MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Rom MM-City - Sabine Becht - E-Book

MICHAEL MÜLLER REISEFÜHRER Rom MM-City E-Book

Sabine Becht

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Beschreibung

Reiseführer Rom Das E-Book aus dem Michael Müller Verlag – umfassend, übersichtlich, unentbehrlich Roma è bella! Das finden auch die Römer, und die müssen es schließlich wissen. Sabine Becht breitet von lässiger Lebenskunst bis zum "beherrschten Chaos" alles über die Ewige Stadt vor Ihnen aus. 58 Karten und Pläne bieten den bestmöglichen Überblick. Dazu an fast jeder Straßenecke die Superlative jahrhundertealter Baukunst, die bleibenden Reste des Zentrums der antiken Welt und natürlich das Herz der katholischen Kirche, der Petersdom: Es gibt wohl keine Stadt des Planeten, die mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten hat. Erlebnis Rom: Auf den Spuren der Antike Grund genug, sie in zehn Stadtrundgängen zu erkunden, ohne dabei die abseits gelegenen Nischen zu vernachlässigen. Flankiert wird das Ganze von einem umfangreichen Serviceteil mit zahllosen Übernachtungs- und Restauranttipps für jeden Geschmack und Geldbeutel, Shoppingadressen und Tipps zum Nachtleben. Forum Romanum, das Rom der Antike, der Vatikan, die Spanische Treppe, der Trevi-Brunnen, die Piazza Navona - neben diesen und vielen weiteren klassischen Sightseeing-Highlights bietet unser Rom-Reiseführer Geheimtipps abseits der Touristenpfade: von kleinen, bei Einheimischen sehr beliebten Restaurants bis hin zu "sprechenden Statuen". Der City-Guides ist mit zahlreichen Features (z. B. einem Kapitel für den schmaleren Geldbeutel, einem Kinderkapitel, kurz kommentierten Listen mit allen Restaurants und Museen auf einen Blick) ausgestattet, die die Orientierung erleichtern. Den Auftakt bilden Themenseiten zu den Stadtvierteln und Sehenswürdigkeiten, zur Kulinarik, zum Nachtleben und zum Shopping. Die Touren und Ausflüge führen in alle Winkel der Stadt, wobei auch Viertel abseits der Top-Sehenswürdigkeiten berücksichtigt werden. Für Sie ausgesucht und ausprobiert - die MM-Bücher mit ihren Restaurant- und Einkaufstipps, ihren Hintergrundgeschichten und Service-Infos sind, was sie schon immer waren: mehr als "nur" Reiseführer. Authentisch reisen mit den Reiseführern aus dem Michael Müller Verlag Was ist das Besondere an den Michael-Müller-Reiseführern? Sie sind von Reisenden für Reisende gemacht. Unsere Autorinnen und Autoren recherchieren immer vor Ort, sie schreiben über Dinge, die sie selbst erlebt und getestet haben. Unabhängig, ehrlich, authentisch.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 599

