Dorian Hunter 194 - Dario Vandis - E-Book

Dorian Hunter 194 E-Book

Dario Vandis

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Beschreibung

Van Vloten zog ein Blatt Papier aus einem der Bücher, das er sanft zu Hendrick herüberschob. Es handelte sich um eine kostbare, in mehreren Farben ausgeführte Zeichnung. Hendrick erblickte einen bloßen Augapfel. Er schien aus Stein zu sein, denn er war grau und wirkte leblos vor dem rötlichen Hintergrund. Unter dem Auge waren einige Sätze in Latein geschrieben. »Das Auge des Kalifen«, las Hendrick die verschnörkelte Schrift. »Wir suchen das zweite Kalifenauge«, sagte van Vloten. »Ich hoffe es in Ostindien zu finden ...« Im Jahr 1660 beteiligt sich der Dämonenkiller in seinem siebten Leben als Hendrick Zevanck an van Vlotens Suche nach einem mächtigen Artefakt - und diese Suche scheint in einer aberwitzigen Verbindung zu den Geschehnissen in der Gegenwart zu stehen!

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Seitenzahl: 130

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Cover

Inhalt

Was bisher geschah

VAN VLOTENS SUCHE

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

Vorschau

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Impressum

Cover

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsbeginn

Impressum

Der ehemalige Reporter Dorian Hunter hat sein Leben dem Kampf gegen die Schwarze Familie der Dämonen gewidmet, seit seine Frau Lilian durch eine Begegnung mit ihnen den Verstand verlor. Seine Gegner leben als ehrbare Bürger über den Erdball verteilt. Nur vereinzelt gelingt es dem »Dämonenkiller«, ihnen die Maske herunterzureißen.

Bald kommt Dorian seiner eigentlichen Bestimmung auf die Spur: In einem früheren Leben schloss er als Baron Nicolas de Conde einen Pakt mit dem Teufel, der ihm die Unsterblichkeit sicherte. Um für seine Sünden zu büßen, verfasste de Conde den »Hexenhammer« – jenes Buch, das im 16. Jahrhundert zur Grundlage für die Hexenverfolgung wurde. Doch der Inquisition fielen meist Unschuldige zum Opfer; die Dämonen blieben ungeschoren. Als de Conde selbst der Ketzerei angeklagt und verbrannt wurde, ging seine Seele in den nächsten Körper über. So ging es fort bis in die Gegenwart. Dorian Hunter begreift, dass es seine Aufgabe ist, de Condes Verfehlungen zu sühnen und die Dämonen zu vernichten.

In seinem Kampf findet Dorian mächtige Verbündete – die Freimaurerloge der Magischen Bruderschaft; den Hermaphroditen Phillip, der stets in fremden Sphären zu leben scheint; den Steinzeitmenschen Unga, der einst dem legendären Weißmagier Hermes Trismegistos diente; den früheren Secret-Service-Agenten Donald Chapman, der von einem Dämon auf Puppengröße geschrumpft wurde; vor allem aber die ehemalige Hexe Coco Zamis, die aus Liebe zu Dorian die Seiten gewechselt hat und ihm einen Sohn, Martin, geboren hat. Aber die Dämonen bleiben nicht untätig: Es gelingt ihnen, mit dem Castillo Basajaun einen wichtigen Stützpunkt der Magischen Bruderschaft in Andorra zu zerstören. Damit bleibt Dorian als Rückzugsort nur noch die Jugendstilvilla in der Londoner Baring Road.

Bei Ausgrabungen in Israel wird der Angisus Nathaniel – ein »Engel« – entdeckt. Dieser wollte die Welt zerstören und wieder komplett neu aufbauen. Doch Nathaniel wird vernichtet. Einige Zeit später bringt Helena Riedberg sein Kind zur Welt: Larissa. – Coco und Martin müssen vor unerwarteten Attacken des Hermaphroditen Phillip aus der Jugendstilvilla fliehen. Dabei hilft ihnen der mysteriöse Isbrant. Obwohl sie erkennt, dass sie von Isbrant beeinflusst wird, kann sich Coco nicht widersetzen. Dorian kann seine Geliebte retten, aber Martin wird verschleppt. In Bukarest soll der Vampirbiss, den Coco auf dem Schloss bei Tirgostevi erhalten hat, behandelt werden, und Dorian sucht nach dem Dämon Huygen van Vloten, um mehr über die Prophezeiung zu erfahren, wonach ein zu früh gereiftes Kind den Thron der Finsternis besteigen werde.

