Familie mit Herz 45 - Moni Sommer - E-Book

Familie mit Herz 45 E-Book

Moni Sommer

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Beschreibung

Alles dreht sich um Maureen
Wenn aus einem lieben Mädchen eine zickige Diva wird
Von Moni Sommer

Strahlend steht sie vor der Kamera und bezaubert die Fotografen mit ihrem niedlichen Lächeln. Die fünfjährige Maureen ist ein gefragtes Fotomodell für Kindermode.
Anfangs hat Katharina Bauer Skrupel, ihr Kind so vermarkten zu lassen, aber als sie sieht, wie viel Spaß die Kleine bei der "Arbeit" hat, freut sie sich über Maureens Erfolg.
Auch die achtjährige Lisa ist zuerst richtig stolz auf ihre berühmte Schwester. Doch das ändert sich, als sie merkt, dass mit Maureens Erfolg auch deren Arroganz wächst. Ständig betont sie jetzt, etwas ganz Besonderes zu sein. Und als sie Lisa bei einem Streit mit einem triumphierenden Funkeln vorwirft: "Mami und Papi haben mich sowieso lieber als dich!" - da reift in dem älteren Mädchen ein trauriger, folgenschwerer Entschluss ...

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Seitenzahl: 100

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhalt

Cover

Impressum

Alles dreht sich um Maureen

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabeder beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2019 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelbild: Laoshi / iStockphoto

eBook-Produktion:3w+p GmbH, Rimpar

ISBN 9-783-7325-7948-8

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Alles dreht sich um Maureen

Wenn aus einem lieben Mädchen eine zickige Diva wird

Von Moni Sommer

Strahlend steht sie vor der Kamera und bezaubert die Fotografen mit ihrem niedlichen Lächeln. Die fünfjährige Maureen ist ein gefragtes Fotomodell für Kindermode.

Anfangs hat Katharina Bauer Skrupel, ihr Kind so vermarkten zu lassen, aber als sie sieht, wie viel Spaß die Kleine bei der „Arbeit“ hat, freut sie sich über Maureens großartigen Erfolg.

Auch die achtjährige Lisa ist zuerst richtig stolz auf ihre berühmte Schwester. Doch das ändert sich, als sie merkt, dass mit Maureens Erfolg auch deren Arroganz wächst. Ständig betont sie jetzt, etwas ganz Besonderes zu sein. Und als sie Lisa bei einem Streit mit einem triumphierenden Funkeln vorwirft: „Mami und Papi haben mich sowieso lieber als dich!“ – da reift in dem älteren Mädchen ein trauriger, folgenschwerer Entschluss …

„Mami! Mami! Guck mal, die süßen Affen!“

Aufgeregt beugten sich die beiden kleinen Mädchen so weit wie möglich über das Geländer. Fasziniert beobachteten sie die Affenbabys, die wie wild durch den Käfig turnten und wahre akrobatische Kunststücke vorführten.

Gerührt nahm Katharina Bauer wahr, wie viel Freude ihre Mädchen an dem Spiel der Tiere hatten. Es war aber auch zu lustig, mit anzusehen, wie die kleinen Affen die großen ärgerten, um dann wie ein geölter Blitz aus deren Reichweite zu fliehen.

Maureen, die kleinere ihrer Töchter, wirkte mit ihren rot-braunen Locken wie ein kleiner Wildfang. Sie war vor ein paar Wochen fünf geworden und reichte gerade hoch genug, um über die Brüstung, die das Gehege von den Zuschauern trennte, hinwegsehen zu können.

Ihre Schwester Lisa war mit acht Jahren um einiges größer und hatte mit ihren kurzen dunklen Locken und den großen braunen Augen Ähnlichkeit mit einem lustigen Kobold. So gegensätzlich sahen die beiden Mädchen aus, dass man sie kaum für Geschwister hielt.

Ausgelassen machten sich die Kinder gegenseitig immer wieder auf das drollige Verhalten der Affen aufmerksam. Ab und zu drehten sie sich zu ihrer Mutter um, um ihre Begeisterung mit ihr zu teilen.

