Parker löscht den heißen Abriss - Günter Dönges - E-Book

Parker löscht den heißen Abriss E-Book

Günter Dönges

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Beschreibung

Butler Parker ist ein Detektiv mit Witz, Charme und Stil. Er wird von Verbrechern gerne unterschätzt und das hat meist unangenehme Folgen. Der Regenschirm ist sein Markenzeichen, mit dem auch seine Gegner öfters mal Bekanntschaft machen. Diese Krimis haben eine besondere Art ihre Leser zu unterhalten. Butler Parker ist seinen Gegnern, den übelsten Ganoven, auch geistig meilenweit überlegen. In seiner auffallend unscheinbaren Tarnung löst er jeden Fall. Bravourös, brillant, effektiv – spannendere und zugleich humorvollere Krimis gibt es nicht! Lady Agatha wurde unsanft aus ihrem Schlummer gerissen, in den sie auf dem Rücksitz von Parkers Privatwagen gefallen war. Der Butler hatte die Bremse betätigt und gleichzeitig das Steuer gedreht. Das schwarze Vehikel kam am Straßenrand zum Stehen. »Meine bescheidene Wenigkeit bittet um Verzeihung, aber eine bestimmte Beobachtung machte diesen – mit Verlaub – abrupten Halt unumgänglich. Wenn Myladys Aufmerksamkeit sich den Jugendlichen vor dem Billardsalon dort drüben zuwenden würde?« »Was soll mit den jungen Leuten sein, Mister Parker? Sie prügeln sich – aber ist das in dem Alter nicht normal?« »Wie Mylady richtig beobachtet haben, scheinen in diesem Fall einige Jugendliche von anderen kollektiv bedrängt zu werden.« »Ich sorge für Ordnung«, versprach Agatha Simpson und ließ sich von Parker ins Freie helfen. »Ein Glück für die Lümmel, daß ich gerade vorbeikomme.« »Ein Umstand, der auf Myladys unübertreffliche Intuition zurückzuführen ist«, vermutete Parker. »Natürlich, Mister Parker.« Lady Agatha war überzeugt, daß das Schicksal sie zur Rettung Hilfsbedürftiger ausgesandt hatte. So verlor sie keine weitere Minute mehr. Die Jugendlichen hatten einen Kreis gebildet. In der Mitte war eine kleine Gruppe Farbiger zu erkennen. »Darf man sich höflich erkundigen, ob in irgendeiner Form Hilfe erwünscht ist?« wandte sich Josuah Parker an einen hochaufgeschossenen jungen Mann, der einen Billardstock in der Hand hielt und damit in der Luft herumfuchtelte.

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Seitenzahl: 111

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Butler Parker – 288 –Parker löscht den heißen Abriss

Unveröffentlichter Roman

Günter Dönges

Lady Agatha wurde unsanft aus ihrem Schlummer gerissen, in den sie auf dem Rücksitz von Parkers Privatwagen gefallen war. Der Butler hatte die Bremse betätigt und gleichzeitig das Steuer gedreht. Das schwarze Vehikel kam am Straßenrand zum Stehen.

»Meine bescheidene Wenigkeit bittet um Verzeihung, aber eine bestimmte Beobachtung machte diesen – mit Verlaub – abrupten Halt unumgänglich. Wenn Myladys Aufmerksamkeit sich den Jugendlichen vor dem Billardsalon dort drüben zuwenden würde?«

»Was soll mit den jungen Leuten sein, Mister Parker? Sie prügeln sich – aber ist das in dem Alter nicht normal?«

»Wie Mylady richtig beobachtet haben, scheinen in diesem Fall einige Jugendliche von anderen kollektiv bedrängt zu werden.«

»Ich sorge für Ordnung«, versprach Agatha Simpson und ließ sich von Parker ins Freie helfen. »Ein Glück für die Lümmel, daß ich gerade vorbeikomme.« »Ein Umstand, der auf Myladys unübertreffliche Intuition zurückzuführen ist«, vermutete Parker.

»Natürlich, Mister Parker.« Lady Agatha war überzeugt, daß das Schicksal sie zur Rettung Hilfsbedürftiger ausgesandt hatte. So verlor sie keine weitere Minute mehr.

