5,99 €
Das Bauchgefühl im Kopf hat der junge Mark Sidt. Er schildert schonungslos offen und selbstkritisch sein Denken und verzweifeltes Handeln vor und nach dem Tod seiner Mutter. Fortan ist der Alltag für den Ich-Erzähler von Angst und Zweifeln geprägt. Albträume und Stimmen verfolgen ihn. Die selbstgewählte Einsamkeit lässt ihn immer tiefer in eine Depression sinken. Die Umgebung hat kaum Verständnis, ausser Punks und einer geistig behinderten Bekannten. Religion und Drogen helfen nicht weiter. Ab dem 13. Lebensjahr fertigt er unzählige Notizen an, in welchen er Beobachtungen beschreibt, um nicht zu vergessen, was geschieht. Er bemerkt schnell, dass viele erschütternde Erlebnisse einen Erfahrungsschatz für die Zukunft bergen, nutzt diesen aber nicht. Erst ein gescheiterter Selbstmordversuch öffnet Sidt die Augen: Er kann sein Leben umkrempeln und seinem Bauchgefühl vertrauen. Vor diesem Hintergrund wirft der Autor für ihn relevante Lebensfragen auf, betrachtet den Freitod und regt dadurch auch den Leser an, sich hiermit auseinanderzusetzen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 109
Veröffentlichungsjahr: 2014
Für Lotta Sidt
Geteilte Wege einen.
Dieses Meine sei für dich.
Das Deinige.
Bist in Gedanken.
Fahl und fern.
Ich mir das Abbild aufbewahr’.
Klar und hell.
In Demut.
Mit Sehnsucht.
In diesem und im nächsten.
Leben, das nahm mich dir.
Ich komme und bleibe, versprochen …
mark sidt
„kopf hoch, muttersöhnchen!“
ANMERKUNGEN
Meine Mutter wurde am Nikolaustag 1939 geboren. Sie wuchs während der Wirren des Zweiten Weltkriegs zusammen mit ihrem leicht gehbehinderten älteren Bruder auf. Dessen Zwilling war kurz nach der Geburt an einer ungeklärten Ursache gestorben. Beide, meine Mutter und ihr Bruder, verloren ihre Mutter früh durch Krebs. Sie bemühten sich deshalb schon in jungen Jahren, ihren Vater mit aller Kraft zu unterstützen. Meine Mutter war wiederum doppelt belastet, denn ihr älterer Bruder bedurfte zusätzlicher Unterstützung, da ihn seine komplizierte Beinfehlstellung schon in frühen Kindertagen zu häufigen Spitalaufenthalten zwang. Der Vater meiner Mutter heiratete bald darauf eine junge, kinderlose Kriegswitwe aus dem Dorf. Damals war eine Zweckgemeinschaft unumgänglich, hatte man Kinder zu versorgen. Beide waren fast am gesellschaftlichen Rand angekommen und in einer extremen Situation. So fanden sich eine junge Witwe und ein Witwer mit doppeltem Anhang zusammen. Die wechselseitige Sympathie der beiden war ein zusätzlicher Vorteil für diesen Zweckbund. In die Familie wurden in den folgenden Jahren zwei Halbgeschwister geboren und meine Mutter wurde von einer liebevollen sowie fairen Stiefmutter versorgt. Christliche Werte prägten die Familie nachhaltig. Früh startete meine Mutter ins Erwerbsleben – ohne Berufsausbildung. Dafür war weder Zeit noch genügend Geld vorhanden. Arbeitskräfte wurden damals händeringend gesucht und bedarfsgerecht angelernt. In der ortsansässigen Leinenweberei fand sie mehr als genug Arbeit. Meine Mutter wollte und musste schnellstens eigenständig werden, um für ihre Familie einen unterstützenden Beitrag zu leisten, da sich ihr Bruder dazu entschlossen hatte, sich von der neuen Familienkonstellation abzuwenden, und einen eigenen Weg bevorzugte. Die Differenz an Lebensjahren zwischen ihm und seiner Stiefmutter war gering und dies trug zu einem ungleichen Rollenverhältnis bei, was ihn wiederum zu diesem Schritt veranlasste.
