Familie mit Herz 26 - Moni Sommer - E-Book

Familie mit Herz 26 E-Book

Moni Sommer

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Beschreibung

Rebecca - Vermächtnis einer schicksalhaften Liebe - Niemand darf das Geheimnis ihrer Herkunft erfahren

"Herzlichen Glückwunsch, Frau Bachmann, Sie sind schwanger!" Sandra schließt die Augen, nachdem der Frauenarzt ihren Verdacht bestätigt hat. Unvergessliche Bilder tauchen vor ihr auf: sonnendurchglühte Tage auf Kreta, sternenhelle Sommernächte und zum Schluss die eine Nacht mit Markus, Stunden voller Zärtlichkeit und Leidenschaft ...

Und nun erwartet sie ein Kind von diesem Mann, den sie danach nie wiedergesehen hat. Im Gegenteil - alles hat sie versucht, die Erinnerungen an Markus aus ihrem Herzen zu reißen. Wie soll ihr das jetzt noch gelingen, wenn sie erst sein Kind in den Armen hält?

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Seitenzahl: 105

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Inhalt

Cover

Impressum

Rebecca – Vermächtnis einer schicksalhaften Liebe

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2018 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: LuckyImages / shutterstock

Datenkonvertierung eBook: Blickpunkt Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH, Satzstudio Potsdam

ISBN 978-3-7325-6589-4

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Rebecca – Vermächtnis einer schicksalhaften Liebe

Niemand darf das Geheimnis ihrer Herkunft erfahren

Von Moni Sommer

Herzlichen Glückwunsch, Frau Bachmann, Sie sind schwanger!«

Sandra schließt die Augen, nachdem der Frauenarzt ihren Verdacht bestätigt hat. Unvergessliche Bilder tauchen vor ihr auf: sonnendurchglühte Tage auf Kreta, sternenhelle Sommernächte und zum Schluss die eine Nacht mit Markus, Stunden voller Zärtlichkeit und Leidenschaft …

Und nun erwartet sie ein Kind von diesem Mann, den sie danach nie wiedergesehen hat. Im Gegenteil – alles hat sie versucht, die Erinnerungen an Markus aus ihrem Herzen zu reißen. Wie soll ihr das jetzt noch gelingen, wenn sie erst sein Kind in den Armen hält?

Vorsichtig schlug die junge Frau das letzte Stück des Porzellanservices in Seidenpapier und legte es in die Kiste. Dann strich sie sich erschöpft eine widerspenstige Strähne ihrer blonden Locken aus der Stirn.

»So, jetzt kann die Messe beginnen. Wünschen wir uns allen viel Erfolg«, sagte sie zu den drei Frauen, die beim Verpacken geholfen hatten.

Ein breitschultriger, älterer Herr betrat bei ihren letzten Worten den Raum.

»Dein Wort in Gottes Ohr! Wir können es dringend brauchen.« Richard Unger drückte seine Tochter an sich.

»Ach Papa! Irgendwann muss doch diese blöde Rezession vorbei sein. Die Leute haben eben im Moment nicht viel Geld für neue Dinge übrig. Aber wir schaffen das schon!«

Sie hob ihre grünen Augen, in denen kleine goldene Punkte tanzten, und blickte ihrem Vater liebevoll ins Gesicht.

Wenn es nur das wäre, dachte der Mann, aber die Talsohle, in der sich die Porzellanindustrie befand, war so tief, dass ein Betrieb nach dem anderen schließen musste.

»Nun ja. An dir liegt es jedenfalls nicht. Die Entwurfsabteilung ist die einzige im Haus, die Überstunden macht.« Dann wechselte er das Thema. »Kommst du heute Abend zu uns zum Essen? Ich würde gerne etwas mit dir besprechen.«

Die junge Frau überlegte nicht lange.

»Natürlich, ich komme gerne. Nach einem Tag wie heute ist es besonders schön, wenn ich mich nicht von Fertiggerichten aus der Gefriertruhe ernähren muss!«, erwiderte sie lachend.

Nachdem ihr Vater und die drei Frauen vom Versand gegangen waren, ließ sich Sandra am Schreibtisch nieder, um noch ein paar Dinge für die bevorstehende Messe zu ordnen.