Dabei erinnert sich Dorian an sein siebtes Leben: Nachdem er als Hexenbalg Hendrick Zevanck im Jahr 1659 seinen Ziehvater getötet hat, heuert er auf der PAERREL an. Deren Oberkaufmann van Vloten ist ein Verräter, und die PAERREL wird vom Dämonenschiff DIABOLO geentert. Van Vloten ist auf der Suche nach dem Kalifenauge ...

VAN VLOTENS SUCHE

von Dario Vandis

Gegenwart

Dorian hörte die Schüsse. Ein Körper prallte gegen ihn, und er stürzte zu Boden. Wo war er?

Er sah noch immer das blutbesudelte Deck der DIABOLO vor sich, hörte noch immer den magischen Trommelschlag, der den Sabbat begleitet hatte. Die Erinnerung war mit voller Macht über ihn hereingebrochen. Jetzt wusste er, woher er den Namen Hendrick Zevanck kannte! Er selbst hatte ihn in seinem siebten Leben geführt. Die langen Jahre im Hause des Küsters Cornelisz, der Besuch Pater Jacops', die Mordnacht und die Reise nach Amsterdam – all das stand ihm plötzlich wieder klar vor Augen. Und natürlich auch die Ereignisse um van Vloten! Olivaro musste gewusst haben, dass er ihm in seinem siebten Leben schon einmal begegnet war.

»Haben Sie sich verletzt?«, drang eine piepsige Stimme wie aus weiter Ferne an sein Ohr.

Jemand beugte sich über ihn und durchschnitt die Fesseln. Dorian bewegte die Finger. Sie waren durch den Blutstau fast taub geworden.

1. Kapitel

»Stehen Sie auf, Mr. Hunter! Wir müssen fort.«

Dorian hob den Kopf. Vor ihm stand eine zwergenhafte Frau, deren riesiger Schädel von einer metallenen Krause gestützt wurde. Ihr Körper war aufgedunsen, der dicke Bauch ragte unter dem knapp bemessenen Hemd hervor. Dorian konnte sehen, dass die Frau humpelte. Sie zog das rechte, längere Bein hinter sich her. Dorian ahnte, dass ihre Behinderungen nicht etwa auf einen Unfall oder einen Geburtsfehler zurückzuführen waren. Diese Frau war ein Freak, eine ehemalige Dämonin, die aus der Schwarzen Familie ausgestoßen worden war.

»Wir müssen verschwinden«, wiederholte sie. »Der zweite Dämon ist mir entwischt. Ich bin sicher, dass er sich noch im Haus aufhält.«

Dorian brauchte eine Sekunde, um zu begreifen, dass sie von den Polizisten sprach. Der Mann, der Dorian befragt hatte, lag hinter dem Schreibtisch auf dem Boden. Seine Brust war eingesunken, als wäre sie von einer Säure zerfressen.

Dorian stellte keine Fragen. Er folgte der Frau in den Kellergang. Jeder ihrer Schritte wurde von einem schlurfenden Geräusch begleitet.

»Woher wussten Sie, dass ich hier bin?«

»Wir haben die Villa beobachtet und die erste Gelegenheit genutzt, um Sie zu befreien.«

»Wir?«

Sie hasteten die Treppe ins Erdgeschoss hinauf. Dorian lugte durch den Türspalt. Am Ende des Korridors befand sich die Haustür. Es war totenstill.

»Draußen steht ein Wagen«, flüsterte die Frau hinter ihm. »Es ist alles vorbereitet.«

Dorian betrat den Korridor. Links führte eine Tür in den Wohnraum, der einen Ausgang zur Terrasse besaß. Der Dämonenkiller öffnete die Haustür. Vor dem Grundstück parkte ein VW Passat. Die Scheiben waren verdunkelt. Dorian lief über den Rasen, und die Frau folgte ihm humpelnd. Da geriet er plötzlich in eine magische Falle. Der Boden unter seinen Füssen wurde weich und schlammig. Seine Schuhe versanken im Morast. Er rief einen Bannspruch, der jedoch wirkungslos blieb. Die Frau hinter ihm zog ein magisches Kreidestück aus der Tasche und zeichnete einen Drudenfuß um Dorian herum. Sofort verfestigte sich der Boden.

