Safer (S)EX - Susan Andersen - E-Book

Safer (S)EX E-Book

Susan Andersen

3,7
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Beschreibung

Countrysängerin P.J. Morgan stürmt alle Charts! Vorbei ist die Zeit, als das Geld knapp war. Bis sie plötzlich anonyme Briefe bekommt, voll dunkler Ankündigungen und unheimlicher Botschaften. Zwar kennt sie keine Angst vor einem durchgeknallten Fan. Denn auf den Straßen von Denver hat P.J. gelernt, sich zur Wehr zu setzen. Doch ihre Plattenfirma geht auf Nummer Sicher und heuert einen Bodyguard für das wilde Goldgirl an. Jetzt hat P.J. wirklich ein Problem! Denn ausgerechnet Jared Hamilton betritt sexy lächelnd ihren Tourbus, der einzige Mann, der sie jemals schwach gemacht hat. Auf dem Absatz ihrer Cowboyboots dreht P.J. sich um und sucht das Weite. Verfolgt von Jared, der noch eine Rechnung mit ihr offen hat ...

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EPUB

Seitenzahl: 431

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Alle Rechte, einschließlich das der vollständigen oder auszugsweisen Vervielfältigung, des Ab- oder Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten und bedürfen in jedem Fall der Zustimmung des Verlages.

Der Preis dieses Bandes versteht sich einschließlich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Susan Andersen

Safer (S)EX

Roman

Aus dem Amerikanischen von

Annette Hahn

MIRA® TASCHENBUCH

MIRA® TASCHENBÜCHER

erscheinen in der Cora Verlag GmbH & Co. KG,

Valentinskamp 24, 20354 Hamburg

Copyright © 2009 by MIRA Taschenbuch

in der CORA Verlag GmbH & Co. KG

Titel der nordamerikanischen Originalausgabe:

Coming Undone

Copyright © 2007 by Susan Andersen

erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto

Published by arrangement with

HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.

Konzeption/Reihengestaltung: fredebold&partner gmbh, Köln

Umschlaggestaltung: pecher und soiron, Köln

Redaktion: Stefanie Kruschandl

Titelabbildung: Getty Images, München; pecher und soiron, Köln

Autorenfoto: © by Harlequin Enterprise S.A., Schweiz

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN (eBook, PDF) 978-3-86278-269-7 ISBN (eBook, EPUB) 978-3-86278-268-0

eBook-Herstellung und Auslieferung: readbox publishing, Dortmundwww.readbox.net

www.mira-taschenbuch.de

PROLOG

Mama’s Girl wird wütend –

Grammygewinnerin feuert Manager-Mom!

– Nashville Tattler –

Jared Hamilton dirigierte das Taxi durch die dunklen Straßen von Denver. Vor einem typisch amerikanischen Bungalow hielt der Fahrer an. Jared stieg aus und sah dem Wagen hinterher, bis er in der Dunkelheit verschwunden war. Er schlug den Kragen hoch – die Nächte im Frühsommer waren doch noch recht kalt – und stieg die überdachte Verandatreppe hinauf.

Der Empfangsbereich von Semper Fi Investigations lag im Dunkeln. Einzig am Ende des Korridors schimmerte Licht durch die mattierte Glastür von John Miglionnis Büro. Jared ging an seinem eigenen Büro vorbei und streckte den Kopf in das seines Schwagers. „Hey! Was machst du denn um diese Uhrzeit noch hier?“

Nach zwei, drei weiteren Anschlägen auf die Tastatur rollte John seinen Stuhl zurück, um Jared anzusehen. „Tatsächlich hatte ich gehofft, dich noch zu treffen.“

„Warum? Was ist los?“ Jared ließ seinen Schlafsack zu Boden fallen und setzte sich. „Es muss mit der Arbeit zu tun haben. Wenn es um Tori oder die Kinder ginge, würdest du an einem Donnerstagabend um Viertel vor zwölf sicher nicht mehr hier sitzen.“

John betrachtete ihn mit aufgesetzt väterlichem Blick. „Hab ich nicht schon immer gesagt, dass du schlauer bist als so mancher andere?“

„Jaja, schon gut. Aber jetzt sag schon: Was ist los?“

John setzte sein berühmtes Ich-bin-so-toll-dass-man-mich-klonen-müsste-Lächeln auf. „Ich habe gestern einen äußerst lukrativen Auftrag an Land gezogen.“

„Gut gemacht, Rocket!“ Bei derartigen Anlässen passte der Spitzname, den sich sein Schwager bei den Marines hatte verpassen lassen.

