Hillarys Blut - Claudia Rossbacher - E-Book

Hillarys Blut E-Book

Claudia Rossbacher

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Beschreibung

Was geschieht, wenn auf einer kleinen Karibikinsel zu wenig Menschen sterben? Zu wenig Menschen, die ihren Leichnam der Medizin zur Verfügung stellen? Was, wenn deshalb Prämien für Körperspenden ausgesetzt werden? 3.000 US-Dollar für jede Leiche, die den Studenten die faszinierende Welt der Anatomie eröffnet. Als die deutsche Touristin Sonja Podolski in Antigua landet, ahnt sie noch nichts von den mörderischen Intrigen der Schönen und Reichen, die schließlich auch sie in Lebensgefahr bringen …

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Claudia Rossbacher

Hillarys Blut

Thriller

Impressum

Personen und Handlung sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen

sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Besuchen Sie uns im Internet:

www.gmeiner-digital.de

Gmeiner Digital

Ein Imprint der Gmeiner-Verlag GmbH

© 2016 – Gmeiner-Verlag GmbH

Im Ehnried 5, 88605 Meßkirch

Telefon 0 75 75/20 95-0

[email protected]

Alle Rechte vorbehalten

Lektorat: Katja Ernst

E-Book: Mirjam Hecht

Umschlagbild: © Hannes Rossbacher

Umschlaggestaltung: Benjamin Arnold

ISBN 978-3-7349-9414-2

Widmung

Für meinen Mann Hannes, der immer für mich da ist,und für Jürgen, unseren großherzigen Freund.

Prolog

So, so. Du meinst also, das hier ist das Paradies. Die Palmen in der Morgensonne, der feine weiße Sand zwischen deinen Zehen und die Brise, die ihn perfekt macht, den ewigen Sommer, der ganz ohne schwüle Hitze auskommt. Wir werden ja sehen, Sonja. Wir werden sehen.

1. Kapitel

Antigua, West Indies, Dezember 2004

Sonja rekelte sich auf ihrer Strandliege, den Blick auf das türkisfarbene Meer gerichtet. Winter in der Karibik. Das war es, wovon sie schon immer geträumt hatte. Erst vor zwei Tagen war sie endlich in Antigua gelandet, nachdem sie zu Hause alles an den Nagel gehängt hatte: ihren Job als Grafikdesignerin in einer Münchner Werbeagentur, dazu Stephan, mit dem sie nicht nur beruflich, sondern auch privat ein Team gewesen war. Stephan Schneider war ein Mann, auf den man sich verlassen konnte: rücksichtsvoll, zuverlässig und treu. Fast fünf Jahre lang hatten sie eine schicke Dachterrassenwohnung, die meisten Freunde und mehr oder weniger dieselben Interessen geteilt. Und zweimal in der Woche Sex gehabt. Sonja vermochte nicht zu sagen, wann sich die Langeweile in ihre Beziehung eingeschlichen hatte. Und bei ihr das Gefühl daran zu ersticken. Dabei hatte alles so gut begonnen. Als wären sie füreinander bestimmt. Sonjas anmutige Erscheinung, ihr schlanker, sportlicher Körper und ihr apartes Gesicht hatten Stephans Interesse auf Anhieb geweckt, als sie sich an ihrem ersten Arbeitstag als Grafikerin in der Agentur begegnet waren, für die er heute noch als Kreativdirektor arbeitete. Auch Sonja war von Stephans ruhiger Art, die so viel Stärke ausstrahlte, von Anfang an begeistert gewesen. Das war nun fast fünf Jahre her. Sonja wusste, dass Stephan sie noch immer für eine Traumfrau und die zukünftige Mutter seiner Kinder hielt, obwohl sie ihm vergangene Woche den Laufpass gegeben hatte, um sich irgendwo in der Karibik selbst zu finden.

