Dolores- Das Mädchen mit dem Schrotgewehr - Christine Stutz - E-Book

Dolores- Das Mädchen mit dem Schrotgewehr E-Book

Christine Stutz

5,0

Beschreibung

Dolores Schneider liebt Mama Joe- Ihre Schrotflinte. Das letzte Geschenk ihres verstorbenen Bruders. Und sie hasst T.J. Konrad. Den Mann, der für den Tod ihres Bruders verantwortlich ist. Den Mann würde sie liebend gern umbringen. Durch Zufall lernt Dolores Tyler Clayton kennen. Sie rettet den Mann, indem sie seine Angreifer mit dem Schrotgewehr in Schach hält. Doch anstatt dankbar zu sein, ist dieser Tyler Clayton wütend. Denn der Mann hasst Schusswaffen. Er nimmt Dolores die Waffe weg und vernichtet sie. Dolores ist außer sich vor Wut. Egal, was Tyler versucht, um sie zu besänftigen, nichts funktioniert. Dann bekommt Dolores großen Ärger in der Universität. Tyler rettet sie, indem er behauptet, sie beide wären verlobt. Er kümmert sich ab sofort liebevoll um Dolores. Doch das macht er nicht ohne Hintergedanken, denn ihm plagt ein dunkles Geheimnis... Und es hat mit Dolores zu tun

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Dolores- Das Mädchen mit dem Schrotgewehr

TitelseiteProlog1 Kapitel2 Kapitel3 Kapitel4 Kapitel5 Kapitel6 Kapitel7 Kapitel8 Kapitel9 Kapitel10 KapitelEpilogImpressum

Dolores

Das Mädchen mit dem

Schrotgewehr

Prolog

Prolog

„Ich will noch einmal in die Stadt. Morgen geht unser Flieger in die Heimat.“ Sagte Tyler Konrad grinsend. Er sah zu, wie sein Freund ein merkwürdiges Geschenk verpackte. Tom war so konzentriert, dass er sogar vergaß, zu grinsen. Etwas, dass Tom sonst eigentlich immer tat.

„Ich komme gerne mit. Ich muss das hier noch kurz einpacken und absenden. Wenn du solange wartest, bin ich dabei“ sagte Tom. „Warum nimmst du es nicht einfach mit. Morgen geht es doch Nachhause.“ Sagte Tyler.

„Das, mein Freund, ist ein Geheimnis. Sagen wir mal, der Inhalt sollte nicht in meinem Gepäck gefunden werden. Doch unsere Post wird nur selten kontrolliert.“ Sagte Tom lachend. „Das Paket geht an eine ganz besondere Frau.“ Er schrieb die Adresse. Dann folgte er seinem Freund zum Jeep. Endlich waren ihre zwei Jahre im Afghanistan zu ende. Zwei verdammt lange Jahre. Endlich würden sie Heim kehren können. Tyler und er. Tom grinste breit. Beide hatten sie sich hier im Lager kennen gelernt. Beide stammten sie aus derselben Stadt. So etwas schweißte zusammen. Das verbannt die Männer. Tom würde Dolores viel zu erzählen haben. Seine kleine Schwester hatte die Tage gezählt, bis er endlich Heim kommen würde. Tom war auch nur gegangen, weil er sie in sicheren Händen wusste. Peter Duke passte gut auf seine kleine Schwester auf. Das hatte der große, bullige Mann schon immer getan. Seit ihrer Kindheit.

„Ich warte draußen, bis du bei der Post fertig bist“ sagte Tyler. Ungeduldig stand der Mann vor dem Gebäude und sah sich um. Es war nicht ungefährlich, sich hier aufzuhalten. Auch wenn die Stadt als sicher galt, versteckten sich hier überall Heckenschützen. Begierig darauf, einzelne Soldaten zu ermorden. Endlich kam Tom wieder. Tyler hob seine Hand, um den Mann zur Kneipe auf der anderen Seite zu dirigieren. Er würde ein Bier ausgeben.

Plötzlich schrie Tom panisch auf. Er kam zu Tyler gerannt und riss den Mann beiseite. Dann durchbrach ein Schuss die Ruhe.

1 Kapitel

1 Kapitel

Die Männer saßen nun bereits zwei Stunden an ihrem Tisch und schienen völlig in ihrer Diskussion vertieft. Sie waren aus der gegenüberliegenden, geschlossenen Farbenfabrik in ihren Imbiss gekommen, hatten Kaffee bestellt und saßen seitdem hier, ohne auf Dolores zu achten. Beide Männer waren ihr fremd. Sie kamen nicht von hier.

