Kleopatra - Uwe Baumann - E-Book

Kleopatra E-Book

Uwe Baumann

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Beschreibung

Kleopatra (69–30 v. Chr.) war keine schöne Frau, doch sie war sprachgewandt, witzig, hochgebildet und machtbewusst. Damit gewann sie Caesar für sich, den mächtigsten Mann Roms. Ihr Plan, Ägyptens Unabhängigkeit zu sichern, schlug trotz aller Liebschaften und diplomatischen Schachzüge fehl. Das reiche Land am Nil war eine zu verlockende Beute für das gierige Rom. Das Bildmaterial der Printausgabe ist in diesem E-Book nicht enthalten.

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Seitenzahl: 216

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Uwe Baumann

Kleopatra

 

 

 

Über dieses Buch

Kleopatra (69–30 v. Chr.) war keine schöne Frau, doch sie war sprachgewandt, witzig, hochgebildet und machtbewusst. Damit gewann sie Caesar für sich, den mächtigsten Mann Roms. Ihr Plan, Ägyptens Unabhängigkeit zu sichern, schlug trotz aller Liebschaften und diplomatischen Schachzüge fehl. Das reiche Land am Nil war eine zu verlockende Beute für das gierige Rom.

Das Bildmaterial der Printausgabe ist in diesem E-Book nicht enthalten.

Vita

Uwe Baumann, geboren 1953, Studium der Fächer Geschichte, Englisch und Philosophie in Düsseldorf und Oxford, Promotion (Neuere Anglistik/Amerikanistik, Ältere Anglistik, Alte Geschichte) zum Dr. phil. 1982 in Düsseldorf, Habilitation 1990 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Von 1992/93 bis 1999 Professor für Anglistik (Literaturwissenschaft und Literaturübersetzen) in Düsseldorf, ab 1999 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn (Englische Literatur- und Kulturwissenschaft).

Buchpublikationen (in Auswahl): Rom und die Juden. Die römisch-jüdischen Beziehungen von Pompeius bis zum Tode des Herodes (63 v. Chr.–4 v. Chr.) (1983, 2. Aufl. 1986); Thomas Morus, Epigramme, übersetzt, eingeleitet und kommentiert (1983); Die Antike in den Epigrammen und Briefen Sir Thomas Mores (1984); Antoninus Bassianus Caracalla (1984); Thomas Morus, Humanistische Schriften (1986, gemeinsam mit H. P. Heinrich); Claudius Tiberius Nero. A Critical Edition of the Play Published Anonymously in 1607 (1990); Heinrich VIII. (1991, 4. Aufl. 2001); Vorausdeutung und Tod im englischen Römerdrama der Renaissance (1564–1642): ‹The heavens themselves blaze forth the death of princes› (1996); Shakespeare und seine Zeit (1998, 2. Aufl. 2000); Basileus und Tyrann: Herrscherbilder und Bilder von Herrschaft in der Englischen Renaissance (1999); Streitkultur. Okzidentale Traditionen des Streitens in Literatur, Geschichte und Kunst (2008, gemeinsam mit A. Becker, A. Steiner-Weber); Kopfball, Einwurf, Nachspielzeit. Gespräche und Beiträge zur Aktualität und Geschichte des Fußballs (2008, gemeinsam mit D. Dahlmann); Warren Tufts, Lance. Ein Western-Epos, 5 Bde. (2011–2013, gemeinsam mit J. Baumann); Autobiographie: Eine interdisziplinäre Gattung zwischen klassischer Tradition und (post-)moderner Variation (2013, gemeinsam mit K. A. Neuhausen); Edgar Rice Burroughs’ Tarzan, Bd. 5: Sonntagsseiten 1939–1940. Burne Hogarth (2014, gemeinsam mit C. Wich-Reif); Polemik im Dialog des Renaissance-Humanismus: Formen, Entwicklungen, Funktionen (2015, gemeinsam mit A. Becker, M. Laureys); Warren Tufts, Casey Ruggles. Eine Western-Saga, bisher 2 Bde. (2015–2017, gemeinsam mit J. Baumann).

Zahlreiche Aufsätze, Essays und Lexikonartikel zur englischen Literatur und Kultur, inklusive der Populärkultur vornehmlich des 16., 17., 19. und 20. Jahrhunderts und zur amerikanischen Literatur und Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts.

Impressum

Veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Hamburg, Mai 2018

Copyright © 2003 by Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg

Covergestaltung any.way, Hamburg

Coverabbildung Umschlagabbildung: bpk / Antikensammlung, SMB / Johannes Laurentius (Kleopatra. Marmorbüste, vor 31. v. Chr.)

