Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Der Autor Wolfgang Gerhold lässt uns in dieser Autobiografie, die als Fortsetzung seiner Werke "Schweißgebadet" und "Gottgesegnet" zu verstehen ist, weiter an seinem Leben teilhaben: Arbeitsumfeld, gesellschaftliche Stellung, politische Position, sportliche Aktivitäten und Ziele, Ehe und Familie, Staat und Land, Veränderungen allenthalben und dann kommt auch noch die Dimension des Himmels dazu. Wer soll all dies für sich selbst so gestalten, dass eine Erfüllung, ja eine persönliche Genugtuung erreicht wird und ohne dabei selbst Schaden zu nehmen? Wer kann die Niederschläge, die Verwerfungen, ja die Lebenserosionen und den damit verbundenen Schmerz für sich so kanalisieren und verarbeiten, dass die Gesundheit als das höchste Gut doch noch erhalten bleibt? Das Herz ist zerrissen - Herzzerrissen. Der Autor lässt uns teilhaben an all diesen Lebensinhalten und zeigt in spannend formulierter Erzählweise auf, was ihn bewegt, was ihn aufregt, was ihn erfüllt und was ihn in die Depression trieb. Nicht sorgen wollte er sich, denn Sorge verlängert das Leben nicht auch nur um einen Tag, aber teilnahmslos nur zuzusehen ging auch nicht, bei all den so gravierenden Geschehnissen, die die Balance der einzelnen Lebensbereiche in bedrohlichem Ausmaß durcheinanderzuwirbeln drohte. Wenn seine Erfahrungen mit den ihn jetzt umgebenden Umständen kollidieren. Wenn die Ansprüche an Menschen zu hoch sind, dann gibt es nur noch die, wenn auch imaginäre, so doch schützende Hand Gottes, in die zu fallen man Gewissheit hat und diese wunderbare Gewissheit, die einen das alles ertragen lässt. Wenn die Mundwinkel herabhängen und die gelebte Lebensfreude das natürliche Lächeln nicht mehr zaubern kann. Dann ist es entweder Zeit, Abschied zu nehmen oder von Neuem zu beginnen. Die Lebensgeschichten, die vom Autor in gleichsam nachzuempfindender, oft lustiger, meist aber ernster, immer aber inhaltsvoller und wahrheitsgetreuer Weise erzählt werden, halten den Spannungsbogen des Lesers hoch und lassen die nächsten Seiten schon in großer Erwartung vor dessen geistigem Auge erscheinen.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 516
Veröffentlichungsjahr: 2017
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Lieber in Einsamkeit leben, als in Zweisamkeit sterben; oder deutlicher:
Lieber stehend gestorben als kniend gelebt; oder noch deutlicher:
Lieber als Christ aufrecht vergangen als unter dem Islam gebeugt überlebt.
Dieses Buch widme ich all denjenigen, die unter Vereinsamung infolge von Gewalt, Zurückweisung, Schmähung und Verdammnis leiden.
Die in festen Partnerschaften leben, die keine sind, sondern solche, die dem eigentlichen Inhalt des Wortes nicht gerecht werden.
Den Geschlagenen, den Abgelehnten, den Verworfenen, den Ausgenutzten, den Missbrauchten, den Abgewiesenen, denen, denen das Herz im Leibe zerriss, weil es keine Liebe mehr gab. Wo Ankunfts- und Abschiedsumarmung nicht mehr stattfinden, wo Berührung und Kuss nicht mehr existent sind, wo Freude nicht mehr stattfindet, ja wo der leere Blick beim Erscheinen des Partners die ganze Frustration und Trauer die Mimik des einen oder beider Partner bestimmt. Wo Gewalt, Kälte und Ablehnung die Sprache der noch zwangsläufigen Verständigung ist und wo am Ende der Tage das innere Sterben durch inkonsequentes Verharren wartet. Begehret auf! Die Knechtung hat ein Ende!
Löst Euch aus der Umklammerung dieses Euch alle vernichtenden Zustandes!
„Noch eine kleine Weile, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, denn ich lebe, und auch ihr sollt leben!“ (Joh.14.19)
Ihr werdet so sehr geliebt und Gott schaut auf jedes demütige Herz.
Dieses Buch ist weder Hetze und Lüge, noch Anfeindung und Ablehnung, sondern
Aufklärung, Erfahrung und Wahrheit.
Der Autor
(2017)
Und ich fand bitterer als den Tod diejenige Frau, deren Herz ein Fangnetz ist und deren Hände Fesseln sind; wer Gott gefällt, wird ihr entrinnen, wer aber sündigt, wird von ihr gefangen. (Prediger 7.26)
Ich entrann fast keiner.
Zu sündig, zu oft gefangen, zu gutmütig, zu oft ausgenutzt.
Mein letzter Arbeitsplatz (Vorbetrachtung)
Mein letzter Arbeitsplatz
September 1980: Meine allererste Auslandsreise (Rückblende)
Drei Episoden zu diesem Zusammenhang:
Episode: Ich, der Klugscheißer
Episode: Das Bierseminar
Episode: Der verbale Konter
Die Insel Poel – wundbarer Flecken deutscher Heimat
Afrika – fremder Kontinent
Die ersten Arbeitstage im neuen Unternehmen (Rückblende 1996)
Erste Auslandsreise im neuen Unternehmen:
Unsere neuen Freunde – eine Analyse
Der Beweis meiner Erfahrungen
Muslimische Barbarei
Profisport – eine Betrachtung
Tierquälerei und Doping im Reitsport von Natalie Ludwig
Vorwort
Rollkur/Hyperflexion
Horse Soring
Harte Gebisse im Dressursport
Totilas „Das Wunderpferd“
Barren
Mächtigkeitsspringen
Hickstead „Das Weltklasse-Springpferd
Grand-Slam – eine Analyse
Geschichten und zwar solche, die mein Leben schrieb
Besuch der Norsk Hydro - Njord A - eine Schmerzensodyssee
Die Stellung des Todes in den Gefühlen der Menschen (Eine Betrachtung)
Der Mann als Haus-und Hoflieferant – ein Gedankenspiel
Nationalstolz und Patriotismus
Schönes deutsches Heimatland
Die Veränderung des Menschen (Eine Betrachtung)
Der heilige Geist wirkt in unseren Herzen
Stellung der Christen im Islam
Verantwortung der Christen
Gut gemeint – missverstanden
Konflikt durch Missverständnis
Völlig missverstanden
Zwei Episoden aus meinem Leben im OP-Saal
Deutsche und andere Politiker
Die Wölfe
Erste Geschichte, die fast vergessen ist
Halle/Saale – die Panzer entscheiden die Machtprobe
Urlaub, schöner, wertvoller, geliebter Urlaub
Zweite Geschichte, die fast vergessen ist
Dritte Geschichte, die fast vergessen ist
Gedankenspiele – Einzelgedanken, die sonst so entstehen
Eroberungsstrategie Westeuropas – der erste Sturmangriff
„Reconquista“ (Wiedereroberung) Spaniens - welch ein Segen
Eroberungsstrategie Westeuropas – der zweite Sturmangriff
Rückeroberung Südosteuropas
Abschlüsse zur Identität – zu viele Menschen lügen und betrügen
„Spinnweben“ in den Augen
Was war geschehen, dass ich mir einen neuen Arbeitsplatz suchen musste? Nachdem ich zwischen Mai 1989 und Dezember 1993 fast 5 Jahre als Aussendienstmitarbeiter in meinem Unternehmen tätig gewesen war, bekam ich im Sommer 1993 ein Kündigungsschreiben. Ein Schreiben im blauen Umschlag, ein sog. „Blauer Brief“, wie ich ihn vorher noch nie gesehen hatte und mir eigenhändig vom Personalchef übergeben. Ich habe ihn nicht mehr, obwohl ich fast alle amtlichen oder die mit meiner Tätigkeit verbundenen Schreiben und Briefe aufgehoben habe. Ein englischer Investor, so wurde nicht nur mir vermittelt, habe die Firma gekauft (oder übernommen) und es sei dringend eine Strukturänderung mit Personalabbau durchzuführen hieß es noch weiter. Ein gesundes Unternehmen mit mehr als 400 Mitarbeitern sollte „bereinigt“ werden. Um mehr als die Hälfte der Belegschaft sollte die Firma „dezimiert“ werden. Nein, nein nicht jeder 10 sollte umgebracht werden, so wie es bei den römischen Legionären wegen derer schlechten Leistungen durch die Forderung des Heerführers mit diesem Wort befohlen wurde, sondern die heutige Bedeutung gibt dieser Formulierung ihren Sinn.
Die Belegschaft sollte um ca. die Hälfte verringert werden.
Es gäbe einen „Sozialplan“ und alle MitarbeiterInnen würden in ihren Positionen und den zu diesen gehörenden Tätigkeitsmerkmalen überprüft und dann können diese entweder bleiben oder würde freigestellt. Ein eher verharmlosender Ausdruck und dem niederschmetternden Ereignis einer Kündigung in keiner Weise gerecht werdend. Wahrscheinlich habe ich das Kündigungsschreiben im Schmerz des Erlebnisses zerrissen oder anderweitig entsorgt. Zu schmerzlich war dieses Ereignis, denn wer in einem Land aufwächst, in dem es Kündigungen seitens der Firma quasi nicht gab, kommt mit solchen Erscheinungen nur schwer bis gar nicht zurecht, zumal, wenn diese als ungerecht empfunden wird. Ich gehörte schon damals zu denjenigen, die solchen Erscheinungen wie dem Handel, dem Verleih, dem Tausch, dem Kauf/Verkauf und Kündigungen von Menschen nichts, aber auch gar nichts abgewinnen können, ja ich lehne bis heute jedwede o.g. Praxis, wenn es sich, wie hier, um Menschen handelt, kategorisch ab. Insbesondere lehne ich die unberechtigte Kündigung als Instrument des Unfriedens und des Rechtes des Stärkeren ab, da sie niemals die wahren Ziele des Kündigers beschreibt, sondern immer eine Gewinnmaximierung zum Inhalt hat. Nur selten ist eine Kündigung seitens eines Unternehmens gerechtfertigt und diese vorbildlichen Unternehmen nehme ich ausdrücklich aus dem folgenden Kontext heraus. Selbst finanziell gut dastehende Unternehmen kündigen ihren Mitarbeitern, nur um den Aktionären ihre Dividenden zu sichern, den „Investoren“ ihre Gewinnerwartungen zu erfüllen oder die selbst gesteckten Ziele eines unverschämten Wachstums zu erreichen. Das Kapital lügt.
