Deutschland schafft uns ab - Judith Panther - E-Book

Deutschland schafft uns ab E-Book

Judith Panther

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Beschreibung

Ist Deutschland noch ein sicheres Herkunftsland? Wer dieses Buch gelesen hat, dem könnten Zweifel daran kommen. Da wird die Autorin, eine unbescholtene Ärztin, mitten aus dem Leben in einen Strudel bizarrer Ereignisse gerissen, voll schicksalhafter Verkettungen und absurder Dramen zwischen Pech und Posse, als hätte, so schreibt sie, "Franz Kafka erst eine Nase Koks gezogen und sich dann an eine eigene Version von VIEL LÄRM UM NICHTS gemacht. Gewohnt scharfzüngig, voll überraschender Gedankengänge und Wortschöpfungen, selten anklagend, aber immer offensiv berichtet die Autorin hier von ihren Erfahrungen als "zunehmend desintegrierter Inländerin" und erklärt uns, warum sie gezwungen ist, ihre Heimat Deutschland zu verlassen, warum sie hier keine Zukunft mehr hat. Politiker, Staatsanwälte, Richter und Kassenärztliche Vereinigung, "verschnarchte Bürohühner", Nazis, GRÜNE und andere Gutmenschen, einige unserer besten Comedians und last, not least die Psychologiker der MPU-Stelle TÜV Süd, alle kriegen hier ihr Fett weg. Mag sein, dass Ihnen der ein oder andere Lacher im Halse stecken bleibt, aber Sie werden Ihren Spaß haben!

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Seitenzahl: 205

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Über die Autorin:

Judith Panther ist ein Pseudonym. Dahinter verbirgt sich eine Ärztin, die elf Jahre nach Kriegsende in einer Kleinstadt im Südwesten Deutschlands geboren wurde „als drittes von insgesamt zehn Kindern, denen ihre Eltern miteinander und nach der Scheidung jeweils noch mit einem anderen Partner das Leben geschenkt haben“, so schreibt sie in diesem Buch über den Beginn eines Lebensweges, der eigenen Angaben zufolge, „mehr aus Lücken besteht, als aus Biographie" und sich streckenweise anfühlte, „wie eine Rallye auf abschüssigem Gelände in einer Seifenkiste ohne Bremse, ohne Licht und ohne Gurt". Sie selber hat drei Kindern das Leben geschenkt, das Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg gemacht und im Alter von 36 Jahren noch angefangen, Medizin zu studieren, verrät aber niemandem, wie viele Semester sie dafür gebraucht hat ...

Mehr als 20 Jahre lang arbeitete sie neben Familie und Studium als Taxifahrerin, seit ihrer Approbation im Jahr 2004 als Ärztin in Kliniken, Hausarztpraxen und im Hausärztlichen Notdienst.

Seit 2013 besitzt sie die Anerkennung als Fachärztin für Allgemeinmedizin und plant derzeit den Aufbau einer Privatpraxis mit den Schwerpunkten Kryotherapie, Hyperbare Sauerstofftherapie, Homöopathie, Ernährungs- und Hormonberatung.

Für meine Kinder und Enkel,

meine Männer und ihre Frauen

… und Mike

Des Himmels Weg,

wie gleicht er dem Bogenspannen!

Was hoch ist, wird niedergedrückt,

was tief ist, nach oben gezogen.

Was zu viel ist, wird vermindert,

was unzureichend ist, wird aufgewogen.

So auch des Himmels Weg:

Er mindert das, was zu viel

und wiegt auf, was unzureichend ist.

Doch der Menschen Weg ist anders:

Sie mindern die, bei denen es nicht reicht

um es darzubringen denen, die zu viel haben.

TAO

Inhaltsverzeichnis

Vorwort zur dritten Auflage

Vorwort zur ersten Auflage

Hinweis

Kapitel 1

Kleintiere statt Kleinkinder oder Wer Kinder in die Welt setzt soll sich keine mehr leisten können

Kapitel 2

Same Procedure As Every (Wahl)-Year oder Warum Nichtwählen die bessere Alternative für Deutschland ist

Kapitel 3

Laßt mich Arzt, ich bin durch! oder All You Can Treat

Kapitel 4

Deutschland, Deine Schwerverbrecher oder Making A Murderer

Kapitel 5

In Dubio Contra Reum oder Verhältnismäßig unverhältnismäßig

Kapitel 6

Achtung, Obergrenze! oder Hör mal, wer da dämmert

Kapitel 7

Königreich Bayern und Freiheitlich Demokratische Grundordnung - eine Geschichte voller Mißverständnisse oder Ist Deutschland noch ein sicheres Herkunftsland?

