"Füße abtreten, Pilot!" - Christine Stutz - E-Book

"Füße abtreten, Pilot!" E-Book

Christine Stutz

5,0

Beschreibung

Markus Banker ist Besitzer einer Air Line. Er arbeite hart ,um sich und seiner kleinen Tochter Cindy, ein angenehmes Leben zu gestalten. Entspannung findet er bei den vielen, hübschen, Flugbegleiterinnen, die sich gerne mit mit treffen. Durch Zufall trifft er auf die selbstbewusste Putzfrau Josefine Miller. Sie faltet Markus wegen seiner Unsauberkeit ordentlich zusammen. Doch dann ist sie es, die seine Firma vor einem Anschlag rettet, ausgedacht von Markus Ex- Geliebten. Markus nimmt sich daraufhin der kleinen Frau und ihres Sohnes Nicki an. Josefine ist verwitwet und voller Trauer. Sie liebt ihren toten Mann immer noch! Markus kümmert sich, zusammen mit seiner Tochter Cindy, um Josefine und Nicki. Doch dann gibt es Probleme. Josefines Ex- Schwiegereltern machen ihr das Sorgerecht um Nicki streitig. Einzige Lösung, um den Jungen nicht zu verlieren- Markus muss Josefine heiraten! Vorbei sind sind seine Tage mit den attraktiven Flugbegleiterinnen!

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Seitenzahl: 77

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"Füße abtreten, Pilot!"

TitelseiteImpressum

1 Kapitel

„Füße abtreten!“ Die Stimme riss Markus aus seinen trüben Gedanken und ließ ihn erstaunt seinen Kopf heben. „Verdammt, Lassen sie den Dreck draußen.“ Hörte er eine helle Frauenstimme. Vor ihm stand eine kleine energische, junge, Frau mit einem Pferdeschwanz und hielt einen Wischmopp in der Hand. Demonstrativ wies sie auf die Spur, die Markus hinter sich ließ. Markus wandte sich um. Seine Schneebedeckten Schuhe hatten den Boden durchnässt. Darüber hatte er überhaupt nicht nachgedacht. Jetzt wurde er leicht rot. Dann siegte sein Humor. Das erste Mal an diesem Tag, der schon bescheiden begonnen hatte.

„Sie wissen wohl nicht, mit wem sie sprechen.“ Markus erhob jetzt schmunzelnd seine Stimme. Die Frau gefiel ihm, sie schien ohne jede Angst ihm gegenüber zu sein. Jetzt stemmte sie ihre kleinen Hände in die Hüfte. „Oh, ich denke, sie sind einer dieser großspurigen Piloten, die sich für etwas Besseres halten, nur weil sie große Maschinen durch die Luft bewegen. Dabei seid ihr auch nur so etwas wie Taxi-Fahrer, nur eben in der Luft. Auch ihr könnt eure Füße abtreten, und uns die Arbeit erleichtern!“ sagte die Frau streng. Die kleine Frau ließ den sprachlosen Markus stehen, nahm ihren Putzwagen und schob davon, ohne ihn noch eines Blickes zu würdigen. Schimpfend beseitigte sie Markus dreckige Spur. Markus schüttelte irritiert seinen Kopf und ging zu seinem Büro. Die Arbeit wartete.

Dort, an der Tür gelehnt, stand Sally, seine langjährige Sekretärin und lachte über das ganze Gesicht. Sie hatte die kleine Szene miterlebt. Jetzt schluckte sie ein Kichern herunter. „Guten Morgen Boss.“

„Sally, wer war das denn!“ fragte Markus. Er warf seine Aktentasche in die Ecke und setzte sich genervt. Er musste sich unbedingt beruhigen, dachte er.

Sally kam mit einer Tasse Kaffee, die sie grinsend vor ihn stellte. „Das war Josefine Miller, Markus. Sie ist seit etwa drei Monaten bei uns beschäftigt. Normalerweise arbeitet sie in Hangar zwei, aber gestern Morgen hat sich Nancy krank gemeldet, deshalb habe ich sie gebeten, hier etwas zu säubern. Josefine ist sehr zuverlässig.“ Sally setzte sich ebenfalls und sah zu ihrem Chef herüber. „Und nun mal ehrlich. So unrecht hatte sie nicht. Ihre Piloten benehmen sich wirklich arrogant, Boss. Sie hat vielleicht ein etwas großes Mundwerk.“ Wieder lachte Sally leise. „Aber, Josefine muss sich durchsetzen. Ansonsten wird sie bei ihrer Größe leicht übersehen.“ sagte Sally grinsend.

