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Der Großvater der Autorin, Martin, war 1943 in Auschwitz ermordet worden, bis auf einige Urkunden und einen Ehering der Großmutter mit dessen Initialen blieb nichts, auch kein Foto. Die Schwester des Großvaters, Philippine, ist diejenige, von der am meisten zu erfahren war, das Buch basiert auf jahrelangen Nachforschungen in vielen Archiven. Dieses Buch ist teils dokumentarisch, teils fiktiv. Das Hauptkapitel des Buches heißt: Philippines Leben, wie es gewesen sein könnte. Es erzählt von Philippines Leben bis zu ihrem gewaltsamen Tod im Vernichtungslager Sobibor. In dieser Neuauflage wurden einige Fehler behoben und neue Erkenntnisse hinzugefügt.
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Seitenzahl: 122
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Vorwort
Aus der Familiengeschichte
Die Rechelmann-Familie
Die Familie Gutkind
Die Eheleute Hermann und Paula Rechelmann und ihre Kinder
Philippines Leben, wie es vielleicht gewesen ist
Der Brief
Erinnerungen an Schwerin
Der 5. Geburtstag
Wann kommt Mama wieder?
Ostern 1910 in Berlin
Tante Pauline zieht ein
Ludwig, der Schlaue
Der erste Kuss
Ludwig fehlt so
Der große Krieg
Eine Beerdigung in Berlin
Mama ist gestorben
Ein Jahr im Gipsbett
Ludwig wird Soldat
Martin, der Wilde
Spanische Grippe
Aschenputtel
Plötzlich Krankenschwester
Der Vater stirbt
Das erste Mal auf eigenen Füßen
Krankenhausaufenthalt
Kurzes Glück
Berlin – die ersten Jahre
Schwierige Verhältnisse
Berliner Tage und Nächte
Martin lernt Hertha kennen
Das Geburtstagsgeschenk
1935 kommen die Nürnberger Gesetze
Neuer Krankenhausaufenthalt
Krausnickstraße – eine gemeinsame Wohnung
Das Pogrom am 9. November 1938
Kulturverbote und »Judenbann«
Depressionen und Verfolgungswahn
Sara und Israel, die Zwangsvornamen für Juden
»Minderheiten-Volkszählung«
Erwin und Philippine: »Weißt Du noch…?«
Bei Erwins Bruder, der auch Martin heißt
Der Antrag
Leben in der Krausnickstraße
Kino im Kopf
Die Hochzeit
Was sonst noch geschah
Elf Wochen in der Heilanstalt
Verbote, »Judensterne« und Gerüchte
Die zweite Kriegsweihnacht
1942 beginnt
Abschiednehmen
Postkarten und Briefe
Sonntagvormittag mit Kaffee und Kuchen
Wanderung durch Berlins Straßen
Abschied von Hugo und Rosa
Mittwoch, 6. Mai 1942
Letzter Abend mit Margot
Freitag, 8. Mai 1942
Noch einmal in Sayn
Unterwegs
Ankunft
Hektische Tage, die Anstalt füllt sich
Neue Freundinnen
Gerüchte
Abschiedsbrief
Der Befehl zur »Abwanderung«
Eine lange Reise – am Ende wartet der Tod
13. Juni 1942
14. Juni 1942
15. bis 19. Juni 1942
Der Weg in den Tod
Später
Erwins letzte Wochen
Anhang
Was Philippine nie erfährt
Erwins Deportation und Ermordung
Viele Verwandte wurden ermordet
Auch Margot, Philippines beste Freundin, stirbt
Vergebliche Mühe
Aber zwei in Deutschland haben doch überlebt
Die Auswanderer: Philippines Onkel, Cousins und andere Verwandte
Fakten und Quellen
»Endlösung«, Wannseekonferenz, Berlin, 20.01.1942
D-Zug Nr. DA22 Koblenz – Köln – Sobibor
Zeitzeugenberichte
Das Vernichtungslager Sobibor
Literatur (Auswahl)
Gedenken und Erinnern
Danke!