Nicht z.B. 6% oder 10% Wachstum, welches zur Deckung aller anfallenden Kosten und der zu tätigenden Investitionen völlig ausreichen würde.
Nein, 20% und es darf auch noch ein bisschen mehr sein, sind dies doch die Forderungen nicht nur sehr ehrgeiziger Ziele, sondern völlig überzogener Wachstumsraten zu Lasten der Belegschaft. Irrsinn der Handelnden.
Dabei werden Begriffe wie Umstrukturierung, Organisationsstraffung oder ähnliche Argumente in diese Richtung als beweisführende und rechtfertigende Ausreden missbraucht. Eine Klage vor einem Arbeitsgericht ist schon deshalb nahezu ausgeschlossen, da der Kläger das Geld für eine Klage nicht hat und sollte mal jemand vor einem solchen Gericht Recht bekommen, so möchte ich mir gar nicht vorstellen, wie es dem Kläger nach einer gewonnenen Wiedereinstellungsklage ergeht. Ich möchte nach dem Sieg einer solchen Schlacht keine einzige Sekunde in einem Unternehmen tätig sein, welches mich zu Unrecht gekündigt hat. Ich könnte diesem Druck nicht standhalten, die Beschämung nicht ertragen, ja ich könnte die Schmach gar nicht aushalten und die meisten Menschen denken und fühlen sicher das gleiche. So wird der Arbeitsplatz, an dem jemand vielleicht Jahre oder gar Jahrzehnte nicht nur gearbeitet, sondern geschuftet hat, ohne eigene Verfehlung hinweggefegt. Hinweggefegt mit einer ungeheuren Unbarmherzigkeit der Handelnden und doch mit einem zynischen Bedauern in Worte gekleidet.
Zutiefst menschenverachtend ist der Kapitalismus, vor allem der „Moderne Kapitalismus“, auch „Turbokapitalismus“ genannt und seine Vertreter lachen sich über den Schmerz der Leidtragenden kaputt. Im Stile einer mitfühlenden Seele wird die todbringende Nachricht meist von einem Vertreter des Personalbüros überbracht und der Inhalt lässt keinen Zweifel an dem, was den Betroffenen ab jetzt erwartet. Manchmal werden Kündigungen auch postalisch befördert, so dass sich gar niemand persönlich in die Schicksalsszenerie begeben muss. Ganz anonym läuft alles ab und ohne große Gefühle.
Die Zustellungsurkunde unterschrieben und schon geht alles seinen deutschen bürokratischen Gang. Dem Formulierer der Kündigung kann es egal sein, denn er hat ja nur die ihm auferlegte Schuldigkeit getan und muss ein Rechtfertigungsansinnen des „Gefeuerten“ nicht befürchten. Ein bitterböser Brief des gekündigten Individuums findet später, sollte ein solcher eintreffen, noch immer einen unsanften Abgang in die Rundablage (Papierkorb). Dann erfüllt dieser doch wenigstens noch den Zweck einer kurzlebigen Energieerzeugung für den Haushalt des Unternehmens oder dem des Formulierers. Dann nämlich, wenn der Brief in einer Müllverbrennungsanlage final vernichtet wird und die erzeugte Elektroenergie dessen Drucker speist. Ein Kreislauf des Elends.
Manchmal und gerade beim Schreiben solcher Umstände kommt mir die Galle hoch, denn als wir damals auf der Campusbank saßen und uns solches, die Verwerflichkeit des kapitalistischen Systems, vor allem aber die Verwerflichkeit der Banken und Versicherungen belegende, gelehrt wurde, wollten wir es nicht glauben. Zu glitzernd, zu bunt, zu schön und illusionär war diese Welt im Westen, in der es alles zu geben schien, nur keinen Mangel und doch so hässlich.
So hässlich, aber wir konnten es damals noch nicht sehen.
Dinge, deren Sinn nur in der Steigerung des Profites und dessen unermesslicher Vermehrung liegt, sollten von der Administration, der Deutschen Bundesregierung, verboten werden. Jawohl verboten und nicht nur in irgendeiner Art und Weise sozialverträglich geregelt. Banken und Versicherungen sind die größten Banausen, aber es tut mir auch weh, wenn ich lesen muss, dass z.B. dieser oder jener Fußballspieler „verkauft“ wurde, oder ein anderer „auf Leihbasis verliehen“.
Oder noch andere „im Tausch“, manchmal sogar im „Tauschpaket“ irgendwohin, wo sich keiner auch nur vorstellen kann je zu sein, verschachert werden.
Wo sind wir denn eigentlich? Sind wir etwa wie früher auf einem afrikanischen Sklavenmarkt oder auf einer SpielerInnenbörse und warum gibt es dann nicht, auch wie früher, öffentliche Sklavenmärkte, Messen oder Flohmärkte, auf denen die zur Wahl stehenden Auslaufmodelle oder die SpielerInnen aller Sportarten, die gerade keinen Job haben, in Augenschein genommen werden können?
Wo sie anzufassen sind, ihnen in den Mund und noch woandershin geschaut werden kann und warum kommt keiner auf die glorreiche Idee, dieses alles im Rahmen z.B. einer der üblichen Esoterik- oder Erotikmessen ablaufen zu lassen?
Solche finden überall statt, landauf, landab. Der Kapitalismus lebt von der Effizienz der Prozesse und der Senkung der Kosten. Einmal eine Messe aufgebaut, müsste es doch wohl möglich sein, unter dem Deckmantel z.B. einer Jogamesse; der ISPO; der Jobmesse; der Fachmesse für Recruiting, Personalmanagement und Weiterbildung; der Internationalen Handwerksmesse oder gar der BAUMA in irgendeinem kleinen Salon am Ende der Hauptstraße des Messegeländes die Masse der gewünschten „Angebote“ zusammenführen und zur „Fleischbeschau“ zu präsentieren. Vom „Jobcenter“ zumindest bezuschusst oder gar bezahlt. Es sind doch alle da, die Geld haben, denn jemand, der kein Geld hat, fährt nicht zu einer Messe.
Mit größter Sorge schreibe ich diesen umfassend zynischen Geschäftsgegenstand hier auf, denn wenn clevere Geschäftsleute diesen lesen, kommen sie möglicherweise tatsächlich auf die Idee, das hier dargestellte Szenario in die Tat umzusetzen.
Das „sich informieren“ über den eigentlichen Messegegenstand ließe sich leicht verbinden mit einer „Spielerbörse“ und die Kosten für Anreise und Übernachtung wären auch gleich optimiert. Dann weiß man doch, was man hat. Die Größe und die Konsistenz der Muskeln, den Oberschenkelumfang, die Schusshärte, die sich ja leicht mit irgendwelchen Messgeräten messen lässt, so wie die verfügbare Intelligenz, welche für das, dem Interesse des Beschauers geltende Aufgabengebiet vonnöten ist. Warum macht sich der Profisport eigentlich nicht die bereits vorhandenen Regeln und Erfahrungen aus der Sklaverei oder der Zwangsprostitution zu Eigen? Dort, wo die Mädchen oder Frauen im kurzen Animationsröckchen und nur mit einem dünnen Jäckchen bekleidet zähneklappernd auf der Strasse stehen und auf ihre Freier warten. Dort, wo die jungen Mädchen aus Osteuropa in Schaufenstern ausgestellt werden, als wären sie Frischfleisch in einer Supermarktvitrine oder dort, wo die jungen Frauen und Mädchen wie Hühner in einem Hühnerstall auf der Stange sitzen, um von den geilen Mistböcken ausgewählt zu werden und die, die keine „Beauties“ sind, immer nur für den halben Preis ausgewählt werden.
Oft aber bleiben sie gar ohne Gelderwerb auf ihrer Stange sitzen. So hatte ich sie in einigen von mir bereisten Ländern gesehen und habe doch nicht eine Einzige angerührt, sondern tröstende Worte, gute und hoffnungsvolle Worte gesprochen. Worte, die Mut machen sollten und um die Zuversicht niemals zu verlieren. Worte, die Hoffnung nicht zu verlieren und auf den Gott zu vertrauen, der ihre Schicksale im Auge behalten und ein Ende der Leidenszeit herbeiführen würde.
Ein Lächeln vielleicht als Aufmunterung und eine ermutigende Berührung an einer, in keinster Weise verwerflichen Stelle, denn die zarten Körper sind geschunden. Ich sah die von ANGST erfüllten flackernden Augen und konnte doch nichts tun. Wer erbarmt sich der zerrissenen Herzen und der geschundenen Seelen und wer trägt die Verantwortung für solche Widerlichkeiten in hochentwickelten und deswegen als „dekadent“ bezeichneten Industriestaaten? Die Islamisten und Muslime haben in dieser und nur in dieser Angelegenheit eine gesündere, ja eine in jeder Hinsicht ethisch und moralisch höherwertige Position. Dort gibt es keine Prostitution. Solches hat mit der „Freiheit der Entscheidung“ des Menschen nichts mehr zu tun, denn keine einzige Prostituierte macht diese „Tätigkeit“ freiwillig. Wenn den jungen Mädchen oder Frauen beste Verdienstmöglichkeiten im „angesehenen Job“ versprochen werden und sie letztendlich doch als Zwangsprostituierte im Bordell oder gar auf der Strasse landen. Was hat Zwangsprostitution mit „freier Berufswahl“ zu tun? Steht etwa die Freiheit, unfreiwillig für einen schmierigen Zuhälter einem „Gelderwerb“ nachzugehen höher als der Schutz des geborenen Lebens, das der Prostituierten? Wer schützt diese vor den brutalen Vergewaltigungen der Zuhälter und der Freier? Wer zählt die Blutergüsse, die blauen Augen, die gebrochenen Unterkiefer, ja die blutigen Scheiden, die bei der Penetration dieser geilen Masse rücksichtslos zerfetzt werden. Wer erbarmt sich und wer nimmt sich dieser armen Kreaturen an, denn als Menschen kann ich sie gar nicht mehr bezeichnen. 30 Millionen Sex-Sklaven weltweit leiden unter der erbarmungslosen Herrschaft ihrer Herren (oder Dominas). Das erst vor einigen Jahren, genau am 01.01.2001 in Kraft getretene Gesetz, „Prostitutionsgesetz“ genannt, ist eine einzige Schande und zynisch dazu. Ist das die Freiheit, die ich meine? Nein, niemals, denn ich schäme mich als Mann und als Christ, jeden Tag, an „Freudenhäusern“ vorbeifahren oder vorbeigehen zu müssen. Was ist da drin los? frage ich mich und warum höre ich das Schreien der armen Seelen bis hierher auf die Strasse, obwohl ich es nicht hören kann. „Hat jemand Ohren zu hören, der höre“! (Markus 7.16).