Ihr Boss knurrte. Sally schmunzelte. Es gab nicht viele Menschen, die es wagen würden, mit Markus so zu reden, wie Josefine eben. Zum Glück hatte Markus eine Menge Humor. Dann seufzte sie laut auf, als ihr etwas einfiel. „Miss Lindsay hat bereits dreimal angerufen. Sie hatte heute um Neun einen Termin.“

Markus nickte und schloss kurz seine Augen. „Ich weiß, ich bin spät dran. Aber Cindy hatte heute wieder mal keine Lust auf Schule gehabt. Ich musste ihr Versprechen, mit ihr heute zu Mittag zu essen. Dabei waren ihre gesamten Schulaufgaben letzte Zeit richtig und sogar sauber geschrieben. Die zwei Stunden, die sie immer hier auf mich warten muss, hat sie allen Anschein nach gut genutzt.“ Sagte Markus schwer. Das Telefon läutete und Sally verließ das Büro. Markus lehnte sich zurück und schloss noch einmal kurz seine Augen, wieder musste er an die junge Frau von eben denken, ein Schmunzeln umspielte seinen Mund. Diese Josefine war wirklich nicht auf den Mund gefallen. „Fliegende Taxifahrer“ sagte er grinsend.

Den Ausdruck musste er sich unbedingt merken.

„Ich habe die aktuellen Flugberechnungen für dich, Markus.“ Lindsays Stimme ließ ihn seine Augen wieder öffnen und zu der attraktiven Frau schauen, die nun sein Büro betrat, sich die Kreide griff und Flugnummern und Kursberechnungen an die große Tafel schrieb. Sie zögerte, sah auf ihre Aufzeichnungen, schrieb weiter, dann legte sie die Kreide beiseite und kam zu Markus herüber. Er wich aus, als sie ihn küssen wollte. Ärgerlich wies er sie auf einen Stuhl ihm gegenüber und sah sie ernst an. „Lindsay, es ist aus und vorbei. Das predige ich dir seit nun mehr einem Monat.“ Sagte er streng. Markus schüttelte seinen Kopf. „Du hattest es akzeptiert und gesagt, es würde unsere Zusammenarbeit nicht stören. Doch ich denke, du hast immer noch Probleme damit.“ Sagte er zögernd.

Mit Sorgenvollem Gesicht dachte er an die Zeit zurück, als er glaubte, in Lindsay eine neue Partnerin gefunden zu haben. Lindsay war wunderschön, elegant und im Bett eine ebenbürtige Partnerin. Er hatte es genossen. Doch ihr Unvermögen, mit Cindy klar zu kommen, ließ ihn die Beziehung beenden. Seine kleine Tochter hatte die elegante Frau ihm gegenüber schlichtweg abgelehnt. Cindy hasste Lindsay seit dem ersten Augenblick und hatte keinen Hehl daraus gemacht. Lindsays Vorschlag, das Mädchen doch einfach in ein Internat zu strecken, gab den Ausschlag, sich von der Frau zu trennen. Doch anscheinend gab Lindsay immer noch nicht auf. Immer wieder versuchte sie, Markus für sich zu gewinnen. „Wir werden uns auch beruflich trennen müssen, Lindsay. Ich denke, es ist am besten, wenn du meine Firma verlässt. Eine so gute Flugkoordinatorin wie du, findet überall Arbeit.“ Sagte Markus schwer. Er würde Lindsay Leidenschaft vermissen.

„Und alles nur, weil du deine Tochter nicht im Griff hast, traurig, mein Lieber. Dem Kind gehört der Hintern versohlt. Aber, wie mir gesagt wurde, gibt es ja schon eine Nachfolgerin für mich. Hast ja genug Auswahl unter den Stewardessen hier. Eine schöner als die andere. Da kannst du mich ja in den Wind schießen, Großer! Aber tröste dich, ich habe mich bereits umgesehen, ist heute mein letzter Tag hier. Habe Joe bereits eingearbeitet.“ Lindsay hob ihren Blick zur Tafel, lächelte und erhob sich wieder. „Mach es gut, mein Lieber. Und ich wünsche deiner Firma eine glorreiche Zukunft.“ Sagte Lindsay betont munter. Sie beugte sich über den Tisch und hauchte einen Kuss in Markus Richtung. Dann verließ sie den perplexen Mann, der versuchte, aus den letzten Worten der Frau klug zu werden. Dafür, dass Lindsay die letzten Wochen immer wieder versucht hatte, ihm ins Bett zu bekommen, gab sie heute schnell auf, dachte Markus irritiert.

„Markus, der Pilotenstandard beginnt in fünf Minuten.“ Sally stand mit der Kaffeekanne in der Hand vor ihm und schenkte ungefragt nach. „Sind wir sie endlich los?“ Ihr Blick folgte der jungen Frau, die jetzt grinsend ihre Jacke nahm und das Gebäude verließ. Markus nickte, dann trank er den heißen Kaffee in einem Schluck leer und erhob sich. Er hatte jetzt andere Probleme. Er griff Lindsays Aufzeichnungen und begab sich in die Pilotenlonge, um die nächsten Flüge zu besprechen.