Sie fühlte, dass sich ihr Vater große Sorgen machte, aber sie wusste nicht, wie sie ihm hätte helfen können. Nachdem sie vor zwei Jahren ihr Studium in Industriedesign abgeschlossen hatte, hatte ihr der Vater einen Job angeboten.

Schon während ihrer Semesterferien hatte sie immer im Betrieb gearbeitet, und jetzt leitete sie die Abteilung für Entwürfe. Sie wusste, dass sie ihre Arbeit sehr gut machte, aber offensichtlich reichte das in den schweren Zeiten, die jetzt herrschten, nicht aus.

Die junge Frau seufzte, doch dann straffte sie ihre Schultern. Sie wollte gerade aufstehen, um Feierabend zu machen, als das Telefon läutete.

»Unger«, meldete sie sich kurz angebunden und etwas verärgert über die späte Störung.

»Hier ist Robert. Wie geht’s dir?«, klang eine dunkle Stimme aus dem Hörer an ihr Ohr.

»Oh, hallo, Robert! Ich wollte gerade Schluss machen für heute.«

»Na, wunderbar. Dann darf ich dich vielleicht nachher zum Essen ausführen?«

»Tut mir leid, Robert, aber ich bin heute Abend bei meinen Eltern. Und morgen früh um fünf Uhr ist für mich die Nacht herum«, gab sie leichthin zurück.

»Wie schade! Dann sehe ich dich ja gar nicht mehr vor deinem Urlaub.« Die Enttäuschung war dem Mann deutlich anzuhören.

»Wir sehen uns, sobald ich wieder hier bin. Ich muss einfach mit auf die Messe, um zu sehen, wie sich die Auftragslage entwickelt. Danach kann ich beruhigter nach Griechenland fliegen.«

Robert Bachmann versuchte sich seine Enttäuschung nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Seit er aus Amerika zurück war, war es ihm kaum gelungen, Sandra einmal alleine zu treffen. Dabei hatten sie sich früher so gut verstanden. Er hatte eigentlich gehofft, dass sich nach seinem Studium in den Staaten mehr als Freundschaft zwischen ihnen beiden entwickeln könnte. Doch die junge Frau ging voll und ganz in ihrer Arbeit auf.

Sie war keineswegs abweisend, nur einfach immer sehr beschäftigt und irgendwie distanziert.

Nachdem sie aufgelegt hatte, lehnte sich Sandra noch einmal in ihrem Stuhl zurück. Auch sie dachte über Robert Bachmann und ihr Verhältnis zueinander nach. Sie kannte ihn, seit sie Kinder waren. Er war immer ihr bester Freund gewesen. Robert war seit frühester Schulzeit ihr Beschützer und ihr liebster Spielgefährte.

Doch seit sie aus Amerika zurück war, lag noch etwas in seinem Blick, wenn er sie betrachtete. Aber sie wollte nicht darüber nachdenken, was das sein könnte. Sie und Robert ein Liebespaar? Das erschien ihr einfach lächerlich! Sie waren gute Freunde, das war alles.

Gewiss, Robert sah blendend aus. Er war groß, hatte breite Schultern, eine sportlich durchtrainierte Figur und dichtes lockiges Haar. Mit den grauen Augen und seinem offenen Blick war er der Traum einiger Frauen, die Sandra kannte. Aber zur Liebe gehörte ja wohl etwas mehr, als jemanden gut aussehend zu finden und ihn zu mögen. Zur Liebe gehörte …

Ja, was denn eigentlich? Sandra wusste es nicht genau. Aber irgendwann würde sie es erfahren.

Energisch stand sie auf und schob ihren Stuhl zurück. Sie griff nach ihrer Jacke und ihrer Handtasche, löschte das Licht und verließ das Büro. Sie fuhr direkt zum Haus ihrer Eltern.

»Guten Abend, Liebes. Schön, dass du da bist!«

Maria Unger, die ihrer Tochter die Tür öffnete, musste sich etwas strecken, um sie küssen zu können. Mit ihren weißen, sorgfältig frisierten Locken und dem gerade geschnittenen Leinenkleid sah sie keineswegs wie sechzig Jahre aus. Sie wirkte zart und zerbrechlich. Der Eindruck wurde durch ihre großen, grünen Augen verstärkt, die die zarten Gesichtszüge beherrschten.