Eine dunkle Wolke schob sich vor die Sonne. Sonja erinnerte sich, wie Stephan verzweifelt versucht hatte, sie aufzuhalten. Er hatte mit den Tränen gekämpft, sie angefleht zu bleiben. Sie war trotzdem gegangen. Schweren Herzens zwar, aber entschlossen, ein neues Leben ohne ihn anzufangen. Irgendwann würde sein Schmerz der Wut weichen, die ihr stets geholfen hatte, mit Trennungen fertigzuwerden, hoffte Sonja und zwang sich, die Gedanken an Stephan zur Seite zu schieben. Für sie war es nun Zeit, an sich selbst zu denken und herauszufinden, was sie mit ihrem weiteren Leben anfangen wollte. Verdammt! Ein dicker Tropfen traf sie mitten auf der Stirn. Eilig schnappte sie sich ihr Badetuch und die Flipflops, packte beides in ihre Basttasche und rannte barfuß zur Strandbar hinüber, wohin auch die wenigen anderen Strandbesucher vor dem warmen Regenschauer flohen.

Dort angekommen kramte sie ihren gelben Pareo aus der Tasche und schlang ihn um ihre Hüften, ehe sie sich an die Bar setzte, um einen Cappuccino zu bestellen.

»Excuse me. Do you have matches?«, fragte eine braun gebrannte Blondine und nahm auf dem Barhocker neben Sonja Platz.

»No, sorry. I stopped smoking«, antwortete Sonja und lächelte die Frau an.

»Sie sind Deutsche, nicht wahr?«, fragte die Fremde und griff nach dem Feuerzeug, das ihr der gut gebaute Barkeeper zugeschoben hatte.

»Ja, ich bin aus München.« Sonja ärgerte sich ein bisschen, dass ihr Akzent so deutlich war.

»Ich bin halb Deutsche, halb Amerikanerin und war mal Sängerin. Feines Gehör, weißt du? Ich darf doch du sagen?«, fragte die Unbekannte in perfektem Hochdeutsch und zündete sich eine Zigarette an.

»Ja, klar. Ich bin Sonja Podolski. Freut mich.« Sonja streckte ihr die Hand entgegen. Die Frau neben ihr ergriff sie mit einem herzlichen Lächeln.

»Ich bin Hillary, nice to meet you. Du hast dir das Rauchen abgewöhnt? Finde ich toll. Ich schaffe es einfach nicht. Ich rauche viel zu gern«, sagte sie und nahm genüsslich einen tiefen Zug von ihrer Zigarette.

»Ehrlich gesagt fällt es mir noch immer schwer aufs Rauchen zu verzichten. Aber weißt du, in meinem Leben hat sich in letzter Zeit vieles geändert. Die Trennung von den Glimmstängeln war da noch die einfachste Übung.« Sonja seufzte und blickte direkt in Hillarys grüne Augen. Sie musste in ihrem Alter sein, um die 30, schätzte Sonja. Eine hübsche, interessante Person.

»Oh, du hast dich getrennt?«, fragte Hillary interessiert.

»Ja. Von meinem Job, meinem Freund, meinem Zuhause und von den Zigaretten.« Merkwürdig, es war sonst gar nicht ihre Art, wildfremde Menschen in ihr Leben einzuweihen. Aber diese Hillary mit ihrem offenen Wesen war ihr auf Anhieb sympathisch.

»Wow! Ein bisschen viel auf einmal. Und jetzt machst du Urlaub, um dich von all dem zu erholen? Verstehe. Wie lang bleibst du in Antigua?«, erkundigte sich Hillary.

»Ich weiß nicht so genau. Ein halbes Jahr vielleicht, mal sehen …«

»Das finde ich schön. So viele Freundinnen habe ich hier nämlich nicht. Die meisten reisen nach zwei, drei Wochen wieder ab.« Hillary lächelte sie an. Anscheinend war sie ehrlich begeistert über die Begegnung mit Sonja.

2. Kapitel

Greg Darnell fuhr seinen PC hoch. Einige Klicks später stellte er zufrieden fest, dass er vergangene Nacht fast 50.000 US-Dollar verdient hatte. Steuerfrei, während er geschlafen hatte. Seine Idee, von der Karibikinsel aus ein Internetcasino zu betreiben, war ein voller Erfolg und hatte den Multimillionär noch um ein Vielfaches reicher gemacht. Erst vor drei Jahren hatte er seinen Zeitungsverlag in London für eine ansehnliche Summe an eine amerikanische Investorengruppe verkauft. Danach war er mit seiner frisch angetrauten jungen Frau an Bord eines luxuriösen Kreuzfahrtschiffes gegangen, um nach dem idealen Ort für ihr neues gemeinsames Leben zu suchen. Was sie hier fanden, begeisterte beide. Antigua war vom Klima verwöhnt. Die beständig warmen Temperaturen, zahlreiche Sonnenstunden und tropische Regengüsse zwischendurch ließen die Vegetation das ganze Jahr über in üppigem Grün wuchern. Ab und an konnten die Sommer zwar zu trocken ausfallen, aber das war eher die Ausnahme, und die Natur erholte sich rasch, sobald der Regen zurückkehrte.