Kapitel 8

Während ich schlief oder How To Get Away With Murder

Kapitel 9

Deutsche Familie auf der Flucht oder Aus der Geschichte wieder nichts gelernt

Kapitel 10

Ende Gelände

Kapitel 11

Die Wahrheit ist verboten, denn sie läuft nackt herum (Tucholsky) oder Das wird man doch wohl noch sagen dürfen! (Volksmund)

Kapitel 12

Fachleute raus, Gefährder welcome! oder Der Gutmensch und seine furchtbaren Folgen

Kapitel 13

Die MPU, buhuu, buhuu … oder Achtung, Geisterfahrer!

Kapitel 14

Das Glasauge von Mordor

Kapitel 15

Im Reich der Schatten

Kapitel 16

Kafka happens!

ABGESANG

Vorwort zur dritten Auflage

Aus verschiedenen Gründen war es erforderlich, eine dritte Auflage von DEUTSCHLAND SCHAFFT UNS AB herauszubringen.

Gleichzeitig erscheint jetzt mein zweites Buch mit dem Titel MERKEL HAT FERTIG (siehe letzte Seiten).

Weiter geht´s also mit Geschichten und Ansichten über den immer weiter wachsenden Wahnsinn in diesem untergehenden Land des verlorenen Verstandes.

Judith Panther

im September 2020

Vorwort zur ersten Auflage

Die folgenden Schilderungen spiegeln nicht nur meine eigenen Erfahrungen wider, sondern die vieler Eltern, der Ärzteschaft und eines nicht geringen Teils der Bevölkerung dieses Landes.

Hier könnten viele Namen stehen.

Deshalb nenne ich mich einfach Judith.

Ich bin 62 Jahre alt, Fachärztin für Allgemeinmedizin und arbeite derzeit in einer kleinen Hausarztpraxis in Südwestdeutschland.

Die Stelle ist befristet. Wenn meine Tätigkeit dort beendet ist, werde ich meine Sachen packen und mich den über dreitausend Ärztinnen und Ärzten anschließen, die jedes Jahr entmutigt und bis auf die Knochen frustriert aus Deutschland verschwinden mitsamt ihren Familien, ihren Kindern und ihrem Potential.

Warum auch ich gezwungen bin, meine Heimat zu verlassen und den Rest meines Lebens in einem fremden Land zu verbringen, davon möchte ich hier erzählen.

Von Erfahrungen während meiner jahrelangen Tätigkeit im Hausärztlichen Notdienst, in Hausarztpraxen und Kliniken, in denen die Arbeitsbedingungen mittlerweile einer Mischung aus Körperverletzung und seelischer Grausamkeit gleichen und vollends unerträglich geworden sind, seitdem die immer gleichen, gewissenlosen Herrschaften entdeckt haben, daß man auch aus unserem Gesundheitssystem noch Kapital herausschlagen kann, wie Steine aus dem Kölner Dom, um sich die Kosten für seine Erhaltung zu sparen und auf seinem Grundstück ein Parkhaus zu errichten.

Ich möchte hier auch erzählen, wie es mir als Mutter in diesem Land ergangen ist zu der Zeit, als meine drei Kinder noch klein waren und ich alleinerziehend, vor mehr als dreißig Jahren. Davon, wie das Sozialamt damals unsere Obdachlosigkeit verursacht hat, so daß ich meine beiden älteren Kinder weggeben und mit meinem jüngsten Sohn in einem Wohnwagen überwintern mußte.

Auch von meinen Erfahrungen während meiner mehrmonatigen Tätigkeit als Ärztin in einem der Flüchtlingscamps möchte ich berichten, die im Jahr 2015 eilends eingerichtet worden waren, um den ersten Ansturm an Kriegsflüchtlingen aufzunehmen.

Bis dahin war ich nur um mein eigenes Seelenheil und Überleben besorgt gewesen, voller Hoffnung, es handele sich bei all den Absurditäten, die mir in den Jahren davor widerfahren waren, einfach um eine Serie kafkaesker Irrtümer, über die wir später herzlich lachen würden, nach dem Motto „Komödie ist Tragödie plus Zeit“.