Genervt sah Dolores immer wieder zur großen Uhr. Wenn sie sich nicht gleich erheben würden, würde sie ihren Bus verpassen, und das würde wieder Ärger mit Duke bedeuten. Der Mann machte sich immer Sorgen.

(Hau ihnen die Rechnung um die Ohren, das hilft. Zeige Selbstbewusstsein. Trete energisch auf.)Tom tauchte aus dem Nichts auf und grinste. „Du hast gut reden, Bruderherz.“ Dolores freute sich, ihn zu sehen. Ihr Blick ging zum Tisch. Auch wenn ihr klar war, dass nur sie Tom sehen konnte, war sie vorsichtig.

(Mach dich gerade, du schaffst das. Du bist erwachsen)Tom kam zu ihr und strich ihr über die Wange, an der eine Träne herunterlief. Dann löste sich ihr Bruder wieder auf, Dolores war wieder allein.

Demonstrativ druckte sie die Rechnung der beiden Männer und legte sie dem dunkelhaarigen Mann auf den Tisch. Dieser sah kurz auf und schob den Zettel genervt beiseite. Dolores sah auf beide Männer herunter, beide waren sie gut und elegant gekleidet. Geld schien bei ihnen keine Rolle zu spielen. Allein der Wagen vor der Tür sprach für sich, der kostete mehr, als sie im Leben verdienen würde. Dolores seufzte still auf. Wenn die Typen nur endlich verschwinden würden......

„ Die Fabrik schließen? Meinen Sie, es ist der richtige Weg, Sir?" der blonde Mann sah sein Gegenüber Stirnrunzelnd an und seufzte, als dieser mit dem Kopf nickte. „Natürlich, John. Die Menschen hier können nichts für die Manipulationen der Geschäftsführung. Sie produzieren Gift! Wir werden die Fabrik schließen und sanieren. Erst dann können wir sie gewinnbringend nutzen." Sagte der Dunkelhaarige jetzt. Leise unterhielten sich beide Männer weiter, während Dolores wütend den Tresen wischte. Genervt sah sie zur Uhr, dann hob sie endlich ihre Stimme und sah beide Männer strafend an. „Es ist bereits Zehn vor Elf Uhr, eine Heren. Ich schließe gleich!" sagte sie mahnend. „Ich verpasse sonst den letzten Bus." Dolores seufzte laut. Sie versuchte, nicht zu stottern. Eine dumme Angewohnheit seit ihrer schweren Kindheit.

Beide Männer hoben ihre Köpfe und schienen sich jetzt erst wieder an die junge Frau hinter sich zu erinnern. „Einen Kaffee noch!" sagte der Schweigsamere der Beiden und beachtete Dolores Worte nicht. „Nein, ich schließe jetzt, raus ....bitte." setzte sie hinzu, als sie der vernichtende Blick des dunkelhaarigen Mannes traf. Jetzt zitterte ihre Stimme doch noch. Der Mann lächelte gequält. Er wies mit dem Finger auf einen schönen Lincoln vor der Tür. „Wir bringen sie Heim, Miss. Also, noch einen Kaffee, Lady" setzte er streng hinzu. Er verzog seine Lippen zu einem schmalen Lächeln, als er sah, wie Dolores sich vor ihm aufbaute. „Oh, Nein Danke. Auf solche Sachen stehe ich absolut nicht. Außerdem habe ich eine 10 Stunden Schicht hinter mir. Also, Nein Danke!" schnauzte Dolores zurück. „Hier gibt es nur Kaffee und etwas zu Essen. Mehr nicht!" sagte sie so fest sie konnte. Doch sie zitterte heftig dabei. Ihre Kindheit kam ihr wieder in den Sinn.

Wieder traf sie der vernichtende Blick. „Das war ein einfaches Angebot, Mädchen! Ohne Hintergedanken! Außerdem stehe ich nicht auf so dürre Suppenhühner, ohne jeglichen Vorbau!" schnauzte er wütend. Seine Augen glühten. Sein Blick war brennend und sollte Dolores einschüchtern, doch sie setzte nur ihr charmantestes Lächeln auf und verschwand in der Küche. „Fünf Minuten noch!" rief sie durch die sich schließende Klapp Tür.

In der Küche lehnte sie sich gegen den Arbeitstisch und holte tief Luft. um das Zittern zu unterdrücken. Der Blick des Mannes ging ihr mächtig unter die Haut. Dolores hatte sich zwar behauptet, aber sie ahnte, sie sollte diesem Mann nicht noch mehr reizen. Er schien Widerspruch nicht gewohnt zu sein.

