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Für sie war er nur ein Urlaubsflirt. Doch er will eine zweite Chance ... Als einer der wenigen Schwarzen Männer, die professionell Eishockey spielen, ist Cory immer besonders darauf bedacht, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Noch nie ist er ein Risiko eingegangen – bis er sie traf. In dem Moment, in dem er Ande zum ersten Mal am Flughafen erblickte, flammte etwas in Cory auf. Sie ließ ihn die Welt um sich vergessen, und er verbrachte die beste Woche seines Lebens mit ihr. Aber wie jeder Urlaubsflirt endete auch ihre Affäre, und beide gingen nicht davon aus, sich je wiederzusehen. Bis Ande wegen eines neuen Jobs plötzlich in Corys Heimatstadt auftaucht. Während Cory darin einen Wink des Schicksals sieht, scheint Ande entschlossen, alles, was im Urlaub geschehen ist, hinter sich zu lassen. Gibt es für die beiden dennoch eine zweite Chance ...? Band 0.5: Countdown to a Kiss Band 1: My Lucky #13 Band 2: The Trouble with #9 Band 3: Faking it with #41 Band 3.5: Tropical Hat Trick Band 4: Sneaking Around With #34 Band 5: Second Shot With #76 Band 6: Offside With #55
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Seitenzahl: 393
Veröffentlichungsjahr: 2026
Second Shot With #76
PIPER RAYNE ist das Pseudonym zweier USA Today-Bestsellerautorinnen. Mehr als alles andere lieben sie sexy Helden, unkonventionelle Protagonistinnen, die sie zum Lachen bringen, und viel heiße Action. Und sie hoffen, du liebst das auch!
Für sie war er nur ein Urlaubsflirt. Doch er will eine zweite Chance ...
Als einer der wenigen Schwarzen Männer, die professionell Eishockey spielen, ist Cory immer besonders darauf bedacht, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Noch nie ist er ein Risiko eingegangen – bis er sie traf. In dem Moment, in dem er Ande zum ersten Mal am Flughafen erblickte, flammte etwas in Cory auf. Sie ließ ihn die Welt um sich vergessen, und er verbrachte die beste Woche seines Lebens mit ihr. Aber wie jeder Urlaubsflirt endete auch ihre Affäre, und beide gingen nicht davon aus, sich je wiederzusehen. Bis Ande wegen eines neuen Jobs plötzlich in Corys Heimatstadt auftaucht. Während Cory darin einen Wink des Schicksals sieht, scheint Ande entschlossen, alles, was im Urlaub geschehen ist, hinter sich zu lassen. Gibt es für die beiden dennoch eine zweite Chance ...?
Band 0.5: Countdown to a Kiss
Band 1: My Lucky #13
Band 2: The Trouble with #9
Band 3: Faking it with #41
Band 3.5: Tropical Hat Trick
Band 4: Sneaking Around With #34
Band 5: Second Shot With #76
Band 6: Offside With #55
Piper Rayne
Roman
Aus dem Amerikanischen von Rebekka Wiesmeier
Forever by Ullsteinwww.ullstein.de
Deutsche Erstausgabe bei ForeverForever ist ein Verlag der Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin Januar 2026© 2026 für die deutsche Ausgabe Ullstein Buchverlage GmbH, Friedrichstraße 126, 10117 Berlin© 2022 Piper RayneDie amerikanische Originalausgabe erschien 2022 unter dem Titel: Second Shot With #76Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.Bei Fragen zur Produktsicherheit wenden Sie sich bitte an [email protected]: zero-media.net, München / shutterstock AIAutorinnenfoto: © Ken Kim | K Squared PhotographyE-Book-Konvertierung powered by pepyrus
ISBN 978-3-95818-839-6
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Das Buch
Titelseite
Impressum
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Epilog
Wahnsinniges Einhorn-Geschwafel
Über Piper & Rayne
Leseprobe: Our love on ice
Social Media
Vorablesen.de
Cover
Titelseite
Inhalt
Kapitel 1
»Das ist deine Sache.« – Kane
Cory
Die meisten würden sagen, ich lebe den Traum. Die Veteranen in meinem Team, Florida Fury, sagen mir, ich solle mich ausleben, da es nicht ewig so bleiben werde. Und ich muss sagen, dass es nicht so schlecht ist, ein professioneller Eishockeyspieler zu sein, selbst als Rookie. Klar, ich sehe meine Trikotnummer nicht auf dem Rücken von jedem Kind wie unser erster Mittelstürmer Aiden Drake, aber ich kann von meinem Lieblingssport gut leben.
Die Kameras, die Interviews und die Fremden, die nach Selfies fragen, sind sowieso nicht so mein Ding. Ich war in dieser Hinsicht schon immer schüchtern, da mein Vater mich als Kind immer sehr unter Druck gesetzt hat, was meine Außenwirkung angeht. Er hat mir immer gesagt, dass man keine zweite Chance bekommt, sich neu zu erfinden. Na klar, die Leute sagen, man würde eine bekommen, aber jeder erinnert sich noch an das, was man getan hat.
Mein Telefon klingelt in der Mittelkonsole des neuen Sportwagens, den ich gekauft habe, als ich hier unten meinen Vertrag bekommen habe. Als ich den Namen meines Vaters auf dem Display sehe, stößt mir der Burrito, den ich gerade gegessen habe, sauer auf. Der Mann stalkt mich mehr als die Puck Bunnys, unsere Eishockey-Fan-Girls, nach einem Spiel. Aber ich kann ihn nicht einfach ignorieren.
Das Bluetooth wird aktiv, als ich den Anruf entgegennehme. »Hey, Dad.«
»Wann schaffst du es endlich, deinen Schwanz in deiner eigenen Hose zu behalten?«
»Franklin!« brüllt meine Mutter im Hintergrund.
»In nicht allzu ferner Zukunft wirst du eine schwängern und eine Babymama haben, die deine Gehaltsabrechnung haben will und nicht deinen Schwanz.«
»Franklin!«
Ich seufze und setze den Blinker. Ich habe keine Ahnung, woher er diesen Mist hat. »Was hast du gesehen?«
»Ich google jeden Morgen deinen Namen und es taucht immer ein neuer Artikel auf.«
»Na und?« Ich wedle mit der Hand, um das Gespräch schneller voranzubringen, auch wenn er mich nicht sehen kann.
»Du warst im Meer mit irgendeiner Frau. Auf den Bildern ist ziemlich klar zu erkennen, was ihr zwei da macht, auch wenn sie unscharf sind.«
Ich atme aus und denke einen Moment lang an Ande, bevor ich mich frage, warum zum Teufel irgendeine Zeitung gerade jetzt über uns berichten sollte. Ande und ich hatten eine Urlaubsaffäre, als ich vor Monaten bei der Destination-Hochzeit meines Teamkollegen Ford Jacobs war. Verdammt, mit Ande hat es angefangen, dass ich mit x-beliebigen Frauen schlafe. Natürlich hatte ich auf dem College ein paar Mal Sex mit irgendwelchen Frauen, aber das war nichts im Vergleich zu meiner Zeit bei den Profis. Meine Mannschaftskameraden haben recht.