»Er wagt es nicht, uns direkt anzugreifen«, sagte sie. »Bestimmt wartet er, bis wir im Wagen sind, um uns dann zu folgen.«

Dorian nahm im Fond Platz, die Frau ließ sich auf den Beifahrersessel fallen. Dorians Blick fiel auf den Fahrer. Er war ein stämmiger Kerl mit einem hässlichen, vernarbten Gesicht. Seine Hände waren von Pusteln überzogen, und aus einer offenen Wunde am Hals rann ununterbrochen Eiter.

»Guten Tag, Mr. Hunter. Sieht aus, als wären wir gerade noch zur rechten Zeit gekommen, wie?« Seine Stimme war tief und kratzig.

Der Wagen fuhr an. In diesem Augenblick öffnete sich die Haustür, und die Fratze des Polizisten erschien im Rahmen. Er hatte seine menschliche Maske abgelegt und sich in einen Werwolf verwandelt. In riesigen Sprüngen hetzte er zu einem Mercedes, der auf der anderen Straßenseite geparkt war.

»Sie hatten recht. Er wird uns verfolgen.«

Die Frau winkte ab. »Er kann uns nichts anhaben. Zur Not habe ich noch einige Silberkugeln im Lauf.«

»Hat Krascu Sie gebeten, mich zu retten?«

Sie nickte. »Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Elena Gruber, und das ist mein Mann Kolya. Krascu ist ein guter Bekannter. Wir Freaks sind eine verschworene Gemeinschaft, Mr. Hunter. Jeder von uns würde sein Leben für den anderen geben.«

Dorian nickte.

Er hatte schon einige Freaks kennengelernt. Die meisten waren verbittert, weil sie ihre Verbannung aus der Schwarzen Familie nicht nur mit dem Verlust ihrer magischen Kräfte, sondern auch mit schrecklichen körperlichen Makeln bezahlt hatten. Sie waren missgebildete Geschöpfe, die sehr zurückgezogen lebten, um sich nicht zum Gespött der Leute zu machen. Einige von ihnen träumten von einer Rehabilitation, aber bisher war noch kein Freak wieder in die Schwarze Familie aufgenommen worden. Die meisten von ihnen hatten die Dämonen hassen gelernt und bekämpften sie mit allen Mitteln.

»Ich wusste nicht, dass van Vloten ... ich meine, dass Krascu auch ein Freak ist. Man hat mir gesagt, er sei ein sehr alter Dämon.«

Die Frau nickte. »Das war er auch. Bis er von Asmodi den Auftrag erhielt, das Auge des Kalifen zu finden. Er hat uns nie etwas Näheres erzählt, aber wahrscheinlich hat er versagt und sich Asmodis Zorn zugezogen. Das ist jetzt mehr als dreihundert Jahre her.«

»Was ist das Kalifenauge?«

»Man munkelt, dass es sich um einen magischen Stein handelt. Das versteinerte Auge eines maurischen Zauberers. Es soll große Kraft in sich bergen ...«

»Haltet euch fest«, wurde sie von Kolya unterbrochen. »Der Kerl hat uns eingeholt.«

Dorian drehte sich um und erblickte den Mercedes direkt hinter sich. Das Gesicht des Fahrers war zu einer höhnischen Grimasse verzerrt.

Kolya holte alles aus dem Passat heraus, aber er schaffte es nicht, den Mercedes abzuhängen. »Auf einer der Landstraßen hätten wir leichtes Spiel. Aber hier werden wir ihn nie los!«

An der nächsten Kreuzung rasten sie bei Gelb über die Ampel.