Urkunden, Dokumente und Fotos
Philippines Stammbaum
Abbildungen
Quellenangaben für die Abbildungen
Weitere Bücher, die von mir bei BoD erschienen sind
Als ich neun Jahre alt war, erzählte mir meine Mutter zum ersten Mal von meinem jüdischen Großvater Martin, der von den Nazis in Auschwitz ermordet worden war. Für mich begann eine neue Zeit, jüdisch sein war auch in der DDR keine reine Freude. So bereute ich es sehr, dass ich irgendwann mit 13 oder 14 Jahren meiner besten Freundin dieses Geheimnis anvertraute. Bald wussten es alle in der Klasse und als ich eines Tages im Freibad Pankow zu unserem Treffpunkt kam, traf mich wie ein Blitz der Satz einer Mitschülerin »Hier dürfen keine Juden sitzen«. Nur eines von vielen unangenehmen Erlebnissen in der Kindheit. Ich lernte daraus, dass das Jüdische in meinem Stammbaum doch besser im Verborgenen bliebe. Und das blieb auch viele Jahre so.
Oft hatte ich meine Oma gefragt, warum ich denn keinen Opa hätte, aber sie wurde dann immer sehr schweigsam, so dass ich mich bald nicht mehr wagte, sie zu löchern. Sie starb 1967, da war ich 12 Jahre, erfahren habe ich von ihrem Leben in der Nazizeit fast nichts, nur über die Flucht aus Meseritz erzählte sie, dass sie, mit ihrem alten Vater auf einem Handwagen, rund 300 Kilometer gelaufen sei.
Von meiner Mutter erfuhr ich dann, dass die Oma sich schon 1930 hatte scheiden lassen, das hatte noch nichts mit der kommenden Judenverfolgung durch die Nazis zu tun. Sie hatte sich mit ihrem Mann eben einfach nicht verstanden und der hatte sich danach nicht um sie oder die kleine Tochter gekümmert. Dass diese Scheidung sein Todesurteil wurde, weil er dadurch das spätere Privileg einer »Mischehe« verloren hat, bedrückte meine Oma bis zu ihrem Tod. Meine Mutter kam als »Mischling« trotzdem einigermaßen behütet durch die Nazizeit, denn meine Oma arbeitete in der Stadtverwaltung von Meseritz und konnte wohl einiges beeinflussen.
Erst mit Mitte Vierzig begann ich mich intensiv mit der Ahnen- und Familienforschung zu beschäftigen. Aus einem unscheinbaren Stammbaum mit kaum 20 Personen entwickelte sich eine Großfamilie mit einigen Tausend Menschen, direkte Verwandte ebenso wie Hunderte angeheirateter Personen und deren Kinder und Kindeskinder. Ein spannendes Hobby, das mir im Laufe von mehr als 20 Jahren so einige Überraschungen bescherte.
Als die Gedenkstätte Yad Vashem online ging, fand ich auch Einträge über meinen Großvater Martin, es dauerte aber noch einmal mehrere Jahre, bis ich 2012 seine Sterbeurkunde aus Auschwitz erhielt. Unterdessen hatte ich sehr viele Kontakte geknüpft. Einer der Zufallsfunde – die Krankenakte meiner Großtante Philippine – wurde zu einer wahren Fundgrube. Plötzlich erhielt ich Einblick in das Leben der Familie Rechelmann seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Unterdessen hatte ich auch über meinen Vater so viel erfahren, dass ich begann, ein Buch über ihn zu schreiben. Das Material war so umfangreich, dass ich es aufteilen musste. 2013/2015 erschien der erste Teil »Lieber Vater Max« und 2020 der zweite Teil »Im Teufelskreis« der widersprüchlichen Biographie (s. S. →/115).
