Lebensschlenker - Nova Meierhenrich - E-Book

Lebensschlenker E-Book

Nova Meierhenrich

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Beschreibung

»Wann ist es denn endlich so weit?« Welche Frau ab 30 kennt und fürchtet diese Frage nicht? Ob und wann und wie eine Frau Kinder bekommt ist ihre ganz persönliche Entscheidung – und doch gibt es enge gesellschaftliche Erwartungen an Frauen beim Thema Mutterschaft. Aber was, wenn man es sich wünscht und es klappt nicht? Und das jahrelang. Dann wird das Thema zu einer Quelle von Schmerz, Unsicherheit und Stress. Die Kinderwunschbehandlung wird zu einer Tortur, die den Alltag völlig vereinnahmt. Die Moderatorin und Schauspielerin Nova Meierhenrich hat diese Geschichte erlebt. In diesem Buch spricht sie erstmals offen über ihren unerfüllten Kinderwunsch und darüber, wie sie jahrelang versuchte, ihren Traum von der Mutterschaft wahr werden zu lassen – alleine, ohne Partner an ihrer Seite. Sie erzählt von ihrem steinigen Weg und zeigt, dass das Leben nicht vorbei ist, wenn auch der letzte Schwangerschaftstest negativ bleibt. Von ganz anderen Umwegen zum Wunschkind berichten im letzten Teil des Buches einige beeindruckende Frauen – denn es lohnt sich, die Wege zu beleuchten, die jede von ihnen einsam geht; alleine sind sie nicht! Mit Beiträgen von Paula Lambert, Nina Bott, Annica Hansen, Ann Christine Gebhardt, Katharina Horn, Susanne Priem, Christine Wagner und Mareike Fell. »Frauen wie Nova machen anderen Frauen Mut. Jede von uns ist genug. Ob mit Kind oder ohne.« Tijen Onaran

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Lebensschlenker

Nova Meierhenrich, geboren 1973, steht seit Jahrzehnten als Schauspielerin und Moderatorin für die unterschiedlichsten Formate vor der Kamera und auf der Bühne und ist darüber hinaus als Podcasterin und Hörbuchsprecherin tätig. Ihr erstes Buch Wenn Liebe nicht reicht wurde 2018 ein SPIEGEL-Bestseller.

Nova Meierhenrich wollte immer Mutter werden! Sie ließ sich von den Umständen nicht aufhalten und machte sich allein, ohne Partner, auf den Weg zu ihrem Wunschkind – ohne zu wissen, welche Strapazen und Hürden unterwegs auf sie warten würden. Was bei anderen immer so leicht aussieht – Kinderwunsch, Schwangerschaft, fertig – stellte sich als langer und schmerzhafter Prozess heraus, der ihr mehr und mehr abverlangte. Beim wievielten Versuch ohne positiven Schwangerschaftstest ist man bereit, den Traum aufzugeben? Nova fand ihre Antwort – und auf einer Reise zum Nordkap auch die Stärke, neu zu beginnen.Von ganz anderen Umwegen in Richtung Wunschkind berichten im letzten Teil des Buches einige beeindruckende Frauen – denn es lohnt sich die Wege zu beleuchten, die jede von ihnen einsam geht; alleine sind sie nicht.

Nova Meierhenrich

Lebensschlenker

Umwege zum Wunschkind und wie man auch in einer Sackgasse glücklich werden kann

Ullstein

Besuchen Sie uns im Internet:www.ullstein.de

© Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 2025Umschlaggestaltung: zero-media.net, MünchenUmschlagmotiv: © Katrin SchöningAlle Rechte vorbehaltenWir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor. Autorenfoto: © Katrin SchöningE-Book Konvertierung powered by pepyrusISBN 978-3-8437-3298-7

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Inhalt

Titelei

Das Buch

Titelseite

Impressum

 

Vorwort von Tijen Onaran

Weg zum Glück

Diese eine Frage

Das Natürlichste der Welt

Der Plan

Wurzeln

Loslaufen

Weitergehen

Durchhalten

Neue Wege

Vertrauen

Hühnersuppe und warme Gedanken

Sommerpause

Hoffnung

Aller guten Dinge sind fünf

Luft holen

Alles auf eine Karte

Ihr letztes Rennen

Das Ende?