»Warum bleiben wir nicht stehen?«, fauchte Elena. »Dann erledige ich ihn mit der Pistole!«

»Wir müssen vorsichtig sein. Mr. Hunter hat bereits seine Gemme verloren.«

Sie erreichten einen Kreisverkehr, den sie zweimal umfuhren. Kolya nutzte jede Lücke, die sich zwischen den Fahrzeugen bot, aber sie konnten den Mercedes nicht abschütteln. Als sie das Rondell verließen, gab der Werwolf Gas und fuhr auf den Passat auf. Metall kreischte. Dorian wurde durchgeschüttelt. Kolya trat das Gaspedal bis zum Anschlag durch, und der Passat machte einen Satz nach vorn. Die Straße war frei und überschaubar – bis zu einer Brücke, die in zweihundert Meter Entfernung über den Dâmbovita führte.

»Er versucht uns abzudrängen!«, rief Dorian.

Der Dämon fuhr wie ein Wahnsinniger, ohne Rücksicht auf das eigene Leben. Er rammte die Stoßstange des Passat, und der Wagen brach zur Seite aus. Noch hundert Meter bis zur Brücke.

»Geben Sie mir die Pistole!«

Dorian lehnte sich aus dem Fenster und zielte auf den Werwolf. Die Kugel durchschlug die Windschutzscheibe, traf aber nicht. Der Dämon lachte irre und setzte zu einem neuen Angriff an.

»Ich schaffe es nicht«, keuchte Kolya. »Er wird uns über die Böschung drängen.«

Dorian blickte auf das Geländer der Brücke, das rasend schnell näher kam. Kolya hatte recht. Der Mercedes prallte gegen den Kotflügel und brachte sie ins Schlingern. Der Passat durchbrach das Geländer und schoss auf das Wasser zu. Sekundenlang schwebte er über der Böschung, dann senkte sich der Kühler langsam hinab. Dorian fragte sich, ob der Dâmbovita tief genug war, um darin zu ertrinken. Aber sie kamen nicht einmal bis zum Wasser. Die Kühlerschnauze des Passat prallte auf die Uferböschung, der Wagen überschlug sich und blieb knapp oberhalb des Flussufers auf dem Dach liegen. Es wurde totenstill. Nur noch das Brummen der leerdrehenden Hinterräder drang an Dorians Ohren.

Es dauerte einige Sekunden, bis er die Benommenheit abgeschüttelt hatte. Wie es schien, hatte er nur einige Prellungen davongetragen. Elena und Kolya hingen leblos in ihren Sicherheitsgurten. Dorian wälzte sich herum und versuchte die Tür zu öffnen. Sie klemmte. Da fiel ein Schatten über das Fenster. Der Dämonenkiller tastete nach der Pistole, aber der Dämon machte keine Anstalten, ihn anzugreifen. Er zog ein Stück magische Kreide aus der Tasche und präparierte die Karosserie mit magischen Zeichen. Dorian spürte, wie die Temperatur im Wageninneren um mehrere Grad anstieg. Die Luft wurde trocken und kratzte in der Kehle. Dorian warf einen Blick auf Elena und Kolya. Sie waren immer noch bewusstlos.

Jetzt trat der Werwolf-Dämon einen Schritt zurück und grinste höhnisch. Sein hässliches Gesicht verschwamm vor Dorians Augen. Der Dämonenkiller keuchte. Schweiß perlte ihm von der Stirn. Der Luft im Wageninneren schien von einer Sekunde zur anderen der Sauerstoff entzogen zu sein. Und es wurde immer heißer. Dorian versuchte, das Fenster herabzukurbeln, aber der Mechanismus war magisch blockiert. Der Dämonenkiller blickte auf die Passanten, die einige Meter entfernt auf der Brücke entlanggingen. Niemand schien von dem verunglückten Wagen Notiz zu nehmen.

Er sah aus den Augenwinkeln, wie der Dämon sich entfernte. Keuchend beugte er sich nach vorn und versuchte, die beiden Freaks aus dem Sicherheitsgurt zu befreien. Als er das Metall des Verschlusses berührte, zuckte er zurück. Es war brennend heiß. Er griff nach Kolyas Pistole und richtete sie auf das Fenster. Der Schuss dröhnte in seinen Ohren. Schwindel überfiel ihn. Die Scherben des Fensters wirbelten wie in Zeitlupe nach draußen.

Mit letzter Kraft stieß er die restlichen Scherben aus dem Rahmen und kroch nach draußen. Dort wo er mit den Händen über die Karosserie streifte, bildeten sich Brandblasen auf seiner Haut. Er zielte auf die magischen Formeln, die der Dämon auf das Blech gemalt hatte. Sie glühten dunkelrot und hatten sich in den Lack eingebrannt.