ISBN 978-3-644-40364-2

 

Schrift Droid Serif Copyright © 2007 by Google Corporation

Schrift Open Sans Copyright © by Steve Matteson, Ascender Corp

 

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www.rowohlt.de

Vorwort

Die Menschen können nicht sagen, wie sich eine Sache zugetragen, sondern nur wie sie meinen, daß sie sich zugetragen hätte.

 

Georg Christoph Lichtenberg:

«Sudelbücher»

Kleopatra VII., Tochter des Ptolemaios XII. Auletes und letzte Königin der Ptolemäer, wurde im Winter des Jahres 70/69 v. Chr. geboren. 51 v. Chr. bestieg sie gemeinsam mit ihrem Brudergemahl Ptolemaios XIII. den Pharaonenthron, wurde allerdings schon wenig später von ihrem Bruder vertrieben. In einen Bettsack eingewickelt, soll sie zu Caesar nach Alexandria gebracht worden sein. Nicht schön (wie Münzbilder deutlich zeigen)[1], aber sprachgewandt, hoch gebildet, machtbewusst und witzig, gewann die knapp zweiundzwanzigjährige Kleopatra den mächtigsten Mann Roms für sich. Im Bürgerkrieg zwischen Kleopatra und Ptolemaios XIII. nahm Caesar für Kleopatra Partei (und geriet dabei in größte Schwierigkeiten); nach der Niederlage und dem Tod des Ptolemaios XIII. regierte Kleopatra mit ihrem jüngeren Brudergemahl Ptolemaios XIV. von 47 bis 44 v. Chr. über Ägypten.

Die ägyptische Königin besuchte ihren Geliebten Caesar, dem sie vermutlich im Jahre 47 einen Sohn, Kaisarion, gebar, für viele Monate in Rom; und sie war dort auch am 15. März 44 v. Chr., dem Tag, der die antike Welt nachhaltig verändern sollte. Unter den Dolchen der Verschwörer, angeführt von Cassius und Brutus, starb Caesar, und Rom wurde in einen weiteren Bürgerkrieg hineingerissen. Obwohl Kleopatra 44 v. Chr. Kaisarion zum Mitregenten nahm, musste sie sich 41 v. Chr. wegen ihrer Haltung im römischen Bürgerkrieg in Tarsos vor Antonius verantworten. Die Caesar-Mörder waren besiegt, und das Römische Reich hatte im Grunde nur noch dem Namen nach eine republikanische Verfassung: De facto wurde es von zwei sehr unterschiedlichen Männern beherrscht, von Oktavian[2], dem späteren Kaiser Augustus, und von Marcus Antonius.

Wiederum, wie schon einmal bei Caesar, gelang es Kleopatra, als Aphrodite und neue Isis den mächtigen Mann Roms, Antonius, den neuen Dionysos, für sich zu gewinnen. 37 v. Chr. schenkte Antonius ihr das Fürstentum Chalkis am Libanon und weite Landstriche Phöniziens und Kilikiens. 34 v. Chr. proklamierte Antonius (der Entscheidungskampf um die Macht im Römischen Reich mit Oktavian war inzwischen unausweichlich geworden) Kleopatra zur «Königin der Könige», Caesars Sohn Kaisarion zum «König der Könige» und ihre gemeinsamen drei Kinder zu Unterkönigen: Alexander Helios für das östliche Euphratgebiet, Ptolemaios Philadelphos für Syrien und Kilikien, Kleopatra Selene für Kyrene und Libyen. Die testamentarisch bestätigten Landschenkungen des Antonius wie auch der in seinem Testament niedergelegte Wunsch, in Alexandria bestattet zu werden, lieferten Oktavian den Vorwand, den Bürgerkrieg um die Macht im Römischen Reich nominell als Krieg gegen Kleopatra und Ägypten zu führen. Kleopatra wurde ab dem Jahre 34 v. Chr. von der Propagandamaschinerie Oktavians systematisch zur nationalen Feindin Roms stilisiert, zum lüsternen, gewissenlosen, orientalischen Weib, das nur Unglück über Rom und die Römer bringe.[3]

Aus der verlorenen Seeschlacht bei Actium am 2. September 31 v. Chr., die den Bürgerkrieg zwischen Antonius und Oktavian, zwischen Dionysos und Apollo, zwischen Osten und Westen, entschied, entkamen Kleopatra und Antonius nach Ägypten. Die Königin versuchte vielleicht noch einmal, sich mit einem Römer zu arrangieren. Schließlich jedoch, nachdem sie ihr Spiel verloren hatte, tötete sie sich selbst am 12. August 30 v. Chr., um nicht als Gefangene im Triumphzug Oktavians mitgeführt zu werden.