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhaltsverzeichnis
Unterwegs mit Sabine BechtOrientiert in RomStadt und StadtviertelSightseeing-KlassikerSightseeing-AlternativenEssen gehenAusgehenShoppingWege durch RomTour 1: Um Kapitol und Forum RomanumTour 2: Um das KolosseumTour 3: Jüdisches Viertel und Campo de' FioriTour 4: Pantheon und Piazza NavonaTour 5: Um die Via del CorsoTour 6: Um die Piazza della RepubblicaTour 7: Um die Piazza BarberiniTour 8: Villa BorgheseTour 9: TrastevereTour 10: Vatikan und EngelsburgZiele rund um die InnenstadtMonteverdeFlaminio / ParioliForo Italico und Stadio OlimpicoSalario und TriesteSan LorenzoPignetoTestaccioAurelianische StadtmauerEntlang der Via OstienseE.U.R.Via Appia Antica und KatakombenCinecittàAusflüge rund um RomOstia AnticaCastel GandolfoTivoliNachlesen & NachschlagenStadtgeschichteLiteratur- und FilmtippsDie römische KücheKulturlebenNachtlebenRom (fast) umsonstRom mit KindernAnreiseMobil in RomÜbernachtenRom von A bis ZRom kompaktAlle Museen und antiken StättenAlle RestaurantsAlle Shopping-AdressenÜber dieses BuchÜbersichtskarten und PläneIndex
Alles im Kasten
La Lupa CapitolinaDas Reiterstandbild des Marc AurelDie Gänse auf dem KapitolTriumphbögenBrot und SpieleDer Moses von MichelangeloKaiser Nero: Eitelkeit und GrößenwahnDas jüdische GhettoDas römische KatzenasylGiordano BrunoDie Künstlerfehde: Bernini vs. BorrominiDie sprechenden Statuen (Statue Parlanti)Die Linea Clementina (La Meridiana)Michelangelo Merisi, genannt Caravaggio (1571–1610)Die heilige CeciliaBeatrice CenciKurze Geschichte der Peterskirche und des VatikanZehn für einen – das Massaker in den Fosse ArdeatineDas Jahr 753 – das mythologische Datum der StadtgründungDie großen römischen Künstler des 16. Jh.Aldo MoroEssen in Rom – einige HinweiseCaffè Italiano
Kartenverzeichnis
Forum RomanumTour 1: Um Kapitol und Forum RomanumTour 2: Um das KolosseumTour 3: Jüdisches Viertel und Campo de' FioriTour 4: Pantheon und Piazza NavonaTour 5: Um die Via del CorsoTour 6: Um die Piazza della RepubblicaTour 7: Um die Piazza BarberiniTour 8: Villa BorgheseTour 9: TrastevereTour 10: Vatikan und EngelsburgMonteverdeIm Norden der InnenstadtSan LorenzoTestaccioVia OstienseE.U.R.Via Appia AnticaAutobahnringÜbernachten in RomOstia AnticaZeichenerklärungÜbersicht der InnenstadtMetro und Nahverkehr
Tourenverzeichnis
Tour 1: Um Kapitol und Forum RomanumEin Spaziergang durch die Antike: vom Kapitol zum Forum Romanum, auf Palatin und Aventin, zum Circus Maximus und zu den Caracalla-Thermen.Tour 2: Um das KolosseumAusgehend vom vielleicht berühmtesten Bauwerk der Antike führt die Tour zu kaum bekannten Kirchen, auf den beschaulichen Celius-Hügel und zum Lateran.Tour 3: Jüdisches Viertel und Campo de' FioriEine der schönsten und stimmungsvollsten Ecken des Centro storico, pulsierend und mit vielen Läden, Bars, Restaurants.Tour 4: Pantheon und Piazza NavonaDas Herz der Altstadt strahlt in barocker Pracht – opulente Kirchen, die schönsten Brunnen und Statuen. Die malerischen Gassen am Tiberknie laden zum Shoppen und Schlemmen ein.Tour 5: Um die Via del CorsoDie Via del Corso zwischen Piazza Venezia und Piazza del Popolo ist das Rückgrat der Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und noblem Einkaufsviertel nebenan.Tour 6: Um die Piazza della RepubblicaBahnhofsviertel trifft Antike – Nationalmuseum und Thermenmuseum, Ausgehviertel und mit Santa Maria Maggiore eine der wichtigsten Pilgerkirchen der Stadt.Tour 7: Um die Piazza BarberiniAusgehend von der Piazza Barberini führt der Spaziergang auf die berühmte Via Veneto und über den Trevibrunnen zum Quirinal mit dem Präsidentenpalast.Tour 8: Villa BorgheseDer bekannteste römische Stadtpark mit jeder Menge Freizeitangeboten und mehreren großartigen Museen, darunter die weltberühmte Galleria Borghese.Tour 9: Trastevere„Jenseits des Tibers“ liegt der Stadtteil, der mit seinen unzähligen Restaurants zum abendlichen Streifzug einlädt. Die Tour führt auch auf den Gianicolo, einen der schönsten Aussichtspunkte Roms.Tour 10: Vatikan und EngelsburgPilgerziel und Besuchermagnete der Stadt – die trutzige Engelsburg, die Peterskirche als Herz der katholischen Welt und die Vatikanischen Museen mit der weltberühmten Sixtinischen Kapelle.
Unterwegs mit
Sabine Becht
Geboren in Wiesbaden, studierte in Bamberg Amerikanistik und Kommunikationswissenschaft. Schon in ihren Semesterferien war sie für den Michael Müller Verlag in Griechenland unterwegs, bevor sie 1997 ihren ersten eigenen Reiseführer schrieb. Von ihr stammen die Reisebücher zu Rom, Venedig, Piemont, Ligurien, Marken, Abruzzen und Elba, zu den griechischen Inseln Kefalonia & Ithaka sowie zu Usedom, Ostseeküste und Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern und zu Kärnten (Österreich).
Liebe Leserin, lieber Leser! Die meisten Schuhe, die ich besitze, habe ich in Rom gekauft. Nicht aus Eitelkeit oder weil es sich in Rom so super einkaufen lässt (und zweifelsohne, es lässt sich hervorragend shoppen in der Ewigen Stadt), sondern aus purem Schmerz. Ein berufsbedingter Schmerz, der sich nach spätestens zwei Tagen ständigen Herumlaufens auf römischem Kopfsteinpflaster einstellt. Ich habe Espadrilles mit robuster Sohle und Ballerinas, hippe Sneaker und Badeschlappen, Stiefeletten und sogar Stiefel, alle aus Rom, alle gekauft in der Hoffnung, am nächsten Abend vielleicht weniger zu leiden. Römern wie Touristen schaue ich immer zuerst auf die Füße. Und nicht selten wird bei Letzteren der Schmerz ebenfalls sichtbar - Schwellungen und Blasen, dazu die erschöpften Gesichter.
Auf Römerinnen dagegen, die mit unglaublicher Eleganz auf meterhohen Stilettos über die krummen, löchrigen Sanpietrini schreiten, trifft das nicht zu (dass sie das nur die wenigen Meter vom Taxi zum Restaurant und am Arm eines wahnsinnig coolen Römers tun - geschenkt). Oder auf die vielen Ministeriums-Damen der Innenstadt, die würdevoll in ihren Pumps zur nächsten Bar stöckeln, ohne dabei je eine Miene zu verziehen.
Die Römerinnen haben recht! Einen Ort, der mythologisch nachweisbar mindestens 2779 Jahre alt ist, sollte man erschreiten, besser noch „erschlendern“, am besten mit viel Zeit und vielleicht lieber in flachen Schuhen. Denn um diese wundervolle Stadt gebührend genießen zu können, sollten Ihnen auf gar keinen Fall die Füße wehtun. Letztens habe ich übrigens wieder zugeschlagen: Es wurden ein paar saumäßig bequeme Römersandalen.
Was haben Sie entdeckt?
Haben Sie ein besonderes Restaurant, ein neues Museum oder ein nettes Hotel entdeckt? Wenn Sie Ergänzungen, Verbesserungen oder Tipps zum Buch haben, lassen Sie es uns bitte wissen!
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Michael Müller Verlag GmbH | Stichwort „Sabine Becht, Rom“
Gerberei 19 | D - 91054 Erlangen
oder per Mail an:
[email protected] | Betreff „Sabine Becht, Rom“
Orientiert in Rom
Stadt und Stadtviertel
Die legendären sieben Hügel bildeten in der Antike den Kern der Stadt - und im Prinzip ist das noch heute so. Darüber hinaus ist die Ewige Stadt natürlich gewachsen und bietet heute gut 2,7 Millionen Menschen ein Zuhause. Damit ist Rom die mit Abstand größte Stadt Italiens.
Vatikan: der Staat in der Stadt
Der „Stato della Città del Vaticano“ auf der rechten Tiberseite ist nicht mal einen halben Quadratkilometer groß und somit der kleinste Staat der Welt. Rund 700 Menschen leben auf dem 44 Hektar großen Territorium, insgesamt zählt der Vatikan knapp 900 offizielle Bürger. Den Vatikanstaat gibt es seit 1929, als die Lateranverträge mit dem italienischen Staat geschlossen wurden.
Sieben Hügel und das Tiberknie
Man kann in Rom auf einem der Sieben Hügel stehen, ohne es überhaupt zu bemerken: auf dem Viminal beispielsweise, wo das Innenministerium seinen Sitz hat, oder auf dem benachbarten Esquilin, heute ein Wohngebiet. Spektakulärer sind da schon die großen Namen wie Kapitol, Quirinal und Palatin: Die ersten beiden sind noch immer Zentren der Macht (Rathaus bzw. Präsidentenpalast), Letzterer ein sehenswerter Archäologiepark und die älteste antike Ansiedlung der Stadt. Das heute noch sichtbare Rom der Antike erstreckt sich übrigens genau zwischen den Hügeln - kaum übersehbar ist das riesige Kolosseum, gleich daneben das Forum Romanum und die Kaiserforen. Zwischen den Hügeln und dem Tiber liegt am sog. Tiberknie das „Centro storico“ mit seinen engen Gassen. Hier drängen sich die Sehenswürdigkeiten dicht aneinander - altehrwürdige Kirchen und geschichtsträchtige Palazzi, antike Monumente wie das Pantheon und die schönsten Plätze der Stadt.
Links und rechts des Tibers
Eine pulsierende Lebensader wie in anderen Städten ist der deutlich tiefer gelegte und im Sommer oft recht dürftig dahinfließende Tevere zwar (noch) nicht - was sicher auch an den mächtigen Schutzmauern gegen das Hochwasser liegt. Doch man gibt sich redlich Mühe, Fluss und Ufer durch sommerliche Bars und neue Fahrradwege attraktiver zu machen. Zahlreiche Brücken überspannen den Fluss (deren schönste vielleicht die Engelsbrücke), an dessen linkem, östlichem Ufer sich weite Teile der Verwaltungs- und Regierungsgebäude, die Altstadt und große Teile des antiken Rom befinden. Auf der rechten, westlichen Seite liegen der Vatikan und das Ausgehviertel Trastevere. Der Name dieses Viertels klärt auch gleich über die Bedeutung der jeweiligen Stadtteile auf: „Trans tiberim“, also „jenseits des Tibers“, legt die Vermutung nahe, dass sich ein großer Teil des städtischen Lebens „diesseits des Tibers“, auf der linken Seite des Ufers, abspielt. Und so ist es denn auch.
Municipi, Rioni und Quartieri
Die Stadt Rom ist verwaltungstechnisch in 15 Stadtbezirke(municipi) unterteilt, von denen hauptsächlich das Municipio Roma I Centro touristisch bedeutsam ist. Viel geläufiger sind aber noch heute die 22 historischen Rioni (von lat. regiones) der Innenstadt, deren Namen teils auch noch an den Hauswänden zu finden sind. Nicht immer erschließt sich aus dem Namen auch der Stadtteil, so heißt etwa das Gebiet nördlich des KolosseumsMonti, die Gegend um Piazza di Spagna und Piazza del Popolo ist der Campo Marzio, das Gebiet um die Piazza Navona wird Parione genannt, das ehemalige Ghetto Sant’Angelo, zwischen Peterskirche und Engelsburg liegt der Borgo. Um die Verwirrung perfekt zu machen, gibt es außerhalb der Stadtmauern noch 35 Quartieri, von denen die meisten touristisch allerdings kaum relevant sind.
