Erinnerung - Rut Hense - E-Book

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Rut Hense

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Beschreibung

1923, in Pforzheim geboren, berichtet Rut Hense von ihrer schönen Kindheit, auch im Südbadischen und in Kehl sowie bei Besuchen in Ostpreussen, wo sie bei den Grosseltern eine andere Welt kennenlernt. Die Zwangsversetzung ihres Vaters in das Saargebiet – aus politischen Gründen – bedeutet auch für sie in vielerlei Hinsicht eine Zäsur. Als Führerin bei den Jungmädeln lernt sie schon früh die Auswirkungen des Unrechtssystem kennen und lehnt etwas später die ihr angebotene Parteikarriere ab. Mit Beginn des Krieges wird ihr Erleben immer facettenreicher. Zuerst im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit in Metz, als Angestellte einer deutschen Krankenkasse, dann als Junglehrerin an einer Volksschule in Lothringen und weiter, als Lehrerin und Betreuerin evakuierter deutscher und holländischer Kinder in Thüringen, in der Kinderlandverschickung. Ihre Kontakte mit Juden, Angehörigen der SS, Inhaftierten des KZ Buchenwald, Goldfasanen und Angehörigen der Deutschen Wehrmacht geben vielfältige Einblicke in das damalige Geschehen. Auch die Eindrücke auf ihren Reisen nach Polen und in die Tschechoslowakei, noch kurz vor Kriegsende, schildert sie mit offenen Augen. Ein beherrschendes Thema sind nicht zuletzt die Kriegsereignisse und die damit verbundenen, bedrückenden Erfahrun-gen. Doch das Kriegsende brachte mit der Lagerhaft ihres Vaters und Zwangsausweisung aus dem Saargebiet, Unterbringung der Familie in einem Lager und schliesslich dem Leben als Vertriebene in Südbaden, die schwersten Prüfungen über die Autorin. Erst nach jahrenlangem, zähen Durchringen und Beendigung einer missratenen Ehe, bietet die Zeit des beginnenden Wirtschaftsunders ihr endlich die Möglichkeit eines normalen Leben Die „verlorene“ Generation, die zu Beginn des zweiten Weltkriegs ihr Leben in die eigene Hand nehmen wollte kommt hier zu Wort. Exemplarisch werden Zwänge und Entwicklungen, die ihr junges Leben fremdbestimmt beherrschten, beschrieben. Ihre Jugend hat sie dabei mit dem traumatischen Erlebnis des Krieges und der schlimmen Nachkriegszeit eingebüsst. Schicksalhaft wurden absolute Notwendigkeiten früh Bestandteile Ihres Handelns

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Seitenzahl: 343

Veröffentlichungsjahr: 2007

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Rut Hense - Kölble

1930 - 1955

Erinnerung

Erinnerung

an eine Jugend

in außergewöhnlicher Zeit

Meinen Eltern gewidmet

Universal Frame

1923, in Pforzheim geboren, berichtet Rut Hense von ihrer schönen Kindheit, auch im Südbadischen und in Kehl sowie bei Besuchen in Ostpreussen, wo sie bei den Grosseltern eine andere Welt kennenlernt. Die Zwangsversetzung ihres Vaters in das Saargebiet – aus politischen Gründen – bedeutet auch für sie in vielerlei Hinsicht eine Zäsur.

Als Führerin bei den Jungmädeln lernt sie schon früh die Auswirkungen des Unrechtssystem kennen und lehnt etwas später die ihr angebotene Parteikarriere ab.

Mit Beginn des Krieges wird ihr Erleben immer facettenreicher. Zuerst im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit in Metz, als Angestellte einer deutschen Krankenkasse, dann als Junglehrerin an einer Volksschule in Lothringen und weiter, als Lehrerin und Betreuerin evakuierter deutscher und holländischer Kinder in Thüringen, in der Kinderlandverschickung.