Auf einige dürre Fakten reduziert, ist dies der Lebensweg Kleopatras. Ihre Geschichte als Herrscherin Ägyptens wird auch im Rückblick des Historikers zu einer klassischen Tragödie, in der sie sich mit immer weniger Erfolg gegen die Entwicklung ihrer Zeit stemmt. Die Epoche der unabhängigen hellenistischen Königreiche war spätestens seit der Neuordnung des gesamten Ostens durch Pompeius (63 v. Chr.) vorbei; einzig und allein Rom beherrschte die Mittelmeerwelt. Dies erkannte zweifellos auch Kleopatra und versuchte sich deshalb mit den Mächtigen Roms zu arrangieren. Die Tage des republikanischen Roms waren jedoch ebenfalls gezählt, und so wurde die ägyptische Königin immer wieder in die Todeskämpfe und Bürgerkriege der sterbenden Republik hineingezogen. Der Getreide- und Holzreichtum ihres Königreichs, insgesamt die Ressourcen, die Ägypten bereitstellen konnte, machten ihr Herrschaftsgebiet wiederholt zum Ziel von Begehrlichkeiten. Pompeius war nach der Niederlage gegen Caesar nach Ägypten geflohen, die Caesar-Mörder suchten in Ägypten und Syrien Zuflucht, und auch Antonius stützte sich in seinem Endkampf mit Oktavian nahezu ausschließlich auf die Reichtümer Ägyptens. Die Niederlage des Antonius bei Actium besiegelte dann auch das Schicksal Kleopatras und ihres Königreichs. Ägypten wurde zur römischen Provinz, einer Provinz zudem, die ohne ausdrückliche Genehmigung des Kaisers kein Senator mehr betreten durfte. Deutlicher, als es diese gesetzliche Regelung zeigt, kann die herausragende Bedeutung Ägyptens für das Römische Reich kaum betont werden: Der Herr über Ägypten und damit über die Getreideressourcen des Landes konnte sich jederzeit zu einer Gefahr für die Versorgung Roms und so für die Sicherheit des Reichs entwickeln. Oktavian hatte als kühler Machtpolitiker die Konsequenzen aus den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte gezogen und sich den Zugriff auf Ägypten endgültig (und persönlich) gesichert.

Die Niederlage des Antonius bei Actium besiegelte nicht nur das Schicksal Kleopatras, sie ist auch das entscheidende Ereignis für die Beurteilung ihrer Persönlichkeit durch die Nachwelt. Die Geschichte schreibt, wie die antiken Historiker schon wussten, immer der Sieger. So sind fast alle Quellen, die uns heute über Kleopatras Leben und Persönlichkeit Aufschluss geben können, belastet durch die ungemein effektive Propagandapolitik Oktavians. Die erhaltenen Zeugnisse, ohnehin nur eine durch die Zufälle der Überlieferung begrenzte Auswahl, weisen fast ausnahmslos die Tendenz auf, die Beziehung zwischen Kleopatra und Caesar zu bagatellisieren und Kleopatra und Antonius als unrömisches, in orientalischer Pracht lebendes Herrscherpaar zu diffamieren. Die Persönlichkeit Kleopatras (soweit sie sich [re-]konstruieren lässt) und die wahre Geschichte ihrer Handlungen wie ihrer politischen Ambitionen liegen begraben unter römischer Bürgerkriegspropaganda und den vielen poetischen Bearbeitungen einer tragischen Liebesgeschichte.

Dennoch lässt sich, wenn man die erhaltenen Zeugnisse unvoreingenommen prüft und sich die tendenziöse Darstellung darin immer wieder vor Augen führt, das facettenreiche Bild einer faszinierenden Herrscherin gewinnen, die sich über fast zwei Jahrzehnte in der männlich rauen Welt von Bürgerkrieg, politischer Intrige und gewissenloser Machtpolitik behauptete, einer Frau, die wie kaum eine zweite aus durchsichtigen politischen Gründen diffamiert wurde.[4]

 

Diese Skizze der Persönlichkeit und der Regierungszeit Kleopatras möchte keine grundsätzliche Neubewertung der letzten Ptolemäerkönigin vornehmen, sondern eine – im Wesentlichen aus den Quellen erarbeitete – knappe und historisch zuverlässige Biographie bieten, die allein schon durch ausführliche Quellenzitate die Leserinnen und Leser notwendigerweise in den Prozess der Bewertung der dort getroffenen Aussagen einbezieht.