Aurelianische Stadtmauer und G.R.A.
„Dentro le mura“ - also „innerhalb der Mauern“ - liegt in Rom alles, was zum Zentrum gehört. Gemeint ist die in weiten Teilen erhaltene Aurelianische Stadtmauer aus dem 3. Jh. n. Chr., die sich auf knapp 19 Kilometern Länge noch heute in weitem Kreis fast um die gesamte Innenstadt legt. Was außerhalb dieser Mauer lag, wurde oft auch so genannt, z. B. die Basilica di San Paolo fuori le Mura im Süden Roms oder im Nordosten San Lorenzo fuori le Mura.
Die heutige römische Stadtgrenze bildet der sechsspurige und viel befahrene Autobahnring G.R.A.(Grande Raccordo Anulare), der im Radius von etwa zehn Kilometern um die Innenstadt gebaut wurde und den Zugang zu den verschiedenen Stadtvierteln von außen erleichtern soll. Alles außerhalb des Raccordo gehört nicht mehr zu Rom, sondern zur Metropolitanstadt Rom(Città metropolitana di Roma Capitale), die seit 2015 die Provinz Rom als Verwaltungseinheit ersetzt.
Grünes Rom
Allein durch seine vielen archäologischen Ausgrabungsstätten ist die Stadt grüner, als man sie sich vielleicht vorstellen mag. Die Villa Celimontana unweit des Kolosseums ist so ein verstecktes Kleinod, oder der Botanische Garten in Trastevere. Die berühmtesten und größten Parks der Stadt sind die Villa Borghese nördlich der Spanischen Treppe und die rund neun Quadratkilometer große Parkanlage Villa Doria Pamphilj westlich des Gianicolo.
Sightseeing-Klassiker
Kolosseum, Forum Romanum, Pantheon, Peterskirche, Piazza Navona, Trevi-Brunnen, ganz zu schweigen von den vielen Museen von Weltrang - Rom quillt fast über vor Sehenswürdigkeiten. Die gute Nachricht: Das meiste liegt dicht beieinander, sodass man bei der Besichtigung einigermaßen flexibel sein kann.
Der beste Blick auf die Stadt
Kuppeln und Türme, dazwischen antike Säulen und dunkelgrüne Pinienschirme: Kostenlos und besonders am Abend hat man einen wunderschönen Ausblick vom Gianicolo-Hügel (Trastevere). Für 18 € geht es mit dem Aufzug aufs Dach des Nationalmonuments(Altare della Patria) an der Piazza Venezia. Ein Lift führt auch aufs Dach der Peterskirche.
Auf den Spuren der Antike ...
♦ Forum Romanum und Kolosseum: Ein Muss! Menschenmassen sind zumindest am Kolosseum garantiert, wer rein will, sollte vorher buchen. Ein wenig ruhiger, da auch weitläufiger, ist es im Forum. Netter Bonus ist der Palatin-Hügel gleich nebenan (im Kombiticket mit dem Forum Romanum enthalten). Hier oben findet man fast noch so etwas wie Ruhe, einen herrlichen Ausblick und natürlich antike Ausgrabungen - schließlich befinden Sie sich hier auf dem ältesten besiedelten Gebiet der Stadt.
♦ Pantheon: An Anschaulichkeit in Sachen Antike ist das Pantheon mitten im Centro storico nicht zu übertreffen und gerade deshalb unbedingt einen Besuch wert - der antike Tempel ist in Gänze mit Säulenhalle und Kuppeldach erhalten. Dass man innen ein paar Veränderungen nach dem Geschmack der Zeit vorgenommen hat, stört nicht weiter, das Pantheon beeindruckt als Gesamtbauwerk. Bereits Anfang des 7. Jh. wurde der Tempel zur Kirche geweiht, später haben hier Könige und der berühmte Raffael ihre letzte Ruhe gefunden.
... und der barocken Pracht
♦ Piazza Navona: Die barocke Pracht schlechthin, einfach perfekt. Ursprünglich ein römisches Stadion aus dem 1. Jh., wurde der Platz im 16. und 17. Jh. zur wichtigsten barocken Platzanlage der Stadt umgestaltet - unter maßgeblicher Federführung des genialen Gianlorenzo Bernini, Roms großem Barockbaumeister, dessen Werken man in der Stadt häufiger begegnen wird. Seine Brunnen auf der Piazza sind Meisterwerke.
♦ Fontana di Trevi: Noch mal Brunnen, noch mal Barock (wenn auch spätes), noch mal opulenter. Eine Münze im Becken zu versenken gehört immer noch dazu, warum auch nicht, man tut ja schließlich Gutes - der jährliche Erlös kommt karitativen Zwecken zugute. Besonders schön und nicht ganz so voll ist es hier bei Nacht.
Stadt der Kirchen ...
♦ Peterskirche/Vatikan: Von den Hunderten, oft wunderschönen, manchmal völlig versteckt gelegenen Kirchen Roms sollte man zumindest diese nicht auslassen - ein Muss, nicht nur für Katholiken. Schlangestehen obligatorisch, drinnen ehrfürchtiges Raunen angesichts von Größe, Pracht und einmaliger Kirchenkunst.
... und der Museen
♦ Vatikanische Museen: Die Sixtinische Kapelle muss man einfach gesehen haben, auch wenn der Preis dafür dichtes Gedränge bei wenig Andacht ist. Unbedingt rechtzeitig vorher ein Online-Ticket besorgen!
♦ Kapitolinische Museen: Hier oben am geschichtsträchtigen Kapitol kann man mindestens einen halben Tag zubringen, so umfangreich ist die Sammlung hochkarätiger antiker Schätze, nicht zu vergessen die Pinakothek. Ein unterirdischer Gang verbindet die zwei Museumsgebäude, von der dazwischen liegenden Terrasse hat man einen fantastischen Blick auf das Forum Romanum, und auf der Dachterrasse bietet eine Cafeteria Stärkung für den Besichtigungsmarathon.
♦ Galleria Borghese: Papstneffe Scipione Borghese ließ sich nicht lumpen, als er sich eine hübsche kleine Landvilla im heutigen Stadtpark Villa Borghese bauen und seinem Geschmack entsprechend mit Kunst ausstatten ließ. Für manche das schönste Museum der Welt.
Eine Stadt zum Flanieren
♦ Piazza di Spagna: Irgendwann beim Spaziergang durch die Innenstadt landet man hier, an der vielleicht berühmtesten Treppe der Welt, der Scalinata di Spagna, die den Kirchenherren einst einen bequemen Aufstieg zu ihrem Gotteshaus verschaffen sollte - angemessen in der Gestaltung, versteht sich. Nachdem die Treppe aufwendig renoviert wurde, ist das früher so selbstverständliche Herumsitzen heute strengstens verboten - sehr schade! Ein Aufstieg lohnt dennoch, je weiter oben man ist, desto schöner die Aussicht.
♦ Campo de’Fiori: Noch ein Platz von Weltruhm. Den Markt am Vormittag muss man nicht unbedingt gesehen haben, da gibt es bessere in Rom, aber abends strahlt diese Piazza mit ihrem düsteren Wächter Giordano Bruno in der Mitte eine ganz besondere Atmosphäre aus.
Sightseeing-Alternativen
Allein die bekanntesten römischen Sehenswürdigkeiten „abzuarbeiten“ dauert Tage. Daneben gibt es etliche Highlights in der sog. zweiten Reihe, weniger bekannt und nicht so voll, aber nicht weniger interessant. Wer von Menschenmengen genug hat, sollte es hier mal versuchen ...
Zeitgenössisches Rom
Zeitgenössische Kunst und Architektur bietet das nördlich des Zentrums von Zaha Hadid entworfene Museum MAXXI. Wechselausstellungen zu moderner Kunst findet man auch im Museum MACRO in der alten Peroni-Brauerei und im Museum „Mattatoio“ in den Hallen des alten Schlachthofes.
Versteckte Schätze der Antike ...
♦ Domus Aurea: Kaiser Neros Goldenes Haus sollte sein wie er selbst - pompös und einzigartig. Hinter einem unscheinbaren Eingang einen Steinwurf vom Kolosseum entfernt gelangt man in einige der bislang 88 freigelegten Räume seiner Residenz.
♦ Via Appia Antica: Zugegeben, ein Geheimtipp ist die Via Appia sicher nicht, dafür aber höchstens an Sonntagen zu gut besucht. Am besten leiht man sich ein Fahrrad und holpert kilometerlang über das antike Straßenpflaster, links Ausgrabungen, rechts die berühmten Katakomben ... Stärkung bieten die Restaurants und Bars am Wegesrand - der ideale Tagesausflug ins Grüne am Rande der Millionenstadt.
♦ Die Tiberinsel: Äskulap, dem Gott der Heilkunst geweihter Boden, ist die Tiberinsel zwischen dem jüdischen Viertel und dem Stadtteil Trastevere. Damals wie heute befindet sich auf dem Inselchen ein Krankenhaus. Aber auch: ein Restaurant und nebenan eine Gelateria. Hinüber führt eine der ältesten Steinbrücken der Stadt aus dem 1. Jh. n. Chr.
... und der Kirchenkunst
♦ Santa Maria del Popolo: Wer die eindrucksvolle Piazza del Popolo durch das gleichnamige Tor betritt, übersieht leicht die unscheinbare Eingangstür zu der Kirche am Torbogen. Darin prachtvollstes Barock und gleich zwei Meisterwerke des revolutionären Malergenies Caravaggio.
♦ Santa Prassede: Nur wenige Schritte von der alles überragenden Papstbasilika Santa Maria Maggiore entfernt liegt dieses Kleinod aus dem 9. Jh. mit seinen byzantinischen Goldmosaiken.
♦ San Pietro in Vincoli: „Sankt Peter in Ketten“ heißt das Gotteshaus. Die Ketten, in die Petrus gelegt worden sein soll, befinden sich unter dem Hochaltar, doch kommt man vielmehr seinetwegen: Moses, dem Gehörnten, sitzend und mit düsterem Blick, geschaffen von keinem Geringeren als dem großen Michelangelo - ein Meisterwerk.
Museen in zweiter Reihe
♦ Museo Centrale Montemartini: Antike Skulpturen im alten Jugendstil-Elektrizitätswerk in der Via Ostiense. Es ist vor allem der Kontrast zwischen eleganten Marmorbüsten und grober Maschinerie, der den Besuch hier draußen, ein gutes Stück südlich vom Zentrum, so besonders macht.
♦ Museo di Roma in Trastevere: Im Gemäuer des alten Klosters Sant’Egidio informiert das Stadtmuseum anschaulich über die Geschichte Roms, oft ergänzt durch interessante Sonderausstellungen. Genau der richtige Auftakt für einen Abend „jenseits des Tibers“
♦ Keats-Shelley-House: Zentraler konnte man nicht wohnen, auch vor 200 Jahren nicht, direkt an der Spanischen Treppe. Über den frühen Tod des prominenten Bewohners mag diese Bestlage allerdings nicht hinwegtrösten: Mit nur 25 Jahren starb John Keats am 23. Februar 1821 hier in seiner Wohnung. Ein kleines Literaturmuseum erinnert an den englischen Dichter.
Pyramiden, Schildkröten und ein fröhlicher Elefant
♦ Piramide/Cimitero Acattolico: Eine Pyramide als Grabmal - in Zeiten, in denen man die ägyptischen Obelisken tonnenweise in die Stadt schleppte, war das kein so außergewöhnlicher Wunsch, den sich Caius Cestius im Jahr 12 v. Chr. erfüllte. Am schönsten sieht die Piramide vom Cimitero Acattolico (Protestantischen Friedhof) aus, der auch einigen prominenten Wahlrömern eine letzte Ruhestätte bietet.
♦ Fontana delle Tartarughe: Der Schildkrötenbrunnen an der beschaulichen Piazza Mattei steht stellvertretend für die vielen versteckten kleinen Plätze im Centro storico. Unbedingt lohnend: die Gassen rundum, das jüdische Viertel der Stadt mit seiner prachtvollen Synagoge und den vielen interessanten Läden und Restaurants.
♦ Berninis Elefant: Diese wunderbare Skulptur muss man einfach lieben! Gleich hinter dem Pantheon an der Piazza della Minerva trägt er schwer an einem Obelisken und winkt dabei fröhlich mit dem Rüssel.