Die Darnells hatten die Insel bei ihrem ersten Besuch mit einem Leihwagen abseits der wenigen Touristentrampelpfade erkundet und waren schließlich zur Überzeugung gelangt, ihr Paradies gefunden zu haben. Sie liebten den unverfälschten Charme der Insel und der Menschen, die hier lebten, das saubere Meer und die vielen einsamen Strände, die kaum ein Tourist je betreten hatte. Der hiesige Fremdenverkehr konzentrierte sich vorwiegend auf die wohnblockgroßen Kreuzfahrtschiffe, die morgens ihre Passagiere ausspuckten und abends wieder einsogen. Dazwischen wurden die Tagesausflügler mit klapprigen Kleinbussen zu ein paar ausgesuchten Touristenstränden gekarrt, von denen die Einheimischen behaupteten, sie hätten als Kulisse für einen Bacardi-Werbespot gedient. Die Kreuzfahrer des 21. Jahrhunderts glaubten ihre Geschichten nur allzu gern. Warum auch nicht? Sie knipsten ihre Beweisfotos und kehrten zurück in die Hauptstadt St. John’s, um den Rest des Tages mit zollfreiem Einkaufen an der Heritage Quay – der Shoppingzone direkt am Hafen – oder bei Burgern, Fritten und heimischem Wadadli-Bier in Hemingway’s Bar zu verbringen, ehe sie wieder an Bord gingen. Abseits des einträglichen Kreuzfahrtgeschäfts schien in Antigua alles perfekt organisiert, um die Insel und ihre Bewohner vor dem Massentourismus zu bewahren. Dabei steckte weniger clevere Strategie oder gar touristischer Weitblick dahinter als vielmehr die Mentalität der stolzen Antiguaner. Mit ihrer distanzierten Haltung gegenüber Fremden ersparten sie ihrer Heimat das Schicksal vieler anderer Karibikinseln, die vor allem in der Wintersaison von Pauschaltouristen regelrecht besetzt wurden. Hier war die exklusive quirlig-bunte Karibikwelt weitestgehend noch in Ordnung.

Die Darnells verlegten ihren Wohnsitz nach Antigua, und Greg ließ den Großteil seines Vermögens auf eine der unter Millionären so beliebten Offshore-Banken transferieren, wo es sich steuerfrei, mit höherem Zinssatz als irgendwo anders, vermehren konnte. Eine Zeit lang genossen sie das entspannte Luxusleben auf ihrer Trauminsel in vollen Zügen. Bis Greg plötzlich auf eine geniale Geschäftsidee kam, die er seiner Vergangenheit als professioneller Casinospieler zu verdanken hatte. Niemand in seiner Umgebung ahnte etwas von diesem dunklen Kapitel seiner Lebensgeschichte. Damals hatte er kurz vor dem Ruin gestanden.

Und jetzt wusste er sogar, wie er seine überwundene Spielsucht zu barem Geld machen konnte. Er plante, das erfolgreichste Casino im weltweiten Netz zu betreiben. Mit dreidimensionalen Sälen und Spieltischen, an denen mehrere Spieler auf der ganzen Welt live gegeneinander spielen konnten. Mit Originalgeräuschen und stimmungsvoller Hintergrundmusik, die schon beim Einstieg authentisches Casinogefühl aufkommen ließen. Keines der Spiele sollte manipuliert werden, alles völlig legal ablaufen, zumindest nach der liberalen Gesetzgebung des Karibikstaates. Nach einigen Monaten Entwicklungsarbeit, für die er ein kleines, feines dänisches Softwareunternehmen angeheuert hatte, war sein Casino online und warf schon im ersten Quartal fette Gewinne ab. Gregs virtuelle Gäste spielten Roulette, Black Jack, Baccara und Poker und verzockten dabei reales Geld. Ganz bequem von zu Hause aus und rund um die Uhr, wie es die Mailings versprachen, die mittlerweile an 30.000 potenzielle englische Spieler verschickt worden waren. Vor ein paar Wochen erst waren einige virtuelle einarmige Banditen hinzugekommen, die wiederum neue Klientel anlockten. Wenngleich er ab und zu recht ansehnliche Beträge auf die Konten einiger weniger glücklicher Gewinner überweisen musste, so loggten sie sich irgendwann doch wieder ein, um schlussendlich alles zu verlieren. Denn eines war klar: Die Bank gewinnt immer. Und die Bank war in diesem Fall Greg. Zumindest nach Abzug der vergleichsweise geringen Kosten fürs Marketing, die Entwicklung neuer Spiele und die laufende Wartung der Server, um die sich die Softwarefirma in Kopenhagen kümmerte.