Aber schon seit Jahren nahm in meinem Kopf die Geschichte der Großtante Philippine immer konkretere Formen an. Bereits 2013 wurden auf meine Initiative Stolpersteine verlegt, für meinen Großvater Martin Rechelmann und seine zweite Ehefrau Hertha ebenso, wie für Philippine Aronsohn und ihren Ehemann Erwin. Sie finden die Stolpersteine in Berlin, im Bezirk Tiergarten, Bachstraße 2 (als Ersatzadresse für das nicht mehr existierenden Haus Cuxhavener Straße 5), sowie vor dem Haus Krausnickstraße 8 im Stadtbezirk Mitte. Auch das alte Haus in der Krausnickstraße existiert nicht mehr, die Lücke wurde nach dem Abriss jedoch durch einen, dem alten Haus nachempfundenen, Neubau geschlossen.
Einige der Berliner Adressen, an denen Philippine und auch mein Großvater zeitweise lebten, existieren noch, z. B. die Uhlandstraße, die Grolmannstraße oder der Bayerische Platz, und von Zeit zu Zeit gehen wir bei Berlinbesuchen in diesen Straßen spazieren und denken an die beiden, wie verloren sie waren in den schrecklichen Jahren der Nazizeit.
Meseritz, Schwerin an der Warthe und Landsberg an der Warthe1 – neben Berlin die wichtigsten Schauplätze in diesem Buch – habe ich schon mehrfach besucht und gemeinsam mit meinem Ehemann erkundet. Alle drei Städte liegen östlich der Oder heute auf polnischem Staatsgebiet und sie heißen nun Międzyrzecz, Skwierzyna und Gorzów Wielkopolski. Wo sie liegen, ist auf der Karte von 1905 auf Seite 110 zu sehen.
Nun endlich hatte ich die Zeit und einen freien Kopf, um Philippines Geschichte aufzuschreiben. Es erwartet den Leser keine exakte Biografie, die Geschichte enthält neben genau überlieferten Daten und historischen Ereignissen die fiktive Erzählung ihres ganzen Lebens. Philippine ist eines der Millionen Holocaustopfer, dieses Buch setzt ihr, ihrem Mann Erwin, den vielen Opfern aus meiner Familie und all den ungenannten Ermordeten ein Denkmal.
Diese Neuauflage enthält einige Korrekturen und Ergänzungen, in den Grundzügen bleibt das Buch unverändert.
Bevor ich jedoch über Philippines Leben erzähle, muss ich ein wenig zur Familiengeschichte erklären.
1 im laufenden Text schreibe ich teilweise nur »Schwerin« oder »Landsberg«
Die Rechelmann-Familie
Die Generation der Urgroßeltern: Philippines Urgroßvater Moses entstammt einer Händlerfamilie, die sich in Meseritz wahrscheinlich schon im 17. Jahrhundert angesiedelt hat. Wann und woher die Rechelmanns zugezogen sind, lässt sich nicht mehr klären. Meine DNA-Analyse sagt nur aus, dass ca. 25 Prozent askenasische Juden (Herkunft: Mittel-, Nord- und Osteuropa) unter meinen Vorfahren waren. Die ältesten Unterlagen der jüdischen Gemeinde Meseritz, die ich fand, datieren auf das Jahr 1817.
Moses wurde 1786 in Meseritz geboren, der Vater hieß Israel. Moses heiratete um 1814 die jüdische Kaufmannstochter Hanne Hirsch Boll. Ihre Eltern waren Abraham Hirsch (1747-1821) und Gnendel Boll (1755-1818). Beide lebten und verstarben in Meseritz.
1815 wurde die erste Tochter Maryane (später nannte sie sich Marianne) geboren, insgesamt hatten Moses und Hanne mindestens zehn Kinder.
Nachdem ihre Kinder erwachsen waren und fast alle Meseritz verlassen hatten, gingen Moses und Hanne für einige Jahre nach Frankfurt an der Oder und betrieben in der Rosenstraße 60 ein Restaurant und ein Geschäft. Ob Hanne dort starb, ist unklar. Moses starb 1867 und wurde in Schwerin an der Warthe beerdigt, sein Grabstein wurde erst vor Kurzem restauriert und wieder aufgestellt.
