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In diesem mit dem Herzen geschriebenen Büchlein beschreibt A. Winter ihre eigene Geschichte vom Verlust ihrer Mutter Hilde, die sie im Jahr 2010 durch einen Schlaganfall verlor. Die Autorin zeichnet nach, wie sich in den letzten Lebensjahren der Gesundheitszustand ihrer Mutter kontinuierlich verschlechtert. Hätte man vorhersehen können, was passiert? Warum haben wir nicht mehr Zeit miteinander verbracht? Wurde wirklich alles medizinisch Mögliche getan? Die Autorin lässt uns hier tief in ihre Seele blicken und jeder sensible Mensch, der eine geliebte Person verloren hat, mag einen Teil seiner Geschichte hier wiedererkennen. Das Buch verleiht diesem schwer fassbaren Gedanken eine klare, ausdrucksvolle Sprache und spendet auch Trost, denn die Liebe endet ja nicht mit dem Tod. Die finale Botschaft geht an uns alle: Es ist wichtig, Liebe in der Gegenwart aktiv zu leben, täglich mehr von uns zu geben und nicht zu viel auf Morgen zu verschieben, denn wir können niemals wissen, ob es diese Morgen gibt.
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Seitenzahl: 41
Veröffentlichungsjahr: 2018
Die Autorin Annelie Winter wurde 1953 in einem kleinen Dorf in der Eifel geboren.
Sie machte eine Ausbildung zur Arzthelferin in Wiesbaden.
1974 zog es sie dann nach Münster, wo sie bis heute lebt.
Der schmerzhafte Abschied von ihrer Mutter ließ sie dieses Buch schreiben.
Bedanken möchte sie sich bei ihrem Mann Dieter, der ihr in dieser schweren Zeit beigestanden hat. Für seine Geduld, seine Liebe und Zuwendung und für sein Verständnis.
Ich schreibe diese Zeilen zu Ehren einer ganz besonderen Frau, meiner lieben Mutter.
Annelie Winter
Eine große Liebe
© 2018 Annelie Winter
Umschlag, Illustration: Ronald Pelzer
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback
ISBN 978-3-7469-0522-8 Paperback ISBN
Hardcover
ISBN 978-3-7469-0523-5 Hardcover
e-Book
ISBN 978-3-74690524-2 e-Book
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Es ist Oktober, Mitte Oktober 2010. Ich habe 10 Tage Urlaub. Mein Mann und ich fliegen nun zum ersten Mal nach Ibiza. Es klappt alles gut. Das Hotel, ein Clubhotel in der Nähe von Ibiza-Stadt, ist sehr schön. Das Zimmer ist ordentlich, die Matratzen sind bequem. Essen und Trinken, die Atmosphäre, das Personal, die Leute, alles ist in Ordnung. Auch das Wetter ist toll. 23 bis 27 Grad im Schatten. Wir sitzen morgens am Frühstückstisch, der reichlich gedeckt ist. Ich habe mir Brot, Käse und Rührei genommen, dazu Kaffee. Eine hübsche Blume auf dem Tisch verschönert das Ganze. Mein Mann sagt „Guten Appetit“. Ich sitze dort, sehe mir den Tisch an, die Leute um mich herum, sehe meinen Mann an und fange an zu weinen. Ich fühle mich plötzlich unsagbar einsam und alleine. Darf ich hier sitzen, darf ich etwas essen, darf es mir gut gehen? Was ist geschehen? Ich blicke zurück.
Mutti wurde am 05.03.1926 in einem kleinen Dorf in der Eifel, in Steiningen, geboren. Sie hatte noch weitere 7 Geschwister, davon lebt nur noch Tante Agathe, ihre Zwillingsschwester.
Ihre Eltern waren Bauern und haben hart gearbeitet. Sie waren einfache, bescheidene, herzensgute Leute, die alles für ihre Kinder getan haben. Ein Kind, Bruno, ist jung im Krieg gefallen. Die anderen 3 Brüder sind heil nach Hause gekommen.
Mutti ging zur Volksschule und hat danach auf dem Bauernhof gearbeitet. 1948 lernte sie dann meinen Vater kennen. Er kam aus einem Nachbardorf, Ulmen. 1949 haben die beiden geheiratet. Papa wohnte in dem Haus meiner Tante, der Schwester seiner Mutter. So ist Mutti dann nach Kelberg gezogen.
Papa hat im Rathaus gearbeitet. Als mein Opa starb, hat Papa das Maler- und Anstreichergeschäft übernommen. Mama wohnte nun also mit Papa und Tante Katharina zusammen und arbeitete im Geschäft mit. Sie arbeitete gerne, es machte ihr Freude und sie war sehr beliebt. Sie war immer freundlich und zuvorkommend.
4 Jahre später, im Juni 1953, bin ich dann zur Welt gekommen. In Muttis Heimatdorf Steiningen in der Stube. Ich bin eine Hausgeburt. So wie mir Mutti manchmal erzählte, war die Geburt furchtbar schmerzhaft. Eine Periduralspritze gab es damals noch nicht in dem kleinen Dorf. Ich hatte eine schöne Kleinkindzeit, sehr liebevoll. Vier Jahre später kam dann mein Bruder Josef zur Welt. In Daun im Krankenhaus. Mutti stand noch einen Tag vor Josefs Geburt im Laden und verkaufte Tapeten.
Ich habe mich sehr über meinen Bruder gefreut und allen Leuten, die am Geschäft vorbeigingen, erzählt, dass ich ein Brüderchen bekommen habe. Meine Kindheit mit meiner Familie in unserem Dorf war sehr schön. Mit 7 Jahren ging ich in die Volksschule in Kelberg und 1964 dann aufs Gymnasium nach Adenau. Dort habe ich 1970 die Mittlere Reife erworben. In Wiesbaden lernte ich den Beruf einer Arzthelferin und habe nach der Ausbildung in Daun in einer Praxis gearbeitet.
Weil ich in die weite Welt hinaus wollte, zog ich dann 1974 nach Münster. Auch hier arbeitete ich wieder in einer Praxis. Von 1976 bis 1978 besuchte ich die MTA-Schule in Münster.
3 Tage vor meinem Examen, am 11. August 1978, starb mein geliebter Vater mit 53 Jahren an den Folgen einer Darmerkrankung in den Unikliniken Bonn. Das war für mich ein furchtbarer Schlag und ich habe viele lange Jahre gebraucht, um darüber hinwegzukommen.
Mutti gab dann nach 2 Jahren das Geschäft auf. Es lohnte sich nicht mehr.
Dann bekam sie oft Besuch von Moritz. Er war aus dem Dorf und Witwer. Vor Jahren schon hatte er seine Frau verloren. Mutti und Moritz verstanden sich gut und mochten sich sehr. So haben sie dann 1982 geheiratet. Sie hatten eine ruhige, gute Ehe und haben viel unternommen. Im April 2003 ist Moritz an den Folgen eines Schlaganfalls mit 86 Jahren verstorben. Mutti war nun ganz alleine.