Vor dem Erreichen des Erwachsenenalters lernte meine Mutter meinen Vater kennen, der intensiv um ihre Gunst warb. Mit der Zeit schien sie von ihm beeindruckt und erwiderte sein Werben. Beide banden sich mit der Absicht, viele gemeinsame Jahre zu verbringen. Eine frühe Heirat, wie sie zu dieser Zeit üblich war, überführte sie wenig später in den ehelichen Hafen und ausserdem in ein Eigenheim, welches sie sich eisern erspart und zu grossen Teilen durch ihrer eigenen Hände Arbeit errichtet hatten. Darauf waren sie besonders stolz. Meine Mutter gebar mit Anfang zwanzig ihr erstes Kind, meinen Bruder; im Abstand von sechs Jahren folgte meine Schwester und nach weiteren zwölf Jahren ein drittes Kind, ich. Das war in ihrem 41. Lebensjahr. Ich erlebte meine Mutter als 1,70 m grosse, oft schlanke bis leicht kräftige, offene, arbeitsame rothaarige Frau, die aktiv die Harmonie im Haus und in der gesamten Familie förderte. Ausserdem war sie gerecht, integer und sehr nahbar. Sie hielt die Familie zusammen und bildete durch ihre Eigenschaften grundlegende Werte für mich. Sie erhellte das Haus mit Herzlichkeit, sodass alle Familienangehörigen, selbst die entferntesten, uns gern besuchen kamen. Ob Staubsaugervertreter oder Zeuge Jehovas, allen hörte sie geduldig und interessiert zu. Sie kaufte Staubsaugerzubehör ein und liess sich den „Wachturm“ schenken. Die Geschichten der missionierenden Jehova-Anhängerin, die regelmässig den Weg zu unserem Haus fand, waren meiner Mutter zu kreativ, als dass sie daran hätte glauben wollen, aber nie hätte sie ihr gegenüber die Tür verschlossen. Zu ausgeprägt waren ihre Freundlichkeit und ihr Interesse an einem anderen Blickwinkel auf die Dinge. Geduldig liess sie sich fremde Sichtweisen beschreiben und versuchte, diese ehrlich nachzuvollziehen. Sie verschaffte mir zusammen mit meinem Vater eine unbeschwerte und glückliche Kindheit. Mein Vater bot mir seinen verwurzelten Zugang zur Natur und meine Mutter unter anderem zu ausgezeichneter Hausmannskost. Meine Eltern zeigten mir, wie wertvoll selbst angebautes Obst und Gemüse waren sowie welcher körperliche Aufwand hinter einer erfolgreichen Ernte stand.
Meine Aufmerksamkeit galt jedoch selten der Obstwiese oder den Gemüsebeeten, ich nutzte die Idylle meistens, um Unfug auszuhecken und Schabernack zu treiben. Für eine befristete Zeit bekam ich dagegen kleine lilafarbene Dragées, welche einen Brechreiz auslösen konnten, hatte man die Zuckerschicht zu weit abgelutscht.
Regelmässig stellte meine Mutter ihre eigenen Bedürfnisse hinter die familiären. Selbst ihre eigenen gesundheitlichen Bedürfnisse nahm sie (zu) spät wahr.
Als ich ungefähr zehn Jahre alt war, hätte sie sich an der Galle operieren lassen müssen. Gallensteine waren der Grund hierfür und regelmässige Koliken die Folge. Damals machte ich mein Unbehagen über ihr anstehendes Fernbleiben unmissverständlich klar. Ich protestierte regelrecht. Auffällig, ausfällig und weinend weigerte ich mich, das Fehlen meiner Mutter für zwölf Tage zu akzeptieren. Ohne sie wollte ich nicht sein, allein auf meinen Vater angewiesen, das hätte ich mir nicht vorstellen können. Zu unbeständig gestaltete sich unser Verhältnis seit einigen Jahren und mir fehlte das Vertrauen zu ihm. Das machte mich unsicher, das machte mir Angst. Meine Mutter bemerkte mein geringes Talent zur Selbstständigkeit und mein Misstrauen meinem Vater gegenüber. Sie hielt ihre krankheitsbedingten Schmerzen aus, biss sich durch und liess sich erst geraume Zeit später operieren. War das ein Fehler?
Nach ihrer leiblichen Mutter fragte ich sie oft. Ich wollte mehr über meine „richtige“ Oma erfahren und vor allem, warum sie gestorben war. Darauf angesprochen machte meine Mutter stets ein trauriges Gesicht, wurde ernst und sagte mit weicher Stimme, dass ich dafür grösser und reifer werden müsse. Sie wollte mir irgendwann, zu einem späteren Zeitpunkt, die Geschichte vom Verlust ihrer Mutter erzählen und versprach mir ausdrücklich, dass wir es besprechen würden, unter welchen widrigen Umständen sie damals ihre Mutter verloren hatte. Dadurch und durch andere Zuvorkommenheiten erlebte ich eine unbeschwerte Kindheit und verinnerlichte auch bald das Lebensmotto meiner Mutter: „Kopf hoch!“ Lange war mir der genauere Sinn dieser Aussage nicht verständlich und die aneinandergereihten Worte waren für mich bedeutungslos. Bis ich irgendwann in meiner Jugend bemerkte, dass meine zunehmend schwereren Gedanken meinen Kopf hängen liessen…
VORWORT
Seit meinem 21. Lebensjahr bemühte ich mich intensiv darum, die guten Seiten des Lebens als gute Zeiten im Leben zu vermehren. Diese waren mir seit meinem 13. Lebensjahr zunehmend durch immer turbulentere Familienereignisse abhandengekommen. Meine gesammelten Thesen über mich und mein Umfeld scheinen indes mehrheitlich durch Beobachtungen belegt. Die fehlende Annahme dieser Feststellungen brachte einen Kreislauf aus Ohnmacht, Resignation und Kapitulation in Gang, dem ich erst in meinen frühen Zwanzigern entflohen war (Die Ursachen hierfür reichen eventuell bis in meine späte Kindheit zurück, aber auch das ist nur eine weitere Theorie).