»Dad, ich bin jung. Ich werde mich nicht dafür entschuldigen, dass ich auf der Hochzeit meines Teamkameraden Spaß hatte. Jeder andere Typ in seinen Zwanzigern ist auch da draußen …«
»Und wie viele Typen in ihren Zwanzigern leben ihren Traum, als Profi Eishockey zu spielen?« Er unterbricht mich mit seinem typischen Tonfall, der nur so von Autorität strotzt.
»Nicht so viele, aber das heißt doch nicht …«
»Ich weiß, wie es ist. Ich weiß es wirklich. Aber lass mich dich daran erinnern, dass du eine Verantwortung gegenüber deinen Leuten hast, uns auf eine gute Art und Weise zu repräsentieren.«
Ich atme geräuschvoll aus. »Ich habe doch bloß Spaß.«
»Also, wenn die Tatsache, dass du ein Vorbild für so viele Schwarze Jungs da draußen bist, nicht Motivation genug ist, wie wäre es dann damit, dass deine Mutter neulich nach der Kirche geweint hat?«
Ich strecke die Arme durch und drücke meinen Rücken in den Fahrersitz. Ich ärgere mich, dass er versucht, mir ein schlechtes Gewissen zu machen. »Warum hat Mom geweint?«
»Wegen dieser Artikel. Wir sind eine Kleinstadt und du lässt uns nicht gerade in einem guten Licht dastehen.«
»Warum sollte ich euch überhaupt in irgendeinem Licht dastehen lassen? Ich bin einfach nur ich selbst.«
»Es ist eine Ehre, deine Heimatstadt zu repräsentieren. Und wenn es für dich zum Du-selbst-Sein dazugehört, vor Hunderten von Zeugen mit einer Frau im Meer zugange zu sein, dann bist du nicht mehr der Sohn, den ich kenne und erzogen habe.«
Ich stöhne und frage mich, ob es sich überhaupt lohnt, meinem Vater von Ande zu erzählen. Sie war nicht einfach irgendeine beliebige Frau, auch wenn es in dieser Hinsicht für uns keine Zukunft gibt. Verdammt, was habe ich zu verlieren?
»Sie war anders, okay?«
»Wenn sie so anders war, warum dann all die Frauen nach ihr … oh.« Der Groschen fällt. »Sie ist die Ein …«
Jetzt bin ich dran, meinen Vater zu unterbrechen. »Das habe ich nicht gesagt. Ich sage nur, dass ich an ihr interessiert war, aber sie wohnt Tausende von Kilometern weit weg. Ich habe mich auch ein paar Mal bei ihr gemeldet, aber ich habe keine Antwort von ihr bekommen.«
»Also hast du beschlossen, einen auf Fuckboy zu machen?«
»Franklin!« schreit meine Mutter im Hintergrund.
»Du weißt es eigentlich besser. Solche Dinge regeln sich nicht von selbst.«
»Ich weiß, aber ich bin nur einmal jung.«
Das ist der Satz, den Tweetie letzte Saison zu mir gesagt hat, als wir in Chicago waren und ich hin- und hergerissen war, ob ich mit Warner im Hotel bleiben sollte, anstatt mit den anderen Jungs feiern zu gehen. Tweetie hat unerbittlich darauf bestanden, dass ich nicht im Hotelzimmer sitzen sollte. Das ist es, was Typen wie Drake und Jacobs machen. Männer, die die Liebe ihres Lebens bereits gefunden haben. Ich bin mir nicht sicher, wie er sich die Zukunft mit Tedi, seiner langjährigen Freundin, ausmalt, aber ich kann so viel sagen, dass er nicht ein einziges Mal mit einer anderen Frau getanzt hat, während wir dort waren. Zumindest was ich gesehen habe.
»Das hört sich an wie irgendein Scheiß, den ein Teamkollege dir erzählt hat.«
Wie um alles in der Welt kann er das wissen? »Vielleicht muss ich erst Erfahrungen mit anderen Frauen machen, um zu wissen, was ich will?«
Er stöhnt. »Deine Mutter ist die Einzige, mit der ich je zusammen war, und irgendwie wusste ich, dass sie die Richtige für mich ist.«
»Ich schätze, du bist einfach besser als ich.« Ich werfe einen Blick über die Schulter und wechsle die Spur, schalte und trete dann aufs Gas.
»Ich warne dich, hör auf mit dem Scheiß. Ich bin nicht so streng mit dir, weil ich wegen dieser Artikel sauer bin. Ich habe angerufen, weil es deine Mutter aufregt, und du weißt, auf wessen Seite ich immer stehen werde, wenn es um deine Mutter und irgendjemand anderen geht.«
»Sogar bei deinem eigenen Sohn?«
»Ja. Ohne Wenn und Aber. Doch wenn du so weitermachst, Cory, dann reden die Leute nur darüber, was du neben dem Eis tust, und nicht darüber, was du darauf machst. Hast du das kapiert? Willst du für so was bekannt sein? Wie viele Frauen am Abend nach dem Spiel in deinem Bett liegen und nicht, wie viele Tore du schießt?«
»Es ist ja nicht so, dass ich viel Zeit auf dem Eis verbringe«, grummele ich und fahre auf den Parkplatz der Florida Fury Arena.
»Wir haben darüber schon gesprochen. Du musst dir deinen Platz verdienen. Deine Zeit wird kommen. Besonders jetzt, wo ihr Langley habt. Aiden Drake ist ein außergewöhnlicher Center-Spieler, aber deine Zeit wird kommen, Sohn.«
»Wenn meine guten Jahre vorbei sind?«, jammere ich, weil ich sauer auf Ande bin, jetzt, wo mein Vater sie erwähnt hat. Ich dachte, es gäbe eine echte Verbindung zwischen uns beiden, und dass sie mich seit unserer Rückkehr von der Insel einfach so geghostet hat, pisst mich richtig an.
»Mach das nicht.«
»Was mach ich nicht?«, frage ich, parke mein Auto und lasse den Motor laufen, während ich zuschaue, wie meine Teamkollegen in die Arena gehen.
»In Selbstmitleid versinken. Du hast dich richtig entschieden.«
Mr. Gerhardt hat mich ganz direkt gefragt, ob ich damit einverstanden wäre, in den ersten ein oder zwei Jahren nicht so viel Eiszeit zu bekommen, als er darüber nachdachte, mich zu verpflichten. Als Alternative wären die Sharks bereit gewesen, mich zu nehmen, und ich wäre Stammspieler geworden, aber dieses Team bricht gerade auseinander. Nur so konnten die Fury Langley bekommen – die anderen konnten sich das Geld für sein Gehalt einfach nicht mehr leisten. Ich wollte kein Star sein, der nie einen Cup gewonnen hat. Ich will in einem starken Team spielen, das den Pokal gewinnt. Wenn wir Glück haben, sogar mehrere Jahre hintereinander.
