Maddrax 683 - Jana Paradigi - E-Book

Maddrax 683 E-Book

Jana Paradigi

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Beschreibung

Miki Takeo steht seit Monaten vor einer schier unlösbaren Aufgabe: ein außerirdisches Gerät zu rekonstruieren, ohne wirklich zu verstehen, wie es funktioniert. Da erinnert er sich an seinen alten Meister in Nipoo, der es wie kein anderer verstand, Technik mit Phantasie zu verbinden - und schon damals unglaubliche Wunderwerke schuf. Doch lebt Mayao Hikayazi überhaupt noch? Um ihn oder seinen Nachlass aufzuspüren, macht Takeo sich zusammen mit Matt und Aruula auf den Weg nach Japan ...

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Seitenzahl: 133

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhalt

Cover

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Was bisher geschah...

Haus über Kopf

Leserstory

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Impressum

Cover

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsbeginn

Impressum

Am 8. Februar 2012 trifft der Komet »Christopher-Floyd« die Erde. In der Folge verschiebt sich die Erdachse, und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist – bis auf die Bunkerbewohner – auf rätselhafte Weise degeneriert.

In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Fliegerstaffel beim Einschlag durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 versetzt wird. Nach dem Absturz wird er von Barbaren gerettet, die ihn »Maddrax« nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula findet er heraus, dass Außerirdische mit dem Kometen – dem Wandler, der sich als lebende, schlafende Entität entpuppt – zur Erde gelangten und schuld sind an der veränderten Flora und Fauna und der Verdummung der Menschen. Nach langen Kämpfen mit den Daa'muren erwacht der Wandler, weist sein Dienervolk in die Schranken und zieht weiter. Mit zwei Daa'muren, die auf der Erde zurückblieben – Grao und Ira – haben sich Matt und Aruula sogar angefreundet.

Bei einem Abstecher zum Mars, auf dem sich eine Expedition aus dem Jahr 2010 zu einer blühenden Zivilisation entwickelt hat, erfährt Matt von der Spezies der Hydree, die vor 3,5 Milliarden Jahren hier lebten und mittels eines Zeitstrahls zur jungfräulichen Erde umzogen, als ihr Planet seine Atmosphäre und Ozeane verlor. Mit ihren Nachkommen, den telepathisch begabten Hydriten, die von den Menschen unentdeckt am Meeresgrund leben, hatte Matt schon Kontakt und nennt einen von ihnen, Quart'ol, einen guten Freund.

Diese »Tunnelfeldanlage«, die wie ein Transporter funktioniert, in dem die Zeit unendlich gedehnt werden kann, ist bis heute in Betrieb und verursachte auch den Zeitsprung von Matts Flugstaffel um 504 Jahre, als die den Strahl querte. Dabei legt der Strahl einen Tachyonenmantel um lebende Zellen, der den Altersprozess fünfzig Jahre lang drastisch verlangsamt.

Seither ist viel Zeit vergangen – wir schreiben inzwischen das Jahr 2555 –, und all die Erlebnisse unserer Helden an dieser Stelle zu schildern, wäre unmöglich. Es gibt sogar eine Erdkolonie in einem fernen Ringplanetensystem, zu dem allerdings der Kontakt abgebrochen ist. Ihre Freunde Tom, Xi und deren Tochter Xaana (die eigentlich Matts Kind ist) leben dort auf dem Mond Novis.

Nicht nur einmal haben Matthew Drax und Aruula die Erde vor dem Verderben gerettet und mächtige Feinde bekämpft – zuletzt die vampirhaften Nosfera, die die WCA (World Council Agency, kurz: Weltrat) übernehmen wollten. Auf diese Organisation traf Matt schon früh. Momentan steht ihr General Aran Kormak vor, ein in der Vergangenheit eher zwielichtiger Charakter, der sich aber gewandelt und großes Interesse zu haben scheint, Meeraka (ehem. USA) und danach andere Länder friedlich zu einen.

Auch um Kormak weiterhin im Auge zu halten, geht Matt auf seinen Vorschlag ein, zusammen mit Aruula im Auftrag des Weltrats eine schnelle Eingreiftruppe zu bilden und für ein Bündnis unter dem Dach der WCA zu werben.

Dies sind ihre Abenteuer...

Weitere Informationen und Hintergründe zur Serie findet ihr unter https://de.maddraxikon.com im Internet!

