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"Es gibt so wenige echte spirituelle Punks mehr... bin ich froh das du nicht kleinzukriegen bist!" (Ronny Kleiner) "Auf viel Licht folgte immer wieder ebenso viel Schatten." Irgendwann glaubte ich schließlich dem Buddha, wenn er sagt, dass die Wahrheit in der Mitte liegt und entspannte mich in einer wohltuenden Balance und einer banalen Normalität. Als ich dann nochmal eine Familie gründete, stürzte mich das Leben erneut hinein in den Schlund allzu weltlicher Verantwortlichkeiten. Schließlich galt es auch hier wieder eine Mitte zu finden aus dem Dienen bzw. "für die Familie da sein" und eigenen Bedürfnissen, aus wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem kreativen Schaffen, aus dem Ernst der Lage und einem riesigen Spass am Leben." Seit 1991 Herausgeber des AURA Magazins. Autor. Werbeberater. Spiritueller Therapeut. Seminarleiter. Aqua Balancing Bodyworker. Event Manager. DJ. Vater von Andro, Myriel und Luca. Lebt derzeit mitten im Wald in Oberbayern.
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Seitenzahl: 580
Veröffentlichungsjahr: 2019
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© 2018 by WunderbarMedia:Publishing und Vismay Georg Huber WunderbarMediaPublishing.de fb.me/WunderbarMediaPublishing ado.WunderbarMedia.de // Berlin fb.me/WunderbarMedia
Satz & LayOut: Frauke Vieregg
Fotos: Nina Wiese, Georg Huber, Dorena Jacob Druck: Sowa Sp. z o.o. Polska
ISBN-Nr. 9-783961113194
www.vismay.de, fb.me/Vismay.Huber Alle Rechte vorbehalten.
VISMAY GEORG HUBER
SAG MIR EINJAHR
Höhenflüge, Abgründe
und andere Mysterien
Vorwort
DieWeltderSpiritualitätundEsoterikistvollerbunterVögel,idealistischerVega- ner, selbstüberzeugter Heiler, solcher, die sich dafür halten, und Leuten, die man am Stammtisch eher selten antrifft. Wenn dann einer, der all diese Themen seit Jahrzehntenlebt,zuGurusundHeilernging,großeEventsorganisierthatundeine Zeit lang selbst als gefragtes Medium unterwegs war, ganz normal geblieben, ja, sogar gerne mal im Biergarten anzutreffen ist, dann ist das eineFreude.
Soeinganznormaler,aberirgendwiedanndochwiederverrückter,humorvol- ler Zeitgenosse ist dieser Vismay Georg Huber, zu dessen vergnüglicher Lebens- geschichte ich nun die Ehre habe, ein Vorwort zuschreiben.
Was schreib ich da nur? - dachte ich lange. Über den unermüdlichen Macher des AURA-Magazins, eines in der bayrischen, spirituellen Szene wohlbekannten Blattes. Oder den Tantra-Lehrer, den ich in dieser Funktion allerdings noch nicht kennengelernt habe. Über einen Kenner der Szene, einen Lebemann (ja, im Buch geht es wahrlich nicht nur um Spiritualität, sondern durchaus des Öfteren um die Freuden des Lebens)? Über einen glücklichen Vater?
Oder vielleicht ist das schon die Botschaft: Einfach ein netter Kerl, der mit einer gewissen humorvollen Erdung vernetzend die Region bereichert und inspi- riert. Denn so etwas braucht die spirituelle Szene.
Viele schätzen die AURA vor allem aufgrund der launigen und hintergründi- genEditorials,indenenVismaydieEsoweltunddasganznormaleLebenbetrach- tet, mitunter seziert – immer mit einem wohlwollenden Auge – und einordnet in: Ist das normal, okay, alltagstauglich oder abgehoben? Haben die ganzen Lehren, Bücher,Eventsjetztwirklichwasgebrachtodernicht?InwelcherverrücktenZeit leben wir eigentlich? Und wo soll das Ganze nochhinführen?
Nun hat er seine Lebensgeschichte vorgelegt. Ein turbulentes Leben voller Suche, Experimente und – ja – Frauen. Das geheimnisvolle andere Geschlecht war ihm schon immer ein wichtiges Thema, heißt es doch auch: Wir wachsen vor allem in Beziehung.
HierzeigtersichalseinSuchender,manchmalFindender.ErnimmtdieLeser mit, verliert sich mit ihnen in manchen Abenteuern – typisch Leben eben – und betrachtet wachen Auges prägende Phänomene seinerZeit.
Vismay lebt weiter sein Leben, hält die Fackel der AURA aufrecht und ent- wickelt sich, wenn er so weitermacht, noch zum richtig erfolgreichen, gefragten Schriftsteller. Sei´s ihm gegönnt!
So wünsche ich Ihnen viel Vergnügen bei seinen berührenden, verrückten, in- tensiven Erlebnissen, in denen im Grunde nichts ausgelassen wurde.
Spirit und Sex, Liebe und Leid, Süchte und Heil-sein, Suchen und Gefunden Werden. Leben eben.