»Ich weiß, dass ich es so wollte.«
»Und was das Mädchen angeht, wäre es am besten, wenn du dein Privatleben erst einmal außen vor lässt. Du solltest trainieren, dich gesund ernähren und dafür sorgen, dass du hundertprozentig bereit bist, wenn deine Rückennummer aufs Eis gerufen wird.«
Ich nicke, obwohl mein Vater mich nicht sehen kann. »Okay.«
»Ich bin nur so hart zu dir, weil du eine besondere Gelegenheit hast, die sich nicht so oft ergibt. Wie viele Schwarze spielen zurzeit in der Liga?«
»Ich hab’s verstanden.«
»Dann zeig es.«
»Ja, Sir. Hör zu, ich muss los. Das Training fängt gleich an.« Mein Finger schwebt über der Anruf-Beenden-Taste.
»Wir haben dich lieb«, sagt er.
»Wir vermissen dich!«, schreit meine Mutter.
»Kannst du Zeit für ein Abendessen einplanen, wenn ihr gegen St. Louis spielt? Deine Mutter und ich wollen dich gerne einladen.«
»Geht klar.«
»Gut. Lieb dich, mein Sohn.«
»Ich hab dich auch lieb.«
Wir legen auf, und ich sitze noch einen Moment da und denke darüber nach, was mein Vater gesagt hat. Er hat immer recht. Die Hot Boy Era bringt mir rein gar nichts, außer einen Ruf, den ich nicht haben will.
Ein Schlag gegen mein Fenster erschreckt mich, sodass ich mich umdrehe und Warner Langley vor mir stehen sehe. »Willst du zu spät kommen?«
Ich öffne meine Tür und wir gehen hinein, da all unsere Ausrüstung schon in unseren Spinden ist.
»Du kommst doch heute Abend zum Barbecue, oder? Nach dem Training.«
»Ich hab noch keine Beilage.«
Warner organisiert heute Abend, wenn wir hier fertig sind, ein Treffen und wir sollen alle eine Beilage mitbringen.
»Imogen und die anderen Mädels gehen nach dem Training einkaufen. Da kannst du mitgehen. Schreib mir einfach kurz, wenn ihr auf dem Rückweg seid.«
»Was wird denn das heute Abend?«, frage ich, weil er so vage bleibt.
»Nichts. Ich habe nur eine Überraschung für sie.« Er klopft mir auf die Schulter. »Danke, dass du dabei mitmachst.«
Warner beschleunigt seine Schritte, um zu Ford aufzuschließen, und die beiden führen flüsternd ein kurzes Gespräch.
Es ist immer noch komisch, sie so vertraut miteinander zu sehen. Bis vor ein paar Monaten war Ford fest entschlossen, Warner das Leben hier zur Hölle zu machen, wegen irgendeinem Schwachsinn, der zwischen Warner und Fords Schwester Imogen passiert ist, als sie noch Teenager waren.
In der Umkleidekabine setze ich mich auf die Bank und ziehe mich fürs Training um. Aber ich lasse mich schnell ablenken und greife zu meinem Handy, weil ich wissen will, welchen Artikel mein Vater gelesen hat. Ich frage mich, ob er ein Zeichen enthält, das ich in Bezug auf Ande übersehen habe. Ich hatte noch nie so eine Verbindung aus dem Nichts zu einer Frau wie damals, als Ande neben mir im Bus saß, der uns vom Flughafen zum Ferienresort bringen sollte. Es war fast so, als würde ich sie aus einem anderen Leben kennen oder so ein Blödsinn. Mein Gott, ich muss mich zusammenreißen. Ich verliere meinen verdammten Verstand wegen einer Frau, die ich nicht einmal sieben Tage lang gekannt habe. Eine Frau, die nicht einmal auf meinen Anruf reagiert hat. Auf mehrere, um genau zu sein.
Es dauert nicht lange, den Artikel zu finden, und ich glaube, er taucht gerade jetzt wieder auf, weil es einen neuen Kommentar in dem Thread gibt, der die Algorithmen aktiviert hat. Ich lese den Kommentar und meine Hand krampft sich fester um das Handy. Er ist von einer Frau, die behauptet, dass ich vor zwei Wochen in Los Angeles mit ihr geschlafen und mich danach nie mehr gemeldet hätte. Dass ich ihr das Gefühl gegeben hätte, Cinderella zu sein, und sie wie eine Prinzessin behandelt hätte, bis ich sie dann um Mitternacht aus meinem Zimmer geworfen hätte.
So ein Scheiß. Zuallererst einmal habe ich nie Sex in meinem Hotelzimmer, weil ich mir eines mit Warner teile, wenn wir unterwegs sind, und er wäre komplett angepisst. Ich gehe immer zu der Frau … Verdammte Scheiße, hör dir doch mal selbst zu, Freeman.
Als ob das Universum mir klarmachen will, was für ein Arschloch ich war, leuchtet eine neue Nachricht auf meinem Handy auf.
York:Ich werde wahrscheinlich in einer Woche oder so in deine Gegend kommen. Noch nichts Genaueres. Ich weiß, dass wir eigentlich nur in Denver miteinander vögeln, aber ich dachte, es könnte auch woanders Spaß machen ;)
Ich habe York in einer Bar kennengelernt, als wir das erste Mal in Colorado gespielt haben, und sie behält mich im Auge, sodass ich mich jedes Mal, wenn ich in der Stadt bin, mit ihr treffen kann. Und im Gegensatz zu der Frau in den Kommentaren ist es York egal, dass es keine weiteren Verpflichtungen gibt.
Ich: Wenn du Karten willst, sag mir Bescheid.
York: Du weißt, dass mir Eishockey egal ist. Aber reserviere mir gerne Zeit mit dir.
Ich: Geht klar.
York: Ich halte dich auf dem Laufenden. In der Zwischenzeit …
Ein Bild von ihren Titten öffnet sich. Verdammt.
»Du nimmst die Rolle des Fuckboys wirklich sehr ernst, was?« Kane Burrows, der Torwart der Florida Fury, sitzt neben mir und schaut rüber auf mein Handy.
»Ich hab nicht darum gebeten.« Ich drücke den Knopf an der Seite meines Handys, um den Bildschirm auszuschalten.
Er hebt schnell die Hand und schüttelt den Kopf. »Das ist deine Sache.«
Er zieht seine Ausrüstung an. Kane ist älter und wahrscheinlich in seinen letzten paar Jahren in der Liga, aber irgendwie hat er sich zu einer Art Mentor für mich entwickelt. Er ist schon so lange in der Liga, dass es nicht viel gibt, was er nicht schon erlebt hätte.
