Im Russlandkrieg von 1940–1945 - Wilhelm Heinrichs - E-Book

Im Russlandkrieg von 1940–1945 E-Book

Wilhelm Heinrichs

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Beschreibung

Autor: Wilhelm Heinrichs, Herausgegeben von Sven Haas. Festeinband mit 428 Seiten, 241 Fotos (davon 7 in Farbe), 64 Dokumente sowie 3 Landkarten.

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Seitenzahl: 360

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Wilhelm Heinrichs

5 Jahre und 25 Tage meines Lebens

Impressum

Umschlaggestaltung:SvenHaas,Mainz

Titelbilder: Wilhelm Heinrichs, Krefeld

1.Auflage 2014

ISBN 978-3-86777-691-2 gedruckte Ausgabe

ISBN 978-3-86777-733-9, E-Book [ePUb]

Repro, Satz und Layout:SvenHaas,Mainz

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2014

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Inhaber: Harald Rockstuhl

Mitglied des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V.

Lange Brüdergasse 12 in D-99947Bad Langensalza/​Thüringen

Telefon: 03603/​81 22 46

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

Der Verlauf des Krieges

Einleitende Bilddokumente

1941

1942

1943

1944

1945

Dokumente

Nachwort

VORWORT

Liebe Leserinnen und Leser,

„5Jahre und 25Tage meines Lebens“; so hat mein Großvater sein Kriegstagebuch genannt, welches ich mir vor etwa 2Jahren von meiner Mutter zum Anschauen nahm. Als ich sah, was er an Dokumenten und detailliertem Text über seine Zeit als Funker im 2.Weltkrieg zusammengetragen hatte, war ich beeindruckt. Annähernd jeden Tag in den über 5Jahren hat er, teilweise sehr ausführlich, dokumentiert. Ich begann zu lesen und mir wurde schnell klar, dass man dies der Nachwelt erhalten sollte. Im Zuge meiner nebenberuflichen Fortbildung zum staatlich geprüften Medientechniker keimte in mir gleich der Gedanke, dieses Buch als Abschlussprojekt zu bearbeiten und es in Buchform zu publizieren.

Mein Großvater starb 1989 im Alter von 69Jahren an einer Leberzirrhose – was möglicherweise eine späte Folge der Jahre im Krieg war. Ich war damals erst 9Jahre alt und kann mich nur teilweise an meinen Großvater erinnern. Ich bedauere es sehr, dass ich heute nicht mehr die Möglichkeit habe, mit ihm über seine Zeit während des Krieges zu sprechen, und ihn persönlich zu manchen Dingen zu befragen. Ob er mir bereitwillig Auskunft gegeben hätte, ist allerdings fragwürdig. Wenn man bedenkt, welch ein psychisches Trauma diese Kriegsgeneration davongetragen haben muss durch die Erlebnisse solch grausamer Dinge in so jungen Lebensjahren, ist es fast unglaublich, dass sie danach ein unbelastetes Leben führen konnte.

Über das letzte Jahr in russischer Gefangenschaft schreibt mein Großvater nur wenig. Dies ist darauf zurück zu führen, dass er seine letzten Tagebuchaufzeichnungen in der Gefangenschaft vernichtet hat, diese aber später – so gut es ihm möglich war – zu Hause rekapituliert hat. Es lässt sich nur erahnen, was er während dieser Zeit erlebt haben muss, da er sich beim Schreiben darüber recht bedeckt äußert.

Das gesamte Kriegstagebuch hat er ein Jahr nach seiner Gefangenschaft in Russland noch einmal komplett abgeschrieben und mit allen Dokumenten in chronologischer Reihenfolge versehen. Ich habe den Aufbau des Buches eng am Originaldokument orientiert. Text, Fotos und Dokumente sind annähernd genau in der Reihenfolge angeordnet, in der er sie damals abgeheftet hat. Auch die Bildunterschriften sind genau so, wie sie auf der Rückseite der Originalfotos stehen. Einige Fotos weisen keinerlei schriftliche Hinweise auf.

Manche Begriffe und Übersetzungen russischer Wörter habe ich in eckigen Klammern [] im Text ergänzt. Aus satztechnischen Gründen wurden einige Dokumente manchmal erst etwas weiter hinten platziert, als von meinem Großvater angeordnet.

Ganz herzlich möchte ich mich bei meinem Verleger Herrn Harald Rockstuhl bedanken, der ohne Zögern zusagte, dieses Tagebuch zu publizieren. Ein ebenso großer Dank geht an meine Mutter Margot Haas, ohne die die Arbeit an dem Tagebuch in dieser Form sicherlich nicht so gut möglich gewesen wäre.