Die Generation der Großeltern: Philippines Großvater wurde am 24. Februar 1819 in Meseritz geboren, er erhielt den Namen Abraham, den er später ablegte und sich für den Vornamen Louis entschied.
Louis schlug auch die Kaufmannslaufbahn ein, später betrieb er wie vorher der Vater ein Restaurant. Im 19. Jahrhundert gab es nicht viele Berufe, die von Juden ausgeübt werden durften. Die Führung von Gastwirtschaften war ihnen aber erlaubt. Louis heiratete 1846 die aus Berent, Westpreußen, stammende Johanna Nathansohn (1819-1885).
Nach der Eheschließung in Meseritz im Februar 1846 ließen sie sich in Schwerin nieder. Sie hatten sieben Kinder, das älteste, Bernhard, kam 1846 zur Welt.
Die Generation der Eltern: Hirsch, Philippines Vater wurde 1857 als vorletztes Kind geboren. Als letztes folgte 1860 Minna, die für Philippine – zumindest hier im Buch – eine wichtige Rolle spielte.
Nach dem Ende seiner Militärpflicht absolvierte Hermann (er wählte diesen Namen anstelle seines ursprünglichen Vornamens Hirsch) eine Ausbildung und wurde Rechtskonsulent in Schwerin. Bis 1900 gab es dort nur insgesamt zwei Rechtskonsulenten2, erst danach ließ sich ein Rechtsanwalt und Notar in Schwerin nieder. Hermann lernte in den 1880er Jahren in Filehne seine künftige Ehefrau Paula Gutkind kennen. Synagogendokumente aus dieser Zeit lassen den Schluss zu, dass Hermann einige Jahre in Filehne wohnte, da er dort Steuern zahlte.
Die Familie Gutkind
Die Generation der Urgroßeltern: Familie Gutkind stammte aus Filehne, einem kleinen Ort im Posener Bezirk. Die Bäckerei der Urgroßeltern Channah Gutkind, geb. Saller, (1797-1865) und Abraham Gutkind (1796-1848) war bis nach Berlin und Frankfurt/Main bekannt, Matze3 wurde besonders zum Pessachfest von Juden aus ganz Deutschland bestellt.
Aber die Geschäfte liefen zur Mitte des 19. Jahrhunderts immer schleppender und die acht Kinder versuchten ihr Glück auf andere Weise und an anderen Orten.
Die Generation der Großeltern: Samuel – Philippines Großvater – wurde entsprechend der Familientradition zuerst Bäcker. Später ließ er sich in Berlin nieder, arbeitete als Händler und Vertreter der Matzebackwaren, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts im Familienbetrieb und bis um 1900 u. a. von seinem Enkelsohn Herbert in Filehne hergestellt wurden.
Samuel (1831-1901) hatte 1859 die Bäckerstochter Philippine Wegner (1833-1903) aus Filehne geheiratet und bekam mit ihr fünf Kinder.
Die Generation der Eltern: Die jüngste Tochter Paula wurde 1868 geboren. Samuel erlag 1901 bei einem Besuch der Familie seiner Tochter in Schwerin einem Infarkt. Philippines Großmutter verstarb zwei Jahre später in der Provinzial-Irrenanstalt in Gnesen. Paulas Bruder Herbert hat ihren Leichnam nach Schwerin überführt. Ich gehe davon aus, dass die Großeltern auf dem jüdischen Friedhof in Schwerin an der Warthe beigesetzt wurden, weitere Dokumente oder sogar Grabsteine existieren leider nicht. Paulas Brüder Isaac und Salli wanderten schon 1884 nach Amerika aus, als letzter folgte Herbert mit seiner ganzen Familie dann 1908.