Haus über Kopf

von Jana Paradigi

2520, nördlich von El'ay

Kooz zielte auf die letzte funktionierende Straßenlaterne vor dem alten, furchteinflößenden Sanatoriums-Gebäude und drückte ab. Die Nacht war so still, dass er aus der Entfernung das Glas zerspringen hörte, bevor auch dieser Abschnitt in Dunkelheit getaucht dalag. Ein kurzer Pfiff, der von der anderen Seite der Mauer beantwortet wurde. Dann sah Kooz geduckte Schatten aus dem Seiteneingang marschierten. Sieben in Kutten gekleidete Gestalten, deren Füße verräterisch im Mondlicht glänzten. Aber selbst die Seelenlosen hatten ein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung.

Jetztzeit, Oase der Hundert

Miki Takeo starrte nun schon seit Stunden auf den Wurmloch-Generator, während er zum tausendsten Mal im Geist die Lagerbestände durchging, um sie mit den potenziellen Lösungsansätzen für die Reparatur abzugleichen. Doch nichts davon klang vielversprechend. Es fehlte eine zündende Idee. Etwas, das diesen blinden Fleck ausfüllen konnte, der sich wie ein Geschwür in seiner logischer Gedankenkette ausgebreitet hatte. Aber durch reines Anstarren würde das wohl nicht gelingen.

Mit einem tiefen Seufzen fuhr sich Takeo über das Gesicht. Er musste es einsehen: So wurde das nichts. Er brauchte eine Ablenkung, die ihn inspirierte und den immer enger werdenden Tunnel wieder erweiterte.

Er brauchte Rat. Etwas, das er ungern zugab und um das er noch viel weniger gern bat. Deshalb fing er bei demjenigen an, dem er am meisten vertraute: bei sich selbst. Vielleicht würde ein Blick in seine alten Skizzenbücher ihm die nötige Eingebung schenken. So hatte er schon früher schwierige Technik-Probleme gelöst. Immerhin war er bekannt für sein Improvisationstalent. Besonders dann, wenn die nötigen Materialien rar und die Zeit knapp war.

In seiner Hochzeit, als er fast täglich die genialsten Erfindungen auf dem Gebiet der Robot- und Androiden-Technologie gemacht hatte – damals, als ihm seine U-Men noch wie die Rettung der Menschheit erschienen waren – hatte er keine Grenzen gekannt. Alles war möglich gewesen. Zumindest hatte es sich so angefühlt. Es war eine wahrhaft magische Zeit gewesen, gefolgt von einer zutiefst erschütternden.

Doch all das, ob gut oder schlecht, hatte ihn am Ende hierhergeführt. An diesen Punkt in der Geschichte. Um ein unlösbares Problem zu lösen. Und genau das würde er tun. Selbst, wenn er dafür zu seinem alten Ich zurückkehren musste, dem Androiden Miki Takeo.

Es stand zu viel auf dem Spiel, um sich von persönlichen Befindlichkeiten oder gar Ängsten stoppen zu lassen. Denn ohne den Wurmloch-Generator würden Matt und Aruula niemals nach Novis gelangen, in diese Kolonie der Menschen im Ringplaneten-System einer fremden Galaxis.

Er fühlte ... Angst. Ein Gefühl, das zuzulassen ihm immer noch schwerfiel. Aber es gehörte zur Bandbreite, die ein Mensch nun einmal besaß. Und er war jetzt wieder ein Mensch. Nun ja – ein Klon, geschaffen von den Hydriten, in den sein Bewusstseinsspeicher aus dem zerstörten Androidenkörper übertragen worden war. Ein Geschenk, das mit Bürden und schmerzvollen Erinnerungen an ein altes, längst vergangenes Leben einherging. Aber es war ein vergleichsweiser geringer Tribut, wenn man ihn mit jenem als Android verglich.

Als menschliche Maschine war er gefangen gewesen, obwohl er sich frei bewegt hatte. Im Vergleich waren Menschen selbst in Gefangenschaft freier. Eine Wahrheit, die er erst nach der Umwandlung wieder in vollem Maße verstanden hatte.