Sven Haas (April 2014)

Original Tagebücher

Der Verlauf des Krieges

Seit dem ersten September 1939 ist Krieg. Polen wurde in 18Tagen besiegt. Am 9.April 1940 begann die Besetzung von Dänemark und Norwegen. Am 10.Mai folgte der Einmarsch in Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich. Nach 6Wochen war auch dieser Feldzug beendet. Bis Ende 1940 wurde der Luft- und Seekrieg gegen England geführt, während Italien im Mittelmeerraum gegen Engländer in Nordafrika und gegen Griechenland kämpfte. Zu Beginn des Jahres 1941 kommt Italien in schwere Bedrängnis. Niederlagen in Nordafrika folgt der Rückzug aus Griechenland und schwere Kämpfe in Albanien. Anfang April begann der Balkanfeldzug gegen Jugoslawien und Griechenland. In Nordafrika griffen deutsche Truppen die Engländer an. Am 20.Mai folgte die Invasion Kretas. Der Seekrieg wurde verstärkt geführt. Dann kam der 22.Juni 1941; der Beginn des Kampfes gegen Russland.

Am 9.Oktober 1940 werde ich zur Wehrmacht einberufen. Im Sammeltransport geht es zunächst nach Eberswalde. Von dort werden wir nach Aufteilung weitergeleitet nach Biesenthal (in der Mark) zur Nachrichten-Ersatz-Kompanie 83.Hier erfolgt unsere Rekruten-Ausbildung. Nach einigen Wochen werden wir in ein Barackenlager nach Lamke bei Bernau verlegt.

Nach der Ausbildung geht es im Dezember zum Schützen-Regiment 3 nach Eberswalde. Hier werde ich weiter zum Funker ausgebildet. Am 12.Januar 1941 fahren wir geschlossen mit unserer Gruppe zur Besichtigung nach Berlin. Im März folgt die Abkommandierung zum Kradschützen-Bataillon 3 nach Bad Freienwalde an der Oder. Wir erfahren hier eine besonders strenge Ausbildung mit vielen Geländeübungen. Am 5.

Am Tage der Vereidigung - Bliesenthal (18.Oktober 1940)

Ankunft in Eberswalde (4.Oktober 1940)

Marktplatz in Bliesenthal (November 1940)

Barackenlager in Lanke (November 1940)

Straße Lanke-Bernau (November 1940)

Bliesenthal (Oktober 1940)

Als Rekrut in Bliesenthal (Oktober 1940)

Tag der Vereidigung Bliesenthal (18.Oktober 1940)

Leutnant Menzel

von links: Leutnant Menzel, Oberleutnant Dürr, Leutnant Renesch

von links: Leutnant Renesch, Oberleutnant Dürr, Hauptfeldwebel Hoffmann, Feldwebel Manitz

Unteroffizier Ewald

Feldwebel Lange, Unteroffizier Ewald, Unteroffizier Soffke

Kaserne in Eberswalde (Dezember 1940)

Eberswalde im Dezember 1940

Eberswalde im Dezember 1940

Eberswalde im Dezember 1940

Eberswalde im Dezember 1940

Eberswalde Bismarcktreppe

Eberswalde im Dezember 1940

Eberswalde im Dezember 1940

Eberswalde im Januar 1941

Übungsgelände Eichwerder (Januar 1941)

Eberswalde im Januar 1941

Eberswalde im Januar 1941

Eberswalde im Januar 1941

Eberswalde von der Bismarcktreppe aus gesehen

Eberswalde im Januar 1941

Eberswalde im Januar 1941

Berlin am 12.Januar 1941

Berlin am 12.Januar 1941

Berlin am 12.Januar 1941

Berlin am 12.Januar 1941

Berlin am 12.Januar 1941

Berlin am 12.Januar 1941

Brandenburger Tor

Berlin am 12.Januar 1941

Bad Freienwalde von der Ruine gesehen (März 1941)

Bad Freienwalde Kaserne (März 1941)

Bad Freienwalde Exerzierplatz (März 1941)

Bad Freienwalde (März 1941)

Bad Freienwalde (März 1941)

Bad Freienwalde Funklehrsaal (März 1941)

1941

6.6.1941

Früh um 5:30Uhr Abmarsch von der Kaserne über Eberswalde, Finowfurt, Autobahn Frankfurt/​Oder, Beelitz. In einer Scheune übernachtet.

7.6.1941

6:45Uhr geht’s weiter. Um 12:45Uhr bei Tirschtiegel über die Korridorgrenze nach Pytin. Dort in einer Schule übernachtet.

