Dem Schicksal einen Tritt in den Hintern 3 - Sue Schmidt - E-Book

Dem Schicksal einen Tritt in den Hintern 3 E-Book

Sue Schmidt

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Beschreibung

Wahre Liebe kann man wegsperren, unter den Teppich kehren, verstecken, ignorieren, zum Teufel wünschen, aber sie geht nicht. Jaque ist das egal. Er nutzt die Gunst der Stunde und drängelt sich an die Stelle von Steve, mit dem Nadine durch Dick und Dünn gehen wollte. Denn Steve ist verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt, ohne eine Erklärung, ohne einen Grund, ohne eine Spur. Gut so, denkt Jaque, trägt sich bereits mit Heiratsplänen und glaubt sich auf der Zielgeraden, bis Nadine dem Verschwundenen völlig unvorbereitet begegnet. Ein Schock, gekrönt von der Tatsache, dass Steve sie nicht erkennt und sich anscheinend von einem begnadeten jungen Musiker in einen unterkühlten, unwirschen Anzugträger verwandelt hat.

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Seitenzahl: 38

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Sue Schmidt

Dem Schicksal einen Tritt in den Hintern 3

Nadine did it

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Nadine did it

Ein bisschen Poesie als Nachwort

Story gefallen? Weitere Rebellen mit Herz und Verstand

Impressum neobooks

Nadine did it

Nadine entfuhr ein emotionsgeladenes Ächzen, ungewollt und laut genug, sodass Jaque es auch hörte, und schon drang seine Stimme gedämpft durch die Schlafzimmertür: „Alles in Ordnung bei dir?“

„Ja, alles in Ordnung“, log sie, während ihre Nervenbahnen vibrierten und ihr Herzschlag sich merklich beschleunigte. Wie gebannt starrte sie auf das Foto, das beim Wühlen im Kleiderschrank zwischen ihren Shirts herausgerutscht, durch die Luft gewirbelt und in sadistischer Weise mit der Rückseite nach oben vor ihren Füßen gelandet war. Der rote Schriftzug „In Liebe, Steve“ starrte zurück, irgendwie spottend, als sei es ein schlechter Scherz. „Von wegen ...“, rutschte es ihr leise über die Lippen „... dann hättest du dich wohl kaum in Luft aufgelöst.“ Sie drehte das Foto auf die Vorderseite, dummerweise, denn jetzt hallte ihr Herzschlag in den Ohren wider, so kräftig legte er zu. Für Sekunden verschlang das Bild jedes Quäntchen ihrer Aufmerksamkeit. Denn da stand er, Steve, auf dieser riesigen Bühne, während eines Rockkonzerts an der französischen Mittelmeerküste, hielt seine E-Gitarre triumphierend in die Luft, mit diesem unnachahmlichen Grinsen, und es nützte auch nichts, dass sie das Bild schnell wieder zwischen die ausrangierten Shirts verbannte. Der eiserne Deckel, den sie über diese Erinnerungen gestülpt und mit einem Trümmerhaufen aus zerbrochenen Zukunftsplänen beschwert hatte, war schon verrutscht. Sie hörte die Beifallsstürme wieder, die Rufe seiner Fans, seine Stimme, als er sie ausrufen ließ, weil sie seinen Tourneebus zugeparkt hatte, sein kopfschüttelndes: „Das ist der VIP-Bereich, Herzchen, wer auch immer dich mit deiner Ente durch die Sperre gelassen hat“, und das Knistern in der Luft, so heftig war der Funke bei dieser ersten Begegnung übergesprungen.

„Herrgott!“ murmelte Nadine, suchte gereizt nach einem besseren Platz für dieses Überbleibsel aus einem „anderen“ Leben und fand ihn in einem Sack mit Winterkleidung. „Bei nächster Gelegenheit kommst du in den Schredder, das schwöre ich dir.“

Vergangen ist vergangen, und jetzt ist jetzt, und das Jetzt ist kultiviert, geordnet, durchgeplant und ganz bestimmt besser. Mit diesem Gedanken, der die Ordnung vorerst wieder herstellte, fuhr sie geräuschvoll mit der Suche nach ihrem Kostüm fort.

„Geht das auch ein bisschen leiser?“ Auch diese Frage kam von Jaque, der im Wohnzimmer saß und sich an diesem Morgen eine Auszeit von seiner Rechtsanwaltspraxis gönnte. Er wollte ein wenig entspannen, seine Zeitungen lesen, ein paar Gedanken nachhängen, aber das unsanfte Zuschlagen von Schranktüren machte es beinahe unmöglich. Rums! Schon wieder. Und noch einmal, Rums! Er schüttelte den Kopf, versuchte sich erneut in den Herald Tribune zu vertiefen, der einen Bericht über eine Jahrhundertflut auf der Atlantikseite Frankreichs brachte. Es bedeutete Rechtsfälle für ihn und eine Ausdehnung seiner Geschäfte auch in diesen Teil des Landes. Rums! Er ächzte. „Nadiiine!“ Seine Stimme hörte sich deutlich ungehalten an. „Schränke lassen sich auch leise öffnen und schließen. Man muss dabei nicht ein halbes Erdbeben auslösen.“

„Du übertreibst“ Hinter einer der Türen ertönte verhaltenes Kichern. Jaques unfreiwillige Komik amüsierte sie jedes Mal. Und schon knallte es erneut. „Das sagst du doch nur, weil du nicht willst, dass ich gehe.“

„Das will ich in der Tat nicht.“ Er schlug die Zeitung zu. „Und nur, um nicht missverstanden zu werden, sage ich es in aller Deutlichkeit noch einmal: Du brauchst dich nicht um diesen Job zu bemühen. Das ist vollkommen unnötig.“

„Das ist es nicht.“ Die Schranktüre knallte zum letzten Mal und dann kam sie heraus, die braune Mähne ordentlich zu einem Pferdeschwanz gebunden, und präsentierte sich in einem beigen Kostüm. „Wie findest du das?“

„Bieder und langweilig.“

„Dann ist es das Richtige. Ich habe mir sagen lassen, der Chef der Firma zieht alles vor, was schlicht ist.“

„Und ich habe mir sagen lassen, dass er eine waschechte Neurose hat.“

„Na und? Wer hat das heutzutage nicht? Jedenfalls sucht er einen Praktikanten, und ich habe vor, dieser Praktikant zu werden. Ich will mein Architekturstudium endlich verwerten.“

„Und ich habe vor, dich zu heiraten“, sagte Jaque trocken. „Du brauchst diese Stelle nicht, und du weißt das. Meine Praxis läuft brillant. Ich kann völlig problemlos für uns beide sorgen.“