Aufbruch

Abschied nehmen

Ein neues Kapitel

Gestatten, kinderlose Katzenfrau

Andere Wege

»Ich bin 36 und darf keine Kinder bekommen.«

»Macht eine Therapie – bevor ihr Kinder bekommt!«

»Bin ich denn die Einzige, die das alleine macht?«

»Glückwunsch zum Babybäuchlein!«

»Zwei Kinder sollen es sein.«

»Hey, bist du schwul, möchtest du Vater werden?«

»Der größte Schmerz kommt aus der tiefsten Sehnsucht.«

»Ich habe mich nicht gegen Kinder, sondern nie dafür entschieden.«

Dank

Beratung und Information

Anhang

Social Media

Vorablesen.de

Cover

Titelseite

Inhalt

Vorwort von Tijen Onaran

Vorwort von Tijen Onaran

Die K-Frage.

Jede Frau kennt sie. Diese Frage, die mal laut, mal ganz leise im Raum steht. In der Familie, im beruflichen Umfeld, im Spiegelbild. Willst du Kinder, oder willst du keine? Jede Antwort erscheint auf ihre Art und Weise falsch. Denn sage ich Ja – dann folgt ein Rattenschwanz an weiteren Fragen oder Bewertungen. Du bist zu jung, zu alt – musst dich beeilen oder doch noch nicht loslegen. Und wenn ich die Frage, ob ich Kinder möchte, mit Nein beantworte, folgt eine Reihe gut gemeinter Ratschläge, die ja bekanntlich auch Schläge sind. Ob ich mir das wirklich gut überlegt habe. Dass ich mir doch diese Ausschließeritis nicht antun sollte.

Nova beschreibt in ihrem Buch nicht nur diese innere Zerrissenheit, sondern auch sehr prägnant und einfühlsam, wie sehr einen diese Frage und die Folgen jeglicher Entscheidung – oder eben auch Nicht-Entscheidung – prägen. Es ist ihr passiert – als Frau in der Öffentlichkeit. Es passiert aber eben auch der Nachbarin, der Freundin, der Kollegin oder eben dir selbst. Gesellschaftlich scheinen wir zumindest so weit zu sein, dass wir all diese Fragen, all die übergriffigen Kommentare heute immerhin auf Social Media sichtbar machen. Immer mehr Frauen trauen sich das, und ich feiere sie dafür!

Wenn ich auf Panels sitze, dann werde ich oft gefragt, wie ich das alles mache: mit meinem Job, mit all der Sichtbarkeit und der hohen Geschwindigkeit, mit der ich unterwegs bin. Wenn ich dann auch sage, dass ich keine Kinder habe – dann spüre ich ein Aufatmen. Nach dem Motto: Sie ist doch kein Avatar. Und hätte sie Kinder, wäre sie nicht so erfolgreich. Ich bin kein Fan von Wenn-dann-Fragen, denn: Es ist doch wahnsinnig müßig, sich darüber Gedanken zu machen. Time is now – das Leben wird jetzt gelebt und nicht in Eventualitäten.

Frauen wie Nova machen anderen Frauen Mut. Sie zeigen: Du bist nicht alleine. Es braucht keine Scheu, keine Scham. Es gibt kein Richtig oder Falsch in diesen Dingen. Jede von uns ist genug. Ob mit Kind oder ohne. Ob mit intensivem Kinderwunsch oder keinem Kinderwunsch. Wer Novas Buch liest, wird genau das feststellen – aus eigenen Erlebnissen heraus beschreibt sie, was vielen passiert. Die Gedanken, die einen dabei begleiten. Das sich gegeneinander Ausspielen von Frauen, die Kinder haben, gegen die, die keine haben (können oder wollen). Besonders wohltuend dabei: All das passiert ohne erhobenen Zeigefinger. Ohne das Verurteilen, sondern eher einordnend und indem sie einen Kompass anbietet. Denn Novas Geschichte ist die von vielen anderen auch.

Ich wünsche mir, dass dieses Buch alle Frauen lesen. Die jungen, die erfahrenen – und diejenigen, die sich täglich die Frage stellen, ob sie so richtig sind, wie sie sind. Ob sie genug sind. Ob ihr Leben all den Ansprüchen genügt, insbesondere ihren eigenen. Denn das Ausrufezeichen, das Nova ihnen gibt, lautet: Ja! Du bist genug.

Genug mit all der Imperfektion. Mit all deinen Höhen und Tiefen. Mit allem, was gut läuft, aber eben auch mit dem, was nicht gut läuft. Denn seien wir mal ehrlich: Die K-Frage ist doch oft nur exemplarisch dafür, was wir Frauen alles können sollten.

Die einzige Person, der jede Frau gefallen sollte, ist: sie selbst. Novas Buch ist hierfür ein inspirierender und wegweisender Appell! Ein Plädoyer für Selbstbestimmung und innere Unabhängigkeit. Danke dafür, liebe Nova!