»Ich meine nur, dass ich nicht darum bitte.«
Er nickt und zuckt dann mit den Schultern. »Aber du nimmst die Angebote an.«
»Was soll ich denn sonst machen?«
Er kichert und rückt seine Schulterpolster zurecht. »Du sollst nichts Bestimmtes machen. Jeder von uns hat das im Laufe der Jahre anders gehandhabt. Nimm zum Beispiel Tweetie; er war in den ersten Jahren sehr ähnlich wie du und ehrlich gesagt auch noch viele Jahre danach. Jacobs hat sich auch nicht gerade zurückgehalten. Manche Spieler sind einfach diskreter. Drake zum Beispiel hat viele Frauen abbekommen, aber selten hat jemand etwas davon mitbekommen.«
»Und du?«
Er gluckst wieder und fährt sich mit der Hand durch sein kinnlanges Haar. »Ich hatte auch meine Phasen, aber ich habe vor langer Zeit beschlossen, dass ich möchte, dass die Leute wegen meiner Qualitäten vor dem Netz über mich reden und nicht wegen der Anzahl meiner Babymamas oder der Höhe meiner Unterhaltszahlungen. Oder noch schlimmer, wie ich meine Familie zerstört habe, weil ich mich nicht zusammenreißen konnte.«
Ich schnüre meine Schlittschuhe und denke darüber nach, was Kane gesagt hat. Ich weiß, dass ich meinen eigenen Weg in dieser Liga finden und mir selbst einen Platz verdienen muss. Sind wir mal ehrlich, im Moment ist mein Privatleben viel interessanter als mein Berufsleben. Ich bekomme um einiges mehr Sex als ich Eiszeit habe. Wenn ich das ändern will, verbringe ich wohl besser mehr Zeit mit dem Training auf dem Eis als mit dem Ficken im Bett.
Der erste Schritt in diese Richtung ist es, zu vergessen, dass ich Ande Evans jemals getroffen habe. Der eigentliche Grund, warum ich in letzter Zeit mit so vielen Frauen geschlafen habe, ist, sie aus meinem Gedächtnis zu löschen. Wenn ich sie vergessen kann, habe ich vielleicht eine Chance, endlich meinen Scheiß auf die Reihe zu bekommen.
»Er will wahrscheinlich nur flachgelegt werden.« – Ande
Ande
HUUP!
»Mein Gott, Ande.« Trevor hält sich am Griff der Autotür fest, als wäre ich kurz davor, uns in einen Unfall zu verwickeln, und er überlegen würde, lieber auszusteigen.
»Was? Ich muss mich erst noch an diese Straßen gewöhnen.« Ich fahre auf den Parkplatz des Supermarkts.
»Die Straßen in Florida sind anders als in Salt Lake City?« Trevors geschwungene Augenbrauen heben sich bis zu seinem Haaransatz.
»Halt die Fresse.« Ich schlage ihm spielerisch auf die Brust.
»Es ist nicht wirklich cool, seinem Chef zu sagen, er soll die Fresse halten.« Er öffnet die Tür, noch bevor ich das Auto fertig geparkt habe, weil er in den meisten Dingen einen Hang zum Dramatischen hat.
»Dann frag bitte in Zukunft nicht mich, wenn dich jemand abholen und dir helfen soll, das Abendessen für dein Date zu kochen.« Ich steige aus meinem Auto. Es ist neu, aber nichts Extravagantes. Die Schrottkiste, die mir meine Eltern in der Highschool geschenkt hatten, hätte es nie hierher geschafft, als ich umgezogen bin.
»Ich glaube, wir haben die perfekte Arbeitsbeziehung.« Er schlingt seinen Arm um meine Schultern und küsst meine Schläfe. »Außerdem bist du mir was schuldig. Ich habe Janice den schwierigen Mandanten gegeben und du hast letzte Woche den leichten bekommen.«
Ich boxe ihm in den Magen und er tut so, als hätte ich ihm tatsächlich wehgetan.
Ich weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn Trevor mich nicht angestellt und unter seine Fittiche genommen hätte. Als ich meine beiden besten Freundinnen Sophie und Brit zurückgelassen habe, habe ich mich erst einmal ein wenig verloren gefühlt. Nach der Affäre, die ich mit Cory in den Tropen hatte, dachte ich, wir hätten eine Verbindung, also habe ich nach ihm gesucht – jetzt, wo wir praktisch Nachbarn waren –, aber alles, was ich online gefunden habe, hat mir gezeigt, dass die einzige Verbindung, die wir hatten, darin bestand, dass wir beide horny waren. Im Internet fand ich alles Mögliche über seinen Playboy-Lifestyle, was mir sagte, dass er nicht gerade vor Sehnsucht nach mir verging. Es stimmt schon, er hatte mir ein paar Mal geschrieben, als er zufällig in Salt Lake City war, aber ich war nicht daran interessiert, wieder seine Matratze auf Abruf zu sein. Er wusste es noch nicht, aber ich war bereits in derselben Stadt wie er.
»Keine Sonderbehandlung«, sage ich.
»Wenn du deiner neuen besten Freundin nicht einen kleinen Knochen zuwerfen kannst, was ist dann der Vorteil davon, Chef zu sein?« Er schnappt sich einen Einkaufswagen und schiebt sich vorwärts.
Ich nehme einen kleinen Korb, um ein paar Dinge für mein einsames Abendessen zu holen. »Komm, beeilen wir uns. Ich habe heute Abend noch was zu erledigen.«
»Zum Beispiel was? Deine jämmerlichen selbst aufgenommenen Sendungen anschauen? Was wird’s heute Abend? Housewives auf Bravo oder doch Hochzeit auf den ersten Blick?« Er nimmt eine Weintraube und wirft sie sich in den Mund, dann weiten sich seine Augen, als ob ihm gerade eine tolle Idee gekommen wäre. »Weißt du was? Du solltest bei der Show mitmachen. Hochzeit auf den ersten Blick.«
»Ja, nee.« Ich schaue mir das Obst prüfend an. »Es ist verrückt, wie gut euer frisches Obst hier ist.«
»Ich kenne es nicht anders, ich bin ja hier aufgewachsen.« Er nimmt eine weitere Weintraube und wirft sie in die Luft, aber sie landet auf seinem Mundwinkel und rollt über den Boden.
»Okay, konzentrieren wir uns. Weißt du, was dein Date gerne isst?«
Er schiebt den Wagen vor sich her. »Nö. Es ist ein Blind Date.«
»Trevor, man lädt doch kein Blind Date zu sich nach Hause ein.«
Er zuckt mit den Schultern. »Das passt schon.«
»Du musst ihm den Hof machen. Was, wenn er der Eine ist? Oder noch schlimmer, ein Serienmörder?«
Trevor lacht und schiebt den Einkaufswagen wie ein Jugendlicher, der sich nicht beherrschen kann. Er wird früher oder später einer Oma in die Hacken fahren und sie wird ihm ihre harte Handtasche um den Kopf hauen.
»Ich schau mir mal das Fleisch an.« Er zwinkert und verschwindet.
Ich sehe mir den vorgeschnittenen Salat in Tüten an, in der Hoffnung, eine zu finden, die nicht schon anfängt zu vergammeln, und schüttle den Kopf über Trevor. Ich liebe diesen Kerl.
»Ande?«
Meine Hand erstarrt auf einer Salattüte.
Diese Stimme.
Die Stimme, die ich in Interviews gehört habe, als ich ihn auf Social Media gestalkt habe. Dieselbe, die ich immer noch als Sprachnachrichten auf meinem Handy gespeichert habe.
Ich drehe mich um, und er ist es wirklich. Cory.
Als ich ganz frisch hergezogen war, habe ich mir immer vorgestellt, wie es wäre, ihm über den Weg zu laufen, aber ich dachte mir, dass die Chancen dafür sehr gering sind. Das Leben eines Junggesellen ist ganz anders als das meine. Vor allem, wenn der Junggeselle ein professioneller Eishockeyspieler ist.
