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Was bedeutet es, wirklich präsent zu sein? Nicht auf einer Bühne. Nicht im perfekten Moment. Sondern im echten Leben – im Gespräch, im Zweifel, im Schweigen. "Die Präsenz – Band XI" ist kein klassischer Ratgeber. Es ist ein lebendiges Gespräch. Zwischen Silvano, dem kleinen Mönch – und Slaven, dem stillen Begleiter, der oft mehr sagt, ohne ein Wort zu sprechen. Dieses Buch stellt keine Techniken vor. Es gibt keine Schritt-für-Schritt-Anleitungen, um charismatischer zu wirken oder überzeugender aufzutreten. Stattdessen geht es um etwas Tieferes: um die Verbindung von Körper, Geist und Wirkung. Um die drei Ebenen, die untrennbar miteinander verbunden sind – und die darüber entscheiden, wie wir Räume betreten, Gespräche führen und Menschen begegnen. In ruhigen Dialogen entsteht eine klare Erkenntnis: Präsenz ist kein Talent. Kein Trick. Kein äußeres Auftreten. Sie beginnt dort, wo wir aufhören, uns zu beweisen. Wo wir aufhören, Erwartungen erfüllen zu wollen. Wo wir nicht mehr kämpfen, sondern stehen. Die Gespräche führen durch Themen wie innere Aufrichtung, weicher Blick statt harter Dominanz, Wirkung ohne Absicht und die Freiheit von Bewertung. Immer wieder wird deutlich: Was wir ausstrahlen, entsteht nicht aus Technik, sondern aus innerer Ordnung. Wenn der Körper ruhig wird, wird der Geist klar. Wenn der Geist klar wird, verändert sich die Wirkung. Und wenn Erwartung vergeht, bleibt Begegnung. Slaven – der Hund – verkörpert dabei das, was wir oft verlernen: Gegenwart ohne Maskierung. Kein strategisches Verhalten. Keine Selbstinszenierung. Nur waches Dasein. Er erinnert daran, dass Stärke nicht hart sein muss. Dass Weichheit kein Zeichen von Schwäche ist. Und dass wahre Präsenz entsteht, wenn nichts mehr verteidigt werden muss. "Die Präsenz" ist ein Buch für Menschen, die führen – ohne zu dominieren. Die sprechen – ohne zu drängen.
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Seitenzahl: 39
Veröffentlichungsjahr: 2026
Inhaltsverzeichnis
Band XI – Die Präsenz
Vorwort – Ein stiller Moment vor dem ersten Schritt Warum Präsenz nicht mit Auftreten beginnt, sondern mit innerer Wahrhaftigkeit.
Kapitel 1 – Ankommen
Der Unterschied zwischen körperlicher Anwesenheit und echter Gegenwärtigkeit.
Kapitel 2 – Der Raum atmet
Wie jeder Raum eine Stimmung trägt – und wie deine Hal-tung sie verändert.
Kapitel 3 – Der erste Blick
Der Moment, in dem Wahrnehmung entsteht und Wirkung beginnt.
Kapitel 4 – Unruhe unter der Oberfläche
Innere Spannung, die niemand sieht – und die dennoch al-les bestimmt.
Kapitel 5 – Der kleine Mönch hört zu
Warum Zuhören die höchste Form von Präsenz ist.
Kapitel 6 – Zwischen Herzschlag und Stille
Der feine Raum zwischen Impuls und Entscheidung. Kapitel 7 – Gedanken, die ziehen wollen
Ablenkung, Zweifel und der Wunsch zu fliehen.
Kapitel 8 – Bleiben
Die bewusste Entscheidung, im Moment auszuharren.
Kapitel 9 – Der Körper wird ruhig
Wie körperliche Stabilität innere Sicherheit erzeugt.
Kapitel 10 – Der Geist wird klar
Fokus als Disziplin – nicht als Zufall.
Kapitel 11 – Der Blick wird weich
Wahrnehmen ohne Härte. Sehen ohne Urteil.
Kapitel 12 – Was du nicht zeigen musst
Warum Wirkung entsteht, wenn du aufhörst, dich zu be-weisen.
Kapitel 13 – Haltung ohne Anstrengung
Innere Aufrichtung statt äußerer Dominanz.
Kapitel 14 – Wirkung ohne Absicht
Charisma als Folge von Echtheit.
Kapitel 15 – Wenn Erwartung vergeht
Der Moment, in dem du frei wirst von Bewertung.
Kapitel 16 – Das Unsichtbare im Raum
Spannung, Stille und Energie zwischen Menschen.
Kapitel 17 – Die drei Ebenen
Körper. Geist. Wirkung.
