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Ich erzähle in diesem Buch über mein Leben, welches von frühester Kindheit an von Gewalt und sexuellen Missbrauch der Eltern und gut zahlenden Klientel (wahrscheinlich kinderpornografischer Ring der Stasi) geprägt war. Viele Jahre meiner Kindheit lebte ich im Keller, bis ich mit 12 Jahren in ein Kinderheim kam, welches mir wenigstens ein halbwegs besseres Leben ermöglichte. Durch den Missbrauch spaltete sich meine Seele. Ich bin bis heute nicht wirklich in der Lage, mein Leben zu leben ohne Schmerz, Depressionen und Leid. Ich möchte mein Schweigen brechen!! MEINE STIMME SOLL GEHÖRT WERDEN!!!
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Seitenzahl: 301
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Impressum
Texte: © Copyright by Lysan Vil
Covergestaltung: © Copyright by Lysan Vil
c/o skriptspektor e.U.
Robert-Preußler-Straße 13/TOP 1
5020 Salzburg
AT-Östereich
Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die über die Grenzen des Urheberrechtsgesetzes hinausgeht, ist unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie die Speicherung in elektronischen Systemen.
Kellerkind
Lysan Vil
Erfahrungen
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Meine Familie oder wie man das nennen mag
Gemeinheiten meiner Mutter
Meine neue Stiefmutter
Der Gräupchen Tag
Meine Einschulung
Der Umzug
Die neue Schule
Mein schlimmstes Erlebnis
Der Keller und seine Qualen
Der Psychologe/die Kur
Zurück daheim
Meine Hölle in Wasben
Judo und seine Konsequenzen
Weihnachten
Das Grauen nimmt einfach kein Ende
Es gab auch gute Zeiten
Diebstahl
FKK-Strand in Lutzen
Kinderheim
Die neue Schule 2
Die Heimfahrtwochenenden
Nach dem Auszug meiner Stiefmutter
Familienlösung und die Liebe zu meiner Mutter
Schule und Beruf
18!
Das Chaos nimmt seinen Lauf
Ich sah Sven zum letzten Mal
Kurze Episode bei Ulrike mit erneutem Absturz
Ein bisschen fast normales Leben
Ich werde wieder Mama
Mein Führerschein
Umzug ins Neubaugebiet
Die Liebe zu meiner Mutter Teil II
Das nächste Chaos
Der Anfang des Untergangs
Therapie und Rente
Und es wurde noch schlimmer
Der Klinikaufenthalt
Zurück zu Hause
Mein zweiter Klinikaufenthalt in Kaisern
Wieder mal zurück zu Hause
Frau Wissing und erste Veränderungen
Der 3. Klinikaufenthalt
Das Neue Jahr
Meine neue Wohnung
Meine gesetzliche Betreuerin war ein "Goldstück"
Der Wahnsinn geht weiter
Das Leben geht weiter
Mein Aufenthalt in Dommeln und…
Mein neues Leben nach Dommeln
Was völlig Verrücktes vielleicht
Versuch Einiges zu erklären
Kommentare von „Anteilen“, sie wollen gehört werden
Nachwort
MEINE STIMME SOLL GEHÖRT WERDEN!
Ich schreibe in diesem Buch über mein Leben… oh, nicht schon wieder eine Biografie…. Nein, es geht hier um mein Leben als dauerhaft Geschädigte durch emotionalen, sexuellen und gewaltgeprägten Missbrauch in meiner Kindheit und halben Jugend, dadurch wurde ich um meine Kindheit betrogen. Diese kann mir niemand wieder geben. Es geht in diesem Buch nicht nur um meine schreckliche Kindheit, sondern darum, wie krank mich die Pädophilie und Folter gemacht haben. Bis heute zieht sich der rote Faden durch. Mit meinem Leben möchte ich zeigen, welche Folgen Pädophilie haben kann, es nicht harmlos, nicht nur ein Vergehen, sondern ein Verbrechen ist.
Was und wie habe ich das alles erlebt und überlebt? Konnte ich bis dato ein normales und erfülltes Leben führen? Was hat es mit mir gemacht? Wie geht es mir heute?
Ich habe auf Grund des Missbrauchs die Diagnose „DIS“ (Dissoziative Identitätsstörung, früher besser bekannt als Multiple Persönlichkeitsstörung) bekommen. Sie wird mich auch weiterhin den Rest meines Lebens begleiten und beeinträchtigen.
Ich hatte aufgrund des Traumas meine "Seele gespalten". Das heißt so viel, dass sich mein " Ich " in mehrere Teile zerbrochen hat. Dies war zum Überleben notwendig. " Ich " habe mich zum Beispiel dann „ausgeklinkt“, wenn es zu schmerzhaft war oder gar Lebensgefahr bestanden hatte. Dies geschah nicht bewusst, durch die kindliche Fantasie ist dies wohl möglich gewesen, ein Schutzmechanismus zum Überleben. Ich weiß nicht, ob das fachkundig richtig ist, aber so konnte ich es für mich erklären, nur so ergibt es für mich einen Sinn. Ich verstehe bis heute nicht sehr viel davon, zum Beispiel auch nicht, warum und wie andere Namen von „Anteilen“ entstanden sind, warum einige "Anteile" hervorragend zeichnen können, andere gar nicht, wie verschiedene Handschriften entstanden, verschiedene Alter von Baby bis 81 Jahre vorhanden sind. Ich wollte/konnte die Krankheit nie annehmen. Sie war und ist für mich nicht wirklich existent. Zudem ist die Diagnose „DIS“ sehr umstritten, selbst viele Psychiater und Therapeuten erkennen diese Krankheit nicht an. Oft werden die Diagnosen Ptbs, Schizophrenie, Psychose oder Borderline vergeben. Mir ist egal, wie es heißt, es kann auch Fußpilz genannt werden. Fakt ist, dass durch das Erlebte mein Leben völlig zerstört wurde, es immer chaotisch war und noch immer ist, ich mir jahrelang aber nicht erklären konnte, warum alles so schieflief, was mit mir nicht stimmt.