»Cory«, sage ich und versuche, so überrascht zu tun, wie er darüber zu sein scheint, mich in Florida zu sehen.
Er beugt sich vor, genauso wie ich auch, aber wir schnellen wieder auseinander, kurz bevor wir uns für eine unbeholfene Umarmung entscheiden, bei der seine Lippen meine Wange berühren. Ich schlucke den Seufzer hinunter, der meinen Lippen entweichen will.
»Was machst du denn hier?« Er fährt sich mit der Hand über die Bartstoppeln in seinem Gesicht.
»Lustiger Zufall. Gleich nachdem ich von meinem Urlaub zurückgekommen bin, habe ich hier einen Job angeboten bekommen. Also …«
Sein Lächeln wird breiter. »Du wohnst jetzt hier?«
»Ja, das tue ich.«
Einen Moment lang vergesse ich alles andere. Die Booty Calls, die ich bekommen habe, als die Fury in Salt Lake City gespielt haben, die Fanseite mit Bildern von ihm mit anderen Frauen, wie verletzt ich war, als mir klar wurde, dass ich nur eine Urlaubsaffäre war, egal, was er mich hatte glauben lassen. Ich hatte gedacht, Cory wäre anders, aber er war genauso wie alle anderen auch.
»Das ist mega.« Er sieht sich um und runzelt die Stirn über das, was er hinter mir sieht, bevor mich das Geräusch von Orangen, die aus einer Auslage fallen, zum Umdrehen bringt.
»Wir dachten uns schon, dass du das bist«, sagt Imogen und kommt herüber.
Eine nach der anderen kommen die Freundinnen der Eishockeyspieler hinter dem Orangenregal hervor. Tedi, Saige und Paisley winken mir zu, bevor sie mich umarmen, als ob wir lange verlorene Freundinnen wären. Ich habe sie im Urlaub getroffen und sie waren nett, aber ich kenne sie nicht besonders gut.
»Du solltest auch zu Imogen kommen. Sie datet jetzt Warner Langley«, sagt Tedi.
Ich lache. »Hab ich gesehen.«
Wie könnte man es auch nicht mitbekommen haben? Der Mann posiert für jedes verdammte Paparazzi-Foto mit Imogen an seinem Arm. Er könnte auch gleich ein T-Shirt tragen, auf dem steht: »Mein Herz gehört Imogen Jacobs.« Wie man sieht, bin ich nicht im Geringsten eifersüchtig.
»Du meinst wohl ihre Werbetafel. Ja, er könnte jetzt einfach aufhören.« Tedi steckt sich den Finger in den Mund.
Imogen wird rot.
»Also, ich würde ja liebend gerne, aber …« Ich halte inne, weil ich nicht genau weiß, was ich noch sagen soll.
Cory stöhnt.
»Wisst ihr was? Wir müssen los. Ich hab vergessen, dass Warner Würstchen will. Große, dicke Würstchen«, sagt Imogen.
»Super.« Ich lächle.
»Hast du dich gerade selbst reden gehört?« Tedi schiebt Imogen vorwärts und dreht sich dann zu uns um. »Wir treffen euch an der Kasse. Ich hoffe, wir sehen dich dort.«
Als sie weg sind, stehen Cory und ich uns unangenehm berührt gegenüber. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich habe diesen Moment sowohl mit Angst als auch mit Freude erwartet.
»Ich sollte gehen.« Ich zeige mit dem Daumen in die Richtung, in die ich vorhin unterwegs war. »Es war schön, dich zu sehen.«
Er schiebt seine Hände in die Taschen. »Hey, hast du eine neue Nummer?«
Und da haben wir’s. Ich muss mich entscheiden, ob ich den Kontakt zu Cory ganz abbrechen soll. Aber verdammt, ein halbes Jahr als Eishockeyprofi und sein Körper verwandelt sich auf eine Art und Weise, die mich zum Sabbern bringt. Und das, obwohl er vollständig angezogen ist. Ich kann ihn mir gar nicht nackt vorstellen … okay, ja, ich kann es mir eigentlich ganz bildlich vorstellen.
»Hey, Schatzi.« Trevor kommt auf uns zu. »Ich habe das Fleisch.« Mit einem breiten Grinsen hält er ein Paket mit irgendeinem Fleisch hoch und legt es in seinen Einkaufswagen. »Oh, ich brauche keinen Salat. Ich esse Grünzeug nicht besonders gerne.«
Trevor scheint Cory zunächst gar nicht zu bemerken, aber Cory ist schwer damit beschäftigt, ihn von oben bis unten zu mustern, als würde er die Konkurrenz einschätzen.
»Oh, wer ist unser Freund?« fragt Trevor, dann kommt ein erstickter Schrei aus seinem Mund. »Nein! Oh mein Gott. Du versuchst aber nicht gerade, Ande aufzureißen?«
Ich lache spöttisch auf und drehe mich zu ihm um. Er schlägt sich die Hand vor den Mund.
Ich schiebe meinen Arm unter den meines Freundes und Trevor beobachtet die Bewegung verwirrt. »Cory, das ist mein fester Freund, Trevor. Trevor, kennst du Cory–«
»Freeman! Jet bei den Florida Fury. Ich habe es gerade erst gecheckt.« Trevor streckt seine Hand aus.
Ich hoffe, er spielt bei der Notlüge mit, die ich gerade erzählt habe. Es war eine Entscheidung in Sekundenschnelle und es erscheint mir nun mal am einfachsten, die Möglichkeit auf eine Beziehung mit Cory im Ansatz zu ersticken.
»Das wäre dann ich. Ihr zwei seid also zusammen, was?« Cory schüttelt Trevors Hand, wobei seine Augen auf mich gerichtet sind.
»Jap«, antworte ich mit Selbstvertrauen in meiner Stimme.
»Woher zum Teufel kennt ihr beiden euch?« Trevor starrt mich an und wartet auf eine Antwort.
Ich habe weder Trevor noch sonst irgendjemandem von Cory erzählt, wahrscheinlich weil ich tief im Innern schon wusste, dass das alles für mich wohl eine größere Bedeutung hatte als für ihn.
»Wir haben uns letzten Sommer in einem Ferienresort kennengelernt. In der Nebensaison«, sagt Cory.
»Sag mal, Cory, wenn jemand für dich Abendessen kochen würde, was würdest du dir wünschen?« fragt Trevor.
Ehe ich mich versehe, laufen wir zu dritt durch die Gänge des Supermarkts. Cory sagt Trevor tatsächlich, was er kochen soll, und ich bin davon genervt. Trevor ist doch ein intelligenter Typ. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er eins und eins zusammenzählen kann – wie meine Unbeholfenheit gegenüber Cory und die Tatsache, dass er immer wieder versucht, ein Gespräch mit mir anzufangen, während Trevor ihn mit Fragen bombardiert.
Bevor ich überhaupt merke, was los ist, stehen wir mit all den Eishockey-Freundinnen an der Kasse.
»Ich kann nicht glauben, dass du jemanden kennst, der für die Fury spielt, Ande. Warum hast du mir das nie erzählt?« fragt Trevor.