Nach dem frühen Tod meiner Mutter 1994 fand ich nur schwer eine verlässliche Basis, an der ich mich orientieren konnte. Ein instabiles Grundgefühl begleitete mich fortan, denn das schlechte Verhältnis zu meinem Vater verstärkte sich durch den vorzeitigen Verlust meiner Mutter ungemein. Wir teilten uns zu zweit widerwillig ein grosses Haus, aus dem sich meine beiden älteren Geschwister jeweils zu ihrem 18. Lebensjahr verabschiedeten. Der Kontakt zu meinen zwölf und 18 Jahre älteren Geschwistern war meinerseits von Unwohlsein und Misstrauen geprägt. Die grösste Unsicherheit besass ich aber der Frau meines Bruders gegenüber. Zu ein- und übergreifend war sie, erteilte meinen Eltern Erziehungstipps und bot mir die unbequeme Stirn. Ihre Ansichten waren mir schon damals zu konservativ, fast bieder erscheinend und nur bedingt logisch. Immer wieder versuchte ich, die sich bildenden Sympathien für sie zuzulassen, und startete ihr gegenüber einen inneren Neuanfang. Eine unmittelbare Verletzung folgte jedoch sehr oft und ich kam mir durch ihre Aussagen immer nur geduldet, aber nie akzeptiert oder vollständig respektiert vor. Dieses ausliefernde Gefühl überraschte mich nicht, denn ich kam mir seit jeher oft als Spielball meiner Familie vor. Meine beiden Geschwister mochten sich nicht und sprachen, schon seit ich denken kann, kein Wort mehr miteinander. Ich hatte bei ihnen eher das Gefühl von Onkel und Tante, als Bruder und Schwester zu haben, und musste mich immer wieder daran erinnern, dass sie meine Geschwister waren. Seit ich mich zurückerinnern kann, wurde ich von ihnen als Übermittler diverser negativer Botschaften benutzt und war somit Zeuge ihres unverhältnismässig grossen Hasses aufeinander. Erste Gedanken, dass sich weder mein Bruder noch meine Schwester ehrlich für mein Wohlergehen interessieren könnten, kamen mir vor meinem zehnten Geburtstag. Sie wurden dadurch zu meinen Anti-Vorbildern; an ihrem Beispiel konnte ich schon früh erkennen, wie ich einmal nicht werden wollte.
Einige Male frage ich meine Mutter, ob ich adoptiert sei. Es fiel mir schwer, zu glauben, dass mein Vater der leibliche war und meine Geschwister und ich die gleichen Eltern hatten. Zu anders fühlte ich mich meinen Geschwistern gegenüber. Anfangs belächelte meine Mutter diese Art von Frage. In regelmässigen Abständen wiederholte ich diese jedoch, stets mit der Hoffnung, dass sie eine andere Antwort parat haben könnte. Die Ernsthaftigkeit, die in meinem kontinuierlichen Fragen lag, erschien meiner Mutter zunehmend unangenehmer und sie antwortete mit der Zeit nur noch widerwillig. Eines Abends beim Zubettgehen, als ich die Adoptionsfrage erneut stellte, schrie mich meine Mutter an: „Wir sind eine richtige Familie und ich will diese Frage nicht mehr hören!“ Ich erschrak, war irritiert und gleichzeitig sicher, dass es keine andere Antwort zu finden gab. Dadurch fasste ich den Entschluss, gegenüber meinem Vater und meinen Geschwistern nur die allernötigste Emotionalität zuzulassen, um im späteren Erwachsenenalter leichter Distanz wahren zu können. Unzählige Male blieb ich somit danach vor Enttäuschungen bewahrt und meine Erwartungshaltung gegenüber meiner Familie, meine Mutter ausgenommen, tendierte mit den Jahren fast gegen null. Um aus diesem Familienkonstrukt logische Zusammenhänge zu knüpfen und daraus zu lernen, bedurfte es aber eines reifen Geists.