„Unverschämte Göre" hörte sie den Mann laut schimpfen. Der andere Mann erwiderte etwas und der Dunkelhaarige lachte dunkel auf. Sie hörte, wie ein Stuhl beiseite geschoben wurde. „Ich geh noch mal auf Toilette," sagte jetzt der blonde Mann und eilte durch den Raum. Dolores konnte den anderen wütend mit den Fingerspitzen auf dem Tisch trommeln hören.(Komm, sei lieb, bring ihm noch einen Kaffee. Der Typ hört sonst mit dem Trommeln nicht auf. Das nervt)Wieder stand Tom hinter ihr und grinste sein charmantes Jungenlächeln.

Auf Trinkgeld brauchte sie bei den beiden wohl nicht hoffen...egal. Tom hatte recht..Sie schenkte den letzten Kaffee ein und stellte ihn dem Mann auf dem Tisch. Irritiert hob dieser seinen Kopf. Lächelnd legte Dolores ihren Finger an die Lippen und verschwand wieder in der Küche. Tom hatte Recht gehabt. Jetzt hatte der Mann wenigstens mit dem Trommeln aufgehört. Er schien sehr von sich eingenommen, etwas arrogant und leider sehr gutaussehend zu sein. Dolores verzog ihr Gesicht. Solche Männer bedeuteten immer Ärger. Zum Glück spielte er in einer anderen Liga als sie.. Er hatte bestimmt nie hungern müssen, oder war in strömenden Regen umhergeirrt, ohne Ziel oder Dach über den Kopf, dachte sie finster. „Ach Tom, warum..." wütend wischte sie sich eine Träne aus dem Gesicht.

(Alles im Leben hat einen Sinn. Habe Geduld mit dem Mann) Tom saß auf der Spüle, über die sie nun wütend wischte. „Auch dein Tod?" fragte Dolores sarkastisch. (Auch der hat einen Sinn, Mädchen. Du musst Vertrauen haben) Tom löste sich auf und ließ Dolores allein mit den Typen zurück.

Sie hatte gerade den Spüler bestückt, als sie Lärm aus dem Restaurant hörte. Vorsichtig sah sie aus dem Fenster der Schwingtür. Fünf Männer hatten sich vor dem dunkelhaarigen Mann aufgebaut und sahen ihn drohend an. Dolores kannte die Männer alle. Alles Arbeiter der nahegelegenen Farbenfabrik. Sie erinnerte sich, dass diese verkauft worden war und heute die große Versammlung der Mitarbeiter gewesen war. Heute sollte sich ihre Zukunft entscheiden. Anscheinend war die Entscheidung nicht gut ausgefallen, dachte sie jetzt besorgt. Die fünf Männer schienen wütend zu sein.

„Sie sind das Schwein, dass uns die Arbeit nimmt!" hörte sie einen der Männer sagen. Dolores kannte ihn, seine Frau arbeitete hier im Imbiss als Putzfrau. „Wie sollen wir jetzt unsere Familien ernähren?" fragte er weiter. Dolores grunzte wütend. Ausgerechnet der Kerl musste seinen Mund aufmachen, dachte sie. Der Kerl dort vorne scherrte sich einen Dreck, um Frau und Kinder. Sein Lohn landete zum größten Teil in der Kneipe weiter unten. Seine Frau ernährte ihre Kinder mit dem alten Brot und den Essensresten, die Dolores abends immer für sie aufbewahrte.

„Bestimmt nicht, indem sie das Geld in die Kneipe tragen, denn von dort kommen alle wohl gerade. Haben sie sich Mut angetrunken?" fragte einer beiden Männer. Der Dunkelhaarige lehnte sich selbstsicher in seinem Stuhl zurück und legte seine Fingerspitzen aneinander. Trotz der fünf bedrohlichen Männer behielt er die Ruhe. Dolores bewunderte ihn Augenblicklich. Sie selbst zitterte voller Angst. Die Männer grunzten und zwei von ihnen wirkten verunsichert. Der Anführer der Gruppe langte jetzt über den Tisch und griff den Mann am Kragen. „Sie sind ein Schwein. Warum haben sie nicht alles gelassen, wie es war? Wir alle hatten Arbeit." schrie er außer sich vor Wut.

„Ich musste die Fabrik schließen. Weil die Farbenfabrik Gift produziert hat! Ihre Familien haben das Wasser benutzt, das Blei und Kadmium enthielt! Sie haben damit geduscht und es getrunken! Warum waren eure Kinder wohl stets krank" sagte der Dunkelhaarige leise. Seine Stimme klang bedrohlicher, als die, des Kerls, der schrie. Dolores hatte vor ihm mehr Angst, als vor dem Schreihals. Entschlossen griff sie unter die Spüle.