Selbst heute ist das Chaos noch mein schlimmster Feind/ bester Freund.
Meine eigenen Erinnerungen sind sehr lückenhaft. Vieles weiß ich nur von Flashbacks und/oder aus Tagebüchern. Meine Einträge in den Tagebüchern waren erst sehr chaotisch, es waren fragmentierte Erinnerungen. Nach und nach wurden sie ergänzt und präzisiert, so dass dann doch dieses Buch nach einer Dauer von rund 11 Jahren entstehen konnte.
Vor Jahren in der ersten Therapie sollte ich anfangen Tagebücher zu schreiben. Trotzig und widerwillig ließ ich mich darauf ein, glaubte nicht, dass es viel bringen würde. Erst schrieb nur „ich“, später stand immer mehr darin, ohne dass ich mich erinnern konnte dies geschrieben zu haben. Die Handschriften waren nicht die meinen, Zeichnungen von kritzlig bis fast sogar kunstvoll füllten die Seiten, ebenfalls ohne Erinnerung diese gezeichnet zu haben. Geschrieben wurde sogar in Altdeutsch und Spiegelschrift, es war gruslig für mich.
Die Tagebücher sollte ich schreiben, weil so gut wie keine Erinnerungen an meine Kindheit vorhanden waren, auch die Jugendzeit und sogar das frühe Erwachsenenalter waren fast wie ausgelöscht. Meist konnte ich mich nur bruchstückhaft an Kleinigkeiten erinnern.
Doch nach und nach kamen immer mehr Erinnerungen zurück, sie überfielen mich, holten mich ein. Ich erinnerte mich nicht nur an Vergangenes, sondern erlebte alles wieder. Ich spürte den Schmerz, den Ekel, die Angst von damals, ich war jedes Mal in dem Alter, als ich dies alles erleben musste. Das nennt man Flashbacks.
Allerdings habe ich noch lange nicht alle Erinnerungen wieder, mir fehlen noch so viele Zeiten. Aber man muss sich ja nicht immer an alles erinnern (wollen), wer weiß was sonst noch ans Tageslicht kommen würde.
Es wird der Verdacht in dem Buch aufkommen, dass es sich bei den Tätern nicht nur um normale Freunde meines Vaters handelte, sondern dass sogar die Wahrscheinlichkeit bestehen könnte, dass viele dieser „Onkels“ Mitglieder des Staatssicherheitsdienstes (kurz Stasi) waren. Mit Sicherheit weiß ich, dass mein Cousin und mein Vater der Stasi angehörten. Das konnte ich aus meiner Jugendamt Akte entnehmen, die ich vor ein paar Jahren gelesen hatte. Erinnern kann ich mich, dass oft zu solchen Treffen die Mantel- oder Hemdkragen kurz hochgeschlagen wurden, worunter Abzeichen steckten. Dies waren wohl quasi die „Erkennungszeichen“.
Eine meiner Therapeutinnen ging so weit zu behaupten, dass ich damals in einem pädophilen Ring steckte, der innerhalb der Stasi geführt wurde und wohl sogar heute (mit anderer „Besetzung“) noch bestehen würde. Für mich klingt es etwas verschwörungstheoretisch, aber es passieren heute noch ein paar merkwürdige Sachen, denen ich aber noch nicht vorgreifen möchte.
In dem Buch kommen viele Trigger vor.
Einiges ist selbstironisch geschrieben, manchmal mit etwas schwarzem Humor, Galgenhumor gespickt. Naja, auch der Sarkasmus ist mir nicht fremd. Dies sind unter anderem verschiedene Arten das für mich Erlebte zu verarbeiten, sogenannte Schutzmechanismen.
Es wird eventuell chronologisch nicht alles ganz richtig sein. Ich habe nicht „allein“ an diesem Buch geschrieben, verschiedene „Anteile“ wollten sich auch mitteilen. Eine Erklärung dazu gibt es etwas später. Daher kann manchmal ein kleines Durcheinander sein. Dieses Buch wird mein verkorkstes Leben zeigen, welches mich zeitweise sogar in ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen brachte. Dies war aber zum Glück nicht meine Endstation, ich kämpfte und kämpfe immer weiter. Die Täter sollen nicht gewinnen! Sie werden nicht gewinnen!!!
* Alle Namen und Orte wurden aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen geändert.*
Ich wurde als Frühchen und Zwilling im November 1967 in Dattren geboren. Mein Brüderchen heißt Frank. Wir beide mussten zwei Monate nach der Geburt noch im Krankenhaus bleiben, erst dann durften wir nach Hause, waren kräftig und groß genug.
Meine Mutter, Alkoholikerin und Straßenbahnfahrerin (passt doch gut), war darüber nicht sehr traurig das sie uns nicht gleich mit nach Hause nehmen durfte. Schließlich musste sie sich von dem Schock erholen….