8.6.1941

7:15Uhr weiter über Posen, Kostschin, Wreschen bis Konin (Polen). Deutlich sichtbarer Unterschied zu Deutschland. Dörfer sind verwahrlost, so etwas noch nie gesehen. In einer Scheune gut übernachtet.

9.6.1941

13:00Uhr zur Vormarschstraße. 14:45Uhr rollt das Batallion weiter über Wartbrücken, Tormingen, Kutno. Abends um 22:15Uhr bei Sochaczew über die Grenze zum Generalgouvernement. Die Nacht wird durchgefahren. Wir haben Funkbetrieb.

10.6.1941

Um 5:30Uhr in Tutnowice halt. Bis 11:00Uhr geschlafen, dann technischen Dienst bis 16:00Uhr. 17:00Uhr weiter über Blonie, Warschau. Um 24:00Uhr wird rechts der Vormarschstraße zum ersten Mal gezeltet.

11.6.1941

Ruhetag! Abends um 23:00Uhr rollen wir weiter.

12.6.1941

Gegen 4:00Uhr sind wir am Ziel. Es hat die ganze Nacht geregnet. Wir ziehen in einem Wald 8km vor Radzyn unter. Wir zelten und schlafen anschließend bis 12:00Uhr. Mittags etwas wohnlich gemacht, abends erste Post.

13.6.1941

Um 8:00Uhr wecken. Der Regen hat aufgehört. Es wird ein schöner Tag. Wir haben Zeit uns weiter einzurichten.

14.6.1941

7:00Uhr wecken. Es regnet wieder in Strömen. Wir bauen weiter an unserer Unterkunft. Mittags impfen gegen Cholera. Abends wieder herrliches Wetter. Bekommen das erste polnische Geld (Sloty).

15.6.1941

Sonntag! Zum ersten Mal Zeit, meine Post zu beantworten. Kein Dienst. Der Tag geht trotzdem schnell vorbei.

16.6.1941

Morgens Funkbetrieb, Nachmittags technischer Dienst.

17.6.1941

1Stunde exerzieren, dann technischer Dienst. Wir haben Zeit uns ein Stück Fleisch zu braten, dazu gibt es eine Sekt-Ration.

18.6.1941

Wieder exerzieren, Funkbetrieb, technischer Dienst. Nachmittags wird gewaschen und anschließend Munition empfagen.

19.6.1941

Vorbereitung zum Abmarsch. Wir rollen wieder von 16:00-24:00Uhr. In einem Wald 3-5km vor der Grenze ziehen wir unter. Es wird gezeltet.

20.6.1941

Wir bauen Deckungsgräben, da wir im Bereich feindlicher Artillerie liegen. Zum Haare schneiden reicht die Zeit noch. Abends erhalten wir die Gewissheit: wir ziehen gegen Russland. Nun ist Schluss mit den vielen Gerüchten.

21.6.1941

Unterricht über den Einsatz. Die Funkunterlagen werden ausgegeben. Es ist dienstfrei.

Beginn des Russland -Krieges

22.6.1941

Der Tag X ist da. Um 3:15Uhr Beginn des Artillerie-Feuers. 4:45Uhr rollen wir und fahren bereits um 6:00Uhr über den Bug, der hier die Grenze bildet. Uns begegnen schon die ersten Gefangenen. Unsere beiden Schützen-Regimenter SR3 und SR 394 haben vor uns die Brücke und die erste Bunkerlinie genommen. Unsere Panzer, unterstützt von Artillerie, rollen über Brest vor. Wir sichern rechts der Vormarschstraße. Wir kommen durch einen Ort, der fast völlig zerstört ist. Der Feind geht weiter zurück. Bald sehen wir die ersten Toten und die zerstörten Geschütze des Gegners. Mittags haben wir den ersten Toten. Es ist ein Leutnant der 2.Kompanie. Abends um 21:00Uhr noch nichts zu trinken. Die Feldküche ist noch nicht da. Die Luft ist heiß und staubig. Die Bevölkerung ist sehr arm und hat ihre wenige Habe gepackt. Einige weinen oder beten neben ihren zerstörten Häusern. Um 21:30Uhr erhält unser Funktrupp den ersten Auftrag. Wir werden zur 2.Kompanie abgestellt, die für die Nacht zur Sicherung der Straße eingesetzt ist. Das Bataillon rollt etwa weiter. Wir fahren über Katy nach Puhaczewa. Hier liegen wir vor einer zerstörten Brücke. Es war nicht gelungen diese unversehrt zu bekommen. In der Nacht weiterhin sichtbare Brände. Oberstleutnant Mölders schützt unseren Luftraum. Die Landschaft besteht aus Sumpf, Sand und Heide.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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