Einmal Las Vegas, bitte - Christine Stutz - E-Book

Einmal Las Vegas, bitte E-Book

Christine Stutz

5,0

Beschreibung

Cora Nassa Eh ist 16 Jahre, als ihre Mutter stirbt. Sie bleibt zurück mit ihrer kleinen Schwester Cleo. Cora ist verzweifelt. Ihr ewig betrunkener und brutaler Vater will die geliebte Farm verkaufen und die Mädchen in die Stadt verschleppen. In ihrer großen Not bittet Cora den Nachbarn, Jordan Spencer, sie zu heiraten. Cora würde dann für erwachsen erklärt. Dann könnte ihr Vater den Mädchen nichts mehr antun. Jordan Spencer willigt ein. Die Hochzeit kommt ihm recht. Denn das Jugendamt will ihm seinen kleinen Neffen Steven wegnehmen. Beide heiraten, doch jeder lebt auf seiner Farm. Fünf Jahre lang streiten und bekämpfen sich Cora und Jordan. Beide sind zu stolz, um den anderen seine wahren Gefühle zu zeigen. Schließlich reicht Cora die Scheidung ein. Jetzt lang es Steven und Cleo. Die Alten wollen sich scheiden lassen? Nun gut. Dann werden sie beide einfach heiraten! Sie brennen durch nach Las Vegas! Jetzt müssen Jordan und Cora sich zusammenreißen Sie vergessen ihren Streit, die Scheidung und machen sich auf die Jagd nach Steven und Cleo. Eine Jagd mit vielen Überraschungen. Es wird das Abenteuer ihres Lebens....

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Seitenzahl: 72

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Einmal Las Vegas, bitte

EinmalProlog1 Kapitel2 Kapitel3 Kapitel4 Kapitel5 Kapitel6 Kapitel7 KapitelEpilogImpressum

Einmal

Las Vegas

bitte

Prolog

Prolog

Cora saß unter dem großen Tisch auf der alten Veranda und hielt sich die Ohren zu.

Die beiden Männer, ihr Vater und der Nachbar, schrien sich schon so lange an. So laut, dass sie es nicht mehr hören wollte.

„Sie haben heute Nacht meine besten Rinder erschossen, Daniels. Das wird ein Nachspiel haben“ schrie jetzt der Nachbar, Ralf Spencer. „Ich weiß genau, dass sie es waren!“

„Beweisen sie es doch, Spencer! Außerdem, was suchen ihre Viecher auf meinem Land! Es ist mein See. Er gehört zu unserem Land! Die Urkunde besagt es genau!“ schrie Coras Vater zurück. „Ich verteidige nur, was mir gehört!“ Cora hatte Angst. Große Angst. Ihr Vater war für seinen Jähzorn und seinen Alkoholkonsum bekannt. Was, wenn er jetzt den, eigentlich netten, Nachbarn schlagen würde?

„Ihr Land? Es ist unser Land. Ich habe den Vertrag, den ihr Schwiegervater mit mir gemacht hat! Ihnen gehört hier gar nichts. Das alles hier gehört ihrer Frau!“ schrie der Nachbar zurück.

„Der Vertrag ist nichtig! Sie haben meinen dementen Schwiegervater betrunken gemacht. Das ist rechtswidrig!“ schrie ihr Vater zurück. Er erhob sich jetzt, zur Gewalt bereit.

Warum war ihre Mutter nicht hier? Mutter könnte hier für Ruhe sorgen. Cora erinnerte sich. Mutter war noch in der Stadt, sie hatte gestern ihre kleine Schwester auf die Welt gebracht. Cora liebte das Baby jetzt schon. Endlich hatte sie eine Schwester. Sie würde nicht mehr einsam sein. Doch warum hatte Mutter sie mit ihrem Vater nur allein gelassen. Cora hatte Angst vor dem Mann.

Cora kroch unter dem Tisch hervor und sah zur Uhr. Sie musste sich beeilen. Gleich würde er kommen. Wenn sie sich nicht auf dem Weg machte, würde sie ihn verpassen.

Cora rannte an den streitenden Männern vorbei, über den Hof. Keiner der Männer achtete auf das kleine Mädchen. Cora zog ihre dünne Jacke über die Schultern. Sie lief über die Wiese und kletterte auf den großen Weidezaun.

Gerade noch rechtzeitig.