»Schatz, möchtest du Kaffee?«, fragte Hillary und stand mit einer dampfenden Tasse in der Tür seines Arbeitszimmers. Sie fand es hier immer eiskalt, aber Greg brauchte einen kühlen Kopf zum Arbeiten.

»Danke. Stell ihn einfach irgendwo hin«, murmelte er, in Gedanken ganz bei der E-Mail, die er gerade an Anthony Gibbs, seinen hiesigen Anwalt, schrieb.

»Kann ich dich etwas fragen, Greg?« Hillary stellte die Kaffeetasse auf der spiegelnden Pianolackplatte seines Schreibtisches ab.

»Tust du doch schon«, schnauzte Greg sie an. Wenn er etwas nicht leiden konnte, dann während der Arbeit aus seinen Gedanken gerissen zu werden.

Hillary schluckte wie so oft ihren Ärger über seine forsche Reaktion hinunter. »Können wir am Nachmittag mit dem Boot hinausfahren? Ich habe gestern eine junge Frau kennengelernt. Sonja aus München. Sie ist sehr nett. Ich habe sie zum Schnorcheln eingeladen.«

»Von mir aus. Punkt 14 Uhr legen wir ab. Und jetzt lass mich in Ruhe weiterarbeiten«, antwortete Greg, ohne seiner Frau auch nur einen kurzen Blick zu schenken. Dabei sah Hillary zum Anbeißen aus in ihrem knappen weißen Bikini, der von dünnen Bändchen mit bunten Perlen gehalten wurde.

Mit einem kaum hörbaren Seufzen verließ sie das klimatisierte Büro, das ihr nicht nur wegen der geringen Raumtemperatur Gänsehaut bereitete. Egal. Sie würde den Nachmittag mit ihrer neuen Bekanntschaft verbringen. Und Greg würde bis dahin auch bessere Laune haben. Wie immer, wenn er seine heiß geliebte Motorjacht bestieg.

3. Kapitel

Sonja köpfte gerade ihr Frühstücksei, als ihr Handy klingelte.

»Hallo, Süße«, zwitscherte Hillary gut gelaunt ins Telefon.

»Hi, Hillary. Wie geht‘s dir?«, erkundigte sich Sonja.

»Super. Hör zu, Sonja. Ich hole dich um halb zwei im Hotel ab. Dann fahren wir mit unserer Jacht hinaus, okay?«

»Ja, gern. Ich warte in der Lobby auf dich. Ich freu mich schon.« Sonja machte sich nicht besonders viel aus Booten. Ihr letzter Segelausflug hatte im zarten Alter von zwölf Jahren im frostigen Chiemsee geendet, was ihr eine lästige Erkältung beschert hatte. Doch sie freute sich auf Hillary. Sie war die Erste, die sie hier kennengelernt hatte. Sonja brauchte dringend ein bisschen Gesellschaft – abgesehen von den krebsroten, ständig betrunkenen All-Inclusive-Engländern am Hotelpool, die Sonja nur vom Wegschauen kannte. Sie beschloss, den restlichen Vormittag am Strand zu verbringen, ihren Roman weiterzulesen und dabei nicht an Stephan zu denken. Zufrieden biss sie in ihr Frühstücksbrötchen und blickte durch ihre übergroße schwarze Sonnenbrille, die sie ein wenig wie Audrey Hepburn aussehen ließ, zum azurblauen Himmel. Was für ein perfekter Tag.