Samuels Bruder Augustus gründete nach seiner Auswanderung und Teilnahme am Bürgerkrieg in Amerika eine der bekanntesten Matze-Fabriken, noch heute gibt es »Goodman‘s Mazzo« zu kaufen. Die Familie Goodman (den Familiennamen hat Augustus bereits um 1862 ändern lassen) ist riesig geworden, die Erinnerung an die Matzebäckerin Channah Gutkind wird dort immer noch gepflegt. Sogar Albert Einstein schrieb 1945 an die Firma, dass ihm die »Matzoth« besonders gut mundeten. Ich pflege den Kontakt zu einigen der zahlreichen Nachkommen in den USA.
Die Eheleute Hermann und Paula Rechelmann und ihre Kinder
Nach der Eheschließung am 18. Dezember 1891 in Filehne wohnten Hermann Rechelmann und Paula Gutkind in Schwerin an der Warthe in der Pfarrstraße 29. Das Haus kann heute nicht mehr eindeutig identifiziert werden, es wurde sehr viel abgerissen und neu gebaut in dieser Straße, die nur wenige Schritte vom Markt, dem heutigen Rynek, entfernt ist. (Stadtplan s. S. →)
In der Pfarrstraße befand sich auch die Synagoge, die im 2. Weltkrieg abbrannte und später abgerissen wurde. Über die Religiosität der Familie Rechelmann ist kaum etwas bekannt, aber von Hermanns regelmäßigen Besuchen in der Synagoge gehe ich aus; er war als Rechtskonsulent eine anerkannte jüdische Persönlichkeit.
Seit wann Hermanns Eltern Louis und Johanna Rechelmann in der Pfarrstraße 29 wohnten und ob er das Haus von ihnen übernahm, kann ich nur vermuten. Hermann hat in diesem Haus mit seiner Familie gelebt und dort sein Büro mit Kundenverkehr betrieben.
Hermanns Mutter Johanna – ihr Grabstein wurde 2019 wieder aufgerichtet und gereinigt – verstarb bereits 1885. Hermanns Vater Louis starb 1893, wie seine Frau im Beisein Hermanns, in der Pfarrstraße 29. Ihre Enkelkinder lernten beide nicht kennen, sie wurden erst einige Jahre später geboren: Ludwig Louis am 16. Oktober 1897, Martin folgte am 13. April 1899, Philippine kam am 20. Juni 1904 zur Welt.
Die Mutter Paula war bereits seit den 1890er Jahren wegen Depressionen und psychischer Störungen in Behandlung, zeitweise in einer Privatklinik in Berlin-Wannsee. Ab 1909 bis zu ihrem Tod 1916 war sie ununterbrochen Patientin der Heil- und Pflegeanstalt Obrawalde, in ihrer Krankenakte4 wurde das ausführlich dokumentiert.
Wenige der Familienmitglieder haben ein Grab, das man besuchen könnte, aber der schöne und jetzt wieder gepflegte jüdische Friedhof in Schwerin an der Warthe ist ein würdiger Erinnerungsort. Seit 2019 wird er wissenschaftlich kartiert und die noch vorhandenen Grabsteine und Fragmente werden transkribiert.5
Auch auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee sind zahlreiche Mitglieder der Familie Rechelmann beigesetzt. Noch habe ich nicht alle Gräber finden können.
Auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee fand ich den Grabstein von Carl Rechelmann
Eine Kuriosität, die mich bei der Ahnenforschung lange rätseln ließ, ist noch zu erwähnen: Maryane war verheiratet mit dem Schneider Abraham Mossner und eines ihrer Kinder hieß Pauline, geboren 1850. Diese heiratete Louis‘ Bruder Carl Rechelmann, der also gleichzeitig Paulines Onkel und der Neffe ihrer Mutter war. Carl und Pauline lebten ungefähr ab 1875 in Apolda und hatten dort ein Geschäft für Stoffe, Nähzubehör und Haushaltswaren, das 1896 insolvent ging. Beide zogen nach Berlin. Nach Carls Tod 1907 wohnte Pauline allein und führte ein Eiergeschäft im Stadtbezirk Prenzlauer Berg. Auch ihr Sohn Hugo ließ sich in Berlin nieder.
