor hebt bei der Predigt einige Male die Hände und zeigt zur Holzdecke der alten Missionskirche. Er zielt auf den Himmel, wohin der große Sohn, dem die Dornenkrone aufgedrückt worden war, sich hilfesuchend an den großen Vater wandte, weil er es am Kreuz nicht mehr ertragen konnte.

Der Vater ließ den Sohn sterben, dass er ihn vom Tode auferweckte. Der Gottessohn in Menschengestalt, den die Liebe des Vaters unsterblich machte.

Eine Geschichte, die vom Ausmaß bis heute mit dem Verstand nicht zu fassen ist. Etwas anderes ist, was die Menschheit aus der Geschichte machte. Sie zerbrach in Stücke und blieb verkümmert, weil sich der Mensch andere Dinge eingebildet hatte. Er hat sich in seinem Gedankennetz verfangen, aus dem er sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien kann.

Deshalb spricht er vom Schicksal, weil er vom Glauben nicht mehr sprechen will. Spontan steigt die Frage auf, ob Menschen diesen Vater bitten, seine unbegreifliche Liebe auch jenen zukommen zu lassen, die den furchtbaren Tod durch Gewalt und Minen sterben.

Das tun die jungen Frauen mit ihren kleinen Kindern, die den Mann und Vater verloren haben und ihn nun vermissen, wenn sie ans Brot denken. Alte Menschen bangen um ihre Söhne und Töchter, von denen das Lebenszeichen seit langem fehlt, oder die der Wind in der Wüste bereits zugedeckt und im Sand verschichtet hat.

Vom Gleisende und der Parabel des Lichts

O ungeheurer Mut! Kommst du so lächelnd und frei vom großen Stolz der Welt! [Kleopatra zu Antonius]

Unser Leben war die Überwindung des Bösen. [Wilhelm Thews am 8. Februar 1943 als Mitglied des Widerstands im Alter von 32 Jahren hingerichtret]

Lehre das Wort dann, wenn du es selber lebst!

Aus den Abschiedsbriefen*, die kurz vor dem gewaltsam erlittenen Tod geschrieben wurden. Die Vermächtnisse kommen von Männern und Frauen, die die deutsche Katastrophe vorausgesehen undsich gegen das unmenschliche System aufgelehnt hatten und dafür oft in noch jungen Jahren hingerichtet wurden. Sie alle gaben ihr Leben für ein besseres Deutschland.

*Gollwitzer/Kuhn/Schneider: “Du hast mich heimgesucht bei Nacht – Abschiedsbriefe und Aufzeichnungen des Widerstandes 1933-1945”. Gütersloher Taschenbücher/Siebenstern 9, 1985 _____________________________________________________________________________________________

Paul Schneider (29. August 1897 – 18. Juli 1939 – Der Prediger von Buchenwald). Aus dem Brief vom 7. November 1937 an seine Frau Margarete: “Die Bekennende Kirche, die es wahrhaft ist, ist der Baum mit den Knospen; [Verweis auf den Kastanienbaum mit den kahlen schwarzen Zweigen und den braunen kleinen Knospen] die heimlichen Gemeinden in den Gemeinden sind die Knospen der Kirche. Da, wo man bereit ist, auf Pfarrstellen zu gehen, die keine >Pfarrstellen< mehr sind, die auch ohne gesicherte >staatsfreie Position< bestehen, weil eine solche >Position< kein Glaubensposten mehr wäre, da, wo alle kirchenpolitischen Erwägungen und Überlegungen aufhören, da sieht schon jetzt das geistige Auge die kommende Kirche und ihren Frühling.

Die Welt freilich und der ungeistliche Kirchenmann sehen den kahlen Baum seiner Kulturbedeutung, seiner Öffentlichkeitsbedeutung beraubt und urteilen, dass es bald aus mit ihm sei und er nur noch zu Brennholz tauge, wenn ihm die Anerkennung der Welt und des Staates versagt bleibt.Sie retten sich in das Schlinggewächs der falschen Kirche und Staatsreligion, das sich an dem in Wahrheit gerichtsreifen Baum dieser gottlosen, selbstherrlichen und selbstsicheren Welt üppig emporrankt, um dann mit dem Baum dieser vergehenden Welt zu stürzen und verbrannt zu werden. Nur in dem Glauben, der die unverwüstliche Kraft ihres Lebens und Knospens ist, ist wahre Freiheit und Freude.”