Katharina lächelte ihnen liebevoll zu und ließ sich auf einer Bank nieder. Zufrieden streckte sie ihr schönes Gesicht der Sonne entgegen. Maureen hatte das Aussehen ihrer Mutter geerbt. Die gleichen blauen Augen blickten aus einem ebenmäßig geschnittenen Gesicht.

Es war ein wunderschöner Tag. Die Sonne lachte von einem strahlendblauen Himmel herab und wärmte schon kräftig. Katharina seufzte wohlig und lehnte sich entspannt zurück. Ab und zu warf sie einen Blick auf ihre Kinder. Wie lebhaft und glücklich die beiden waren!

Was kann man sich mehr wünschen?, dachte die junge Frau. Zwei hübsche gesunde Kinder, einen liebevollen Mann, keine Sorgen. Ach, es ist wunderbar zu leben!

Mitten in ihre verträumte Stimmung drang Lisas drängende Stimme: „Mami, bekommen wir jetzt das Eis, das du uns versprochen hast?“

Als Katharina aufsah, standen die Mädchen einträchtig vor ihr.

„Aber ja! Was man verspricht, muss man halten.“

Lachend reichte sie ihnen die Hände und tat so, als wäre sie auf der Bank festgewachsen. Sofort ergriffen Lisa und Maureen je eine Hand und zogen ihre Mutter unter Ächzen und Gekicher in die Höhe und Richtung Kiosk.

Mit ihren Rieseneistüten ließen sich die drei anschließend im Vogelgehege nieder. Ausnahmsweise standen die kleinen Plappermäuler einmal still. Lisa und Maureen waren zu sehr damit beschäftigt, ihre kühle Erfrischung zu lecken. Doch die Ruhepause dauerte nicht allzu lange.

„Mami, was tun die Leute da?“ Lisa war als erste fertig geworden.

„Wo, Schatz? Welche Leute?“

„Die da!“ Lisa zeigte mit dem Finger auf einige Leute, die sehr geschäftig auf dem Rasen hin und her liefen.

Jetzt wurden auch Katharina und Maureen auf das Geschehen aufmerksam. Es schien sich um ein Fototeam zu handeln, das Aufnahmen für Kindermode machte. Eine Assistentin hielt ein großes Aluschild vor die kleinen Modelle, um das Licht der Sonne zu verstärken. Der Fotograf gab den Kindern mit lauter Stimme Anweisungen.

„Komm, Mark, sei nicht so verkrampft! Los, Janina, lach mal! Lass mich sehen, dass du dich freust. Ja, und jetzt dreh dich noch ein wenig zu mir her!“

„Was machen die da, Mami?“, wollte Maureen wissen.

„Die fotografieren die Kinder“, gab Lisa ihrer Schwester Bescheid.

„Und warum hält die Frau das Schild in die Höhe?“

Diese Frage wusste Lisa auch nicht zu beantworten.

„Anscheinend machen sie Modeaufnahmen mit den Kindern. Die Frau hält das Schild, damit der Fotograf genug Licht hat“, klärte Katharina ihre Töchter auf.

„Aber Papa macht das doch auch nicht. Und was sind Modeaufnahmen?“ Die kleine Maureen wollte alles ganz genau wissen.

„Nun, Papa macht bloß Bilder für unser Fotoalbum. Da ist das nicht so wichtig. Aber die Aufnahmen von den beiden Kindern dort drüben sind für einen Katalog oder eine Zeitschrift. Da muss das Licht ganz genau stimmen“, erwiderte die Mutter.

Lisa hatte sich abgewandt, um eine Ente mit himmelblauem Schnabel zu betrachten. Das Geschehen auf dem Rasen interessierte sie nicht so sehr wie die Tiere, die es hier zu sehen gab. Doch ihre kleine Schwester war fasziniert.

„Du meinst, jeder kann die Bilder von den Kindern sehen? Auf der ganzen Welt?“ Sie warf ihrer Mutter einen skeptischen Blick zu.

Diese lächelte auf ihr Töchterchen herab.

