Den Jungen nehmen wir mit! - Markus Kurzthaler - E-Book

Den Jungen nehmen wir mit! E-Book

Markus Kurzthaler

0,0
5,50 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Autostoppen ist eine Leidenschaft. Der Autor wusste, dass er mit dieser Art zu reisen sehr viel unerwartetes Glück am Weg finden kann, das oft strengen Reiseplänen verborgen bleibt. Wie (un)bequem er von Österreich in den Osten reiste, lässt sich in diesem Buch in Form eines Tagebuchs, Gedanken und Bildern verfolgen. Das Leben als Autostopper schrieb hier einige interessante Geschichten.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 134

Veröffentlichungsjahr: 2021

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Impressum

© 2021 Markus Kurzthaler

Grafik & Illustration: Sandra Biskup, sandfarbe.at

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN Taschenbuch: 978-3-347-38952-6

ISBN Hardcover: 978-3-347-38953-3

ISBN e-Book: 978-3-347-38954-0

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Start: Österreich

Grenze Österreich-Slowakei

Grenze Slowakei-Polen

Impressionen aus Krakau

Impressionen aus Warschau

Grenze Polen ‒ Ukraine

Impressionen aus Kiew

Peter und Konichi

9. Juli 2015 Geburtstag meines Bruders

Peter

Konichi

Greg

Ukrain-Ugly

Raus aus Kiew

Impressionen aus Kharkiv

Busverbindung Kharkiv ‒ Belgorod

Grenze Ukraine – Russland

Erster Kontakt mit russischem Boden

Gehen macht vieles besser, oder nicht?

Eugen

Impressionen aus Volgograd

18.Juli 2015 Geburtstag Nachbar

Impressionen aus Astrachan

Anton, Kira und Freunde

Maxim

Kira, Anton und Antons Bruder

Grenze Russland – Kasachstan

Nadi

Jumbo und das Ölbohrteam

Tokha und seine Mechaniker

Tokha und die Frühstücksfamilie

Tokha und schon wieder seine Mechaniker

Tokha, Bayandy, die Familie und das Essen

Impressionen aus Aktobe

Tokhas Abschied

Werner

Nebil

Tom 30. Juli 2015 Geburtstag Opa

Impressionen aus Astana

Feuer!!!

Kasachisch Autostoppen

Grenze Kasachstan Russland

Stoppen oder Zug fahren?

Rückblenden

Igel und sein Fernfahrkollege

ΚΡΛСҢѲЯСК?

59. Stopp: Andre und Denis

60. Stopp: Kann mir mal wer übersetzen?

Irkutsk-Impressionen

Impressionen Baikalsee

Grenze Russland ‒ Mongolei

Der Glaubenskonflikt

Mongolische Tradition

Gobi erleben

Im Leben sieht man sich immer zweimal

Gobi und Tradition

Mongolei mit Mustang

Das Beste draus machen

Der Jurtenbesuch

Von der Holzklasse zur gehobenen

Wovon ich nie genug bekommen könnte

Jedoch…

Abflug mit Zwischenstopp China

Thailand

Schlusswort

Vorwort

Diese Reise wird lang, das stand fest, wie weit ich kommen würde, war mir nicht klar. Ich hatte gerade mein Lehramtsstudium abgeschlossen und wollte vor dem Unterrichten noch einmal weit weg.

Ich kannte die Länder nicht, in die ich vorhatte zu reisen. Ich wusste aber, dass ich nicht der einzige Reisende sein würde. Ich rechnete damit, dass ich Touristen, die per Flugzeug die Länder bereisen würden, treffen werde. Ich musste auf die LKW-Fahrer, die Abenteuertouristen mit Auto und die Einheimischen hoffen, die solche Reisen für gewöhnlich ermöglichen.

Als Autostopper geht man nach dem Prinzip: „Jede Strecke zählt.“ Anders gesagt: Jeder Pendler, der am Ende des Jahres auf den Tachometer schaut, wird feststellen, dass man mit der Summe der Kilometer in diesem oder im nächsten Jahr die Welt hätte umrunden können.