„Ja, ganz toll. Abgesehen davon, dass Willie, der sich eigentlich darum kümmern sollte, mit Blinddarmdurchbruch im Krankenhaus liegt. Und ich stecke bis über beide Ohren im Sanderford-Fall.“

Jared streckte die Beine aus, faltete die Hände über dem Bauch und grinste John schelmisch an. „Dann ist es ja ein unbeschreiblich großes Glück, dass ich meinen Fall gerade abgeschlossen habe, wie?“

„Wenn du erfährst, wen wir aufspüren sollen, wirst du das vermutlich nicht mehr denken.“

Da er sich nicht vorstellen konnte, was sein Glück an einem neuen Auftrag trüben sollte, hob Jared nur fragend die Augenbrauen.

„Wild Wind Records hat uns beauftragt, deine alte Freundin Priscilla Jayne zu finden.“

Jared spürte, wie sein Herz ein paar Sekunden lang schneller schlug. Er wusste, dass es lediglich an der Überraschung lag, so unvermittelt mit diesem Namen konfrontiert zu werden – eine Annahme, die er in dem Moment bestätigt sah, als sein Puls sich schlagartig wieder beruhigte. „P.J.?“ Er sah Rocket geradewegs in die Augen. „Warum sollte ich damit ein Problem haben?“

John warf ihm einen vielsagenden Blick zu. „Tja, lass mich überlegen … Vielleicht, weil ihr zwei ein paar der intensivsten Wochen eures Lebens miteinander verbracht habt?“

„O ja, das haben wir – vor fünfzehn Jahren! Seither ist viel Wasser den Fluss hinuntergeflossen, großer Häuptling.“ Er setzte sich wieder aufrecht hin. „Erzähl mal – was ist los mit der heißen neuen Diva der Countryszene? Ich dachte, alles läuft bestens. Wie kommt es, dass sie gefunden werden muss?“

„Keiner scheint Genaueres zu wissen. Offenbar fing alles damit an, dass sie vergangenen Montag ihre Mutter gefeuert hat. Sie war ihre Managerin.“

„Tatsächlich?“ Jared spürte Genugtuung in sich aufsteigen. „Gut für sie. Das war längst überfällig.“ Er hatte P.J.s Mutter schon vor fünfzehn Jahren gehasst, und er würde das Familienerbe darauf setzen, dass diese Frau sich seither nicht zum Besseren verändert hatte.

„Ich weiß allerdings nicht, wie gut das für Priscillas Karriere ist, zumindest kurzfristig, denn ihre Mutter erzählt den Musikmagazinen und der Regenbogenpresse allen möglichen Mist. In etwa zwei Wochen soll P.J. zu einer großen Tournee starten, und bei Wild Wind Records wird man ziemlich nervös, weil niemand auch nur die blasseste Ahnung hat, wo sie steckt. Wenn du diesen Auftrag annimmst, hast du zweierlei Aufgaben. Als Erstes sollst du Miss Priscilla Jayne aufspüren. Und dann sollst du sie auf ihrer Tour begleiten, damit sie nicht wieder ausbüxt.“

Jared stieß einen leisen Pfiff aus. „Die gesamte Tour? So was kann ganz schön lange dauern.“ Er sah John prüfend an. „Über welchen Zeitraum sprechen wir?“ Er war nicht sicher, wie er es finden würde, monatelang seine Privatsphäre aufzugeben, nur um für P.J. Morgan den Babysitter zu spielen. Ihre Freundschaft mochte die wichtigste Beziehung seines damals siebzehnjährigen Lebens gewesen sein, aber das war nun wirklich lange her.

„Fünf Wochen – ein paar Tage hin oder her.“

Also gut, etwas über ein Monat müsste zu schaffen sein. „Haben die bei Wild Wind eine Vorstellung davon, was sie das alles kosten wird?“

„Das sollten sie. Ich habe es ihnen nämlich bis ins Letzte vorgerechnet. Aber sie scheinen sehr viel besorgter darüber zu sein, was es kostet, wenn sich ihr Goldkehlchen in Luft auflöst.“

„Das ist doch aber sehr unwahrscheinlich, oder? Das hört sich nach P.J.s großem Durchbruch an. Warum sollte sie kein Interesse daran haben, eine Tournee zu starten, die ihre Karriere in den Himmel katapultiert?“

„Wie du schon sagtest: In fünf zehn Jahren kann viel passieren.“

Dem konnte Jared nichts entgegensetzen. Alles, was er dieser Tage über P.J. Morgan wusste, hatte er aus dem Fernsehen oder Zeitungsartikeln.

Ihre Beziehung damals war intensiv gewesen, aber nur kurz – und schon längst Geschichte. Durchaus möglich, dass sich das süße, kratzbürstige Mädchen von damals in ein ebenso eiskaltes Luder verwandelt hatte, wie ihre Mutter eines gewesen war.

1. KAPITEL

Wo um alles in der Welt steckt Priscilla Jayne?