Tijen Onaran ist Unternehmerin und Investorin. Sie setzt sich für die Themen Diversität, Female Empowerment und soziale Herkunft ein – und zählt zu den einflussreichsten Meinungsmacherinnen Deutschlands.

Weg zum Glück

»Glücklich sein ist keine bestimmte Sache. Es ist eine Entscheidung, die wir jeden Tag treffen müssen.«

– Albert Schweitzer

Unendliche Weite, der Blick nach vorne, die Beine baumelnd, hängend von einer Klippe des Geirangerfjords im hohen Norwegen. Um mich herum nur wilde Natur, Berge, Abgründe, Wasserfälle. Ein Lächeln auf den Lippen. Kurz zuvor hatte ich einen kleinen, unscheinbaren Zettel in den Abgrund des Fjordes segeln lassen. Beschriftet mit nur wenigen Gedanken und Abschiedsworten. Abschiedsworten von mir an mich und an einen Weg, den ich bis kurz zuvor als meinen Lebensweg betrachtet hatte. Für selbstverständlich gehalten hatte. Meinen Weg zu meinem persönlichen Glück. Ein Weg, der hier zu Ende war.

Was ist eigentlich Glück? Was braucht es zum persönlichen Glücklichsein? Die Antwort ist so kompliziert wie einfach – denn für jeden Einzelnen von uns wird sie komplett anders ausfallen. Bei einem bin ich mir jedoch sehr sicher, und da hatte Albert Schweitzer recht: Glück ist kein Schicksal, keine Sache, auf die wir nur warten müssen, bis sie eintritt. Glück ist eine persönliche Entscheidung, die wir jeden Tag für uns neu treffen müssen. Und wenn unser persönlicher Weg zum Glück auf einmal in einer Sackgasse endet, müssen wir bewusst versuchen, einen neuen Weg zu finden. Denn was wäre die Alternative? Am Ende der Sackgasse stehen bleiben und betrauern, dass der Weg leider versperrt ist? Festsitzen und unseren nun gescheiterten Vorstellungen nachtrauern? In meinem Leben gab es oft Situationen, in denen ich entscheiden musste, ob ich liegen bleibe und mich ergebe. Dem Schicksal, der Situation oder den Umständen. Oder ob ich aufstehe und weitermache. Einen neuen Weg suche. Mich neu aufstelle. Die Umstände nicht hinnehme und einen neuen Pfad für mich suche, der mich weiterführt. Ich habe mich immer fürs Aufstehen entschieden. Sicher auch, weil ich das große Glück hatte, mit Eltern aufzuwachsen, die uns Kindern immer vermittelt haben: »Alles ist möglich! Mehr als hinfallen kannst du nicht. Und das ist o. k. Scheitern ist o. k., stecken bleiben ist o. k., hinfallen ist o. k. Wichtig ist nur, dass du wieder aufstehst.« Die uns beigebracht haben, dass es nicht nur diesen einen Weg zum Glück gibt. Zu dem Glück, das man sich ausgemalt hat. Den Weg, den man für sich geplant hat. Sondern abbiegen, umkehren und manchmal auch neu starten, einfach zum Leben dazugehören. Aber auch wenn man all das in der Theorie verinnerlicht hat, so steht die Umsetzung noch auf einem ganz anderen Blatt geschrieben. Eine bewusste Entscheidung, die oft sehr viel Kraft kostet.

Wie mein Weg zum Glücklichsein aussieht, war für mich eigentlich immer klar. Ich hatte schon in jungen Jahren eine Art Masterplan entworfen – heute würde ich sagen, typisch Steinbock und heillos naiv, aber so war es halt. Dieser Plan beinhaltete, wo ich studieren, wo ich arbeiten wollte und in welchem Alter ich mein erstes und dann auch das zweite Kind bekommen wollte. Alles auf dem Reißbrett meiner Vorstellungskraft bis ins kleinste Detail geplant. Als Sechzehnjährige hatte ich eine kleine Truhe unter meinem Bett, in der ich alles sammelte, was mich für meinen Weg inspiriert hat. Bilder von fernen Ländern, die ich sehen wollte, einige (in meinen Augen) großartige Werbekampagnen, die ich aus Zeitschriften gerissen hatte – denn Teil des Plans war, erfolgreiche Werberin zu werden. Listen mit Büchern, die ich noch lesen wollte, Zitate, gekritzelt auf kleine Zettel, die mich begleiteten. Und dieser eine Zettel, auf den ich den Namen meiner Tochter geschrieben hatte. Luka. Suzanne Vega sei Dank. Und wie an allen anderen Plänen meines persönlichen Lebens-Moodboards hatte ich auch keinerlei Zweifel daran, dass irgendwann Luka zu meinem Leben gehören würde.