„Na ja, Schatz, vielleicht nicht auf der ganzen Welt. Aber bestimmt werden sehr viele Menschen die Fotos von diesen Kindern sehen.“

„Toll!“ Maureen sah wieder gebannt zu der Menschengruppe auf dem Rasen.

„Mami, komm mal ganz schnell. So etwas Schönes hast du noch nicht gesehen!“, rief Lisa nun und winkte ihre Mutter zu sich heran. „Eine Ente mit einem blauen Schnabel. Guck doch mal!“ Die Achtjährige hockte vor der kleinen Ente, die keinerlei Scheu zeigte.

„Wirklich! Ein hellblauer Schnabel“, staunte Katharina und ließ sich neben ihrer Ältesten nieder. „Du hast recht, so etwas habe ich wirklich noch nicht gesehen.“

Nach ein paar Minuten schien die Ente allerdings zu finden, dass sie genug bewundert worden war. Gelassen watschelte sie davon. Lisa folgte ihr noch ein paar Schritte, dann wurde sie von etwas anderem abgelenkt.

Katharina blickte sich suchend nach ihrer Jüngsten um. Wo steckte Maureen? Eben hatte sie doch noch auf der Bank gesessen?

„Würde bitte mal jemand dafür sorgen, dass mir nicht ständig irgendwer ins Bild steigt?“, rief da der Fotograf mit ungeduldiger Stimme.

Eine der Assistentinnen, vollgehängt mit Kameras, nahm ein kleines Mädchen an die Hand und führte es vom Rasen.

Schuldbewusst ging Katharina auf die beiden zu und nahm Maureen an die Hand.

„Entschuldigen Sie bitte“, sagte sie zu der jungen Frau, „aber was Sie da tun, ist gar zu faszinierend.“

„Schon gut“, entgegnete die Frau, „passen Sie nur in Zukunft besser auf!“

Katharina nickte, dachte jedoch insgeheim: Eingebildete Gans! Wenn sie in öffentlichen Anlagen fotografieren, müssen sie schon damit rechnen, gestört zu werden! Sie selbst nahm es ihrer Tochter nicht übel, dass sie neugierig war.

„Komm, Schatz, lass dir von Lisa zeigen, was sie alles entdeckt hat!“ Maureens Hand war heiß vor Aufregung.

„Hast du gesehen, was die Kinder für schöne Kleider anhaben, Mami?“ Die Kleine verrenkte sich beinahe den Hals, um noch einen Blick auf die Kindermodels zu werfen.

„Ja, Liebling, ich habe es gesehen. Jetzt suchen wir Lisa. So langsam müssen wir uns auf den Heimweg machen.“

Zu Hause angekommen, richteten die Kinder den Tisch, während ihre Mutter das Abendbrot zubereitete. Die Mädchen plapperten ununterbrochen, während Katharina hin und wieder eine Frage beantwortete.

So fand Stefan Bauer seine Familie vor, als er nach Hause kam. Kaum hatte er in der Diele seine Aktentasche und sein Jackett abgelegt, stürmten ihm seine beiden Töchter aufgeregt entgegen. Abwechselnd musste er sie hochheben und zur Begrüßung küssen – bis Katharina ihn erlöste.

Jetzt stellte Stefan Lisa ab und zog seine Frau zärtlich an sich.

„Guten Abend, Liebling! Hattet ihr einen schönen Tag?“

Katharina schmiegte zärtlich ihre Wange an seine und erwiderte: „Ja, Stefan, es war wundervoll! Aber das werden dir unsere Prinzessinnen sicher gleich erzählen!“

Während des Essens hielten sich die Kinder noch ein wenig zurück. Doch kaum war der letzte Bissen verschwunden, mussten sie ihrem Papi erzählen, was sie alles Aufregendes erlebt hatten.

Lisa berichtete mit leuchtenden Augen von all den Tieren, die sie gesehen hatte. Doch immer wieder wurde sie von ihrer kleinen Schwester unterbrochen, die sich anscheinend nur noch an die Leute erinnern konnte, die die Kinder fotografiert hatten.

Maureen rutschte auf den Schoß ihres Vaters und schmiegte ihr Köpfchen an seine breite Brust.

