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Was tun, wenn man in einem unbedachten Moment etwas selten Dämliches gemacht hat, dessen Folgen übel sind? Nach Timbuktu auswandern, ist Tims erste Idee. Doch ein ungeschriebener Ehrenkodex lässt ihn bleiben und einer Demütigung entgegensehen, die seine schlimmsten Vorstellungen übertreffen. Und dann spielt ihm der Zufall ein brisantes Geheimnis in die Hände, das ihn in Abgründe blicken und den Spieß umdrehen lässt. "Tim did it" ist die zweite von insgesamt fünf Kurzgeschichten, (mit umfangreicher Leseprobe) zusammengefasst unter dem Haupttitel "Dem Schicksal einen Tritt in den Hintern". Der Titel ist Gebot. Die rebellischen Hauptfiguren tun genau das; ob bewusst oder unbewusst, ob zufällig oder geplant, aber immer freimütig bis unverfroren.
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Seitenzahl: 34
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Sue Schmidt
Dem Schicksal einen Tritt in den Hintern 2
Tim did it
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Das etwas andere Vorwort
Tim did it (oder Wer anderen eine Grube gräbt)
Nachwort: Die Michas!
Leseprobe: Stella did it (oder Das zweite Gesicht)
Leseprobe: Alec did it (oder Die Kiste)
Story gefallen? Weitere Rebellen mit Herz und Verstand
Impressum neobooks
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Im Leben gibt es Zeiten,
da schlagen Wellen hoch;
dann sollte man sie reiten,
statt sie zu hassen
und sich von ihnen
Tim war fünfundzwanzig, groß, durchtrainiert, wenn nicht gar athletisch, intelligent und ... was er auch immer sonst noch war, er war mit Sicherheit wütend. Zumindest an diesem Wintertag im Dezember, der wohl unbedingt in das Guinnessbuch der Rekorde wollte, so groß waren die Schneeflocken, die vom nächtlichen Himmel fielen. Nicht, dass er Schnee nicht mochte – er fand es wunderbar, wenn die Welt in einem traumhaften Weiß versank – aber an diesem Tag hätte auch Gold vom Himmel fallen können, und es hätte seine Stimmung nicht gehoben.
Man hatte ihn gewarnt, hatte ihm gesagt, dass er auf Michas Abschussliste stand und nicht auf seine Party gehen solle. Micha! Der Name hallte in seinem Kopf wider. Ein Kommilitone, wie man ihn sich schlimmer nicht wünschen konnte. Wie zum Teufel landete man überhaupt auf dieser Abschussliste? Wie war er auf dieser Liste gelandet?
Jedenfalls hatte er die Warnung in den Wind geschlagen. Er war sich sicher gewesen, wie schon viele Studenten vor ihm, dass dieses verkorkste Söhnchen reicher Eltern es nicht schaffen würde, ihn zu einer von seinen bescheuerten Wetten zu überreden. Doch er hatte ihn unterschätzt. Woher Micha auch immer wusste, dass er auf Cola Rum stand, und wie er auch immer an den hochprozentigen Fusel herangekommen war, den man kaum aus dem Cola herausschmeckte, dieses Zeug hatte Tim das Gehirn aus der Halterung geschossen. Sternhagelvoll war er gewesen, schon nach dem zweiten Drink. Der weitere Verlauf dieses feuchtfröhlichen Abends war nicht mehr als löchrige Erinnerungen, aber zwei Dinge wusste Tim noch peinlich genau: Dass ihm – einem eingefleischten Hardrock Fan –, Volkslieder aus dem Mund gekrochen waren, und dass Micha ihn zu einer abgefahrenen Wette gebracht hatte: Schaffte er es, ein Fünfcentstück fünf Sekunden lang auf einer Nagelspitze zu balancieren, würde Micha eine Backstage-Karte für die Black Sabbath Revival Band organisieren. Schaffte er es nicht, war auf der nächsten Party ein Strip fällig, bei dem er zum Schluss nur noch einen Tanga tragen durfte. Und um das Maß voll zu machen, hatte er diese Wette in einer Lautstärke abgeschlossen, mit der die Gehörgänge jedes einzelnen Gastes erreicht worden waren.
Wenn Tim jemals erlebt hatte, dass sich Neuigkeiten in einer Uni schnell verbreiteten, dann nach dieser Wette. Es hatte nur einen Tag gedauert, bis alle davon wussten, und einen weiteren, bis die meisten sein Gesicht kannten. Der Gedanke daran peinigte ihn, während seine Schritte eine immer länger werdende Spur durch den jungfräulichen Schnee des Unigeländes zogen. Es war ein ungeschriebenes Gesetz auf dem gesamten Campus, dass Wetten eingehalten wurden, völlig egal in welchem umnachteten Geisteszustand man sie abgeschlossen hatte. Man stand dafür gerade oder wurde für den Rest seines Uni-Daseins geächtet.