Prostitution war in der DDR verboten. Ich habe Ohren zu hören, so höre ich.
Wie kann der menschliche Geist, sollte er „gut“ sein, solches zulassen, ja initiieren und unterhalten. Was treibt diese Menschen an, die als „Unternehmer“ alle Vorteile, ja alle Vorzüge des Rechts-und Sozialstaates genießen und alle Kosten auf die Mädchen abwälzen. Ein einziges kleines Zimmer von vielleicht 15 m2, das von keiner Behörde für menschenwürdig befunden würde, schlägt für die „Bewohnerin“ mit 100-150 Euro pro Tag (!!!) zu Buche und nachdem sie ihren meist 12 oder noch mehrstündigen „Dienst“ beendet hat, bereitet sie im selben Zimmer ihr Nachtlager. Vielleicht noch schnell gelüftet, um den Mief der Sünde zu vertreiben.
Doch schon klopft pünktlich zur Öffnungszeit der nächste „Bedürftige“ an das Portal des Etablissements. Was ist mit den Männern los? Haben sie kein Gewissen? Haben sie keinen Anstand? Haben sie keine Ehre? Haben sie keine Moral?
Wieso können sie nicht verantwortungsvoll und züchtig mit ihrem Sexualtrieb umgehen? Woher kommt diese Tendenz, sich im Bordell die schnelle Nummer zu gönnen? Es macht nichts aus, denn die Preise sind nicht nur moderat, sondern unverschämt. 50 Euro pro Schuss und die Frau zu Hause weiß nicht nur von nichts, sondern freut sich vielleicht noch, dass sie vom Ehemann nicht so oft rangenommen wird. „Mein Mann geht sehr rücksichtsvoll mit mir um und ich musste ihn noch niemals zurückweisen“, wird gegenüber der besten Freundin postuliert. Haha, haha, wenn die wüsste. Da stellt sich mir die Frage, ob Gott in seinem Schöpfungsakt nicht doch einen kleinen Fehler in Form einer Unterlassung gemacht hat. Warum, so die Frage, hat Gott nicht ein Zählwerk vorgesehen?
Ein Zählwerk, das jeden Geschlechtsakt zählt, bei Frau wie beim Mann. Angeordnet an einem geheimen Ort, dort wo niemand ohne die Zustimmung des Inhabers hinschauen kann und nur mit dessen Erlaubnis ablesbar. Nein, nein, nicht dokumentiert, so wie es heute von Gesetzes wegen vorgeschrieben ist, mit Name, Adresse, Alter, Geschlecht, Größe, Augenfarbe usw., nein nein, nicht so detailliert, sondern nur „ja“ oder eben „nein“, wobei auf das „nein“ auch noch verzichtet werde könnte, denn „nein“ ist ja „Nichts“ und „Nichts“ braucht auch nicht gezählt werden, also nur das „ja“- hatte Sex…..
Dann könnte der Ableser die Anzahl der Geschlechtsakte schnell und buchhalterisch sauber erfassen und rechentechnisch verarbeiten.
Da hätte jeder eine Statistik über diese Sache, aber es ist nicht da, dieses Zählwerk.
Gottes Zählwerk ist das in jeden von uns gelegte Gewissen, Gott macht keine Fehler! Die Fähigkeit, mit unserem Sexualtrieb und den sich daraus ergebenden Nöten, die meist nur beim Manne liegen, souverän umzugehen, hat uns Gott zugedacht und geschenkt, aber wir alle müssen sie auch nutzen. Ich begriff spät.
Es liegt an jedem Einzelnen, wie er Sehnsüchte und Fantasien beherrscht und da sollte es weder Nachsicht, noch Glauben an irgendwelche krankhaften Beherrschungsunfähigkeiten geben. Jeder kann sich beherrschen, wird er doch für sein verwerfliches Handeln verantwortlich gemacht und das nicht erst bei der zweiten oder dritten Verfehlung, sondern gleich bei der ersten, denn schon diese war eine zu viel. Einige führen Tagebuch oder besser gesagt Statistik, aber wem ist diese zugänglich und weiß der Ehemann oder die Ehefrau davon? Was ist nun der Mechanismus, dass viele Dinge in Sachen „Fremdgehen“ geheim oder besser gesagt unerkannt bleiben, denn die Geheimhaltung ist meist nicht lange gewährleistet? Der FremdgeherIn muss vorsichtig sein, denn so, wie Frauen besonders gute Nasen haben, haben Männer ausgezeichnete Augen. Die Sinnesorgane sind geschärft aufs Fremdgehen und wehe eines dieser hochsensiblen Organe wittert oder sieht etwas. Der Mechanismus des Verheimlichens hält nur so lange, bis dass die Akteure der Lüge überführt sind und die Beziehung ein meist sehr schmerzliches Ende findet.
Nicht nur die Fremdgehbeziehung, sondern die zwei dranhängenden Ehen dazu. Der angerichtete Schaden ist unverhältnismäßig hoch gegenüber der immer nur kurzen erotischen Befriedigung im Hotelzimmer oder wo auch immer. Die Zahl fremdgehender Menschen kann und möchte ich nicht beziffern.
Aber es sind zu viele. Zu viele Ehen fallen diesem Phänomen des „Ehebruchs“ zum Opfer. Früher wurden FremdgeherInnen durch Steinigung getötet (5. Mose).
Ich glaube, jeder ist, wenngleich sich in einer festen Beziehung befindlich, schon mal fremdgegangen. Wenn schon nicht physisch-physiologisch, so doch in Gedanken und auch das zählt biblisch schon zum Tatbestand „Ehebruch“. Warum steht schon am frühen Morgen ein Mann mit dicken Eiern vor der Tür eines „Freudenhauses“ und begehrt dringend Einlass? Wurde er von seiner Frau verworfen? Wurde er von seiner Freundin zurückgewiesen? Wurde er mit dem unmissverständlichen Ausdruck, sich endlich in dieser Angelegenheit zurückzuhalten aus dem Schlafzimmer verbannt? „Warum brauchst du soviel Sex“? ist die allumfassende Frage und der Mann versteht die Welt nicht mehr, nähert er sich doch seiner LAG (Lebensabschnittsgefährtin) bettelnder weise nur ein bis zweimal pro Woche und ist dabei überwältigend armselig und demütig. Da haben es die arabischen Männer gut, denkt sich der gute europäische Mann, denn sie werden nie zurückgewiesen. Die Zurückweisung des Ehepartners ist in den Regeln muslimischer Ehen nicht vorgesehen und das ist gut so. Ablehnung und Zurückweisung sind die stärksten Kräfte, die Wut, Jähzorn, ja sogar Mordgedanken aufkommen lassen, aber davon wissen die meisten Frauen einfach zu wenig. Dafür müssen die muslimischen Frauen nicht nur ein oder zweimal pro Woche herhalten, sondern werden von ihren offensichtlich sehr potenten Männern mehrfach in nur einer Nacht beglückt. Ich weiß, wovon ich rede, denn die arabischen Männer haben mir während meiner Tätigkeit in Tartous auf meine öfter, aber nicht so ernst gemeinte und unter dem lustigen Gelächter der umherstehenden arabischen Kollegen gestellten Frage, die Zahlen ihrer vornächtlichen Sexualaktivitäten genannt. „Dlati“ (3) „Arba“ (4) oder „Dnen“ (2) hieß es da und die jüngeren hatten das große Lachen, denn sie gingen in der scheinbar lustigen und doch so ernsten Umfrage als vermeintliche Sieger hervor. Ich muss mich bei dieser Aussage nicht durch „fremdes Wissen anderer“ hervortun, nur um hier etwas auf das Papier zu bringen. Ich weiß es aus meiner eigenen Erfahrung und aus dem gesprochenen Wort, welches ich mit meinen Ohren vernahm. Kein Wunder, dass der deutsche, der europäische oder der amerikanische Mann mit zeltartiger Hosenstruktur im Bereich des Hosentürchens (Hosenstall) vor einem „Haus der Freude“ steht und Einlass begehrt. Sextourismus mit Wochenendflatrate für 57,00 Euro und alles inklusive, sogar der Flug, die Verköstigung und die Unterbringung. Wohin bin ich nur geraten? Wer macht sich mit mir Sorgen und wer packt mit an, bei der Beseitigung solcher Zustände? Ich bete. Höchsten Respekt denen, die sich kümmern, ja die schon begonnen haben, diesem „Sodom und Gomorra“ ein Ende zu setzen, denn die Hilfeschreie hört nur der, der ein Gewissen hat und das sind die Profiteure dieses Geschäftes auf gar keinen Fall. Diese sind große Banausen vor dem Herrn.
Dabei wünschte ich mir doch nur, dass Menschen nicht mehr als „Ware Frischfleisch“, als „Ware“ überhaupt oder als „Dienstleistung“ betrachtet und behandelt würden, denn solches ist ihrer Würde nicht würdig. Da sind die SpitzenfußballerInnen schon mal hundert Millionen Euro wert und werden doch würdelos „verkauft“ und „verramscht“. Nicht mal Flüchtlinge werden unwürdig behandelt, geschweige verkauft. Die Würde des Menschen, also die Menschenwürde, so lehrt uns das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist unantastbar. Haha, dass ich nicht lache. „Im modernen Sinne versteht man darunter, dass alle Menschen unabhängig von allen ihren Unterscheidungsmerkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Alter oder Zustand denselben Wert haben, und dass dieser Wert über dem aller anderen Lebewesen und Dinge steht“. (aus dem Internet) Auch über dem Geld?
