Madeleine- Ein Richter zum Verlieben - Christine Stutz - E-Book

Madeleine- Ein Richter zum Verlieben E-Book

Christine Stutz

5,0

Beschreibung

Madeleine Beckenham flüchtet vor ihrem brutalen Stiefvater und landet in der Hauptstadt. Dort landet sie, weil sie sich gegen ihren Chef wehrt, vor Gericht. Ihr Richter ist niemand anderes als Norman Patriarch. Der Mann ist eiskalt und unerbittlich in seine Urteilen. Doch trotzdem lässt Madeleine sich nicht den Mund verbieten. Sie wird zwar freigesprochen, Landet aber trotzdem wegen ihrem großen Mundwerk hinter Gittern. Norman Patriarch lässt sie nur unter einer Bedingung frei. Sie soll für ihn arbeiten! Empört lehnt Madeleine ab, nie im Leben wird sie für den Mann arbeiten! Doch keine sechs Stunden später ist sie trotzdem seine persönliche Assistentin. Madeleine hat keine Ahnung, wie der Kerl das geschafft hat! Norman bringt ihr Leben vollkommen durcheinender. Er gönnt ihr keine Freizeit! Er sabotiert sogar ihre Beziehung zu Steven, einem netten Anwalt! Dann taucht auch noch Normans Exfrau auf und stellt Ansprüche. Madeleine hat alle Hände voll zu tun... Und Norman ist ihr keine Hilfe dabei!

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Madeleine- Ein Richter zum Verlieben

TitelseiteProlog1 Kapitel2 Kapitel3 Kapitel4 Kapitel5 Kapitel6 Kapitel7 Kapitel8 Kapitel9 Kapitel10 KapitelEpilogImpressum

Madeleine

Ein Richter zum

Verlieben

Prolog

Prolog

„Lass deine dreckigen Finger von mir, Mistkerl! Ich werde alles meiner Mutter sagen. Die wird dich rauswerfen.“ schrie ich panisch auf. Ich trat mit den Füßen nach meinem angetrunkenen Stiefvater. Der widerliche Mann war in mein Zimmer gekommen, kaum dass Mutter das Haus verlassen hatte. Mir war klar, was der Kerl von mir wollte. Er hatte drei Schlösser aufgebrochen, nur um hier rein zu gelangen.

„Versuche es doch, Kleine! Deine dumme Mutter wird dir eh kein Wort glauben! Warum sollte sie auch. Sie ist so verliebt in mich, dass sie mir alles glaubt.“ schnauzte James Frederiks mich verärgert an. „Sie denkt sowieso, dass du eine Schlampe bist und für jeden die Beine breit machst!“ keuchte James erregt. Er griff nach meinen Haaren und zog mich zu sich. Dann drückte er seine fetten Lippen auf meinen Mund. Seine andere Hand griff nach meinen Brüsten. Ich hob mein Knie und trat heftig zu. Der Mann ließ mich aufschreiend los. Ich hatte gut getroffen. James krümmte sich schwer. Zeit für mich, meinen Rucksack zu schnappen und abzuhauen. Ich hatte zu lange gewartet, dachte ich. Ich musste schnellst möglich hier weg. Weg, bevor schlimmes passierte. Mein Stiefvater hatte mich heute Morgen überfallen, um mich zu vergewaltigen. Nur darauf wartend, dass wir allein im Haus waren. Und ich hatte verschlafen. Ich hatte nicht mitbekommen, dass Mutter das Haus verlassen hatte. Sonst war ich dann immer schon wach und hatte das Haus durch das Fenster verlassen. Ich versteckte mich dann immer in der Garage bis Mutter Heimkehrte.

