Eon - Das letzte Zeitalter, Band 1: Die Aggregation (Science-Fiction) - Sascha Vennemann - E-Book

Eon - Das letzte Zeitalter, Band 1: Die Aggregation (Science-Fiction) E-Book

Sascha Vennemann

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Beschreibung

Dies ist der erste Band der Science-Fiction- / Fantasy-Serie "Eon - Das letzte Zeitalter" von Sascha Vennemann. In einer weit entfernten Zukunft ist es für die Menschen einer fernen Welt nichts Ungewöhnliches, durch Dimensionsportale andere Realitäten zu erkunden. Reb Eon und sein Team aus Artefaktjägern behaupten sich seit vielen Jahren mehr schlecht als recht gegen die großen Megakonzerne, deren Sucher deutlich besser ausgerüstet sind. Da kommt der Zufall zu Hilfe: Reb entdeckt in einer Höhle ein Meer aus Dimensionsportalen. Ein wahrer Schatz, der jedoch große Gefahren mit sich bringt. Plötzlich steht das Eon-Team im Fokus der Megakonzerne und wird zudem in das Rätsel um eine uralte Gefahr verwickelt ...

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Seitenzahl: 124

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Inhaltsverzeichnis
Cover
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Nachwort I
Charaktere
Eon - Das letzte Zeitalter
Band 1
„Die Aggregation“
von Sascha Vennemann

Impressum

Cover: Arndt Drechsler Autor: Sascha Vennemann Lektorat: Christian Handel Layout: Andreas Suchanek Logodesign: Daniel Szentes Innenillustrationen: Anja Dreher

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar. (C) 2013 Greenlight Press Herausgeber: Andreas Suchanek Herstellung und Verlag: Greenlight Press Andreas Suchanek Leopoldstr. 28 76275 Ettlingen E-Mail-Kontakt: [email protected]:

978-3-944652-31-3 (Mobipocket)

978-3-944652-32-0

Reb Eon richtete den Strahl seiner Stablampe in die vor ihm liegende Dunkelheit und beobachtete, wie sich nach und nach das Innere der Höhle aus den Schatten schälte. Der sandige Untergrund war feucht und eben. Und kalt war es hier unten, kälter als in den meisten unterirdischen Kammern, die Reb bisher besucht hatte.

„Das macht die Luftfeuchtigkeit“, murmelte er und kniff die Augen zusammen. Er zog die Funktionsweste enger um seine Schultern. „So nah am Meer waren wir lange nicht mehr.“

„Wie ist das Energieniveau da unten?“, drang eine weibliche Stimme aus dem Lautsprecher seines Headsets. Der kleine Apparat, der kaum einen Finger lang war und in seinem linken Ohr steckte, war so konstruiert, dass er selbst den stärksten Belastungen Stand hielt. „Irgendwelche Anzeichen dafür, dass noch jemand dort ist?“

Reb ließ den Lichtstrahl an den Wänden, der Decke und dem Boden der Höhle entlang wandern. Der Scanner an seinem Handgelenk zeigte nichts an, außer einer schematischen dreidimensionalen Karte des Ganges, der vor ihm lag. Laut den Aufzeichnungen war er nur etwa 250 Meter tief und verlief beinahe ebenerdig. Reb würde keine langwierigen Klettertouren hinter sich bringen müssen, um zu dem Tor zu gelangen.

„Nein, Misa. Alles ruhig und tot“, antwortete er. Die Xeno-Anthropologin saß irgendwo über ihm an Bord der EON, des Diggers der Firma Eon & Eon. Sie überwachte sein Vordringen in den aufgelassenen Stollen. Die EON war eine runde Plattform von etwa 40 Metern Durchmesser und wurde von Luftkissen getragen. Bei Bedarf konnte sie sich in schneller Geschwindigkeit über die Brachebenen bewegen. 