Man stelle sich vor, sogar in der DDR gab es eine Verfassung und diese besagte in der Fassung vom 07. Oktober 1949: „Die Ordnung des Wirtschaftslebens muss den Grundsätzen sozialer Gerechtigkeit entsprechen; sie muss allen ein menschenwürdiges Dasein sichern.“ und deren Nachfolger, die Verfassung der DDR vom 06. April 1968 Art. 19 legte fest: „Achtung und Schutz der Würde und Freiheit der Persönlichkeit sind Gebot für alle staatlichen Organe, alle gesellschaftlichen Kräfte und jeden einzelnen Bürger.“ Papier ist geduldig, offene Prostitution gab es nicht!!!
Besonders im Osten wurde sehr geduldiges Papier benutzt, welches vermutlich aus dem Westen importiert worden war, aber auch das Papier im Westen weist solcherart Wesensmerkmale auf. Wieso kann also jemand einen Menschen kaufen oder verkaufen, ihn verleihen und ausleihen, ihn benutzen und wegwerfen?
Da meine ich aber nicht jenes Vokabular, welches umgangssprachlich in Korruptionsangelegenheiten oder von den Banausen der Menschenhändlermafia benutzt wird, sondern das, welches von der Masse gebrüllt wird: „verkaufen, verkaufen“.
In der DDR wurden z.B. die guten Fußballspieler, vorrangig aber diejenigen, die sich in einer kleinen BSG (BetriebsSportGemeinschaft) durch überdurchschnittliche Fähigkeiten hervortaten, zu großen Vereinen und das meist zu sog. Staatsclubs „delegiert“. Ragten die Leistungen eines jungen Spielers überdurchschnittlich aus dem allgemeinen Niveau der Spieler seiner Altersklasse heraus, so kamen die Inspekteure der anderen Clubs und Fußballvereine und warben um einen Wechsel. Wie dies im Einzelnen ablief, ist mir nicht bekannt, aber wenn z.B. ein junger begnadeter Fußballer von Chemie Leipzig zum Ortsrivalen Lokomotive Leipzig wechselte (delegiert wurde), war seine Karriere zwar nicht beendet, aber niemals wieder würde er je die Gnade des Heimatvereins erwarten können. Verräter war jener, der sich von einem soliden Verein, der sich als „Arbeiterverein“ verstand, zum staatsgelenkten „Scheißclub“ hatte delegieren lassen. Möglicherweise waren die Spieler gar nicht in der Lage, ihr Geschick in die eigenen Hände zu nehmen, aber „nein“ sagen kann jeder, wenn er etwas gar nicht will oder aber er den Mut zum Nein sagen hat.
Wenn aber der Verlust des geliebten Arbeitsplatzes nach dem „nein“ sagen die einzige Alternative ist, dann beugt man sich den unredlichen Forderungen.
Dann sagt man schließlich doch „ja“ zum bösen Spiel. Der Spieler wird zwangsprostituiert, obwohl er gar keinen Sex hatte oder hat.
Der BFC Dynamo Berlin, der 1. FC Lokomotive Leipzig, der 1. FC Magdeburg, Hansa Rostock und noch einige andere Fußballvereine waren die meistgehassten Vereine in der Republik, weil sie von Sport-und Politbanausen „geführt“, ja manipuliert wurden. Nicht unerwähnt natürlich der Polizeiklub Dynamo Dresden und der ArmeeSportKlub ASK Vorwärts Frankfurt/ Oder.
Sie waren die „Bösen“, während z.B. Chemie Leipzig, der 1. FC Union Berlin und Wismut Aue oder Sachsenring Zwickau die führenden Vereine der „Guten“ waren. Einigermaßen aufgeklärte Volksmassen lassen sich nur bedingt verarschen.
Einen Artikel, der die Zustände und die Auseinandersetzungen der beiden Fußballvereine in Leipzig gut widerspiegelt, aber zu lang ist, um hier eingefügt zu werden, möchte ich als empfohlene Literatur noch abschließend anmerken:http://www.telegraph.ostbuero.de/3-99/leutzsch.html
Wenn eine dumpfe Masse im Stadion schreit: „Sofort verkaufen, sofort verkaufen“, dann wissen sie nicht was sie tun und was sie eigentlich anrichten mit solcher(un)art von Ausrufen. Woher auch soll der durchschnittlich gebildete Stadionbesucher eines Fußballspieles wissen, dass er mit solcherart Lautäußerung die Verletzung und die Schmähung des seinen Zorn auf sich ziehenden Individuums billigend in Kauf nimmt, hat ihm doch Lehrer Maier an der Hauptschule, der Realschule oder gar am Gymnasium solches nicht vermittelt. Ehre, Respekt und Achtung zu zeigen, immer und gegenüber jedermann, nur nicht dem Islam!
Lehrer aber müssten solches verpflichtend vermitteln, es sei denn, sie wissen nicht, in welchem Fach solche Lehre unterzubringen ist. Weniger das Fach Erdkunde, aber vielleicht Heimat-und Sozialkunde, denn dieses Fach bietet sich für die Vermittlung solchen Stoffes der später sicher im Stadion zu erwartenden Masse nachgerade an. Vielleicht noch dazu eine „Allgemeine Lektion zur Bewältigung des späteren Lebens unter Ausschluss schmarotzerhaften Verhaltens gegenüber den Eltern“ oder „Regeln beim Telefonieren und Musik hören im öffentlichen Raum“ und „Kulturvolles Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln“.
Wären nicht schlecht, solcherart Lehrinhalte und dringend angeraten – übrigens auch im Bachelor –oder Masterstudium, denn solcher Art Lehre dürfte niemals enden. Nicht mal im richtigen Leben. Individuelle Weisheit blüht spät.
Wieso wird eigentlich jemand, der in einem Wettbewerb z.B. der Leichtathletik, des Radsports oder anderer sportlicher Aktivitäten den letzten oder einen der letzten Plätze belegt, nicht vom umher stehenden Publikum ausgebuht oder zum sofortigen Verkauf freigegeben? Im Gegenteil werden diese Athleten mit aufmunterndem Beifall bedacht, so als wären sie die eigentlichen Helden. Was ist da los in den Köpfen der Fußball „Fans“ und der Politik, vornehmlich in den Köpfen der Innenminister? Sehen die denn nichts? Wenn ich sehe, wie beim Fußball nach jedem berechtigt oder unberechtigt gepfiffenen Foul die Masse der Spieler wie eine wild gewordene Herde Wahnsinniger auf den Schiri losgeht, als hätte der das letzte Hallelujah zu erwarten, dann glaube ich, ich sehe nicht recht.
Wieso ist in der Wahrnehmung der Spieler so wenig Realitätssinn, Zurückhaltung oder gar Respekt vor der Schirientscheidung vorhanden, dass sie alle jedes Mal wie von Sinnen auf diesen losstürmen. Sind sie so blöd oder kriegen die solches gelehrt? Ich spielte und spiele doch selbst diesen schönen Sport, aber solcherart Wahnsinn haben wir uns auf dem Platz nie erlaubt. Da wurde mal das eine oder andere Wort des Unmutes gegenüber dem Schiri geäußert, aber das immer in würdiger geografischer Distanz und auch nur, wenn die Fehlentscheidung gar zu krass ausgefallen war. Totale Beherrschung ist gefragt und zwingend geboten!!! „Nur der Kapitän hat das Recht, mit dem Schiedsrichter zu sprechen“ wurde uns von den Trainern und Leitern immer und immer wieder eingebläut und geschieht das heute auch noch? Wo sind die weisen Trainer, die souveränen Sportvorstände und Sportdirektoren, die auf der Bank sitzend, ihre höchst fragwürdige Anwesenheit nicht umfassend erklären können, gibt es doch eine solche überhaupt nicht.
Sie sollen die Verantwortung tragen und können dieses nicht, sie sind zu schwach und dem Mammon erlegen. Wo der Verstand längst von der vielen Jongliererei mit Millionensummen ausgetrocknet ist, wo der natürliche Verstand wie bei einem Alkoholiker nicht mehr dem normalen, von Kultur, Moral und Ethik geprägten menschlichen Algorhythmus folgt, sondern wo die Spieler vor dem „Kampf“ noch mal richtig heiß gemacht werden für die Attacken auf des Gegners Socken.
Kein Wunder, dass die etwas Schwächeren und vielleicht in wunderbarer Weise zurückhaltend erzogenen Schiedsrichter unter dem Druck dieser Bedrohung zugrunde gehen und Selbstmordgedanken entwickeln. Wieso gibt es also nicht die Schiri-Bannmeile von mindestens einer Armlänge Abstand, die ja die Kölner Oberbürgermeisterin Frauen bei der Abwehr arabischer Rotzlöffel empfohlen hat.
Die Kräfte in einem Unternehmen können unterschiedlicher gar nicht sein. Dank der im Dezember 1995 abgeschlossenen intensiven Englischausbildung an der INLINGUA-Schule in München, die mich unglaublich weitergebracht hatte, saß ich nun an meinem Arbeitsplatz im Münchner Stadtteil Sendling. Ich hatte einen neuen Arbeitsplatz. Dies ist umso bemerkenswerter, als dass ich bereits 46 Lenze zählte, ein Alter, in dem einen Arbeitsplatz zu bekommen nicht nur als großes Glück zu betrachten ist, sondern nahezu an ein Wunder grenzt. Ein früherer Kollege, der die DDR schon 1985 durch Flucht verlassen hatte, erinnerte sich meiner, nachdem mir 1993 unverhofft gekündigt worden war und zwei weitere Versuche, wieder im Außendienst Fuß zu fassen, ohne Erfolg geblieben waren. Nicht häufig, aber in unregelmäßigen Abständen trafen wir uns, redeten, tranken ein-zwei Bier miteinander und hatten so den so wertvollen und für uns beide Vorteile bringenden Kontakt aufrechterhalten. Außerdem hatte ich auch schon mehrere Male in der Betriebsmannschaft dieser Firma Fußball mitgespielt und kannte daher schon einige Mitarbeiter.
