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Wenn die Frau, mit der du zusammen sein willst, plötzlich dein Boss ist ... Das Letzte, was ein professioneller Eishockeyspieler will, ist der alte Mann im Spiel zu sein. Der Typ, der nicht weiß, wann es Zeit ist, in Rente zu gehen. Trotzdem kann Kane den Gedanken nicht ertragen, das Feld zu räumen. Als er einen Job als Trainer angeboten bekommt, sieht er darin seine Chance, im Spiel zu bleiben. Der Haken an der Sache? Der Besitzer der Florida Furys hat das Familienunternehmen an seine Tochter weitergegeben – ausgerechnet die Frau, die im vergangenen Jahr mit Kane das Bett geteilt hat. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, stempelt sie ihn als reine Bettgeschichte ab, während Kane sich eigentlich eine gemeinsame Zukunft mit ihr wünscht ... Band 0.5: Countdown to a Kiss Band 1: My Lucky #13 Band 2: The Trouble with #9 Band 3: Faking it with #41 Band 3.5: Tropical Hat Trick Band 4: Sneaking Around With #34 Band 5: Second Shot With #76 Band 6: Offside With #55
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Seitenzahl: 403
Veröffentlichungsjahr: 2026
Offside With #55
PIPER RAYNE ist das Pseudonym zweier USA Today-Bestsellerautorinnen. Mehr als alles andere lieben sie sexy Helden, unkonventionelle Protagonistinnen, die sie zum Lachen bringen, und viel heiße Action. Und sie hoffen, du liebst das auch!
Wenn die Frau, mit der du zusammen sein willst, plötzlich dein Boss ist ...
Das Letzte, was ein professioneller Eishockeyspieler will, ist der alte Mann im Spiel zu sein. Der Typ, der nicht weiß, wann es Zeit ist, in Rente zu gehen. Trotzdem kann Kane den Gedanken nicht ertragen, das Feld zu räumen. Als er einen Job als Trainer angeboten bekommt, sieht er darin seine Chance, im Spiel zu bleiben. Der Haken an der Sache? Der Besitzer der Florida Furys hat das Familienunternehmen an seine Tochter weitergegeben – ausgerechnet die Frau, die im vergangenen Jahr mit Kane das Bett geteilt hat. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, stempelt sie ihn als reine Bettgeschichte ab, während Kane sich eigentlich eine gemeinsame Zukunft mit ihr wünscht ...
Band 0.5: Countdown to a Kiss
Band 1: My Lucky #13
Band 2: The Trouble with #9
Band 3: Faking it with #41
Band 3.5: Tropical Hat Trick
Band 4: Sneaking Around With #34
Band 5: Second Shot With #76
Band 6: Offside With #55
Piper Rayne
Roman
Aus dem Amerikanischen von Rebekka Wiesmeier
Forever by Ullsteinwww.ullstein.de
Deutsche Erstausgabe bei ForeverForever ist ein Verlag der Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin Februar 2026© 2026 für die deutsche Ausgabe Ullstein Buchverlage GmbH, Friedrichstraße 126, 10117 Berlin© 2022 Piper RayneDie amerikanische Originalausgabe erschien 2022 unter dem Titel: Offside With #55Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.Bei Fragen zur Produktsicherheit wenden Sie sich bitte an [email protected]: zero-media.net, München / shutterstock AIAutorinnenfoto: © Ken Kim | K Squared PhotographyE-Book-Konvertierung powered by pepyrus
ISBN 978-3-95818-840-2
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Das Buch
Titelseite
Impressum
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Epilog
Wahnsinniges Einhorn-Geschwafel
Leseprobe: Melting the Ice
Social Media
Vorablesen.de
Cover
Titelseite
Inhalt
Kapitel 1
»Schaut euch die Zukunft der Florida Furys an.«
Kane
Die schlimmste Party, an der man als Ehrengast teilnehmen kann, ist die eigene Verabschiedungsparty in den Ruhestand.
Denn wer möchte schon daran erinnert werden, dass seine glorreichen Tage vorbei sind? Ich ganz sicher nicht.
Wenn ich in den Ruhestand gehe, möchte ich keine Party, um meine Karriere zu feiern – eine Karriere, die verdammt noch mal vorbei ist. Warum sollte ich daran erinnert werden wollen, dass ich in der zweiten Hälfte meines Lebens nicht mehr Teil von dem sein werde, was ich liebe? Auf gar keinen Fall.
Ich sehe, wie mich Coach Vittner von der anderen Seite des Raumes her anlächelt. Ja, er ist der Typ Mensch, der eine Ruhestandsfeier genießt. Seine Karriere war lang; er war immer Trainer und nie Spieler. Er hat uns mit Respekt behandelt, was in dieser Branche nicht immer der Fall ist. Er verkörpert das Ideal eines Trainers, der sich, ohne ein Schreihals zu sein, den Respekt seiner Spieler verdient und sie leitet.
Im vergangenen Jahr habe ich versucht, genau das für die jüngeren Spieler der Florida Furys zu tun. Als ich in sein Team transferiert wurde, musste mir Coach Vittner nicht sagen, dass es höchstwahrscheinlich mein letztes Jahr sein würde. Ich hatte jedoch gehofft, für ihn zu spielen, bis es vorbei ist. Und damit stehe ich an einem Scheideweg.
Wir hören zu, wie Mr. Gerhardt, der Besitzer des Teams, über Coach Vittner spricht. Die Rede ist herzlicher und nachdenklicher, als man es bei einem Mann wie Mr. Gerhardt erwartet hätte. Er ist nicht gerade der gefühlsduselige Typ.
Nachdem er fertig ist, beugt sich Mr. Gerhardt zu seiner Frau hinunter und küsst erst sie auf die Wange, dann seine Tochter Jana. Die sieht heute Abend so verdammt heiß aus, dass ich mich ablenken muss, indem ich auf meinen Teller schaue und weiteresse, bis eine schwere Hand auf meiner Schulter landet. Ich schaue auf und sehe Mr. Gerhardt dort stehen.
»Entschuldigung, Kane, kann ich dich kurz sprechen?«
Als ob ich zu diesem Mann Nein sagen würde.
»Klar.« Ich stehe vom Tisch auf, ignoriere die Blicke meiner Teamkollegen und folge ihm zu einer seitlichen Bar, die für die Party aufgebaut wurde.
Er bestellt uns zwei Scotch. Scotch ist nicht wirklich mein Ding, aber ich bin kein Dummkopf.
»Also, ich habe über ein paar Dinge nachgedacht«, beginnt er. »Du weißt ja, dass wir bis jetzt noch keinen Ersatz für Vittner haben.«
Ich nicke. Schon seit Wochen kursieren Gerüchte dazu unter den Analysten. Manche sagen, Gerhardt würde durch die Gegend fliegen, um mit verschiedensten Leuten zu sprechen, andere behaupten, dass langjährige Cheftrainer anderer Teams an ihn herangetreten seien. Es ist kein Geheimnis, dass die Furys genügend Talente haben, um dieses Jahr den Cup zu holen. Zwei äußerst fähige Centerspieler, ein rechter und ein linker Flügel, die irgendwie wissen, was der andere denkt. Wir spielen wie ein Team, das sich schon seit Jahren kennt, dabei war die letzte Saison unsere erste gemeinsame als Mannschaft.