Der Digger war Rebs ganzer Stolz – und der seines Vaters, der ihn einst mit seinen hart ersparten und jahrelang verdienten Credits erworben hatte. Die Bohrer waren zwar nicht die neuesten und die Kabinen nicht die komfortabelsten, wie Reb zugeben musste, aber sie reichten aus. Kann ja nicht jeder von der Cave Miner Cooperation Zucker in den Arsch geblasen bekommen, dachte er grimmig. Das Konsortium versorgte seine Mitarbeiter gut, behielt aber unverschämt hohe Prozentsätze für Maschinen und Infrastruktur ein, die es ihnen bot. Außerdem forderte es ein Mitspracherecht in beinahe allen beruflichen Belangen. Für seine Freiheit war Reb daher gerne bereit, auf ein wenig Luxus zu verzichten.

Ein Metallteil warf eine Reflektion zurück. Reb ging ein paar vorsichtige Schritte darauf zu und nahm es unter die Lupe.

„Es gibt hier einen Bewegungssensor, aber die daran gekoppelte Energiezelle ist komplett entladen. Das Ganze ist an einen Fluter angeklemmt, der früheren Descendern bei deren Eintreffen wohl Licht gespendet hat. Sieht aber aus, als wäre das schon ein paar Jahre her.“

„Kannst du überhaupt etwas sehen?“ Misas Stimme klang besorgt.

Reb grinste, obwohl die junge Frau es nicht sehen konnte. „Keine Sorge. Kein schwieriges Gelände und ich habe meinen Strahler. In wenigen Minuten bin ich am Tor.“ Er steckte die Lampe an einer Schulterlasche fest, kontrollierte noch einmal seine Ausrüstung und machte sich auf den Weg.

Je tiefer er in die Höhle vordrang, desto klammer wurde es. Der Boden war bearbeitet worden, wahrscheinlich von Laser-Ebenern planiert, wie die kaum vorhandenen Bruchkanten im Gestein vermuten ließen. Diese Roboter frästen einem Rasenmäher gleich die Böden von unterirdischen Hohlräumen aus und waren eines der wichtigsten Werkzeuge beim Erschließen einer Höhle. Natürlich waren sie störanfällig und teuer. Wie alles, was von der CMC entwickelt worden war. Wie gut, dass sein Vater und er jemanden wie den findigen Ingenieur Cul Varian an Bord hatten, der Geräte ohne Scheu auseinander nahm und wieder zum Laufen brachte. Sonst bliebe von den erwirtschafteten Prämien nicht viel übrig.

Reb stieß noch auf weitere Hinterlassenschaften früherer Descender. Einige Vakuumbehälter, wie man sie von Fertigmahlzeiten kannte. Die Labels waren verblasst, aber er konnte erkennen, dass sie sehr alt waren. Es mochte sogar sein, dass sie aus der Zeit vor Rebs Geburt stammten.

Seine Schritte verlangsamten sich, als das Tor in Sichtweite kam. Es war keine Standardgröße, sondern eines, durch das man sich bücken musste. Der gut anderthalb Meter große, ovale Riss in der Realität leuchtete an den Rändern hell und schwach. Verschwommen, wie durch dichten Nebel, erkannte man dahinter eine helle, gelbe Fläche.

„Misa, ich bin da“, sagte er laut. Die Höhle schluckte jedes Echo. „Spezifikationen?“

„Wüstenwelt, prä-industriell“, berichtete Misa. Gleichzeitig erschien der Text auf dem Schirm seines Scanners. „Zivilisation von Insektoiden mit sechs Extremitäten. Erstbesuch durch Descender der Cave Miner Cooperation vor etwa sechzig Jahren, verlief weitgehend friedlich.“ 

Ein leises Summen erklang aus dem Lautsprecher, als der Computer an Bord der EON noch eine weitere Information preisgab. 