Essen gehen
Italien ist ein kulinarisches Paradies, da macht auch die wahre „Cucina alla Romana“, die oftmals aus traditionellen, deftigen und eher einfachen Gerichten besteht, keine Ausnahme. Besonderen Wert legt man in Rom - wie überall in Italien - auf frische Zutaten.
Ausführliche Restaurantbeschreibungen zu den Vierteln finden Sie am Ende jeder Tour.
Einen Exkurs zur römischen Küche gibt es ab Link.
Eine Liste aller in diesem Buch empfohlenen Restaurants finden Sie ab Link.
Deftig italienisch genießen
Die Küche Roms basiert auf zwei Säulen: der traditionellen römisch-jüdischen Küche aus dem jüdischen Viertel und der volkstümlichen Arme-Leute-Küche aus dem Stadtviertel Testaccio. In Testaccio nämlich befand sich der riesige Schlachthof (Mattatoio) der Stadt, und aus den - für die Armen - übrig gebliebenen Fleischstücken entstand eine eigene Küche: die des Quinto quarto, des „fünften Viertels“ vom Rind - Hirn, Innereien, Schwanz, Füße etc. Heute sind sie auf jeder Speisekarte traditioneller römischer Trattorien und Osterien zu finden, und auch in den „moderneren“ Restaurants führt kaum ein Weg an den volkstümlichen Gerichten vorbei. Hinzu kommen - quasi als Relikt aus dem antiken Rom - oftmals recht exotische Gewürze, wie z. B. Zimt. Weitere Einflüsse in der traditionellen römischen Küche stammen aus dem Umland, man denke nur an die beliebten Bucatini all’amatriciana aus dem Nordosten des Latiums.
Frisches Gemüse in zahlreichen Variationen mit Olivenöl ist charakteristisch für den Speiseplan römischer Restaurants. Fischgerichte spielen eine eher untergeordnete Rolle, werden traditionell aber oft am Freitag aufgetischt. Groß ist die Auswahl an Pasta und Gnocchi.
Die Lokale
Hinter mancher als ursprünglich-zünftig geltenden Osteria (römisch auch Hostaria) verbirgt sich ein schickes Ristorante, das Gleiche gilt für die Trattoria. Generell steht das Ristorante für hohe Preise, die Pizzeria für ein eher gemäßigtes Preisniveau, Trattoria und Osteria können alles dazwischen sein. Häufig geht man zum Essen aber auch in eine Enoteca, in der oft guter und günstiger Mittagstisch angeboten wird - natürlich mit einem guten Glas Wein.
Viele Restaurants haben eine Terrasse, auch im Herbst und im Frühjahr kann man - oft unter dem Heizpilz - draußen essen. Für die Römer ist das Draußensitzen oft gar nicht so wichtig: Wer bei sommerlichen Temperaturen im Business-Look unterwegs ist, freut sich über ein Restaurant mit Klimaanlage.
Pausa pranzo und opulentes Cena
Zweimal am Tag opulent essen ist sogar den schlemmenden Römern zu viel. Deshalb ist man zur Pausa pranzo, dem Pranzo veloce oder dem Pranzetto übergegangen: dem schnellen Mittagessen, das sich gut mit der kurzen Mittagspause in Einklang bringen lässt. Viele Lokale bieten mittags leichte 2-Gänge-Menüs mit Wasser und Caffè an, meist um 20-25 €. Was aber nicht bedeuten soll, dass nicht auch hier beste römische Kochkunst aufgetischt wird.
Am Abend wird in den römischen Lokalen dann ausgiebiger geschlemmt - ein gemeinsames Abendessen (Cena) im Ristorante oder in der Trattoria kann Stunden dauern und geht meist auch über mindestens drei Gänge: Antipasto (Vorspeise) oder Primo (erster Gang), Secondo (zweiter Gang) mit Contorno (Beilage) und Dolce (Dessert), Caffè und/oder Digestivo.
5 Tipps für 5 Abende
♦ „Armando al Pantheon“ - am Pantheon: Seit vielen Jahren ein Klassiker der römischen Gastronomie - und das zu Recht. Kleiner stilvoller Gastraum, ausgezeichnete römische Küche auf höchstem Niveau, dazu feine Weine in breiter Auswahl.
♦ „Grappolo d’Oro“ - gleich beim Campo de’ Fiori: Dieses sympathische Ristorante keine drei Fußminuten vom Campo de’ Fiori ist ein sicherer Hafen in der an Lokalen übervollen Altstadt und bekannt für seine traditionelle römische Küche.
♦ „Enoteca Corsi“ - Volkstümlichkeit pur: Immer bis auf den letzten Platz besetzt, laut und freundlich, dazu eine typische Küche bester Qualität und familiäre Atmosphäre - römischer geht es kaum.
♦ „Da Enzo al 29“ - gemütliches Trastevere: Rummel und Auswahl an Lokalen in Trastevere sind immens, eine Empfehlung etwas abseits ist dieses einladende Lokal in einer ruhigeren Ecke des Viertels.
♦ „Monti“ - am Esquilin: Mal was anderes - Küche aus den Marken (und ein wenig auch aus Rom), ein feines kleines Ristorante mit hervorragendem Essen, besten Weinen und einem außerordentlich freundlichen und hilfsbereiten Service.
Ausgehen
Rom ist für vieles berühmt, aber nicht unbedingt für sein Nachtleben - heißt es. Das trifft es aber nicht ganz, denn auch in der Ewigen Stadt kann man herrliche laue (Sommer-)Nächte verbringen. Vieles spielt sich draußen ab, im Sommer u. a. auch in den Bars am Tiber.
Näheres zu Oper, Theater, Konzerten oder Kino finden Sie ab Link.
Mehr Ausgehtipps für eine lange Nacht in Cafés, Bars, Pubs und (Jazz-)Clubs gibt es ab Link.
Die Piazza als Lebensgefühl
Ein recht großer Teil des römischen Nachtlebens spielt sich auf der Straße ab. Man trifft sich zur Passeggiata (dem „Spaziergang“) auf der Piazza: am berühmten Campo de’Fiori oder der eleganten Piazza Navona, am Fuß der Spanischen Treppe oder auf der Piazza della Rotonda vor dem mächtigen Pantheon. Von dort schlendert man durch die wunderschönen Gassen des Centro storico, z. B. in die Via del Governo Vecchio oder durch die Via della Maddalena und zur Piazza di Pietra - um nur einige zu nennen.
Die Gegenden um den Campo de’Fiori und die Piazza Navona, die Stadtviertel Monti, Testaccio, San Lorenzo und natürlich Trastevere auf der anderen Seite des Tibers sind die beliebtestenAusgehviertel im Bereich der Innenstadt.
Rom für Nachtschwärmer
Wer sich in das römische Nachtleben stürzen will, kann vorher noch gemütlich essen gehen, denn vor Mitternacht läuft nichts, in manchen Clubs und Discos sogar noch später. Neben zahlreichen Bars, Cafés, Pubs und den wenigen Clubs in der Innenstadt zieht es Nachtschwärmer auch in den südlichen Stadtteil Testaccio und in die Lokale rund um die Via Ostiense. In den beiden tagsüber sehr ruhigen Vierteln herrscht nachts (besonders am Wochenende) reges Treiben. Angesagt ist auch der Stadtteil Pigneto, besonders bei jungen Leuten. Eher jung und studentisch geht es in San Lorenzo gleich östlich bzw. südöstlich vom Hauptbahnhof Termini zu.
Kultur von Oper bis Jazz
Natürlich bietet Rom auch (hoch-)kulturellen Genuss, angefangen mit dem renommierten Teatro dell’Opera bis hin zum Auditorium Parco della Musica im Norden der Stadt - architektonisches Highlight und Heimstätte des weltberühmten Orchesters der Accademia di Santa Cecilia. Dazu kommen kleinere Theater, Kleinkunstbühnen, einige Jazzclubs und sogar eine Jazz-Tram.
L’Estate Romana - der römische Sommer
Von etwa Anfang Juni bis Anfang September schließen viele Clubs und ziehen an den Strand nach Ostia oder Fregene um - die innerstädtischen Nightlife-Spots sind dann überaus ruhig, fast verwaist. Dafür hält L’Estate Romana, der „Römische (Kultur-) Sommer“, Einzug in Rom, es finden zahllose Freiluftveranstaltungen statt, z. B. in den Freiluftkinos in Trastevere und in der Innenstadt.
Auch am eigentlich so bräunlich-träge dahinfließenden Tiber tobt in den Sommermonaten beim Festival Lungo il Tevere das Leben. Dann reihen sich zwischen Ponte Sisto und Ponte Sublicio auf der Trastevere-Seite Restaurants, Bars, Literaturcafés und Straßenmärkte aneinander, finden Lesungen und Podiumsdiskussionen, Konzerte und Kino statt (lungoiltevereroma.it).
5 Tipps für 5 Abende
♦ „Salotto 42“ - Treffpunkt im Centro storico: Beliebter Treffpunkt an der wunderschönen Piazza di Pietra mit ihren illuminierten antiken Säulen, oft voll, ideal auch für einen Aperitivo oder einen Cocktail in illustrer Gesellschaft.
♦ Freni e Frizioni - Ex-Autowerkstatt in Trastevere: Etwas jünger und vielleicht auch cooler als obige Location, eine der beliebtesten Bars in Trastevere, meist voll in und vor der ehemaligen Werkstatt (mit Kronleuchtern!); auch eine hervorragende Aperitivo-Adresse und gute Cocktails.
♦ The Jerry Thomas Speakeasy - schummrige Bar im Centro Storico: Beste Drinks und beste Stimmung, eine Bar wie eine Zeitreise, es laufen Swing und Jazz.
♦ Casa del Jazz - im Park der Villa Osio: Schöne Location für oft hochkarätig besetzte Jazzkonzerte, im Sommer Open Air, im Winter im Konzertsaal, mit Restaurant. Ein Stück außerhalb, bei der Porta Ardeatina.
♦ Festival di Caracalla - große Oper vor großer Kulisse: Im eindrucksvollen Ambiente der gleichnamigen Thermenruinen werden Opernklassiker inszeniert. Auch Konzerte und Ballett. Sehr beliebt bei Römern und Besuchern der Ewigen Stadt.
Shopping
Man kann ganz hervorragend shoppen in der Ewigen Stadt - mit großem wie auch mit kleinerem Budget. Unzählige kleine Läden in der Innenstadt laden zum Stöbern ein, dazu kommen einige Modekaufhäuser. Neben kulinarischen Schätzen findet sich vom Rosenkranz bis zum Fascinator so ziemlich alles.
Sale! - Saldi!
Beim Winterschlussverkauf ab Anfang Januar wie auch beim Sommerschlussverkauf ab dem ersten Samstag im Juli lassen sich Schnäppchen machen - Ermäßigungen bis zu 70 %!
Ausführliche Shoppingtipps zu den Vierteln finden Sie am Ende der Touren.
Eine Liste der im Buch genannten Läden finden Sie ab Link.
Alta Moda
Es lässt sich zwar nicht leugnen, dass Rom in punkto Alta Moda (Haute Couture) im Schatten der offiziellen italienischen Modemetropole Mailand steht, doch haben die Modehäuser der Kapitale mit ihren millionenschweren Spendenaktionen zum Erhalt römischer Wahrzeichen (Kolosseum, Spanische Treppe, Trevi-Brunnen) in den letzten Jahren für Furore gesorgt. Mit dabei: der große römische Couturier Fendi, der Nobeljuwelier Bulgari sowie das edle Schuhlabel Tod’s.
Sie alle haben ihren Sitz im Modeviereck um die berühmte Via dei Condotti zwischen Piazza di Spagna und Via del Corso. Via Borgognona, Via Frattina und Via del Babuino sind nur einige der Adressen berühmter Designer. Vieles davon - wie Valentino oder Fendi - ist natürlich für Normalvermögende eher zum Windowshopping, doch finden sich auch in diesen Straßen mittelpreisige Labels, die vor allem zu den Saldi durchaus Schnäppchen ermöglichen.
Junge Mode