– Country Now –

Ach, du liebe Zeit!“ P.J. Morgan warf die Zeitschrift beiseite und sprang auf. „Mysteriöses Verschwinden, pah! Wo nehmen die bloß solchen Mist her?“ Welch schreckliche Vorstellung, dass Country Now eigentlich zu den besseren Magazinen gehörte – da konnte sie sich gut ausmalen, was die niveaulosen Klatschzeitungen über sie schrieben!

Sie ging zum Fenster und schob den ausgebleichten olivgrünen Vorhang beiseite. Nicht, dass es in diesem Ort, der aus einer Handvoll Häusern neben einer Landstraße bestand, viel zu sehen gäbe! Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass sie zu einer Zeit in ihrem Leben, in der sie sich endlich luxuriöse 5-Sterne-Hotels leisten konnte, ausgerechnet in einem billigen Motel an einer abgelegenen Straße auf der heißen texanischen Einöde übernachtete.

„Tja.“ Sie stieß ein humorloses Lachen aus. „Du kannst ein Mädchen zwar aus dem Wohnwagenpark herausholen, aber das Wohnwagenflair nicht aus ihr.“

Seufzend ließ sie den Vorhang wieder fallen und drehte sich um. So hatte sie das eigentlich nicht geplant, als sie sich am Montag aus dem Staub gemacht hatte. Eigentlich wollte sie nach Los Angeles – eine Stadt, die sie noch nie gesehen hatte, die exotisch war und außerdem weit genug von zu Hause fort. Bestimmt zerbrachen sich dort nicht viele Menschen den Kopf darüber, wo sich eine Countrysängerin herumtrieb, die am Anfang ihrer Karriere stand.

Mit der verlockenden Vorstellung, bald an einem palmenbeschatteten Pool zu sitzen und riesige Mengen süffiger Cocktails mit bunten Papierschirmchen zu trinken, war sie siebzehn Stunden am Stück durchgefahren und hatte nur angehalten, um sich die Beine zu vertreten und den Tank aufzufüllen. Doch als sie dann kaum mehr die Augen offen halten konnte, war sie ins Wind Blew Inn eingekehrt, ein altersschwaches, aber sauberes Motel im Norden von Texas. Sie war sofort ins Koma gefallen und erst sechsunddreißig Stunden später wieder aufgewacht. Da hatte sie beschlossen, erst einmal hierzubleiben. Irgendetwas an dieser nur eine Häuserzeile langen Ortschaft im Nirgendwo erinnerte sie an die unzähligen kleinen Kaffs, in denen sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hatte.

Wenn alles den Bach runtergeht, halte dich an das, was du kennst.

Ihr Magen rumorte. Erst jetzt merkte sie, wie hungrig sie war. Welcher Tag war überhaupt – Mittwoch? Nein, du meine Güte, es war ja schon Donnerstag!

Schon am Montag hatte sie überhaupt keinen Appetit mehr gehabt. Und wenn das nichts über ihren Gemütszustand aussagte, was dann? Einmal, in einem Sommer vor einer halben Ewigkeit, war sie zusammen mit einem Jungen namens Jared tagelang hungrig durch die Straßen von Denver gelaufen. Seit dieser Erfahrung achtete sie geflissentlich darauf, keine einzige Mahlzeit ausfallen zu lassen. Dennoch hatte sie seit ihrer Abreise außer etwa dreißig Liter Kaffee und dem einen oder anderen Schokoriegel, den sie beim Bezahlen der Tankrechnung mitgenommen hatte, nichts weiter zu sich genommen.

P.J. drehte die Haare am Hinterkopf zusammen, griff nach ihrer Baseballkappe und stülpte sie über. Dann setzte sie ihre übergroße Sonnenbrille auf, stopfte sich eine Handvoll Dollarscheine in die Tasche ihrer Shorts und verließ das Zimmer.

Für Anfang Juni war es ungewöhnlich heiß, und aus der Klimaanlage, die in ihrem Zimmerfenster montiert war, tropfte grünliches Kondenswasser auf den Betonboden. Sie blinzelte ein paarmal, zog sich den Schirm ihrer dunkelblauen Kappe tiefer in die Stirn und marschierte über den Parkplatz.

Das Prairie Dog Cafe war ein niedriges, orangefarbenes Gebäude direkt neben Elmerson’s Futter- und Samenhandlung. P.J. öffnete die Fliegengittertür. Das Klappern von Geschirr drang ihr entgegen, Männerstimmen, die mit lauten, tiefen Stimmen über ihre Ernten diskutierten, und Countrysängerin Lari White, die aus der alten Wurlitzer in der Ecke sang. P.J. trat aus der Sonne in den Geruch von Grillfleisch und Zigarettenrauch. Die wenigen Gäste, die keine Schirmmützen auf dem Kopf trugen, hatten ihre Cowboyhüte aus Stroh über die Stuhllehnen gehängt.