Misa lachte überrascht. „Das hätte Bar ruhig mal erwähnen können! Dein Vater war ebenfalls schon dort. Laut seinen Aufzeichnungen ist er vor zweiundvierzig Jahren durch dieses Tor gegangen. Er war wohl auch einer der letzten, die dort drüben waren.“

„Ach! Bar Eon, mein werter Erzeuger. Na, so was.“ Reb überlegte. Vor zweiundvierzig Jahren war sein Vater noch kein selbständiger Descender gewesen, sondern hatte für die CMC gearbeitet. Vielleicht hatte er es deswegen ihm gegenüber nicht erwähnt, schon einmal die Dimension besucht zu haben, die er im Begriff war zu betreten. „Sonst noch etwas, das ich wissen müsste? Atmosphäre? Waffen? Siedlungen?“

„Die Luft ist ohne Hilfsmittel atembar. Keine Laser oder Energiewaffen. Die Daten sind zwar über vierzig Jahre alt, aber damals befanden sich die Einwohner irgendwo zwischen Mittelalter und Aufklärung.“ 

Ist es nicht bemerkenswert, wie die Evolution von Welten im Grunde immer gleich verläuft, so dass wir sogar allgemeingültige Epochen festlegen können, um ihren Entwicklungsstand planeten- und realitätsübergreifend zu beschreiben?, ging es Reb durch den Kopf.

„Ein Dorf müsste sich keine halbe Stunde Fußmarsch nördlich vom Tor entfernt befinden“, fuhr Misa fort. „Sieh nach, ob es dort etwas für uns zu holen gibt und komm dann für einen Bericht zurück. Dann sehen wir weiter.“

Reb atmete einmal tief durch. „Alles klar. Ich mache aus und gehe rein.“

„Viel Glück, Reb!“

Der Descender antwortete nicht, sondern deaktivierte das Headset und zog es sich aus dem Ohr. Er verstaute es in einer seiner Westentaschen. Drüben würde es ihm nichts nutzen. Der Funk konnte nicht zwischen den Dimensionen aufrecht erhalten werden.

Reb Eon blickte auf die wabernde gelbe Fläche, die hinter dem Nebel im Tor zu sehen war. Noch einmal atmete er die feuchte, schwere Luft der Höhle ein.

Dann bückte er sich und machte er einen Schritt vorwärts – und betrat eine andere Welt.

*

Das Gelände, auf dem er sich wiederfand, war das genaue Gegenteil zu der Höhle, die er gerade verlassen hatte. Mit einem einzigen Schritt und ohne irgendetwas von dem Übergang zu spüren, hatte Reb Eon seine angestammte Wirklichkeit verlassen und war an einen völlig anderen Ort gekommen. 

Es war heiß. Sehr heiß. Reb schmeckte die trockene Luft und atmete feinen Staub und Sand ein. Schnell nestelte er eine Sonnenbrille aus seinem Rucksack hervor und setzte sie auf, um in dem gleißenden Licht zweier Sonnen überhaupt etwas erkennen zu können. Auch einen leichten Atemschutz legte er an, damit er nicht ständig auf dem eingeatmeten Staub herumkauen musste. Es knirschte bereits zwischen seinen Zähnen und sein Hals fühlte sich rau an.

„Schnuckeliges Plätzchen!“, murmelte er. Wie immer, wenn Reb eine andere Dimension betrat und der Kontakt zur EON abriss, fühlte er die Einsamkeit wie einen Stich. Um sich zu beruhigen hatte er sich angewöhnt, mit sich selbst zu sprechen. Zumindest, wenn niemand sonst in der Nähe war.

Er stand tatsächlich in einer Sandwüste. Der Wind malte wellenförmige Muster in die hohen Dünen, die sich vor ihm ausbreiteten. Reb ließ den Blick schweifen und erkannte, dass er inmitten einer leichten Senke herausgekommen war. Das Tor selbst stand auf einem vom Sand befreiten, kleinen Plateau. Er wusste, die Umwelteinflüsse konnten der Dimensionspassage nichts anhaben. Sie würde nicht verweht oder verschüttet werden. Das Tor war eine Konstante zwischen den Realitäten, die sich selbst schützte. Sein Standort in der Herkunfts- und in der Zielwelt war unveränderbar. Keiner wusste, warum das so war. Aber es erleichterte die Arbeit der Descender ungemein.