« Nur wo du zu Fuß warst,

bist du auch wirklich gewesen. »

Johann Wolfgang von Goethe

« Der Tourist zerstört, was er sucht,

indem er es findet. »

Hans Magnus Enzensberger

‟ Zum Hauptteil, in dem ich über die Reise berichte, schreibe ich parallel die Gedankengänge auf, die im Buch mit diesen grauen Anführungszeichen gekennzeichnet sind. Es sind die Zweifel und Ziele, die ich in der jeweiligen Situation hatte, wie auch einige Vorerfahrungen, die mich Schlüsse ziehen ließen.

Einige Namen im Buch wurden abgeändert.

Start: Österreich

1. Juli 2015 … 30°C in Kössen

GPS-Spot 3 (mit SOS- und OK-Knopf), Solarpaneel, Hängemattenzelt, kleiner Schlafsack, Gaskocher, Pfanne und Topf, Hacke, Schaufel, zwei Paar Schuhe und Flip Flops, Angel und Schnüre, Kamera-DSLR, Fischequipment, Feuereisen mit Auslöser, Nokia Handy (nicht Wifi-tauglich), Geldtasche,… Visum für doppelte Einreise in Russland erhalten; Sachen gepackt, kleine Übungsmärsche hinter mir, es könnte losgehen!

‟ Die Vorbereitungen zu dieser Art von Reise sind mir immer zu wenig. Man weiß nie, in welche Situation man geraten kann. Die Hürde mit dem Russlandvisum war genommen, eine Einladung online eingeholt. Der Pass kam mit russischen Visa zurück. Ich wollte für China ein Visum beantragen, die zuständige Agentur lehnte den Antrag ab, weil sie keine Chance sah, ohne Flug oder Hotelbuchung ein Visum für China zu erhalten.

2 .Juli 2015 … Start

1. Stopp mit meinem Vater von Kössen bis Salzburg. Auf die Frage, wohin die Reise dieses Mal geht, antwortete ich: „In den Osten, mal schauen wie weit…” Auf der Walserberg-Raststätte waren viele meiner Autostopptouren erfolgreich losgestartet. Ich hatte bis Ungarn und Albanien von dieser Raststätte weg gestoppt und beide Male hatte ich diese Länder mit nur zwei Autos erreicht. Ich konnte mir sehr weite Strecken – vielleicht bis Polen – vorstellen.

‟ Funktionieren wie ein Uhrwerk klappt beim Autostoppen nicht. Es kann an jedem Kränzchen ein Zahn ausbrechen, jedoch ist es in Bezug auf Geduld und Hoffnung doch ein Wettlauf gegen die Zeit.

2. Stopp: Salzburg - Linz mit Ernährungstechniker. Wäre ich nicht von der vielversprechenden Salzburger Walserberg-Raststätte losgestartet, hätte ich gesagt, jedes Stück zählt. So war ich schon enttäuscht. Jetzt kommt aber der große ERFOLG!?

‟ Steigt man erst in ein Auto, ist das Uhrwerk in Bewegung. Die Zeitwahrnehmung verändert sich. Vor dem ersten Stopp ist jede Sekunde lästig, die man vielleicht unnötig an einer Straßenseite steht. Die andere Variante wäre an einer Tankstelle Kunden zu fragen, ob sie in die selbe Richtung fahren. Man zweifelt schon an der Stelle, an der man steht, an der Idee, oder an einem selbst beim Vergehen der ersten Stunden. Manchmal glaubt man, dass man nicht gesehen wird. Das kennt man, wenn man in einer Notlage Fremde nach Geld gefragt hat.

Ich sehe das Autostoppen als eine völlig andere Situation, manche Autofahrer nicht. Am Festland in Griechenland fragten mich alle Autofahrer, die mich mitnahmen (was immer nach sehr langer Steh- und Gehzeit geschah) ob ich blöd oder arm bin, dass ich autostoppe. Ich traf eine Gruppe von vier deutschen Mädchen an einer Bushaltestelle, die erzählten, dass sie auch autostoppten. Sie sagten, die Griechen seien so nett und hätten sie immer mitgenommen. Quer durchs ganze Land haben sie zwei Männer mit einem Fünfsitzer mitgenommen. Auf die Frage, ob sie auch für blöd gehalten wurden, antworteten sie nicht.

Ist man aber dann im Auto, ergeben sich Gespräche aus der täglichen Laune, der Kommunikationsbereitschaft und den jeweiligen Geschichten, in die man im Laufe einer Reise hineinrutscht. In dem Fall war ich kommunikationsbereit und mäßig gelaunt, da ich zuvor einmal mehr dachte, ignoriert zu werden. Reisegeschichten konnte ich noch keine erzählen. Es schien mir, dass ich im Anschluss wieder nicht viel zu erzählen hätte. Normalerweise entwickeln sich im Laufe einer Reise die Geschichten und Erzählungen über Erlebtes als Selbstläufer.