»Wie du weißt, haben wir Matt McIntosh ins Team geholt.«
Ich nippe an meinem Scotch, Matty ist ein verdammt guter Torwart. Klar, er ist nicht ich, aber er hat das Potenzial, einer der Besten zu werden. Mein Problem ist, dass er erst zweiundzwanzig ist. Ein Mann Mitte dreißig mit den Knien eines Achtzigjährigen kann da nicht mithalten. Ich habe alles für meine Karriere gegeben, mein angeschlagener Körper und die schmerzenden Gelenke sind der Preis, den ich dafür zu zahlen habe.
Falls Mr. Gerhardt mir gleich eröffnet, dass ich durch Matty ersetzt werden soll, werde ich rüber zum Mikrofon stapfen und ruhig meinen Rücktritt verkünden. Auf keinen Fall werde ich einer dieser Typen sein, die nicht wissen, wann ihre Zeit gekommen ist. Die sich von Jahresvertrag zu Jahresvertrag hangeln und die meiste Zeit auf der Bank verbringen. Glaub mir, sie alle haben ihre Gründe. Manche geben ihr Geld aus, als wäre Eishockey ein nie versiegender Geldregen, sodass sie keine andere Wahl haben, als so lange wie möglich dabei zu bleiben, um ihre Familien über Wasser zu halten. Und andere … nun, andere sind wie ich. Sie können das Spiel nicht hinter sich lassen. Sie wollen nicht vom Eis auf die Zuschauertribüne schlittern, nicht die unsichtbare Grenze überschreiten, ab der es kein Zurück mehr gibt.
»Jawohl, Sir«, sage ich zu Mr. Gerhardt. »Matty ist ein großartiger Spieler.«
»Das ist er; und er hat großes Potenzial, aber er braucht einen erfahrenen Spieler, der ihm etwas beibringt und ihn unter seine Fittiche nimmt. Ich bin schon lange in diesem Geschäft und Spieler wie Matty gehen entweder unter oder sie schaffen es, sich durchzuboxen. Entweder sie können dem Druck standhalten oder sie zerbrechen daran.«
»Klar, wenn man es gewohnt ist, der Beste in seiner Liga zu sein, und dann kommt man hierher und ist nur einer der Besten … Das ist eine bittere Pille zu schlucken.« Ich erinnere mich an mein erstes Jahr und schüttle den Kopf darüber, wie eingebildet ich mich in der Umkleidekabine benommen habe. Tja, Unwissenheit macht einem das Leben wohl manchmal leichter.
»Hör zu.« Er legt seine fleischige Hand auf meine Schulter und sieht mir direkt in die Augen. »Ich respektiere dich zu sehr, um nicht ehrlich zu dir zu sein. Deine Karriere befindet sich in ihren letzten Zügen. Du könntest dieses Jahr vielleicht noch mit Ach und Krach durchhalten, aber eine Verletzung und …«
Ich nicke, will mir aber nicht ausmalen, wie mich eine Verletzung vom Eis fegen könnte. Ich werde bei meinem letzten Spiel auf Schlittschuhen vom Eis fahren, komme, was wolle.
»Ich brauche einen Trainer und Vittner hält dich für den richtigen Mann.«
Schlagartig bleibt mir die Luft weg. Mit weit aufgerissenen Augen umklammere ich mein Glas fester.
Als hätte er seinen Namen gehört, gesellt sich Coach Vittner zu uns und schenkt mir eine Minute, um mich zu sammeln.
Mr. Gerhardt bestellt einen weiteren Scotch.
»Ich habe dich dieses Jahr mit den Jungs gesehen. Besonders mit Cory Freeman. Niemand kann leugnen, dass du ein geborener Anführer bist, Burrows«, sagt der Coach.
Ich möchte buchstäblich in Tränen ausbrechen, weil sich die Tür zu meiner Eishockeykarriere als Spieler gerade offensichtlich schließt.
»Du hattest eine tolle Karriere. Ein paar Cups, viele Titel in der Liga und ein paar Rekorde«, sagt Mr. Gerhardt. »Wenn ich glauben würde, dass du noch ein großartiges Jahr in dir hättest, dann würde ich dich im Team behalten, aber das tue ich nicht. Das ist also deine Chance, dir eine hervorragende Position als Trainer zu sichern und hoffentlich in deinem ersten Jahr den Cup zu gewinnen.«
Mir schnürt sich die Kehle zu bei dem Gedanken, mein Trikot gegen einen Anzug einzutauschen. Meinen Schläger gegen ein Klemmbrett. Meine Schlittschuhe gegen richtige Schuhe. Aber ich bin nicht dumm oder naiv. Die beiden machen deutlich, was Sache ist. Vielleicht könnte ich einen Vertrag bei einem anderen Team bekommen, aber ich habe viel zu viel Angst davor, andauernd auf der Ersatzbank zu sitzen, also nehme ich das Angebot an.
»Sehr gerne. Danke für die Chance«, sage ich.
Und so einfach ist meine Karriere als Eishockeyspieler vorbei.
Beendet.
Aus und vorbei.
Gerhardt schaut Vittner schockiert an. »Wirklich? Du willst es dir nicht noch mal in Ruhe überlegen?«
Ich schüttle den Kopf und setze ein Lächeln auf, obwohl mir speiübel ist und ich das Gefühl habe, ich könnte mich auf Gerhardts teure Schuhe übergeben. »Es ist an der Zeit. Ich bleibe lieber als Trainer im Spiel, als von der anderen Seite des Trennglases nur zuzuschauen.«
Gerhardt lächelt und streckt mir die Hand entgegen. »Das war um einiges einfacher, als ich dachte. Willkommen im Trainerstab.«
Ich schüttle seine Hand. »Vielen Dank.«
Auch Vittner reicht mir die Hand. »Kluger Mann.« Mit seiner freien Hand umschließt er unsere beiden Hände fest und nickt mir ein letztes Mal zu, bevor er weggeht.
»Ich werde mich so schnell wie möglich mit deinem Agenten in Verbindung setzen, und wir können einen Vertrag ausarbeiten, der für uns beide passt. Ich wollte nur zuerst sichergehen, dass du überhaupt Interesse hast.«
Ich nicke benommen. Über den Vertrag mache ich mir keine Sorgen. Mr. Gerhardt hat den Ruf, sich allen seinen Spielern und Mitarbeitenden gegenüber fair zu verhalten. Im Übrigen könnte er mir selbst ein Zehntel von dem bieten, was ich zurzeit verdiene, und ich würde den Job trotzdem annehmen, nur um weiterhin Teil des Spiels zu bleiben.
»Großartig. Großartig. Jetzt komm, ich möchte nicht, dass jemand Verdacht schöpft. Das bleibt zwischen uns beiden, bis es offiziell ist.«
»Perfekt«, sage ich. Ich glaube, ich muss mich erst mit dieser großen Veränderung in meinem Leben anfreunden, bevor alle die Neuigkeiten erfahren.
Ich gehe zurück zu meinem Tisch und gebe mein Bestes, um meine Gesichtszüge in Zaum zu halten. Tweetie kippelt auf den zwei hinteren Beinen seines Stuhls und scheint offensichtlich auf die neuesten Informationen zu hoffen. Sie gehen davon aus, dass es in dem Gespräch um meinen Ruhestand ging, und haben keine Ahnung, dass ich gerade einen Job als ihr neuer Boss angenommen habe.