Der große Junge kam auf seinem Pferd und hielt eine winzige Sekunde, als Cora nun ihre kleine Hand hob und ihm zuwinkte. Jordan Spencer lächelte. Das kleine Mädchen saß jeden Tag dort auf dem Zaun und winkte ihm zu. Er wusste, das kleine Mädchen war die Tochter ihres Nachbarn. Des Mannes, mit dem sein Vater im Streit lag. Beide Männer stritten um ein Stück Land mit einem See darauf. Jordan war 11 Jahre. Er wusste, wie wichtig das Wasser für das Vieh war. Sein Vater hatte ihn jeden Umgang mit der Familie Daniels verboten. Und dem kleinen Mädchen erging es wahrscheinlich ebenso. Sie durfte nicht mit den Spencer reden. Und doch winkten sie sich jeden Tag zu. Wenn er zur Schule ritt, machte er extra jeden Tag diesen kleinen Umweg. Nur um das Mädchen zu sehen. Das Mädchen mit den schwarzen Haaren und den schwarzen Augen.

1 Kapitel

1 Kapitel

Die kleine Frau fluchte ärgerlich. Wütend warf sie ihren langen, glänzend schwarzen Haarzopf in den Nacken und seufzte laut. Der Wäschekorb war so verdammt schwer. Wozu hatte sie eigentlich Hilfe auf dem Hof? Cora setzte den Wäschekorb ab und schrie laut nach Willi. Ihr fauler Stallknecht sollte ihr gefälligst helfen. Doch so sehr sie auch schrie, kein Willi ließ sich blicken. Wozu hatte sie einen Stallknecht, wenn sie alle Arbeit allein machen musste? Egal, sie musste das gute Wetter heute ausnutzen. Die Wäsche musste auf die Leine.

Seufzend hob sie den Korb auf, um ihn auf den Hof zu bringen. Warum blieb hier alle Arbeit an ihr hängen, überlegte sie wütend. Das Leben war einfach unfair. Doch, andersherum. Sie hatte es sich doch ausgesucht, überlegte sie frustriert.

„Du kannst lange nach Willi schreien, Cora. Der faule Kerl liegt, wie immer, in der Scheune und schläft.“ Jordan Spencer nahm ihr den Korb ab und brachte ihn mit Leichtigkeit nach draußen. Cora arbeite zu viel, dachte er verärgert. Und sie war viel zu dünn. Sie musste unbedingt mehr essen. Außerdem sollte sie sich mal einen freien Tag gönnen. „Weshalb hilft dir Cleo nicht bei der Arbeit? Wo steckt deine kleine Schwester schon wieder.“ Jordan ging zügig und Cora hatte Schwierigkeiten, seinen großen Schritten zu folgen. Der Mann hatte wirklich lange Beine, dachte Cora. Dann schnaubte sie verärgert. Warum war der Mann hier aufgetaucht? Er war mal wieder unangekündigt hier aufgetaucht. Musste er sie schon wieder stören?

Cora stemmte die Arme in die Hüfte und starrte den großen Mann wütend an. „Was willst du wieder hier, Jordan? Hatten wir uns nicht darauf geeinigt, dass jeder auf seinem Land bleibt? Jeder soll auf seiner Seite der Grenze bleiben. So war die Abmachung, Mann.“ Sie versuchte ihm den Korb wieder abzunehmen. Doch er trug ihn unbeirrt in den Hof. Dort begann er seelenruhig, die Wäsche aufzuhängen. Cora sollte sich etwas ausruhen, sie hatte es bestimmt verdient, mal durchzuatmen, dachte Jordan grimmig.

„Ich muss mit dir über Cleo und Steven reden, Cora. Wo ist Cleo jetzt? Warum hilft sie dir nicht bei der Wäsche!“ Jordan hängte eine schmale Unterhose auf und grinste jetzt über die hochrote Gesichtsfarbe von Cora. „Hübsches Muster, sehr sexy. Deine, liebste Ehefrau?“ fragte er schelmisch. Wieder wurde seine Frau hochrot. Er liebte es, wenn Cora verlegen wurde. Erinnerungen kamen in Jordan hoch und er schluckte schnell seinen Ärger hinunter.