3. Stopp: Linz - Wien mit Bühnentechniker … ich plante, so weit es geht in den Osten zu stoppen und kam am ersten Tag nur nach Wien? Sie boten mir an, bei ihnen in Wien zu bleiben.

‟ Immer wieder lernt man nette Leute auf der Tour kennen, die ein Angebot aufbringen, in einer Gegend zu bleiben. Man mahnt sich aber zur Disziplin sich im Falle eines Angebots, das längere Zeit dauern würde, nicht mitreißen zu lassen. Man hat sein Ziel und es wäre lächerlich nach dem zweiten Hitch beispielsweise in Wien zu bleiben. Ich kenne einige Autostopper, die das Ziel so sicher sehen, dass sie in Schleifen stoppen. Ich liebe es bei Gelegenheit auf Angebote einzugehen. Ich habe aber bei vielen Situationen den Drang, ein gewisses Mindestmaß vor einer möglichen Pause, die länger dauern könnte, zu schaffen. Man kennt das von Büchern, Arbeiten, Sport, Projekten,… . Aber dieses Mal musste ich ablehnen.

Grenze Österreich – Slowakei

4. Stopp: Fliesenleger aus der Slowakei schafften Abhilfe und brachten mich fast bis zur polnischen Grenze. Außerdem wollte mich ein Arbeiter zum Fischen einladen. Bei der Ankunft stellten wir fest, dass seine Freunde nicht genügend Platz im Auto hatten, sodass er mir absagen musste.

‟ Wenn mein Herkunftsland hinter mir liegt, ist es für mich als Österreicher ein erster Erfolg. Wenn auf der Wegstrecke ein See ist, an dem man die Möglichkeit hat zu campen und zu fischen, ist das sehr großes Glück, bei dem man gerne zusagt. Man würde sich die Unterkunft und bei erfolgreichem Fischen die Verpflegung sparen. Zudem fühlt es sich an wie eine verdiente Pause.

3. Juli 2015

1. Nacht: Slowakei Hostel, 0,90€ für ein Bier – guter Preis. Hier begannen leichte Probleme mit der Kommunikation.

‟ Bei einem Motorradtrip in Frankreich kam in der Nähe von Lyon ein Unwetter auf und ich verließ die Hauptstraßen, um eine billige Unterkunft zu finden. Als mich Dorfbewohner an Matteo vermittelten, war ich anfangs skeptisch, wie diese Nacht verlaufen würde. Matteo war ein ca. 30-jähriger Franzose, der mit seinem Hund und seinem Motorrad in einem alten ausgeschlachteten VW-Bus in einem Wald wohnte und kein Wort Deutsch, Englisch oder Spanisch konnte. Wir überlegten ein wenig und begannen, uns mit Papier und Stift zu unterhalten. Die Kommunikation war ca. 40 Seiten lang. Anfangs war es mühsam, jedoch dachten wir nach einiger Zeit gar nicht mehr darüber nach, wie wir kommunizierten, sondern konzentrierten uns darauf, wie und was der andere zu sagen, oder in dem Fall zu zeichnen hatte. Am nächsten Tag zeigte er durch Musizieren eine andere Art der nonverbalen Kommunikation. Es war eine Erfahrung, die ich nie missen wollen würde. Seit dem Zeitpunkt wusste ich, wie gut sich ein Gespräch mit Kommunikationsproblemen entwickeln konnte, wenn Interesse besteht zu verstehen, was der andere mitteilen will und es erinnert mich immer an Abenteuer. Kommunikation zwischen zwei Menschen, die kommunizieren wollen, hat keine Grenzen. Es gibt keine Herkunft, keine Nation, kein Aussehen, keinen Akzent, keine Kultur, keine Religion, die es unmöglich macht, Menschen miteinander kommunizieren zu lassen. Traurigerweise reicht – auch in unserer jetztigen Zeit – einer dieser Punkte für manche Menschen, dem anderen keine Chance dazu zu geben.

Impressionen aus Krakau

Die Stadt der Geschichte von Auschwitz und Schindler war sehr interessant, jedoch war mir alles ein wenig zu teuer.