4. Kapitel

Dr. Jeffrey Gellers Mobiltelefon spielte das Lied vom Tod. Genau der passende Klingelton, dachte er, als ihm das Display die Nummer des Anrufers zeigte. Jeff konnte ein sarkastisches Grinsen nicht unterdrücken.

Der Chefarzt des Stanton Hospitals war ein großer athletischer, dunkelhaariger Mann in seinen frühen Vierzigern. Dass er noch dazu ledig war, machte ihn für seine zahlreichen Verehrerinnen umso begehrenswerter.

»Hi, Samuel. Was gibt‘s?«, fragte er scheinheilig, während er in seinen schwarzen Land Rover stieg, um zum Krankenhaus zu fahren.

»Doktor Geller, ich hab da wieder was für Sie. Männlich, schwarz, ungefähr 30. Gut erhalten. Interessiert?«

Jeffs Gesicht nahm einen förmlichen Ausdruck an. »Klar, Sam. Wann kannst du liefern?«, erkundigte er sich bei dem Anrufer, mit dem er seit gut einem halben Jahr im Geschäft war. Von seinem Gehalt als Unfallchirurg und Chefarzt im lokalen Hospital ließ es sich zwar recht gut leben, aber mit den Nebeneinkünften der letzten Monate und seinem alten Motorboot als Anzahlung konnte er sich endlich das neue, superschnelle Sunseeker-Speedboat leisten.

»Wie wär‘s in einer Stunde?«, fragte Sam.

»Perfekt. Ich erwarte dich.« Jeff beendete das Gespräch mit einem selbstzufriedenen Lächeln. Zehn Minuten später stellte er sein Auto auf dem für ihn reservierten Parkplatz vor der Klinik ab. Seine Assistenzärztin, Dr. Nekisha Jacobs, huschte auf ihren endlosen Beinen an ihm vorbei, als sich die gläserne Eingangstür zum Foyer automatisch öffnete. Wie immer schenkte ihm die dunkelhäutige Schönheit ein strahlendes Lächeln, dass ihm ganz anders wurde.

»Guten Morgen, Nekisha. Na, hatten wir einen schönen freien Tag?«, erkundigte sich Jeff.

»Oh ja, Jeff. Danke.«

Was für eine heiße Braut, dachte Jeff. Das letzte Mal war sie abgegangen wie ein Ferrari. Er blickte auf seine erst kürzlich erstandene stählerne Rolex Daytona. Noch 50 Minuten bis Sam eintreffen würde. Zeit genug, um E-Mails zu checken und Kaffee zu trinken. Und dann nichts wie runter in die Notaufnahme.

5. Kapitel

Schon im Fahrstuhl hörte Jeff die Sirenen des heranrasenden Rettungswagens. Gerade als sich die Lifttür öffnete, hielt das Einsatzfahrzeug vor der Klinik an. Gutes Timing, Sam, dachte er.

Sekunden später schob Samuel Jacobs die Bahre mit einem blutüberströmten Mann im Laufschritt durch die nahezu menschenleere Wartehalle. Der fettleibige Rettungswagenfahrer hatte sich erst gar nicht die Mühe gemacht ihn zu begleiten. Auf Henrys Trägheit war wie immer Verlass.

»Autounfall, Doktor! Er hat sehr viel Blut verloren!«, schrie Sam, als Jeff ihm entgegeneilte.

»Danke, Sam! Wir kümmern uns um ihn. Rodney, hierher!«, wandte sich Jeff einem Pfleger zu. »Ab in den OP! Sofort!«

Zwei Minuten später stellte der Chefarzt den Tod seines Patienten fest und ließ den Leichnam in die Pathologie bringen. Gut gemacht, Sam. 200 US-Dollar für dich. Und 3.000 für mich. Das war der Preis, den sein Auftraggeber für jede Lieferung bezahlte. Den lukrativen Deal hatte Jeff mit dem angesehenen Dekan der benachbarten Privatuniversität für Medizin abgeschlossen. Bei einem gemeinsamen Abendessen hatte sich Professor Dr. Sidney Watt beklagt, dass auf der Insel mit ihren rund 80.000 Einwohnern einfach zu selten gestorben würde. Der ehrgeizige Dekan brauchte deutlich mehr Leichen für die Ausbildung seiner Studenten. Schließlich erwarteten die finanzkräftigen Familien, die ihre Kinder aus aller Welt hierher schickten, die besten Studienbedingungen.