Reb kniete sich hin und tippte auf den Eingabeflächen seines Armbandscanners herum. Das Gerät registrierte die neben dem Tor im Stein verankerte Datenbarke und lud sich die gespeicherten Informationen herunter. Der interne Kompass eichte sich auf das Magnetfeld der Welt, sodass Reb wusste, in welcher Richtung von hier aus gesehen Norden lag. Dorthin, wohin er sich wenden sollte, um auf die Siedlung zu treffen, die auch sein Vater vor über vierzig Jahren besucht hatte.

 Während er sich durch den feinen Sand vorwärts bewegte, studierte er die weiteren Files, die ihm die Datenbarke überspielt hatte. Das Gerät hatte vor etwa fünfzehn Jahren, gerechnet in den Einheiten, die auf Rebs Planet in seiner Heimatdimension benutzt wurden, einen starken Anstieg des Energieniveaus registriert. Dabei hatte es sich allerdings nicht um elektrische, sondern um Wärmeenergie gehandelt. 

„Explosionen“, las Reb laut, was sein Scanner anhand der Daten analysierte. Er verzog abschätzig den Mund unter dem Atemschutz. Das verhieß nichts Gutes. Entweder deutete es auf vulkanische Aktivität hin, auf einen Atmosphärenbrand oder auf kriegerische Auseinandersetzungen.

Reb vermutete, dass es sich um den letzteren Fall handelte. Beinahe alle von intelligenten Wesen bewohnten Dimensionen und Planeten waren periodenweise vom Krieg betroffen. Eine weitere Konstante, die sämtliche Existenzen offensichtlich gemeinsam hatten. 

Ein Vulkanausbruch im Erfassungsbereich der Barke war unwahrscheinlich, nichts deutete auf tektonische Aktivitäten hin. Dafür war das Gelände trotz der hohen Dünen zu eben. Und ein Atmosphärenbrand? Nun, der Sauerstoffgehalt der Luft war hoch genug, dass Reb ohne Probleme atmen konnte. Bei einer solchen planetenweiten Katastrophe wäre nicht mehr viel des brennbaren Gases übrig geblieben. Also waren bewaffnete Konflikte die wahrscheinlichste Annahme.

Reb schwitze erbärmlich in seiner Kombination aus Weste und leichter Stoffhose. Er entledigte sich seines T-Shirts und entfernte auch die abnehmbaren Hosenbeine. Er stopfte die Kleidung in seinen Rucksack. Trotzdem lief ihm der Schweiß aus den Haaren und den trainierten Körper hinab.

Er überwand eine weitere kleine Düne. Dann sah er die Siedlung. Er hätte sie fast nicht als solche erkannt, waren es doch nicht viel mehr als flache, halbkugelförmige Bungalows aus bräunlichem Gestein, die sich aus dem Sand erhoben. Reb entdeckte Überreste von etwas, das vielleicht einst eine Begrenzungsmauer gewesen war, die das Areal geschützt hatte.

Er verglich den Anblick mit visuellen Aufzeichnungen, die auf der Barke gespeichert waren. Reb grinste, als er die Signatur in der Datei entdeckte: Bar Eon. Sein Vater hatte den Schnappschuss gemacht.

Die Unterschiede zu vor vierzig Jahren waren deutlich. Die Mauer war damals intakt gewesen, heute klafften breite Löcher in ihr, die schwarz umrandet waren. Die Häuser, wenn es denn welche waren, ragten damals viel höher aus dem Boden. Die Wüste hatte das Areal zurückerobert. Reb stand einer Ruine gegenüber, die vor wenigen Jahrzehnten noch eine belebte Wüstensiedlung gewesen war.

„Das sieht nicht gut aus …“ Reb regelte die Polarisation seiner Sonnenbrille herunter, so dass etwas mehr Licht an seine Augen drang. 

Also tatsächlich: Krieg. Je näher Reb den Ruinen kam, desto sicherer war er. 

Man sah deutlich die Spuren, welche zahlreiche Explosionen auch an den Gebäuden hinterlassen hatten. Ganze Häuserhälften fehlten. Tiefe Einschlagskrater in windgeschützten Senken waren immer noch zu sehen. Hier und da war der Sand aufgrund der Hitzeentwicklung bei den Explosionen zu dunklem Glas geschmolzen. 