Nach dem Abendessen tanzen die Paare. Ich gehe gerade in Richtung der Toiletten, als ich in einen dunklen Raum gezogen werde. Die geschmeidige Hand, die meine Brust hinunterstreicht, kenne ich nur zu gut. Sie ist eine willkommene Ablenkung von meinen Gedanken, die sich außer Kontrolle im Kreis drehen.
»Hey, du«, sagt Jana und umspielt mit ihren Fingern meine Eier, während ihre Handfläche meinen Schwanz von außen durch meine Hose reibt.
»Selber hey.« Ich drehe mich um und fummle am Türgriff herum. »Jetzt ist abgeschlossen.«
»Wir haben nur ein kleines bisschen Zeit.« Sie stellt sich auf die Zehenspitzen und findet mich im Dunkeln; mit einer Hand auf meiner Wange orientiert sie sich, bevor ihre Lippen meine berühren.
Ich will nicht lügen. Ich hatte schon andere Frauen in meinem Leben, aber keine von ihnen hat mit mir angestellt, was sie mit mir macht. Vielleicht liegt es daran, dass sie immer ein wenig zaghaft ist, wenn sie etwas zwischen uns anfängt. Diese Seite an ihr kannte ich bis jetzt noch nicht, als hätte sie Angst, ich könnte sie zurückweisen.
Sobald sich unsere Lippen berühren, fühlt es sich an, als würde eine übernatürliche Kraft die Führung übernehmen, und wir beide verlieren die Kontrolle. Diese Verbindung, unsere Chemie, lässt mich immer wieder für mehr zurückkommen. In Wahrheit bin ich eher der Typ für eine feste Beziehung, Jana aber nicht. Sie will keine Verpflichtungen. Zuerst hat mich das angepisst, aber sie ist zu einer Sucht geworden, der ich mich nicht entziehen kann.
Meine Hand wandert den Schlitz in ihrem Kleid hinauf, den ich schon den ganzen Abend im Auge hatte. Wie immer ist ihr Höschen schon feucht für mich, also schiebe ich es zur Seite und stoße einen Finger in sie, was sie zum Stöhnen bringt, sodass sie sich gegen meine Brust fallen lässt. Ich fange ihr Gewicht auf und lehne mich mit dem Rücken an die Regale, wobei ich versuche, den Geruch von Bleichmittel und chemischen Reinigungsmitteln zu ignorieren und mich stattdessen auf Janas Parfüm zu konzentrieren.
Ihre Hand reibt weiter und unser Kuss wird immer wilder und unkontrollierter.
»Gott, ich will dich gerade so sehr«, flüstere ich gegen ihre Lippen.
»Nimm mich«, sagt sie, bevor sie mir in die Lippe beißt und dann sanft mit ihrer Zunge darüber streicht. »Genau hier.«
Mein Schwanz ist so hart, und das Kleid, das sie trägt, verschafft mir leichten Zugang. Sie macht sich bereits an meinem Knopf und Reißverschluss zu schaffen.
Ich bin kurz davor zu sagen: »Scheiß drauf, ich bin dabei«, als sich plötzlich die Tür öffnet und helles Licht in den kleinen Raum strömt und mich blendet.
Ich blinzle in Richtung der Tür und sehe Cory und Ande mit offenen Mündern dastehen und uns unverhohlen anstarren.
»Heilige Scheiße!« Corys Augen sind weit aufgerissen.
»Du hast gesagt, du hättest abgeschlossen!« schreit Jana und schlägt mir auf die Brust.
»Scheiße, ihr zwei seid also wirklich …« sagt Cory.
»Entschuldigt uns.« Ande greift an ihm vorbei nach der Türklinke. »Macht weiter.« Sie schließt die Tür.
»Verdammt«, sagt Jana. Ein paar Sekunden später geht das Licht im Raum an und sie steht an der Tür, die Hand am Lichtschalter. Sie streicht ihr Kleid glatt und kämmt sich mit den Fingern durch die Haare. »Wie schlimm sehe ich aus?«
»Jana, bei dir ist es unmöglich, dass du schlecht aussiehst«, murmele ich, stecke meinen immer noch harten Schwanz in meine Hose und knöpfe sie zu.
»Ach, wag es ja nicht, mir jetzt Komplimente zu machen.«
Sie öffnet die Tür und späht in den Flur, bevor sie aus dem Abstellraum stürmt und die Tür zuknallt, sodass sie mir fast die Nase einschlägt. Ich habe es während meiner gesamten Eishockeykarriere geschafft, mir nicht die Nase zu brechen, und irgendwie würde es mich nicht wundern, wenn sie diejenige wäre, die das ändert.
Ein paar Minuten später verlasse ich die Abstellkammer, gehe zurück zu meinem Platz, nehme mein Getränk und lasse mich auf meinen Stuhl sinken.
Kurze Zeit später geht Mr. Gerhardt zum Podium. Er hat bereits seine Rede über Coach Vittner gehalten, sodass ich mir nicht sicher bin, was er vorhat, aber ich hoffe, dass wir nicht mehr lange hier sitzen und eine weitere Rede über uns ergehen lassen müssen. Ich muss so schnell wie möglich hier raus. Jana hat mich in so kurzer Zeit so angeturnt, dass ich kaum auf diesem Stuhl sitzen bleiben kann, ohne sie hier rauszuzerren, um das zu beenden, was wir angefangen haben.
»Hey, alle zusammen, herkommen bitte. Ich habe eine Ankündigung zu machen«, sagt Mr. Gerhardt.
Eine Ankündigung? Er denkt doch nicht etwa daran, meine Zusage für die Trainerstelle bekannt zu geben, oder? Auf keinen Fall. Es wurde noch nichts unterschrieben, und er hat doch selbst gesagt, dass er noch nicht möchte, dass es jemand weiß.
Die Gespräche im Raum verstummen und alle kehren auf ihre Plätze zurück.
»Als ich die Florida Furys gekauft habe, hatte ich gehofft, dass das Team eines Tages genau dort stehen würde, wo es heute ist. Wir sind bei unseren Fans beliebt und haben es geschafft, die Bekanntheit von Eishockey in einem südlichen Bundesstaat zu steigern. Wir haben eine solide Grundlage für unser Team geschaffen und müssen jetzt nur noch den Cup gewinnen. In den letzten Jahren sind wir stark gewachsen und daher freue ich mich, bekannt zu geben, wer nächstes Jahr Coach Vittner hinter der Bande ersetzen wird.«
Mir dreht sich der Magen um, und ich unterdrücke die Galle, die mir die Kehle hochsteigt.
»Ich denke, diese Person kann an dem anschließen, was Coach Vittner aufgebaut hat, und uns mit etwas Glück bis ganz nach oben bringen. Ich sollte das wahrscheinlich nicht einmal sagen, da noch nichts unterschrieben ist, aber wir haben uns die Hand darauf gegeben, und ich vertraue darauf, dass wir beide Gentlemen sind. Vielleicht habe ich heute Abend auch etwas zu viel Zeit an der Bar verbracht.« Er zwinkert. »Wir sind hier alle wie eine Familie und das bedeutet, dass alle den Mund halten müssen, bis wir bereit sind, es der Presse mitzuteilen. In Ordnung?«
Ein zustimmendes Raunen geht durch die Menge.