Die Jugendlichen hatten einen Kreis gebildet. In der Mitte war eine kleine Gruppe Farbiger zu erkennen.

»Darf man sich höflich erkundigen, ob in irgendeiner Form Hilfe erwünscht ist?« wandte sich Josuah Parker an einen hochaufgeschossenen jungen Mann, der einen Billardstock in der Hand hielt und damit in der Luft herumfuchtelte.

Der Angesprochene drehte sich um und musterte den Butler überrascht. Dann schüttelte er den Kopf. »Nee, kein Bedarf, Opa. Hau ab, das hier is ’ne private Sache.«

»Ihre Ausdrucks weise läßt einen gewissen Schliff vermissen«, tadelte Parker.

»Du brauchst dich ja mit mir nich’ zu unterhalten, ich leg’ sowieso keinen Wert darauf«, wurde der Butler rüde belehrt.

»Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß Sie die jungen Leute im Kreis körperlich zu schädigen beabsichtigen«, stellte Parker gemessen fest.

»Was geht dich das eigentlich an, Mann?« Ein etwas dicker Junge war auf das Gespräch aufmerksam geworden und mischte sich ein. »Mach ’ne Fliege, Mann, schnapp dir die alte Tante da und zisch ab, sonst gibt’s was auf die Birne, kapiert?«

»War das nicht eine Beleidigung, Mister Parker?« Lady Agatha faßte den Dicklichen ins Auge und lächelte nahezu wohlwollend.

»Er dürfte es mit Sicherheit nicht so gemeint haben«, wurde er von einem Mann entschuldigt. Der Dreißigjährige hatte sich aus dem Gedränge vorgearbeitet und sah Mylady und den Butler aufmerksam an. »Warum interessieren Sie sich überhaupt für die jungen Leute hier?« erkundigte er sich.

»Man bemerkte die kleine Szene vom Wagen aus und hielt, um nach dem Rechten zu sehen, Sir«, klärte Parker ihn auf. »Meine Wenigkeit ging davon aus, daß möglicherweise Hilfe benötigt würde und wollte diese anbieten.«

»Das ist sehr freundlich von Ihnen«, stellte der Mann fest und nickte kühl, »Aber es ist nichts weiter. Sie können Ihren Weg unbesorgt fortsetzen.«

»Das glauben Sie selbst nicht, junger Mann«, ließ sich Lady Agatha mit grollender Stimme vernehmen. »Ich sehe genau, was hier gespielt wird. Gewisse Lümmel wollen die netten jungen Leute im Kreis verprügeln, nicht wahr? Leugnen Sie es nicht, für so etwas habe ich einen Blick!«

»Verdammt, was geht...« brauste der Dickliche auf, wurde aber von dem Dreißigjährigen, der teure Designer« Jeans, einen Rollkragenpullover und ein gleichfalls sehr teuer wirkendes Cashmere-Jackett trug, gestoppt.

»Halt die Klappe, Ray«, sagte er mit scharfer Stimme, und der junge Mann brach mitten im Satz ab.

»Die Sache sieht schlimmer aus, als sie ist«, winkte der teuer Gekleidete ab. »Sehen Sie, die Jungs hier sind Stammgäste in dem Billardsalon. Und die jungen Leute im Kreis sind dabei erwischt worden, wie sie im Salon Kleidung und Wertsachen aus der Garderobe stehlen wollten. Das haben sie natürlich nicht so gern.«

»Und deshalb wollen Sie die verhinderten Diebe verprügeln, nicht wahr?« stellte die ältere Dame fest und nickte nachdenklich.

»Haben Sie die Möglichkeit erwogen, die Polizei zu verständigen, Sir?« erkundigte sich Josuah Parker.

»Das bringt doch nichts.« Der Mann vor ihnen winkte verächtlich ab. »Das sind alles Leute von wer weiß woher, die sich hier bei uns breitmachen und glauben, wir müßten ihnen alles nachwerfen. Die haben ’ne stärkere Lobby als wir Einheimischen, soweit ist es schon mit uns gekommen.«

»Trotzdem dürfte es Aufgabe der Polizei sein, Anschuldigungen nachzugehen und für Aufklärung zu sorgen, Sir«, bestand Josuah Parker auf seinem Vorschlag.

