Heimat - Nora Krug - E-Book
Beschreibung

„Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt?“

Sie lebt seit über 12 Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Und was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. „Heimat“ ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt.

Dieses eBook beinhaltet farbige Abbildungen und Illustrationen mit handgeletterten Texten. Es ist für die Darstellung auf Tablets optimiert.

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EPUB

Seitenzahl:73


Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalte keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

PENGUIN und das Penguin Logo sind Markenzeichen von Penguin Books Limited und werden hier unter Lizenz benutzt.

 

Copyright © 2018 by Penguin Verlag in derVerlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München

 

Umschlaggestaltung: Nora KrugLettering: Oliver Schmitt

ISBN 978-3-641-22175-1V004

www.penguin-verlag.de

www.randomhouse.de

Inhaltsverzeichnis

WidmungAus dem Notizbuch einer heimwehkranken Auswanderin1. FRÜHE DÄMMERUNG2. VERGESSENE LIEDER3. GIFTPILZE4. FAMILIENFANTASIEN5. OFFENE WUNDEN6. INNENANSICHTEN7. ANNÄHERUNG8. UNERMESSLICHE WÄLDER9. SCHMELZENDES EIS10. AUF SPURENSUCHE11. SANFTE RÜCKKEHR12. HERDENTIER13. UNENDLICHE SCHICHTEN14. BLENDENDES WEIß15. HÄNDESCHÜTTELNEpilogWichtige QuellenDanksagungBuch und AutorinCopyright

Nora Krug, geboren 1977 in Karlsruhe, studierte Bühnenbild, Dokumentarfilm und Illustration in Liverpool, Berlin und New York. Ihre Zeichnungen und Bildergeschichten erscheinen regelmäßig in großen Tageszeitungen und Magazinen (u. a. „The New York Times“, „The Guardian“, „Le Monde diplomatique“). Sie ist Fulbright-Stipendiatin und erhielt zahlreiche Preise und Förderungen , u. a. der John Simon Guggenheim Memorial Foundation, der Pollock-Krasner Foundation und der Maurice Sendak Foundation. Krug ist Professorin für Illustration an der „Parsons School of Design“ in New York und lebt in Brooklyn.

 

Ihr Buch „Heimat“ erzählt in einer nie gesehenen Mischung aus handgeschrieben Texten und Zeichnungen, historischen Fotografien und Dokumenten von Faktischem wie Erlebtem. Krugs Spurensuche verbindet deutsche Geschichte und persönliche Familiengeschichte zu einem in Forum und Inhalt einzigartigen Buch.

 

 

Die Namen einzelner im Buch aufgeführter Personen wurden von der Autorin geändert.

 

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Dörte HansenMittagsstundeRoman

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Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

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Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht? Der große Roman über Verlust und Neuanfang.

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DÖRTE HANSEN, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt »Altes Land« wurde 2015 zum »Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels« gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

»Dörte Hansen findet für ihre herrlich eigensinnigen Figuren immer den richtigen Ton. Mal ironisch, mal anrührend.« BRIGITTE über »Altes Land«

»Dieser Roman ist wohltuend anders. Keine Romantik. Klischeefrei. Starke, knorrige Charaktere. Eine Geschichte, die lange nachklingt, wie das Ächzen und Knarren in dem großen dunklen Bauernhaus.« NDR, Buch des Monats März 2015, über »Altes Land«

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Dörte Hansen

Mittagsstunde

Roman

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2. Auflage

Copyright © 2018 Penguin Verlag

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,

Neumarkter Str. 28, 81673 München

Umschlaggestaltung: Sabine Kwauka unter Verwendung eines Bildes von Alexander Eckener

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN 978-3-641-16783-7V001

www.penguin-verlag.de

Christa, Dirk, Inke, Oke – för jem.Un för de Schlosser.

1 Ich schau den weißen Wolken nach

Der erste Sommer ohne Störche war ein Zeichen, und als im Herbst die Stichlinge mit weißen Bäuchen in der Mergelkuhle trieben, war auch das ein Zeichen. »De Welt geiht ünner«, sagte Marret Feddersen und sah die Zeichen überall.

Die alten Ulmen starben einen Sommer später, am Wester­ende, wo sie seit hundert Jahren Ast in Ast gestanden hatten. Ihre Blätter wurden plötzlich gelb, die Kronen kahl, im Juni schon. Sie standen noch ein Jahr wie abgedankte Könige. Dann kam Karl Martensen mit seinen Leuten, und ihre Motorsägen kreischten lange, bis sie die Ulmenstämme auf dem Wagen hatten. Hartes Holz, das ewig trocknen musste, bis man es hobeln oder fräsen konnte. Marret kam, sie holte sich ein Stück der grauen Borke ab und eine Handvoll Ulmenfrüchte, dann ging sie wieder durch das Dorf, von Tür zu Tür, wie sie es immer tat, wenn sie ein Zeichen sah: »De Welt geiht ünner.«