„Lügen, nichts als Lügen! Hauptsache, sie verdienen noch mehr Geld!" schrie der Anführer jetzt und fuchtelte mit seiner Faust vor dem Gesicht des Dunkelhaarigen. Eine schnelle Drehung, ein Tritt mit dem Fuß und der Schreihals lag auf dem Boden. Sprachlos standen die anderen vier Männer um ihn herum. „Worauf wartet ihr. Greift ihn euch! Dafür sind wir doch hergekommen!" schrie der Kerl vom Boden aus.

„Das würde ich nicht tun. Ihr lasst eure Fäuste in der Tasche und macht einen Abgang! Oder Mama Joe lehrt euch Manieren!" Mit einer abgesägten Schrotflinte stand Dolores hinter ihren Tresen und hielt diese in Richtung der Männer. Sie versuchte, ihre Stimme selbstbewusst klingen zu lassen. Es fiel ihr schwerer, als sie gedacht hatte.

„Lasst euch nicht einschüchtern, die wird nicht schießen!" schrie der Kerl auf dem Boden. „Darauf würde ich mich nicht verlassen, Hank" sagte Dolores heiser und spannte den Hahn. Ein lautes Klicken ließ alle verstummen. Dolores Beine waren wie Pudding, sie schwankte leicht, und Übelkeit kroch ihren Hals hoch. Doch tapfer hielt sie die Schrotflinte weiter in Richtung der Männer. „Du hast deinen letzten Lohn in die Kneipe getragen, statt Lebensmittel oder Medizin für Cindy und Fred zu kaufen und jetzt grölst du hier rum! Raus!" befahl Dolores laut. Eine Sekunde lang suchten ihre Augen den Blick des Dunkelhaarigen. Endlich erwiderte er ihren Blick. Sie nickte und machte ihm Zeichen, zu ihr zu kommen. „Raus mit euch. Aber schnell!" sagte Dolores. Schnell, bevor ihre Beine nachgaben und die Männer den Schwindel bemerkten. Mama Joe war nicht geladen.

Endlich tauchte auch der blonde Mann wieder auf. Lädiert, mit Blut im Gesicht, kam er aus der Toilette und sah sich besorgt im Raum um. Sein Blick ging von Dolores und dem Dunkelhaarigen, zu den Männern, die ihrem Freund nun aufhalfen. „Dämliche Schweine. Fünf gegen einen." schnauzte er und wollte sich auf die Männer stürzen, als ihm der andere Einhalt gebot. Der dunkelhaarige Mann wollte Dolores die Waffe abnehmen, doch sie umklammerte Mama Joe eisern. Wieder ließ sie den Hahn klicken. „Das zweite Rohr, Jungs. Schon mal gesehen, was für Löcher Schrott macht?" fragte sie und hatte Mühe, ihre Stimme nicht überschlagen zu lassen.

Hank fluchte laut. „Wir sehen uns wieder" drohte der Kerl und ließ sich von seinen Freunden aus dem Imbiss führen. Mit einem Klingeln schloss sich die Tür hinter ihnen. Dolores ließ sich gegen den Tresen sinken.

„Die Waffe, Lady" sagte der Dunkelhaarige und sah Dolores unverwandt an. Diese schüttelte den Kopf und sah ihn stumm an. Dolores war wie erstarrt, unfähig, einen Gedanken zu fassen. Was, wenn die Kerle nicht gegangen wären? Was wäre passiert? Das Gewehr war doch überhaupt nicht geladen. In ihrem Kopf rasten die Gedanken.

„Ich heiße Tyler" sagte der Mann jetzt sanft und ließ seine Hand sinken, als Dolores rückwärts ging, immer noch die Waffe in der Hand. Um nichts auf der Welt würde sie Mama Joe hergeben. „Willst du mir nicht verraten, wie du heißt?" fragte er beschwörend weiter, als Dolores immer noch schwieg. Ihre Beine drohten, nachzugeben. Stumm wies sie auf ihr Namensschild, dort prangte ihr Name groß. Der Typ hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, sie genau anzusehen. Dolores schloss wütend ihre Augen. Der Typ hatte sich ihre Beine und Figur besehen, sie als dürres Suppenhuhn abgestempelt, aber ihr Name war ihm egal gewesen. Sie schnaubte laut auf. Und wegen solch einen Idioten hatte sie sich mit den Menschen ihrer Nachbarschaft angelegt.