Die Ärzte sagten ihr damals eine Monstergeburt voraus. Sie sollte ein Kind mit vielen Gliedmaßen bekommen. Damals gab es noch keinen so ausgefeilten Ultraschall und man erkannte bei den Untersuchungen nicht, dass sie Zwillinge bekommen sollte. Da ich hinter meinem Bruder lag (dafür bekam ich später auch Schuldzuweisungen), mein Körper somit nicht zu sehen war, sah man nur einen Körper mit vier Armen und vier Beinen. So kam man zu dem Schluss, dass sie ein behindertes Kind bekommen würde. Ihre Erleichterung war natürlich groß, dass sie einen kerngesunden Jungen zur Welt gebracht hatte, trotz ihres Trinkens während der Schwangerschaft. Nur was sollte sie mit dem anderen Kind, einem Mädchen? Das wollte sie nicht, das bekam ich später noch genug zu spüren.
Ob sich mein Vater freute, keine Ahnung. Er war wohl zu dem Zeitpunkt eh nie oft zu Hause.
Von früh an zeigte es sich das ich nicht willkommen war. Ich war ein "Fresser" zu viel, denn es gab noch 2 Schwestern, Sabine und Ulrike, sowie einen Bruder Rene. An Rene kann ich mich nicht erinnern, mit Sabine habe ich heute noch sporadischen Kontakt. Mit Ulrike brach der Kontakt vor ein paar Jahren ab.
Mein Vater war nicht der Erzeuger der anderen drei Kinder, dies ließ er sie auch spüren. Frank wurde umhegt, geherzt, ich hingegen nur versorgt, wie mir meine 8 Jahre ältere Schwester Sabine später erzählte. Ich wurde auf sie abgeschoben, sie wurde meine "Ersatzmutter".
Sie wurde aber auch zum Babysitter von Frank, war einfacher für die werte Frau Mama. Sabine durfte nie ohne uns das Haus verlassen, schließlich musste sie auf uns aufpassen, damit meine Mutter in Ruhe saufen konnte oder weil sie einfach keine Lust auf uns hatte. Sabine hatte dadurch ihre ganzen Freunde verloren, aber das interessierte die Erwachsenen nicht. Mein Vater bastelte lieber nach der Arbeit an seinem Mofa, wenn er denn mal zu Hause war...
Kurz nachdem ich laufen konnte, lernte ich in der Ecke zu knien und bekam meine ersten Schläge. Bei "Unfug", den kleine Kinder nun mal anstellen, wurde ich auf diese Art bestraft. Und damit es nicht zu langweilig wurde, durfte ich auch gleich die Strafe für meinen Bruder mit einstecken, wenn dieser Blödsinn anstellte. Eigentlich bekam ich immer alle Strafen. Meine Mutter war sehr einfallsreich darin. Zum Glück kann ich mich nicht an alles mehr erinnern. Aber das was ich weiß reicht für ein paar weitere Leben.
Alle meine Geschwister leiden heute noch unter der schlimmen Vergangenheit, von dem Leben mit einer alkoholkranken Mutter. Was sie noch erlebt haben weiß ich nicht. Nur von Sabine erfuhr ich, dass mein Vater auch sie sexuell missbrauchte. Sie vertraute sich mir Jahre später an, ohne aber in Details zu gehen. Sie war viele Jahre in Therapie. Aber sie leidet noch heute darunter, auch unter der Tatsache, dass unsere großartige Mutter einfach wegschaute. Sabine suchte Hilfe bei ihr, aber das war vergebene Liebesmüh.
Rene und Ulrike sind beide dem Alkohol verfallen, Frank ist Hypochonder und dem Alkohol auch nicht abgeneigt, Sabine ist an Borderline erkrankt. Diese Diagnose bekam ich anfangs auch, wurde später aber abgeändert. Da ich mit keinem außer Sabine mehr Kontakt habe, kann ich nicht sagen, was sie erleben mussten. Sabine „durfte“ jedenfalls vor mir spüren, wozu mein Vater fähig war.
Als ich zwei Jahre alt war, trennten sich meine Eltern. Frank und ich wurden meinem Vater zugesprochen und das Unheil konnte seinen Lauf nehmen.
Was zu dem Zeitpunkt mit meinem Bruder war, da fehlen mir jegliche Erinnerungen. Meine Schwester erzählte mir mal zu einem späteren Zeitpunkt, dass meine Mutter sehr unter unserer Trennung beziehungsweise unter der Trennung von meinem Bruder litt. Vor allem Frank wollte sie behalten. Aber wir sollten nicht getrennt werden, zudem war meine Mutter auch stark alkoholkrank. Sie war, wie man es heute nennt, eine Quartalssäuferin. Sie konnte Wochen lang ohne einen Tropfen sein, aber dann kam der totale Zusammenbruch. Sie besoff sich manches Mal dermaßen, dass sie nicht mehr wusste, wer sie war. Teilweise kotete sie sich sogar bei solchen Exzessen ein. Es wäre unverantwortlich gewesen uns bei ihr zu lassen. Doch leider war mein Vater keinen Deut besser. Er war Tabletten und Alkoholabhängig. Das er uns bekam hatte sicherlich mit seiner Parteizugehörigkeit zu tun. Er war ein williges Parteimitglied und wie ich später erfuhr, auch ein Staatssicherheitsspitzel. Normalerweise hätten wir unter den Umständen schon längst in ein Kinderheim gehört. Aber was ist schon normal...
Warum er drauf bestand uns zu bekommen, ich weiß es nicht, wahrscheinlich nur, um es unserer Mutter heimzuzahlen. Gemocht hat er zumindest mich nie. Ob er Frank leiden konnte, kann ich nicht sagen, dafür habe ich zu wenig davon mitbekommen.