Was ich jedoch in diesem Flüchtlingscamp erlebt habe war so überhaupt nicht mehr in Einklang zu bringen mit allem, was einmal unsere Werte waren, daß mir zum ersten Mal auch um unser Land angst und bange wurde. Und das war noch vor Amri, dem Weihnachtsmarkt-Crusher, noch vor der Vergewaltigung und Ermordung der Freiburger Medizinstudentin durch Hussein K., dieser Rache der Griechen an Merkels Wirtschaftspolitik, noch vor der Machtergreifung in der Silvesternacht 2016/17 am Kölner Hauptbahnhof durch illegal über die Grenze geschlichene Outlaws, die in ihrer Heimat allenfalls vor der Polizei flüchten mußten und hergekommen sind, um ihren kriminellen Aktivitäten hier weiter ungestört nachgehen zu können. Deren Gräueltaten und alle, die ihnen noch folgen sollten, waren vorhersehbar. Zwangsläufige Konsequenz aus allem, was mir schon im Camp an aktiver Tatenlosigkeit gegenüber offenen Rechtbrüchen seitens der Verantwortlichen begegnet war und lange, bevor „Behördenversagen“ schließlich sogar von der BILD-Zeitung als Todesursache betitelt wurde, der in unserem schönen Land immer mehr Menschen zum Opfer fallen.

Eine Verdrehung unserer rechtsstaatlichen Prinzipien ins Gegenteil hat stattgefunden, eine unmerkliche Erosion unseres Rechtsstaats, gewissermaßen „unmerkelich“, denn wenn sie es gemerkt hat, dann hat sie ihre Zweifel so gut verborgen, daß das Volk bis zuletzt glaubte, wir schaffen das. Wer es dann geschafft hat und zwar als drittstärkste Kraft in den Bundestag war die AfD, eine Partei, deren Vertreter behaupten, unsere Probleme seien einfach zu lösen und die ihre Popularität den Vertretern der anderen Parteien verdankt, die behaupten, es gäbe diese Probleme nicht.

WIR SCHAFFEN DAS die wahrscheinlich dramatischste Fehleinschätzung seit August 1914, als Kaiser Wilhelm den ausrückenden deutschen Soldaten zurief, noch bevor die Blätter von den Bäumen gefallen seien, wären sie wieder zurück in der Heimat.

Aber ich fange jetzt nicht an auf unsere Politiker zu schimpfen – in meinen Augen zunehmend gesichts- und geschichtslose Handpuppen, in deren Herzen der Machthunger haust und in deren Hinterteilen die gierigen Finger der Wirtschaftsbosse stecken, MOMO-graue Männchen und Weibchen mit der einzigen Sorge, daß ihnen die Zigarre ausgeht.

Denn Politiker fallen in einer Demokratie nicht vom Himmel. Es ist das Volk, das sie alle vier Jahre wiederwählt, um dessen Geisteszustand man sich Sorgen machen muß!

Oder um es mit Einstein zu sagen:

„Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun, aber jedes Mal ein anderes Ergebnis zu erwarten.“

Ein eigenes Kapitel möchte ich einer Institution widmen, wie es sie weltweit nicht noch einmal gibt, aus dem einfachen Grund, weil kein Schwein sowas braucht: der berühmt-berüchtigten MPU und ich kann es kaum erwarten, auch mit diesen Komikern hier abzurechnen.

Doch erst die Pflicht, dann das Vergnügen.

Last, not least will ich Ihnen auch die spannende Geschichte nicht vorenthalten, wie Vertreter der KV, der Kassenärztlichen Vereinigung mich mit einer für eine Körperschaft öffentlichen Rechts erstaunlich kriminellen Energie und Methoden, die ich bis dahin nur aus bösen Filmen kannte, in den Bankrott getrieben und sich meine Stammkundschaft unter den Nagel gerissen haben. Auf ihr Betreiben wurde mir faktisch Arbeitsverbot erteilt, so daß ich alle Aufträge und am Ende mein gesamtes Erspartes verloren habe. Da dies auf legalem Wege nicht möglich gewesen wäre, haben sie es eben auf die krumme Tour gemacht. Darin haben sie Routine, dafür haben sie ihre Leute.