Wie sie sich verbinden – und warum sie untrennbar sind.
Kapitel 18 – Ganz da
Der Zustand, in dem nichts fehlt – weil nichts mehr ge-sucht wird.
Epilog – Nichts tun. Und dennoch ganz sein. Präsenz als Entscheidung – jeden Tag neu.
Vorwort
Ein stiller Moment vor dem ersten Schritt
Wir standen vor der Tür.
Drinnen wartete der Raum.
Menschen. Stimmen. Erwartung.
Ich atmete ein.
„Bist du nervös?“, fragte der kleine Mönch.
„Vielleicht“, sagte ich. „Oder aufmerksam.“
Er sah mich an. Nicht prüfend. Nur wach.
„Warum glaubst du, dass Präsenz dort drinnen beginnt?“
Ich schwieg.
„Beginnt sie nicht dort, wo du gleich sprechen wirst?“
Er schüttelte leicht den Kopf.
„Präsenz beginnt nicht im Raum. Sie beginnt hier.“
Er tippte mit zwei Fingern gegen meine Brust.
„Bevor du gehst. Bevor du redest. Bevor dich jemand sieht.“
Ich hörte die Stimmen hinter der Tür. Ein leises Murmeln.
„Viele glauben“, sagte ich, „Präsenz sei Auftreten. Stimme. Haltung. Wirkung.“
„Das ist nur die Folge“, antwortete er ruhig. „Präsenz ist Wahrhaftigkeit.“
„Wahrhaftigkeit?“
„Ja. Die Entscheidung, dich nicht zu verstecken. Nicht größer zu machen.
Nicht kleiner.“
Ich atmete langsamer.
„Und wenn ich unsicher bin?“
Der kleine Mönch lächelte.
„Dann sei unsicher – aber sei da.“
Stille.
„Du musst nichts darstellen“, sagte er. „Nur ankommen.“
Ich legte die Hand auf die Türklinke.
„Und wenn sie mich bewerten?“
„Das werden sie.“
„Und dann?“
„Bleib.“
Kein weiterer Satz.
Keine große Erklärung.
Nur dieses eine Wort.
Bleib.
Ich öffnete die Tür.
Und in diesem Moment verstand ich:
Präsenz beginnt nicht mit dem ersten Schritt nach außen. Sie beginnt mit dem ersten ehrlichen Schritt nach innen.
„Jetzt“, sagte der kleine Mönch leise, „kannst du gehen.“
Kapitel 1 - Ankommen
Wir standen oberhalb des Strandes. Der Wind kam vom Meer.
Nicht stark. Nur spürbar.
Unten war der Raum.
Menschen warteten.
Ich sah hinunter.
„Sie sind schon da“, sagte ich.
Der kleine Mönch nickte.
„Und bist du es auch?“
Ich antwortete nicht sofort.
Slaven setzte sich neben mich.
Ruhig. Wach.
Sein Blick nicht nach unten gerichtet. Nicht zu den Menschen.
Zu mir.
„Ich bin hier“, sagte ich schließlich.
„Dein Körper ist hier“, erwiderte der kleine Mönch. „Aber dein Blick sucht etwas.“
Ich merkte es selbst.
Ich suchte Reaktionen.
Gesichter.
Bewertung.
„Warum suchen wir immer zuerst draußen?“, fragte ich.
Der kleine Mönch hob eine kleine Muschel vom Boden auf.
„Weil es einfacher ist, dort Antworten zu vermuten.“
Slaven stand auf.
Er lief ein paar Schritte vor.
Blieb stehen.
Sah nicht zurück.
Er wartete nicht.
„Er denkt nicht darüber nach, wie er wirkt“, sagte ich.
„Nein“, sagte der kleine Mönch.
„Er ist einfach da.“
Ich atmete tiefer.
„Und wenn ich unsicher bin?“
„Dann sei unsicher“, sagte er ruhig. „Aber bleib.“
„Bleiben ist schwer.“
„Nein“, sagte er.
„Fliehen ist anstrengend.“
Stille.
Unten bewegten sich die Menschen. Ein paar blickten bereits herauf.
Ich spürte den alten Impuls.
Größer werden.
Stärker wirken.
Mehr Haltung zeigen.
Slaven kam zurück.
Er setzte sich direkt vor mich.
Seine Augen ruhig.
Keine Forderung.
Keine Erwartung.
Nur Gegenwart.
„Was sieht er?“, fragte ich leise.
„Ob du ganz da bist“, sagte der kleine Mönch.
„Und bin ich es?“
Er antwortete nicht.
Ich schloss kurz die Augen.