„Cleo ist auf dem Weg zur Ost Weide. Der Sturm letzte Woche hat einigen Schaden angerichtet. Sie sagt, der Zaun dort muss kontrolliert werden.“ Cora nahm ihm die Wäsche aus der Hand und begann sie aufzuhängen. Sie versuchte, den großen Mann neben sich, so gut es ging zu ignorieren.

„Deshalb ist Steven also so freudig aus dem Bett heute morgen. Habe mich schon gewundert. Er sollte nämlich denselben Zaun kontrollieren.“ Jordan sah Cora einen Augenblick zu. Er grunzte wütend. „Jetzt reicht es, Cora. Sei nicht immer so stur. Lass mich dir helfen, dann kommen wir aus der Sonne und du kannst einen Kaffee ausgeben.“ Befahl Jordan. Er begann die nassen Jeanshosen aus zu klopfen. Dann hängte er sie über die Leine. „Typisch Mann“, Cora schüttelte den Kopf und nahm ihm die Hosen ab. Dann hängte sie die Hosen ordentlich auf. Jordan verzog grinsend seinen Mund. Fast musste sie über den großen Mann lachen, der sich erneut Wäsche nahm. Doch dann fiel ihr wieder der Grund ein, warum der Mann nicht hier sein sollte. Er durfte nicht hier sein. Das war nicht gut für ihren Seelenfrieden. Hatte sie nicht schon genug geweint wegen ihm?

„Was willst du denn wegen den Kindern hier, Jordan. Steven und Cleo sind Kinder. Sie mögen sich. Und ist das so schlimm? Unsere Farmen liegen weit außerhalb. Mit wem sollen sie denn sonst abhängen.“ Cora biss sich auf die Lippen. Natürlich machte sich Jordan Spencer Gedanken. Sie konnte den Mann sehr gut verstehen. Schließlich waren sie beide damals nicht viel älter gewesen, als sie geheiratet hatten. Das würde Cora nie vergessen, dachte sie bitter.

„Fünf Jahre, Cora.“ Jordan schien genau dasselbe gedacht zu haben. „Es werden nächsten Monat fünf Jahre Ehe, liebe „Ehefrau““ Er verzog grimmig das Gesicht und zog seinen Hut tief über die Stirn. Die Hände in den Taschen, drehte er sich ab und ging in die alte Küche. Hier kannte er sich bestens aus. Warum auch nicht. Oft genug war er in den letzten Jahren ja hier gewesen. Er liebte die alte Küche. Sie sah aus, wie vor hundert Jahren. Viel hatte sich hier nicht verändert. Grummelnd schaltete er die Kaffeemaschine ein und setzte sich nachdenklich an den großen Küchentisch. Cora war noch mit der Wäsche beschäftigt. Zeit etwas zu grübeln.

sssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssss

22 Jahre alt war er damals gewesen. Eigentlich viel zu jung, für so viel Verantwortung. So lange er zurück denken konnte, hatten sich Coras und seine Eltern um den Zugang zum Wasser gestritten. Jede Familie behauptete, der Besitzer des Landes zu sein, auf dem der große See lag. Der See war wichtig, um das Vieh zu tränken. Das Wasser teilen? Undenkbar. Beide Familien waren damals verfeindet gewesen. Das übertrug sich leider auch auf die Kinder. Solange er zurückdenken konnte, kannte er Cora. Sie saß morgens immer auf dem Weidezaun, wenn er zur Schule geritten war. Dem Streit der Erwachsenen zum Trotz, hatten sie sich immer zugewinkt damals. Dann war auch sie zur Schule gekommen. Sie stand später immer im Schatten und sah ihm beim Spielen zu. Ihre großen dunklen Augen hatten ihn überall verfolgt. Doch angesprochen hatte sie ihn nie. Wahrscheinlich war ihr das verboten worden.

Jordan dachte nur ungern an den Tag vor gut fünf Jahren zurück. Coras Vater war schon ein Jahr verschwunden, einfach weggegangen und hatte Frau und Kinder allein gelassen. Jordan hatte gerade seinen Geburtstag gefeiert. als in der der kleinen Stadt hier, ein schreckliches Feuer ausbrach, das 15 Menschen das Leben kostete. Darunter auch Coras Mutter , seinen Eltern, seinem Bruder und seiner Schwägerin. Es war eine schreckliche Tragödie gewesen, die die kleine Stadt tief erschüttert hatte. Jeder hier in der Stadt hatte einen geliebten Menschen verloren.