„Die Kinder waren so schön angezogen, Papi! Und alle Leute haben sie bewundert!“

Stefan lachte. „So viel Aufmerksamkeit würde dir wohl auch gefallen, was, mein Schatz?“

Er kannte seine kleine Tochter und ihre Eitelkeiten. So unterschiedlich die beiden Mädchen äußerlich waren, so sehr waren sie es auch in ihrem Wesen.

Lisa war ein kleiner Wirbelwind. Sie kletterte auf Bäume und kam öfter mal mit einem Riss in der Jeans nach Hause. Maureen aber achtete sorgfältig auf ihr Äußeres. Sie trug mit Vorliebe Kleider und machte sich nur selten schmutzig.

Stefan streichelte das Haar seiner Tochter und forderte schließlich energisch: „So, jetzt geht’s aber ins Bad! Es ist Zeit für euch beide!“

Eine halbe Stunde später saßen Stefan und seine Frau eng aneinandergeschmiegt auf dem Sofa. Katharina blickte ihrem Mann in die braunen Augen und erkundigte sich liebevoll:

„Und wie war dein Tag heute, Liebling? Jetzt, wo die Kinder endlich im Bett sind, können wir auch einmal über uns reden.“

Stefan seufzte. „Mein Tag war anstrengend, wie immer. Aber wenn ich nach Hause komme und euch drei ansehe, ist aller Stress vergessen. Und jetzt zählst nur noch du, mein Engel!“

Sie lächelte. Wie Sterne leuchteten ihre Augen.

„Weißt du, heute Nachmittag musste ich daran denken, wie glücklich ich bin. Unser Leben ist wunderbar! Ich liebe dich.“

Stefan hob sanft ihr Kinn in die Höhe und küsste sie. Schon bald wurde sein Kuss drängender und leidenschaftlicher. Als sie kurz darauf engumschlungen nach oben gingen, sahen sie wie jeden Abend noch in die Zimmer ihrer beiden kleinen Mädchen. Wie meistens lagen die zwei in Lisas Bett – eng aneinander gekuschelt.

„Maureen hat sich wohl wieder mal im Dunkeln gefürchtet“, flüsterte Katharina.

„Ja, es ist nur gut, dass sie ihre Schwester hat“, gab Stefan ebenso leise zurück. Nachdem sie die Kinder noch einmal liebevoll zugedeckt hatten, verließen sie den Raum.

♥♥♥

Familie Bauer ahnte nicht, dass sie bald schon Gegenstand hitziger Diskussionen sein würde.

Während ihr Leben friedlich weiterlief, trafen sich die Mitarbeiter einer Werbeagentur im Konferenzsaal eines der größten Kindermodenherstellers, um die Aufnahmen für den neuen Katalog vorzustellen.

Der Creative-Director, die Atelierleiterin und der Fotograf der Agentur Faber & Partner saßen wie auf glühenden Kohlen. Sie hatten die Arbeit von vielen Wochen vor sich liegen, und Herr Durniock, der Besitzer der Bambini-Kindermoden, war als ausgesprochen schwieriger Kunde bekannt.

Oft genug wünschte er sich in letzter Sekunde noch Änderungen oder brachte Ideen ein, die die Werbeagentur dann in einer Blitzaktion über Nacht verwirklichen musste.

„Sollten wir diesen Tag heil überstehen, lade ich Sie heute Abend zum Essen im Cheval Blanc ein.“ Herr Faber, der Creative-Director, strich sich mit der Hand nervös über die Stirn.

In diesem Moment öffnete sich die Tür des Sitzungsraumes, und Herr Durniock kam mit gewohnt schnellem Schritt herein, gefolgt von seinen Marketingleuten.

Er rieb sich im Gehen die Hände. „So, meine Damen und Herren, jetzt lassen Sie mal Ihr neues Wunderwerk sehen!“

Die Atelierleiterin trat nach vorne und breitete die Blätter, die einmal der neue Katalog werden sollten, vor dem schwergewichtigen Mann aus. Sie kommentierte die Fotografien und die Einstellungen, und Herr Durniock hörte aufmerksam zu.

Als sie geendet hatte, räusperte sich der Kleiderfabrikant.