Dieser Freund also hatte einen Gruppenleiter für Schwerindustrie in der Marketingabteilung des Unternehmens gefragt, ob dieser möglicherweise eine vakante Stelle im Stellenplan hat und ob ein bewährter Kollege und Freund hier vielleicht eine Chance bekommen könnte.
Die Stelle war zu diesem Zeitpunkt nicht frei, aber viele Monate später ergab sich dann die Situation, dass einer Einstellung nichts mehr im Wege stand, außer meiner Weiterbildung in Englisch.
Diese konnte ich dann im Dezember 1995 vorlegen und bekam die Stelle. Ein unglaublicher Segen, denn ich hatte inständig um eine solche Anstellung gebetet.
Ich danke Gott und auch all den anderen bis heute, die mir behilflich waren und diese Anstellung haben wahr werden lassen!
Die attraktive Personalcheffin und ihr gebührt ein „Extra Dank“, führte das offizielle Einstellungsgespräch, nachdem ich schon zuvor mit dem späteren Gruppenleiter ein vorbereitendes Gespräch geführt hatte. Wir wurden uns einig über die Vertragskonditionen und ich konnte nicht meckern über die erzielte Übereinkunft.
Ich hatte wieder einen anspruchsvollen und gut bezahlten Job. Welch eine glückliche, ja segensreiche Fügung. Waren meine Gebete erhört und mit der Bereitstellung dieses Arbeitsplatzes erfüllt worden? Ich nahm diese Tatsache zweifelsfrei für mich in Anspruch. Eine Gebetserhörung hat keinen einzigen Beweis, sondern nur die Erfüllung selbst! War es mir, wie schon in meinen vorangegangenen Anstellungen, untersagt worden über Gehaltsfragen zu sprechen, kam hier noch eine ganz entscheidende zusätzliche Regelung zur Anwendung. Ich musste mit meiner Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag bestätigen, nicht Mitglied einer Sekte oder den Lehren von z.B. Ron Habbart, Landmark Education, Ki-Gruppen anhängig zu sein. Was sollte dies bedeuten? Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht sehr viel über diese „Kirche“ mit dem nichtssagenden Namen „Scientology/Dianetik“ gehört, noch kannte ich deren Inhalte und Ziele. Später erfuhr ich mehr über diese Banausen. Was machen diese Sekten, die heutzutage, von der Bundesregierung weichgespült, "Neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen" genannt werden? "Erstens fühlen sie sich im Besitz der einzigen Wahrheit und kennen keinen Toleranzgedanken“. "Auch das Denken in Schwarz und Weiß, Gut und Böse, ganz ohne Zwischentöne sei Zweitens typisch. Mitglieder, die sich falsch verhielten, erhielten eine Strafe“. „Als Drittes werden Allmachtsfantasien genannt, zum Beispiel den Glauben an den Weltuntergang bei den Zeugen Jehovas oder auch bei den "Zwölf Stämmen". Nur ihre Anhänger werden mit dem Paradies belohnt, alle anderen Menschen nicht“ (Internet). Hört; hört, nur die Anhänger und nicht alle anderen Menschen!!! Egoisten und Vordrängler, aber wehe ihnen.
Ich bedauerte es keine Sekunde, dass mich das Unternehmen zu dieser Abstandsbekundung genötigt hatte, obwohl ich es im ersten Moment nicht verstand und ich viel umfangreicher über den Sinn dieser Maßnahme hätte aufgeklärt werden müssen. Die Ziele der Scientologen oder der Zeugen Jehovas sind zutiefst verwerflich, wenngleich letztere, wenn schon penetrant, so doch wenigstens nicht aggressiv und lebensbedrohend auftreten.
Wer einmal in den Fängen dieser Organisationen ist, wird seines Lebens nicht mehr froh, ja kann von übergroßem Glück sprechen, wenn der Ausstieg dann doch noch gelingen sollte. Der Sohn meiner Ex-Schwägerin war viele Jahre gefangen im Konstrukt Scientology/Dianetik und konnte sich gerade im letzten Augenblick noch retten.
Sowohl seine eigene Haut, die seiner Frau, als auch die der 4 Kinder. Später hatte ich noch einmal eine unschöne Begegnung mit dieser Monstervereinigung und diese hatte keinen guten Ausgang für mich, aber dazu später.
Ich bin heilfroh, dass sowohl die öffentlich-rechtlichen Medien, als auch private Sender so mutig sind, Filme von ebenso mutigen Regisseuren, Schauspielern, Maskenbildnern und all den anderen, an der Herstellung eines Filmes mitwirkenden Leuten zu produzieren und auch zu zeigen. Die Schicksale derer, die in diesen Sekten gefangen sind, dürfen nicht vergessen sein.
Es kommt auf die starke und unmissverständliche Solidarität des Volkes mit den Verführten an, denn jede noch so kleine Chance, diese bedauernswerten Kreaturen aus ihrem Dasein zu befreien, muss genutzt werden.
Die Sektenführer müssen zittern und nicht das Volk, das sie zu knechten suchen!
Ich kann mich an den Tag meiner Bestätigung als Auslandskader deshalb so gut erinnern, weil es genau einen Tag vor dem „Tag der Republik“, am 07.10.1979 geschah, also am 06.10.1979.
An einem Freitag, dem 07.10.1949 wurde nach dem so verheerenden 2. Weltkrieg und nach dem vergeblichen Bemühen der Politiker, einen gemeinsamen deutschen Staat zu gründen, die DDR gegründet; es konstituierte sich an diesem Tag auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone die Deutsche Demokratische Republik.
Mein Abteilungsleiter kam am 06.10.1979 zu mir ins Büro, holte sich einen bereitstehenden Stuhl vom Nachbarschreibtisch und setzte sich, indem er sich nicht wie üblich, sondern verkehrt herum auf der Sitzfläche platzierte, wie ein guter Freund und Kollege zu mir an meinen kleinen Schreibtisch. Die Arme legte er auf die sich nun vor ihm befindliche Lehne und schaute mich voller strahlender Augen an.
Er mochte mich, wie ich ihn, denn er ging von Anfang an sehr freundschaftlich mit mir um. Im Allgemeinen ist es kein gutes Zeichen, wenn der Abteilungsleiter so nah an einen heranrückt, denn im selben Moment, in dem diese Absicht erkennbar wird, rattert im Kopf ein automatisches Prüfprogramm, was denn vorgefallen sein könnte, dass es jetzt zu dieser demonstrativen Annäherung kommt. Man prüft nochmal alle möglichen Vorfälle der letzten Zeit, sowohl im Bereich der Arbeit, aber auch im privaten, sportlichen oder dem gesellschaftlichen und politischen Bereich, ob da irgend etwas sein könnte, was Ungemach oder gar Ärgeres erahnen lässt. Ich stand ja als Ansuchender für eine Reisekaderschaft unter ständiger Beobachtung der STASI.
Nein, da war nichts und so konnte ich der anstehenden Aussprache gelassen entgegensehen. Wir waren es gewöhnt, dass sich ein Gruppenleiter oder der Abteilungsleiter, ja sogar unser Direktor mal neben einen setzte, um im direkt geführten Dialog ein Problem zu besprechen. Entsprechend der geltenden Hierarchie war der Respekt der Vorgesetzten zu den Mitarbeitern wie auch umgekehrt immer gegeben, aber wir waren uns auch alle kollegial verbunden. Die Form der Konversation war immer freundschaftlich, schon dadurch bedingt, dass wir uns alle duzten. Nur Freunde duzen sich.
Wir waren eben nicht nur neutrale oder gar sterile Kollegen, wie ich sie später im Westen erleben musste, sondern eher wie Freunde und gingen ebenso freundschaftlich, ja teilweise warmherzig miteinander um. Das erleichterte unsere Zusammenarbeit ungemein, denn der Umgang zwischen Kollegen ist das A und O und nur wenn diese Zusammenarbeit funktioniert, kann das Kollegenteam unter der Leitung strenger, aber auch weiser Vorgesetzter erfolgreich sein.
Sehr viele Vorgesetzte sind nicht gerade weise.
Das „Kollegenzicken“ habe ich erst im Westen erfahren und erleben müssen.
Ich mochte meinen Chef auch schon deshalb, weil er sich vom Anlagenmonteur zum Abteilungsleiter emporgearbeitet hatte.
Hier kam ihm sicher die Mitgliedschaft in der SED, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands zu Gute, denn ein Aufstieg in diese Position war nur unter eben dieser Mitgliedschaft möglich. Wer das „Bonbon“ trug, so wurde die kleine ovale Anstecknadel der SED mit den symbolisch ineinandergreifenden Händen genannt, hatte gute Chancen, eine höhere Position als etwa die eines Gruppenleiters zu erreichen.
Manche trugen die Nadel nicht, denn anders als in der Sowjetunion, wo das Tragen des Abzeichens der KPdSU (KΠCC) zwingend vorgeschrieben war, gab es für SED Mitglieder offensichtlich keinen Tragezwang.
Vielleicht schämten sich manche der Mitgliedschaft und konnten den Schritt des Parteiaustritts doch nicht gehen. Parteiaustritt war tödlich. Andere trugen diese kleine Anstecknadel, die ja in ähnlicher Art viele Vorfahren und Nachkommen hat, mit großem Stolz und glaubten doch tatsächlich, die besseren Menschen zu sein. Waren sie aber nicht, waren nicht die Vorgänger und sind nicht die Nachfolger. Dazu heißt es im Internet:
„Das Parteisymbol mit den zwei (abfällig als „abgehackt“ bezeichneten) Händen sollte den Händedruck von Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD) auf dem Vereinigungsparteitag 1946 symbolisieren, mit denen die Vereinigung von KPD und SPD in der SBZ (sowjetisch besetzte Zone) zur SED vollzogen wurde“. Gruppenleiter war ich ja selbst schon, aber dann war ohne Parteizugehörigkeit auch schon Schluss mit der weiteren Karriereleiter.