Der wirtschaftliche Schaden, der mir als Folge ihrer niederträchtigen Kampagne und später noch mehrerer rechtswidriger Entscheidungen deutscher Behörden entstanden ist, liegt im sechsstelligen Bereich.

Der seelische Schaden ist nicht mehr zu beziffern.

Wie ich auf den folgenden Seiten ausführe und mit Dokumenten belegen kann, wurde ich in Deutschland mehrfach meiner Grundrechte beraubt, wurde Opfer von Verleumdung und Verfolgung, schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung, wurde zweimal verhaftet und eingesperrt, einmal in eine geschlossene Anstalt zwangseingewiesen und entging nur knapp dem Versuch der Kassenärztlichen Vereinigung, mich für verrückt erklären zu lassen, um mir auch noch die Approbation entziehen zu können und meine berufliche Existenz unwiderruflich zu zerstören.

Trotz vielfacher Bemühungen ist es mir in keinem Fall gelungen, die jeweiligen Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Im Gegenteil mußte ich erleben, wie Staatsanwälte, Richter, Vertreter der Ärztekammer, Mitarbeiter von Ministerien und Behörden sich jedes Mal mit einer Selbstverständlichkeit zu Anwälten meiner Gegner gemacht haben, die mich bis heute erschüttert.

Und als ich all das hinter mir hatte, als es in meinem Leben wieder hätte aufwärts gehen können, hat die Institution „MPU“ endgültig dafür gesorgt, daß aus den Ruinen meiner Existenz garantiert nie wieder etwas auferstehen wird. Nicht in Deutschland.

Freies Leben und Arbeiten in meiner Heimat wurden mir unmöglich gemacht, meine Hoffnungen und Zukunftspläne, jegliches Vertrauen in Justiz und Politik zerstört.

Als mir irgendwann klar wurde, daß es hierzulande schon wieder mehr mit rechtem Denken als mit rechten Dingen zugeht, beschränkte ich mich darauf, den dafür Verantwortlichen folgendes ins Album zu schreiben:

„Ich behalte mir vor, die Ereignisse und den gesamten Schriftwechsel zu gegebener Zeit öffentlich zu machen“.

Und genau das tue ich jetzt, denn im Gegensatz zu unseren Politikern halte ich meine Versprechen.

Hinweis

Angesichts der Komplexität der hier beschriebenen Ereignisse war das Konzept einer chronologischen Schilderung nicht konsequent durchführbar. Das ist jedoch insofern nicht maßgeblich, als es sich dabei um Ereignisse handelt, die jedem widerfahren könnten und vielen schon widerfahren sind. Erinnert sei an die Justizskandale um Harry Wörz, Jörg Kachelmann und Gustl Mollath, um nur drei prominente Fälle zu nennen.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/justizirrtuemer-wie-strafgerichte-daneben-liegen-a-896583.html

Wenn auch nur die Hälfte von dem stimmt, was dort zu lesen ist, dann gute Nacht.

Da ich keine professionelle Schriftstellerin bin, bitte ich um Nachsicht für mögliche Fehler und gleichzeitig darum, mich in einer Mail an [email protected] darauf aufmerksam zu machen. Vielen Dank im Voraus.

Alle Dokumente, die meine Ausführungen belegen, können zum Beweis meiner Glaubwürdigkeit unter gewissen Umständen eingesehen werden. Den Berg an Dokumenten und Gerichtsakten, der vor über dreißig Jahren im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem Sozialamt einer ostwestfälischen Gemeinde entstanden ist, habe ich allerdings schon vor Jahren entsorgt, um die traumatischen Erlebnisse zu vergessen und wieder nach vorne zu schauen. Erschreckend, daß ich sie hier wieder zitieren muß.

Weil sich nichts geändert hat. Weil es schlimmer geworden ist.

Wo es mir an Beweisen fehlt, können Sie sich auf meine Liebe zur Wahrheit verlassen, schon allein deshalb, weil sie meine schärfste Waffe ist. Künstlerischer Freiheit bediene ich mich nur da, wo sie geeignet ist „die Wahrheit bis zur Kenntlichkeit zu verzerren“.

„Political correctness“ allerdings suchen Sie hier vergeblich – dafür hat das Geld nicht mehr gereicht.

Judith Panther, November 2018

Kapitel 1

Kleintiere statt Kleinkinder oder Wer Kinder in die Welt setzt soll sich keine mehr leisten können

Kennen Sie den?