»Unsinn, die hat weiß Gott Besseres zu tun«, wurde er umgehend belehrt. »Nein, nein, wir regeln das unter uns. Die Strolche beziehen ihre verdiente Abreibung, und damit hat’s sich. Stimmt’s, Ray?«

»Genau, Greg«, gab der Dickliche zurück und grinste.

»Ihr Vorhaben könnte und müßte man als Selbstjustiz bezeichnen«, kommentierte Parker die Absicht der Jugendlichen, deren Anführer Greg zu sein schien.

»Nehmen Sie’s mir nicht übel, guter Mann, aber allmählich verliere auch ich die Geduld«, teilte der teuer gekleidete Mann ihm mit und schüttelte unwillig den Kopf. »Warum verschwinden Sie nicht einfach und lassen uns in Ruhe?«

»Weil man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, korrigierend eingreifen zu müssen«, stellte der Butler würdevoll fest.

»Wir legen nicht den geringsten Wert auf Ihre Korrektur, begreifen Sie das endlich oder muß ich noch deutlicher werden?« Greg trat einen Schritt auf Parker zu und hob unübersehbar die Fäuste.

Inzwischen waren noch einige weitere Jugendliche auf den kleinen Wortwechsel aufmerksam geworden. Sie drehten sich um und kamen langsam näher. Allmählich bildete sich ein zweiter Kreis, der sich diesmal jedoch um Mylady und den Butler schloß.

»Soll das eine Bedrohung sein?« Lady Agatha funkelte Greg animiert an.

*

»Meinste vielleicht, wir tanzen Ringelreigen mit dir, Oma?« Der Mann namens Greg verzichtete auf die guten Umgangsformen und die gepflegte Ausdrucksweise, die ihn zu Beginn der Unterhaltung ausgezeichnet hatten, und zeigte sein wahres Gesicht. Er grinste herausfordernd und war sich seiner Stärke bewußt.

»Ihr Ton einer Dame gegenüber läßt entschieden zu wünschen übrig, Sir«, tadelte Parker ihn.

»Weil man anscheinend im guten nicht weiterkommt«, reagierte Greg. »Ich habe doch wirklich versucht, Sie auf nette Art zum Verschwinden zu überreden. Warum tun Sie das nicht? Sie haben sich die Folgen selbst zuzuschreiben.«

»Sie scheuen nicht davor zurück, Mylady und meiner bescheidenen Wenigkeit körperliches Ungemach anzudrohen?«

»Ganz recht.« Greg schien keine Mühe zu haben, Parkers gewundenen Satz zu verarbeiten, wie der Butler bei sich registrierte.

»Also gut«, fuhr der Mann in gönnerhaftem Ton fort. »Wir geben euch noch ’ne Chance. Schließlich seid ihr nicht mehr die Frischesten und habt wohl nicht gleich verstanden, was hier Sache ist.«

»Dieses Subjekt beleidigt mich schon wieder, Mister Parker«, beklagte sich die ältere Dame. »Versuchen Sie nicht, mich zurückzuhalten.«

»Keinesfalls und mitnichten, Mylady«, versicherte Parker ihr. »Dies liegt meiner Wenigkeit fern.«

»Gut.« Lady Agatha lächelte den teuer gekleideten Greg freundlich an und trat ihn kräftig gegen sein linkes Schienbein.

Greg stieß einen Schmerzensschrei aus und ging anschließend in langgezogenes Heulen über, wie es etwa Wölfe beim Anblick des Mondes produzieren.

Die Jugendlichen machten verblüfft Platz, als Greg auf einem Bein zu tanzen begann und dabei immer weitere Kreise zog.

Der Dickliche namens Ray glaubte eingreifen zu müssen. Er hielt plötzlich ein Messer in der Hand und wollte sich damit auf Agatha Simpson stürzen.