Der für dieses Vorhaben verfügbare Raum zwingt von vornherein zur Auswahl und in manchen Punkten auch zu bewusstem Verzicht. So kann im Folgenden keine ausführliche Analyse der römischen Politik der Jahre 51 bis 30 v. Chr. geboten werden, obwohl diese zweifellos den Hintergrund – und für die entscheidenden Jahre mit Caesar und Antonius nicht nur den Hintergrund – der politischen Handlungen und Ambitionen Kleopatras liefert. Ebenso wird weitgehend auf die Darstellung der sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Entwicklung Ägyptens im mittleren Drittel des 1. Jahrhunderts v. Chr. verzichtet. Das Literaturverzeichnis trägt diesem strukturellen Verzicht in der Darstellung insofern Rechnung, als dort auch zu diesen speziellen Fragen die wichtigsten neueren Studien verzeichnet sind.

 

Obwohl nach Umberto Ecos Essay «Wie man ein Vorwort schreibt» (1987) Danksagungen immer belastender werden, ist es mir mehr als eine angenehme Pflicht, öffentlich Dank zu sagen für die vielfältige Unterstützung, die mir bei der Materialbeschaffung und Materialsichtung von vielen Seiten zuteilwurde. Ein erster Dank gilt all denen, in deren Fußstapfen ich bei meinem Porträt Kleopatras treten durfte, ein Dank, der durch die Nennung in den Anmerkungen und im Literaturverzeichnis nur ungenügend abgestattet werden kann, zumal viele dort aus Raumgründen nicht einmal genannt werden können. Neben diesem notwendig pauschalen Dank seien daher Hans Volkmann, Michael Grant, Dietmar Kienast, Günther Hölbl und Manfred Clauss namentlich erwähnt, deren Standardwerke zu Augustus, Kleopatra und der Zeit der Ptolemäerherrschaft insgesamt meine Skizze nachhaltig geprägt haben.

Für die kritische Lektüre dieser Monographie und einige Verbesserungsvorschläge fühle ich mich meinen fachfremden und – vielleicht gerade darum – unbefangenen und kompetenten studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Barbara Maerker, Julia Mittelstraß, M.A., Peter Nover, M.A., Susanne Rauter, M.A., Gislind Rohwer und Andrea Rummel zu größtem Dank verpflichtet.

Last but not least sind meine Kolleginnen und Kollegen zu erwähnen, die ungeachtet ihrer eigenen Belastungen immer wieder die Zeit für anregende interdisziplinäre Gespräche gefunden haben: Wolfram Ax (Köln), Anthony Birley (Düsseldorf), Herwig Friedl (Düsseldorf), Raban von Haehling (Aachen), Barbara Haupt (Düsseldorf), Wolfram Hogrebe (Bonn), Christine Schwarzer (Düsseldorf), Ruprecht Ziegler (Duisburg) und Bernhard Zimmermann (Freiburg).

Ptolemäer-Prinzessin und Königin ohne Macht

Rom und Ägypten

Als Kleopatra um die Jahreswende 70/69 v. Chr. geboren wurde, herrschte ihr Vater Ptolemaios XII. Auletes über ein reiches, aber politisch instabiles Ägypten. Das aus den Diadochenkriegen hervorgegangene und von den ersten drei Ptolemäer-Herrschern, Ptolemaios I. Soter (306/4 bis 283/2 v. Chr.), Ptolemaios II. Philadelphos (285–246 v. Chr.) und Ptolemaios III. Euergetes (246 bis 222 v. Chr.), konsequent erweiterte und gesicherte Reich[5] war in einem stetigen Prozess des Niedergangs auf das Kernland Ägypten zusammengeschrumpft; lediglich der Bruder Ptolemaios’ XII. Auletes verfügte noch über Zypern. Beide waren jedoch Herrscher von Roms Gnaden.