Eine Professorin stellt im Rahmen einer Diskussion über das Für und Wider von Abtreibung folgenden Fall vor: Eine Frau ist zum neunten Mal schwanger. Sie hat bereits acht Kinder, drei davon sind taub, zwei blind, eines geistig behindert. Die Mutter selbst hat Syphilis und das Ungeborene wird später ebenfalls taub.

Würden Sie ihr raten, das Kind abzutreiben?

Nach kurzer Diskussion ist man sich einig, ja, dieser Fall erfüllt alle Kriterien für eine Notfallindikation. Daraufhin die Professorin: „Glückwunsch! Sie haben soeben Beethoven ermordet.“

Andererseits – wäre das Milgram-Experiment anders ausgegangen, wenn Klara Pölzl sich geweigert hätte, ihr drittes Kind auszutragen?

Mein Vater wurde 1924 in Königsberg im ehemaligen Ostpreußen geboren. Er war kaum zwanzig Jahre alt, als er gezwungen wurde, seine Heimat zu verlassen, um in einem verlorenen Krieg als Kanonenfutter zu dienen.

Seine Mutter hat er danach nicht mehr wiedergesehen.

Er selbst gab nur wenig Preis aus dieser Zeit. Zum Beispiel davon, wie er sich nach Kriegsende als Gefangener der US-Army auch bei Minusgraden unter einem nahen Wasserfall zu waschen pflegte, um die lästigen Lagerläuse loszuwerden. Oder von seinem völligen Unverständnis für Mitgefangene, die ihr Brot gegen Zigaretten tauschten, wo doch alle vor Hunger fast umkamen.

Während er von den Besatzern immer wieder mal zusammengeschlagen wurde und sich anschließend im eiskalten Wasser Blut, Gram und Läuse wieder vom Leib wusch, verhungerte seine Mutter in der Heimat.

Er ist nie mehr dorthin zurückgekehrt.

Auch nicht, als nach Jahrzehnten die Grenze wieder offen waren, denn die Grenze für das, woran er sich noch erinnern wollte, hatte er für alle Zeiten dichtgemacht. Was er sein Leben lang beibehielt, war das allabendliche Bad im nahen Baggersee. Auch im Winter, wenn dieser zugefroren war. Für diesen Fall hatte er eine Spitzhacke im Kofferraum.

Nach dem Krieg studierte er Mathematik, Physik und Kirchenmusik und unterrichtete bis zu seiner Pensionierung an einem Gymnasium in einer baden-württembergischen Kleinstadt.

Eine kleine Nachkriegsanekdote erzählte er immer wieder gern: Bei der Rückkehr von einem Sommerausflug mit dem Lehrerkollegium machten sich einige von ihnen über den Sonnenbrand lustig, den er sich dabei zugezogen hatte. Sein lakonischer Kommentar: „Manche werden halt lieber rot als braun!“

Nehmen sie das auch als mein Motto.

Meine Eltern waren gläubige Christen und Angehörige einer Freikirchlichen Gemeinde. Mein Vater leitete dort den Kirchenchor, ab und zu hielt er auch selbst eine Predigt. Wir Kinder waren derweil eine Etage tiefer in der Sonntagsschule untergebracht und nervten unsere gutmütigen Sonntagsschullehrerinnen mit bohrenden Fragen nach der Logik hinter ihren heiligen Sprüchen.

Mein Lieblingslied zum Beispiel war „Es ist ein Ros´ entsprungen“. Da wollte ich natürlich wissen, was genau „die Alten uns sungen“ hatten und wer zum Teufel Jesse war! Kaum 50 Jahre später fand ich die überzeugendste Erklärung für die Bedeutung dieses Liedtextes in den Visionen der Heiligen Katharina von Emmerich, die Clemens von Brentano nach ihren Schilderungen aufgezeichnet und mehreren Büchern veröffentlicht hat.

Meine Mutter war das Siebte von acht Kindern, aus denen erfolgreiche Ärzte, Erfinder, Mütter und Unternehmer geworden sind.

Mein Großvater war als Tierarzt weithin bekannt und verehrt. Wie hätten meine Eltern auf die Idee kommen sollen, daß ein Verhalten, welches einem bis dahin Respekt und gesellschaftliche Anerkennung eingebracht hatte, daß das Befolgen des biblischen „Seid fruchtbar und mehret Euch“ in diesem Land plötzlich als abartig, gar als verantwortungslos gelten würde?