Er kam nicht weit. Der bleigefüllte Bambusgriff von Parkers Regendach fiel auf sein Handgelenk und sorgte dafür, daß das gefährliche Instrument auf den Asphalt klirrte und funkensprühend wegschlitterte.

Ray schrie auf, massierte sich das malträtierte Handgelenk und wollte anschließend seinen Kumpanen zeigen, was er für ein toller Kerl war. Er riß die Arme hoch, ballte die Fäuste und stürzte sich auf den Butler.

Josuah Parker ließ sich von dem Ungestüm des jungen Mannes nicht beeindrucken. Ganz im Gegenteil. Er zollte seinem Angreifer Respekt, indem er höflich die schwarze Melone lüftete, was Ray wiederum verblüffte. Er stemmte die Absätze gegen den Boden und starrte Parker mit offenem Mund an. Dann riß er sich zusammen und setzte seine Attacke fort.

Parker dachte nicht daran, auszuweichen. Hatte er etwa die Gefährlichkeit des jungen Mannes unterschätzt?

Ray holte weit aus, stieß einen Schrei aus und schlug zu.

Einen Moment später brüllte er laut. Seine Faust wurde von der Wölbung der Melone getroffen, die Parker vor die Brust gehalten hatte. Da das Innere der Kopfbedeckung mit Stahlblech ausgekleidet war, bekam diese Begegnung dem Unbesonnenen nicht. Seine Finger wurden an den Knöcheln aufgeschürft und vermittelten ihrem Besitzer das unangenehme Gefühl, geprellt zu sein.

Um dem jungen Mann weiteren Schmerz zu ersparen, setzte der Butler die Kopfbedeckung als Betäubungsmittel ein. Er ließ die Wölbung gegen Rays Stirn fallen.

Der dickliche junge Mann knickte in den Knien ein und wurde von Parker erstaunlich mühelos aufgefangen. Der Butler führte ihn durch den sich bereitwillig öffnenden Kreis zu einer Bank und ließ ihn nieder. Zufällig rutschte dabei seine behandschuhte Rechte unter Rays Jackett und kam mit dessen Brieftasche zum Vorschein.

»Das gibts doch nicht!«

Der hochaufgeschossene Mann mit dem Billardstock wollte nicht glauben, was er sah. Er schüttelte immer wieder den schütter behaarten Kopf und stöhnte. Dann besann er sich auf seine Pflichten, riß das Billardqueue hoch und ging damit auf den Butler los, der inzwischen wieder zurückgekehrt war.

Auch davon ließ sich der Butler nicht beeindrucken. Er hielt plötzlich seinen Universalschirm wie einen Kendostock und parierte die Attacke des Queue-Schwingers mühelos. Dann ging er selbst zum Angriff über.

Ehe der Mann mit dem Billardstock reagieren konnte, war er entwaffnet, und die Spitze von Parkers Schirm bohrte sich in seine Magengrube.

»Ihre Technik kann und muß man als unvollkommen bezeichnen, Sir«, klärte er den verblüfften Angreifer auf. »Vielleicht sollten Sie diese in einem einschlägigen Sportstudio verbessern, wenn man sich eine solche Anregung gestatten darf.«

Der hochaufgeschossene junge Mann wußte nicht, was er dazu sagen sollte. Er stierte den Butler wie ein Wesen von einem anderen Stern an und schluckte trocken.

Seine Verblüffung war durchaus verständlich. Er sah sich einem alterslos wirkendem Mann gegenüber, der etwas über mittelgroß war, einen leichten Bauchansatz zeigte und einen schwarzen Covercoat und eine schwarze Melone trug. Auf Hochglanz polierte Schuhe und der altväterlich gebundene Regenschirm vervollständigten das Bild einer Erscheinung, wie sie eigentlich eher in einen Kostümfilm paßte. Gefährlich sah dieser Mann jedenfalls nicht aus.

Und dennoch hatte er mühelos und ohne etwas von der Würde, die er ausstrahlte, zu verlieren, einen Schläger lächerlich gemacht.

Das konnte und wollte der Hochaufgeschossene nicht auf sich sitzenlassen. Der drohende Gesichtsverlust in einschlägigen Kreisen war zu groß. Niederlagen dieser Art würden sich in Windeseile herumsprechen und ihn der Lächerlichkeit preisgeben.

