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Du hast dieses Buch aufgeschlagen. Warum? Weil du neugierig bist? Weil du denkst, Geschichten können dir nichts anhaben? Vorsicht! Oder vielleicht hast du es reingelassen. Das Flüstern. Es beginnt immer ganz harmlos. Ein Geräusch. Ein Gedanke. Ein Schatten, der nicht mehr geht. Und ehe du dich versiehst, hast du eine Geschichte gelesen, die du nicht mehr loswirst. Ich kenne sie alle. Die weiße Frau am Straßenrand. Das Kind, das nachts spielen will. Den Gast, der klopft und nicht aufhört. Ich habe sie gesammelt. In Nächten, in denen selbst der Mond sich versteckt. Ich habe sie gehört – jede einzeln. Und ich habe sie dir aufgeschrieben. Aber jetzt liegt es an dir. Du kannst das Buch wieder schließen. Noch. Oder … du liest weiter. Und wenn du es tust: Bitte gib nichts zurück, was du mitgenommen hast. Denn Geschichten lassen sich nicht immer aufhalten. Manche … kommen hinterher.
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Seitenzahl: 110
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Flüsterdunkel:
Warum hast du mich reingelassen?
Jutta E. Schröder alias
Omaliebchen
Gruselgeschichten,
die dich nicht schlafen lassen.
Impressum
© 2025 Jutta E. Schröder alias Omaliebchen
„Cover und Texte teilweise generiert mit KI-Tools (DALL·E und ChatGPT) “
Druck und Verlag: epubli GmbH, Berlin, www.epubli.de
ISBN 978-3-****-***-*
Printed in Germany
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Flüsterdunkel:
Warum hast du mich reingelassen?
Gruselgeschichten,die dich nicht schlafen lassen.
Jutta E. Schröder
alias
Omaliebchen
Mit ChatGPT
Inhaltsverzeichnis 50 Spuk-Geister-Schreck-Geschichten
Einleitung:Vorsicht, Leser.
01-Die weiße Frau – „Nimm mich mit.“
02-Das Klopfen im Nebel „Darf ich rein?“
03-Der Spiegel, der Antwortet„Ich sehe dich.“
04-Das Kinderzimmer „Komm spielen.“
05-Die Kräuterfrau„Warum verfolgst du mich?“
06-Dr. MaierGruselgeschichte
07-Die GrabschänderinGeschichte zum Vorlesen
08-Der rote Fleck 2 VersionenGeschichte zum Vorlesen
09-Der Fluch des FalkenwaldesGruselgeschichte
10-Die verfluchten RosenSchreckgeschichte
11-Der rote BallSchreckgeschichte
12-Der weiße ZugSchreckgeschichte
13-Nach Mitternacht hält der letzte ZugSchreckgeschichte
14-Der klopfende Gast„Darf ich rein?“
15-Fluch der Laterne„Ich war schon immer da
16-Die Treppe, die immer weiter geht „Du kommt hier nicht raus“
17-Der Mann mit dem weißen Gesicht „Du hast mich vergessen.“
18-Der Dachboden„Ich hören dich atmen.“
19-Das Haus, das dich träumt„Du bist mein Traum.“
20-Die Klingel, die nicht da ist„Ich hab dich gefunden.“
21-Das Klopfen im Nebel 1Hohles klopfen in der Stille
22-Der Spiegel der die Wahrheit zeigt „Außen schön innen hässlich“
23-Das Klopfen im Nebel 2„Komm heraus, trau dich“
24-Die Modrige Kellertür„Der schwarze Mann“
25-Die Spieluhr„Melodie des Tanzes“
26-Der blutige DaumenGruselgeschichte
27-Ein Glas Milch„Kann ich ein Glas Milch haben?“
28-Die LeichenbestatterEine halb wahre Geschichte
29-Das Silberbein Schreckgeschichte
30-Der goldene FußGeistergeschichte