Zwei Ereignisse haben mir schon als Kind einen Eindruck von diesem Wertewandel vermittelt. Das eine wurde uns mit breitem Grienen von Schülern meines Vaters gesteckt:

Demnach war der Schuldirektor eines Tages in seinem Unterricht erschienen, um die Schüler über verschiedene, das Kindergeld betreffende Neuerungen zu informieren. Dabei zählte er auf, wieviel einer Familie mit einem, zwei, drei Kindern von nun an zustehe. Nach der Zahl Vier hörte er auf mit der Bemerkung „mehr als vier Kinder würde ja wohl kein normaler Mensch in die Welt setzen“.

Mein Vater sei rot angelaufen, denn alle wußten: er hatte zu der Zeit schon fünf.

Was sie nicht wußten: das Sechste war unterwegs.

„Es“ ist heute Professor für Elektrotechnik und einer von denen, die mit ihren exorbitanten Steuern und Sozialbeiträgen diese Mischung aus Saftladen, Polizeistaat und Bananenrepublik mit am Leben erhält. Als mein Vater an diesem Tag nach Hause kam setzte er sich ans Klavier und gemeinsam sangen wir das Lied „Vom armen Dorfschulmeisterlein“, mehrstimmig und bis zur letzten Strophe.

Musikalisch waren wir ja.

Das zweite Erlebnis war schockierender:

Nach jedem weiteren ihrer insgesamt neun Kinder, aus denen später Ärztinnen, Krankenschwestern, Künstlerinnen und Professoren wurden, erhielt meine Mutter anonyme Schmähbriefe aus der Kleinstadtbevölkerung, in denen ihr Kinderreichtum als Schande verhöhnt wurde. Es war die Zeit, als einer schwangeren Frau von irgendwelchen Straßenjungs schon mal ein "Na, zu blöd, die Pille zu nehmen?“ `rübergerotzt wurde. Auch erinnere ich mich an einen Artikel über eine siebenköpfige Familie, erschienen vor vielleicht 40 Jahren in einer bekannten Frauenzeitschrift, Tenor der Überschrift sinngemäß: „Fünf Kinder – ist das heutzutage noch zu verantworten?“ Mütter, die nicht neben ihrem 24-Stunden-Job noch für einen Mini-Lohn arbeiten gingen, bekamen plötzlich das abwertende Label „Nur-Hausfrau“ verpaßt nach dem Motto „das bißchen Haushalt macht sich von allein, die kleinen Kinder bringt der Storch und die Suppe kocht der Kasper“. So kamen frustrierte und gestresste Mütter in die Welt, Junkfood und fette, vernachlässigte Schlüsselkinder, mutterlose, sich selbst überlassene Streuner, deren Freizeitaktivitäten immer öfter unter „steigende Jugendkriminalität“ verbucht werden mußten.

Bis heute wird den Leserinnen in Frauenzeitschriften unterschwellig suggeriert, ein Leben „nur“ für Familie und Kinder sei irgendwie unvollständig. Darin werden Frauen umso hysterischer bejubelt, je mehr Männerdomänen sie erobert haben, weil sie „gleiche Rechte haben, wie ein Mann“ konsequent verwechseln mit "genauso sein, wie ein Mann“, während sie mit einer Mischung aus Neid und Mißbilligung auf die Frauen herabblicken, die einen Teil ihrer Lebenszeit dem einzigen Job widmen, den Männer NICHT machen können. So locken sie seit Jahrzehnten Legionen von Frauen in das Hamsterrad der Doppelbelastung, indem sie ihnen die Illusion vermitteln, Kind und Karriere seien spielend zu schaffen. Liebe FREUNDIN BRIGITTE: ist es nicht.

Kind und Karriere in einem Land ohne Kitaplatz und Kohle unter einen Hut zu bringen ist so schwer, daß noch nicht einmal Männer es schaffen.