»Hallo, Mami!« Sandra blickte ihrer Mutter forschend ins Gesicht. »Du siehst blendend aus.«

»Danke für das Kompliment. Du hingegen siehst etwas müde aus!«

Sie zog ihre Tochter hinter sich her ins Haus. Sie durchquerten die geräumige Halle und gingen ins Esszimmer, wo Richard Unger eben eine Weinflasche öffnete. Die junge Frau eilte auf ihn zu und küsste ihn auf die Wange.

»In ein paar Minuten können wir essen«, verkündete Maria Unger und ging in die Küche, um letzte Hand an die Mahlzeit zu legen.

Sandra hängte sich bei ihrem Vater ein. »Also, Papa, was ist los? Weshalb sollte ich heute Abend kommen?«

Ihr Vater legte den Arm um seine Tochter.

»Ich habe eine große Bitte an dich. Schau, deine Mutter könnte ebenfalls Urlaub gebrauchen, doch du weißt ja, dass ich im Moment unmöglich von hier weg kann. Ich wollte dich bitten … Es ist mir sehr unangenehm …« Seine Stimme geriet ins Stocken, und eine leichte Röte breitete sich auf seinem Gesicht aus. Er holte tief Luft, dann endlich fand er seine Sprache wieder. »Könntest du deine Mutter bitten, dich nach Kreta zu begleiten?«

Bevor sie antworten konnte, hob er die Hand. »Ich weiß, du bist eigentlich zu alt, um mit deiner Mutter in Urlaub zu fahren, aber es wäre mir sehr wichtig.«

Sandra starrte ihn verblüfft an, dann lachte sie herzlich.

»Hör mal, Papa, ich will wirklich Ferien machen. Ich möchte mich erholen, verstehst du? Was hast du denn gedacht, was ich auf Kreta tun will? Natürlich kann Mami mitkommen.« Sie blickte ihn besorgt an. »Hast du Probleme oder Sorgen? Kann ich dir irgendwie helfen?«

In diesem Moment hörten sie die Schritte ihrer Mutter. Ihr Vater warf Sandra einen bittenden Blick zu.

»Bitte, nicht jetzt. Ich möchte nicht, dass deine Mutter sich unnötige Sorgen macht!«

Da betrat Maria Unger auch schon den Raum, und ihr Gespräch brach ab.

Während sich Sandra den Fisch munden ließ, blickte sie immer wieder von ihrer Mutter zu ihrem Vater. Ihre Mutter schien wirklich nicht die geringste Ahnung zu haben, dass es um die Firma nicht besonders gutstand. Richard Unger hatte immer alles Geschäftliche von seiner Frau ferngehalten. Aber ihr Vater machte sich wahrscheinlich auch zu viele Sorgen. Alle Betriebe unterhalb einer bestimmten Größe hatten im Moment zu kämpfen. Immerhin hatten sie bis jetzt noch niemanden entlassen müssen.

Sandra fing einen Blick ihrer Mutter auf und lächelte ihr zu. Sie war das einzige Kind ihrer Eltern und zu einer Zeit geboren, als diese schon längst die Hoffnung auf ein Kind aufgegeben hatten. Sandra war der Sonnenschein und das Lebensglück ihrer Eltern und gab ihnen diese Liebe tausendfach zurück.

Als sie später am offenen Kamin saßen und ihren Kaffee genossen, sprach sie ihre Mutter auf die Bitte ihres Vaters an: »Ich freue mich so sehr auf Kreta, aber ich habe eigentlich keine Lust, alleine dorthin zu fahren. Es macht viel mehr Spaß, all diese Kunstschätze in Gesellschaft zu genießen.«

»Ach, Richard, weißt du noch, wie wir damals auf Kreta waren?« Maria Unger warf ihrem Mann einen Blick zu, und ihre Augen begannen zu leuchten. »Ich wünschte, ich könnte noch einmal all diese wunderbaren Plätze sehen!«

»Nun, nichts leichter als das, Mami. Begleite mich doch einfach«, hakte Sandra sofort nach.