Jeffs Vorschlag, seine internationalen Beziehungen spielen und die benötigten Studienexemplare gegen einen Unkostenbeitrag von 3.200 US-Dollar nach Antigua transportieren zu lassen, hatte der Professor dankbar angenommen. Insgeheim hatte Jeff jedoch beschlossen, das Geld größtenteils selbst einzustecken, und hatte Samuel Jacobs angeheuert, um für heimischen Nachschub zu sorgen.

Sam wäre viel lieber sauber geblieben, wo er endlich einen richtigen Job und damit eine Zukunft hatte. Dummerweise stand er in der Schuld des Chefarztes. Ausgerechnet Jeff hatte dem auf Bewährung entlassenen Häftling einen Job als Rettungsassistent besorgt, nachdem sich seine Cousine Nekisha für ihn eingesetzt hatte. Und Jeff ließ keinen Zweifel aufkommen, dass Sam auch genauso schnell wieder auf der Straße sitzen würde, wenn er nicht regelmäßig lieferte. Es blieb Sam also gar nichts anderes übrig, als den Doc zufriedenzustellen. Einige der Notfallpatienten starben auf dem Weg ins Krankenhaus sowieso. Bei den meisten musste Sam jedoch nachhelfen.

Wie Samuel Jacobs zu seinen Leichen kam, interessierte Jeff herzlich wenig. Vielmehr interessierte ihn Nekisha, die er schon bald zur Jungfernfahrt mit seiner neuen stromlinienförmigen Sunseeker einladen würde. Jungfernfahrt mit Nekisha. Das hatte was. Jeff grinste bei dem Gedanken an einen wilden Ritt übers Meer.

Zuerst musste er sich aber um Formalitäten wegen der Leiche kümmern. Die Witwe des Verstorbenen wartete bereits in der Halle. Jeff benötigte ihre Einwilligung, den Leichnam ihres Mannes der Medizin zur Verfügung zu stellen. Für den Fall, dass jemand nachfragte. Eine einfache Übung für den charmanten Dr. Geller, der nichts besser beherrschte, als Frauen dazu zu bringen, ihm genau das zu geben, was er wollte.

Danach würde er noch den üblichen Papierkram erledigen. Nichts Besonderes. Schließlich handelte es sich nur um ein weiteres bedauerliches tödliches Unglück, das einem Einheimischen auf den holprigen Straßen der Insel widerfahren war. Und um einen weiteren Glücksfall für Dr. Gellers Nummernkonto auf den Cayman Islands.

6. Kapitel

»Greg-Schatz, darf ich dir Sonja vorstellen?«, rief Hillary vom Bootssteg aus ihrem Mann zu, der Punkt 14 Uhr auf der Brücke seines Powercats stand, um die zwei 250-PS-Dieselmotoren zu starten. Hillary liebte diesen 13 Meter langen Katamaran, der auch bei rauem Seegang relativ sanft über die karibischen Wellen glitt. Zwei Schlafkajüten, zwei Waschräume und eine voll ausgestattete Kombüse boten alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten für ihre Tagesausflüge. Aber auch größere Distanzen ließen sich mit der Laguna bequem bewältigen. Bei heftigen Regengüssen kam Greg unter Deck, um die Jacht von der Kajüte aus zu steuern, ohne dabei nass zu werden. So hatten die Darnells schon einige Nachbarinseln mit der Laguna besucht, meist in Begleitung von Gregs Geschäftspartnern.

Hillary und Sonja hüpften eine nach der anderen auf das geräumige Achterdeck, während Greg die Stufen von der Brücke herabstieg.

»Sonja, das ist mein Mann, Greg.« Hillary stellte ihre Tasche auf der weißen Ledersitzbank ab.

Greg schüttelte Sonjas Hand. »Willkommen an Bord, Sonja. Fühl dich ganz wie zu Hause.«

Sonja schluckte. Von wegen wie zu Hause, dachte sie, beeindruckt von der Luxusausstattung.

Hillary schien es eilig zu haben. »Los, Greg. Lass uns ablegen. Es ist so herrliches Wetter heute. Ich mache die Leinen los. Fahren wir zur Cades Bay?«, sprudelte sie vor lauter guter Laune förmlich über.