31-Der Zorn der EngelSpukgeschichte
32-Der schweigsame TaxifahrerSchreckgeschichte
33-Der FahrgastSchreckgeschichte
34-Der Fluch des WatzmannsGänsehautgeschichte
35-Der Fluch des alten PfundSchauergeschichte
36-Die weiße Braut von SchönbrunnSchauergeschichte
37-Die Glocke„Du bist zu spät… und ich habe gewartet.“
38-Spukgestalten in der LändgasseSpukgeschichte
39-Die Stimme aus der Steckdose „Ich bin in den Wänden“
40-Das Mädchen im Schrank„Ich bin nicht allein hier drin.“
41-Der Mann mit den toten Augen„Ich will deine Augen“
42-Die letzte Tür im Krankenhaus „Du hättest hier nie aufwachen dürfen.“
43-Das alte Telefon „Falsch verbunden; hier ist der TOD“
44-Die leere WiegeIch hört das Baby schreien
45-Die Dusche„Du hättest mich sehen sollen.“
46-Der seltsame Nachbar. „Der Mann mit dem Fenster“
47-Der Mann im Zug „Steig nicht ein. Er hat dich schon gesehen.“
48-Dunkelgrün flüstert nie allein„Wenn du deinen Namen hörst – lauf nicht.“
49-Die Schlafparalyse„Ich sitze schon auf deiner Brust.“
50- Nicht jeder findet Ruhe„Helft mir … er ist hier “
Einleitung:
Vorsicht, Leser.
Du hast dieses Buch aufgeschlagen. Warum?Weil du neugierig bist?Weil du denkst, Geschichten können dir nichts anhaben?
Vorsicht!
Oder vielleicht hast du es reingelassen.Das Flüstern.
Es beginnt immer ganz harmlos. Ein Geräusch. Ein Gedanke. Ein Schatten, der nicht mehr geht. Und ehe du dich versiehst, hast du eine Geschichte gelesen, die du nicht mehr loswirst.
Ich kenne sie alle.Die weiße Frau am Straßenrand.Das Kind, das nachts spielen will.Den Gast, der klopft und nicht aufhört.
Ich habe sie gesammelt. In Nächten, in denen selbst der Mond sich versteckt. Ich habe sie gehört – jede einzeln. Und ich habe sie dir aufgeschrieben. Aber jetzt liegt es an dir. Du kannst das Buch wieder schließen. Noch.
Oder... du liest weiter.
Und wenn du es tust:Bitte gib nichts zurück, was du mitgenommen hast.Denn Geschichten lassen sich nicht immer aufhalten.Manche… kommen hinterher.
Die weiße FrauEine Gruselgeschichte zum Flüstern(Empfohlen: mit gedämpfter Stimme lesen, bis zur Schlusspointe.)
Es war kurz nach Mitternacht, als Jonas auf dem Heimweg war.Er fuhr die alte Landstraße entlang – die, die niemand mehr wirklich benutzt. Rechts von ihm: ein dunkler Wald. Links: neblige Felder.
Der Regen hatte aufgehört, aber der Nebel war geblieben.Dick wie Milch hing er auf der Straße. Die Scheinwerfer schnitten Löcher hinein, aber sahen kaum weiter als zehn Meter.
Jonas drehte das Radio leiser. Der Empfang rauschte ohnehin.Er fuhr langsamer. Die Straße war schmal, kurvig, und irgendwo da vorne – da lag diese eine Brücke.
Die alte Steinbrücke.Die, von der man sagte, sie spuke dort.
Er lachte leise in sich hinein. Unsinn. Er war nicht abergläubisch.Und doch......legte sich ein seltsames Gefühl auf seine Brust, wie ein kalter, nasser Lappen.
Dann sah er sie.
Eine Gestalt am Straßenrand. Ganz in Weiß. Langes, weißes Kleid. Blasses Gesicht. Schwarzes, nasses Haar. Sie stand einfach nur da. Still. Regungslos. Er fuhr langsam an ihr vorbei. Dann hörte er eine Stimme. Ganz nah. Ganz klar.