Der Motor des Wagens hatte zu qualmen begonnen. Erste Flammenzungen leckten über das Hinterrad.

Da bewegte sich Kolya auf dem Fahrersitz.

Dorian schoss. Das Zeichen, das er getroffen hatte, verschwand. Er zog die Jacke aus, wickelte sie sich um den Arm und öffnete die Tür.

Kolya sah ihn aus glasigen Augen an. »Ich bekomme keine Luft. Der Gurt ... Ich kann mich nicht losmachen. Es ist so heiß ...«

Ein dumpfes Fauchen ließ Dorian herumfahren. Die Flammen schlugen bereits aus dem Motor. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie den Tank erreichten. Dorian tastete nach dem Gurtverschluss. Er war noch immer blockiert.

»Retten Sie Elena, Mr. Hunter!«

Die Frau hing noch immer bewusstlos in ihrem Sitz. Die Zeit reichte nicht, um sie beide zu befreien. Dorian holte sein Taschenmesser heraus und zerschnitt Kolyas Gurt. Der Geruch verschmorten Reifengummis drang in seine Nase. Die Hitze wurde unerträglich. Als er Kolya aus dem Sitz zu ziehen versuchte, wehrte der Freak seine Hand ab.

»Ich werde bei Elena bleiben!«

Dorian wurde von dem heißen Luftstrom zurückgetrieben. Er konnte nichts mehr für Kolya tun.

»Gehen Sie ... zum Helvetia Hotel ... Van Vloten wird Sie dort erwarten.« Der Blick des Freaks trübte sich. »Elena ... meine Elena. Wir werden zusammen sterben ...«

Dorian Hunter robbte rückwärts davon. Kolyas Gesicht verschwamm hinter den heißen Luftschwaden. Flammenzungen leckten über die Tür. Die magischen Zeichen leuchteten heller denn je. Dorian sah, wie Kolya sich zu Elena herüberbeugte. Er barg ihren Kopf an seiner mächtigen Brust.

Dann hatte das Feuer den Benzintank erreicht, und das Innere des Wagens verwandelte sich in eine Flammenhölle. Heißer Atem strich über Dorian hinweg.

Auf der Brücke waren Menschen stehen geblieben und deuteten erschrocken auf das brennende Wrack. Der magische Bann war gebrochen. Dorian stieg die Böschung hinauf. Der Werwolf war nirgends zu sehen. Auf der Brücke schrien die Leute wild durcheinander. Jemand rief nach einem Krankenwagen.

Dorian entfernte sich mit raschen Schritten und schlug den Weg ein, der ihn zu van Vloten führen sollte. Er fühlte eine tiefe Verzweiflung in sich. Elena und Kolya hatten sich für ihn geopfert. Er stand tief in ihrer Schuld. Aber noch mehr bedrückte ihn die Sorge um Martin. Er ahnte, dass die Chancen, seinen Sohn lebendig wiederzusehen, mit jeder Sekunde geringer wurden.

Zur selben Zeit,

einige Tausend Kilometer westlich

Larissa war hochgradig erbost. Sie hatte erwartet, dass sie die Paradiesinsel sofort wieder verlassen würden, aber als sie den Hügel verließ, offenbarte Jong ihr, dass sie so lange bleiben würden, bis die Vorbereitungen für die Dämonenversammlung abgeschlossen waren. War der Mumpitz um Luguri und Angelina vielleicht nur ein Vorwand gewesen, um sie auf die Insel zu locken?

Luguris Kräfte! Als ob sie diese überhaupt benötigt hätte. Der einstige Fürst der Finsternis war in seiner magischen Stasis nur noch ein Schatten seiner selbst gewesen. Larissa hatte die verbliebene magische Energie in sich aufgenommen, ohne sich danach in irgendeiner Form gestärkt zu fühlen. Was also beabsichtigte Zakum wirklich? War die Insel nur ein neues, größeres Gefängnis, in das er sie nach ihrem wochenlangen Aufenthalt auf jenem trostlosen Friedhof außerhalb von Raum und Zeit zu sperren gedachte? Oh, wie hatte sie die ewigen Spielchen des dunklen Archivars satt!