»Ist ja gut, Liebling. Willst du uns vorher nicht noch einen Drink anbieten?« Greg amüsierte sich sichtlich über seine überdrehte Frau.

»Ja, klar, sorry. Champagner für dich, Sonja?«

»Gern.« Sonja entging nicht, dass Greg sie von oben bis unten musterte. Er war ein eindrucksvoller Mann um die 50. Obwohl er etwas kleiner als Sonja und ein wenig untersetzt war, wirkte er mächtig auf sie. Aber das konnte auch an seiner schmucken Jacht liegen. Oder an der Art, wie er Hillary behandelte. Sonjas sensible Antennen hatten trotz seiner freundlichen Worte gleich wahrgenommen, dass er für gewöhnlich den Ton angab, auch wenn Hillary das zu ignorieren schien.

»Wir warten noch auf Jeff«, sagte Greg. »Er ist von der Klinik unterwegs hierher und müsste gleich da sein. Hast du Jeff schon kennengelernt, Sonja?«, fragte er und nahm das Champagnerglas entgegen, das ihm Hillary reichte.

»Nein, bisher noch nicht.« Sonja warf Hillary einen fragenden Blick zu.

»Jeff ist Arzt im Stanton Hospital. Ein guter Freund von Greg, der …«, setzte Hillary zur Erklärung an.

Greg fiel ihr ins Wort. »Er ist Chefarzt der Klinik und mein bester Freund auf der Insel. Ich bin sicher, ihr werdet euch mögen, Sonja. Meinst du nicht, Liebling?«

»Ja, sicher. Jeff wird dir bestimmt gefallen. Lasst uns jetzt endlich anstoßen. Auf gute Freundschaft!« Hillary hob ihr Glas.

Der eisgekühlte Champagner prickelte Sonjas Kehle hinunter. So lässt es sich leben, dachte sie und blinzelte in die Sonne. Auf einmal stand er vor ihr: Dr. Jeffrey Geller. Braun gebrannt, breitschultrig, weißes T-Shirt, ausgewaschene Jeans. Sonja wäre bei seinem Anblick fast am Jahrgangschampagner erstickt.

Jeff reagierte sofort. Er zog die hustende Sonja von der Sitzbank hoch, beugte ihren Oberkörper leicht nach vorn und klopfte ihr fachkundig zwischen die Schulterblätter. Während sie nach Luft rang, dachte sie nur, welch peinlichen Eindruck sie auf ihn machen musste.

»Und wessen junges Leben durfte ich soeben retten?« Jeff reichte Sonja ein blütenweißes Handtuch mit eingesticktem blauem Laguna-Schriftzug.

»Das ist Sonja. Meine Freundin aus München. Sonja, geht’s wieder?«, fragte Hillary besorgt.

»Besser«, röchelte Sonja und wischte sich Tränen aus den Augenwinkeln. »Danke. Du bist Jeff, nehme ich an.«

»Jawohl. Ich bin Jeff. Doktor Jeffrey Geller. Sehr erfreut«, antwortete er und hielt Sonjas Hand einen Augenblick zu lange fest.

»Ist ja schon gut, Doktor Jeffrey Geller. Möchtest du auch ein Glas Roederer Cristal?« Hillary winkte mit der Flasche.

»Ich weiß nicht. Scheint ein gefährlicher Jahrgang zu sein«, meinte Jeff, noch immer Sonja anlächelnd.

»Du oder der Champagner?«, fragte Hillary mit süffisantem Grinsen und schenkte ihm ein Glas ein.

»Witzig, Hillary. Wirklich witzig«, antwortete Jeff.

Bei Sonja und Greg löste Hillarys Kommentar herzliches Lachen aus, in das Jeff schließlich einstimmte.

»Eins zu null für Hillary«, sagte Greg und stieg zur Brücke hinauf.

»Du könntest die Leinen losmachen und die Fender einholen, Jeff«, schlug Hillary vor.

»Aye, aye, Käpten. Bin schon unterwegs. Vorsichtig trinken, meine Damen.«

»Was für ein Glück, dass wir dich haben, Doc!«, rief Hillary ihm hinterher.