Wir zogen nicht weit weg von meiner Mutter, quasi um die Ecke. Es war eine kleine Wohnung mit zwei Zimmern. Ein Zimmer teilte ich mir mit Fred.
Ich habe die Wohnung sehr dunkel in Erinnerung. Nicht nur dunkel von der Erinnerung, sondern dass die Wohnung wenig Licht hereinließ.
Aber fast jede Nacht musste ich bei meinem Vater schlafen, er fühlte sich so einsam. Ob da schon mehr passierte weiß ich nicht. Nur das ich es nicht mochte, ich Angst hatte, daran kann ich mich erinnern.
Mein Vater wollte nicht, dass wir Kontakt zu unserer Mutter hatten, sie sei eine Alkoholikerin und schlechte Mutter. Da hatte er zwar Recht, doch ich suchte immer den Kontakt, schließlich war sie meine Mutter. Zudem roch auch er immer nach Alkohol, war fast immer betrunken. Er war nicht besser.
Aus unerfindlichen Gründen liebte ich meine Mutter, dabei war sie nur gemein zu mir. Wenn ich ohne Frank kam, ließ sie sich gern kleine und auch größere Gemeinheiten einfallen.
Ich erinnere mich an einen echt schwarzen Tag.
Manchmal ging ich heimlich zu meiner Mutter. Aber ohne meinen Bruder? Sie meinte, sie wolle mir das Rollschuh fahren beibringen. Da war ich ca. 5 Jahre alt. Klingt ja ganz nett, dass sie mir das Rollschuhfahren beibringen wollte, doch es sollte anders kommen. Im Haus, wo meine Mutter wohnte, lebten schon größere Kinder, sie fuhren an dem Tag Fahrrad im Hinterhof, der riesig groß war. Meine Mutter sagte mir, dass ich das Rollschuh fahren am ehesten lerne, wenn ich mich hinten an ein Fahrrad hänge. Ein Stück weiter vorn legte sie Glassplitter auf den Weg, das konnte ich aber nicht so genau sehen. Tatsächlich hängte ich mich an das Fahrrad dran, man vertraut ja seiner Mutter und glaubt nicht, dass sie einem was Böses will. Liebevoll wurde ich von meiner Mutter am Gepäckträger festgebunden, damit ich ja nicht aus Versehen loslasse und ab ging die Post. Bei den Glassplittern stockten meine Rollschuhe und ich fiel auf die Knie. Da durch das Festbinden ein Loslassen des Fahrrades nicht möglich war, wurde ich fein durch das Glas geschleift. Ich schrie vor Schmerzen, doch meine Mutter lachte. Der Junge, der mich mitschleifte, war starr vor Schreck, denn er konnte nicht schnell genug bremsen. Damit hatte er sicher nicht gerechnet.
Anschließend entfernte sie mir ach so vorsichtig die Splitter, die in meinen Knien steckten. Dafür musste ich mich auf den großen, runden Wohnzimmertisch stellen. Fürs Weinen bekam ich extra eins hinten drauf. Weinen war verboten! Für die paar Splitter sollte ich mich gefälligst nicht so anstellen. Doch es ging nicht nur allein um die körperlichen Schmerzen. Ich konnte nicht fassen, was meine eigene Mutter mir angetan hatte, hatte ihr doch vertraut. Und anstatt mich zu trösten war sie nur am Schimpfen mit mir. Es bereitete ihr sichtlich Freude, wie ich litt. Danach steckte sie mich in die Badewanne mit richtig heißem Wasser. Aus Versehen? Wohl eher nicht. Die Wunden brannten höllisch.
Später brachte sie mich zu meinem Vater zurück, die Strafe folgte umgehend.
Wir hatten damals eine Toplader Waschmaschine, also wo von oben die Wäsche hineingetan wurde. Da musste ich hineinklettern. Ich schrie und weinte vor Angst. Er schloss tatsächlich über mir den Deckel und ließ Wasser einlaufen. Ich dachte, ich muss sterben. Die Maschine stellte er sicher nie wirklich an (glaub ich), aber das reichte mir schon. Diese Sache ist mir bis heute ins Gehirn gebrannt, denn bei jedem "Vergehen" musste ich nun die Prozedur über mich ergehen lassen. Dabei war ich noch so klein.
Ich ging trotzdem immer wieder zu meiner Mutter. Doch sie hatte nie Zeit für mich. So musste wieder Sabine auf mich aufpassen. Dies geschah immer, wenn meine Mutter zu betrunken war, um mich nach Hause zu bringen, sie nichts mehr peilte.
Ganz, ganz selten war meine Mutter auch mal richtig nett zu mir. Ich weiß nun nicht, ob sie da besoffen war und ihren Sentimentalen hatte, oder ob sie mich im Inneren ihres Herzens, in einem kleinen Winkel davon, doch ein wenig liebhatte. Da musste auch nicht Sabine auf mich aufpassen. Sie hatte zwar nie etwas mit mir unternommen, aber sie hatte mich geduldet.
Meine nächtlichen Ausflüge in meines Vaters Bett endeten, als er eine neue Frau kennen lernte. Ich war da so ca. 4 Jahre alt. Sie machte einen netten Eindruck. Auch brachte sie zwei Söhne mit in die Beziehung. Ich nenne sie Max und Andreas. Max war so alt wie wir, Andreas war ca. 8 Jahre älter.