Für einen kurzen Moment wurden alle Gespräche unterbrochen und dann unbeirrt wieder aufgenommen. P.J. war die einzige Frau im Lokal. Nichtsdestotrotz durchquerte sie den Raum bis zur Theke und schwang sich auf einen der freien Drehstühle mit rotem Vinylbezug. Wäre sie eine Frau, die sich von Männern einschüchtern ließe, dann hätte sie wohl schon bei ihrem ersten Versuch, professionell zu singen, gleich wieder damit aufgehört. Tatsächlich genoss sie männliche Gesellschaft sehr. Sie arbeitete fast nur mit Männern – ihre Band bestand aus zwei Exemplaren dieser Art, und die Roadies, die zu Konzerten die Bühne auf- und wieder abbauten und die Ausrüstung von Stadt zu Stadt kutschierten, waren ebenfalls fast ausschließlich Männer.

Sie schob den Aschenbecher zur Seite und griff nach einer laminierten Speisekarte.

Eine Kellnerin, die den Namen Sandy über der Brusttasche ihrer pinkfarbenen Uniform gestickt trug, stellte wenige Minuten später ein Glas Wasser vor P.J. ab. „Was kann ich Ihnen bringen, Schätzchen?“

P.J. bestellte frisches Graubrot mit Schinken und Käse. Eigentlich wollte sie das Sandwich mitnehmen. Doch da sie es gewohnt war, ständig von Menschen umgeben zu sein, empfand sie das Gemurmel von Stimmen als äußerst beruhigend und brachte es nicht über sich, den wohligen Klang gegen die allzu große Stille ihres Motelzimmers einzutauschen.

Dass dies keine gute Entscheidung gewesen war, erkannte sie, als Sandy irgendetwas in die Küche rief, als sie P.J.s Bestellung durchgab. Gleich darauf steckte der Koch seinen Kopf durch die Durchreiche, um einen Blick auf sie zu werfen. Auch Sandy sah immer wieder verstohlen zu ihr hin, während sie durch das Lokal ging, Kaffee nachschenkte, Rechnungen auf ihren Block schrieb und die abgerissenen Zettel auf die Tische legte. Dann ertönte Mama’s Girl aus der Jukebox, P.J.s allererste Aufnahme, und mit einem innerlichen Aufstöhnen versuchte sie, in ihrem Stuhl ein Stückchen tiefer zu rutschen.

Kurz darauf brachte Sandy ihre Rechnung. „Das sind Sie doch, oder?“, fragte sie und reckte dabei das Kinn Richtung Wurlitzer.

P.J. sah ihr fest in die Augen und verzog bedauernd das Gesicht. „Schön war’s! Die Leute verwechseln mich ständig mit ihr, dabei kann ich keinen einzigen Ton singen.“

„Doch, Sie sind es“, beharrte Sandy. „Ich habe einen Ihrer Auftritte im Fernsehen gesehen! Und erkenne auch Ihre Sprechstimme.“

Mist! Dass ausgerechnet die sie verraten musste! P.J. hasste ihre Sprechstimme, die so rau und krächzend klang, als würde sie drei Schachteln Zigaretten am Tag rauchen. Manchmal fragte sie sich, ob Gott ihr nur deshalb eine so schöne und kräftige Singstimme geschenkt hatte, um das mit ihrer blöden Sprechstimme wiedergutzumachen.

Trotzdem spielte sie ihr Spielchen weiter. „Oh, so klinge ich normalerweise aber nicht. Vor ein paar Tagen habe ich mir eine schreckliche Halsentzündung zugezogen.“ Doch sie musste einsehen, dass ihre Tarnung aufgeflogen war. Sie gab ein hohes Trinkgeld und ging zur Tür. Wie es aussah, würde sie Kalifornien doch noch zu Gesicht bekommen.

„Ganz schön kaltschnäuzig, die eigene Mutter zu feuern, wenn Sie mich fragen“, rief die Kellnerin ihr noch hinterher.

Autsch! Nach dem Hickhack mit ihrer Mutter am Anfang der Woche war Sandys Schlussbemerkung ein Volltreffer.

„Dich fragt aber keiner“, murmelte sie halb laut, als sie außer Hörweite war. Sie musste sich, verdammt noch mal, vor niemandem rechtfertigen, der nicht die geringste Ahnung von der Beziehung zwischen ihr und ihrer Mutter hatte. Wütend stapfte sie zurück ins Wind Blew Inn.

Sie hatte gerade den Reißverschluss ihres Koffers wieder zugezogen und suchte weiter nach ihren Flipflops, als es kräftig an die Tür klopfte.

P.J. erstarrte und stellte fest, dass die Tür keinen Spion hatte. Du liebe Zeit! Jetzt schon Reporter?

Dann zwang sie sich zu entspannen. Sei nicht albern. Das ist wahrscheinlich nur der Manager des Motels. Selbst wenn Sandy jemandem Bescheid gesagt hätte, was sie bezweifelte, wäre der einzige Reporter, der so schnell hier sein könnte, von einem lokalen Wochenblatt, bei dessen Erscheinen sie bereits drei Staaten entfernt wäre. Sie ging ans Fenster, hob den Vorhang an einer Ecke hoch und versuchte zu erspähen, wer vor der Tür stand.