Ich wollte gerade aus der Zimmertür laufen, als mich James am Bein zu fassen bekam und zu Boden warf. Aufschreiend trat ich nach dem Mann, der mich nun wütend zu sich zog. „Ich werde deinen Körper bekommen. Egal, wie sehr du dich wehrst! Glaubst du, ich habe deine Mutter geheiratet, weil ich nur sie ficken will? Du gehörst mir auch Ich zahle immerhin für dich!“ schrie der Mann voller Wut und Geilheit. „Das stimmt nicht! Die Firma gehört mir! Du zahlst nicht für mich“ schrie ich zurück. Ich trat ihm gegen die fette Brust, hörte es knacken und kam frei. Garantiert hatte ich dem Mann zwei Rippen gebrochen. Jetzt war ich meinem leiblichen Vater für das Kampftraining dankbar. Fünf Jahre Karate machten sich jetzt bezahlt. Schnell krabbelte ich zur Tür. Der Mann kam mir hinterher. „Du bleibst hier! Auf diesen Moment warte ich schon zu lange!“ schrie James aufgebracht. Dann stockte er und erstarrte. Denn in der Haustür stand meine Mutter!

„Ich habe meine Handtasche vergessen!“ Sagte Mutter tonlos. Sie sah erschüttert von mir zu ihrem zweiten Mann. Ich lag der Länge nach zwischen Zimmertür und Flur, die Schlafanzugshose herunter gezerrt. James kniete in meinem Zimmer, die Hose weit offen. Sein Geschlecht war offensichtlich zum Kampf bereit. Hastig zog ich mir die Hose hoch und griff nach meinem Rucksack. Dann schnappte ich meine Jeans und rannte aus dem Haus. Immer weiter. Einfach nur den Weg hinunter. Im kleinen Wald, der unserem Anwesen gehörte, zog ich mir Jeans und Shirt an. Weinend stopfte ich meine restlichen Sachen zurück in den kleinen Rucksack. An einem Baum gelehnt, überlegte ich, was ich tun sollte. Zurück ins riesige Haus würde ich ganz bestimmt nicht wieder gehen. Keine Ahnung, was dieser Mistkerl meiner Mutter erzählen würde. Aber er würde die ganze Schuld auf mich schieben, da war ich mir sicher. Und Mutter würde dem Mann jedes einzelne Wort glauben. Mutter war dem Mistkerl hörig. So, wie es seit drei Jahren war. Seit Mutter James mit Nachhause gebracht hatte. Seitdem war mein Leben zur Hölle geworden.

Vom ersten Tag an hatte der Mann seine Finger nicht von mir lassen können. Damals war ich naive siebzehn Jahre alt gewesen. Wirklich naiv, denn ich hatte mir das Streicheln des Mannes wenn auch widerwillig, gefallen lassen, nicht ahnend, was er damit bezweckte. Das wurde mir erst später klar. Ich hatte meinen ersten Freund mit Nachhause gebracht und James war regelrecht ausgerastet. „Du gehörst mir, Madeleine. Nur mir. Ich werde dich entjungfern und besitzen! Wehe dir, du lässt dich mit einem anderen Mann ein.“ Das waren damals seine drohenden Worte gewesen. Heimlich in der Küche, allein mit mir. Schlagartig war ich erwachsen geworden. Seit dem Tag vermied ich jede Berührung des Mannes und blieb nie allein mit ihm. Trotzdem grapste er nach mir. Ich war voller Angst. Mich widerte jetzt jede Berührung eines Mannes an. Mein Freund machte frustriert mit mir Schluss. Ich verschwand immer öfter, vor allem, wenn Mutter zur Arbeit ging. Deshalb bekam ich bald den Ruf, ein Flittchen zu sein. James unterstützte diese Meinung, gewiss, sich mich damit zu isolieren und gefügig machen zu können.