Was mit den Beiden war, daran kann ich mich nicht erinnern, sie fehlen mir komplett in meiner Erinnerung. Auch heute weiß ich nichts von ihnen, wir haben keinen Kontakt. Ich kann mich nur daran erinnern, dass ich immer den Kontakt zu allen Brüdern suchte, ich mit ihnen spielen wollte, sie aber nichts mit mir zu tun haben wollten. Sie wollten nur unter sich sein.
Es dauerte nicht lange und wir zogen um in eine größere Wohnung. Sie lag genau neben einer Eisenbahnstrecke. Anfangs konnte man wegen des Lärms nicht schlafen, später gewöhnte man sich tatsächlich an das Fahren der Züge, an das Quietschen.
Meine neue Stiefmutter war so hin und weg von mir, sie wünschte sich schon immer eine Tochter. Leider sollte ich später noch erfahren wieso. Ich unterstelle ihr das, es kann auch sein, dass ihr später erst bewusst wurde, was man so mit einem kleinen Mädchen alles anstellen kann. Aber erst mal versuchte sie mich zu verwöhnen, zog mir die tollsten Röcke und Kleider an, nähte sogar für mich selbst. Nach außen hin sollte ich wohl perfekt aussehen. Und irgendwie war ich auch eine Puppe für sie, sie zog mich gefühlte tausendmal am Tag um, genauso oft zauberte sie mir neue Frisuren. Aber wehe ich machte mich schmutzig, dann wurde sie verdammt böse. Da ich sie ganz doll liebhatte, versuchte ich wirklich mich nicht schmutzig zu machen, aber als kleines Kind kann das nicht gelingen. So verärgerte ich sie immer öfter.
Es war eine sehr schöne Wohnung, alles sehr groß, hohe Wände. Ich musste mir mit Frank ein Zimmer teilen. Er war davon gar nicht begeistert, er wollte lieber mit Max zusammen in ein Zimmer. So wurde es dann auch gemacht, Max und Frank zogen zusammen und ich hatte mein erstes eigenes Zimmer. Vorteil? Wohl eher nicht.
Also wir zogen um und die Hölle begann so langsam.
Ich bekam zu meinem 4. oder 5. Geburtstag ein Puppenhaus geschenkt (leider kann ich die Jahre nicht immer exakt benennen). Das neue Zuhause meiner Puppen war richtig mit kleinen Möbeln ausgestattet. Es gab sogar eine winzige Stehlampe. An diese kann ich mich besonders gut erinnern. Meine Stiefmutter meinte einmal, die Lampe müsse leuchten, wie eine richtige Lampe. Dazu sollte ich den Spielzeugstecker in die richtige Steckdose stecken. Und weil der Stecker so klein war, sollte ich zusätzlich meine Finger mit in die Steckdose stecken. Das funktionierte so nicht, also meinte sie, wenn ich den Finger in die Steckdose stecke und dann den Stecker von der Lampe berühre, würde die Lampe auf alle Fälle leuchten. Ich vertraute ihr, also tat ich es. Ich wusste es auch nicht besser mit meinen nun 4 oder 5 Jahren. Das Einzige was wohl leuchtete war ich. Dies war glaub ich meine erste Lektion.... Traue niemandem. Egal wie nett die Person scheint, egal wie sehr ich sie mochte. Es war so schmerzhaft, nie vergesse ich das höhnische Lachen meiner Stiefmutter. Das Lachen war um sooo viel schlimmer als der Schmerz, ich verstand überhaupt nichts mehr.
Kurz darauf fangen meine ersten Erinnerungen im Zusammenhang mit den vielen Männerbesuchen an.
Aber zuvor kam ein verhängnisvoller Tag.
Bei uns gastierte ein Rummel, heute heißt es Kirmes. Ich konnte von meinem Zimmer (war es mein Zimmer?) genau drauf schauen. Meine Stiefmutter machte Frank und Max fertig, zu mir kam sie mit einem Topfkratzer. Sie rieb mit dem Topfkratzer so lange auf meiner Nase herum, bis diese wund wurde. Es tat ganz schön weh, ich wollte weglaufen, aber sie hielt mich fest. Ich fragte sie weinend, warum sie das tat, ich war doch gar nicht unartig gewesen und schmutzig hatte ich mich auch nicht gemacht. Aber sie grinste mich nur schweigend an. Nachdem sie die Prozedur beendet hatte, meinte sie, dass ich nicht mit auf den Rummel gehen könnte, denn ich hätte starken Sonnenbrand. Ich verstand die Welt schon wieder nicht mehr. Wie konnte ich denn Sonnenbrand haben, wenn ich gar nicht in der Sonne war? Zudem hatten wir gar keinen Sommer. Ich sah die Stiefmutter mit Max, Frank und Andreas auf den Rummel gehen. Ich weinte wie verrückt, ich wäre so gern mitgegangen. Es sah alles so bunt und fröhlich aus, es waren viele Kinder dort, man hörte sie lachen.
Plötzlich kam mein Vater in das Zimmer. Er nahm mich in den Arm und meinte, er wolle mich mal richtig trösten. Dazu müsse ich mich ins Bett legen. Ich bekam Angst. Nur warum hatte ich Angst? Kannte ich es doch schon von früher aus der alten Wohnung, wo ich immer in dem Bett von meinem Vater schlafen musste? Ich tat was er wollte, schließlich wollte ich brav sein. Außerdem war ich wirklich so richtig traurig wegen dem verpassten Rummel. Also ein wenig Trost konnte ich gerade gut gebrauchen.