Ihre Kontakte mit Juden, Angehörigen der SS, Inhaftierten des KZ Buchenwald, Goldfasanen und Angehörigen der Deutschen Wehrmacht geben vielfältige Einblicke in das damalige Geschehen. Auch die Eindrücke auf ihren Reisen nach Polen und in die Tschechoslowakei, noch kurz vor Kriegsende, schildert sie mit offenen Augen.

Ein beherrschendes Thema sind nicht zuletzt die Kriegsereignisse und die damit verbundenen, bedrückenden Erfahrungen.

Doch das Kriegsende brachte mit der Lagerhaft ihres Vaters und Zwangsausweisung aus dem Saargebiet, Unterbringung der Familie in einem Lager und schliesslich dem Leben als Vertriebene in Südbaden, die schwersten Prüfungen über die Autorin. Erst nach jahrenlangem, zähen Durchringen und Beendigung einer missratenen Ehe, bietet die Zeit des beginnenden Wirtschaftsunders ihr endlich die Möglichkeit eines normalen Lebens.

Bibliographische Information Der Deutschen Bibliothek:

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

All rights reserved
Alle Rechte vorbehalten, insbesondere der Übersetzung,
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Das Kopieren für private Zwecke ist erlaubt.
Copyright © 2007
Neu durchgesehene Ebook-Ausgabe © 2010
Verlag Universal Frame GmbH, Zofingen
www.universal-frame-verlag.ch
ISBN 9783905960020

Erinnerung ist die Dankbarkeit des Herzens. So möchte ich das Bewußtsein an meine Jugend verstanden wissen. 1930 bis 1955 bewußt gelebten Lebens, das die Angehörigen meiner Generation in besonderer Weise hinter sich haben, sollten es erlauben die persönliche Sicht dieser Zeit, wie sie individuell erlebt und erlitten wurde, darzulegen. Nach und nach sterben die Zeitzeugen aus. Zurück bliebe ohne deren Korrekturen ein politisch gefärbtes Bild, das bis heute keine Ausgewogenheit zuläßt. Political Correctness dominiert. Darf sie aber für alle Zeit zum unumstößlichen Maßstab werden? Bestimmt sind viele Meinungen von den Ansichten der Sieger, die keineswegs immer objektiv waren, im Gegenteil oft genug auch eigene Schuld zu kaschieren suchten. Die Summe zeitgenössischer Berichte, aus der Distanz von Jahrzehnten und dennoch haarscharfer Erinnerung muß das bestehende Bild relativieren, es glätten, wahrscheinlicher und menschlicher machen. Im Leben, wie in der Geschichte versteht sich nichts von selbst. Die kommunistischen Systeme sind an sich selbst zugrunde gegangen. Das nationalsozialistische Regime ist zum Sinnbild größter Verbrechen geworden. Es gibt in aller Welt diese liebgewonnene Ansicht. Wieweit sie eine gezielte Darstellung der Sieger ist, bleibt eine andere Frage. Es ist immer gut einen Sündenbock zu haben. Dahinter können sich dann leicht die eigenen Fehler, schweren Verirrungen, unleugbare Kriegsschuld verbergen lassen.

Wir leben nicht in archäologischer Dunkelheit. Es wird einmal eine realistischere Sicht möglich werden, die geschichtlich gemäße, nicht feindlich oder ideologisch überzogene Wertungen zuläßt.

Der Zusammenbruch der stalinistischen Welt hat schon manches vorher mit Infamie Festgezurrte zurechtgerückt. Geheime Archive wurden geöffnet, noch viel zu wenige und peu a peu kamen auch andere Tatsachen, wissenschaftlich nachgewiesen, ans Tageslicht. 60 Jahre sind vergangen seitdem der 2. Weltkrieg Geschichte ist, Fairneß gegenüber dem Kriegsverlierer ist nicht eingekehrt. Er hat den Krieg verloren und auch in aller Regel für lange Zeit seine Ehre.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!