»Aber Kind, du solltest deine Ferien mit Leuten in deinem Alter verbringen.« Sie sprach nicht ganz aus, was sie dachte, nämlich: mit einem Mann, den du liebst.

Für Maria Unger war es unverständlich, dass ihre hübsche Tochter anscheinend mehr Erfüllung in ihrer Arbeit fand als in der Gründung einer Familie. Sie seufzte leise. Sandra wusste genau, was ihre Mutter bewegte.

»Dafür ist immer noch Zeit. Aber ganz im Ernst, Mami, es wäre doch schön, wenn du mitkommen könntest.«

Ihre Mutter hob abwehrend die Hände. Dann sah sie ihren Mann an.

»Ich fahre nicht ohne deinen Vater in Urlaub. Wir halten nichts von dieser neuen Mode nach der Ehepartner alleine verreisen«, erwiderte sie bestimmt.

»Ich kann zurzeit nicht weg, aber ich wäre froh, wenn du wenigstens Ferien machen könntest, Maria.« Richard griff nach der Hand seiner Frau und küsste sie sanft. »Ich werde die nächste Zeit sehr beschäftigt sein. Warum nimmst du Sandras Angebot nicht an? Ihr werdet eine wunderbare Zeit haben!«

Maria musterte ihren Mann kritisch. Was sie sah, gefiel ihr nicht. Ihr Mann war blass und hatte tiefe Ringe unter den Augen. Seine schlanke Gestalt wirkte zurzeit beinahe hager.

»Wenn einer von uns Erholung braucht, dann bist du das, Richard«, entgegnete sie heftig.

»Nun, Mami, mein Angebot steht. Du kannst es dir noch überlegen, bis die Messe vorbei ist. Gib mir Bescheid. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn du mitkommen würdest«, betonte die junge Frau, stand auf und küsste ihre Mutter auf die Stirn. Sie wusste, dass es keinen Sinn hatte, Maria Unger zu drängen.

»Ich muss los. Wir treffen uns dann am Messestand, Papi!«

Sie küsste ihren Vater zum Abschied und fuhr nach Hause in ihr kleines Appartement. Nach einem entspannenden Bad ging sie früh zu Bett und schlief sofort ein.

***

Strahlender Sonnenschein und ein endlos blauer Himmel empfing die beiden Frauen, als ihr Flugzeug auf Kreta landete. Während des Fluges hatten sie die warmen Jacken in ihrem Gepäck verstaut, denn hier herrschte schon Frühling.

Nach Abfertigung riefen sie sich ein Taxi und fuhren zum Hotel. Maria Unger fühlte sich von dem Flug etwas erschöpft und wollte sich etwas ausruhen.

Doch Sandra hielt jetzt nichts in dem Hotel. Sie wollte die Stadt besichtigen und sich einen ersten Eindruck verschaffen. Heraklion trug den gleichen Namen wie die größte der vier Provinzen und war mit knapp achtzigtausend Einwohnern nicht allzu groß. Sie brauchte also keine Angst haben, sich zu verlaufen. Dennoch war die Stadtschau ein kleines Abenteuer. Fremde Schriftzeichen machten es ihr unmöglich, die Schilder der Straßen zu lesen.

Hin und wieder blieb Sandra vor einem Schaufenster stehen, doch die meisten Sachen, die angeboten wurden, waren auf Touristen zugeschnitten. Nachgemachte kretisch-mykenische Bronzestatuen und Vasen. Hin und wieder fand sich ein Laden, der ihre Aufmerksamkeit erregte, weil sein Angebot etwas vom üblichen abwich.

Die junge Frau merkte nicht, dass ihr ein Junge von etwa vierzehn Jahren schon über mehrere Straßenzüge hinweg gefolgt war. Sie ging mit leichten Schritten die Straßen entlang, die Handtasche sorglos über die Schulter gehängt.

Als sie eines der Geschäfte betrat und sich drinnen umsah, blieb der Junge draußen stehen und beobachtete sie neugierig durch das kleine Schaufenster.

Sandra verließ den Laden, ohne etwas gekauft zu haben, denn sie wollte sich die Einkäufe für den Schluss der Ferien aufheben. Kaum hatte sie die letzte Stufe vor dem Geschäft erreicht, als sie plötzlich heftig zur Seite gerissen wurde.