Ich legte mich also ins Bett und er legte sich zu mir. Erst strich er mir sanft über das Gesicht, trocknete meine Tränen. Das tat richtig gut. Dann meinte er, er würde mich nun wie ein großes Mädchen trösten. Er ließ seine Hand unter meine Bluse gleiten, streichelte mich überall. Sein Atem wurde lauter. Dann griff er mir plötzlich ins Höschen und ich verspürte einen tierischen Schmerz. Er sollte aufhören, ich weinte und schrie. Doch ihn schien nicht zu interessieren, wie es mir ging, er machte einfach weiter. Mein Vater zog sich und mich aus, ich versuchte mich zu wehren. Er fing an wie eine Dampflok zu pusten, so sind meine Erinnerungen. Er schnaufte immer mehr, schließlich legte er sich auf mich. Er war so schwer, ich bekam kaum noch Luft, konnte mich nicht mehr bewegen. Auf einmal spürte ich etwas Hartes zwischen meinen Beinen und kurz darauf erneut einen höllischen Schmerz. Er fing an sich so komisch zu bewegen und es tat immer mehr weh. Danach weiß ich nichts mehr. Als ich wieder klar wurde, lag ich tränenüberströmt und splitterfasernackt in dem Bett. Erst jetzt bemerkte ich einen fremden Mann im Zimmer. Er fotografierte mich, wie ich so da lag. Mein Vater spreize meine Beine und sagte dem Mann, dass er ruhig näherkommen und die dreckige F**** besser fotografieren könnte. Es war mir so unangenehm, ich glaube, das war das erste Mal das Gefühl von Scham. Mein Vater zog mich wieder an, nur das Höschen nicht. Dann meinte er zu dem Mann, dass ich nun für ihn zugeritten sei. Ich weinte vor Schmerzen, mir tat alles weh und überall war Blut. Was war passiert? Mein Vater wollte mich doch trösten, weil ich so traurig war wegen dem Rummel. Doch er hatte mir weh getan, ich hatte doch nichts angestellt, war doch lieb gewesen. Doch weil ich weinte, bekam ich von meinem Vater noch eine Backpfeife. Wenn ich nicht gefälligst aufhören würde zu Heulen, dann würde er mir mal einen richtigen Grund geben zum Heulen.
Ich trug einen roten Faltenrock. Den werde ich wohl niemals vergessen. Er bedeutete in Zukunft jedes Mal Schmerzen. Mein Vater nahm die Kamera und sagte, ich solle mich auf den Schoß von dem Mann setzen, er wollte ein paar schöne Fotos von uns machen. Aus Angst noch mehr Ärger zu bekommen, tat ich es. Der Mann zog sich aus, ich bekam wieder das ungute Gefühl oder besser gesagt wahnsinnige Angst. Der Mann saß splitterfasernackt auf dem Stuhl und sein Pullermann war irgendwie riesig, stand so komisch nach oben. Den sollte ich mal in den Mund nehmen, der würde ganz lecker nach Himbeeren schmecken. Das wollte ich auf keinen Fall, denn ich wusste, dass die Jungs da heraus pullern. Das fand ich eklig. Der Mann schnappte meinen Kopf, packte mich an den Haaren und drückte mich mit meinem Mund auf seinen Pullermann. Mir blieb nichts anderes übrig, als ihn in den Mund zu nehmen. Dabei fing ich an zu würgen und er schmeckte alles andere als nach Himbeeren. Er zog mich an den Haaren wieder nach oben, schob meinen Rock nach oben und setzte mich auf sich, genau auf seinen Pullermann. Ich hatte wieder solche Schmerzen, was hatte ich denn bloß angestellt? Der fremde Mann sang das Lied „Hoppe, hoppe Reiter“... hob mich im Rhythmus hoch und runter, es tat mir so weh. Dieses Lied bekam ich in diesem Kontext nun öfter zu hören, auch dieses bedeutete nur unendliche Schmerzen. Danach weiß ich wieder nichts mehr. Erst als mein Vater mich in der Wanne schrubbte kam ich wieder zu mir, ich muss wohl ohnmächtig gewesen sein. Mir brannte die ganze Haut. Mein Vater war wieder ganz lieb mit mir, sagte, ich wäre nun ein großes Mädchen. Aber es sei unser Geheimnis. Nur zwischen Stiefmutter, ihm und mir. Wenn ich es jemanden erzählen würde, dann würde man mich erschießen, weil Lügner erschossen werden (Diesen Satz sollte ich noch oft hören). Ich verstand nichts. Ich wusste ja selbst nicht was passiert war. Ich war heilfroh, als ich endlich allein ins Bett gehen durfte, denn die Schmerzen waren so schlimm, dass ich nicht einmal mehr richtig laufen konnte.
Diese Tage sollten sich von nun an öfter wiederholen.
Ab diesem Tag fingen die vielen "Onkelbesuche" an.
Bevor die Männer kamen, wurde ich in das Zimmer meiner Brüder gesperrt. Wo diese zu dem Zeitpunkt waren, weiß ich nicht. Ich wurde fein zurecht gemacht, musste meist diesen doofen Faltenrock anziehen. Ich hasste es. Ab da fehlen mir leider wieder die Erinnerungen, weiß nur noch bruchstückhaft einige Ereignisse.
Es kam meist nur ein Mann auf einmal. Ich musste mit meinem Faltenrock posieren, in die Kamera lächeln. Später musste ich den Rock natürlich ausziehen und weiter posieren. Dies ging so lange, bis ich vollkommen nackt vor dem Mann stand. Im Hintergrund war mein Vater, der mir immer wieder drohte, wenn ich mich nicht ausziehen wollte. Ich wollte ja lieb sein, außerdem hatte ich Angst, dass mein Vater wieder die Zigarette auf meinem Arm ausdrückte. Das machte er seit einiger Zeit, wenn ich nicht so spurte, wie er wollte.