Ich kann mich noch gut erinnern, dass meine Mutter, die Erzieherin war, irgendwann in den 2010er-Jahren zu mir kam und meinte, ich solle mir das mit dem Namen noch mal gut überlegen, da im Kindergarten gerade eine wahre Luka-Inflation herrschen würde. Aber ich habe innerlich nie an dieser Entscheidung, die ich Ende der 1980er-Jahre für mich gefällt habe, gerüttelt. Mein persönlicher Weg zum Glück, das war ganz klar, würde bedeuten, eigene Kinder zu haben. Aber auch auf eigenen Beinen zu stehen, meinen Wunschberuf auszuüben, unabhängig zu sein und mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Das war mir schon immer sehr wichtig. Aber eben auch eine Familie zu haben, Mutter zu sein. Die persönliche Blaupause meines Lebens.

An diesem Tag am Fjord habe ich Abschied genommen. Abschied von meinem Moodboard, meinem Plan, meinem Weg. Abschied von der Vorstellung, dass Kinder zu meinem persönlichen Glücklichsein dazugehören würden. Dieser Weg war hier zu Ende. Und ich wusste in diesem Moment, dass ich mich bewusst für einen anderen Weg entscheiden muss. Dass ich meine Blaupause loslassen muss. Meine idealisierte Zukunft. Dass ich einen neuen Weg finden muss, ganz bewusst, um nicht in der Sackgasse des Vermissens und der Traurigkeit über die Entwicklung des Lebens stecken zu bleiben. Hier begann ein neuer Weg. Ein neuer Weg zu meinem persönlichen Glück.

Diese eine Frage

»Leben heißt nicht, die Erwartungen anderer zu erfüllen, sondern seinem eigenen Weg zu folgen.«

– unbekannt

»Willst du eigentlich keine Kinder?« – wie oft mir diese Frage in meinem Leben gestellt worden ist … ich kann es nicht mehr zählen. Privat, aber auch öffentlich, vor laufenden Kameras. Eine Frage, die so viel mehr ist als die Frage, ob man Kinder haben möchte. Es ist die Frage nach einem Lebensplan, nach finanziellen Möglichkeiten, nach Gesundheit, nach einem sehr individuellen persönlichen Schicksal. Es ist die persönlichste und zugleich übergriffigste Frage, die man einer Frau stellen kann. Denn was weiß der Fragende schon über das Leben seines Gegenübers? Vielleicht gehören Kinder nicht zum persönlichen Lebensplan, vielleicht versucht man seit Jahren, ein Kind zu bekommen, und verzweifelt fast an dieser Situation, und vielleicht hat man gerade erst letzte Woche sein Kind viel zu früh verloren. Was antwortet man dann? Ich habe mich meist für Lächeln entschieden. All die Jahre, in denen mir in den unpassendsten Situationen ein Mikrofon vor die Nase gehalten wurde, um zu erfahren, wann es denn bei mir »endlich so weit« sei, ob ich »denn keine eigenen Kinder haben« möchte, oder um mir mitzuteilen, dass ich »doch bestimmt eine ganz tolle Mutter sein« würde, wo ich mich doch »so für Kinder einsetzen« würde, und so weiter und so weiter … Und ich lächelte. Beteuerte immer wieder, dass ich natürlich eigene Kinder haben möchte, aber der Zeitpunkt einfach noch nicht gekommen sei. All das, während ich manchmal gerade im selben Moment darüber nachdachte, dass ich mir in zwei Stunden auf dem Klo des Premierenkinos eine Spritze setzen muss, um den Zeitplan der Kinderwunschtherapie einzuhalten.