Er aber hatte die sicher nicht leicht zu erklimmende Aufstiegsleiter des „Empordienens“ genommen und ich zollte dieser Aufstiegsleistung allerhöchsten Respekt. Ohne vorbildliche Arbeitsleistungen hatte auch in der DDR kein Einziger eine Chance, in eine hohe oder gar höchste Managerebene aufzusteigen.
Parteiabzeichen zum Vergleich und ohne jegliche politische Wertung:
SozialistischeEinheitsparteiDeutschlands SED DDR
Kommunistische Partei der UdSSR KPSS Sowjetunion
Liberal-DemokratischeParteiDeutschlands LDPD DDR
National-DemokratischeParteiDeutschlands NDPD DDR
DemokratischeBauernparteiDeutschlands DBD DDR
National-SozialistischeDeutscheArbeiter-Partei NSDAP Deutsches Reich
ChristlichDemokratischeUnion CDU DDR
Christlich-DemokratischeUnion CDU Deutschland
Sozialdemokratische ParteiDeutschlands SPD Deutschland
Da ging es, anders als heute, nur um die gezeigten Arbeitsleistungen, da halfen nicht Name, Herkunft, Beziehungen, Geld oder die noch so existierenden Dinge, die einen Aufstieg oder gar eine Berufung erst möglich machten oder beschleunigen konnten, außer der Parteimitgliedschaft. Natürlich ist es gut, wenn jemand mit Karriereambitionen einen Fürsprecher hat oder eine, die eigene Karriere an einem bestimmten Punkt positiv beeinflussende Person im Rücken weiß.
Eine Person, die vielleicht mit einer positiven Lautäußerung (Leumund) oder einem positiven Arbeitszeugnis den notwendigen Schub nach oben leisten konnte.
Aufstieg kostet viel eigenen Schweiß, eine gehörige Portion Protegé und das richtige Parteiabzeichen. Wird jemand vom beurteilenden Vorgesetzten nicht gemocht, kann er schuften und rackern, kann das größte Exemplar des richtigen Parteiabzeichens tragen und einen Reisepass besitzen, er gehört der Katz und das in jedem existierenden Wirtschafts-und Gesellschaftssystem.
Ich selbst habe niemals mit einer Parteimitgliedschaft geliebäugelt. Weder einer Mitgliedschaft in einer der 5 Blockparteien, geschweige der in der SED, obwohl ich mehrfach von angesetzten Genossen beworben, ja bedrängt wurde.
Um nichts in der Welt hätte ich mich von den Rattenfängern umgarnen lassen, denn ich hatte schon damals ein ausgesprochen gut ausgeprägtes Freiheitsverständnis. Darüberhinaus verfügte ich über Augen im Kopf und Ohren an diesem.
Trabant 601
Wartburg 311
Skoda Octavia
Wartburg 353
Saporoshez 965 – „Buckelschwein“
Saporoshez 968 A
Motor Saporoshez 965
Motor Saporoshez 968 A
Typische PKW auf den Straßen der ehemaligen DDR. Wer solche „Aggregate“ (die zwei unteren Fotos) unter der Motorhaube hatte, brauchte sich über Verspätungen und andere unliebsame Überraschungen nicht zu wundern. „Russisch Roulette“ sage ich nur.
Moskwitsch 408
Nur der Karriere wegen wollte ich Schuld nicht auf mich laden. Das war mir schon als Student völlig klar. Später, wenn sich der politische Blick für die allgemeinen Umstände in einem Land schärft, wenn der ewig währende Mangel an fast allen Lebensgrundlagen, geschweige der schönen Dinge, die von den Bonzen „Luxusgüter“ genannt wurden, erkannt wird, dann spätestens nimmt man Abstand von den dieses Dilemma zu verantwortenden Personen und Institutionen, aber dann ist es zu spät. Die Reue einer Parteizugehörigkeit konnte fatale Folgen im Leben des Reuenden haben und das wollte ich mir in weiser Voraussicht nicht antun.
Die meisten meiner Kollegen fuhren schon ihr eigenes Auto, während ich täglich mit der Straßenbahn zur Arbeit fuhr. Einige kamen mit dem „Trabbi“, andere mit einem „Wartburg“ und wieder andere mit einem „Skoda“ oder mit einem „Lada“, der gerade aus der Sowjetunion eingeführt worden war.
Zwei kamen sogar mit einem Saporoshez, der in der DDR „Chruschtschows letzte Rache“ genannt wurde, wobei der kleinere der beiden auch noch den Kosenamen „Buckelschwein“ trug.
Unser Chef fuhr einen ziemlich klapprigen „Moskwitsch 408“ sowjetischer Bauart (ähnlich dem oben dargestellten Modell) und konnte so seine Dienstreisen zur Kontrolle der Baustellen, vorrangig aber als Chef der Mangelverwaltung und als Sorgenkoordinator wahrnehmen.
Ich mochte ihn einfach sehr, weil er immer hilfsbereit, vor allem aber menschlich war. Ich war natürlich wegen des noch fehlenden privaten Autos neidisch auf meine Kollegen, zeigte dieses Gefühl aber niemanden, weil ich mich schämte. Jeden Morgen konnte ich dafür die Vehikel der Leipziger Verkehrsbetriebe „bewundern“, die sich in einem ziemlich desolaten Zustand befanden und überlegte, wieviel Höhen-und Seitenversatz in der Trassenlage der Schienen wohl vorhanden sein möge. Steht man als Fahrgast in einem Wagon und beobachtet den vor- oder nachlaufenden Wagon, so gibt es zwischen diesen und dem eigenen eine sog. Relativbewegung.
Während man meint, der Wagon, in dem man sich selbst befindet, fährt einigermaßen gut, lässt sich am Maß dieser Relativbewegung die „Qualität“ der Schienenverlegung ablesen.
Da kann es schon mal passieren, dass die Verschiebung nicht nur einige Millimeter oder wenige Zentimeter aufweist, sondern, da traut man seinen Augen nicht. Fast könnte man meinen, die Unterschiede liegen bei mehreren Dezimeter, so verschieben sich die zwei miteinander verglichenen Wagon-Silhouetten.
Hinzu kommen die hörbaren Töne, die die Stöße, die Bewegungen, den Höhen-und Winkelversatz des Schienenpaares eindrucksvoll aufs Trommelfell hämmern.
Manchmal hatte ich das Gefühl, jetzt kippt die alte Klapperkiste um, so dramatisch schlecht habe ich die Schienenfahrzeuge der DDR, zumindest in Leipzig in Erinnerung, denn bei der „Deutschen Reichsbahn“ und den von dieser betriebenen Zügen und Schnellbahnen sah es nicht viel besser aus. Ein Jammer alles in allem und dann noch eine Parteimitgliedschaft. Na schönen Dank auch.
Den wahren Unterschied höchsten Fahrkomforts lernte ich erst durch die Nutzung der Schienenfahrzeuge der Deutschen Bundesbahn und anderer regionaler Unternehmen kennen. Die Qualität dieser Schienenverlegung und des allgemeinen Komforts höchst angenehmen Reisens gibt es nicht noch einmal auf dieser Welt und ich weiß wovon ich rede. Ich fuhr in sehr vielen Ländern dieser Erde mit der Bahn und nirgendwo erreichte der Fahrkomfort auch nur annähernd die Qualität wie in Deutschland, höchstens noch in Japan. „Made in Germany“ eben.
Auch ich hatte damals in Anbetracht der kommunizierten Wartezeiten für einen PKW schon mal eine Bestellung platziert, wenn auch zum Zeitpunkt der Bestellung aus finanztechnischer Sicht noch kein Anlass für eine solche gegeben war.
Es wurden utopische Zahlen genannt: für einen Trabant Standard-Limousine oder Kombi oder einen “Wartburg“ wurden 10-12 Jahre prognostiziert, für importierte Fahrzeuge (Skoda, Moskwitsch, Lada, Polski-Fiat) noch mehr, also bis zu 15 Jahre Wartezeit.
In Anbetracht solcher Wartezeiten konnte auch ich leicht spekulieren, in dieser Zeit des Wartens das nötige Kleingeld beiseite legen zu können. Immerhin mussten für einen „Trabi“ 10.000 bis 12.000 Mark der DDR und für einen „Wartburg“ um die 20.000 Mark der DDR hingelegt werden, für importierte Fahrzeuge noch mehr.
Luxusgüter, so wurde von der Partei-und Staatsführung kommuniziert, sind keine essentiellen Gegenstände, die etwa für das tägliche Leben unverzichtbar waren, sondern eben Luxus und Luxus kostet, ist Luxus doch nur Privilegierten vorbehalten und das waren die wenigsten. Auch in Diktaturen gibt es Privilegierte, nur man musste eben dazugehören und das tat ich nicht. Noch nicht jedenfalls.
Ein Jahr später erlaubte ich mir, noch eine weitere Bestellung zu platzieren, diesmal für das verbesserte Modell 2107, aber diese wurde umgehend aus mir nicht mehr erinnerlichen Gründen in das Model 21041 verändert. Vielleicht durfte Otto Normalverbraucher dieses Model nicht bestellen. Sei’s drum.
Um diese Geschichte zu Ende zu erzählen: Während meiner Tätigkeit als Chefingenieur in der Sowjetunion hatten sich die deutsche und die sowjetische Seite darauf geeinigt, dass die deutschen Kollegen einmal pro Woche ein kurzes Telefonat mit dem Ehepartner oder einer nahestehenden Person führen durften. Die Zeit war mit 10-15 Minuten grob umrissen worden und länger brauchte man ja auch nicht, um das allgemeine Wohlergehen oder andere wichtige Dinge, wie etwa das Wohl des Ehepartners, der Kinder und der Eltern und Schwiegereltern zu kommunizieren. Während eines dieser regelmäßigen Telefonate informierte mich meine Frau, dass ein Schreiben vom VEB IFA Vertrieb Halle – Verkaufsbüro Leipzig eingegangen sei mit der Aufforderung, das im Jahre 1974 bestellte Auto Lada 2104 Kombi abzuholen. Ich hatte meine Trabantbestellung mit einem Volleyballfreund getauscht, natürlich nur unter uns. Er hatte ein Jahr zuvor den von mir im Jahre 1975 bestellten Trabant Kombi abgeholt und jetzt, da seine Bestellung wirksam wurde, konnten wir seinen damals bestellten Lada 2104 Kombi abholen.