Aber die versuchen es auch erst gar nicht. Vielleicht, weil sie keine Frauenzeitschriften lesen?

https://www.medical-tribune.de/meinung-und-dialog/artikel/frauenquote-mit-kindern-haette-ich-diese-position-nicht-erreichtquot/

Schon vor mehr als 30 Jahren, als die Deutschen – damals noch eine einigermaßen homogene Mischung – den Vorwurf der Kinderfeindlichkeit noch mit der gleichen ungerührten Selbstverständlichkeit hinnahmen wie ihre Charakterisierung als pünktlich und fleißig, gab ich dem Sozialamt schriftlich, daß eine Gesellschaft, die ihren Nachwuchs am ausgestreckten Arm verhungern läßt, sich innerhalb von ein, zwei Generationen erledigt haben dürfte und der dann freiwerdende Lebensraum von Menschen bevölkert werden könnte, denen Kinder über alles, über alles in der Welt gehen. Heute, mehr als 30 Jahre später, hungern die Kinder der „Generation Hartz“ und die der kinderreichen Armen immer noch nach Nahrung, Bildung und Zukunftschancen, sind aber weiter denn je davon entfernt. Ein gigantischer „Brain Waste“ mithin, der dem Wort „Volksverdummung“ eine ganz neue Bedeutung verleiht. Daß die Politik diesen Skandal inzwischen wenigstens zur Kenntnis nimmt liegt nun aber nicht etwa daran, daß sie plötzlich ihre Liebe zu Kindern entdeckt hätte. Beileibe nicht. Nach wie vor würde ein Altersheim umgehend dichtgemacht und die BILD hätte eine Skandal-Schlagzeile mehr, wenn die Toiletten dort nur halb so schmierig wären wie die an unseren Schulen.

Altersarmut – täglicher Aufreger in allen Medien und Talkshows. Kinderarmut? Allenfalls ein kleiner Zeitungsartikel hie und da, ein paar Statistiken, ein kurzer Fernsehbericht nach Sendeschluß, mehr Pflichtprogramm als Herzenssache, entsprechend schläft der Bürger weiter tief und fest wie Opa in seinem Ohrensessel.

Pathognomonisch hierfür auch die Liste der Forderungen aus dem Paritätischen Armutsbericht 2018 von Dr. Schneider:

https://www.der-paritaetische.de/presse/armutsbericht-2018-paritaetischer-korrigiert-falsche-bilder-der-armut-und-fordert-neue-armutspolitik/

Darin führt Dr. Schneider sieben Maßnahmen auf, deren Umsetzung er für „unerläßlich und unaufschiebbar“ hält, um die „Armut in der Breite zu bekämpfen“.

Die ersten drei Punkte betreffen eine Erhöhung der Renten – na klar. Punkt drei bis sechs betreffen die Erhöhung der Löhne und um Verbesserungen in den Verträgen der für Geld arbeitenden Bevölkerung, erst der letzte Punkt geht an die Kinder. Kein einziger Punkt geht an Mütter und Alleinerziehende. Entsprechend findet in diesem Armutsbericht auch das Thema „bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ keinerlei Erwähnung, obwohl diese ja wohl eine Grundvoraussetzung dafür ist, daß Mütter, insbesondere die alleinerziehenden, überhaupt einen Job annehmen können.

Nach wie vor wird über eine möglicherweise mindere Qualität der Menüs für 90jährige in Seniorenheimen geklagt, während unsere Hartz-Kinder in der ARCHE sitzen und auf Spenden angewiesen sind, wenn sie sich mal sattessen wollen und ihre Mütter bei der „Tafel“ um ein paar Nahrungsmittel betteln. Wenn so ein Hartz-Opfer dann noch das Pech hat, ein paar Tage im Krankenhaus verbringen zu müssen, droht ihm auch noch eine Kürzung seines Existenzminimums aufgrund der dabei „eingesparten Ausgaben für Nahrungsmittel“ und ganz sicher verschlingt diese buchstäbliche Erbsenzählerei mehr Geld, als sie einbringt. Umso beschämender, als Geld genug vorhanden wäre, um sie alle satt zu machen und ihnen eine Grundsicherung zu garantieren, die diesen Namen verdient.

Nach wie vor erhalten Millionäre Kindergeld, während es den Eltern der Hartz-Kinder vor der Nase wieder abgezogen wird – ein brutaler Zynismus, wie er größer kaum denkbar ist, egal, wie oft die Verfassungsrichter das als mit Artikel 1 GG für vereinbar erklären.

Doch auch den weniger armen Eltern reicht die Politik das Geldnur scheinbar großzügig zur Vordertüre herein, um ihnen das Doppelte durch die Hintertüre gleich wieder abzuknöpfen – Stichwort Mehrwertsteuer – und es denen zuzustecken die zum Beispiel Rassekaninchen in die Welt setzen.