»Er war selbst Spieler, und obwohl das sein erstes Jahr als Trainer sein wird …«
Corys Kopf schnellt in meine Richtung, aber ich schaue weiterhin geradeaus direkt zu Mr. Gerhardt. Ich wusste, dass er es als Erster herausfinden würde.
»Kane Burrows hat die Position mit großer Freude angenommen. Er wird seinen Rücktritt aus der Liga bekannt geben und die Position des Cheftrainers für die Florida Furys übernehmen. Bitte heißen Sie ihn in seiner neuen Rolle im Verein willkommen.«
Der Applaus setzt zögerlich ein, wird aber lauter, als ich aufstehe und mit tauben Füßen zum Podium gehe, um Mr. Gerhardt die Hand zu schütteln. Ich hebe grüßend meine Hand, sage aber nichts.
Er wendet sich wieder dem Mikrofon zu. »Ich möchte noch eine weitere Ankündigung machen. Ich bin müde und ich bin alt, Leute.«
Ein paar der Gäste lachen.
»Deshalb bin ich wirklich froh, dass meine wunderschöne Frau eine großartige Tochter zur Welt gebracht hat, die unglaublich klug ist und dieses Team wahrscheinlich weiterbringen kann, als ich es mir überhaupt vorstellen kann. Manchmal müssen die Alten den jungen Leuten Platz machen. Jana, komm zu mir nach oben.«
Jana sieht mich an wie ein Reh im Scheinwerferlicht, aber ihre Mutter umarmt sie, als hätte sie einen Oscar gewonnen. Als Jana das Podium erreicht, weiche ich ihr aus, als wäre es seltsam, wenn wir uns berühren würden, obwohl wir vor einer halben Stunde noch kurz davor waren, es in der Kammer miteinander zu treiben.
»Das alles gehört jetzt dir, meine Süße. Die Florida Furys gehören dir. Es ist an der Zeit, dir das Zepter zu übergeben. Du gehörst ins Büro des Besitzers.« Mr. Gerhardt schiebt seine Hand in die Hosentasche und holt einen Schlüssel heraus.
Jana nimmt den Schlüssel entgegen, sagt aber nichts, als er sie auf die Wange küsst.
»Schaut euch die Zukunft der Florida Furys an, Leute.« Mr. Gerhardt zeigt mit ausgestrecktem Arm zu uns beiden, wie wir mit einem gezwungenen Lächeln nebeneinanderstehen.
Innerhalb einer Stunde hat sich mein einfaches Leben in ein totales Chaos verwandelt.
»Ladies first.«
Jana
Ich verbringe die Nacht damit, die Teamfeier zu verarbeiten.
Zusammen mit Kane in der Abstellkammer erwischt zu werden.
Kane, der zum neuen Trainer des Teams ernannt wird.
Mein Vater, der mir das Team übergibt.
Es gibt viel zu verarbeiten, um es milde auszudrücken.
Natürlich gab es Gerüchte, dass ich die Leitung übernehmen würde, seitdem ich nach meinem College-Abschluss miteingestiegen bin. Aber ich hätte nie gedacht, dass mein Vater mir ein Team anvertrauen würde, das kurz davor steht, den Cup zu gewinnen. Ich hätte auch nie gedacht, dass Kane zum Cheftrainer ernannt werden könnte. Das ist eine große Veränderung für ein Spitzenteam, das die gesamte Liga zu schlagen hofft.
Mit einem Kaffee bewaffnet und in meinem liebsten schwarzen Power-Anzug und High Heels betrete ich das Bürogebäude der Florida Furys und grüße schnell unsere Empfangsmitarbeiterin Tracy. Sie mustert mich von oben bis unten und seufzt mit einem Anflug von Neid in der Stimme. Tracy ist eines dieser jungen, leicht zu beeindruckenden Mädchen, die sich noch nicht wohl in ihrer eigenen Haut fühlen. Im Gegensatz zu meinem üblichen Selbstbewusstsein fühle ich mich in diesem Moment ein wenig wie Tracy.
Ich gehe direkt zum Eckbüro meines Vaters. »Hey, Barbara, ist er zu sprechen?«
Seine Assistentin schaut mich über den Rand ihrer auf der Nasenspitze sitzenden Lesebrille an. Sie fragt sich wahrscheinlich, welche Rolle sie in den neuen Plänen meines Vaters spielen wird. Das ist nur eine von Millionen Fragen, mit denen ich mich in meiner neuen Position beschäftigen muss. Es könnte seltsam für uns sein, wenn sie als meine Assistentin arbeitet – sie kennt mich, seit ich sechs Jahre alt bin.
»Du weißt doch, dass er für dich immer zu sprechen ist.« Sie wendet sich wieder ihrem Bildschirm zu und beginnt zu tippen.
»Danke, Barbara.« Ich gehe an ihr vorbei und atme noch einmal tief durch, bevor ich seine Tür öffne.
Mein Vater telefoniert und hat mir den Rücken zugewandt; er lehnt sich in seinem Bürostuhl zurück und sieht auf den Golf hinaus, während er über einen Urlaub spricht, den er demnächst machen wird. Ich räuspere mich, damit er weiß, dass ich da bin, und er dreht sich um und signalisiert mir, dass ich mich auf eines der Sofas in der Ecke setzen soll.
Als ich auf seiner Ledercouch Platz nehme, denke ich darüber nach, dass es fast schon komisch ist, wie unterschiedlich unsere Büros eingerichtet sind. Der Einrichtungsstil meines Vaters kommt einem Schild gleich: »Hier residiert altes Geld – und der Chef persönlich.« Dunkles Holz, schwarze Ledersofas und Bücherregale, die mit Auszeichnungen statt mit Lesestoff gefüllt sind. Sogar einer seiner beiden Stifthalter sieht aus, als käme er aus den 1980ern.
Er beendet das Gespräch und legt auf. »Und was verschafft mir die Ehre dieses morgendlichen Besuchs?«
Ich starre ihn einen Moment an, bis er lächelt und sich auf den Stuhl neben mir setzt. Er tätschelt mein Knie und lehnt sich zurück.
»Dad.« Irgendwie glaube ich, dass ich es geschafft habe, mit diesem einen Wort alles auszudrücken, was mir durch den Kopf schwirrt, denn er lacht.
»Du hast es verdient. Du schaffst das. Deine Mutter und ich werden verreisen.«
Ich stelle meinen Kaffee auf den Tisch vor uns und schaue ihn an. »Warum bleibst du nicht noch ein bisschen da? Vielleicht kannst du mir im ersten Jahr noch ein wenig unter die Arme greifen?«
Zunächst ist die einzige Antwort, die ich bekomme, ein nachdenklicher Seufzer. Dann sagt er Folgendes: »Manchmal schaue ich mich um und bin schockiert über das, was ich aufgebaut habe.«
Ich möchte einen Wutanfall bekommen, mich auf die Couch werfen und vor Ärger mit Armen und Beinen strampeln, weil er mir die gleiche Geschichte erzählen wird, die er immer auspackt. Wie er nichts hatte und sich alles selbst aufgebaut hat, was wir heute besitzen.