Die jüngeren angesagten und auch günstigeren Modegeschäfte liegen weit verteilt über die Innenstadt. Interessante Entdeckungen lassen sich westlich der Piazza Navona machen, z. B. in der Via del Governo Vecchio und in der Via dei Coronari, beide unweit der Piazza Navona mitten im Centro storico gelegen. Gleiches gilt für die Gassen um den Campo de’ Fiori.
Im Viertel Monti zwischen Via Nazionale und Via Cavour sind es vor allem die Via del Boschetto, die Via Urbana und die Via dei Serpenti, in denen in den letzten Jahren zahlreiche interessante junge Modeläden eröffnet wurden. Und auch die Gassen von Trastevere bergen so manches interessante Geschäft.
Ein wenig mehr Mainstream findet man hinter dem Parlament in der Via di Campo Marzio, doch lassen sich gerade hier einige der alteingesessenen römischen Ausstatter für fast alle Lebenslagen auftun: von Bett- und Tischwäsche über feines Porzellan, die passende Aktentasche fürs Büro bis zu etwas gediegenerer Kleidung, die zwar nicht billig ist, aber auch kein Vermögen kostet.
Shoppen im Zentrum
Shoppingmeile Nr. 1 in Rom ist die Via del Corso, deren Herz wiederum - zumindest architektonisch - die Galleria Alberto Sordi gegenüber dem Regierungssitz. Ums Eck in der Via del Tritone hat La Rinascente, das vielleicht bekannteste Modekaufhaus Roms, vor einigen Jahren eine fünfstöckige Nobelfiliale eröffnet. Zweimal in der Innenstadt vertreten ist das Modekaufhaus Coin, zwar nicht an der Via del Corso, aber u. a. an der zweiten großen Einkaufsstraße Via Cola di Rienzo gleich beim Vatikan. In beiden Straßen sind im Prinzip alle italienischen Ketten zu finden: Benetton, Sisley, Stefanel, Max Mara, Diesel, Geox, Intimissimi, Calzedonia u. v. a.
Viele der Modekaufhäuser und großen (internationalen) Ketten haben auch sonntags geöffnet, was für die kleinen, inhabergeführten Läden der Innenstadt in aller Regel nicht gilt.
Kulinarisches und Souvenirs
Die Bandbreite der kulinarischen Verführungen reicht je nach Geschmack von der schokoladenglasierten Marone bis hin zu ausgewählten Käseraritäten. Das meiste eignet sich aufgrund begrenzter Haltbarkeit jedoch eher zum Selberessen als zum Mitbringen (die römischen Schokoladengeschäfte haben zudem während der heißen Sommermonate überwiegend geschlossen). In einigen Stadtteilmärkten kann man nicht nur hervorragend frische Produkte einkaufen, sondern sich auch durchschlemmen, z. B. beim Mercato Trionfale beim Vatikan oder am Mercato di Testaccio.
Das Kaufhaus Eataly befindet sich an der Südseite der Stazione Ostiense (Metrostation nahebei) und bietet ein riesiges Sortiment an Kulinarischem sowie eine Abteilung mit Kochgerätschaften aller Art, Geschirr, Küchenaccessoires und Kochbüchern.
Ein echter Souvenirklassiker ist übrigens der nostalgische Kalender der „Vacanze Romane“ des Spielfilmklassikers „Ein Herz und eine Krone“ von 1953 mit Fotos von Audrey Hepburn und Gregory Peck vor romantischer römischer Kulisse. Gibt es an fast jedem Straßenstand.
Wege durch Rom
Antikes Rom I
Tour 1
Der Kapitolshügel war in der Antike als Sitz des obersten Gottes Jupiter das Herz der Stadt und das Symbol staatlicher Ordnung. In unmittelbarer Nähe befinden sich östlich die Kaiserforen, südöstlich das Forum Romanum mit dem Palatin und südlich Circus Maximus und Aventin.
Kapitol, Michelangelos Platzanlage und eine der wichtigsten Antikensammlungen
Forum Romanum, der Nabel der Welt der Antike
Palatin, die ältesten Siedlungen der Stadt
Circus Maximus, Wagenrennen und andere Volksbelustigung
Aventin, antikes Villenviertel, heute ein besonderer Aussichtsplatz
Bocca della Verità, der „Mund der Wahrheit“
Zentren römischer Macht
Um Kapitol und Forum Romanum
In der Antike spielte sich hauptsächlich in diesem Gebiet das öffentliche Leben der Stadt ab. Der älteste besiedelte Hügel der Stadt war der Palatin, der in republikanischer Zeit zu einem der begehrtesten Wohnviertel im alten Rom avancierte.
Das Gleiche gilt für den Aventin, den südlichsten und entlegensten der sieben römischen Hügel, auf dem die Mächtigen während der späteren Kaiserzeit in prachtvollen Villen residierten.
Zwischen diesen beiden Hügeln wurde im Circus Maximus bis ins 6. Jh. n. Chr. das Volk bei Laune gehalten. Nur wenige Schritte vom Circus Maximus entfernt (an der heutigen Piazza Bocca della Verità) befand sich das Forum Boarium, einer der ältesten Marktplätze der Stadt, auf dem der römische Viehmarkt abgehalten wurde.
Der Kapitolshügel oberhalb der belebten Piazza Venezia und neben dem alles überragenden Nationalmonument Vittoriano bzw. Altare della Patria war vor 2000 Jahren das politische und geistige Zentrum des römischen Weltreichs. Alle wichtigen Staatshandlungen und alle Triumphzüge siegreicher Feldherren fanden hier, am Tempel des Jupiters, ihren kultischen Abschluss. Auch heute wird Rom vom Kapitolsplatz aus regiert: Der Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin der Stadt arbeitet im Senatorenpalast an der Kopfseite dieses Platzes.
Hier oben am Kapitolsplatz wird in Rom auch geheiratet. Allerdings nicht im Rathaus selbst, sondern in der Sala Rossa der Kapitolinischen Museen. Die beiden Prachtpalazzi, in denen die weltberühmten Musei Capitolini untergebracht sind, flankieren das römische Rathaus und sind die vielleicht schönsten Kunstmuseen Roms. Zumindest aber die ältesten, eröffnet im Jahr 1734.
Im Mittelalter und in der Renaissance dienten die Überreste der antiken Gebäude als Steinbruch: Zahlreiche Bauteile, besonders die kostbaren antiken Säulen, wurden zur Errichtung von Kirchen benutzt. Mit Ausnahme des Aventins ist das Gebiet südlich und östlich des Kapitols heute reines Ausgrabungsgebiet; lediglich große Straßenzüge wie die in den Jahren 1924 bis 1932 unter Mussolini entstandene Via dei Fori Imperiali von der Piazza Venezia zum Kolosseum und einige Wohnhäuser bzw. Kirchen unterbrechen das größte archäologische Gelände der Stadt.
Tour-Info Für den Spaziergang durch die Antike sollte man - je nach Intensität der Besichtigungen (z. B. Kapitolinische Museen) - etwa 5-7 Std. einkalkulieren. Wer das Kolosseum (Kombitickets des Parco Archeologico del Colosseo) miteinbeziehen möchte, sollte noch mal ca. 1:30 Std. draufschlagen - das allerdings will gut geplant sein, denn der Besuch des Kolosseums ist an einen festen Termin gebunden. Bars und Restaurants auf der Strecke sind rar, Trinkwasser können Sie an diversen Brunnen im Forum Romanum und auf dem Palatin auffüllen, ansonsten: → Essensempfehlungen,.
Achtung: Die Beeinträchtigungen durch den Bau der Metro Linea C dauern an. Die Station Colosseo/Fori Imperiali wurde im Dezember 2025 eröffnet. Hier (und auch in der neuen Station Porta Metronia) sind - einem Museum gleich - zahlreiche Funde zu sehen, die beim Bau der neuen Metrolinie durch das archäologische Gebiet zutage kamen. Die Metrostation als Ausstellungsort: sehenswert! Die Eröffnung der Station Piazza Venezia ist für 2033 geplant.
Spaziergang
Ausgangspunkt des Spaziergangs ist der Kapitolsplatz, auf dem sich in den Kapitolinischen Museen eine der wichtigsten Sammlungen zur römischen Antike befindet. Hier hinauf kommt man über die breite Cordonata (Rampe) von der Via del Teatro di Marcello am oberen Eck der Piazza Venezia aus.
Um dem Verkehrschaos an der Piazza Venezia zu entkommen, geht es nun - vorbei an der Wölfin - auf der heutigen Rückseite des Kapitols hinunter zu den Kaiserforen. Auf dem Weg dorthin lohnt ein Abstecher zum Mamertinischen Kerker (auch: Carcer Tullianum), in dem Petrus gefangen war.
Die verkehrsbeschränkte (nur Busse, Taxis und Radfahrer sowie natürlich jede Menge Ausnahmegenehmigungen) Via dei Fori Imperiali überquerend geht man in Richtung der unübersehbaren Trajanssäule zu den Domus Romane unter dem Palazzo Valentini. Über die Via dei Fori Imperiali, entlang der sich zu beiden Seiten die Kaiserforen erstrecken, gelangt man ins Forum Romanum.
Zugänge: Von der Via dei Fori Imperiali führt ein Eingang am Largo della Salara Vecchia auf das Forum Romanum. Der „Haupteingang“ befindet sich gegenüber dem Kolosseum beim Titusbogen. Ein dritter Eingang liegt unterhalb des Palatin an der Via di San Gregorio. Wegen der anhaltenden Arbeiten an der Metro-Linie C kann es zu Einschränkungen kommen.
Nach Abschluss des Rundgangs auf dem Forum (und evtl. dem Besuch des Museo del Foro Romano) geht es nun hinauf auf den Palatin. Hier oben genießen Sie von der Aussichtsterrasse einen herrlichen Blick auf Forum und Kapitol. Lohnend ist auch ein kurzer Streifzug durch das Haus des Augustus oder das Museo Palatino auf dem weitläufigen Gelände des Palatins.
Man verlässt das Forum Romanum entweder durch den Eingang am Arco di Tito (dann auf der Via Sacra zum Konstantinsbogen, dort rechts) oder durch den Zugang unterhalb des Palatin-Hügels. In jedem Fall folgt man der Via di San Gregorio in Richtung Circus Maximus. Nach wenigen Hundert Metern erreichen Sie die Piazza di Porta Capena am südöstlichen Ende des Circus Maximus, mit umzäuntem Ausgrabungsgelände; von hier hat man einen schönen Blick über das weite Areal. Nur wenige Fußminuten sind es von hier nach links auf der gleichnamigen Straße zu den Caracalla-Thermen.
Die Tour führt jedoch nach rechts in die Via dei Cerchi, auf der man am spärlich grasbewachsenen Gelände und anfangs umzäunten Circus entlangläuft, diesen dann quert und die Treppen hinaufgeht. Ein kurzes Stück nach rechts, dann geht es über die viel befahrene Via del Circo Massimo und gegenüber am Piazzale Ugo La Malfa bergan in die autofreie Via di Valle Murcia hinein.
Beidseits der Straße erstreckt sich am Hang der städtische Rosengarten Roseto di Roma Capitale (zur Blütezeit im Frühjahr/Frühsommer tägl. 8.30-19.30 Uhr, im Herbst 8-17 Uhr, ansonsten eingeschränkt, freier Zugang). Folgen Sie immer geradeaus der etwas steiler werdenden Straße (jetzt Via S. Sabina), nach wenigen Hundert Metern - Parco Savello und Kirche Santa Sabina zunächst noch rechts liegen lassen - landen Sie auf der beschaulichen Piazza dei Cavalieri di Malta. Hinter hohen Mauern verbirgt sich hier das Stammhaus des Malteserordens. Der Blick durch das berühmte Schlüsselloch am grünen Tor auf der Piazza eröffnet eine ganz besondere Aussicht auf die Kuppel der Peterskirche.
Einige Meter zurück auf dem gleichen Weg stößt man links auf die Kirche Santa Sabina, kurz danach geht es links ab in den kleinen Parco Savello (Giardino degli Aranci), von dessen Aussichtsterrasse sich ein weiteres Mal ein grandioser Blick auf die Stadt bietet.