Der Mithäftling, Notar Alfred Leikam, schrieb im Rückblick: “Die größte Anfechtung im Lager war für mich, dem alle Vorstellung übersteigenden Unrecht, das die dortigen Menschen getroffen hat, wort-und tatenlos gegenüberzustehen bzw. zwangsläufig mitzumachen, um dadurch selbst an diesen Menschen schuldig zu werden. Es gibt meines Wissens in Deutschland nur einen Menschen, der dieser Schuld nicht teilhaftig wurde. Das ist Pfarrer Paul Schneider, der sich in Wort und Tat auch gegen das Unrecht im Lager wandte und deswegen zu Tode gemartert wurde.”

Bernhard Lichtenberg (3. Dezember 1875 – 5. November 1943 – Domprobst von St. Hedwig zu Berlin): Zur Kanzelvermeldung in allen Kirchen der Diözese (Oktober 1941): “In Berliner Häusern wird ein Hetzblatt gegen die Juden verbreitet. Darin wird behauptet, dass jeder Deutsche, der aus angeblicher falscher Sentimentalität die Juden irgendwie unterstützt, und sei es auch nur durch ein freundliches Entgegenkommen, Verrat an seinem Volke übt. Lasst euch durch diese unchristliche Gesinnung nicht beirren, sondern handelt nach dem strengen Gebot Jesu Christi: >Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst<.”

Aus dem Brief vom 27. September 1943 an die Ehrwürdige Schwester Oberin: “Gefangenenbuch-Nr.717/Strafgefängnis Tegel in Berlin. […] Es ist mein fester Entschluss, die Exerzitienvorsätze mit Gottes Hilfe zur Ausführung zu bringen, die ich vor Ihm nach den dreißigtägigen Exerzitien gefasst habe, nämlich: ich will alles, was mir widerfährt, Freudiges und Schmerzliches, Erhebendes und Niederdrückendes, im Lichte der Ewigkeit ansehen, ich will meine Seele besitzen in meiner Geduld, in keinem Worte und in keinem Werk sündigen und alles aus Liebe tun und alles aus Liebe leiden.“

Ewald von Kleist-Schmenzin (22. März 1889 – 15. April 1945), Herr des Gutes Schmenzin in Pommern. In einer Audienz bei Hindenburg [1847-1934] warnte er den greisen Reichspräsidenten. Dieser gab ihm recht, stimmte aber 6 Wochen später der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler zu. Darauf zog sich v. Kleist mit den Worten: ‘Es gibt keine Hoffnung mehr auf Abwendung der Katastrophe’ aus der Politik zurück. In seinem Landkreis beschaffte er Zufluchtsstätten für die Verfolgten. Am 30. Juni 1934 entging er den Feinden durch Flucht aus Pommern. Am Tag nach dem Attentat auf Hitler wurde das Herrenhaus Schmenzin umstellt und von Kleist von der Gestapo verhaftet, die ihn erst nach Stettin und dann nach Berlin brachte.

Aus dem Brief vom 6. Oktober 1944 an seine Frau Alice: “Die Stimmung hat oft geschwankt zwischen Hoffnung und trübsten Erwartungen, meistens nicht bestimmt durch verstandesmäßige Überlegungen, oft durch ziemlich unbedeutende Dinge. In Stettin hofften wir Leidensgenossen auf unsere baldige Entlassung; diese Stimmung war stark genährt durch die Äußerungen der dortigen Gestapo. In einem Punkt ist aber meine Stimmung bis heute ganz gleichmäßig, ruhig und fest geblieben: ich habe mich bedingungslos in Gottes Willen ergeben. […] Geholfen hat, dass ich nicht der Versuchung nachgegeben habe, mir selber leid zu tun. Ich habe auch die wehmütigen und sehr sehnsüchtigen Gedanken an meine Lieben und an Schmenzin kurzgehalten.“

Aus dem Brief vom 2. Dezember 1944 an seine Frau: “Gestern habe ich Haftbefehl wegen Hochverrats erhalten. […] Der Wert eines Volkes wird allein dadurch bestimmt, wie weit es auf Gott gerichtet ist. Es kann ein nichtchristliches Volk Gott näher stehen als ein christliches. Die heutigen christlichen Völker stehen Gott sehr fern. Aber es kommt in der Welt eine andere, bessere Zeit.”