Mit einem weiteren tiefen Seufzen löste Takeo seinen Blick endgültig vom Wurmloch-Generator und machte sich auf den Weg in seine Unterkunft. Dort, in einer der Reisekisten, mussten irgendwo seine alten Aufzeichnungen sein, notiert in ledergebundenen Tagebüchern. Neben ein paar weiteren Erinnerungsstücken und liebgewonnenen Schätzen, die er behalten hatte.

Auf den ersten Blick ein unnützer Sammeltrieb. Doch es steckte Logik dahinter. Es war wichtig, sich an die Vergangenheit zu erinnern, um die eigene Entwicklung messen zu können. Eine Zukunft war ohne Rückschau nichts wert.

Takeo hatte die Bücher schon seit Jahren nicht mehr in Händen gehalten, sie aber als heimlichen Wissensschatz gehütet und bei jedem Umzug mitgeschleppt. Vielleicht würde sich das jetzt auszahlen.

Die Kisten waren sorgsam unter einer wasser- und feuerfesten Plane verstaut und mit Spanngurten zusammengeschnürt.

Takeo ließ sich Zeit, seine alten Schätze aus über fünfhundert Jahren freizulegen. Er tat es mit Bedacht, mit Ehrerbietung und Fokus auf jeden einzelnen Handgriff. Als wäre es Teil einer Meditation.

Das Holz der Boxen war rau und abgegriffen zugleich. Hier und da fanden sich Brandspuren und kleine Beschädigungen, die durch Transport, Kämpfe und Witterung entstanden waren. Doch der Inhalt war darin sicher, denn Takeo hatte jede einzelne mit dünnen Metallschichten ausgekleidet.

Symbole auf der Außenseite halfen, die Kisten thematisch und zeitlich zu sortieren. Takeo suchte jene, die mit dem Code »U7 – 21« markiert war. Eine der ältesten Kisten aus einer längst vergangenen Zeit, in der Takeo ein völlig anderer gewesen war. Voller Träume, aber auch vom eigenen Erfolg verblendet und auf ungesunde Weise getrieben.

Als Takeo die Box entdeckte, hob er sie vorsichtig heraus, trug sie hinüber zu seinem Schreibtisch und stellte sie daneben ab. Er räumte die zahllosen Skizzenblätter und Notizen auf der Arbeitsfläche beiseite und knipste die Tischlampe an.

»Lass mich nicht im Stich, mein Freund«, sagte er an sein altes Ich gewandt, bevor er achtsam den Deckel der Kiste abhob und daneben ablegte. Augenblicklich drang der Geruch von altem Leder und Papier in seine Nase. Gefolgt von einer unterliegenden Note aus Schweiß und Maschinenöl.

Die oberste Schicht bildeten die zahlreichen Zeichenrollen. Darunter kamen ein paar hastig zusammengeschraubte Detailmodelle zum Vorschein, gefolgt von sorgsam gestapelten Tagebüchern.

Takeo hob Buch für Buch heraus und legte sie nach Jahreszahlen geordnet auf dem Tisch ab. Die Erinnerung an die jeweiligen Inhalte waren weitestgehend verschwommen. Nur an eines konnte er sich erinnern. Und das nicht nur, weil der Umschlag zur Hälfte schwarz und verkrustet war.

Es handelte sich um das Tagebuch, das er in jenen düsteren Tagen geführt hatte, als die Menschen sich gegen seine U-Men aufgelehnt hatten. Eine Zeit, in der Takeo seine großen Pläne von einer besseren Welt voller Androiden verabschiedet hatte. Weil die Menschen sich dagegen aufgelehnt hatten. Es nicht verstanden hatten, dass er doch nur ihr Wohl im Auge gehabt hatte.

Stattdessen hatten sie begonnen, ihn und seine Schöpfungen zu jagen. Takeo hatte sich und seine tapferen Androiden verstecken müssen. Die Sieben Samurai, wie er sie liebevoll genannt hatte.

Eine geniale Erfindung, die am Ende eingemottet und weggesperrt geendet hatte. So wie man einst die Alten und Gebrechlichen in Sanatorien in Pflegeheimen abgeschoben hatte. Um sie zu vergessen und dem schleichenden Tod zu überlassen.

Rückblickend fühlte Takeo sich schuldig deswegen. Auch wenn er damals geglaubt hatte, richtig zu handeln.

Es kostete ihn Überwindung, das Lederband abzuwickeln und die ersten Seiten des Tagebuchs aufzuschlagen. Er wappnete sich, doch als er die ersten Notizen las, die hastig dahingekritzelte Handschrift wiedererkannte, traf ihn der Schmerz so heftig, dass er zitterte.