Es war ein groß gewachsener Mann, aber der Winkel war ungünstig, sodass sie nicht mehr erkennen konnte als breite Schultern unter einem marineblauen T-Shirt, kurz geschnittene braune Haare und eine ausgewaschene Jeans. Als er den rechten Arm hob, um erneut an die Tür zu klopfen, entdeckte sie eine lange, schmale Tätowierung auf seinem Unterarm, die sich mit der Bewegung zu schlängeln schien. Sie war an den meisten Stellen grün und sah aus wie eine Gottesanbeterin.

„Oh, mein Gott!“

P.J. sprang zur Tür und riss sie auf. Der Mann konnte seine Faust gerade noch stoppen, aber P.J. hatte gar nicht bemerkt, wie nahe sie ihrem Kopf gekommen war. Ihr Blick fiel auf das Tattoo. Es sah genauso aus, wie sie es in Erinnerung hatte. Dann sah sie dem Mann ins Gesicht. „Jared?“, hauchte sie. „Jared Hamilton?“

„Hallo, P.J.“

„Ach, du meine Güte!“, entfuhr es ihr erneut. Ein Schauer übersprudelnder Freude lief ihr den Rücken hinunter, und mit schallendem Lachen sprang sie auf ihn zu, schlang ihre Arme um seinen Nacken und ihre Beine um seine Taille. „Du. Meine. Güte!“ Sie lehnte sich zurück und sah ihm ins Gesicht. Und schmunzelte. „Du bist ja prächtig gewachsen und gedeiht!“

Das war eine Untertreibung. Er hatte schon mit siebzehn gut ausgesehen, aber nun waren seine Gesichtszüge reif und geschärft. Kantiges Kinn, aristokratische Nase, fein geschwungener Mund mit voller Unterlippe. Wie damals war sein Haar noch immer von sonnengebleichten Strähnchen durchzogen, aber er trug es mittlerweile kürzer. Und er war nicht mehr so knochig wie damals – noch immer groß und schlank, aber mit breitem Kreuz und muskulösem Körper.

Seine Hände, mit denen er sie locker festhielt, seit sie ihn angesprungen hatte, drückten eine Spur fester auf ihr Hinterteil. Er zog einen seiner Mundwinkel zu einem feinen Lächeln nach oben. „Du bist selbst ausnehmend gut gediehen.“

Gediehen. Nicht gedeiht. Ihre Freude war schlagartig getrübt. Jared war der Grund gewesen, weshalb sie im Literatur- und Englischunterricht bis zum Schulabschluss so hart an sich gearbeitet hatte, und ihre Grammatik war heute sehr viel besser als noch mit dreizehn. Aber anscheinend immer noch nicht gut genug. „Gut gedeiht, gut gediehen.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Nicht jeder war auf der Privatschule, reicher Junge. Manche Leute sprechen eben nicht wie diese Schreibtischakrobaten.“

„Das sollte keine Belehrung sein, Peej.“ Er ließ seine Hände zu ihren Hüften gleiten. „Das war einfach eine Feststellung. Du siehst toll aus.“

„Oh. Tja. Danke.“ Sie löste ihre Umklammerung, sodass Jared sie knapp hinter der Türschwelle wieder absetzen konnte, und spürte den abgewetzten Teppich unter ihren bloßen Füßen. Sie legte den Kopf in den Nacken und sah zu ihm auf. „Möchtest du reinkommen?“

„Unbedingt.“ Er trat ins Zimmer.

Während sie ins Innere des Zimmers zurückwich, meldete sich verspätet ihre instinktive Vorsicht. „Was um alles in der Welt machst du hier eigentlich? Dieses Motel ist doch nicht gerade deine Liga.“

„Deine doch mittlerweile auch nicht mehr.“

Seine Augen strahlten noch immer im selben Graugrün, das sie in Erinnerung hatte, nur lagen darin nicht mehr die Angst und Sorge von früher. Stattdessen lauerte in ihren moosigen Tiefen eine besondere Wachsamkeit und kühle Zurückhaltung, die sie nur schwer mit dem Jungen von damals in Verbindung bringen konnte. Und allmählich bekam sie ein ungutes Gefühl im Magen. „Was führt dich hierher, Jared? Wie hast du mich gefunden?“ Ein plötzlicher Verdacht ließ sie scharf einatmen. „Du bist doch nicht etwa ein Reporter?!“

„Ach, Peej!“ Er zog seine dunklen Augenbrauen zusammen. „Das wäre wirklich der letzte Beruf, den ich ausüben würde!“