Urteilsfähiger und älter, so wie heute. Ich bewahre mich davor, mich nach dem Erwachsenenstrafrecht für vergangenes Fehlverhalten, was in Kindertagen stattfand, anzuklagen oder zu verurteilen, wie es mir mein Vater, Geschwister und ein Teil meiner Verwandten vorgemacht haben. Mit meinem gesammelten Erfahrungsschatz steigt wiederum die Verantwortung für kommendes Handeln. Auch wenn ich, seit ich circa 25 Jahre alt bin, mehrheitlich gute Zeiten im Leben habe, ist die Angst, diese zu verlieren, nach wie vor begleitend.
Schon einmal lebte ich eine harmonische Selbstverständlichkeit, die mir ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermittelte, und dann, mit circa 13 Jahren, begann ich damit, Notizen über markerschütternde Ereignisse zu sammeln, die mir unbedingt in Erinnerung bleiben sollten. Als Mahnmal sollten sie mir zukünftig dienlich sein und im besten Fall irgendwann den Weg weisen können. Ein Erfahrungsreichtum, dessen gesamte Wertigkeit erst in der Retrospektive zutage trat. Das wurde mir in meiner Jugend klar. Mittlerweile bin ich über 34 Jahre alt. In wenigen Wochen steht der 20-jährige Todestag meiner Mutter an. Ein jährlich wiederkehrendes Ereignis, dessen Auswirkungen auf mich nicht abschätzbar sind. Es könnte zu einer Leistungsbilanz für mein bisheriges Tun und Lassen kommen. Nicht von irgendeinem Familienmitglied oder einem Vorgesetzten. Nein. Tief in mir, an einem abgeschiedenen Ort, sitzt ein Persönlichkeitsteilchen, das ein scharfes Urteil über mich fällen könnte. Ein Urteil, das leistungsbezogen und ergebnisorientiert ausfallen könnte. So befürchte ich.
Schnell habe ich meine fast 20 Jahre alten gesammelten Notizen zu einer Erzählung umgeschrieben. Damit möchte ich zeigen, dass ich seit 1994 nicht nur untätig in meinem Sessel gesessen habe. Zu funktionieren und Leistung zu erbringen, ist tief in mir verwurzelt. Ist es eventuell auch die Wurzel allen Übels?
Unsicherheit, Angst und Selbstzweifel begleiten mich seit der Krebsdiagnose meiner Mutter. Das Verlangen, ihr nah zu sein, bleibt unverändert bestehen und mir selbst zu genügen, wird mit zunehmendem Alter nicht einfacher. Das alles stösst momentan gegen ein stabiles Fundament. Erdbebensicher in den letzten zwei Dekaden aufgebaut. Ausgestattet mit einem funktionierenden Seismographen. Wie würden kommende Ausschläge verlaufen? Schwächer oder stärker? Wäre meine Lage wieder so aussichtslos wie zu Teenagerzeiten, wären die Umstände gegen mich oder ich selbst? Abschliessend können diese Fragen erst am Lebensende geklärt werden. Bis dahin versuche ich, derjenige zu werden, der ich früher noch nicht war: ein unterstützender und vorausschauender Berater. Jetzt sogar mit vorhandener und selbst geschriebener Gebrauchsanleitung. Ein Manual für mich selbst. Auf den wiederkehrenden Gedankengang „Geht es jetzt wieder los?“ antworte ich mit: „Ja, jetzt geht es los “
KOPF HOCH, MUTTERSÖHNCHEN!
Frühling 1993: In einem schülerlosen Klassenzimmer sass ich 13-jährig am Lehrerpult vor einem weissen Blatt Papier und versuchte, die leere Fläche damit zu füllen, was andere, das heisst Lehrer, meine Eltern und alle Übrigen ausser mir, unbedingt lesen wollten. Dazu gezwungen, einen Aufsatz darüber zu schreiben, was mich belastete, starrte ich aus dem Fenster in den grün bewachsenen Schulgarten. Widerwillig begann ich, mein Inneres zu erforschen, auf der Suche nach gut versteckten wunden Punkten, die an einer entfernten Stelle verborgen lagen. Orte, die ich vor Jahren selbst ausgesucht und gewählt hatte, nun aber nicht mehr fand. Am dunkelsten Ort einer 13-jährigen Seele. Die Geheimniskrämerei musste enden. Alle, ausser mir selbst, wollten eine logische Erklärung für mein unangemessenes Verhalten in der Schule und die fehlenden Leistungen im Jahr zuvor haben. Die hohe Erwartungshaltung meiner Familie an meine tadellose Leistungserbringung in der Schule hatte ich lange zuvor bemerkt. Ich ignorierte sie, denn mein Kopf war seit geraumer Zeit mit Wichtigerem belegt: Gedanken an meine zunehmend krankere Mutter. Der einzige Rückzugsort für diese Gedanken lag in meiner Gedankenwelt, der ich regelmässig und