»Ich habe bei null angefangen. Meine Eltern waren Einwanderer, die kaum Englisch konnten. Sie hätten sich nie träumen lassen, dass so ein Leben für mich möglich wäre. Aber sie sind damals für den amerikanischen Traum hierhergekommen. Vielleicht konnten sie ihn für sich selbst nicht verwirklichen, aber ich habe es geschafft. Und ich hatte niemanden, der mich aufgefangen hätte.«
Ich nicke und hoffe, dass die Geschichte, die ich mein Leben lang zu hören bekam, wenn ich mir Sorgen über meine Zukunft machte, schneller als sonst vorbeigeht.
»Wenn ich gescheitert wäre, hätte es für mich keinen Rettungsring gegeben. Ich wäre untergegangen. Genau dieser Druck hat mich angetrieben und mich davon abgehalten, ein Versagen zu akzeptieren. Jeder braucht so etwas, sonst ist es zu einfach, in schwierigen Zeiten aufzugeben.«
»Aber …«
Er schüttelt den Kopf. »Hier gibt es kein Aber, meine Süße, es gibt nur Durchziehen. Ich glaube an dich. Deine Mutter glaubt an dich.«
»Das wird unser Jahr, Dad, und die Transfergeschäfte werden wichtig sein. Es lastet jetzt so viel auf meinen Schultern und ich bin mir nicht sicher, ob ich dem gewachsen bin.«
Er lacht wieder, ein Lachen, das seinen kompletten Körper zum Beben bringt, und er schüttelt den Kopf, als könne er nicht glauben, was ich da sage. Normalerweise zweifle ich nicht an mir selbst, aber das ist eine riesige Verantwortung. »Du hast mir dabei zugeschaut, wie ich mit diesem Team arbeite, seit du klein warst. Du weißt, was zu tun ist. Du musst nur auf dein Bauchgefühl hören.« Sein Telefon klingelt und er drückt die Lautsprechertaste auf dem Gerät neben ihm. »Ja, Barbara?«
»Die Umzugshelfer sind da«, sagt sie und ich könnte schwören, dass sie schnieft.
»Schick sie rein.«
»Dad, wir sind noch nicht fertig.«
Er erhebt sich von seinem Stuhl. »Doch, sind wir. Jetzt wirst du in dieses Büro einziehen.«
Ich schüttle den Kopf. »Mir passt es gut, wo ich bin.«
Er legt den Kopf schief. »Meine Süße, wo musst du sein, damit die Leute dich respektieren?«
Ich nicke, denn das Eckbüro meines Vaters ist das größte und hat die beste Aussicht. Es ist prestigeträchtig und schreit geradezu »Ich habe hier das Sagen!« Obwohl ich das Büro anders einrichten werde, weiß ich, dass ich als neue Chefin hier sitzen muss.
»Okay«, sage ich. »Du willst also nicht einmal ein bisschen Platz hier drinnen behalten?«
»Nein, ich gehe in den Ruhestand und überlasse dir das Team.« Er weist die Umzugshelfer an, die Preise in den Bücherregalen einzupacken, bevor er sich wieder zu mir umdreht. »Willst du irgendetwas davon? Bücherregale, Schreibtisch?«
»Das passt schon.«
»Das dachte ich mir schon.« Er wendet sich wieder den Möbelpackern zu. »Alles muss hier raus.«
Ich sitze da und sehe zu, wie die Umzugshelfer anfangen, das Büro meines Vaters auseinanderzunehmen, und mir dreht sich der Magen um.
»Der erste Punkt auf der Tagesordnung ist die Pressekonferenz.«
»Die Pressekonferenz?« Ich runzle die Stirn.
»Burrows muss seinen Ruhestand bekannt geben.« Er nimmt seine Anzugjacke vom Kleiderständer hinter der Tür.
»Wolltest du mir überhaupt Bescheid sagen, dass du eine Pressekonferenz angesetzt hast?« Ich stehe von der Couch auf.
»Ich weiß, wie du arbeitest. Ich wusste, dass du herkommen würdest.« Er zwinkert mir zu. »Komm, gehen wir.«
Ich nehme meinen Kaffee mit. Ehrlich gesagt, könnte ich ihn mir auch direkt als Infusion legen. Ich ahne schon, dass mir endlos viele schlaflose Tage und Nächte bevorstehen.
Wir gehen nach unten in unseren Presseraum, wo nach den Spielen immer die Interviews stattfinden. Das Furys-Logo ziert den Hintergrund und die Stühle sind ordentlich an den langen Tisch gerückt, auf dem mehrere Mikrofone aufgereiht sind. Die Presse ist noch nicht da, weil die Tontechniker noch einmal überprüfen, ob alles bereit ist und funktioniert.
Ich verlasse den Raum, um Kane zu suchen, und bleibe stehen, als ich ihn aus der Umkleidekabine heraus und den Flur herunterkommen sehe. Er ist abgelenkt und rückt seine Krawatte zurecht; ich nutze diese Gelegenheit, um ihn einen Moment lang zu beobachten und betrachte diese starken Hände, die meinen Körper in Positionen gebracht haben, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie möglich sind, die jetzt aber an dem seidigen Material der Krawatte herumfummeln.
»Scheiße«, murmelt er und bleibt stehen, wobei er seinen Kopf, der auf seinen herunterhängenden Schultern sitzt, gebeugt hält.
Ich sollte verschwinden. Er hat offensichtlich einen schlechten Moment und um solche Momente kümmern wir uns nicht. Unsere Beziehung hat ein gemeinsames Ziel und das besteht darin, den jeweils anderen zum Höhepunkt zu bringen.
Ich drehe mich auf dem Absatz um, mit dem Plan, diskret in den Presseraum zu verschwinden, bis ich seine geflüsterten Worte höre. »Reiß dich zusammen, Burrows.«
Ich habe Kanes Stimme noch nie anders als überheblich, arrogant oder selbstbewusst gehört, aber sein Pep-Talk an sich selbst lässt mich stehen bleiben und mich wieder zu ihm umdrehen. Seine Krawatte hängt ihm inzwischen komplett geöffnet um den Hals und er starrt an die Decke, wobei er mir halb den Rücken zugewandt hat.
»Hey!« sage ich laut genug, dass er mich hört und nicht von meiner Anwesenheit überrascht wird.
Er dreht sich zu mir um und setzt sein typisches Grinsen auf, das all das, was ich zuvor gehört habe, versteckt. »Hey, Lady Boss.«
Seine Hände gleiten in die Taschen seiner Anzugshose. Ich habe ihn schon öfter im Anzug gesehen und wie immer läuft mir bei dem Anblick das Wasser im Mund zusammen. Es gefällt mir gut, wie seine breiten Schultern und seine schmale Taille den Anzug ausfüllen. Er sieht jetzt so kultiviert und schön aus, im Gegensatz zu seinem rauen und sexy Aussehen nach einem Spiel. Ich verbiete meinem Gehirn, daran zu denken, wie er nach dem Sex mit mir aussieht.