8. Stopp: Kraków - Warszawa: Diesmal musste ich selbst fahren. Peter und Agatha waren beide betrunken. Von Peter, der als Promoter bei einer polnischen Tankstelle, die die nationale Volleyballmannschaft sponserte, arbeitete, bekam ich ein Volleyball-T-Shirt geschenkt. Der Grund des Zustands von Peter und Agatha war das Volleyballspiel am Vortag: USA gegen Polen 2:3.

Impressionen aus Warschau

Warschau war beeindruckend. Mit Marie Curies Geburtshaus, der Straßenmusik, den Bänken, aus denen per Knopfdruck klassische Musik kam, den Denkmälern und den kleinen netten Bars konnte man den Tag genießen. Die Umrisse des Warschauer Ghettos und die Geschichten zu den einzelnen Schauplätzen dieser düsteren Zeit gaben zu denken.

5. Juli 2015

3. Nacht: Lange geschlafen nach audiovisueller Show, Wäsche gewaschen, gelesen, spezielles „Outdoor“-Duschgel verloren. Internetcafés waren nicht gut, Polizisten nicht nett… Durch meinen Freund James, der in Belarus wohnte, erfuhr ich, dass ich ein spezielles Extra-Visum für das Land brauchte. Er schlug mir deshalb vor, die Ukraine zu bereisen. Einem Iren, der in zwei Jahren Deutsch und Russisch lernte, und dazu vier Instrumente so beherrschte, dass er von einer Uni in Berlin bezahlt wurde, konnte ich doch vertrauen, oder?

‟ Ich hatte Bedenken, durch die Ukraine zu trampen, hatte aber nicht die Zeit für einen neuen Visumsantrag. Die Russland-Visa-Vorgabe ließ es auch nicht zu, über Moskau zu stoppen, da man beim Ausfüllen des Visums die Oblaste aufzählen muss, durch die man reisen wird. Außerdem hatte ich zu viel Respekt vor der Riesenstadt Moskau. In Istanbul hatte ich einen UN-General kennengelernt, der zu solch einer Situation meinte: „Wo du reingelassen wirst, da ist es nicht wirklich gefährlich. Die würden einem das mitteilen, falls sich der Krieg in der Ukraine zu weit ins Landesinnere ausdehnen würde.”

6. Juli 2015

4. Nacht: Warschau: Aufbruch in die Ukraine

9. Stopp: Warschau – Ukraine: Ukrainer nahm mich bis zur Grenze mit.

Grenze Polen – Ukraine

10. Stopp: Weißrusse wollte mich über die EU-Passportgrenze bringen.

11. Stopp: Ukrainer Miroslav übernahm mich, weil die EU-Passportgrenze für Weißrussen nicht galt. Sechs Stunden Wartezeit.

‟ Grenzen sind zwar mit Wartezeit verbunden, jedoch sind die, die sich darauf eingestellt haben, sehr lange zu warten, um jedes Gespräch froh. Das kann sich auszahlen, wenn man als Autostopper an der Grenze strandet und weit ins Landesinnere will. Das Problem bei sechs Stunden Wartezeit ist, dass der Tag vorüber ist und man eher kleinere Ziele ansteuern will, da man, oder noch viel wichtiger – der Fahrer – müde ist.

7. Juli 2015

5. Nacht bei Kovel - Miroslav fuhr mich mit dem Radiosender “Shi(e)t” FM…ich dachte nur: „Da, wo der Name Programm ist!“ Eine Chartliste der nervigsten Songs wurde zum Besten gegeben. Als wir ankamen, fernab von allem, stellte er mich seiner Familie vor – Maria, Miro, Sabine und Fedre brachten mir Kartoffelsuppe und wir unterhielten uns. Sie gaben mir sogar ein Extrahaus mit frischem Bett zum Übernachten. Ich schlief bis zehn Uhr.

‟ Es gibt Menschen, bei denen man sich sofort wohlfühlt. In Mailand hatte ich mit 19 Jahren das Gegenteil erlebt, obwohl mich der Gastgeber, ein Arzt, gut versorgt hatte, traute ich ihm irgendwie nicht. Das hatte eine richtig unruhige Nacht zur Folge. Es passierte nichts, jedoch lernte ich daraus, nur bei Leuten, denen ich vollkommen traute, zu übernachten.