„Nimm mich mit.“
Er trat auf die Bremse. Herzklopfen. Sie stand plötzlich wieder direkt neben dem Wagen. Ob sie gerade gesprochen hatte? Jonas zögerte. Dann schob er die Tür auf.
„Steigen Sie ein…“ Sie nickte. Setzte sich langsam. Sagte nichts mehr. Die Luft im Auto wurde kalt. Der Atem stand plötzlich sichtbar vor seinem Mund.
„Wohin wollen Sie?“, fragte er. Sie flüsterte: „Nach Hause.“ „Und... wo ist das?“ Sie sah ihn an. Ihre Augen waren grau wie Nebel.„Unter der Brücke.“ Jonas lachte unsicher. Er bog ein. Die alte Brücke kam näher.
„Hier...?“ Sie sagte nichts. Doch ihr Gesicht veränderte sich. Blut begann über ihre Stirn zu laufen. Aus dem Haar tropfte Wasser. Jonas riss das Lenkrad herum.
„Was zum Teufel…?!“Er sah sie an – und sie lächelte.
„Nimm mich mit.“„Nimm mich... für immer.“ Sie beugte sich vor.Und dann – war sie weg.
Der Beifahrersitz: leer. Nur Wasser. Und ein kalter Abdruck, wo sie gesessen hatte. Am nächsten Tag wurde ein Zeitungsartikel veröffentlicht:
„25 Jahre nach dem Autounfall an der alten Brücke: Gedenken an die junge Frau, die nie nach Hause kam.“„Augenzeugen berichten seitJahren von einer weiß gekleideten Erscheinung.“ Jonas?Er fährt nie wieder nachts.Und vor allem nie wieder… über die alte Brücke.
Das Klopfen im Nebel1„Ich komm jetzt rein zu dir
(Für stilles Vorlesen. Der Horror wächst langsam. Und dann... klopft es.)
Es war ein Dienstagabend. Lena saß allein in ihrer Wohnung. Die Heizung rauschte, der Teebecher dampfte.Draußen: dichter Nebel. So dicht, dass die Straßenlaternen aussahen wie Kerzen hinter Milchglas. Sie mochte Nebel eigentlich. Er war wie eine Decke über der Welt. Aber heute… war etwas anders.
Als sie das Fenster schloss, war da dieses Klopfen. Ganz leise. Dreimal. Klopf. Klopf. Klopf.
Sie hielt inne. War das die Heizung? Oder kam es von draußen? Sie trat näher ans Fenster. Aber alles, was sie sah, war Nebel.
Dichter Nebel. Und… einen Schatten? Sie setzte sich zurück aufs Sofa. Das Handy vibrierte. Eine Nachricht:
„Ich seh dich.“Von einer unbekannten Nummer. Sie tippte zurück: „Wer ist da?“
Keine Antwort.
Eine Stunde später. Wieder das Klopfen. Klopf. Klopf. Klopf.Diesmal an der Tür. Sie trat in den Flur.Schaute durch den Spion. Nebel.Sonst nichts. Eine neue Nachricht: „Ich bin jetzt ganz nah.“
Sie fröstelte. Sperrte ab. Doppelt. Dann:KLOPF. KLOPF. KLOPF.Diesmal: lauter. Sie rief die Polizei. Doch die Verbindung war weg. Kein Netz.
„Ausgerechnet jetzt? Was soll das?“ Es wurde still.So still, dass sie ihr Herz hörte. Dann das Geräusch:Etwas glitt unter der Tür hindurch.Ein kalter Hauch.Ein Nebelschweif. Und dann, direkt neben ihrem Ohr –eine Stimme.
„Ich komm jetzt rein zu dir.“
Sie drehte sich um – Aber da war niemand. Nur der offene Türspalt. Die Kette... zerrissen. Und auf dem Boden:nasse Fußspuren. Die ins Schlafzimmer führten.
