Der Racheengel - Thomas P. - E-Book + Hörbuch

Der Racheengel Hörbuch

Thomas P.

3,8

Beschreibung

Es gibt ein ehernes Gesetz unter den Hells Angels. Wer auspackt, wird gejagt. Deshalb kommt so gut wie nie etwas über das Innenleben der Hells Angels an die Öffentlichkeit. Thomas P. hat es gewagt: Er brachte als Kronzeuge der Staatsanwaltschaft seine "Brüder" hinter Gitter. Deshalb wollen sie ihn töten. Thomas P. lebt im Zeugenschutzprogramm des Landeskriminalamts. An einem unbekannten Ort. Mit einer neuen Identität. 24 Stunden am Tag geschützt. Nur deshalb kann er diese Geschichte erzählen: Die Wahrheit über die deutschen Hells Angels und ihren Kampf gegen die Bandidos.

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Zeit:5 Std. 5 min

Sprecher:Johannes Steck

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.

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5. Auflage 2014

© 2011 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH Nymphenburger Straße 86

D-80636 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

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Druck: Books on Demand GmbH, Norderstedt Printed in Germany

ISBN Print 978-3-86883-434-5

ISBN E-Book (PDF) 978-3-86413-044-1

ISBN E-Book (EPUB) 978-3-86413-012-0

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»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können,

muss man vor allem ein Schaf sein.«

Albert Einstein

Inhaltsverzeichnis

1. Der Verratene: Hier und Heute

2. Der Hurensohn: Eine Kindheit in Ostfriesland

3. Der Soldat: Zwischen allen Fronten

4. Der Türsteher: Schlagende Argumente

5. Der Gefährte: Als Mann einer Hure

6. Der Rocker: Der Beginn einer »Karriere«

7. Der Hangaround: Forever Angel, Angel Forever?

8. Der Sklave: In den Fängen des Clubs

9. Der Verbrecher: Das Ende der Bremer Bandidos

10. Der Prospect: Die Ausbeutung geht weiter

11. Der Member: Die feige Rache der Bandidos

12. Der Aussteiger: Der Feind hört immer mit

13. Der Gefangene: Ein unmoralisches Angebot

14. Der Kronzeuge: Im Namen des Volkes?

15. Der Verräter: Tot oder lebendig

16. Die Gefährtin: Ein Nachwort von Melanie W.

17. Der Gejagte: Worte des Dankes

18. Der Erklärer: Das Glossar

19. Bilder und Dokumente

1. Der Verratene: Hier und Heute

Mir war nicht bewusst, dass es schusssichere Westen für achtjährige Kinder gibt. Warum auch? Kinder in diesem Alter sollten eigentlich unbeschwert spielen, sich frei bewegen und ungestört herumtoben können. Meine Tochter hat eine solche Weste. Vermutlich ist das schwere Ding nicht eigens für kleine Kinder gemacht worden, sondern wohl eher für zierliche Polizistinnen. Aber sie passt. Und mittlerweile kann das tapfere kleine Mädchen seine Weste sogar selbst überstreifen. Wir haben es ihr gezeigt, und sie hat es geschafft. Weil sie es wollte …

So, wie sie damals auch wollte, dass ich zu ihrem Papa wurde. Als es darum ging, ob ihre Mutter alles hinter sich lassen würde, um mich in eine gefährliche, völlig offene Zukunft zu begleiten. Und als es darum ging, ob diese Frau und ihre Tochter mir in eine lebensbedrohliche Ungewissheit folgen sollten. Um an meiner Seite fortan Tag und Nacht damit rechnen zu müssen, dass irgendwann einfach die Lichter ausgehen würden. Für immer.

Denn der Mann, der dafür verantwortlich ist, dass das kleine Mädchen eine schwere schusssichere Weste tragen muss, ist ein Verräter. Er hat das Gesetz des Schweigens gebrochen und gegen seine Brüder von den Hells Angels ausgesagt. Er trägt die Verantwortung dafür, dass auf sein Leben 500.000 Euro Kopfgeld ausgesetzt sind. Und dass auf das Mädchen und seine Mutter im Zweifel keine Rücksicht genommen werden würde. Ich allein bin dafür verantwortlich, dass dieses Mädchen ein Leben in ständiger Gefahr führen muss.