Ptolemäer-Herrscher mit Regierungszeiten

Ptolemaios I. Soter 306–283

Ptolemaios II. Philadelphos 285–246

Ptolemaios III. Euergetes I. 246–222/1

Ptolemaios IV. Philopator 221–204

Ptolemaios V. Epiphanes 204–180

Ptolemaios VI. Philometor 180–145

Ptolemaios VII. Neos Philopator 145–144

Ptolemaios VIII. Euergetes II. (Physkon) 145–116

Ptolemaios IX. Soter II. 116–107

Ptolemaios X. Alexander I. 107–88

Ptolemaios IX. Soter II. 88–80

Ptolemaios XI. Alexander II. 80

Ptolemaios XII. Neos Dionysos (Auletes) 80–51

Ptolemaios XIII. und Kleopatra VII. 51–48

Ptolemaios XIV. und Kleopatra VII. 48–44

Kleopatra VII. und Ptolemaios XV. (Kaisarion) 44–30

Einen ersten deutlichen Hinweis auf die wahren Machtverhältnisse im Mittelmeerraum vermittelt das Eingreifen Roms in den sechsten Syrischen Krieg (180–168 v. Chr.). Der römische Senat hatte als Reaktion auf ein Hilfegesuch aus Alexandria im Januar 168 v. Chr. eine Gesandtschaft unter der Führung des C. Popilius Laenas in den Osten geschickt, um den Gang der Ereignisse aus der Nähe zu beobachten und im syrisch-ägyptischen Krieg eine Entscheidung im Sinne Roms herbeizuführen.[6] Diese Gesandtschaft erhielt in ihrem Quartier auf Delos die Nachricht vom römischen Sieg bei Pydna über Perseus von Makedonien (22. Juni 168) und vom Marsch Antiochos’ IV. von Syrien auf Alexandria. Der frische Ruhm des Sieges über die makedonische Phalanx und der erneute Vormarsch des Seleukidenherrschers schufen die Voraussetzungen für das Eingreifen des Popilius Laenas. Die römischen Gesandten fuhren nach Ägypten[7]; in einem Vorort von Alexandria, Eleusis, trafen sie mit Antiochos zusammen, eine Zusammenkunft, die von zahlreichen antiken Autoren als denkwürdig überliefert wurde.[8] Den berühmt gewordenen Tag von Eleusis beschreibt Polybios besonders eindringlich: «Als Antiochos gegen Ptolemaios heranzog, um Pelusion zu besetzen, [trat ihm] der römische Gesandte [C.] Popilius [Laenas] in den Weg. Der König begrüßte ihn schon von weitem durch lauten Zuruf und streckte ihm die Hand entgegen. Popilius aber reichte ihm die Schreibtafel, die er bereit hielt und auf der der Senatsbeschluß geschrieben stand, und hieß ihn zuerst das Schriftstück lesen, wie mir scheint, weil er ihm den Gruß als Zeichen der Freundschaft nicht eher zu bieten wünschte, als er sich von der Gesinnung des anderen überzeugt hatte, ob er Freund oder Feind sei. Als der König gelesen hatte, erklärte er, seinen Freunden das Schreiben mitteilen und sich mit ihnen über die neue Lage beraten zu wollen. Darauf tat Popilius etwas, was man nicht anders als hart und im höchsten Maße demütigend bezeichnen kann: er zog mit einem Weinrebenstab, der ihm gerade zur Hand war, einen Kreis um Antiochos und hieß ihn in diesem Kreis seine Antwort auf den Senatsbeschluß zu erteilen. Der König, obwohl befremdet über dieses Ansinnen und die Anmaßung des römischen Gesandten, zögerte doch nur kurze Zeit und erwiderte dann, er werde alles tun, was die Römer von ihm verlangten. Jetzt ergriff Popilius seine Hand, und er und seine Mitgesandten begrüßten Antiochos auf das herzlichste. In dem Schreiben hatte gestanden, er solle auf der Stelle den Feldzug gegen Ptolemaios abbrechen und den Krieg beenden. Infolgedessen führte er innerhalb der ihm gesetzten Frist sein Heer nach Syrien zurück, mit Ingrimm und Widerstreben, jedoch für jetzt der Not gehorchend. […] In dieser Weise also retteten die Römer das Ptolemäerreich, das schon unmittelbar vor der völligen Vernichtung gestanden hatte, da die Tyche es so gefügt hatte, daß der Krieg mit Perseus und den Makedonen rechtzeitig zu Ende ging, um Alexandreia und das ganze ägyptische Reich, das schon fast völlig am Boden lag, sich wieder erheben zu lassen. Dies hatte daran gehangen, daß vorher die Entscheidung gegen Perseus fiel. Wäre das nicht geschehen und hätte sich Antiochos nicht von dem römischen Sieg überzeugen müssen, so würde er schwerlich dem Befehl des Popilius gehorcht haben.»[9]