Was bin ich noch, wenn alles, was ich erschaffen habe, verbannt wird? Ein Erfinder ohne Erfindungen ist wie ein Leerzeichen zwischen den Zeilen. Unsichtbar und nutzlos.

Ich dachte, ich würde mich mit meinen Schöpfungen in die Reihe der Meister erheben, die die Welt verändert haben. Einer, dieser brillanten Köpfe, deren Namen die Zeiten überdauern. Wie ein Yeshe Gesar, ein Marc Vittoris, Victorius de Rozier oder ein Mayao Hikayazi.

Takeo hielt beim Lesen inne und strich versonnen mit den Fingern über die Zeilen. So, als könnte er seine Gedanken von einst berühren, in sich aufsaugen und sie sich erneut zu eigen machen. Das Streben nach Brillanz und Ruhm.

Auf den folgenden Seiten folgten Skizzen und Tabellen. Ein wagemutiger Ansatz, um aus umgekehrten äonlischen Induktionsfeldern ein Vakuum zu erschaffen, das an seinen Rändern unendlich viel Energie anziehen würde. Eine weißglühende Kugel, die er als Herzstück in eine neue Generation an Androiden hatte einsetzen wollen.

Doch die gravitäre Spannungsfluktuation hatte dazu geführt, dass die Konstruktionen geradezu implodiert waren, sobald sich die Energie zu einer relevanten Menge angesammelt hatte.

Ein Problem, bei dem er alleine nicht weitergekommen war. Also hatte er sich auf das nächste Projekt gestürzt. Ein Kreislauf, der sich mit vielen seiner Schöpfungen wiederholt hatte. Ein unvermeidbares Übel, wenn man auf dem schmalen Grat zwischen Vision und Fiction arbeitete.

Damals hatte er geglaubt, alles alleine schaffen zu müssen. Erst das Zusammentreffen mit Matt und Aruula hatte ihn mit der Zeit gelehrt, dass man gemeinsam stärker war. Klüger. Erfindungsreicher. Durch die Synergie von verschiedenen Standpunkten, andersgearteter Expertise und Erfahrungen.

Takeo legte eine Hand zwischen die Seiten und stierte aus dem Fenster in Richtung Wurmloch-Generator. Vielleicht war dies das Geheimnis, nach dem er all die Zeit gesucht hatte: sich mit jemand auszutauschen, der in dem Fachgebiet bewandert war, aber ein gänzlich anderes Leben geführt hatte.

Matt und Aruula mochten in vielen Lebenslagen die perfekte Ergänzung darstellen, aber nicht in diesem Fall. Die Wurmloch-Technologie war durch Aliens zu ihnen auf die Erde gekommen. Also waren sie die naheliegendsten Ansprechpartner. Nur dass es eben noch kein Telefon gab, über das man mal eben auf bei den Pancinowa durchklingeln konnte.

Takeo brauchte jemand Ebenbürtigen, um die Reparatur voranzubringen. Einen Erfinder!

»Wieso bin ich da nicht gleich drauf gekommen?« Hastig blätterte er im Buch zurück zu der Stelle, die er sich zu Beginn durchgelesen hatte. Da standen die Namen: Yeshe Gesar, Marc Vittoris, Victorius de Rozier und Mayao Hikayazi.

Der Erfinder des RV-Perfusors war seit Jahrhunderten tot. Ein Vorreiter in der Klon-Technologie. Yeshe Gesar hatte die Warrior in Agartha erschaffen. Aber auch er war bereits gestorben. Victorius lebte zwar noch, aber seine Technik war eine der Vergangenheit.

Blieb nur einer. Es schien an der Zeit, sich mit einem alten Freund in Verbindung zu setzen. Auch Mayao Hikayazi hatte Takeo seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen, doch da sie sich beide der Androiden-Technik verschrieben hatten, war es durchaus möglich, dass Hikayazi auf dieselbe Weise überlebt hatte wie er selbst: indem er seine biologischen Komponenten nach und nach durch künstliche ersetzt hatte.

Doch diese Reise wollte Miki Takeo nicht allein antreten. Das Risiko war viel zu groß, denn niemand wusste, wie es heute um Nipoo1 bestellt war.

