Hexe wider Willen - Christine Stutz - E-Book

Hexe wider Willen E-Book

Christine Stutz

5,0

Beschreibung

Die Urhexe liegt im Sterben. 11 junge Mädchen, die erwählt wurden, treffen sich auf Befehl der Regierung, in einer Schule, um aus ihnen die neue Urhexe zu erwählen. Die junge Amanda, nur eine Halbhexe, ist sich sicher- Sie ist hier komplett verkehrt. Sie hat es eilig, die Schule wieder zu verlassen und zurück in ihren geliebten Wald zu kommen. Doch, wie die anderen 10 Mädchen, geboren unter dem Artegio- Mond, muss sie sich ihrer Bestimmung stellen. Zu Seite steht ihr dabei ein freches Eichhörnchen und ein äußerst sturer Lehrer, der nicht akzeptieren will, das Amanda unpassend für diese gewaltige Aufgabe zu sein scheint

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern
Kindle™-E-Readern
(für ausgewählte Pakete)

Seitenzahl: 80

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS
Bewertungen
5,0 (1 Bewertung)
1
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Hexe wider Willen

TitelseiteProlog1.Kapitel2. Kapitel3.Kapitel4.Kapitel5.Kapitel6.Kapitel7.Kapitel8.KapitelEpilogImpressum

Hexe

Wider

Willen

Prolog

Ein wunderschöner, milder Frühlingstag kündigte sich an. Der lange, nicht enden wollende Winter, schien endlich seine Macht verloren zu haben. „Endlich Frühling“ dachte der große blonde Mann, er schloss seine Augen und atmete tief die frische Luft ein. Er genoss die Ruhe. Dann seufzte er auf. Denn noch bevor der Frühling zu Ende war, würde sich das Schicksal der Welt neu entschieden haben.

William Spencer stand an der Tür der großen Schule und sah auf die vielen Schüler herunter. Kinder verschiedenen Alters tobten oder standen auf dem Hof und genossen den ersten, warmen

Sonnenschein. Doch nicht sie waren es, auf die William wartete. Ungeduldig ging sein Blick zu seiner Uhr.

Nach und nach trafen nun 10 Mädchen ein, einige elegant gekleidet, andere sportlich, landeten sicher mit ihren Besen auf dem Schulhof. Sie hoben nun ihre Zauberstäbe und große Gepäckstücke wurden sichtbar. Einige schienen sich zu kennen, lachend umarmten sie sich, und hoben ihre schweren Taschen auf. Er zog seine Augen zusammen. Die Mädchen waren also angekommen, sie hatten die Nachricht des Direktors also erhalten, waren dem Ruf der Zauberregierung gefolgt. Wieder glitt sein Blick über die Mädchen, alle sehr verschieden, alle einzigartig auf ihre Art. Schmale, sportliche Mädchen, dunkle oder helle Mädchenköpfe sahen abwartet und neugierig zu William herauf.

William schloss kurz seine Augen. Eins von diesen Mädchen würde sein Schicksal werden. Unter den ganzen Mädchen stand diejenige, die bald das Leben des erst 29-jährigen Mannes bestimmen würde, für die William bereit sein musste, zu sterben. Wieder lachten einige Mädchen auf. William seufzte, keins der jungen

Mädchen hatte anscheinend auch nur den Hauch einer Ahnung, warum sie von der Regierung hergerufen worden war.

Er hob seinen Kopf, und zählte kurz, eins der Mädchen fehlte. William sah auf seinen Zettel. Er rief einen Namen nach den anderen, die Mädchen antworteten. „Eine zu wenig. Es fehlt noch Amanda Tolpin, William.“ Der Direktor zog jetzt ein Foto aus seiner Aktentasche. Es zeigte ein schmales Mädchen mit merkwürdig faszinierenden Augen, leicht schräg und dunkelgrün. William konnte sich kaum vom Foto lösen. Was für ein schönes Mädchen, dachte er fasziniert. Er sah unwillig auf, als die Mädchen laut zu lachen begannen. Sein Blick traf auf ein Mädchen, das nun unsicher durch das große Schultor trat und sich vorsichtig umsah. „Schaut euch mal die an, die kommt zu Fuß. Kann sich wohl keinen guten Besen leisten“ Eins der Mädchen trat arrogant vor und zog an den langen Zöpfen des schüchternen Mädchens. „Und auch keinen guten Friseur. Seht euch nur mal die Frisur an. Lange Zöpfe! Wie alt ist sie, 12?“ fragte das Mädchen lachend. Das gehässige Mädchen wandte sich um, William stand urplötzlich hinter ihr und löste ihre Hand energisch aus den Haaren des anderen Mädchens, das nun zu weinen begann. „Miss Tolpin, nehme ich an?“ fragte William sanft das Mädchen, das nun nickte. William legte ihr seine Hand auf die schmale Schulter. „Gut, dann sind wir ja vollzählig.“ Sagte er mild. Er versuchte dem zitternden Mädchen seine Angst zu nehmen. „Wie sind sie hergekommen, Mädchen? Doch nicht wirklich zu Fuß, oder?“ fragte er unsicher. Das Mädchen hob ihren Kopf, in ihren grünen Augen konnte William sich verlieren, sie erinnerten ihn an Wald, Natur und klare Bäche. Ein schmales Lächeln erschien auf dem Gesicht des Mädchens. „Nein, Sir, vielleicht hat mich ja ein Hegaton hergebracht?“ sagte sie sehr leise.