Sonja fragte sich, woher ihr plötzlicher Sarkasmus kam. Ob zwischen den beiden etwas lief? »Zankt ihr euch öfter so?«, flüsterte sie ihrer Freundin zu.

»Na ja … Mich nervt seine Art. Jeff hält sich für unwiderstehlich.« Hillary rollte mit den Augen.

Ist er ja auch, dachte Sonja. Aber, das behielt sie lieber für sich. Zumindest so lange, bis sie herausgefunden hatte, was tatsächlich zwischen Hillary und dem, im wahrsten Sinn des Wortes, atemberaubenden Jeff lief.

Hillary zündete sich eine Zigarette an. »Nimm dich bloß in Acht vor ihm. Er vögelt alles, was nicht bei drei auf der Palme ist«, warnte sie Sonja.

Die hätte sich beinahe schon wieder am Champagner verschluckt, diesmal allerdings vor Lachen.

Die Laguna legte ab und fuhr langsam aus der Marina, vorbei an den schmucken Segelschiffen und den luxuriösen Motorjachten der Superreichen. Die meisten waren noch um einiges größer und teurer als die Jacht der Darnells. Viele von ihnen hatten Pooldecks, eine wartete sogar mit Bord-Hubschrauber auf.

Jeff leistete Greg auf der Brücke Gesellschaft, während die beiden Frauen in ihren Bikinis auf dem Sonnendeck am Bug saßen. Hillary kommentierte eifrig gestikulierend jedes Detail, das an ihnen vorbeizog. Sonja war beeindruckt von der Schönheit der Insel, von der sie bisher viel zu wenig gesehen hatte. Die kilometerlangen palmengesäumten, beinahe weißen Sandstrände wurden immer wieder von kleinen, heimeligen Buchten unterbrochen, die teilweise nur vom Meer aus erreichbar waren. Dahinter erstreckten sich die bewaldeten Hügel der Insel in sattem Grün. Hillary zeigte zum Horizont. »Dort drüben ist die Nachbarinsel Montserrat. Siehst du den Rauch, der aus dem Vulkan aufsteigt?«

»Ich dachte, das ist eine Regenwolke«, sagte Sonja.

»Nein. Das ist Soufrière Hills. Mitte der 1990er-Jahre ist der Vulkan mehrmals ausgebrochen. Fast die ganze Insel wurde damals verwüstet. Zwei Drittel der Bevölkerung sind geflohen. Die meisten nach Antigua. Beim letzten Vulkanausbruch im Sommer 2003 haben wir selbst miterlebt, wie der Wind die Asche bis zu uns herüberwehte. Der widerliche schwarze Staub war überall. Tagelang.«

»Und jetzt gibt der Vulkan Ruhe?«, fragte Sonja interessiert.

»Na ja. Du siehst ja, wie es da drüben qualmt. Keine Ahnung. Ich hoffe, er gibt Ruhe. Mittlerweile sind ja auch wieder viele Montserratianer in ihre Heimat zurückgekehrt«, erklärte Hillary.

»Mont-se-rra-tia-ner«, wiederholte Sonja. »Damit kannst du beim Fernsehquiz glatt eine Million Euro gewinnen.«

»Was soll ich mit ’ner läppischen Million? Weißt du was? Ich schenke sie dir«, schlug Hillary vor.

»Oh, danke. Ich kann sie sehr gut gebrauchen. Meine vergleichsweise bescheidenen Ersparnisse werden nicht ewig reichen«, erwiderte Sonja amüsiert.

»Da mach dir mal keine Sorgen. Mir fällt schon was ein.«

»Und was, bitte?«

»Lass mich nur machen. Du wirst schon sehen.« Hillary streckte sich auf dem Sonnendeck aus.

Die weitere Bootsfahrt genossen die beiden schweigend. Der Wind blies ihnen um die Ohren, die Sonne wärmte ihre Haut. Irgendwann nickte Sonja ein.

7. Kapitel

Sonja erwachte, als die Laguna ihr Ausflugsziel erreichte. Der palmengesäumte Traumstrand der Cades Bay lag direkt vor ihnen. Greg nahm Fahrt zurück. Jeff kam aufs Bugdeck, um Hillary mit dem Anker zu helfen, der unter lautem Rattern der schweren Kette im glasklaren Wasser versank.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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