Er sah sich nach einer neuen Waffe um und entdeckte einen größeren Stein unter einem Busch am Straßenrand. Er grinste den seltsamen, schwarzgekleideten Mann freundlich an und ... spurtete los.

Das heißt, er wollte spurten. Daraus wurde jedoch nichts. Irgend etwas hielt seinen rechten Knöchel fest und behinderte ihn im Vorwärtsdrang.

Er warf die Arme vor, um den drohenden Sturz mit den Handflächen abzufangen. Unter dem Gelächter seiner Kumpane legte er eine sogenannte Bauchlandung hin und nahm anschließend übel.

»Ein bedauerliches Mißverständnis, Sir«, bemerkte Josuah Parker und hing seinen Schirm wieder über den Unterarm. Der Bambusgriff hatte sich beim Spurt dem jungen Mann um das Fußgelenk gelegt und die Absicht im Keim erstickt.

Die Jugendlichen hatten inzwischen ganz vergessen, warum sie sich versammelt hatten. Die farbigen jungen Leute, die sie ursprünglich umzingelt hatten, setzten sich vorsichtig ab und bewegten sich auf die Straße zu.

Das bemerkte einer der »Belagerer«. Er streckte den Arm aus und deutete auf die Flüchtigen. »He, die hauen ab«, brüllte er und wollte ihnen nachstürzen.

Zu seinem Pech stand er in der Nähe Lady Agathas. Die ältere Dame entdeckte in diesem Augenblick ein interessantes Accessoire.

»Das ist mal ein hübscher Ring«, stellte sie fest und nickte dem jungen Mann freundlich zu. Dann streckte sie die Hand aus, um das Schmuckstück näher zu begutachten. Insbesondere interessierte sie die feste Verankerung im Ohrläppchen seines Besitzers.

Sie schloß die Finger um den Ring, befühlte ihn und nickte anerkennend. Dann zog sie ein wenig daran und rüttelte schließlich mehr oder weniger dezent.

Dem Träger des Ringes behagte dies nicht. Er umspannte Myladys Finger mit der Hand und versuchte, sie von seinem Ohr zu lösen.

»Was ist denn?« wunderte die passionierte Detektivin sich und schüttelte verständnislos den Kopf.

»Mein ... mein Ohr, Sie reißen mir das Ohr ab!« beschwerte sich der Heimgesuchte und rollte die Augen.

»Haben Sie sich nicht so!« lautete Myladys strenge Antwort. Für Wehleidigkeit hatte sie kein Verständnis.

Josuah Parker hatte auch Greg und den verhinderten Queue-Schwinger beiseite geführt und bei dieser Gelegenheit unauffällig ihre Identität festgestellt. Als er zu seiner Herrin zurückkehrte, war sie gerade damit beschäftigt, einen etwas blaß aussehenden jungen Mann aufzufangen und einem seiner Kameraden in die Arme zu legen.

»Mylady unterhalten sich gut?« erkundigte sich der Butler höflich.

»Es geht, Mister Parker. Die jungen Leute von heute sind arg wehleidig, das muß ich schon sagen.« Lady Agatha schüttelte den Kopf und musterte ihre Umgebung unbeeindruckt.

»Sie gehören nicht zufällig einer wie auch immer gearteten Organisation an?« wandte sich Parker an einen der jungen Männer.

»Äh... wie meinen Sie das?« gab dieser zurück und betrachtete den Butler mit einer Mischung aus Respekt und Verlegenheit.

»Ihr Anführer Greg bezeichnete die Herren als Billardspieler, die mehr oder weniger zufällig alle in jenem Club dort drüben ihrem Hobby frönen«, präzisierte Parker seine Frage. »Sie verstehen sich darüber hinaus nicht zufällig auch als politische Gruppierung?«

»Wie kommen Sie denn darauf?« Der junge Mann schüttelte abwehrend den Kopf. »Nee, mit Politik haben wir nichts am Hut. Außerdem ist Greg nicht unser Anführer.«