»Nenn mich nicht so.«
»Warum?«
Ich gehe auf ihn zu und nehme beide Enden seiner Krawatte in die Hände. »Weil …«
Er sieht mir zu, wie ich beginne, seine Krawatte zu binden. »Ich kann das selber.«
»Ich weiß, dass du es kannst«, sage ich, obwohl ich in diesem Moment denke, dass er vielleicht ein wenig Hilfe gebrauchen könnte. »Es ist ein großer Tag für dich.«
Seine Hände landen auf meinen, um mich aufzuhalten, und als ich aufschaue, verliere ich mich für einen Moment in seinen dunklen Augen. »Ich bin bereit. Ich brauche niemanden, der mich bemitleidet.«
Ich lächle, weil wir uns manchmal so ähnlich sind, dass es unheimlich ist. »Warum sollte ich Mitleid mit einem Mann haben, der das Glück hatte, über fünfzehn Jahre lang erfolgreich Karriere in dem Sport zu machen, den er liebt? Und dann, wenn sie zu Ende geht, bekommt er einen Job als Trainer angeboten. Und nicht nur irgendeinen Trainerjob – Cheftrainer für das Team, bei dem alle Spielanalysten wetten würden, dass es dieses Jahr bis ins Cup-Finale kommt. Also, Kane Burrows, denk bloß nicht, dass du von mir das kleinste bisschen Mitleid bekommen wirst.«
Eine Seite seiner Lippen zieht sich nach oben und wir sehen uns in die Augen. Ich bin für ihn so durchschaubar wie Frischhaltefolie und aus irgendeinem Grund macht mir das in diesem Moment keine Angst, wie es normalerweise der Fall wäre. Er kennt die Gefühle, die hinter meinen Worten stecken.
»Na gut, die Wahl deiner Krawatte … das verdient etwas Mitleid.« Ich binde seine Krawatte, die ein Muster hat, das ich nie im Leben ausgesucht hätte.
»Wenn du einen Personal Shopper brauchst, ruf mich einfach an. Du musst dich jetzt bei deinen Anzügen etwas mehr ins Zeug legen, wo du immer einen hinter der Bande tragen wirst.«
»Du würdest mich wahrscheinlich dazu zwingen, Rosa oder Pastell anzuziehen.«
Ich zucke mit den Schultern. »Wahrscheinlich, aber ich würde dafür sorgen, dass du als der bestgekleidete Trainer der Liga giltst.« Ich schiebe den Knoten der Krawatte nach oben, richte seinen Kragen und streiche mit meiner Hand über den seidigen Stoff, wobei ich spüre, wie sich seine Brustmuskeln unter meiner Berührung anspannen.
Er öffnet gerade den Mund – bestimmt, um zu erwidern, dass er nie etwas tragen würde, das ich ausgesucht habe –, aber die Tür zum Presseraum öffnet sich und die Stimme meines Vaters dröhnt durch den Flur, sodass ich einen Schritt zurücktrete und mit meinen Händen von Kane ablasse.
»Bereit, Burrows?« Dads Schuhe klacken auf dem Boden, als er zu uns herüberkommt.
»Ja, Sir«, murmelt Kane und lockert mit einem Finger zwischen Kragen und Hals seine Krawatte.
»Gut. Die Presse wird gerade hereingerufen.« Er dreht sich zu mir um. »Jana, bist du bereit, ihn anzukündigen?«
Ich reiße den Kopf herum. »Wie bitte?«
»Du bist jetzt die Besitzerin dieses Teams. Du musst die Pressekonferenz eröffnen.«
Ich dachte, ich wäre nur als Zuschauerin dabei und könnte von der Seite aus zusehen.
»Du wirst neben Kane am Tisch sitzen, während er die Ansprache über seinen Rücktritt hält. Dann kannst du bekannt geben, dass er die Position als Cheftrainer angenommen hat, und die Presse kann euch beiden Fragen stellen.«
»Aber …« Mir fehlen die Worte. »Solltest du ihnen nicht zuerst sagen, dass ich den Laden übernehme? Du willst doch sicher noch deine letzte Pressekonferenz abhalten.«
»Ich hasse die Presse. Die gehen einem immer nur auf die Nerven. Sie wurden alle darüber informiert, dass ich in den Ruhestand gehe und du an der neuen Herausforderung wachsen wirst.«
Ich hasse diesen Ausdruck. An der Herausforderung wachsen. Das klingt so, als hätte ich es nicht wirklich drauf, sondern müsste mich irgendwie nach oben durchkämpfen.
Ich werfe Kane einen Blick zu. Jetzt bin ich diejenige, die fast hyperventiliert und sich wünscht, sie könnte im Boden versinken.
»Komm schon.« Mein Vater geht als Erster hinein.
Ich höre nur das Klicken der Kameras und die Leute, die seinen Namen rufen.
»Ladies first.« Kane gibt mir mit einer Handbewegung zu verstehen, dass ich zuerst hineingehen soll.
Die Tür fällt fast hinter meinem Vater ins Schloss. Ich möchte sie offenhalten, aber Kane packt mein Handgelenk, bevor ich es durch die Tür schaffe. Ich drehe mich zu ihm um und er sieht blasser aus als normalerweise. »Danke.«
»Wofür?« Ich lege den Kopf schief.
Er schnaubt und sein unglaubliches Lächeln, das er nicht oft zeigt, leuchtet auf seinem Gesicht. »Wir wissen beide, wofür. Mach sie fertig da drin.«
Ich nicke, atme tief ein und trete durch die Tür, wobei ich mich etwas selbstbewusster fühle als noch vor wenigen Sekunden. Bis die Kamerablitze mich blenden und mir klar wird, dass die Leute mich jetzt Miss Gerhardt nennen und nicht mehr Jana.
»Schwänzt du mit mir?«
Kane
Ich bin Pressekonferenzen gewöhnt. Ich mache sie seit über fünfzehn Jahren, aber noch nie habe ich mich so unwohl gefühlt wie jetzt. Ich habe so oft über diesen Moment nachgedacht, und jetzt, wo er da ist, fühlt es sich surreal an.
Jana geht die wenigen Stufen hinauf und zieht ihren Stuhl heraus, um sich zu setzen. Der Gentleman in mir möchte ihr den Stuhl hinschieben, aber das ist nicht der richtige Moment dafür, und sie würde mir wahrscheinlich mit der geballten Faust in die Eier schlagen, wenn ich so vor allen ihre Autorität untergraben würde. Ich setze mich neben sie und positioniere eines der Mikrofone vor mir. Sie räuspert sich, und die Anwesenden der Presse setzen sich wie wohl erzogene Kindergartenkinder, die auf ihre Lehrerin hören.
»Guten Morgen allerseits. Wie die meisten von Ihnen wissen, bin ich Jana Gerhardt und die neue Besitzerin der Florida Furys.«
Es gibt kein Geflüster, was bedeutet, dass Mr. Gerhardt sie bereits über diese Neuerung informiert hat.
»Aber wir sind nicht hier, um über mich zu sprechen, sondern über Kane Burrows. Kane, möchtest du den Anwesenden etwas mitteilen?« Sie lehnt sich in ihrem Stuhl zurück und überlässt mir die Bühne.
Ich richte meine Krawatte und beuge mich zum Mikrofon. »Ich werde nicht hier oben sitzen und lügen. Das habe ich noch nie getan, und ich werde auch jetzt nicht damit anfangen. Heute ist vielleicht der härteste Tag meines Lebens.« Ich schlucke, um die Trockenheit in meiner Kehle loszuwerden.
Ich habe die ganze letzte Nacht lang eine formellere Rede eingeübt, aber sie passt jetzt irgendwie nicht mehr, besonders nach dem, was Jana vor der Tür gesagt hat.