Am nächsten Morgen fand man die Tür offen. Tee auf dem Tisch. Handy neben dem Sofa. Aber keine Spur von Lena. Nur eine Nachricht auf dem Display:
„Jetzt bist DU dran.“
Der Spiegel, der antwortet„Ich sehe dich.“
(Lesefluss: wie ein Gespräch mit der Dunkelheit – bis der Spiegel zurück spricht)
Mira mochte alte Dinge.Möbel mit Geschichte, Bücher mit vergilbten Seiten.Und Spiegel.Besonders Spiegel.
„Jeder Spiegel hat eine Seele“, sagte ihre Oma früher.„Und manchmal... eine Zunge.“ Mira lachte immer darüber.Bis sie den einen Spiegel kaufte.Auf dem Flohmarkt.Alt, oval, Holzrahmen mit Kratzern.„Aus dem Nachlass“, sagte der Verkäufer.„Er spricht nicht mit jedem.“ Sie hielt das für einen Spruch.Bis die Nächte kamen. Zuerst waren es nur Kleinigkeiten. Sie sah sich im Spiegel... aber ihre Augen blinzelten, obwohl sie still stand.
Dann war es, als wäre jemand hinter ihr – aber im Zimmer war sie allein. Dann… sprach der Spiegel.
Es war halb drei in der Nacht. Sie saß vor dem Spiegel, kämmte ihr Haar. Wie in einem alten Film. Wie ihre Großmutter früher. Plötzlich… war da ein Flüstern.
„Ich sehe dich.“
Sie zuckte zusammen. Drehte sich um. Nichts. Wieder der Spiegel. Wieder sie selbst. Aber… das Spiegelbild lächelte.
Sie lächelte nicht. Sie tastete nach dem Lichtschalter.Nichts.Tot.
Der Spiegel flackerte. Nicht das Licht – der Spiegel selbst. Wie ein Bildschirm. Wie ein Blickfenster. „Ich sehe dich.“Diesmal klarer. Männlich. Nicht ihre Stimme. Sie griff nach dem Handy. Kein Netz. Kein WLAN.Nur das Spiegelbild – das plötzlich die Bürste fallen ließ, bevor sie es tat.
Ihr Spiegel-Ich stand auf. Sie selbst saß noch da. Panik stieg auf. Sie rannte zur Tür. Verriegelt. Fenster? Verschlossen. Der Spiegel knisterte. Wie Glas unter Strom. Dann das Flüstern:
„Ich will mehr sehen.“
Die Spiegel - Mira ging auf sie zu. Lächelnd. Und trat durch das Glas.
Man fand sie am nächsten Tag. Reglos. Sitzend vor dem Spiegel. Die Augen... leer. Der Spiegel selbst? Unzerstörbar. Und wer genau hinschaut, sieht sie immer noch da drin. Ganz hinten. Und wenn du lange genug hineinblickst, hörst du’s auch: „Ich sehe dich.“„Ich will mehr sehen.“„Jetzt bist DU dran.“
„Das Kinderzimmer.“„Komm spielen.“(Gruselniveau: Sobald das Spiel beginnt, gibt’s kein Zurück mehr.)
Leon war neun. Und er hasste Umzüge. Wieder eine neue Wohnung, neue Schule, neue Freunde. Nur sein Spielzeug war immer dasselbe.
Am liebsten mochte er seinen Plüschhasen „Boppi“. Schon zerfleddert, ein Auge fehlte. Aber Boppi war… immer da.
Auch jetzt. Im neuen Haus. Alte Holzdielen. Knarrende Türen. Das Kinderzimmer unheimlich groß – und verdammt leer. Nur sein Bett. Ein Kleiderschrank. Und Boppi, in der Mitte des Raums. Sitzend. Starrend.
In der ersten Nacht hörte er es. Ein Kratzen.Ganz leicht.Unter dem Bett.Oder hinter dem Schrank?