Tedis Augenbrauen ziehen sich verwirrt zusammen.
»Mädels, das ist mein Freund, Trevor. Trevor, das sind alles Freundinnen von …« Ich bekomme keine Chance, meinen Satz zu beenden, bevor Trevor dazwischenfunkt.
»Imogen Jacobs, du bist mit Warner Langley zusammen«, sagt Trevor und deutet mit einem breiten Lächeln auf sie.
»Das ist wie der Joker auf dem Bingofeld. Versuch’s mit einer anderen von uns«, sagt Tedi.
Er zuckt mit den Schultern. »Ich habe eben den Instagram-Post gesehen.«
»Du und alle anderen auch.« Tedi rollt mit den Augen.
»Hey, es gibt keinen Grund, so schnippisch zu sein, nur weil er mich liebt. Wollen wir nicht alle das Beste füreinander?«
Paisley legt ihre Hand auf Imogens Schulter. »Natürlich, meine Süße.«
Wir arbeiten die Vorstellungsrunde ab und Trevor scheint von der Aussicht begeistert zu sein, heute Nachmittag alle Eishockeyspieler bei einem Barbecue zu treffen. Und das, obwohl ich versuche, ihm mit meinen Blicken zu verstehen zu geben, dass ich alles andere als das machen möchte. Imogen gibt mir ihre Adresse und sagt uns, dass wir ihnen einfach zu ihrem Haus folgen können.
Nachdem wir uns verabschiedet haben und ich auf dem Fahrersitz Platz genommen habe, stecke ich den Schlüssel ins Zündschloss und sehe Trevor direkt an. »Wir gehen da nicht hin. Wenn ich irgendwann in der Zukunft jemanden von denen sehe, sage ich einfach, wir hätten uns verfahren.«
»Wir lassen doch keine Party mit den Florida Fury ausfallen.« Trevor dreht sich mit großen Augen zu mir um, als wäre ich verrückt geworden. »Außerdem, was hat es mit der Lüge auf sich, dass ich dein Freund wäre? Ich bin ganz offensichtlich schwul.«
Ich zucke mit den Schultern. »Du kannst auch einen auf hetero machen.«
»Nur weil ich mich mit Eishockey auskenne, sehe ich noch lange nicht heterosexuell aus.« Er verschränkt die Arme und starrt durch die Windschutzscheibe.
Er hat ja recht. Jetzt fühle ich mich wie ein Arsch.
»Also hör zu, ich habe mit Cory in diesem Resort gevögelt. Ich war mit meinen Freundinnen dort und habe versucht, meinen letzten Freund, der mich betrogen hatte, zu vergessen. Hab Cory getroffen, wir hatten was miteinander, und ich dachte, es könnte vielleicht mehr daraus werden. Aber falsch gedacht, es stellte sich raus, dass ich für ihn nur ein Puck Bunny war, das das Glück hatte, ihn eine Woche lang für sich allein zu haben.«
»Dieser Mann hat immer noch etwas für dich übrig. Er konnte nicht aufhören, dich anzustarren.«
Die Röte steigt mir in die Wangen. Ich schüttle den Kopf. »Er will wahrscheinlich nur flachgelegt werden.«
»Wie du meinst, aber du bist mir was schuldig. Wir gehen zu einer Privatparty bei Warner Langley.«
Ich schalte das Auto auf Drive und er liest mir die Wegbeschreibung vor, wobei er mir eine Frage nach der anderen über Cory um die Ohren haut. Da gibt es aber nicht viel zu sagen, außer dass seine Persönlichkeit und sein Auftreten nicht zu dem passen, was die meiste Zeit über aus seinem Mund kommt. Er sagte mir, ich sei eine seltene Verführung, der er normalerweise nicht nachgibt. In Wirklichkeit war ich einfach nur das Mädchen, das er in diesem Urlaub haben wollte, und ich habe es ihm leicht gemacht, mich zu bekommen. Aber ich Dummerchen habe ihm geglaubt.
»Ich kann’s kaum erwarten!« Trevor klatscht wie ein Kleinkind. »Wir hätten Wein kaufen sollen. Was hast du gekauft?«
»Salat.«
»Ich habe nur das Fleisch, aber das sollte schon passen. Das sind doch alles große, muskulöse Eishockeygötter, oder?«
»Was ist mit deinem Date?« frage ich und sehe zu ihm rüber.
»Gerade abgesagt. Wie gut stehen die Chancen, dass ein Blind Date ein besserer Anblick ist als ein Raum voller Profisportler?«
Ich fahre eine lange Einfahrt hinunter und parke hinter einem Haufen anderer Fahrzeuge. Trevor ist im Nu aus dem Auto ausgestiegen. Bevor er sich das Fleisch schnappen kann, eilt Saige zu uns herüber, während Imogen auf die Tür des Luxusstrandhauses zugeht.
»Los, schnell, Warner hat eine Überraschungsverlobung geplant«, sagt sie mit gedämpfter Stimme.
»Nicht dein Ernst!« sagt Trevor und dreht sich mit ungläubiger Freude im Gesicht zu mir um.
Saige lächelt und nickt. »Jap, wir müssen also um das Haus herumlaufen, damit wir vor Imogen dort sind.«
Trevor sprintet um die Hausecke. Als ich ihn einhole, werden wir angewiesen, uns in zwei Reihen aufzustellen, in deren Mitte Imogen auf Warner zugehen wird, der am Ende auf sie wartet. Mein Gott, es ist mir so unangenehm, dass wir hier sind, wo wir doch nicht dazugehören.
»Darf ich dich daran erinnern, dass du nur wegen mir hier bist?«, flüstere ich Trevor ins Ohr.
»Und ich habe vor, der beste vorgetäuschte Freund aller Zeiten zu sein!«
Warner grinst Imogen an, als sie ihn erreicht, und beginnt mit seiner Rede.
Als ich den Blick von jemandem auf mir spüre, schaue ich hinüber und sehe, dass Cory mich beobachtet. Ich lächle ihn an und streiche mit meiner Hand an Trevors Arm hinunter, um seine Hand zu halten. Er drückt sie, um mir zu sagen, dass er da ist, aber ich habe mir wohl den schlechtesten Typen ausgesucht, um ihn als meinen Freund auszugeben. Ich weiß, dass all diese Hotties eine Ablenkung für Trevor sein werden. Verdammt, es ist auch für mich eine Ablenkung.
»Willkommen im Club.« – Ande
Cory
Ich trete einen Schritt zurück, um die Adresse auf der Visitenkarte, die Trevor mir gestern gegeben hat, noch mal zu überprüfen, und stelle fest, dass sie zu dem Gebäude passt, vor dem ich gerade stehe.
Das ist wahrscheinlich ein Irrtum. Ich sage mir immer wieder, dass ich froh sein sollte, dass Ande mit Trevor glücklich ist. Aber irgendetwas schien gestern Abend mit den beiden nicht zu stimmen und ich will, dass dieses Bauchgefühl verschwindet. Ein Teil von mir muss sich vergewissern, dass sie sicher ist und dass sie sich nicht mit demselben Typ Mann einlässt, der ihr das Herz gebrochen hatte, als ich sie zum ersten Mal getroffen habe.
