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Diese Anthologie ist kein einfacher Lesestoff, sondern eine Einladung, sich mit den schwierigen Themen Depression und Suizidalität auseinanderzusetzen. Sie bietet Raum für Reflexion, Empathie und den Austausch über eine Thematik, die oft im Verborgenen bleibt. Hier werdet ihr keine romantisierten Darstellungen oder oberflächliche Lösungen finden. Stattdessen werdet ihr mit der Realität konfrontiert, mit den Schatten, die uns alle umgeben können. Die Autorin hat ihre eigenen Erfahrungen in Worte gefasst. Sie erzählt von den dunkelsten Stunden, von dem Gefühl der Einsamkeit und Verzweiflung. Lassen Sie sich von dieser Textsammlung berühren, inspirieren und zum Nachdenken anregen. Denn nur durch Verständnis können wir gemeinsam eine Welt schaffen, in der Depressionen nicht mehr stigmatisiert werden und wir Betroffenen somit den Mut geben, Hilfe zu suchen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 32
Veröffentlichungsjahr: 2023
1. Auflage, 2023
© 31.08.2023 Mia Nebelmond – alle Rechte vorbehalten.
Dürkheimer Straße 38,
65934, Frankfurt am Main
Korrektorat: Julia Schoch-Daub – Feder und Flamme Lektorat
Cover und Illustrationen: Mia Nebelmond
ISBN: 9783757582814
Die leise Stimme einer Drepression
von Mia Nebelmond
Über den Autor:
Mia Nebelmond wurde in einem kleinen Dorf geboren, dessen Bibliothek schon in jungen Jahren ihr zweites zu Hause wurde. Auch wenn es ihr damals nicht klar war, so halfen ihr die fantastischen Geschichten, aus ihren ungesunden Gedanken zu entfliehen und in der Welt mehr als nur Trostlosigkeit zu sehen.
Bei dieser Sammlung handelt es sich um Texte, die ich während depressiver Episoden geschrieben habe.
Sie behandeln Selbsthass, Zweifel, Unmengen an Negativität und Suizidalität. Falls ihr selbst mit diesen Themen zu kämpfen habt, passt bitte auf euch auf, lest sie in Rücksprache mit vertrauten Personen oder einem Therapeuten.
Depressionen haben unzählige Gesichter. Manche ähneln sich, manche nicht. Wenn sie etwas gemeinsam haben, dann meist den Leidensdruck und die vollumfängliche Hoffnungslosigkeit.
Dieses Buch hat nicht den Anspruch, alle oder auch nur die Mehrheit dieser Gesichter zu zeigen. Um die Komplexität dieser Krankheit zu beleuchten, würden selbst zehn Wälzer nicht ausreichen, von diesem kleinen Büchlein ganz zu schweigen.
Stattdessen möchte ich euch einen Einblick geben, wie eine Depression aussehen kann. Ich nehme euch ein Stück mit auf meinem Weg und lasse euch die zynische Stimme einer Krankheit hören, die lieber im Dunkeln bleibt.
Bei einigen Texten handelt es sich um Ausschnitte aus meinen Tagebüchern, andere habe ich begleitend zu einer Therapie verfasst, aber diese sind nicht allgemeingültig. Wenn es etwas gibt, was für alle Depressionen gilt, dann, dass sie nicht gleich verlaufen. Die Entwicklung, die Symptome, die Gedanken sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Falls du selbst betroffen bist, möchte ich dir zeigen, dass du nicht allein bist.
Falls du erkrankte Familienmitglieder, Freunde und Bekannte besser verstehen möchtest, behalte bitte im Hinterkopf, dass sich meine Gedanken nicht einfach übertragen lassen. Jeder Mensch empfindet anders, aber es kann auch Überschneidungen geben und deshalb veröffentliche ich diese Texte.
Ich hoffe, dass sie irgendjemandem helfen können.
Als ich ein Kind war, dachte ich, wir wären wie Blumen in einem grenzenlosen Garten. Manche groß, manche klein, manche exotisch, manche wunderschön in ihrer Schlichtheit. Dieser Garten erblüht in unzähligen Farben und all diese Vielfalt verschmilzt zu einem überwältigenden Farbenmeer.
Die Vorstellung gefiel mir.
Wie langweilig waren Gärten, die nur eine Sorte Blumen beherbergten. Und wie aufregend dagegen die wilden Blumenwiesen voller Farben und Formen. Welch ein schöner Gedanke, dass ausgerechnet unsere Unterschiede zu einem überwältigenden Mosaik zusammengesetzt werden könnten.
Heute weiß ich es besser.
Es gibt kein großes Ganzes.
Kein Miteinander.
Die Kräftigen nehmen den Zerbrechlichen den Platz. Die Großen nehmen den Kleinen das Licht. Die Prächtigen nehmen den Unscheinbaren die Zuwendung.
Und selbst, wenn eins dieser Pflänzchen der Vision dieses utopischen Mosaiks folgt, werden seine Ideale missbraucht. Ausgenutzt des eigenen Vorteils wegen, bis es nichts mehr zu geben hat. Bis seine Hoffnungen verkümmert und sein Glaube verdorrt sind.
Die schönste Blume erblüht nicht in diesem Garten. Sie gedeiht in der Dunkelheit.
Ungesehen. Unberührt. Unangetastet.
Farblos, aber unversehrt.
Ich dachte, ich hätte eine normale Kindheit gehabt, bis ich mich mit 16 umbringen wollte.
Ironischerweise erinnere ich mich kaum an meine Jugend. Die Tage gingen in einem tristen Grau ineinander über. Wenn andere in glücklichen Erinnerungen schwelgen, sitze ich lächelnd daneben und hoffe, nicht angesprochen zu werden.
In einer Therapie funktioniert dieses Verhalten eher selten, also musste ich wohl oder übel in meinem Gedächtnis kramen, als mein Therapeut eine glückliche Kindheitserinnerung hören wollte.