Er zog sich die Decke bis unter die Nase. Und dann – eine Kinderstimme. Flüsternd.
„Komm spielen.“
Er hielt die Luft an. War das seine Fantasie? Wieder:
„Komm spielen.“ Diesmal näher. Neben seinem Ohr.
Am Morgen fragte er seine Mutter, ob sie was gehört hat. Sie lachte.„Vielleicht redet dein Kuscheltier mit dir.“ Ha. Witzig. Aber als er ins Kinderzimmer zurückkam, saß Boppi nicht mehr auf dem Boden. Er saß auf dem Schrank.Wie… wie war er da hochgekommen? Leon wollte es ignorieren. Wollte einfach schlafen. Aber Boppi flüsterte wieder. Diesmal in einer anderen Stimme.
„Spiel mit mir, Leon.“
In der dritten Nacht war es schlimmer. Das Zimmer war eiskalt. Der Kleiderschrank war offen. Die Spielsachen… waren anders. Ein Holzzug, den er nie besessen hatte.Eine Puppe ohne Augen. Ein Ball mit Kratzspuren. Und mitten im Raum: Ein Kreis aus Spielzeug. Boppi saß wieder da. Und sagte:
„Setz dich zu uns, Leon.“
Er schrie. Aber niemand kam. Die Tür war verschlossen.Von außen. Der Boden wurde dunkler.Die Spielsachen bewegten sich.Der Ball rollte auf ihn zu.Die Puppe lachte.Der Holzzug fuhr los – ohne Gleise. Dann kroch etwas unter dem Bett hervor. Klein. Knochig. Mit einem Plüschgesicht.
„Komm spielen, Leon.“„Für immer.“
Sie fanden das Kinderzimmer leer. Nur Boppi saß noch da. Und auf dem Boden stand in Kinderschrift:
„Wir spielen noch.“
Und weißt du was? Wenn du nachts ein Kratzen unter dem Bett hörst… Wenn dein Spielzeug plötzlich anders steht als vorher… Dann sag lieber:
„Ich will nicht spielen.“ Weil sie sonst antworten:
„Doch. Du MUSST.“
Die Kräuterfrau (Eine düstere Geschichte aus einem vergessenen Dorf)
Die Einheimischen sprachen nur flüsternd über sie.
„Die mit dem bitteren Blick…“„Die Kräuterfrau…“„Sie hat nie wirklich dazugehört.“
Man sagte, sie kannte alle Pflanzen – auch die, mit denen man Träume holt. Oder den Tod.Man sagte, sie lebte am Waldrand, allein, mit ihren Gläsern und Tränken.Und dass sie verschwunden sei – in einer dieser Nächte, in denen der Nebel nicht mehr ging.
Anna war neu im Dorf. Sie glaubte an keine Geschichten.Alte Leute. Alte Wunden. Alte Schauermärchen. Aber sie fand das kleine Häuschen der Kräuterfrau – durch Zufall, beim Spaziergang durch den Wald.Es war verfallen. Efeu umrankt.Doch innen…standen Gläser.Kräuter.Ein altes Buch mit handgeschriebenen Rezepten. Anna nahm es mit. Nur das Buch. Ein Andenken, so dachte sie. Mehr nicht.
Nachts hörte sie Geräusche. Ein Kratzen. Ein Flüstern an der Wand. Sie schob es auf den Wind.
Am nächsten Tag war ein Kräuterbündel vor ihrer Tür. Fein gebunden. Mit einer Haarsträhne. Sie fragte niemanden. Sie wollte es nicht wissen.
In der dritten Nacht träumte sie: Von einer Frau mit leerem Blick. Dunklem, nassem Haar. Und einem flüsternden, klagenden Ton.
„Warum… verfolgst du mich?“
Anna schreckte auf. Ihr Herz raste. Vor dem Bett: nasse Fußspuren. Sie wollte das Buch zurückbringen. Aber das Haus im Wald war nicht mehr da. Nur Asche.