Er linste auf seinen Scanner und seufzte. „Dann mal los!“ Reb sprang über die niedrigen Reste einer Mauerpassage und wandte sich einem der noch intakten Häuser zu. Der Eingang war niedrig, er musste sich bücken, um ins Innere der schmalen Kuppel zu kommen. Dort führte eine Passage spiralförmig in einen unterirdischen Bereich. Scheinbar war der obere Teil der Behausung nur zu Belüftungszwecken oder als Eingang gedacht. Hier würde er nichts von Wert finden. Wenn er Artefakte suchte, die er über einen Kollektionsmakler an den Mann bringen wollte, musste er im wahrsten Sinne des Wortes wohl tiefer graben.

Gerade als Reb sich an den Abstieg machen wollte, krachte es hinter ihm und die Wand neben seinem Kopf explodierte!

Reflexartig ließ er sich fallen und versuchte etwas zu finden, das ihm Deckung bot. Rumpelnd krachte ein Wandstück vor ihm auf den Boden. Gleißendes Sonnenlicht fiel durch das entstandene Loch ins Innere des Gebäudes.

Reb richtete sich halb auf und rannte geduckt hinter das schützende Wandstück. In Richtung des Eingangs machte er eine Gestalt aus, die mit vieren ihrer sechs Gliedmaßen wild auf ihn deutete, während sie schrille Zirplaute ausstieß. 

Von der inneren Kuppel des Hauses hallte weiteres Rascheln und Fauchen wider. Es schien aus der Tiefe zu kommen, dorther, wohin Reb gerade hinabsteigen wollte.

Eine erneute Explosion erschütterte das Gebäude. Das Wesen, das aussah wie ein geschuppter Plattfisch mit sechs Beinen, hatte einen runden Gegenstand in Rebs Richtung geworfen. Funken sprühten und gleich darauf spritzte mit einem ohrenbetäubenden Knall Sand in die Luft.

Granaten, erkannte der Mann aus einer anderen Dimension. Das hätt‘ ich mir denken können.

Daher stammten also die Beschädigungen. Die Einwohner dieser Wüstenwelt hatten offensichtlich Gefallen daran gefunden, sich gegenseitig in die Luft zu sprengen.

Reb überlegte fieberhaft, was seine Optionen waren. Wenn er versuchte zu flüchten wäre er den Wesen auf offenem Gelände hilflos ausgeliefert. Hier in der Siedlung hatte er zumindest Chancen, sich aus der Deckung heraus zu verteidigen. Er wusste nicht, mit wie vielen Gegnern er es zu tun bekommen würde, aber vielleicht war es erst einmal besser zu versuchen, die Insektoiden mit einem Gegenangriff aus dem Konzept zu bringen. Für eine friedliche Lösung schien es bereits zu spät. Immerhin hatte man ihn angegriffen!

Reb taste seinen Gürtel nach seinen Waffen ab. Das kurzläufige Lasergewehr steckte im Holster zu seiner Linken, die kleinkalibrige Handfeuerwaffe rechts. Außerdem hatte er noch ein unterarmlanges Messer dabei, falls es zu einem Nahkampf kommen sollte. 

Descender wählten ihre Waffen individuell und nach zu erwartenden Konflikten aus, in die sie möglicherweise bei ihrer Reise in andere Realitäten verwickelt wurden. Da nicht besonders viel darüber bekannt gewesen war, wie sich die Lage hier in den letzten Jahrzehnten entwickelt hatte, war es Reb vernünftig vorgekommen, entsprechend gerüstet zu sein. Eine richtige Entscheidung, wie er nun feststellte. Die drei Waffen gehörten zu seinem Standardrepertoire.

Das Zirpen aus der Vertiefung wurde lauter. Reb wagte es, einen Blick über die Mauerreste zu riskieren.

Das Wesen mit den Granaten hatte sich nicht vom Fleck bewegt. Es taxierte ihn mit kalten Facettenaugen und zog eine Kugel aus einer Falte an der Vorderseite seines Körpers.