Für einen Moment hatte sie die Verfolgungsjagden der Presse vergessen, damals, als er der Hauptverdächtige am Mord seines Vaters gewesen war. „Natürlich. Entschuldige bitte, Jay“, sagte sie, und sein Spitzname kam ihr so leicht über die Lippen wie früher, als er der einzige Mensch der Welt gewesen war, bei dem sie sich sicher gefühlt hatte. „Ich hatte nicht mehr an die Sache mit deinem Vater gedacht.“ Doch ihr Wunsch, ihn zu besänftigen, hatte auch seine Grenzen. Sie sah ihn misstrauisch an. „Also, warum bist du hier?“

Jared straffte sich und sah ihr geradewegs in die Augen. „Wild Wind Records hat mich engagiert, um dafür zu sorgen, dass du alle deine Konzerte wahrnimmst.“

„Die haben was?“ Hatte sie da richtig gehört?

Er sah sie nur schweigend an, und ihr wurde flau. So schockiert war sie nicht mehr gewesen, seit einer der Freunde ihrer Mutter sie für eine freche Antwort geohrfeigt hatte. „Meine Plattenfirma hat einen Wachhund angeheuert?“

„Wenn du es so nennen willst.“

Wut begann in ihr zu schwelen. Sie richtete sich zu voller, wenn auch nicht gerade beeindruckender Größe auf. „Niemand kann mir vorwerfen, unzuverlässig zu sein.“

Er zuckte mit den Schultern. „Ich habe dir nur gesagt, wie mein Auftrag lautet.“

„Tja, schön für dich.“ Sie kehrte zur Tür zurück, riss sie auf und starrte ihren ehemals treuen Freund vielsagend an. „Es ist lange her, Jared, und es war nett, dich wiederzusehen. Pass auf, dass dir die Tür beim Rausgehen nicht auf den Allerwertesten knallt.“ Es ärgerte sie, dass sie vor Aufregung kaum noch Luft bekam und fast schon keuchen musste. Erst nach ein paar tiefen Atemzügen bekam sie sich wieder in den Griff.

„Ich spiele Konzerte, seit ich achtzehn Jahre alt bin“, fuhr sie etwas ruhiger fort. „Und ich wäre unendlich blöd, meine Karriere jetzt in den Sand zu setzen, indem ich zu meiner ersten großen Tournee nicht erscheine.“ Es war bestimmt nicht fair, Jared für den Schlamassel verantwortlich zu machen, in dem sie steckte. Aber zu erfahren, dass ihre eigene Plattenfirma sich genötigt fühlte, einen Aufpasser zu engagieren, war ein Schlag ins Gesicht. Ganz abgesehen davon, dass er so gut aussah, aber auf enttäuschende Weise überhaupt nicht mehr dem Jungen glich, der sie über all die Jahre zu etlichen Tagträumen verleitet hatte.

Er rührte sich nicht vom Fleck. „Tut mir leid, P. J.“, sagte er, klang aber nicht im Mindesten beschämt. „Aber wir haben einen Vertrag unterschrieben.“

„Wer ist wir, Mr. Supercool? Ich habe keinen derartigen Vertrag unterschrieben.“

„Nein, aber Wild Wind Records und Semper Fi Investigations. “

„Semper Fi?“ Wie klein die Welt war! Das war doch das Motto der United States Marine Corps, vom Lateinischen semper fidelis. Auf ewig treu. „Das Detektivbüro, das uns in Denver aufgespürt hat?“

„Genau. Erinnerst du dich an Rocket? Er ist jetzt mein Schwager.“

„Natürlich erinnere ich mich an ihn.“ John Miglionni war nett zu ihr gewesen. Tatsächlich war er einer der ersten Erwachsenen gewesen, der sie behandelt hatte, als wäre sie ebenso viel wert wie jeder andere auf Gottes weiter Welt. Doch das Lächeln, das bei der Erinnerung an den großen, dunklen Mann um ihre Mundwinkel zuckte, verschwand sofort, als sie in das Gesicht des Mannes sah, der vor ihr stand. „Bist du etwa auch ein Privatdetektiv?“

Er nickte. „Ja. Wir übernehmen Ermittlungsarbeiten und Personenschutz.“

„Ich habe angenommen, du bist inzwischen der Boss irgendeiner Bonzenfirma.“

Er schnaubte.

„Na, dann nicht. Tja, schön für dich. Aber jetzt geh.“

„Das werde ich nicht tun, Peej.“

Sie musste den Kopf weit in den Nacken legen, um ihm ins Gesicht zu sehen, und spürte die Frustration in jeder Faser ihres Körpers. Er war groß und stark, und rein physisch hatte sie keine Chance, ihn aus dem Zimmer zu bekommen.