Aus dem Brief vom 12. Januar 1945 an seine Frau: “Heute hat mir der Rechtsanwalt gesagt, voraussichtlich würde in etwa 14 Tagen gegen mich verhandelt. Die Todesstrafe wäre völlig sicher. Ich war darauf gefasst, aber ich wundere mich doch, einen wie geringen Eindruck diese Mitteilung auf mich gemacht hat. Es liegt wohl daran, dass mich nur noch die Liebe zu Dir, den Kindern und Mama mit der Erde verbindet. Sonst glaube ich, hat sich meine Seele von dem Irdischen weitgehendst frei gemacht. […] Es geht zum Vater. Es ist eigenartig, dass ich mich dabei noch über Essen, Rauchen und ein Buch harmlos freuen kann.”

Franz Reinisch (1. Februar 1903 – 21. August 1942) Priester. Am 3. November 1928 Eintritt bei den Pallottinern. Am 7. Juli 1942 wegen Verweigerung des Fahneneides von einem Militärgericht zum Tode verurteilt und am 21. August 1942 in Brandenburg-Görden enthauptet.

In der Begründung seiner Verweigerung des Fahneneides führte er aus: “Die gegenwärtige Regierung ist keine gottgewollte Autorität, sondern eine nihilistische Regierung, die ihre Macht errungen hat durch Gewalt, Lug und Trug. […] Das NS-Prinzip >Gewalt geht vor Recht< zwingt mich in die Notwehrstellung. Es gibt daher für mich keinen Eid der Treue auf eine solche Regierung.”

Aus dem Abschiedsbrief an die Eltern vom 14. April 1942: “Mein Segen gelte auch meinen lieben Geschwistern und ihren Nachkommen und meiner ganzen Heimat Tirol!”

Kaj Munk (dänischer Dichter und Pfarrer). Er wurde wegen seines Widerstandes gegen das NS-Regime in den ersten Tagen des Jahres 1944 erschossen.

Aus seinen Predigten: “Es gibt Leute, die sich einbilden, dass man die Wahrheit sozusagen einsalzen könne. Man könne sie im Salzeimer versteckt liegen lassen, meinen sie, um sie herauszunehmen und ein Stück davon zu verwenden, wenn sich gelegentlich die Situation dafür eignet. Aber auch bei uns gibt es Leute, die den lebendigen Glauben haben, dass die Wahrheit da ist, um gesagt zu werden, und dass sie nur da ist, wenn sie gesagt wird. […] Aber eines Tages sehen sie ein, dass die Feigheit ihre Zungen nicht mehr binden darf, dass die Leiden, die durch Heuchelei, Schweigen und Lüge über das Volk kommen, tausendmal gefährlicher sind. Auch in unserem Land haben wir einen Herodes, der mit den fremden Göttern Unzucht treibt. Ich meine jenen Geist der Kompromisse, der um des Wohlbefindens willen nicht vor unwürdigen Handlungen zurückschreckt.”

An seine Landsleute im Gefängnis, weil sie für die Wahrheit eintraten: “Ihr habt Euch der Sache der Wahrheit angenommen, während einige das Lügen und andere das Schweigen vorzogen. Ihr habt dadurch eine Tat vollbracht, aus der eine wahre Zukunft sprossen kann.”

“Du Grundgütiger Heiliger Geist! Trockne mir die Tränen von den Augen, damit ich den Erlöser erblicke, den Erlöser klar genug, dass ich meinem Volke jetzt in seiner Schicksalsstunde von Ihm zu erzählen vermag,”