Ich musste also nackt vor dem Mann stehen und mich fotografieren lassen. Wie gesagt, was danach passierte, da fehlen mir oft die Erinnerungen. Ist vielleicht auch gut so, ich will mir gar nicht vorstellen, was manchmal noch passiert sein könnte.
Aber ich schämte mich immer, es war so schwer für mich dies zu ertragen. Ich wollte nur das es endlich aufhört.
Zwischenzeitlich lebte ich wie ein normales Mädchen. Ich spielte mit meiner Puppenstube und einem Kaufmannsladen, den mein Vater selbst gebaut hatte. Allerdings hatte ich keine Freundinnen, denn nach draußen durfte ich nie alleine. Irgendwie fehlte es mir auch nicht, denn für mich war es Normalität, ich kannte es nicht anders. Ich hatte zwar Angst vor den Tagen, an denen ich „zugeritten“ wurde und ich danach von einem fremden Mann Schmerzen ertragen musste, aber vielleicht ging es ja allen Mädchen so. Ich beklagte mich nicht, ließ es einfach alles über mich ergehen. Ich dachte nicht darüber nach.
Eines Abends kam meine Stiefmutter, um mich zu trösten. Ich war an dem Tag gar nicht traurig gewesen. Aber sie legte sich zu mir ins Bett. Sie griff mir sofort brutal zwischen die Beine, sodass das ich weinen musste, es tat echt sehr weh. Sie meinte, sie würde mir nun einen Grund zum Heulen geben. Sie hatte Wäscheklammern dabei, die sie mir an meine Brustwarzen klemmte. Ich sollte meine Beine spreizen, damit sie mir mal zeigen könnte, wer hier das Sagen hat. Es waren so unendliche Schmerzen. Ich weinte und flehte, sie solle aufhören. Doch umso mehr ich weinte, umso mehr Spaß schien sie zu haben. Sie steckte mir irgendwas Hartes unten rein und atmete dabei ganz komisch. Wieder war überall Blut. Ich wünschte mir, wieder "ohnmächtig" zu werden, wie sonst immer. Später sollte ich erfahren, dass ich mich abspaltete, ich so der Hölle entgehen, überleben konnte. Doch diesmal musste ich alles erleben. Es war so schlimm! Sie verlangte von mir, sie auch zwischen den Beinen und an den Brüsten zu streicheln. Es war so ekelhaft. Wenn ich mich weigerte, schlug sie mich mit der Faust ins Gesicht. Ich hatte Nasenbluten und mein Auge schwoll zu. Anschließend sollte ich ihr den harten Gegenstand unten reinstecken. Ich wollte es nicht tun, denn ich wusste ja, wie weh es mir getan hatte. Doch sie zog mich an den Haaren, schaute mich aus einer Grimasse an und befahl mir, es zu tun. Als es vorbei war sagte auch sie den Satz wie mein Vater.... Es solle unser Geheimnis bleiben, Lügner werden erschossen.
Als ich dann endlich gehen durfte, ich dringend ins Bad musste, begegnete ich meinem Vater, der mich wohl etwas irritiert ansah. Ich meinte damals, er war verwundert, sah ihn flehend an. Doch er drehte sich um und verließ die Wohnung.
Ich wunderte mich immer mehr über Satz mit dem, dass Lügner erschossen werden. Warum sollte ich erschossen werden? Ich fragte nach. Mein Vater erzählte mir in aller Ruhe, dass es Mädchen gebe, die zur Polizei gehen würden, um zu erzählen, was man mit ihnen macht. Eigentlich wusste ich gar nicht, was sie mit mir machten, nur dass es immer unendlich weh tat und dass dies normal war, weil ich wohl immer böse war. Aber diese Mädchen, die dann zur Polizei gehen würden, würden dann halt von der Polizei schossen werden. Es wären undankbare Gören, die ihre Eltern nicht liebhatten. Und dafür würden sie bestraft werden, indem man sie erschoss. Auch anderen Personen dürfte ich nichts erzählen, denn diese würden dann sofort die Polizei verständigen, damit man mich erschießt. Ich verstand zwar nicht, was das mit Lügen zu tun hatte, denn bei mir wäre es ja die Wahrheit gewesen. Ich dachte dann, dass die Polizei rausfindet, wenn ich früher schon mal gelogen hätte. Ich log ja immer, wenn ich sagen musste, dass mir gefällt was die Onkels mit mir machten. Viele von denen wollten das oft hören und mein Vater drohte mir mit Schlägen, wenn ich das nicht sagen wollte. Also war ich somit eine Lügnerin.
Nach dem Gespräch war ich aufgewühlt. Ich würde nicht so eine undankbare Göre sein, ich hatte meine Eltern lieb. Und vor der Polizei machte ich von nun an einen großen Bogen.
So verstrich die Zeit, ich wurde oft getröstet von meinen Eltern. Ich war nicht immer wirklich traurig, warum sollte ich immer getröstet werden? Ich hatte mittlerweile solche Angst davor, es war jedes Mal so unendlich schmerzhaft. Manchmal wurde ich auch von fremden Männern getröstet, ich verstand die Welt überhaupt nicht mehr, lebte permanent in Angst.
Ich weiß nur nicht, was die ganze Zeit mit meinen Brüdern war, wo diese waren, da fehlen mir die Erinnerungen. Aber an etwas mit Frank kann ich mich noch gut erinnern.