Doch wenn sie eines konnte, dann war es bluffen. Sie sah ihm fest in die Augen und sagte ruhig: „Also gut. Dann muss ich wohl die Polizei anrufen, damit sie dich hier rauswerfen.“

Jared zuckte mit den Schultern und setzte sich in den einzigen Sessel im Zimmer. Er rutschte mit dem Po bis an den Rand hinunter, streckte seine langen Beine aus, die fast die halbe Zimmerlänge ausmachten, und verschränkte die Arme vor der Brust. „Bitte sehr.“

Mist! Als ob sie es sich leisten könnte, den bereits kursierenden Skandalnachrichten eine weitere demütigende Geschichte hinzuzufügen! Trotzdem ging sie zum Telefon und nahm den Hörer ab. Nach einem kurzen Blick auf Jared, der sich noch tiefer in den Sessel lümmelte und sie kühl beobachtete, tippte sie eine Nummer, die sie erst seit dieser Woche auswendig kannte.

Am anderen Ende der Leitung wurde abgehoben. „Benjamin McGrath, Musikmanagement“, sagte eine professionell melodische Frauenstimme.

„Hallo, hier ist Priscilla Jayne Morgan.“

„Einen Moment bitte – ich verbinde Sie mit Mr. McGrath“, erwiderte die Frau ohne weiteres Zögern und schaltete P.J. in die Warteschleife.

Augenblicklich meldete sich ihr neuer Manager. „PJ.“, sagte Ben McGrath in seinem britisch anmutenden Neuengland-Akzent. „Was kann ich für dich tun?“

„Ich habe hier ein Problem. Bei mir befindet sich ein Mann namens Jared Hamilton, der sich weigert, mein Zimmer zu verlassen. Er sagt, er kommt von …“

„Semper Fi Investigations.“

Sie hoffte, Jared würde ihre plötzlich aufkeimende Nervosität nicht bemerken. Er beobachtete sie mit gerunzelter Stirn.

„Darf ich bitten?“, meinte sie kühl. „Ich wäre gern einen Augenblick allein.“

Er stand auf, verließ das Zimmer und schloss leise hinter sich die Tür.

„Du weißt davon?“, rief P.J. ins Telefon. „Was zum Teufel ist da los, Ben?“

„Du scheinst in letzter Zeit keine Zeitung mehr gelesen zu haben.“

„Nein, nur die Country Now. Der Artikel war schlimm genug, deshalb wollte ich gar nicht erst wissen, was sich die Klatschpresse zusammenfantasiert hat.“

„Kluges Mädchen. Bei Wild Wind ist man sehr nervös wegen der ganzen Publicity, die Ihre Mutter verbreitet. Jodeen behauptet, du seist schon immer weggelaufen, wenn es schwierig wurde. Sie verbreitet diese Geschichte von damals … Denver.“

„Wie bitte? Warum tut sie so was? Ich bin damals nicht weggelaufen – sie hat mich rausgeworfen!“ Entrüstung war ein unzureichender Ausdruck für das Gefühl, das sie überkam. Ihre eigene Mutter hatte dafür gesorgt, dass alle Welt über ihre Zeit als Straßenkind Bescheid wusste. P.J. musste sich fast übergeben.

„Das weiß ich doch. Aber bei Wild Wind haben sie Angst, dass du deinen Verpflichtungen nicht nachkommst und …“

„Ich habe in meinem ganzen Leben noch keinen Vertrag gebrochen!“

„Mich musst du nicht überzeugen, P.J., ich glaube dir. Aber solange du mir verbietest, all den Mist, den deine Mutter verzapft hat, öffentlich zu machen, sind mir die Hände gebunden. Als Wild Wind darauf bestand, einen Babysitter anzuheuern, um sicherzugehen, dass du zu deinen Konzerten erscheinst, konnte ich lediglich einen Vorschlag machen, an wen sie sich wenden sollen. Lass uns der Presse die Wahrheit über deine Mutter erzählen und …“

„Nein. Wie ich schon sagte: Ich werde nicht darüber sprechen.“ Schlimm genug, dass nun alle von ihrer Zeit als Obdachlose wussten! Sie könnte es nicht ertragen, wenn dazu noch jeder erfuhr, dass ihre Mutter sie nie geliebt hatte.

Am anderen Ende hörte sie Ben seufzen. „Wenn du je zur Vernunft kommst, werde ich diesen ganzen Mist richtigstellen. Bis dahin dachte ich, wenn du schon einen Aufpasser haben musst, dann wenigstens jemanden, den du kennst und der gut zu dir war.“

„Im Moment bereue ich sehr, dass ich dir überhaupt davon erzählt habe, Ben.“ Sie hatte es nur getan, weil er darauf bestanden hatte, alles zu wissen, was je gegen sie verwendet werden könnte. Und als sie von der Zeit in Denver berichtet hatte, war es nur konsequent gewesen, den Jungen zu erwähnen, der eine zu Tode verängstigte Dreizehnjährige davor bewahrt hatte, alle Hoffnung zu verlieren. Das wiederum hatte spontan solch ein warmes, kribbeliges Gefühl in ihr verursacht, dass sie Ben auch anvertraut hatte, wie John Miglionni und Jareds Schwester Tori sie damals gerettet hatten.

„Tatsächlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass dein alter Freund auf den Fall angesetzt wird. In meinem Geschäft ist man normalerweise nicht auf Detektive oder Spezialisten für Personenschutz angewiesen. Aber als man bei Wild Wind darauf zu sprechen kam, fiel mir wieder ein, dass du Semper Fi erwähnt hattest, und ich dachte, es wäre das Beste, sich an diese Agentur zu wenden.“

Das wird mich wohl lehren, nicht mehr so geschwätzig zu sein, dachte P.J. bitter.

„Ich bin davon ausgegangen, dass der Besitzer der Agentur sich selbst darum kümmern würde, und dachte, dass jemand, den du damals sehr geschätzt hast, die Situation erträglicher für dich machen würde. Ich wusste nicht, dass auch Mr. Hamilton dort arbeitet, bis Mr. Miglionni mich anrief, um mir zu sagen, wie sein Büro mit dem Auftrag verfährt“, berichtete Ben. „Es tut mir wirklich leid, dass es so weit kommen musste, Priscilla, aber bei Wild Wind bestand man darauf. Das wird dein großer Durchbruch und …“

„Ich dachte, der war, als ich den Grammy gewonnen habe.“

„Das war dein erster Durchbruch. Bei der Tournee geht es darum, dich wirklich überall im Land bekannt zu machen. Ich fürchte also, du wirst dich einfach damit abfinden müssen und tun, was deine Plattenfirma verlangt.“

Es gelang P.J., noch bis zum Ende des Gesprächs ruhig zu bleiben, doch beim Auflegen kochte sie innerlich vor Wut.

Seit sie fünfzehn war, hatte sie gearbeitet. Dabei war sie oft die einzige Person ihres Haushalts gewesen, die Geld verdient hatte, und nun wagten die von Wild Wind, ihr mangelnde Zuverlässigkeit zu unterstellen und dass sie nicht zu vertraglich vereinbarten Konzerten erschien?

Durch das Fenster starrte sie wütend zu Jared hinüber, der auf der schattigen Seite des Innenhofes an der Wand lehnte, die Hände in den Taschen und einen Fuß gegen die ausgebleichte Ziegelwand gestemmt. Er hatte ihr Zimmer im Visier, und als er sie aus dem Fenster blicken sah, stieß er sich ab und marschierte über den Parkplatz auf sie zu.

Instinktiv fuhr sie zurück. Genug war genug. Sie hatte mit ihrer Mutter schon genug Probleme am Hals. Sie brauchte nicht auch noch einen Aufpasser, der ihr auf Schritt und Tritt folgte.

Sie hatte genug von Leuten, die ihr sagten, was sie zu tun hatte. Sie war nicht dumm – Singen war das Einzige, was sie wirklich gut konnte, und sie hatte keinesfalls die Absicht, ihre eigenen Konzerte zu schwänzen.

Aber die Tournee begann erst in ein paar Wochen, und sie brauchte etwas Zeit für sich, um ihre Wunden zu lecken und wieder ganz und gar auf die Beine zu kommen, bevor es losging. Und obwohl sie offenbar keine andere Wahl hatte, als ihren ehemals besten Freund während der Tournee tatsächlich bei sich zu dulden, sah sie keinen Grund, sich auch schon vorher mit seiner Begleitung abzufinden.

Sollte er sie doch zum Tourauftakt in Portland treffen! Sonst würde sie Jared Hamilton bei der ersten sich bietenden Gelegenheit abschütteln wie den Staub all der verschlafenen Nester, die sie hinter sich gelassen hatte.

2. KAPITEL

Läuft Priscilla Jayne weg, wenn’s schwierig wird?

Ihre Mutter Jodeen Morgan behauptet: Ja.

Gleich ist sie bei uns. Bleiben Sie dran!

– Jay Pollen, Kickin’ Country Radio –

Jared stand auf dem Parkplatz des Wind Blew Inn. Gaukelte ihm das schwache Licht des Mondes etwas vor? Ein Blick auf die vier platten Reifen seines Leihwagens sagte ihm allerdings, dass dies keine Täuschung war. Er fluchte wie ein Seemann und trat wütend gegen eine der Radkappen über dem schlaffen Gummi.

Dann hielt er abrupt inne. Was, zum Teufel, machte er da? Er war kein Mensch, der die Kontrolle verlor – nein, er sprang eher kopfüber ins Schlachtgetümmel und hörte nicht eher auf, gezielte Hiebe auszuteilen, bis er wieder obenauf war. Fluchen und Jammern und Reifentreten brachten ihn nicht weiter. Er zog sein Handy aus der Tasche und drückte die Kurzwahltaste des Detektivbüros.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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