Die Frage, ob eine Frau Kinder in ihrem Leben haben möchte oder nicht, zielt auf eine der privatesten Entscheidungen, die sie treffen kann. Sie bestimmt ihren Weg wie kaum etwas anderes. Und der Druck, der auf Frauen von außen ausgeübt wird, wie sie sich zu entscheiden haben, ist immens. Der gesellschaftliche, aber auch private Druck, der auf Frauen lastet, wenn es um die Entscheidung für oder gegen Kinder geht, ist riesig. In vielen Kulturen gibt es tief verwurzelte Vorstellungen davon, was eine Frau ausmacht und welche Rolle sie in der Gesellschaft spielen sollte. Eine der zentralen Erwartungen ist die Mutterschaft. Frauen werden oft von klein auf darauf vorbereitet, dass es zu ihrem Lebensweg gehört, irgendwann Kinder zu bekommen. Dieser Druck kann subtil oder sehr direkt sein, manifestiert sich aber immer wieder in Fragen und Kommentaren wie »Wann bekommst du Kinder?« oder »Warum hast du noch keine Kinder?«. Aus irgendeinem Grund hat es sich eingebürgert, dass die Frage nach dem persönlichen Lebensentwurf, die Frage nach Kindern, das Normalste auf der Welt ist. Völlig unabhängig davon, ob am heimischen Küchentisch, wenn die Eltern zum wiederholten Male nachhaken, wann es »denn endlich so weit« sei, Freunde, die oft selbst schon Eltern sind, einem beim gemeinsamen Abendessen erzählen, was man alles verpasst und dass man doch besser heute als morgen aktiv in Richtung Familienplanung eilen sollte, oder sogar öffentlich ausgebreitet, wenn man sich in einem Berufsumfeld bewegt, in dem jedes private Detail vermeintlich an die Oberfläche gehört.

Die Kinderwunschfrage greift so tief in das Seelenleben von Frauen ein, dass der äußere Druck viel kaputt machen kann. Die Fähigkeit, Kinder zu bekommen, wird oft als Selbstverständlichkeit angesehen, doch die Realität sieht für viele Frauen anders aus. Unfruchtbarkeit, gesundheitliche Probleme oder einfach das fortschreitende Alter können den Kinderwunsch erheblich beeinflussen. Diese gesundheitlichen Hindernisse werden jedoch oft tabuisiert, was den Druck auf die betroffenen Frauen noch verstärkt. Der eigene Wunsch, zu funktionieren, intakt sein zu wollen, halt eine gesunde Frau, kann erdrückend sein.

Oder einfach der Wunsch, verstanden zu werden, verstanden in seinem eigenen Lebensentwurf, in dem Kinder vielleicht nicht vorkommen. Und dazwischen tausend Wege, Pfade, Schnellstraßen, die man in keiner Karte findet und die erst entdeckt werden müssen, um sie dann mutig zu beschreiten. Oft wird Frauen, vor allem denen, die auch noch im Beruf auf eigenen Beinen stehen, unterstellt, dass sie die Karriere über die Familie stellen. Dass sie ihre Prioritäten falsch setzen. Egoistisch sind. Und das schon als generelle Vorabverurteilung, ohne zu wissen, warum die Frau ohne Kinder durchs Leben geht. Ist sie kinderfrei? Also bewusst ohne Kinder. Oder kinderlos? Gegen ihren Willen.

Mein Weg dauerte insgesamt viele Jahre. Und sicherlich habe ich mir das Ende nicht als Sackgasse vorgestellt. Aber es war ein Weg, den ich gehen musste, auch um dann einen anderen zu finden. Genauso wie viele andere Frauen, die ihre Wege gefunden haben, zu ihrem persönlichen Glück. Oft mit Umwegen und unter sehr viel Kraftanstrengung. Aber auch inspirierend und Mut machend, um selbst loszulaufen. Keine Angst vorm Scheitern zu haben, weil du weißt, es wird auch einen anderen Weg geben. Einen anderen Weg, um glücklich zu sein.

Das Natürlichste der Welt

»Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch.«

– Antoine de Saint-Exupéry

Mein Leben ist in vielen Phasen definitiv nicht so gelaufen, wie ich es geplant hatte. Im Guten wie im Schlechten. Wege verliefen anders, berufliche Entscheidungen, die niemals in meiner Blaupause vorkamen, lagen auf einmal ausgebreitet vor mir. Ich durfte Dinge erleben, Menschen kennenlernen und Erfahrungen machen, mit denen ich niemals gerechnet hätte. Aber auch Krankheiten und Schicksalsschläge verdunkelten viele Jahre, zerrten am Leben. Jahre, die viel Kraft gekostet haben, vor allem, weil ich zur Meisterin der Illusion wurde in dieser Zeit. Nach außen alles bestens, nach innen ein Kampf. Aber vielleicht waren diese Jahre auch nur eine Vorbereitung auf weitere Herausforderungen, die folgen sollten. Sollten mir zeigen, wie viel Stärke eigentlich in mir schlummert. Es war jedenfalls eine gute Generalprobe in Sachen Resilienz.