Sein schneller Lauf wurde in der Abflughalle unterbrochen, als ein kleiner Junge durch die Halle gerannt kam, über einen Koffer sprang und ohne hinzusehen, in ihn hineinrannte. Markus konnte ihn gerade noch halten, bevor er auf den glatten Boden gefallen wäre. „Hoppla, junger Mann, wäre fast schief gegangen. Wo sind denn deine Eltern?“ Markus sah sich in der fast leeren Halle um. Kein Mensch kam zu ihm. Niemand schien sich für das Kind zu interessieren. „Hallo, großer Mann. Ich bin Nicki.“ Sagte das Kind. Der Junge wischte sich seine nicht ganz saubere Hand in seiner verschlissenen Hose ab und reichte sie Markus, der amüsiert einschlug. „Ich bin fünf Jahre alt und warte hier auf meine Mama.“ Er schniefte seine Nase. Markus zog ein Taschentuch und wischte sie ihm sauber.. „Ich bin Markus, Nicki, wo ist denn deine Mama?“ Fragte er vorsichtig.

„Die muss hier arbeiten und unser Nachbar, bei dem ich sonst immer bin, kann heute nicht. Deshalb muss ich hier auf sie warten.“ Erklärte Nicki Das Kind hob jetzt seinen Blick und besah sich eingehend Markus Uniform. „Du bist Pilot, oder? Wenn ich groß bin, werde ich auch Pilot.“ Nicki breitete seine Arme aus und ahmte ein Flugzeug nach. „Dann nehme ich Mama überall mit hin. Dann braucht sie nicht mehr so viel arbeiten, dann verdiene ich das Geld!“ sagte Nicki ernsthaft. Nicki wandte sich von Markus ab und rannte mit ausgebreiteten Armen durch die große Halle. Markus lachte herzhaft. Der Junge gefiel ihm. Er war selbstbewusst und voller Elan. Es wurde nicht langweilig, ihm zuzusehen. Wieder fiel ihm diese unmögliche Putzfrau ein, wie war deren Name noch?

„Meine Mama heißt Josefine Miller, Onkel Markus!“ Der Junge kletterte jetzt ungeniert auf einen der Stühle, breitete seine Arme aus und sprang. „Flug 1137 gelandet“ rief er laut. Dann sprang er mit lautem Rufen auf den Boden. Die erbosten Blicke, der Erwachsenen störten ihn überhaupt nicht.

Markus betrat sein Büro. Er setzte sich schwerfällig in seinen Stuhl und legte seine Füße auf den Tisch. Dieser Tag hatte es wirklich in sich. Erst machte Cindy Schwierigkeiten, dann die Auseinandersetzung mit dieser Josefine, Lindsays Kündigung und jetzt machten seine Angestellten noch Probleme. Seine Piloten wollten teilweise kündigen, Markus vermutete eine Intrige von Lindsay dahinter. Sie hatte die Männer aufgewiegelt und irgendetwas von bevorstehenden Problemen erzählt. Markus wusste nicht, wovon die Piloten gesprochen hatten. Seine Firma stand sehr gut da.

Sein Blick ging zur Tafel. Wenigstens die letzten Berechnungen hatte Lindsay gemacht, das hieß, er musste sich nicht noch stundenlang mit dem Zahlenberg herum quälen.

Plötzlich stutzte er. An der Tafel waren die Zahlen vollkommen verändert. Einige Zahlen leuchteten in rot auf, waren unterstrichen, hatten ein Ausrufezeichen dahinter. Markus sprang auf. Er griff Lindsays Unterlagen, setzte seine Brille auf und ging zur Tafel. Der Unbekannte Rechner hatte vollkommen Recht. Lindsays Zahlen stimmten in keinster Weise. So wie Lindsay die Berechnungen angestellt hatte, würden der 9 Uhr Flug und der 9,15 Uhr Flug zur gleichen Zeit hier ankommen und das gleiche Flugfeld zugewiesen bekommen! Er verglich weiter und stellte noch zwei weitere Unregelmäßigkeiten in den Berechnungen fest. Es wäre unweigerlich zu einen, wenn nicht sogar zwei Crashs gekommen. Es hätte das Aus für seine Firma bedeutet! Von den vielen wahrscheinlichen Menschenopfern abgesehen!

Schwer ließ Markus sich in seinen Stuhl fallen. „Sally, komm sofort in mein Büro!“schrie er laut, dann griff er das Telefon und informierte den Tower. Er gab den Lotsen die Neuberechnungen durch, vergewisserte sich, dass alles geändert wurde und legte erleichtert auf. Er war haarscharf an einer großen Katastrophe vorbeigeschlittert.