Mutter gab mir Arrest. James nutzte diese Stunden, um in mein Zimmer zu gelangen. Ich hatte drei Schlösser an meiner Zimmertür. Trotzdem war es ihm heute gelungen, mich zu überfallen. Nein, ich konnte auf keinen Fall nachhause zurück, dachte ich finster. Ich war jetzt zwanzig Jahre alt. Kurz vor meinem Abschluss. Nur noch wenige Wochen, dann hätte ich meine Ausbildung zur Sekretärin in der Tasche. Solange hatte ich es noch bei meiner Mutter aushalten wollen. Das konnte ich jetzt vergessen, dachte ich finster grunzend. Ich griff in meinen Rucksack. Zum Glück hatte ich dort mein gespartes Geld und meine Papiere versteckt. Alles Geld, dass ich mit meinem heimlichen Job in der örtlichen Tankstelle verdient hatte, nachdem meine Mutter mir das Konto gesperrt hatte. Nicht einen Cent davon hatte ich ausgegeben. Immer in der Hoffnung, unsere kleine Stadt und damit meinen brutalen Stiefvater, hinter mich lassen zu können. Nun, anscheinend war es heute soweit. Leider ohne Abschluss in der Tasche. Das würde mir die Jobsuche in der Hauptstadt erschweren. Doch ich konnte noch vom Glück reden. Ich war noch unverletzt aus der Situation herausgekommen. Ich war nicht vergewaltig worden. Wieder zitterte ich heftig, als ich an James offene Hose zurückdachte. Fast wollte ich mich übergeben. Doch dafür hatte ich jetzt keine Zeit. Schwer hob ich meinen Rucksack auf. Ich ging zur Haltestelle der Fernbusse und kaufte mir ein Ticket. Schweigend setzte ich mich in den Bus, der mich zur Hauptstadt bringen sollte. Ich gab auf. Alles hinter mir lassend, was eigentlich mir gehörte. Ich hatte verloren. Das riesige Haus, das Grundstück und das viele Geld. Alles, was mein leiblicher Vater mir hinterlassen hatte, konnte sich jetzt der Mistkerl aneignen.

„Aber mich hast du nicht bekommen, Schweinehund“ flüsterte ich heiser. Der Bus setzte sich in Bewegung und brachte mich fort. Ein Mann setzte sich neben mich. Ich erhob mich und setzte mich weit weg. Weg von dem Mann.

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1 Kapitel

1 Kapitel

2 Jahre später

Norman Patriarch schob die ganzen Ordner auf seinem Schreibtisch unwirsch hin und her. Er fand hier aber auch nichts! Wo war jetzt diese dämliche Akte schon wieder hin! Gleich war die Verhandlung und er musste sich einen Überblick über den Fall verschaffen. Norman raufte sich die Haare und seufzte unzufrieden. Was für ein Chaos! Er wurde fast wahnsinnig.

Er hätte Fiona vielleicht doch nicht entlassen sollen. Jedenfalls nicht so schlagartig. Doch ihre Aufdringlichkeit hatte überhandgenommen. Die Frau hatte ihn ja schon regelrecht verfolgt. Nun gut, er war kein einfacher Arbeitgeber, zugegeben. Das wusste er selbst. Oft forderte er noch Hilfe nach Feierabend. Doch wenn sich seine Sekretärin schon in seiner Wohnung häuslich einrichtete und die Rolle der Ehefrau übernahm, dann wurde es Zeit, sich von ihr zu trennen. Jetzt bereute er es. Denn er konnte diese dämliche Akte nicht finden. Was war es noch? Worum ging es bei der Verhandlung? Um eine Körperverletzung, fiel ihm wieder ein. Eine junge Frau sollte ihren Chef Krankenhausreif geschlagen haben. Norman grinste breit. Er besah sich kurz die Bilder aus dem Krankenhaus. Was hatte der arme Mann nur getan? Hatte er der Frau eine Lohnerhöhung verweigert? Norman stellte sich jetzt eine zwei Zentner Frau und einen schmächtigen Mann vor. Unwillkürlich musste er lachen. Endlich fand er die Akte und las sie sich hastig durch. Das erste Klingeln. Die Personen würden sich jetzt in den Gerichtssaal begeben. Er musste sich beeilen. Während er sich seine Robe überwarf, las er weiter. Der Kläger behauptete, die Frau hätte ihn ohne Grund angegriffen. Nur, weil er ihre Avancen nicht erwidert habe. Norman grunzte. Er musste kurz an seine ehemalige Sekretärin denken. Fiona war auch kurz davor gewesen, ihn zu schlagen, als er ihr die Kündigung ausgesprochen hatte. Doch sie nackt in seinem Bett vorzufinden, war einfach zu viel gewesen, dachte Norman wieder.