An einem Tag hatte Frank sich in die Hosen gemacht. Eigentlich war es ein Ausrutscher gewesen, denn er hatte Durchfall. Damit ich nicht auch auf die dumme Idee käme, in die Hosen zu machen, setzte meine Stiefmutter mich bei Frank in meinem Zimmer an den Tisch. Es gab Graupensuppe. Sie zog ihm die dreckige Hose über den Kopf und wir sollten gemeinsam essen. Ich konnte nicht essen, ich bekam das Würgen. Als Strafe, weil ich nicht aß, wurde mein Bruder erlöst und ich bekam nun diese verkotete Hose über den Kopf gezogen. Meine Stiefmutter blieb bei mir sitzen. Ich müsse so lange die Hose auf dem Kopf tragen, bis ich aufgegessen habe. Bei jedem Würgen meinerseits rieb sie kräftig die Hose über meinen Kopf. Mir tropfte der Kot ins Gesicht, mir war so schlecht, ich weinte, aber nichts half. Stiefmutter lachte mich nur aus. Keine Ahnung wie ich es geschafft habe aufzuessen, aber den Teller bekam ich leer. Die Hose durfte ich zur Strafe aber noch den ganzen Tag tragen, ich bekam unerträgliche Kopfschmerzen. Seit dem Tag mochte ich keine Graupensuppe mehr. Schon der Gedanke daran löst heftigsten Ekel bei mir aus.
Ich konnte nicht verstehen, warum meine Stiefmutter das mit mir gemacht hatte, schließlich hatte nicht ich in die Hosen gemacht. Und wieso wurde Frank erlöst, während ich alles abbekam? Ich war doch gar nicht böse gewesen!
Am Abend wusch mich meine Stiefmutter gründlich, sehr, sehr gründlich in der Wanne und war wieder ganz lieb zu mir. Zuvor musste ich den ganzen Tag mit dieser verkoteten Hose auf meinem Kopf verbringen, ich kam aus dem Weinen gar nicht mehr heraus. Im Übrigen versuchte ich schon zu dem Zeitpunkt nicht mehr traurig nach außen hin zu wirken und gleich gar nicht mehr zu weinen. Ich hatte Angst, dass meine Eltern oder einer der Onkels mich trösten kommen würde. Nur gelang mir das nicht immer. Stiefmutter kam anschließend auch in mein Bett, um mich zu trösten. Es sollte mir eine Lehre gewesen sein, deswegen hatte sie es getan mit der verkoteten Hose. Ich verstand, auch wenn ich nichts verstand. Ich wusste nur, dass meine Stiefmutter wieder lieb mit mir war.
Sie fing an mich zu streicheln. Ich sollte es ihr gleichtun. Zur Belohnung, weil ich die Graupensuppe aufgesessen hatte, wolle sie schöne Fotos von mir machen. Ich wusste was kommen würde und dies bedeutete Schmerzen.
Ich musste mich wieder entkleiden. Dann kam mein Vater in mein Zimmer mit einer Kamera in der Hand. Er wolle mich fotografieren, wie Stiefmutter mich tröstet, damit ich später mal gute Erinnerungen daran habe.
Ich musste meine Beine spreizen und meine Stiefmutter führte wieder etwas Hartes unten in mich hinein. Es tat höllisch weh, aber ich durfte mich nicht bewegen. Mein Vater kam ganz nah auf mich zu und fotografierte mich nur noch zwischen den Beinen.
Plötzlich meinte er, ich soll pullern. Aber ich konnte doch nicht in mein Bett machen! Meine Stiefmutter wurde böse, ich solle gefälligst auf meinen Vater hören. Ich fing zu weinen an, denn irgendwas war hier nicht richtig. Ich musste tagsüber die verkotete Hose von meinem Bruder auf dem Kopf tragen, weil er in die Hosen gemacht hatte und nun sollte ich ins Bett machen. Meine Stiefmutter schlug mir brutal ins Gesicht und meinte, wenn ich jetzt nicht gleich auf meinen Vater hören würde, dann würde ich die Dresche meines Lebens bekommen. So tat ich wie mir befohlen. Ich pullerte ins Bett und mein Vater fotografierte alles. Ich schämte mich so sehr, ich wäre am liebsten in ein Mauseloch gekrochen.
Mein Vater legte mich auf den Fußboden und legte sich auf mich. Ich spürte wieder etwas Hartes zwischen meinen Beinen bevor der Schmerz mich überwältigte. Mein Vater atmete dabei so komisch, dass ich es mit der Angst zu tun bekam. Meine Stiefmutter schaute zu. Sie fotografierte alles.
Zur Strafe, weil ich ins Bett gemacht hatte, musste ich in dem nassen Bettzeug schlafen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich weinte mich in den Schlaf. Dieser Tag war nicht zu verstehen, gleich gar nicht für ein 4 oder 5 Jahre altes Mädchen.
Es kamen erstmals bewusst die Gedanken, dass ich das alles nicht möchte, ich diese Schmerzen, diese Scham, den Ekel nicht mehr ertragen möchte, auch wenn das vielleicht jedes Mädchen erleben muss. Mit Sicherheit dachte ich dies nicht mit diesen Worten, aber es sollte enden. Ich wollte es nicht mehr, wollte nur, dass meine Eltern mich einfach liebhatten, ohne mir weh zu tun. Schließlich hatte ich sie doch auch lieb. Da es für mich unerträglich wurde, wollte ich für immer schlafen und nichts mehr spüren. Nur wie sollte das gehen? Einfach nicht mehr aufzuwachen war mein Wunsch, trotz meines sehr jungen Alters.