Wir schrieben das Jahr 1986 und es waren doch tatsächlich 11, ja fast 12 Jahre vergangen. Ich empfahl ihr, meinen Freund soundso zu informieren, damit er die sofort nötige fachgerechte Augeninspektion bei der Übergabe des Fahrzeuges vornehmen konnte, denn mir war in Erinnerung geblieben, dass es beim Transport der Importfahrzeuge immer wieder mal Schäden an den Fahrzeugen gegeben hatte. Wurden diese Schäden nicht durch eine fachgerechte Inspektion während der Übernahme-Übergabe erkannt und sofort reklamiert, war eine spätere Beschwerde oder gar eine Haftung ausgeschlossen.
Das Fahrzeug kam aus der Sowjetunion und keiner wusste, wie der Transport dort vonstattenging. Einer hochentwickelten sowjetischen Auto-Transporttechnologie aber zu trauen, wäre ziemlich leichtgläubig gewesen.
So holte sie zusammen mit meinem Freund, der Automechaniker in einer angesehenen Leipziger Werkstatt war, unser erstes neues Auto ab. Es war schadensfrei und eigentlich ganz passabel, dennoch verkauften wir dieses Fahrzeug relativ bald nach meiner Rückkehr in den verdienten Heimaturlaub. Was war die Ursache für einen baldigen Verkauf? Meine Frau hatte vom Tage des Kaufes bis zu meiner Ankunft einige hundert Kilometer zurückgelegt und kam, so war zu vernehmen, wohl auch ganz gut mit dem Auto zurecht. Als ich aber dann selbst die ersten Kilometer fuhr, begann das Debakel. Zum besseren Verständnis des nun Folgenden muss ich nochmal den Witz meines Onkels aus dem Westen erzählen, den ich schon in meinem ersten Buch erzählt habe: Frage: „Was ist das: Loch an Loch und hält doch“? Damals, als Kind hatte ich die Antwort meiner älteren Schwester nachgeplappert: „Eine Kette“!
Mein Onkel jedoch hatte schallend gelacht und gab die Antwort preis: „Die Straßen in der DDR“. Ich beschimpfte ihn, wieso er sich über unser schönes Land und die Straßen lustig zu machen erlaubte, denn so schlecht seien diese ja nun auch wieder nicht, aber ich hatte ja damals keine Ahnung, wie schlecht die Straßen in der DDR wirklich waren. Später und jetzt komme ich zurück zu meiner ersten Probefahrt auf den Leipziger Straßen und ganz besonders in dem von uns damals bewohnten Stadtteil Leipzig-Gohlis. Das Auto ächzte ganz schön, wenn jenes, soeben durchfahrene Schlagloch einige Zentimeter tief war und ich es nicht hinbekommen hatte, dieses zu umfahren. Zu vielen Schlaglöchern kann man nicht ausweichen, weil es heißt ja „Loch an Loch und hält doch“ und so war es auch. Am schlimmsten war es, wenn das Schlagloch nicht nur 10 cm tief und schon etwas ausgefahren war, sondern wenn die Kante des gerade neu entstandenen Loches scharf war und so einen ziemlich heftigen Stoß auf die Federelemente und die gesamte Achse auslöste. Gerade kleinere und tiefe Schlaglöcher, die nur wenig größer waren als der untere Radius des Radsegmentes waren die tödliche Nahrung. Ich fuhr schon sehr langsam und ziemlich behutsam, aber die Schlaglöcher waren eine einzige Plage. Schon unserem eigenen Mitgefühl geschuldet, schmerzte jeder heftige Schlag in die Achse als würde sich unser Schmerzempfindungssystem im Dauerstress befinden. Jeder Schlag tat unsäglich weh, so schlimm war es. Aber es tauchte beim genaueren Hinhören noch ein anderes Phänomen auf, dass möglicherweise nur dem geübten Ohr zu erfassen möglich ist. Ich hatte sehr geübte Ohren, konnte Lagergeräusche und allerlei Geräusche im Betrieb von Elektromotoren und den damit verbundenen Arbeitsmaschinen sehr gut wahrnehmen und einordnen.
Bei extremer Verdrehung (Torsion) des Fahrzeugkörpers um die gedachte Längsachse vernahm ich ein leichtes, aber deutlich wahrnehmbares Knacken, dessen Ursache ich nicht sogleich herausfinden konnte. Ich stellte unzählige Versuche an, diesem leichten, kurzen aber umso schärferen Knacken auf die Schliche zu kommen, indes gelang mir dieses nicht.
So musste ich die Hilfe meiner Frau in Anspruch nehmen, indem ich sie bat, das Fahrzeug zu fahren, während ich im hinteren Teil des Fahrzeuges Augen- und Ohrenschau hielt, um das mich fast zur Verzweiflung treibende Geräusch zu finden.
Wir suchten uns ein Teilstück mit besonders attraktiven und sehr tiefen Schlaglöchern aus, aber da brauchten wir nicht lange suchen, denn der Zustand war fast überall gleich schlecht.
Ich fand die Ursache einfach nicht heraus, bis mir eine zündende Idee kam: was würde geschehen, wenn der Bordstein, der ja so ca. 10- 15 cm höher als die Straßenoberkante war, ein schönes tiefes Schlagloch simulieren würde und würde beim Überfahren des Bordsteines das so störende Geräusch dann auch provoziert werden? Gesagt getan und Bingo! Ich fand heraus, dass sich das zwangsläufig ziemlich lang ausgeführte Autodach bei einer bestimmten Verdrehung wie der Deckel einer Konservendose verspannte und nach Überwindung der Verdrehung in den Ursprungszustand zurücksprang.
Dies erzeugte also das so lästige Geräusch, welches ich aber durch keine mir bekannte und praktikable maschinenbauliche Maßnahme vermeiden oder gar ausschalten konnte. Zwar waren im Autodach zwei breite Sicken zur Querstabilisierung eingearbeitet worden, aber die Stege der Sicken waren einfach viel zu flach, als dass diese die Verspannungskräfte hätten aufnehmen können. Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Auto westlicher Hersteller gesehen, an welchem mit dem Konstruktionselement „Sicken“ zur Verringerung von Spannungszuständen in Blechen gearbeitet wurde, höchstens mal an der Motorhaube. Der von mir im Irak gefahrene Peugeot 504 Kombi hatte ein noch längeres Dach und die Konstrukteure hatten den hinteren Teil des Daches mit einer Verstärkung versehen, aber an Sicken hatten die Franzosen sicher nicht gedacht.
Pcugcot 504 kombi mit vcrstärktcm Dach
Vielleicht war ja das verarbeitete Blech zu dünn bemessen worden oder die Fertigungsqualität im sowjetischen Blechwalzwerk ließ zu wünschen übrig. Mir half hier weder die eine noch die andere Spekulation. Wenn aber schon dieses laute Knacken, dann diesen Effekt wenigstens verringern dachte ich mir, aber wie? Ich hätte eine Säule mit einem oben angebrachten Spannelement inmitten des großen Kofferraumes aufbauen müssen, vielleicht dergestalt, dass dieses Element das Autodach so verspannt, dass es eben nicht zu diesem Spannungseffekt kommen konnte, aber wer möchte schon mit einer Säule oder einer anderen, das Dach stabilisierende Konstruktion im Auto spazieren fahren? Reklamation und Rückgabe waren ausgeschlossen, denn hier handelte es sich offensichtlich um einen Konstruktionsfehler und dieser müsste dann erst einmal nachgewiesen werden. Entweder den Konstrukteuren in Italien, denn das Auto war ein Produkt unter Lizenzierung von FIAT oder den sowjetischen Konstrukteursgenossen und die machten nach meinen eigens gemachten Erfahrungen „keine Fehler in Konstruktion und Produktion“. Sowjetische Produkte kannten keine Fehlkonstruktion, dies kam im sowjetischen Sprachgebrauch und in der sowjetischen Denk-und Handlungsweise nicht vor, am wenigsten bei hochwertigen Produkten. Wir hatten ja das Auto auch gekauft, um es behalten und zu nutzen und jetzt so was.
Meine Frau und den Mechaniker auf diesen Umstand hin angesprochen, bemerkten, dass sie nicht viel hören würden und die Fahrt durch Schlaglöcher sei ja nun auch nicht immer und ein kleines Knacken und Knarzen könne man, ja müsse man schon mal aushalten. Kann man so sehen, muss man aber nicht. Ich hielt es aber nicht aus und so beschlossen wir auf mein Betreiben hin den Verkauf. Für das auf dem Leipziger Schwarzmarkt, der erstaunlicherweise von der Volkspolizei geduldet wurde, überreichlich erlöste Geld kaufte ich einen gebrauchten Lada 2103. Eine sehr komfortable Limousine, die mir die Tage bis zu meinem Unfall im Winter 1988 in wunderbarer Weise erleichterte. Nach dem Unfall und einer noch nicht ganz zu Ende ausgeführten Reparatur verkaufte ich dieses Auto kurz vor meiner Ausreise an einen Fussballkumpel. Er war froh über diesen Kauf, ich auch.
Ich brauchte ja auch kein Auto mehr, denn ich durfte die DDR am 31.12.1988 legal verlassen. Zwar ohne Auto, aber mit dem größten, nein dem höchsten überhaupt denkbaren Glücksgefühl im Herzen, der bevorstehenden „Freiheit“.
Aber zurück zum Gespräch zwischen meinem Chef und mir.
„Von unserer DE (Diensteinheit) werden der G.(erhold) und seine Ehefrau für den vorgesehenen langfristigen dienstlichen Auslandseinsatz bestätigt“ hatte es in der finalen Entscheidung der STASI in Person des Leiters der DE Oberstleutnant Schmidt und des Stellvertreters operativ Oberst Göricke am 12.September 1979 geheißen und diese Entscheidung sollte mir nun vermittelt werden.