»Ich hatte die Ehre und das Privileg, mein ganzes Erwachsenenleben lang einen Sport auszuüben, den ich liebe. Nicht viele Menschen bekommen diese Möglichkeit, und nur wenige spielen so viele Jahre in der Liga wie ich. Ich habe Pokale gewonnen und Auszeichnungen erhalten, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte. Ich habe dreimal für Kanada an den Olympischen Spielen teilgenommen. Deshalb kann ich mich nicht selbst bemitleiden, dass es nun zu Ende geht. Es war eine großartige Zeit, und ich habe jede Minute genossen. Aber heute bin ich hier, um bekannt zu geben, dass ich offiziell in den Ruhestand gehe und meine Schlittschuhe an den Nagel hänge.« Ein schmerzhafter Kloß bildet sich in meinem Hals, und ich blinzle ein paar Mal, als ich spüre, wie mir die Tränen in die Augen steigen.
Einige der Pressevertreter machen ein paar Fotos, und andere heben die Hand, um Fragen zu stellen.
Jana schaltet sich ein und beugt sich zum Mikrofon vor ihr. »Die aufregende Neuigkeit heute ist, dass Kane Burrows zwar als Spieler in den Ruhestand geht, aber bei den Florida Furys einen Vertrag als neuer Cheftrainer unterschrieben hat.«
Chaos bricht aus, und ein Geräuschpegel aus klickenden Kamerablenden und den von Reportern gerufenen Fragen füllt den Raum, als hätten sie die Gerüchte nicht gehört, die nach der Verabschiedungsfeier für Coach Vittner die Runde gemacht haben.
Jana hebt ihre Hand, um sie in Manier der Power-Chefin, die sie ist, davon abzuhalten, Frage um Frage zu stellen. »Bevor wir zu den Fragen kommen, möchte sich das Florida-Furys-Franchise bei Kane Burrows für die kurze Zeit bedanken, die er als Spieler bei uns verbracht hat. Er war in den letzten anderthalb Jahren ein wahnsinnig guter Torwart, und ohne ihn wären wir nicht da, wo wir heute sind.« Hände werden nach oben gereckt, aber Jana ergreift schnell wieder das Wort. »Und …«
Alle nehmen die Hände wieder runter.
»Wir freuen uns sehr, dass Kane als Cheftrainer in unseren Reihen bleibt. Er hatte schon während seiner Zeit hier eine tolle Beziehung zum Team, und wir wissen, dass viele unserer Spieler zu ihm als erfahrenem Profi und jetzt als Trainer aufschauen.« Sie wirft mir einen Blick zu, als würde sie Zeit für mich schinden, um mir einen Moment zu geben, mich nach der Ankündigung meines Rücktritts zu sammeln. Aber Jana hat nicht einen Funken Mitgefühl in sich, also muss ich mich täuschen. »Und jetzt können Sie Ihre Fragen stellen.« Sie zeigt auf die Frau in der ersten Reihe. »Layna.«
Die Reporterin steht auf. »Es ist sehr schade, Sie gehen zu sehen. Bedeutet das, dass Matt McIntosh Ihr Nachfolger wird? Er ist doch noch etwas unerfahren, oder?«
Verdammt, ich dachte, die Fragen würden mit einem etwas leichteren Thema beginnen. Es gibt noch andere Torhüter im Team, aber ich will auch nicht lügen und behaupten, dass Matt nicht für die Startaufstellung in Frage kommt.
»Matt ist ein verdammt guter Torwart. Er hat sich in dieser Position als exzellenter Spieler erwiesen, weshalb er auch ins Team geholt wurde. Aber ehrlich gesagt bin ich erst seit etwa vierundzwanzig Stunden im Amt, sodass noch keine Entscheidungen über mögliche Aufstellungen getroffen worden sind.«
Alle lachen, auch Jana neben mir. Es sollte sich nicht so anfühlen, als wäre sie gerade auf meiner Seite, zwischen uns war schließlich immer alles klar gewesen. Wir benutzen einander für Sex und nichts weiter. Sie ist ganz sicher nicht die Chef-Cheerleaderin in meinem Fanblock.
»Okay, nächste Frage«, sagt Jana. »Hugo.«
Scheiße. Musste sie wirklich einen ehemaligen Spieler auswählen, der Sportreporter geworden ist?
Hugo steht auf und grinst mich an. »Der Ruhestand ist hart. Die meisten Spieler leiden im ersten Jahr sehr und haben Mühe, in der echten Welt Fuß zu fassen. Wenn man direkt Trainer wird, kann man sich dann abgrenzen?«
»Wie ist das gemeint?« Ich ziehe eine Augenbraue hoch.
»In Bezug auf Entscheidungen. Spieler haben in vielen Fällen eine andere Vorstellung davon, was auf dem Eis passieren sollte, als der Trainer. Manchmal ist der riskante Spielzug nicht das Beste, und seien wir ehrlich, Eishockeyspieler lieben das Risiko.«
Er lächelt mich an, und ich schüttle den Kopf. Hugo war ein Teamkollege von mir, als ich gerade erst angefangen hatte, aber er ist kurz darauf in den Ruhestand gegangen. Einmal hat er mich angeschrien, weil ich den Strafraum verlassen hatte, um ihn beim Verteidigen zu unterstützen.
»Ich denke, dass mir meine jahrelange Spielerfahrung dabei helfen wird, ein guter Trainer zu sein. Ich habe als junger Spieler vielleicht viel riskiert, aber im Laufe meiner Karriere habe ich auch einiges dazugelernt.«
Hugo nickt. »Ich hoffe, der Ruhestand bekommt dir gut.«
Ich nicke zum Dank, als er sich wieder hinsetzt.
Jana sieht mich so an, als könne sie entschlüsseln, was ich gerade denke. Sie wendet sich wieder dem Mikrofon zu und zeigt mit ihrem manikürten Fingernagel auf die nächste Person. »Ahmed.«
»Ich denke, ich spreche für uns alle, wenn ich sage, dass ich Sie gerne noch ein Jahr hätte spielen sehen. Den Cup ein letztes Mal zu gewinnen … als Spieler.«
»Es tut mir leid, Sie da enttäuschen zu müssen.«
Der Raum füllt sich mit gekünsteltem Lachen.
»Meine Frage ist, wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen, den Cup zu gewinnen? Die Furys standen schon einmal kurz davor und haben es dann doch nicht geschafft. Erst Drake mit seiner Durststrecke in dem einen Jahr und dann Ford, der es letztes Jahr nicht auf die Reihe bekommen hat. Gibt es dieses Jahr etwas, das ein Team mit so viel Talent vom Sieg abhalten könnte?«
Ich räuspere mich und setze mich aufrecht hin. »Ich habe keine Kristallkugel, aber wenn ich Geld auf uns setzen müsste, würde ich es tun. Wir haben zwei unglaublich gute Center-Spieler. Unsere Flügel sind in allen Belangen unaufhaltsam. Für jeden Spieler in diesem Team zählt der Cup mehr als das eigene Ego. Wie Sie alle wissen, spiele ich schon lange in dieser Liga, und diese Gruppe von Jungs hat etwas Magisches an sich. Man spürt die Energie in der Umkleidekabine und beim Zusammenspielen, und das führt normalerweise zum Erfolg. Ich hoffe also, dass wir am Ende der Saison den Pokal in Händen halten werden.«
»Und ich habe eine Frage an Sie, Miss Gerhardt«, sagt Ahmed und wendet sich ihr zu.