La Lupa mit den Stadtgründern

Zurück geht man nun zunächst Richtung Rosengarten, biegt aber kurz vor diesem links ab auf den Clivo dei Publicii zum Circo Massimo, dann wieder links und auf der Via del Circo Massimo bzw. deren Verlängerung Via della Greca zur Piazza Bocca della Verità. Rechts ab auf der Via S. Maria in Cosmedin sind es nur wenige Schritte zur gleichnamigen Kirche mit der berühmten Bocca della Verità (dem Mund der Wahrheit).
Rom im Kasten
La Lupa Capitolina
Die Kapitolinische Wölfin ist das heilige Wahrzeichen der Stadt. Schließlich war es eine Wölfin, die die Zwillinge Romulus und Remus im Ufergestrüpp des Tibers fand, sie säugte und ihnen so das Leben rettete. Am Kapitolsplatz ist links neben dem Senatorenpalast eine verkleinerte Kopie der berühmten Wölfin mit den beiden Säuglingen aufgestellt. Ursprünglich ging man davon aus, dass es sich um eine etruskische Bronzeskulptur vermutlich aus dem 6. oder 5. Jh. v. Chr. handelt, doch mehrten sich aufgrund neuerer Materialanalysen die Zweifel hieran: Heute gilt es als erwiesen, dass es sich um ein mittelalterliches Kunstwerk handelt. Sicher ist jedenfalls, dass Romulus und Remus erst Ende des 15. Jh. von Antonio Pollaiolo hinzugefügt wurden.
Zu sehen ist das Original der Lupa Capitolina im Konservatorenpalast der Kapitolinischen Museen. Der Wölfin als Wahrzeichen Roms begegnet man auch heute noch immer wieder, z. B. im Vereinswappen des Fußballclubs AS Roma.
Entlang der verkehrsreichen Via Petroselli (vorbei am Marcellus-Theater) gelangen Sie in wenigen Minuten zurück zum Ausgangspunkt Kapitol bzw. Piazza Venezia.
Sehenswertes
Die Machtzentrale des Imperiums
Kapitolsplatz
Den vielleicht elegantesten Platz der Stadt betritt man über die Cordonata, eine breite Rampe, die wie weitere Teile der Piazza del Campidoglio nach Plänen Michelangelos entstand. Flankiert wird die große Freitreppe am unteren Ende von zwei Wasser spendenden ägyptischen Löwen aus Basalt. Ein Stück weiter oben auf der linken Seite befindet sich die Statue von Cola di Rienzo, dem selbst ernannten Volkstribun aus der papstlosen Zeit des 14. Jh., der 1354 hier, am Fuß des Kapitols, von seinem Volk erschlagen wurde.
Am oberen Ende der breiten Rampe bilden die Dioskuren Castor und Pollux quasi das Eingangsportal zur Piazza del Campidoglio. Die beiden Kolossalstatuen aus der Antike wurden Ende des 16. Jh. hier aufgestellt, gefunden hatte man sie kurz zuvor im benachbarten jüdischen Ghetto.
Der Kapitolsplatz hatte in der Antike eine entgegengesetzte Ausrichtung: Vor dem Bau des Senatorenpalasts (13. Jh.) am heute hinteren Ende der Piazza war der Blick frei auf das gesamte Forum Romanum. Hier stand einst der vermutlich größte und prächtigste Jupitertempel des Imperiums. Er war ebenfalls zum Forum hin ausgerichtet und nur von dort aus über einen schmalen Prozessionsweg zu erreichen. Daneben vermutet man den Tarpejischen Felsen, von dem Staatsverbrecher in die Tiefe gestürzt wurden. Der Kapitolshügel ist der niedrigste der sieben römischen Hügel.
Der Kapitolsplatz liegt über einer Senke zwischen zwei (heute nicht mehr erkennbaren) Gipfeln. Auf dem höheren namens Arx befand sich der Tempel der Juno Moneta (heute die Kirche Santa Maria in Aracoeli). Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Mit dem Niedergang des Weltreichs verfiel auch das Kapitol, lediglich die mächtigen Tempelmauern waren noch bis ins 6. Jh. erhalten. Im Mittelalter standen hier die Festungen reicher Adelsfamilien; auf dem Arx-Hügel bauten die Franziskaner um 1250 eine Marienkirche, deren äußeres Erscheinungsbild bis heute kaum verändert ist (Santa Maria in Aracoeli). Im 13. Jh. wurde der Senatorenpalast, heute das Rathaus von Rom, gebaut. Er steht auf den Fundamenten des Tabulariums, des antiken Staatsarchivs.
Sein heutiges Aussehen erhielt das Kapitol Mitte des 16. Jh. durch Michelangelo, den Papst Paul III. 1538 mit der Gestaltung des Platzes beauftragt hatte. Den Senatorenpalast ließ er mit einer symmetrischen Freitreppe versehen, davor entstand ein Brunnen mit den Statuen der Flussgötter Tiber (rechts) und Nil (links).
Michelangelo wurde auch mit dem Umbau des Palazzo dei Conservatori auf der rechten Seite des Platzes betraut; außerdem sollte er einen neuen Palast, den Palazzo Nuovo, bauen, der das gegenüberliegende symmetrische Gegenstück bilden sollte. Beide Paläste wurden aber erst nach seinem Tod (1564) von seinem Schüler Giacomo della Porta und dessen Nachfolgern vollendet. Zentraler Punkt der mit einer sternförmigen Pflasterung versehenen Piazza Campidoglio ist die Reiterstatue des Marc Aurel.
Rom im Kasten
Das Reiterstandbild des Marc Aurel
Die berühmte Bronzestatue des „Philosophenkaisers“ Marc Aurel (161-180 n. Chr.) entstand ca. 177 n. Chr. und überstand nur durch eine Verwechslung die Zerstörungs- bzw. Einschmelzungswut des mittelalterlichen Christentums, die gegen die als heidnisch gebrandmarkten Standbilder der Antike gerichtet war:
Man hielt die Darstellung des Marc Aurel irrtümlich für ein Abbild Kaiser Konstantins, dessen Toleranzedikt im Jahr 313 das Christentum im römischen Staat als Religion anerkannt hatte. Seit dem 10. Jh. stand die Statue deshalb im Vorhof der Lateransbasilika und wurde 1538, als man die Verwechslung erkannte, auf das Kapitol versetzt.
Marc Aurel ging als gütiger und bescheidener Herrscher in die Geschichte ein. Trotz Kriegswirren, Naturkatastrophen und der Pest gelang es ihm, sein Riesenreich vorbildlich zu regieren. Als Anhänger der Stoiker bewahrte er immer eine ihm eigene Ausgeglichenheit - nachvollziehbar in seinen noch heute lesenswerten „Selbstbetrachtungen“.
Die Marc-Aurel-Statue wurde schon vor Jahrzehnten vom Sockel auf dem Campidoglio entfernt und in langwierigen Restaurierungsarbeiten von den Schäden der Umweltverschmutzung befreit. Heute befindet sie sich gut geschützt im Inneren der Kapitolinischen Museen. Auf dem Kapitolsplatz ist eine exakte Kopie zu sehen.
Rom im Kasten
Die Gänse auf dem Kapitol
In der Antike lebten im Tempel der Juno jene berühmten Gänse, die den Auguren (Sehern) Aufschluss über die Zukunft gaben. Den Römern dienten sie gleichzeitig als Wachen, da sie beim geringsten Geräusch in lautes Geschnatter ausbrachen. Der Legende nach waren sie es, die das Forum 387 v. Chr. mit ihrem Getöse vor den Galliern warnten.
Seit über 500 Jahren ein Museum
Kapitolinische Museen
Bereits 1471 richtete man auf Veranlassung von Papst Sixtus IV. im Palazzo dei Conservatori eine kleine Ausstellung ein. Zweieinhalb Jahrhunderte später, im Jahr 1734, wurde hier auf Geheiß von Papst Clemens XII. das erste öffentliche Museum der Welt eröffnet.
In den Kapitolinischen Museen(Musei Capitolini) wurden Überreste des Jupitertempels in die Ausstellungsräume integriert. Über einen unterirdischen Verbindungsgang gelangt man heute vom Palazzo dei Conservatori zum Palazzo Nuovo und kann dabei auch das Tabularium besichtigen. Von hier bietet sich ein herrlicher Blick wie von einer Tribüne auf das Forum Romanum. Während der Renovierung des Museums Ende der 1990er-Jahre wurde ein Teil der Exponate in das eigens dafür eingerichtete Museo Centrale Montemartini (Via Ostiense) ausgelagert, wo sie noch heute zu besichtigen sind. Der Besuch dieses ehemaligen Elektrizitätswerks (1912 erbaut) ist unbedingt empfehlenswert.
Die Kapitolinischen Museen bieten eine Fülle von sehenswerten Ausstellungsstücken, neben den Vatikanischen Museen sind sie die größte Sammlung in Rom. Interessierte können hier sicherlich einen ganzen Tag zubringen. Man betritt die Ausstellungsräume durch den Haupteingang des Palazzo dei Conservatori. Im Hof finden sich die Fragmente der größten Sitzstatue des antiken Rom (Kaiser Konstantin in riesigen Ausmaßen, u. a. Kopf, der berühmte Zeigefinger und der linke Fuß). Eine Rekonstruktion der marmornen Kolossalstatue erhebt sich seit Kurzem im Garten des angrenzenden Palazzo Caffarelli. Über eine Monumentaltreppe gelangt man ins erste Obergeschoss. Hier wurden am 25. März 1957 in der ehrwürdigen Sala degli Orazi e Curiazi die Römischen Verträge zur Gründung der EWG unterzeichnet. Fast 50 Jahre später, im Oktober 2004, unterzeichneten die europäischen Regierungschefs im gleichen Saal den Vertrag über die (später zunächst gescheiterte) europäische Verfassung.
Sehenswert im ersten Stock sind die prachtvollen Konservatorensäle, gleich im ersten und größten, der Sala degli Orazi e Curazi, Berninis Statue von Papst Urban VIII., gegenüber die Bronzestatue seines Nachfolgers Innozenz X. Prächtig ausgestattet mit Wandgemälden, Büsten und aufwendig gestalteten Kassettendecken sind auch die folgenden Säle wie die Sala dei Capitani oder der Triumphsaal (Sala dei Trionfi).
Im roten Saal der Gänse (Sala delle Oche) sind die antiken bronzenen Enten zu sehen, die man für Gänse hielt - daher der Name. Hier befindet sich auch ein eindrucksvolles Medusenhaupt von Bernini.
Im ersten Stock gelangt man zudem zur Esedra di Marco Aurelio, einer geräumigen Ausstellungsfläche mit luftigem Glasdach. Hier sind gleich mehrere überaus berühmte Statuen im Original zu bewundern, vor allem das Reiterstandbild des Marc Aurel) sowie die Kapitolinische Wölfin(Lupa Capitolina), das Wahrzeichen der Stadt. Die Wölfin, von der man lange Zeit annahm, sie sei etruskischen Ursprungs (6. oder 5. Jh. v. Chr.) stammt allerdings aus dem späten Mittelalter. Die Zwillinge Romulus und Remus wurden erst im Jahr 1490 vom Bildhauer Antonio Pollaiolo hinzugefügt. Des Weiteren finden sich hier der Spinario („Der Dornauszieher“, griech. Original aus dem 1. Jh. v. Chr.) sowie Fragmente einer kolossalen Statue Konstantins aus Bronze (4. Jh. n. Chr.).
Eine Rampe führt zum Fundament des Jupitertempels mit seinen mächtigen Steinquadern (6. Jh. v. Chr.), das man hier bei Restaurierungsarbeiten entdeckte.
Vom ersten Stock des Konservatorenpalastes gelangt man zur Dachterrasse mit dem Panorama-Café der Museen.