Das arrogante, aber politisch kluge Verhalten des Popilius Laenas signalisiert, dass fortan sowohl die Seleukiden wie die Ptolemäer mit Rom als der beherrschenden Macht im östlichen Mittelmeerraum zu rechnen hatten; eine bloße Gesandtschaft rettete – begünstigt durch den Sieg bei Pydna – die Existenz des Ptolemäer-Reichs. Die Ptolemäer waren damit, obwohl sie nominell genauso selbständig regierten wie vorher, dem politischen Einfluss Roms ausgesetzt. Bei innerdynastischen Streitigkeiten, bei Problemen mit sozial motivierten Aufständen, kurzum bei allen existenziellen Fragen wurde fortan der römische Senat um Hilfe, um Zustimmung, um Entscheidung gebeten. Und Rom versuchte, wie wiederum Polybios überliefert[10], zum Beispiel im Konflikt der Brüder Ptolemaios Philometor und Ptolemaios Euergetes II. (164–163 v. Chr.) zu vermitteln und mit ausschließlich diplomatischen Mitteln die Krise beizulegen; Ptolemaios Euergetes wurde ab 162/161 als alleiniger «amicus et socius» («Freund und Bundesgenosse») Roms betrachtet. Nach einem Attentat wandte sich Ptolemaios VIII. Euergetes II. 156/155 v. Chr. erneut um Hilfe an Rom und erließ zugunsten Roms eine testamentarische Verfügung, das sogenannte Testament des Euergetes. Dies ist das erste Testament eines hellenistischen Herrschers zugunsten Roms; es sollte Vorbildcharakter für die ähnlichen Testamente der nächsten Jahrzehnte, u.a. Attalos’ III. von Pergamon und Nikomedes’ II. von Bithynien, erhalten. Zugleich ist es ein Zeichen mehr für den unaufhaltsamen Machtverlust der hellenistischen Staaten: «Möge es mir beschieden sein, mit der gnädigen Hilfe der Götter in gebührender Weise an denen Rache zu nehmen, die das gottlose Attentat gegen mich angestiftet haben und mich nicht nur der Krone, sondern auch des Lebens berauben wollten. Wenn mir aber etwas Menschliches zustößt, ehe ich Thronerben hinterlasse, so vermache ich die mir gebührende Königsherrschaft den Römern, denen ich von Anfang an die Freundschaft und das Bündnis treu gewahrt habe.»[11]

Angesichts der zunehmenden Destabilisierung des Ptolemäer-Reichs, der «Selbstzerfleischung der Dynastie»[12], begnügte sich Rom damit, hin und wieder das Land durch Gesandte zu kontrollieren. Bei einem dieser Besuche, vermutlich im Jahre 140/139 v. Chr., machte Ptolemaios VIII. eine denkbar schlechte Figur: Ganz gegen seine Gewohnheit ging der feiste König der von P. Cornelius Scipio Aemilianus, dem Zerstörer Karthagos (146 v. Chr.), angeführten Gesandtschaft bis zum Hafen entgegen, um sie in den königlichen Palast zu geleiten, wobei er «angeblich wegen seiner körperlichen Trägheit und Weichlichkeit mit ihnen kaum Schritt halten konnte»[13]. Obwohl, oder vielleicht besser: weil der König in seiner Kleidung und seinem Auftreten das ptolemäische Herrscherideal der Tryphè, einer glückverheißenden Üppigkeit, repräsentierte, wird er in der antiken Überlieferung zur Kontrastfolie für das männlich kraftvolle Auftreten der Römer.[14]

Der zu Beginn des Jahres 88 v. Chr. von einem Militär- und Volksaufstand aus Alexandria vertriebene Ptolemaios X. Alexander I. versuchte mit Geldern, die er bei römischen Geldverleihern aufgenommen hatte, Söldner anzuwerben, um sich sein Reich, das erneut Ptolemaios IX. Soter II. regierte, zurückzuerobern. Bei dem Versuch, sich Zypern anzueignen, wurde Ptolemaios X. endgültig besiegt und verlor sein Leben.[15] Wichtiger als dieses Detail der dynastischen Auseinandersetzungen der Ptolemäer-Familie ist jedoch, dass Ptolemaios X. – wohl als Garantie für die Rückzahlung der geliehenen Gelder – sein Königreich für den Fall seines Untergangs testamentarisch den Römern vermacht haben soll.[16] In den politischen Auseinandersetzungen Roms der sechziger Jahre sollte dieses Testament des Ptolemaios X. Alexander I. eine entscheidende Rolle spielen, wie exemplarisch Cicero verdeutlicht: «Denn wer von euch wüßte nicht, daß dieses Reich [d.h. Alexandrien und ganz Ägypten] durch das Testament des Königs Alexander in den Besitz des römischen Volkes übergegangen sein soll? Hier will ich, der Konsul des römischen Volkes, nicht nur kein Urteil aussprechen, sondern nicht einmal vorbringen, was ich davon halte. Denn die Sache kommt mir zu wichtig vor, darüber zu befinden oder auch nur eine Meinung zu äußern. Ich sehe, wer versichert, daß das Testament zustande gekommen sei; ich weiß, daß ein Senatsgutachten über den Antritt der Erbschaft besteht – aus der Zeit, da wir nach dem Tode Alexanders drei Gesandte nach Tyros schickten, das Geld in Empfang zu nehmen, das Alexander dort hinterlegt hatte. Ich erinnere mich, daß L. Philippus dies oft im Senat bestätigt hat; ich bemerke die fast einhellige Meinung, daß dem jetzigen Herrn dieses Reiches sowohl die Herkunft als auch die Eigenschaften eines Königs abgehen. Auf der anderen Seite verlautet es, es gebe gar kein Testament, es dürfe nicht scheinen, daß sich das römische Volk aller Königreiche bemächtigen wolle, unsere Leute würden wegen der Güte des Landes und des allgemeinen Überflusses in diese Gebiete auswandern.»[17]