»Ja?«
»Sind Sie als neue Besitzerin in der Lage, die harten Entscheidungen zu treffen, die unweigerlich getroffen werden müssen?«
Jana drückt den Rücken gerade durch und rutscht bis zur Kante ihres Stuhls nach vorne. Sie ist wie eine Katze, die sich langsam anschleicht, bereit, ihre Beute zu schnappen. »Wie genau ist das gemeint?«
Sei bloß vorsichtig, Ahmed.
»Manchmal, wenn sich Möglichkeiten für einen Transfer ergeben, ist es schwierig, Geschäftliches von Privatem zu trennen und nicht auch die Familie hinter einem Spieler zu sehen.«
Ich schließe für einen Moment die Augen, denn jeder Trottel weiß, dass er gerade voll ins Fettnäpfchen getreten ist.
»Wollen Sie damit sagen, dass ich als Frau schwierige Entscheidungen nicht im Sinne des Teams treffen kann? Dass mein Herz und meine Gefühle zu sehr im Spiel sind und mein Urteilsvermögen einschränken?«
Der Unterton in ihrer Stimme ist einer, den ich schon oft zu spüren bekommen habe, und ich muss fast über Ahmeds erbleichendes Gesicht lachen. Er ist ein jüngerer Reporter und ich bin mir ziemlich sicher, dass er sie nicht beleidigen wollte, aber er hat sich wirklich in die Nesseln gesetzt.
Er hebt eine Hand. »Nein. Überhaupt nicht. Ich habe nur gefragt, weil man Sie oft unterwegs mit den Spielern und ihren Partnerinnen sieht. Sie sind doch mit ihnen befreundet, oder?«
Er hat recht. Und so wie Jana auf ihrem Stuhl nach hinten rutscht, weiß sie das auch. »Sie haben recht. Viele der Spieler sind meine Freunde geworden. Aber wie die meisten wissen, werden ständig Entscheidungen über Wechsel getroffen. Letztendlich ist es ein Geschäft.«
Ahmed nickt und setzt sich ohne ein weiteres Wort.
»Und Ahmed?«, sagt sie. Er steht wieder auf. »Sie sind noch neu, aber fragen Sie ruhig herum – ich bin nicht gerade für mein warmes und großes Herz bekannt.«
Im Raum bricht Gelächter aus, denn leider ist das Janas Ruf. Sie ist kalt, berechnend und tut, was getan werden muss. Aber ich habe schon einzelne Blicke auf eine andere Seite von ihr erhascht, und ich wünschte, sie würde diese auch andere sehen lassen.
Die Fragenrunde geht durch den Raum und die meisten Fragen drehen sich um meine Gedanken zu bestimmten Spielern. Wie werde ich bei zwei so dynamischen Center-Spielern wie Cory Freeman und Aiden Drake entscheiden, wer von ihnen in der Startaufstellung steht? Maksim braucht hinten in der Verteidigung Unterstützung. Wen könnte ich dafür im Auge haben?
»Okay, letzte Frage, dann müssen wir wieder zurück an die Arbeit.« Jana sieht sich im Raum um. »Tami.«
Ich stöhne innerlich auf. Tami arbeitet beim All About Town, einem lokalen Magazin, das alle zwei Monate erscheint und sich mehr mit unserem Privatleben als mit unserer Leistung auf dem Eis befasst. Es wurde gerade ein ganzer Artikel über das neue Haus von Cory Freeman und seiner Freundin Ande veröffentlicht.
»Hi, Kane.« Ihr flirtender Tonfall lässt mich kalt, aber ich mag es irgendwie, wie Jana meine Reaktion darauf beobachtet.
Es ist quasi unmöglich, sie eifersüchtig zu machen. Wenn das funktionieren würde, hätte ich es schon längst versucht.
»Hey, Tami.«
»Werden Sie jetzt, da Ihre Tage als Spieler vorbei sind, nach der einen besonderen Person suchen, um die Leere zu füllen?«
Jana leckt sich über die Lippen und saugt sie dann in ihren Mund, als hätte sie Angst, dass sie lachen muss. Sie beugt sich zum Mikrofon. »Soll ich dir sagen, dass du diese Frage nicht beantworten musst?«
Der Raum lacht.
Ich schüttle den Kopf und Jana lehnt sich zurück und verschränkt die Arme.
»Ich bin mir nicht sicher, welche Leere Sie meinen. Und an meinem Lebensstil hat sich nicht viel geändert, außer dass ich wahrscheinlich noch beschäftigter sein werde als je zuvor. Ich werde immer noch so viel reisen wie zu meiner aktiven Zeit, aber statt mich nach den Spielen entspannen zu können, werde ich mir überlegen müssen, wie wir weiterhin gewinnen können oder was wir ändern müssen, wenn wir verlieren. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mehr Zeit für eine besondere Person haben werde als bisher.«
Jana beugt sich vor. »Dank …«
Sie wird von Tami unterbrochen. »Aber warum haben Sie sich nie auf jemanden festgelegt? Sie werden nicht ewig jung sein. Sie sind doch schon Mitte dreißig. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, beim Bachelor mitzumachen oder eine Dating-Veranstaltung für wohltätige Zwecke abzuhalten?«
»Tut mir leid, Tami, aber das sind persönliche Fragen, die Kane auf einer Pressekonferenz über seinen Ruhestand nicht beantworten muss.« Jana durchbohrt sie regelrecht mit ihrem Blick.
Tami starrt mich an und ich fahre mir mit den Händen über die Oberschenkel, beuge mich aber vor, um zu antworten.
»Jana hat recht und ich belasse es hierbei. Ich werde nur eine Beziehung eingehen, wenn ich die richtige Frau gefunden habe. Eine Frau, die mit meinem Lebensstil klarkommt. Das kann nicht jede, egal wie sehr sie beteuern, dass sie es könnten. Und was den Bachelor angeht, nein. Bei Wohltätigkeitsauktionen hängt es vom guten Zweck ab.« Ich hebe meine Hand. »Vielen Dank an alle. Go Furys!«
Ich stehe auf und verlasse den Raum, während ich höre, wie Jana sich verabschiedet. Zu meiner großen Belustigung ruft auch sie: »Go Furys!«
Sobald ich den Presseraum verlassen habe, fällt die ganze Anspannung von meinen Schultern und meinem Rücken ab. Jetzt ist es offiziell: Ich bin als Spieler vom professionellen Eishockey zurückgetreten. Es fühlt sich an, als wäre meine Karriere nur ein Spiel lang gewesen. Sie ist viel zu schnell vergangen.
»Gott sei Dank ist das vorbei«, sagt Jana und geht in diesem beeindruckenden Hosenanzug an mir vorbei, der ihren großartigen Hintern betont.
Alles, was ich will, ist, mich in ihr zu verlieren und zu vergessen, was gerade passiert ist. Aber ich bin mir nicht sicher, wo wir jetzt stehen, seit wir Chefin und Angestellter sind. Zeit, das herauszufinden. Ich hole mein Handy heraus und tippe die Initialen LB ein – kurz für Lady Boss.
Ich:Bei mir? In zwanzig Minuten.
Sie geht um die Ecke, aber ich höre, wie sie in ihren Absätzen zum Stehen kommt. Die drei Punkte erscheinen.
LB:Es ist unter der Woche.
Ich:Schwänzt du mit mir?
LB:Heute Abend. Bei mir. Um sieben.
Ich:Bis dann.