Dieses kluge Mädchen weiß Dinge, die Kinder in seinem Alter nie wissen sollten. Es weiß, wo es im Haus die Waffen finden kann, die ihre Eltern im Ernstfall benutzen müssten. Das Kind weiß auch, wie und wo es sich verstecken müsste, wenn der Tag X kommen sollte. Und das Kind weiß, dass es nicht einmal seinen eigenen Großeltern sagen darf, wo es wohnt, wie es heute heißt und in welche Schule es geht. Dieses Mädchen ist stark genug, all dies zu ertragen – nur weil es einen Vater haben wollte. Und dieser Vater wird in Zukunft alles dafür tun, damit die Treue und Freundschaft dieses Kindes nie enttäuscht werden.

Ich bin dieser Vater, und ich habe in der Vergangenheit schon zu viele Fehler begangen. Ich bin schuld, dass meine Familie in diesen Strudel geraten ist, aus dem es wohl kaum ein Entrinnen gibt. Ich war ein Hells Angel, und ich habe meine Brüder verraten, weil ich feststellen musste, dass sie nie meine Brüder waren. Und dass sie mich verraten haben. Ich wurde zum Verräter und damit auch zum Freiwild. Ich und meine Angehörigen sind letztendlich zum Abschuss freigegeben, auch wenn wir uns ein neues Leben, eine neue Identität und neue Ziele geschaffen haben. Wir waren Teil einer kranken Welt, die Freiheit und Rockermythen versprach, und sind nun in der Gefangenschaft – auf der Flucht vor einem Motorradclub, der längst keiner mehr ist. Sondern eine Verbrecherbande, die auch vor Morden nicht zurückschreckt. Wir sind auf der Flucht vor den Hells Angels, die sich an mir und meinen Angehörigen rächen wollen …

2. Der Hurensohn: Eine Kindheitin Ostfriesland

1.

Mein Leben war eine stete Suche. Die Suche nach einer Familie, nach Verlässlichkeit, nach Liebe und nach Freundschaft. Das war eigentlich alles, was ich je wollte. Nicht viel, sollte man meinen. Und gleichzeitig das ganze Elend.

Gesucht habe ich immer damals zum Beispiel, als ich eines Nachts aufwachte und die Dunkelheit und die Stille mich vollkommen verstörten und nicht mehr einschlafen ließen. Also kroch ich aus dem Bett, tastete mich im Licht des Mondscheins, der fahl das Zimmer erleuchtete, hinüber zur Zimmertür. Ich öffnete sie und merkte, dass das ganze Haus von dieser Stille erfüllt war. Einer Stille, die einen umfängt, wenn man spürt, dass da keiner ist. Dass man völlig allein ist.

Nicht, dass ich es nicht gewohnt gewesen wäre. Ich war oft allein, schon als Kleinkind. Aber in jener Nacht konnte ich nicht einfach darüber hinwegschlafen. Ich war vier Jahre alt, und dieses entsetzliche Gefühl des Verlassenseins verstörte mich. Ich tastete mich an den Wänden entlang durch das leere Haus. Küche, Wohnzimmer, das Schlafzimmer meiner Mutter, das Zimmer meines Bruder nichts. Bad, Diele, auch nichts. Es war keiner da. Ich war alleine, als kleiner Junge, und stand plötzlich vor der Haustüre. Sie knarrte laut, als ich sie öffnete und vorsichtig hinausging. Hinaus in die Morgendämmerung der Stadt.

Aurich in Ostfriesland. Wir lebten damals in der Nähe der Fußgängerzone, in einem zweistöckigen Häuschen, wie sich dort eines an das nächste reiht. Eine gutbürgerliche, beschauliche Kleinstadt, in der unser Haus, oberflächlich betrachtet, nach außen und nach innen einen ordentlichen und unauffälligen Eindruck machte. Bei uns zu Hause war es immer sauber darin war meine Mutter tatsächlich spießig. Eigentlich gab sie sogar eine gute Hausfrau. Gemessen daran, dass sie eine Alkoholikerin war. Und eine Nutte. Ich war der Sohn einer Hure und wusste nicht, dass andere Mütter weitaus bessere Leben zu bieten hatten …

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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