Damals, bei der Kometenkatastrophe im Jahr 2012 hatte sich ein Teil der Bevölkerung in unterirdische Bunker flüchten können, die engen Kontakt zueinander hielten und sich zu sogenannten SubCitys entwickelten. Dann hatte in den 70er-Jahren des 25. Jahrhunderts der Weltrat mithilfe der Ostmänner eine Offensive gegen Nipoo gestartet, die aber dank General Fudoh zurückgeschlagen werden konnte.

Jahre später führte Fudoh dann eine Gegenoffensive gegen Meeraka und eroberte El'ay mit seinen ferngesteuerten Zombiis.2 Doch auch dieser Angriff ging letztlich fehl, und der General starb durch Takeos Hand. Ein weiterer Grund, warum die alte Heimat ein gefährliches Pflaster für Miki sein konnte, sofern man sich noch an ihn erinnerte.

Ob die SubCitys noch existierten, wusste er nicht. Sie waren vermutlich – wie alle Bunker weltweit – durch den permanenten EMP Ende 2521 schwer getroffen worden, ausgelöst durch eine Atombombenkette am Kratersee, die eigentlich nach dem Willen der Daa'muren den Wandler hatte wecken sollen. Das gelang nicht ganz, weil nur die Hälfte der Bomben zündete, reichte aber aus, um das kosmische Wesen einen Elektromagnetischen Impuls ausstrahlen zu lassen, der weltweit alle Technik lahmlegte und fast neunzig Prozent der Bunkermenschen das Leben kostete.3

Wer ihn nach Nipoo begleiten sollte, stand für Takeo außer Frage: Commander Matthew Drax und seine Amazone. Allerdings waren die beiden seit geraumer Zeit im Auftrag des Weltrats in ganz Meeraka unterwegs, und Miki wusste nicht, wo sie sich momentan herumtrieben.

Er würde also Funkkontakt mit Waashton aufnehmen müssen, was durch das Satelliten-Netzwerk der Pancinowa seit kurzem wieder möglich war. Auch wenn das bedeutete, sich mit General Kormak auseinandersetzen zu müssen. Er war der einzige, der die Botschaft an PROTO weitergeben konnte.

Über seine Reisepläne wollte Takeo nichts verlauten lassen. Es gab einen Köder, auf den Kormak garantiert anspringen würde.

Sonoora-Wüste, 1000 km südöstlich von Sub'Sisco

»Hey, Leute, einen Moment noch!« Sheriff Annika Stillebror kam auf den Bahnsteig und schwenkte ein Blatt Papier.

Aruula und Matt, die gerade dabei zusahen, wie PROTO auf den Güterwaggon verladen wurde, wandten sich um. »Innochin?«, fragte Matthew nach dem verschollenen Drogenbaron aus Waashton.4 »Haben Sie ihn gefunden?«

Stillebror schüttelte den Kopf. »Nein, tut mir leid. Und nach zwei Tagen allein in der Wüste, noch dazu unter Drogen, stehen die Chancen denkbar schlecht, dass der Mann noch am Leben ist.«

»Trotzdem – setzen Sie uns in Kenntnis, sollte er wieder auftauchen, okay?«, sagte Matt.

Stillebror nickte und drückte ihm den Zettel vor die Brust. »Ihre Bosse haben sich gemeldet. Ihr könnt den Panzer gleich wieder abladen lassen.«

Matt nahm das Papier zur Hand. Aruula las mit. »Eine Nachricht von Miki Takeo«, stellte sie fest. »Wir sollen hier in Mandaluz warten, und er wird uns mit seinem Gleiter abholen.«

»Es geht um den Wurmloch-Generator, wetten?«, raunte Matt ihr zu.

»Ein Gleiter!«, begeisterte sich Sheriff Stillebror. »Wow! So ein Ding ist noch nie bei uns aufgetaucht.« Sie schlug Matt auf die Schulter. »Auf euren Panzer passen wir derweil natürlich auf, Ehrenwort!«

Damit verzog sie sich, und Matt trat hinter Aruula, schlang seine Arme um die Hüfte der Kriegerin und beugte sich vor, sodass seine Lippen ihr Ohr streiften, als er flüsterte: »Ich glaube, bis Miki eintrifft, haben wir uns ein bisschen Zweisamkeit verdient, meinst du nicht?«