Ich öffne die Tür des Bürogebäudes und sehe eine Reihe von Briefkästen an der Wand und eine Treppe vor mir, außerdem einen kleinen Flur, der zum Hintereingang führt. Da sie ihr Büro in Suite 205 haben, nehme ich die Treppe, öffne ihre Bürotür und linse hinein.
Ich bin überrascht, als ich eine Empfangsmitarbeiterin und eine Reihe von Büros an der einen Wand vorfinde, während sich auf der anderen Seite kleinere Kabinen befinden. Ich bin dankbar, dass ich meinen Traum leben darf, denn ich kann mir nicht vorstellen, den ganzen Tag in einem Büro zu arbeiten. Ich glaube, ich würde mich wie ein Tier in einem Käfig fühlen.
»Kann ich Ihnen helfen?«, fragt die junge Frau am Empfang und ich gehe zu ihr hinüber.
»Ich möchte zu Ande Evans.«
Trevor kommt aus einem Raum, den ich für den Pausenraum halte, und er hat einen Donut zwischen den Zähnen. Er zieht sich den Donut mit der Hand aus dem Mund. »Cory?«
»Hey, Trevor.« Ich gehe an der Rezeptionistin vorbei und schüttle ihm die Hand.
»Was führt dich hierher?« Er sieht sich nach Ande um, wie ich annehme.
»Ich wollte dir und Ande Karten für das Spiel morgen Abend geben.« Ich ziehe sie aus meiner Tasche.
Er hat ja keine Ahnung, wie hart ich um physische Karten kämpfen musste, die ich nicht per E-Mail bekomme oder an der Abendkasse abholen muss. Wer hätte gedacht, dass das inzwischen so kompliziert geworden ist? Ich habe noch jeden Abriss von jedem Spiel, bei dem ich jemals war. Ein echtes Ticket hat einfach einen sentimentalen Wert.
»Im Ernst?« Er sieht sich die Tickets an und er bekommt ganz große Augen, als er sieht, wo sie sitzen werden. »Erste Reihe?«
Ich nicke. Ich bin am Überlegen, ob ich Drake ein Angebot machen sollte, dass er eine Verletzung vortäuscht, damit ich etwas mehr Eiszeit bekomme, wenn Ande beim Spiel ist. »Nur das Beste.«
Er legt den Kopf schief. »Woher kennst du Ande noch mal?«
Wir konnten diese Frage gestern Abend umgehen und ich muss ihr auch weiterhin ausweichen, weil er sonst meine Motive als genau das erkennen wird, was sie sind – sein Mädchen dazu zu bringen, sich wieder in mich zu verlieben.
Aber nur, wenn sie in ihrer jetzigen Beziehung nicht glücklich ist, muss ich mich selbst ermahnen.
»Ist sie hier?«, frage ich und weiche seiner Frage aus – schon wieder.
Er steckt die Eintrittskarten in seine Gesäßtasche und beißt in seinen Donut, wobei er eine Wolke Puderzucker auf der Vorderseite seines Hemdes verteilt. »Hier entlang.«
Ich folge Trevor zu der Eckkabine, deren Fenster zu der Straße hinausgeht, auf der ich gerade geparkt habe.
»Ande, schau mal, wer uns überrascht«, sagt Trevor.
Sie dreht ihren Bürostuhl herum und springt dann auf. »Cory!«
Ihre Kabine ist so klein, dass sie praktisch in mich hineinrennt.
Trevor isst seinen Donut fertig, während ich nach ihrem Arm greife, um sie abzustützen.
»Tut mir leid, mir ist ein bisschen schwindelig. Ich starre schon seit einer Stunde auf dieses Logo.« Sie geht einen Schritt von mir weg, jedoch auch nicht näher zu Trevor hin, sondern bleibt auf neutralem Territorium.
»Dann würde ich euch beide gerne zum Mittagessen einladen.«
»Oh … Ich habe bald eine Deadli …«
»Du solltest mitgehen, Ande.« Trevor winkt ihren Einwand ab.
»Ich muss dieses Paket bis Ende der Woche fertig haben und der Kunde muss erst noch das Logo absegnen. Ich habe auf gar keinen Fall Zeit.« Sie sieht mich an. »Tut mir leid.«
»Hey, kein Ding. Vielleicht können wir morgen nach dem Spiel alle gemeinsam zum Carmelo’s gehen. Das ist dort, wo …«
» … ihr alle danach abhängt! Wir wissen davon.« Trevor strahlt.
»Ich weiß nichts davon«, sagt Ande. »Welches Spiel?« Sie sieht Trevor an, der sich den Puderzucker von den Händen wischt.
»Ich habe dir und Trevor Karten für das Spiel morgen Abend mitgebracht.«
Sie sieht Trevor skeptisch an.
»Erste Reihe, Baby!« Seine Vorfreude ist offensichtlich. Der Typ muss Eishockey wirklich lieben.
»Oh, danke«, sagt sie zu mir.
»Und jetzt bestehe ich darauf, dass ihr beide gemeinsam mittagessen geht.« Trevor wirft ihr einen bedeutungsschwangeren Blick zu, den ich nicht deuten kann, aber ich beschließe, dass ich anfange, Trevor zu mögen.
»Aber …«
»Das Logo wird noch hier sein, wenn du zurückkommst.« Er legt ihr seine Hände auf die Schultern und schiebt sie in Richtung der Tür.
Sie dreht sich zurück zu ihrem Schreibtisch. »Ich sollte meinen Mantel mitnehmen.«
»Ach bitte, du hast doch sowieso dickes Utah-Blut. Das überlebst du schon.« Er schubst sie zur Tür und sie sieht ihn einen Moment lang mit verengten Augen an.
Warum zum Teufel ist Trevor so okay damit, dass ich Ande ganz allein zum Mittagessen ausführe?
Er weiß nicht, dass du mit ihr geschlafen hast, Arschloch, deswegen.
Ich mag es irgendwie, dass sie das komplett geheim gehalten hat. Vielleicht bedeutet das ja, dass es für sie doch nicht nur eine kurze Affäre war.
»Trevor!« Sie versucht noch mal, sich zurückzudrehen, aber er schiebt sie weiterhin Richtung Tür.
»Geh. Ich habe in zehn Minuten ein Meeting.«
Die Rezeptionistin, der ich mich nie vorstellen konnte, starrt uns an, als wären wir ein wissenschaftliches Experiment, das sie nicht versteht, aber schon bald halte ich die Tür auf, sodass Ande hindurchgehen kann.
»Tschüss«, sage ich und winke, aber Trevor ist schon weg. »Mann, arbeitet der fleißig.«
»Ihm gehört das Ganze hier, also ist er sehr beschäftigt.«
Wir gehen die Treppe hinunter und ich warte, bis wir auf dem sonnigen Bürgersteig sind, bevor ich unser Gespräch fortsetze. Offensichtlich erlaubt Trevor legere Kleidung im Büro, denn sie trägt Jeans, All-Star-Converse und ein T-Shirt mit der Aufschrift »Gib mir Tacos und alles wird gut«.