Verliebte Frauen waren zu allem fähig. Er konnte den armen Mann durchaus verstehen. Dann las er kurz, eher uninteressiert, die Aussage der jungen Frau. Eine gewisse Madeleine Beckenham behauptete, sich gegen eine Vergewaltigung gewehrt zu haben. Sagten das nicht alle Frauen?

Norman setzte sich wieder. Er betrachtete die Fotos, die gemacht worden waren. Der Mann war übel zugerichtet worden. Doch auch die junge Frau hatte Verletzungen vorzuweisen. Zerrissene Kleidung war fotografiert worden. Aber das konnte sich die Frau auch selbst zugefügt haben, dachte er finster. Doch was war das für ein Mann, der sich von einer Frau so zurichten ließ!

Wieder klingelte es. Norman erhob sich hastig. Er musste in den Gerichtssaal! Er fluchte als seine Robe am Schreibtisch hängen blieb. Ein großer Riss entstand, während er ungeduldig am Stoff zerrte. Verdammt, dafür hatte er jetzt keine Zeit. Er wollte nicht schon wieder zu spät kommen. Er hasste seinen Spitznamen, „Richter Unpünktlich“. Schnell eilte er durch den Flur. Das dritte Klingeln. Er würde wieder einmal zu spät erscheinen. Nun, zum Glück war es ja keine Mordverhandlung und würde nicht lange dauern, dachte Norman schlecht gelaunt.

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Nervös saß ich am Anklagetisch. Ich schielte zu meinem ehemaligen Chef. Der Mann trug echt dick auf. Er hatte sich seinen Arm in Gips legen lassen und sein blaues Auge noch zusätzlich geschminkt. Nur, damit es noch dramatischer aussah. Am liebsten würde ich mit einem nassen Lappen durch sein Gesicht wischen, dachte ich. Nur, um allen zu zeigen, was für ein Schauspieler der Mistkerl war.

Neben mir saß mein Pflichtverteidiger und wühlte in den Akten. Der Mann machte mich verrückt! Frisch von der Uni, war ich sein erster Fall. Man, hatte ich ein Glück. Und dann bekam ich dann auch noch einen Richter zugeteilt, der für seine harten Urteile berüchtigt war. Norman Patriarch, da war der Nachname doch schon Programm! „Mister hart, aber gerecht!“ So nannte man ihn. Ich sah schwarz für meine Zukunft. Mein Richter war ein Mann. Männer hielten immer zusammen. Ich würde in den Bau wandern. Da war ich mir sicher. Wie sollte ich mit der Niete von Anwalt neben mir, meine Unschuld beweisen? Ich hatte doch keine Zeugen für den Überfall. Mein Wort stand gegen das des Mistkerls. Seufzend lehnte ich mich zurück. Der Richter ließ auf sich warten. Aber dafür war er ja bekannt.

Seit zwei Jahren lebte ich nun schon in der Hauptstadt. Ich hatte mir eine kleine Wohnung angeschafft. Ein Zimmer, aber es reichte mir. Denn dort war ich allein. Niemand, der mich an grapschte. Ich hatte mehrere Jobs, um mich über Wasser zu halten. Früh morgens putzte ich einen Kiosk, danach machte ich die Buchhaltung für eine Bäckerei. Am Nachmittag putzte und bestückte ich eine kleine Bar. Dort war ich bis zum Abend, wenn die Bar öffnete, war ich verschwunden. Doch vor einem Monat hatte mich der Wirt und Besitzer der Bar zurückgehalten. Ich hatte meinen Lohn gefordert. Er hatte von mir mehr Einsatz gefordert. Naiv hatte ich gefragt, was er denn noch erwartete. Dreckig grinsend hatte er mir seine Vorstellung von „Mehr Einsatz“ zeigen wollen. Fünf Minuten später hatte ich den Krankenwagen gerufen. Nicht für mich, dachte ich schmunzelnd.