Mit diesem Zitat sind wir der Zeit bereits ein wenig vorausgeeilt, denn der nach dem Urteil Ciceros sowohl der Herkunft nach wie auch von seinen Fähigkeiten her ungeeignete Herrscher Ägyptens ist Ptolemaios XII. Auletes, der Vater Kleopatras. Er war im Jahre 80 v. Chr. nach einer für die dynastischen Probleme der Ptolemäer nicht ganz untypischen Situation an die Macht gekommen. Nach dem Tode Ptolemaios’ IX. Soters II. Ende Dezember 81 v. Chr. hatte zunächst dessen Witwe Kleopatra Berenike III. für etwa sechs Monate allein regiert; dann wurde Ptolemaios XI. Alexander II. aus Rom nach Alexandria gerufen; dieser heiratete seine Stiefmutter, teilte sich mit ihr die Herrschaft und beendete damit die als ungebührlich empfundene reine Frauenherrschaft. Achtzehn oder neunzehn Tage nach der Heirat ermordete der König Kleopatra Berenike III. (etwa im Juni 80 v. Chr.), wurde jedoch unmittelbar darauf zur Rechenschaft gezogen von den durch den Mord an der sehr beliebten Königin aufgebrachten Alexandrinern: Sie holten ihn aus dem Palast und töteten ihn im Gymnasium.[18] Nun war guter Rat teuer. Zum einen war eine direkte Intervention Roms zu befürchten, da das Testament Ptolemaios’ X. Alexanders I. nach dem Tod seines Sohnes, des letzten leiblichen Nachkommen, bedrohliche Aktualität erhalten haben musste. Zum anderen war der einzige legitime Nachkomme der Ptolemäer-Dynastie Kleopatra V. Selene, die Witwe des Seleukidenkönigs Antiochos X., die dann auch später für ihre beiden Söhne Ansprüche auf das seleukidische wie das ptolemäische Erbe anmeldete.[19] Die Alexandriner handelten jedoch schnell und riefen die beiden am Hofe Mithridates’ VI. lebenden illegitimen Söhne Ptolemaios’ IX. zurück: Den einen erhoben sie als Ptolemaios XII. Auletes zum König von Ägypten, den anderen, ebenfalls Ptolemaios, zum König von Zypern.

Mit der Zählung seiner Regierungsjahre schloss Ptolemaios XII. unmittelbar an Ptolemaios IX. Soter an, wie er auch mit der Annahme des Titels «Philopator» («der Vaterliebende») Anschluss an die Herrschaft seines Vaters suchte. Im Jahre 76 v. Chr. ließ er sich von dem neu ernannten Ptahpriester in Memphis zum Pharao krönen. Spätestens seit dieser Krönung nannte er sich – als erster und einziger Ptolemäer offiziell – ebenfalls «Neos Dionysos» («Neuer Dionysos»). Die für ihre notorischen Spötteleien bekannten Alexandriner hängten ihm noch zwei Beinamen an, «Nothos» («Bastard») und «Auletes» («Flötenspieler»). Während der erste Spottname auf seine illegitime Herkunft verweist, bezieht sich der Spottname Auletes auf die Vorliebe des Königs, Chöre auf der Flöte zu begleiten und sich an Agonen mit seinem Flötenspiel zu beteiligen.[20]

Kindheit und Jugend

Vielleicht verband sich Ptolemaios XII. nach seiner ägyptischen Krönung (76 v. Chr.) in einer in griechischen Augen illegitimen Ehe mit einer Ägypterin aus vornehmer Priesterfamilie. Diese könnte die Mutter Kleopatras und der folgenden Kinder Ptolemaios’ XII. sein; die Schwestergemahlin des Herrschers, Kleopatra VI. Tryphaina, fiel 69/68 v. Chr. in Ungnade. Mehr als eine plausible Vermutung über die Mutter Kleopatras erlaubt die spärliche Überlieferung freilich nicht.[21]