»Wann bist du hergezogen und wie kam es dazu?«, frage ich und folge ihr, da sie offensichtlich einen bestimmten Ort im Sinn hat. Sie stürmt voran, als wäre sie auf einer Mission.
Ihr Kopf schnellt in meine Richtung. »Ich bin dir nicht gefolgt.«
Einen Moment verschlägt es mir die Sprache. »Das hätte ich auch nicht gedacht.«
»Aber es ist schon komisch, oder? Hier lebe ich nun in deiner Stadt, nach unserer Affäre und du hast nichts davon gewusst? Da wirke ich fast wie ein Creep.« Sie öffnet eine Tür zu einem Laden auf dem Platz nebenan und betritt ein Restaurant.
Ich frage mich, was in ihrem Kopf vor sich geht. Warum hat sie mir nicht einfach Bescheid gegeben, als sie hier angekommen ist?
»Ande!« Ein kleiner Mann mit einem grauen Bart und einem zuvorkommenden Lächeln kommt aus dem hinteren Teil des Restaurants. »Wo ist Trevor?«
Ande schaut mich an. »Er muss arbeiten. Ich habe einen Newbie mitgebracht. Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass er noch nie Del Toros gegessen hat?« Sie sieht mich mit fragenden Augen an.
Ich schüttle den Kopf. »Noch nie.«
»Du weißt, dass ich Newbies liebe«, sagt der Mann zu Ande und streckt seine Hand zwischen uns. »Ich bin Juan.«
»Hi, Juan. Cory.«
»Du kommst mir sehr bekannt vor, Cory. Bist du dir sicher, dass du noch nie hier gewesen bist?«
Ande lächelt, als würden wir ein Geheimnis verbergen.
Obwohl ich normalerweise nicht so offen mitteilsam bin, entscheide ich für mich, dass er anscheinend ein Freund von ihr ist, sodass es keinen Sinn hat, um die Wahrheit herumzureden. »Ich spiele für die Florida Fury.«
»Für wen?«, fragt Juan und nimmt zwei Speisekarten in die Hand.
»Das Eishockeyteam«, sagt Ande.
Juan winkt ab und deutet auf den an der Wand montierten Fernseher. »Hier Football. Tut mir leid.«
Ich lache, komme mir aber irgendwie so blöd vor. Ich bin sicher, dass das Ande beeindruckt hat. Nicht.
»Ich weiß, du hast es beim Lunch immer eilig, ich suche euch gleich mal einen Platz.« Juan führt uns zwischen den Tischen hindurch zu einem, von dem man auf die Straße hinausschauen kann.
Wir setzen uns in die Nische und Juan legt die Speisekarten vor uns, obwohl Ande ihre nicht einmal in die Hand nimmt.
Er sieht Ande an. »Horchata?«
Ihr Gesicht leuchtet auf. »Bitte.«
»Und du?«
»Ich nehme einfach nur ein Wasser.«
Juan zieht die Augenbrauen hoch und sieht Ande an. »Wo hast du den Typen denn gefunden? Ein Eishockeyspieler und er trinkt auch noch lieber Wasser als meine Horchata?«
Sie lacht, aber ich fühle mich, als hätte ich ihn beleidigt.
»Du hast mich nicht ausreden lassen. Ein Wasser und eine Horchata.«
Juan zeigt auf mich und lächelt. »Da haben wir’s doch. Ich bin gleich wieder da.«
Als Juan weg ist, beugt sich Ande vor. »Du musst nicht. Ich kann es auch trinken, wenn du es nicht magst.«
»Ist schon in Ordnung. Kommst du oft hierher?« Ich schaue mich in dem kleinen Restaurant um. Es gibt nicht mehr als fünfzehn Tische, meistens nur für zwei Leute, außer zwei größere Tische in der Mitte des Restaurants und eine Bar an einer der Wände.
»Ja, schon. Und wenn du ein T-Shirt über Tacos anhast, bekommst du einen Taco umsonst.« Sie grinst und zeigt auf ihr T-Shirt.
Ich weiß, dass es nur ein Restaurant ist, aber es fühlt sich seltsam an, dass sie sich in dieser Stadt ganz offensichtlich schon ein Leben aufgebaut hat. Vielleicht mehr als ich. Was meine Gedanken wieder zurück zu meiner ursprünglichen Frage bringt. »Wie kommt’s, dass du hier gelandet bist?«
Sie lehnt sich auf ihrem Stuhl zurück und sagt einen Moment lang nichts. »Ich bin …«
Juan bringt uns unsere Getränke und wirft die Strohhalme auf den Tisch.
»Gibst du uns fünf Minuten?«, fragt Ande.
Juan nickt. »Du weißt doch, dass hier gleich in der Mittagspause die Hölle los sein wird, also fünf Minuten.«
Nachdem er weggegangen ist, sieht sie mich an. »Gleich nachdem sich unsere Wege getrennt hatten, hat meine Chefin angerufen und gesagt, dass sie die Geschäftsstelle in Salt Lake City schließen würden. Sie hat dann einen Antrag auf meine Versetzung nach Florida eingereicht.«
Ich runzle die Stirn. »Und du hast dich nie bei mir gemeldet? Ich habe dich angerufen.«
Sie schnappt sich ihren Strohhalm vom Tisch und zieht die Papierverpackung ab, bevor sie ihn in ihren Becher steckt. »Ja, also … zuerst hat es sich komisch angefühlt. Ich dachte, du würdest es nicht besonders gut finden, dass ich gerade hierher gezogen bin, und dann …« Sie schaut so hoch, als wolle sie sich bereits für das entschuldigen, was sie gleich sagen würde. »Es wirkte für mich so, als wärst du schon weitergezogen.«
Ich lehne mich auf meinem Stuhl zurück und nutze die Gelegenheit, meinen Strohhalm zu befreien und ihn in mein Getränk zu stecken. »Ich hatte dir doch gesagt, dass du Gerüchte hören würdest.«
Sie nickt. »Ich schätze, ich habe nicht mit so vielen gerechnet.«
»Das verstehe ich, aber ich hätte mir trotzdem gewünscht, dass du dich gemeldet hättest.«
»Es ging alles so schnell, ich konnte es gar nicht richtig verarbeiten. Ich habe alle, die ich je kannte, für einen neuen Job und eine neue Stadt verlassen. Das war echt viel auf einmal.«
Ich nippe an der Horchata und finde sie überraschenderweise köstlich. »Und jetzt bist du mit Trevor zusammen?«
Sie nippt an ihrem Getränk. »Er hat mich sozusagen aus der anderen Firma entführt. Wir haben uns auf einer Konferenz kennengelernt, kurz nachdem ich hergezogen war.«
Mir fällt auf, dass sie ihre persönliche Beziehung nicht erwähnt hat. »Und du arbeitest als Grafikdesignerin, richtig?«
Ihr Lächeln zeigt, dass sie ihren Job wirklich liebt. »Ja. Nicht allzu aufregend, nur Logos und Branding für Unternehmen. Aber Trevor setzt viel Vertrauen in mich, was bedeutet, dass ich viel mehr Freiheiten habe als in meiner letzten Firma.«