„Das war jetzt ein Scherz, oder?“ fragte William das schüchterne Mädchen ungläubig, sie antwortete nicht. Wieder begann sie zu weinen, als sie der wütende eifersüchtige, Blick des anderen Mädchens traf. „Ich scherze nie, Mister.“ Antwortete sie leise.

1.Kapitel

Amanda riss verzweifelt ihre Zimmertür auf und warf sich weinend auf ihr Bett. Die blaue und goldene Farbe auf ihrem Umhang tropfte auf den Boden, als sie ihn achtlos über einen Stuhl warf.

„Schon wieder so schlimm, Liebes?“ Ein kleines, freches, Eichhörnchen sprang durch das offene Fenster ins Zimmer und setzte sich zu ihr aufs Bett. „Du hast den Zauber doch so gut geübt gestern, was ist diesmal danebengegangen?“ Das Tier hüpfte zu einer Schale und bediente sich an den Nüssen.

„Ich weiß nicht, Elenora. Ich weiß es wirklich nicht. Noch heute Morgen war alles in Ordnung, doch kaum betrat ich den Schulraum und wurde von Mister Spencer aufgerufen, da war alles weg. Der Lehrer und die vielen Mädchen sahen mich an und alles ging völlig daneben. Ich wollte es so richtig gut machen, habe die Decke in Blau und dann golden gefärbt, doch dann machte diese Titania wieder eine gehässige Bemerkung und alles fing an zu tropfen. Die Farbe lief auf den Lehrer, die anderen Mädchen und alles schrie durcheinander. Ich bin eine Versagerin.“ Amanda weinte leise vor sich hin. „Sie nennen mich bereits Amanda Tölpel. Haben meinen Nachnamen verunglimpft.“ Wütend hob sie ihre Hand und der schmutzige Umhang verschwand.

Sie sah zu dem Eichhörnchen herüber, dass sich nun die Schnauze putzte und aufseufzte. „Das bist du nicht, Liebes, du bist eine ausgezeichnete Hexe. Du schaffst die tollsten Sachen, wenn du allein bist. Es fehlt dir nur an Selbstsicherheit.“ Das Tier verstummte und verschwand unter dem Bett, als es nun an der Tür klopfte. „Was wollen sie noch! Habe ich mich für heute nicht genug blamiert?“ Amanda ahnte, wer vor ihrer Tür stand. Der einzige Mensch, der ihr hier in dieser riesigen Schule wohlgesonnen war, der nett zu ihr war. „Ich sagte doch bereits, dass ich eine Niete bin!“ Ihr Lehrer war der einzige, der ihr immer wieder Mut machte, ihr Kraft zum Weitermachen gab. Und ausgerechnet ihn schnauzte sie ununterbrochen an.

„Ich bin`s Amanda, William Spencer. Und sie sind keine Niete!“ rief er durch die geschlossene Tür. „Bin ich wohl!“ antwortete sie wütend. „Sehen sie es endlich ein. Sie sollten erlauben, dass ich Nachhause darf!“

„Sie sind keine Versagerin, keine Niete, Amanda Tolpin, verdammt noch mal! Und auch wenn sie mich noch 100-Mal fragen ob sie Heim dürfen, so bleibt meine Antwort Nein! In einer halben Stunde geht der Unterricht weiter. Wir treffen uns im großen Saal.“ Der Lehrer wartete einen Augenblick auf eine Antwort, doch Amanda schwieg wütend. Er ging schließlich und Amanda seufzte leise auf. Wenigstens er war immer nett zu ihr, sie seufzte erneut auf, dabei hatte doch gerade er allen Grund sie zu tadeln. Sie war bei weitem die schlechteste Schülerin in seiner Klasse.