Über die Kindheit und die Jugend Kleopatras wissen wir noch weniger. Man wird jedoch vermuten dürfen, dass sie eine gute hellenistische Erziehung genoss. Zum einen legen dies alle Quellen nahe, die wir über die kulturellen Interessen ihres Vaters haben; zum anderen befand sich der königliche Palast in unmittelbarer Nähe zur Bibliothek und zum Museion von Alexandria, dem Zentrum hellenistischer Forschung und Bildung. Im Dienste der Wissenschaften hatten die Ptolemäer-Herrscher mehr als 400000 Papyrusrollen zusammengetragen, die in der staatlichen Bibliothek Alexandrias von den bedeutendsten Gelehrten katalogisiert und ausgewertet wurden: «Die Wissenschaft der Philologie entstand; die Texte Homers, der Tragiker und Komiker wurden auf ihre Echtheit geprüft. Im Museion, der Akademie der Wissenschaften, forschten, der Sorge um das tägliche Leben enthoben, die Gelehrten und disputierten oft unter Beteiligung der Könige. Medizin, Mathematik, Physik, Geographie und Astronomie wurden mit allen Hilfsmitteln gefördert. Eratosthenes berechnete den Erdumfang, Ktesibios studierte den Luftdruck und baute Wurfgeschütze mit komprimierter Luft, Herophilos begründete die Anatomie, sezierte menschliche Leichname und erkannte das Nervensystem, Eukleides schrieb hier seine Elementarmathematik und Aristarchos entdeckte bereits die Bewegung der Erde um die Sonne.»[22] Wenn man auch über die Erziehung Kleopatras nur Vermutungen äußern kann, so scheint es doch sicher, dass sie schon als Kind erkennen musste, in welcher beklagenswert schwachen Position sich ihr Vater befand.

Von Anfang seiner Regierungszeit an stand er unter dem politischen Damoklesschwert des Testaments Ptolemaios’ X. Alexanders I.; vielleicht haben die Römer schon in den siebziger Jahren damit politischen Druck auf Ptolemaios XII. ausgeübt und finanzielle Zuwendungen erpresst. Die Anerkennung als Herrscher von Ägypten jedenfalls verweigerten sie ihm, obwohl sie ihn bis etwa in die Mitte der sechziger Jahre unbehelligt regieren ließen. Im Jahr 65 v. Chr. stellte einer der Censoren, der spätere Triumvir M. Licinius Crassus, im Senat den Antrag, Ägypten als römische Provinz zu annektieren.[23] Dieser Antrag scheiterte am Einspruch seines Amtskollegen Q. Lutatius Catulus. Ob die Notiz Suetons, der damalige Ädil C. Julius Caesar habe über ein Plebiszit versucht, ein außerordentliches «imperium» zu erhalten, das ihm die Annektierung Ägyptens erlaubte[24], historisch zutrifft oder nicht, ist im Grunde unerheblich, entscheidend ist, dass einflussreiche Kreise in Rom «Ägypten als geeignete Machtbasis zur Förderung der Karriere eines ehrgeizigen römischen Politikers»[25] betrachteten. Ägypten, ein Land unvorstellbaren Reichtums, den es der gütigen Natur, den Überschwemmungen des Nils, dem fruchtbaren Nilschlamm und der effizienten Ausbeutung der bäuerlichen Bevölkerung verdankte, war ein lohnendes Objekt für eine Annexion, zumal diese juristisch leicht als Antreten der ägyptischen Erbschaft legitimierbar gewesen wäre. Derjenige, der sich in den Besitz Ägyptens bringen konnte, hätte über ungeheure Geldmittel verfügt, kein Wunder also, dass geäußerte Annexionspläne sofort die innenpolitischen Gegner mobilisierten. Während sich Cicero und andere Optimaten allen Annexionsplänen energisch widersetzten, hatte wohl auch Ptolemaios XII. begriffen, dass er einer energischen Forcierung seiner eigenen Interessen bedurfte. Die Anerkennung seiner Herrschaft in Rom war das Einzige, was ihm, zumindest für den Augenblick, Ruhe verschaffen konnte; und das Einzige, womit er in klarsichtiger Analyse der politischen Situation in Rom die Anerkennung seiner Herrschaft nachhaltig fördern konnte, war Geld – Geld für die Mächtigen Roms.

Zunächst wandte er sich an Pompeius, der gerade den 3. Mithridatischen Krieg (74/73–63 v. Chr.) siegreich beendet und das Seleukidenreich aufgelöst hatte[26], sandte ihm einen schweren goldenen Kranz und finanzierte den Unterhalt für 8000 Mann Reiterei, als Pompeius 63 v. Chr. in Judäa Krieg führte.[27]