Die Cordonata führt hinauf zum Kapitol

Im zweiten Stock des Palazzo dei Conservatori ist die Pinakothek (Pinacoteca Capitolina) untergebracht, in der u. a. bedeutende Werke von Tizian und Veronese, Guido Reni, Caravaggio und Rubens zu sehen sind.
Vom Palazzo dei Conservatori gelangt man durch die unterirdische Galleria Lapidaria (hier geht es rechts ab zum Tabularium, von wo aus man unbedingt einen Blick auf das Forum Romanum werfen sollte) hinüber in den Palazzo Nuovo. Im Hof trifft man zunächst auf die riesige antike Brunnenfigur des Marforio. Im oberen Stockwerk befindet sich eine Ausstellung hervorragend erhaltener antiker Kunstwerke. Besonders hervorzuheben sind der Sterbende Gallier, eine Kopie nach griechischem Vorbild aus Pergamon in Kleinasien (Sala del Galata), und die rote, marmorne Faunstatue aus der Hadriansvilla bei Tivoli (Sala del Fauno); von dort stammen auch die beiden Mosaike (trinkende Tauben und Satyrmasken) in der Sala delle Colombe.
Eines der Highlights der ersten Etage ist zweifelsohne der Kaisersaal(Sala degli Imperatori): Neben der Sitzenden Helena in der Raummitte sind hier zahlreiche Porträts römischer Kaiser zu sehen, u. a. die von Augustus, Nero, Marc Aurel und Caracalla. Nicht übersehen sollte man auch die Kapitolinische Venus in einem kleinen, separaten Kabinett (Gabinetto della Venere) neben der Galleria, eine römische Kopie der Aphrodite aus der Werkstatt des Praxiteles aus dem 4. Jh. v. Chr. Der große Saal(Salone) beeindruckt schließlich mit zahlreichen antiken Statuen.
Die Villa Caffarelli neben dem Palazzo dei Conservatori bietet darüber hinaus Raum für Sonderausstellungen (Eingang rechts von der Piazza del Campidoglio in der Via di Villa Caffarelli).
Tägl. 9.30-19.30 Uhr, Einlass bis 18.30 Uhr. Eintritt einschließlich Sonderausstellungen 20 €, erm. 13,50 € (EU-Bürger zwischen 6 und 25 J.), Kinder unter 6 J. frei; Eintritt ohne Sonderausstellungen 15 €/9,50 €. Capitolini Card (7 Tage gültiges Kombiticket mit Museo Montemartini 16,50 €, erm. 12,50 €. Videoguides (Leih-Tablets) in deutscher Sprache sind am Eingang für 6 € erhältlich. Führungen werden nur für Gruppen angeboten. Zu Zeiten erhöhten Besucheraufkommens (Wochenende, Feiertage etc.) wird zur Online-Ticketbuchung geraten. Zu Vergünstigungen siehe auch „Roma Pass“ . Bookshop am Eingang. Piazza del Campidoglio 1, museicapitolini.org.
Wer nur das Café der Kapitolinischen Museen, Terrazza Caffarelli, besuchen möchte: eigener Eingang am Piazzale Caffarelli 4; tägl. 9.30-19 Uhr geöffnet.
Die Kirche des Jesuskindes
Santa Maria in Aracoeli
Zu der Kirche mit schlichter Backsteinfassade führt vom Fuß des Kapitols neben der Cordonata (der Rampe) eine sehr steile Marmortreppe hinauf, die sogenannte „Himmelsleiter“ aus dem Jahr 1348. Bequemer geht es allerdings vom Kapitolsplatz (neben dem Rathaus) links ab einige Stufen hinauf zum Seiteneingang des Gotteshauses. Santa Maria in Aracoeli wurde auf dem höchsten Punkt des Kapitols, dem Arx, an der Stelle des antiken Tempels der Juno Moneta (zugleich der Sitz der antiken römischen Münzpräge) gebaut. Ein Vorgängerbau stammt wahrscheinlich bereits aus dem 6. Jh. n. Chr. Von der ursprünglichen Klosteranlage ist allerdings nichts mehr übrig geblieben. Mitte des 13. Jh. übergab Papst Innozenz IV. das Gotteshaus an die Franziskaner, die sogleich mit dem Bau der heute noch erhaltenen Kirche begannen (1320 vollendet).
Ihr prunkvolles Inneres steht in starkem Kontrast zur schlichten Fassade: Das Hauptschiff wird von antiken Säulen aus dem benachbarten Forum flankiert, der Hauptaltar birgt ein berühmtes Madonnenbildnis. Die vergoldete geschnitzte Kassettendecke entstand Ende des 16. Jh. und erinnert an die Seeschlacht von Lepanto von 1571.
Besondere Attraktion der Kirche ist das hoch verehrte Santo Bambino, das „Jesuskind von Rom“, dem man bis heute wundersame Heilkräfte nachsagt, und das, obwohl das 1994 gestohlene Original durch eine Kopie ersetzt wurde. Auf seinem Altar in der Cappella del Santo Bambino (im linken Seitenschiff neben dem Altar) werden die Bittbriefe von Kindern aus aller Welt in Weidenkörben gestapelt, die sich vom Jesuskind Hilfe erhoffen.
Tägl. 9-18 Uhr, Okt. bis April 9.30-17.30 Uhr. Zugang vom Kapitolsplatz: rechts neben dem Palazzo Nuovo die Treppe hinauf, nach der Hälfte links ab (nicht beschildert).
Vor der Kirche die mächtige Treppe hinunter sieht man gleich auf der rechten Seite und direkt an das Nationalmonument angrenzend die Überreste einer römischen Insula, einem etwa sechsstöckigen antikem Mietshaus mit einst mehreren hundert Bewohnern.
Wo Petrus eingekerkert war
Mamertinischer Kerker
Auf der heutigen Rückseite des Kapitols, gegenüber dem Septimius-Severus-Bogen, befindet sich in der Via San Pietro in Carcere unter der Kirche San Giuseppe dei Falegnami (16. Jh.) das antike römische Staatsgefängnis (Carcere Mamertino), das seinerzeit nach seinem Erbauer Servius Tullius (6. Jh. v. Chr.) Tullianumgenannt wurde (heute auch: Carcer Tullianium). In den beiden Kerkerräumen wurden politische Häftlinge gefangen gehalten. Hier soll auch Petrus eingekerkert gewesen sein. Im Untergeschoss sind ein paar Funde aus römischer Zeit zu sehen (zu Erläuterungszwecken wird einem ein Tablet in die Hand gedrückt), noch eine Wendeltreppe hinunter gelangt man in den Kerker. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht.