Endlich geruhte der Richter, sich in den Saal zu begeben. Wir erhoben uns gehorsam. Mein ehemaliger Chef erhob sich unter lauten Schmerzensrufen. Ich sah aus den Augenwinkeln, wie der Richter leicht ironisch seinen Mund verzog. Sein Blick wanderte von mir zu dem fetten Mann auf der Bank, mir gegenüber. Der Richter gebot uns, sich zu setzen. Dann verlas er die Anklageschrift. Hart und ohne eine Miene zu verziehen. So hatte man mir den Mann beschrieben. Ich schluckte hart. Der Mann schien wirklich keine Gnade zu kennen, dachte ich. Doch dann stockte ich und unterdrückte nur mit Mühe ein amüsiertes Lachen. Das wäre jetzt verheerend gewesen. Doch ich musste mich zusammenreißen. Denn die Robe des Richters klaffte kurz auf. Ein langer Riss ließ mich seine schwarze Boxershorts und lange, muskellöse Beine sehen. Schnell schob ich mich unter den Tisch, um zu lachen. „Worauf plädieren sie, Miss Beckenham?“ fragte mich der Richter jetzt laut. Mein Anwalt stieß mich hart an. Ich verstand und erhob mich. Ich starrte in zwei ernste, grüne Augen, die mich intensiv, von oben bis unten, musterten. „Unschuldig, euer Ehren“ sagte ich fest. „Ich habe mich nur zur Wehr gesetzt. Der Mann wollte mich vergewaltigen“ sagte ich dann grimmig.

„Sie lügt! Sie hat mich die ganze Zeit angemacht. Ich bin aber glücklich verheiratet und habe sie abgewiesen. Als es zu schlimm wurde, habe ich ihr gekündigt. Da hat sie sich wie eine Furie benommen. Sehen sie mich an, euer Ehren!“ schrie mein ehemaliger Chef nun. Er wies wild mit der Hand auf mich.

„Zu ihnen komme ich später, Mann“ sagte der Richter hart. Er wandte sich wieder an mich. „Haben sie irgendwelche Beweise für ihr Handeln, Lady?“ fragte er mich dann streng. „Nur mein Wort, euer Ehren. Sehen sie sich den fetten Kerl an. Meinen sie, er wäre eine Anmache wert?“ fragte ich wütend. Die Menschen im Gerichtssaal lachten leise. Mein Anwalt wühlte erneut, geistesabwesend wie es schien, in seinen Akten. Dann grinste er mich plötzlich frech an und zwinkerte. Ich hielt unwillkürlich die Luft an. „Dann steht ihr Wort also gegen das, des Anklägers?“ fragte mich der Richter wieder. Wieder klaffte seine Robe auf und ich grinste kurz. Der Richter knurrte wütend. Er sah wieder von meiner schmalen Gestalt zu dem fetten Mann gegenüber. „Ich sage ihnen, euer Ehren. Die Schlampe lügt. Sie kann Kampftechnik oder so. Sie hat mich regelrecht verprügelt, Nur weil ich ihr gekündigt habe! Die ist vollkommen verrückt.“ schrie der Mann wieder. Der merkwürdige Richter nickte verstehend. Er schien sich mit meinem Ankläger solidarisieren zu wollen. So schien es mir. Es sah sehr schlecht für mich aus. Ich sah mich schon hinter Gittern sitzen.

Der Richter sah mich durchdringend an. „Was soll ich nun glauben, Miss Beckenham? Verraten sie es mir. Wenn ich mir den armen Man ansehe, bekomme ich Mitleid.“ Sagte er dann nur. Ich seufzte laut. „Mein Vater hat mir Selbstverteidigung beigebracht, euer Ehren, das stimmt. Ich habe mich wirklich nur gewehrt. Vater hat mich gut unterrichtet. Er war immer der Meinung, eine Frau muss ihre Unschuld verteidigen können. Frauen seien kein Freiwild für brunftige Männer!“ sagte ich hart. Wieder wurde hinter mir gelacht.

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