Kaninchen züchten?

DIE VERMEHREN SICH VON SELBST!

Aber die Deutschen sind halt lieber tierblieb.

So tierlieb, daß es auch in Zukunft bei einem Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent für Katzenfutter aber neunzehn Prozent für Kindernahrung bleiben wird und dabei, daß man das Stroh für die Karnickel von der Steuer absetzen kann, nicht aber den Laptop, den ein Kind braucht, wenn es nicht mit Stroh im Kopf enden, wenn es im Zeitalter der Digitalisierung nicht hoffnungslos abgehängt werden will.

So tierlieb sind die Deutschen, daß sie auch niemals das Fleisch von Tieren essen würden, die dafür grauenhaft gequält worden sind. Zum Beispiel von Schweinen, denen der Bauer im Ferkelalter ohne Betäubung die Hoden abschneidet damit er ihr Fleisch später zu den Dumpingpreisen anbieten kann, die für eine immer ärmer werdende Bevölkerung gerade noch bezahlbar sind. Nach wie vor stehen Eltern Schlange vor den wenigen KiTas am Ort und hoffen auf einen der raren Plätze für ihren Nachwuchs. Beides wiederum, KiTa-Platz und Nachwuchs, können sie sich nur leisten, wenn sie einer bezahlten Arbeit nachgehen, wobei sie mit dem erzielten Einkommen immer mehr Renten- und Pflegebeiträge für immer mehr Alte erwirtschaften müssen, wohl wissend, daß für sie selber am Ende ihres eigenen Arbeitslebens nicht mehr viel übrigbleiben wird, denn auch die Pflege alter Menschen ist dem Staat mehr wert als Lebensqualität und Zukunft seiner Nachkommen. Stellen Sie sich eine solche Warteschlange mal vor einem Seniorenheim vor! SKANDAL!!

Wer noch an den Weihnachtsmann glaubt, wer noch nicht gelernt hat, Eins und Eins zusammenzuzählen, dem darf man nicht die Macht geben, mit seiner Stimme über das Schicksal einer ganzen Nation mitzuentscheiden.

Wer noch an Wunder glaubt, zum Beispiel, daß immer weniger Beitragszahler mit immer geringerem Einkommen, aber immer höheren Sozialbeiträgen, Mieten und Lebenshaltungskosten auch in Zukunft in der Lage sein werden, immer mehr Alte, Kranke und die Facharbeitslosen aus der Fremde zu finanzieren, den darf man nicht unbeaufsichtigt an die Wahlurne lassen. Man sieht ja, was dann dabei herauskommt.

Entsprechend sieht das Ergebnis aus. Die einen halten mit Zähnen und Klauen an ihrer MilchmädchenIllusion fest, die anderen an der Macht und ihren Ministerposten und zwischen beide paßt kein Blatt Papier.

Blüm hatte schon Recht, als er sagte „Die Renten sind sicher!!“.

Für ihn und seine Generation auf jeden Fall! Doch nach ihnen die Sintflut. Buchstäblich. Krönung dieser Liste der Schande, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt: Geriatrische Abteilungen sprießen allenthalben aus dem Boden der Krankenhausabteilungen wie Feuer, Rauch und Schwefel im Armageddon der Johannesoffenbarungen.

Gleichzeitig holt eine Geburtsklinik nach der anderen den Storch vom Dach und schließt ihre Tore. Denn für Geburtskliniken gibt es den Sicherstellungszuschlag nicht, auf denen geriatrische Kliniken Anspruch haben, wenn ihnen ansonsten aus wirtschaftlichen Gründen die Schließung droht. Also packen unsere Hebammen ihre Hörrohre ein, ihre Motivation, ihre unersetzliche Erfahrung, verlassen ihre Schwangeren und schulen um auf Alten- oder Fußpflege, nachdem ihre Haftpflichtversicherungen sich auch noch entschlossen haben, sie mit unbezahlbaren Beiträgen in den Ruin zu treiben.

Nur noch eine Frage der Zeit, wann die ersten Babys im Rettungswagen das Blaulicht der Welt erblicken, weil der Weg in die nächste Entbindungsklinik zu weit war und passend zur Tatsache, daß ihre Ankunft für immer mehr Familien zumindest wirtschaftlich ein Notfall ist.