„Ich habe zwei Nachrichten für dich, eine gute und eine schlechte. Welche möchtest du zuerst hören? fragte der Chef und wollte so wohl etwas humorvoll wirken.“
Ich wählte die gute, denn die schlechte Nachricht zu hören blieb ja auch später noch genügend Zeit und manchmal erübrigt sich eine schlechte Nachricht auch aus dem Dialog über die erste.
„Du bist mitsamt deiner Familie als Auslandskader bestätigt worden, d. h. es steht einer Karriere im Ausland nichts mehr im Wege. Du bist als NSW-Auslandskader bestätigt, was eine Reisetätigkeit zusammen mit Deiner Familie in alle Länder dieser Welt zulässt“. Ich hörte mein Herz schlagen, ja pumpern, denn diese Nachricht war so umwerfend, dass ich um Fassung ringen musste. Fast stockte mir der Atem und ein Gefühl der Freude und des Wohlergehens stieg in mir auf. Ich hatte es geschafft, hatte die jahrelangen Verfolgungen und Ausspähungen meiner Familie und mir selbst überstanden und das Ergebnis dieser Überprüfung war mir soeben vermittelt worden.
Natürlich hatte ich einen positiven Ausgang der Prüfung (im STASI Jargon „Aufklärung“ genannt) erhofft, aber die positive Nachricht dann auch wirklich zu hören, haut einen fast vom Sockel, denn es boten sich in diesem Moment unendliche und niemals zu erreichen gedachte Möglichkeiten, sowohl dienstlich, als auch privat.
Ich musste einen nach außen unberührten Eindruck machen, denn die emotionale Rührung durfte nicht über Gebühr bei meinem Abteilungsleiter ankommen.
Dennoch konnte ich eine Gefühlswallung nicht völlig unterdrücken, so groß war die Freude und das bemerkte mein Chef auch. Sollte er nur, es machte mir nichts aus. So ging er ziemlich vehement zur Übermittlung der zweiten Nachricht über: “Ab dem 1. November 1979 wirst du umgesetzt in die Abteilung Außenwirtschaft, in der du dann in der Montageabteilung deine weiteren Aufgaben zugewiesen bekommst. Ich verliere in dir eine gute Fachkraft mit viel Potential und du hast schon jetzt als junger Gruppenleiter sehr gute Ansätze einer Leitungstätigkeit gezeigt“.
Dann lächelte er verschmitzt, verkündete das Ende seiner zwei zu tätigenden Botschaften, stand auf, stellte den mitgebrachten Stuhl an seinen ursprünglichen Platz zurück und verließ unser großes Gemeinschaftsbüro mit einem vielsagenden Lächeln in die Runde der Anwesenden.
Er war ein guter Chef, einer der besten, die ich je hatte und immer vorbildlich. Möge der Herrgott sich seiner armen Seele gnädig erwiesen haben.
Lange dauerte es, bis ich diese neue Situation begriffen und verdaut hatte, denn eine solche Nachricht war zu dieser Zeit für den Einzelnen derart ungewöhnlich und lebensverändernd, dass sich solches der immer in Freiheit lebende LeserIn vielleicht gar nicht vorstellen kann. Die mich umgebenden Kolleginnen und Kollegen waren natürlich neugierig und fragten dann auch sogleich nach dem Inhalt unseres leisen, aber nicht im Status Getuschel geführten Gespräches.
Sie freuten sich ausnahmslos alle mit mir, denn wieder mal hatte es einer ohne Parteibuch geschafft, als Reisekader bestätigt zu werden. Das war selten, denn die gängige Praxis war es, dass dem STASI eigentlich nur Parteikader zur Bestätigung als Reisekader durch den Betrieb vorgeschlagen wurden. Die Chancen der Bestätigung schienen erheblich größer, weil diese Leute schon durch ihre Parteimitgliedschaft einen „klaren politischen Klassenstandpunkt“ gezeigt hatten und deren Interesse, die schöne DDR zu verlassen, wohl eher gering erschien.
Vor mir hatte schon mein Kollege, der Gruppenleiter der Gruppe Inbetriebnahme, ohne Parteimitgliedschaft die Bestätigung als Reisekader erhalten und hatte auch als Montageingenieur am Projekt „6 Zoll“ Pipeline“ mitgearbeitet.
Ein Projekt, dass eine Dieselpipeline von Banjas nach Homs und von Homs nach Damaskus in der Arabischen Republik Syrien vorsah und Anfang der 70er Jahre erfolgreich abgeschlossen wurde. Es wurden 2 Druckerhöhungsstationen gebaut, die neben den Pumpen mit Dieselmotorenantrieb (geliefert vom VEB Maschinenbau Halberstadt) auch Rohrleitungen, Elektrik, Isolierung und Farbanstrich beinhalteten und vom VEB TechnoCommerz Berlin, einem Außenhandelsbetrieb der DDR, im direkten Export realisiert worden waren. Er hatte mir einige Fotos dieser Baustelle gezeigt und mich mehr oder weniger ermutigt, mich als Reisekader zu melden und einen Antrag auf Bestätigung zu stellen, wenn ich an einer solchen Tätigkeit interessiert sei. „Mehr als nein sagen kann die Kaderleitung und später die STASI auch nicht, wenn da irgendetwas in deiner Biografie für die nicht stimmt. Du kannst nur gewinnen“, hatte er mir damals ans Herz gelegt und so hatte ich mich eben beworben.
Etwas später, als ich die erste Annäherung in dieser Richtung beim Kaderleiter vollzog, hatte dieser mich im „klassischen Sächsisch“ angeblafft: “Da kann ja jeder kommen und sich bewerben. Wir suchen schon im Vorfeld geeignete, parteipolitisch gefestigt Kollegen aus, die aus unserer Sicht befähigt sind, einen würdigen Auslandsdienst zu leisten. Diese müssen sowohl fachlich, vor allem aber ideologisch gefestigt sein und unser Land würdig nach außen hin vertreten. Können sie das?“ Ich hatte mit einem klaren und unmissverständlichen „Ja „geantwortet und das sollte schließlich den Ausschlag gegeben haben. Er überreichte mir mehrere DIN-A4-Blätter mit vorgegeben Fragen und Fragetexten mit der deutlich sächsisch gefärbten Anweisung:
„Bitte sorgfältig ausfüllen und wieder bei mir persönlich abgeben, aber große Chancen räume ich ihnen nicht ein. Vor allem dauert eine Überprüfung lange.“
Nach ca. 1 ½ jähriger „Überprüfung“ (Aufklärung) meiner Person und allen zur Familie gehörenden Personen wurde nicht nur ich, sondern auch meine Frau und unsere beiden Kinder durch das Ministerium für Staatssicherheit als Auslandskader bestätigt. Manchmal ist es verrückt, wie etwas zustande kommt.
In der Abteilung Außenwirtschaft, in die ich ab November 1979 integriert wurde, waren die Kolleginnen und Kollegen tätig, die im direkten oder indirekten Export unsere Produkte vermarkteten und verkauften.
„Unsere Produkte“, die des VEB Pumpen-und Verdichteranlagen Halle-Leipzig waren komplette Pumpstationen für die Industrie, die Kraftwerke und die Landwirtschaft sowie komplette Kompressorenstationen für die Industrie, die Kraftwerke und alle sonstigen Bedarfsträger.
Ich wurde in die Montageabteilung dieses Bereiches versetzt und hatte nun ganz andere Aufgaben, als ich sie zuvor in der Montageabteilung Inland hatte.
Neue Bergriffe, neue Termini, neue Abläufe, neue Kollegen, neue Umstände und geleitet von einem erfahrenen Abteilungsleiter, der selbst als Bauleiter mehrere Jahre, vorrangig im Irak, Dienst getan hatte. Dem konnte nicht nur ich als AuslandsNeuling, sondern auch keiner der schon erfahrenen Montageingenieure etwas vormachen, denn er kannte sich in jedem Detail bestens aus. Erfahrene Leiter leiten souverän und das macht sie so angenehm, weil sie wissen was zu tun und was zu lassen ist, vor allem aber, was sofort zu tun ist und was auf jeden Fall zu unterlassen ist.
Sie kennen sich aus in den lokalen Gegebenheiten, berücksichtigen in jeder ihrer Entscheidung die Maschinen-Technischen Grundlagen und Ressourcen, die glaubensrechtlichen Einflüsse, die technischen und wissenstechnischen Möglichkeiten sowie die Erfahrungen und Kenntnisse der Leute vor Ort (Fertigkeiten).
Das ist es, was einen erfahrenen Vorgesetzten verkörpert: das Wissen, die Erfahrung, die Souveränität und die immerwährende Freundlichkeit!
Ein Wort zu den beiden Formen des Exportes:
Indirekter Export: eine Firma projektiert, liefert und baut eine Leistung gegenüber einer anderen Firma auf und nimmt diese Leistung auch in Betrieb. Sitzt die Firma, an die die Leistung verkauft wird im eigenen Land und diese veräußert die Leistung an eine dritte Firma mit einer Lizenz zum Export ins Ausland, so wurde dies als indirekter Export bezeichnet.
Direkter Export: eine Firma projektiert, liefert und baut eine Leistung gegenüber einer Firma mit einer Lizenz zum Export, so wurde dies als direkter Export bezeichnet. So oder so ähnlich.
Indirekter Export
Direkter Export
Lieferant:
PVA
PVA
Empfänger:
ZAB Dessau (indirekt)
(direkt)
Außenhandel: Vertragspartner: Montageort Objekt:
SKET Magdeburg (AHB) Bauministerium Syrien Zementwerk Tartous Kompressorenstation
TechnoCommerz GmbH (AHB) Landwirtschaftsministerium Irak Pumpstation Hilla-Kifil Pumpstation
Legende:
PVA
–
VEB
P
umpen-und
V
erdichter
a
nlagen Halle-Leipzig (mein Betrieb)
ZAB
–
VEB
Ze
ment
a
nlagen
b
au Dessau
SKET
–
VEB
S
chwermaschinen
k
ombinat „
E
rnst
T
hälmann“
AHB
–
Außenhandelsbetrieb
VEB
–
Volkseigener Betrieb
Ein wenig kompliziert das ganze, aber genau das wollte ich ja mit der Darstellung hervorheben, wiewohl es keine Rolle für den Buchinhalt spielt.