Seit vier Wochen besuchte sie nun schon die Nordwand- Schule, war auserwählt worden, zusammen mit 10 anderen Mädchen. Doch, während diese Mädchen ausgezeichnete, überragende Hexen waren, denen alles mit Bravour gelang, versagte sie bereits bei den kleinsten Aufgaben. Regelmäßig wurde sie zum Gespött der anderen Mädchen, besonders diese Titania hatte es auf sie abgesehen. Gehässig und eifersüchtig beobachtete sie jede von Amandas Aufgaben. Jedes Mal, wenn William sie auch nur ansprach, mischte Titania sich gehässig ein. Amanda wusste, diese Titania hatte sich in William verliebt, sie lächelte, denn sie konnte es sogar verstehen. William Spencer sah nicht nur unverschämt gut aus, er hatte auch eine unwahrscheinlich beruhigende Art. Alle Mädchen schwärmten von ihm.

„Geh dich umziehen, Liebes, mit der Farbe im Haar kannst du nicht wieder rausgehen.“ Das Eichhörnchen schüttelte sanft seinen Kopf.

Schwerfällig erhob sich Amanda und ging ins Badezimmer. Ihre kleine Freundin hatte Recht, sie musste sich unbedingt waschen. Amanda fasste einen Entschluss. Sie würde nach der heutigen Unterrichtsstunde den Direktor aufsuchen und ihn bitten, die Schule wieder verlassen zu dürfen. Vielleicht ließ er sich ja erweichen und schickte sie Heim, bei ihrem Lehrer biss sie ja auf Granit.

Sie gehörte hier eindeutig nicht her. Ihre Mutter hatte sie im Einklang mit dem Wald erzogen. Auf ihrem Wunsch hin, hatte ihr Vater ein Haus am Rand eines riesigen Gebirges gekauft. Er war Handelszauberer und nur selten Zuhause. Mutter war sehr viel mit Amanda im Wald und im Gebirge gewesen, Amanda hatte die Tage genossen. Doch ihre Zauberausbildung wurde dadurch stark vernachlässigt, Amanda spürte es an jeden Tag hier in der Schule mehr. Ihr Heimweh wurde mit jedem Tag größer, sie vermisste den Wald und ihre Freunde.

„Meine Damen, die Vorbereitungstage sind um, sie sind nun seit vier Wochen hier in der Schule. Hat eine vor ihnen eine Ahnung, warum gerade sie ausgewählt wurden?“ William Spencer saß an seinen Tisch und sah ernst zu den 11 Mädchen, die alle etwas gemeinsam hatten. Geduldig wartete er auf eine Antwort. Er fragte sich, warum keins der Mädchen hier auch nur im entferntes ahnte, warum ausgerechnet sie ausgewählt worden waren. Sie alle waren so unglaublich jung, fast noch Kinder, und die Aufgabe, die auf eine von ihnen wartete, alles andere als leicht. William hätte sich gewünscht, diese Entscheidung noch einige Jahre heraus zögern zu können. Doch lag das leider nicht in seiner Macht.

Endlich hob Amanda zaghaft ihre Hand. Er nickte dem jungen Mädchen ermutigend zu. Sie hatte es wahrlich nicht leicht hier in dieser Gruppe. Ihre Zauberkraft lag weit hinter der der anderen. Keins der Mädchen schien sich für die sanfte Amanda zu interessieren. „Nun, was meinen sie Amanda?“ fragte er sie leise. Titania lachte laut auf. „Wen interessiert das schon?“ fragte sie frech, alles lachte. William verzog grimmig sein Gesicht, sofort nahm Amanda ihre Hand wieder herunter und drehte ihren Kopf zum Fenster. „Sagen sie ruhig, was sie meinen, Amanda, mich interessiert es sehr.“ Sagte William sanft. Ohne auf die anderen Mädchen zu achten kam er zu Amandas Platz, hob seine Hand und legte sie beruhigend auf die Schulter des Mädchens. Er spürte, wie sie sich etwas beruhigte.

„Vielleicht liegt es daran, dass wir alle 18 Jahre alt sind und im Juni geboren wurden.“ Sagte Amanda endlich. Sie hob ihren Blick zum Lehrer und sah ein winziges Lächeln in dessen Gesicht. „Richtig, Mädchen sehr gut. Und was bedeutet das?“ fragte er sie weiter. Die anderen Mädchen sahen sich unsicher an, keine wusste zu antworten. William seufzte leise.

„Im Juni vor 18 Jahren erschien der Artegio Mond 11X am hellen Tag.“ Flüsterte Amanda, leise, schüchtern. „Das letzte Mal am 30.“