Prachtvoll: Santa Maria in Aracoeli

Tägl. 9-17 Uhr (Einlass bis 30 Min. vorher). Eintritt 10 €, erm. 5 €, Kinder unter 6 J. frei. Clivo Argentario 1.
Altes Rom in Virtual Reality
Le Domus Romane di Palazzo Valentini
Direkt gegenüber der mächtigen Trajanssäule befindet sich der Hintereingang des Renaissancepalazzo Valentini, des Verwaltungssitzes der Metropolitanstadt Rom (ehemals: Provinz). Eine begleitete Tour führt tief hinunter unter das Gebäude, wo die Überreste zweier römischer Villen und einer Therme aus der mittleren Kaiserzeit (Ende 1., Anfang 2. Jh. n. Chr.) freigelegt wurden.
Der 1- oder 1,5-stündige Rundgang führt über eine Fläche von rund 1200 m², das meiste davon unter dickem Panzerglas, begleitet von einer Stimme aus dem Off und je nach Erläuterung entsprechenden Illuminationen und Lichtprojektionen. Zu sehen sind dabei ganz real ein paar besonders schöne Mosaike und andere kunstvolle Böden, dazwischen aber auch immer wieder konventionelle Museumssäle. Der 1,5-stündige Rundgang schließt mit einer ausführlichen virtuellen Darstellung und Erläuterung der Trajanssäule, auf die man aus dem Kellerfenster auch noch einen exklusiven Blick werfen kann. Kurzum: sehr sehenswert!
Tägl. außer Mi 10-18 Uhr halbstündlich Führungen (die längere Tour mitsamt Trajanssäule zuletzt 10 und 17 Uhr), im Sommer länger. Eintritt 15 €, erm. 9 €, unter 6 J. frei. Vorherige Buchung (+ 1,50 €) ist unbedingt ratsam, entweder telefonisch unter Tel. 06-87165343 (Mo-Fr 9.30-17.30 Uhr) oder unter palazzovalentini.it. Via Foro Traiano 85.
Julius Caesar, Augustus und Trajan
Kaiserforen
Die Fori Imperialierstrecken sich beiderseits der unter Mussolini hier hindurch geschlagenen Via dei Fori Imperiali. Diese breite Schneise zwischen den Foren verfälscht den ursprünglichen Eindruck, denn in der Antike wirkten die Kaiserforen wie ein geschlossener Komplex dicht aneinandergereihter Bauwerke. Der erste dieser in der Kaiserzeit geschaffenen öffentlichen Räume war das Foro di Cesare, das Forum des Julius Caesar, das letzte und größte ist das Foro di Traiano, das Trajansforum, daneben finden sich noch das Foro di Augusto, das Foro di Nerva sowie das Friedensforum des Vespasian.
Trajans- und Caesarforum sind nunmehr in den Rundgang des Forum Romanum eingebunden.
Das spektakulärste der Kaiserforen
Trajanssäule und Trajansforum
Schräg gegenüber dem Nationaldenkmal Vittoriano steht nahe dem Anfang der Via dei Fori Imperiali die 35 Meter hohe Trajanssäule, die im Mai des Jahres 113 n. Chr. fertiggestellt wurde. Die hervorragend erhaltene Reliefdarstellung am Fries der Säule zeigt auf einem 200 Meter langen, sich spiralförmig nach oben windenden Reliefband die Geschichte der beiden Feldzüge Trajans gegen die Daker (101 und 105 n. Chr.). Ursprünglich befand sich auf ihr eine Statue Trajans, seit 1588 befindet sich hier eine Statue von Petrus.

Blick auf die Trajanssäule ...

Wenige Meter östlich der Trajanssäule befindet sich mit dem Trajansforum(Foro di Traiano) das letzte und größte Kaiserforum. Um das verbliebene noch unbebaute Areal zwischen Caesar- und Augustusforum nutzen zu können, ließ Trajan die etwa 30 Meter hohe Ostseite des Quirinalhügels abtragen; die Trajanssäule mit der gleichen Höhe vermittelt noch heute eine Vorstellung von dieser Arbeit.
Das Trajansforum betrat man durch einen Triumphbogen. Im Inneren der 300 x 185 Meter großen Anlage befanden sich die Basilica Ulpia, eine Bibliothek, in deren Hof die Trajanssäule stand, und ein prächtiger Tempel. Fertiggestellt wurde das spektakulärste aller Foren erst knapp 30 Jahre nach dem Tod des Kaisers.
Antike Ladenpassage
Trajansmärkte
Nordwestlich des Forums schließen die Trajansmärkte(Mercati di Traiano) aus dem 2. Jh. n. Chr. an. Sie sind noch so gut erhalten, dass sie ein erstaunlich anschauliches Bild einer antiken Ladenpassage vermitteln. In den damals etwa 150 Läden wurden hauptsächlich Lebensmittel umgeschlagen, angeschlossen waren auch staatliche Verwaltungseinrichtungen und Büros privater Firmen.

... und die Trajansmärkte nebenan

Zunächst gelangt man aber vom Eingang (in der Via IV Novembre quasi auf der Rückseite) in das Museo dei Fori Imperiali, in dem Funde und Erläuterungen aus allen Kaiserforen zu sehen sind, außerdem wird ein anschaulicher Einführungsfilm gezeigt. Augustusforum und Caesarforum werden in eigenen Abteilungen im Obergeschoss noch ausführlicher dargestellt. Eine steile Treppe - es gibt auch einen Lift - führt hinunter zum Halbrund der Märkte, von hier auf der anderen Seite hinauf zur Aussichtsterrasse und dem obersten Stockwerk. Hier oben sind auch regelmäßig Sonderausstellungen zu sehen (nicht zwingend zur Antike).
Die wuchtig aufragende Torre delle Milizie gleich oberhalb stammt aus dem Mittelalter.
Tägl. 9.30-19.30 Uhr (letzter Einlass 18.30 Uhr), der Außenbereich schließt bereits um 18.30 Uhr. Eintritt 15 €, erm. 9,50 € (bei Sonderausstellungen Aufschlag). Ermäßigt sind EU-Bürger von 6 bis 25 J., unter 6 J. freier Eintritt. Videoguide/Tablet 6 € (auch in Deutsch), Bookshop im Museum. Eingang in der Via IV Novembre 94 kurz vor dem Largo Magnanapoli (über Treppen von der Via Magnanapoli zu erreichen), mercatiditraiano.it.
Nur von außen zu besichtigen
Augustusforum
Neben dem Trajansforum befindet sich das wesentlich kleinere Foro di Augusto (ab 42 v. Chr., eingeweiht 2 v. Chr.). Mittelpunkt dieser Anlage war der Tempel des Mars Ultor, der allerdings erst 40 Jahre nach dem Forum entstand und an den Mord an Julius Caesar erinnern sollte. Zu sehen sind noch einige Säulen und Teile der Treppe. Hier tagte der römische Senat in Kriegsangelegenheiten, links vom Tempel befand sich das Gericht, von dem noch die halbkreisförmigen Gänge zu sehen sind.
Südwestlich an das Augustusforum (in Richtung Kolosseum) schließt das schmale Forum des Nerva(Foro di Nerva) an: Das ursprünglich von Domitian begonnene Forum wurde im Jahr 97 n. Chr. von Nerva fertiggestellt. Noch weiter südwestlich, auf der anderen Seite der Via dei Fori Imperiali, gegenüber der Einmündung der Via Cavour, befindet sich das Friedensforum(Templum Pacis) des Vespasian aus dem Jahr 75 n. Chr., das erst bei Grabungen im Jahr 2000 entdeckt wurde. Die Foren sind nur von außen einsehbar.
Ältestes Kaiserforum
Forum des Julius Caesar
Schräg gegenüber dem Augustusforum (auf der anderen Seite der Via dei Fori Imperiali) liegt das Forum des Julius Caesar(Foro di Cesare). Das älteste der Kaiserforen wurde im Auftrag Julius Caesars zwischen 54 und 46 v. Chr. nördlich des Forum Romanum gebaut. Heute noch sichtbar sind Reste der Säulenhallen, die den rechteckigen Platz des Forums umgaben. Am Nordende der Anlage befand sich der Tempel der Venus Genitrix, den Caesar als Dank für die gewonnene Schlacht von Pharsalos (48 v. Chr.) bauen ließ; daneben schloss die Basilica Argentaria an, die Börse. Später ausgegraben wurde außerdem eine große Latrine (öffentliche Toilette), die von den Kolonnaden aus zugänglich war.
Das Forum des Julius Caesar ist an den Rundgang über das Forum Romanum angeschlossen, Tickets und Infos.
Das Zentrum der antiken Welt
Forum Romanum und Palatin
Das Foro Romano liegt in einer Senke zwischen Kapitol und Palatin, den beiden ältesten Siedlungskernen der Stadt. Um ca. 500 v. Chr. begannen damals noch die Etrusker, das ehemalige Sumpfgebiet durch die Cloaca Maxima zu entwässern; der Abwasserkanal funktioniert noch heute und mündet in den Tiber. Das Forum, politisches und religiöses Zentrum, aber auch Marktplatz des antiken Rom, wurde in der republikanischen Zeit angelegt und im Lauf der Jahrhunderte immer prachtvoller gestaltet - aus dem alten Marktplatz eines Hirten- und Bauernstaates wurde der Schauplatz monumentaler staatlicher Selbstdarstellung einer Weltmacht.

Der Septimius-Severus-Bogen auf dem Forum Romanum

Nach antiker Vorstellung befand sich hier der Mittelpunkt der Welt, symbolisch durch einen steinernen Nabel dargestellt. Mit dem Untergang des Römischen Reiches verfiel auch das Forum. Zunächst plünderten die Barbaren, später missbrauchten bauwütige Päpste die damals noch prächtigen Ruinen als Steinbruch, sodass sich zahlreiche antike Säulen heute in römischen Kirchen wiederfinden. Im Mittelalter weidete zwischen den Ruinen des Forums das Vieh. Ausgrabungen, die bis heute nicht abgeschlossen sind, wurden ab Anfang des 19. Jh. vorgenommen. Staatlicher Direktor der Ausgrabungen auf dem Forum Romanum und dem Palatin war von 1898 bis 1922 Giacomo Boni (1859-1925), der nicht nur wichtige Funde dieses Areals ans Tageslicht brachte, sondern hier auch ein erstes Museum (1908) gründete und die Gärten auf dem Palatin wieder anlegen ließ. Dort wurde er auf eigenen Wunsch auch begraben.
Zugänge: Ins Forum Romanum führen drei Haupteingänge. Ein Eingang befindet sich am Largo della Salara Vecchia (gegenüber der Einmündung der Via Cavour in die Via dei Fori Imperiali) und der zweite gegenüber dem Kolosseum beim Titusbogen. Ein dritter Eingang befindet sich unterhalb des Palatin an der Via di San Gregorio. In den letzten Jahren wurden auch zeitweilig weitere Ein- und Ausgänge zum Forum Romanum geöffnet (und wieder geschlossen). Wegen der anhaltenden Bauarbeiten an der Linea C der Metro kann es auch weiterhin kurzfristig zu Änderungen kommen. Die Station Colosseo/Fori Imperiali der Linea C wurde Ende 2025 eröffnet, hier befindet sich auch eine Ausstellung mit Funden aus der Zeit der Bauarbeiten.
An den Eingängen kein Ticketverkauf! Zu den Tickets.
Achtung: Die Passage unter der Via dei Fori Imperiali schließt um 18 Uhr!
Karte Forum Romanum → Karte
Anschließend an den oben genannten Spaziergang empfiehlt sich ein Rundgang, der am Eingang am Largo della Salara Vecchia (Via dei Fori Imperiali) beginnt. Rechter Hand geht es über die Ruinen der Basilica Aemilia1 aus dem Jahr 179 v. Chr. (zu sehen sind noch das Portal und ein jüngst freigelegter Marmorfußboden) zur Curia Iulia2