Thomas Schmelzer, mystica.tv
„Solange wir die Vorstellung pflegen, dass es besser gewesen wäre, wenn etwas nicht geschehen oder anders gewesen wäre,
solange können wir uns nicht davon lösen.“ (Wilfried Nelles)
„Gott selbst hat dich erschaffen, du kannst nicht verbessert werden.“ (Osho)
„Alles ist vergänglich, nur der Kuhschwanz, der bleibt länglich.“ (Volksmund)
Die Wirklichkeit ist eine Frau Wer ungefragt in sie eindringen will,
findet sie verschlossen.
Er mag sich dabei vielleicht befriedigen, aber die Frau bekommt er nicht.
Ebenso ist es mit der Wirklichkeit.
Sie zeigt sich nicht dem,
der sie untersuchen und entdecken will, sondern dem, der sie liebt, und zwar so, wie sie ist.
Sie zeigt sich dann von selbst.
Wenn man sie anstarrt,
sie mit Blicken ausziehen will, hinter ihr Geheimnis kommen will, verschließt sich sich.
Wenn man sie liebt, einfach nur liebt, öffnet sie sich und gewährt einemvielleicht einen kurzen Blick auf das,
was sie sonst vor neugierigen Blicken versteckt - äußerlich wie innerlich.
(Wilfried Nelles)
„Egal wie sehr du versuchst dein Leben zu verändern, es bleibt immer so wie es ist.“
(Samarpan)
„Als sich unsere Lippen berührten, gingen Pfaue in Deckung, verloren Elefanten ihr Gedächtnis, entwickelten Kamele rasenden Durst, und längst ausgestorben geglaubte Dinosaurier tauchten plötzlich in den Abendnachrichten auf.
Es fühlte sich an, als teilte sich das Wasser, als gingen Büsche in Flammen auf, als erschienen einem Engel, als flössen Milch und Honig aus einem Stein.
Als sähe man Streitwagen in voller Fahrt, Wetterleuchten aus unvordenklichen Zeiten, ein Lamm, das sich auf einem Feld roter Mohnblumen neben einen Löwen legt. Bei einem solchen Kuss verwandelt man sich vorübergehend
in einen behaarten Gott oder eine nackte Nymphe
und schlürft gemeinsam Nektar aus demselben vollen Kelch.“ (Tom Robbins)
„Wer immer offen ist, kann nicht ganz dicht sein!“ (vgh)
„Niemals ist man so glücklich oder unglücklich wie man glaubt“. (Francois de La Rochefoucould)
„Die sieben Raben, es warn nur sechs. Die gute Fee, es war a Hex.
Der böse Wolf a kleiner Dackel. Der Märchenprinz a schiacher Lackel.“ (Ludwig Hirsch)
„Wenn man nichts denkt geht’s eigentlich.“ (Birte Voss)
„Es gibt so wenige echte spirituelle Punks mehr... bin ich froh, dass du nicht kleinzukriegen bist! (Ron Kleiner)
Dieses Buch ist allen Menschen gewidmet, die darin vorkommen.
Einleitung
Einen großen Teil meines Lebens balancierte ich auf einem schmalen Grat zwi- schenaußergewöhnlichenMöglichkeitenundungewöhnlichenAbgründen.Natür- lichgibtesdaeinpaarspannendeErinnerungenundGeschichtenzuberichten.Als ich Heike kennenlernte, verbrachten wir immer wieder Stunden mit Spaziergän- gen, in denen wir einander aus unserem Leben erzählten. Irgendwann bemerkte ich,dassdiesbeimirambestenfunktioniert,wennsiemireinfacheineJahreszahl alsStichwortzuwirftundichdannspontanloslege,wasmirsoeinfällt.Undschon war die Struktur zu diesem Buchgeboren.
Alle möglichen Perspektiven und Freiheiten wollte ich mir wertfrei erlauben undjedesKapitelsollteeineandereErzählstrukturbekommen.Natürlichistvieles unvollständig geblieben und einiges wurde nicht zu Ende reflektiert. Sei’s drum. Diesem autobiographischen Anspruch wollte und konnte ich nicht genügen. Zu- rückgehaltenhabeichmichbewusstmitGeschichtenvonundübermeineKinder, sofern dies möglich war, schon aus Respekt gegenüber ihrer eigenen Persönlich- keit.
Den entscheidenden Impuls, meine eigene Geschichte aufzuschreiben, bekam ich schließlich durch eine sogenannte Biographiearbeit, in der ich pro Sitzung jeweils sieben Jahre meines Lebens betrachtete. Der begleitende Therapeutermu- tigtemichgeradezudarin,dieAchterbahnfahrtendiesesbisherigenLebensaufzu- zeichnen und zuveröffentlichen.
Schon sehr früh überschattete ein traumatisches Erlebnis mein Leben. Wohl behütet wuchs ich dann als „nervöses Kind“ im bürgerlichen, katholischen Ober- bayern auf und war mir stets eines seltsamen Anders-Seins bewusst. Durch un- zählige Fragen und einer leidenschaftlichen Suche nach Erkenntnis und Bewusst- seinserweiterung kam ich früh schon mit psychoaktiven Drogen und spiritueller Literatur in Kontakt. Als der maßlose, ungeerdete Konsum mich an den Rand ei- ner Psychose führte, tauchte ich ebenso heißblütig in die Welt der Therapie und Selbsterfahrung ein. All dies führte mich in Kontakt mit der Sannyas Bewegung und interessanten Erfahrungen, die mein Leben auf den Kopf stellten.
Beziehungen und Sexualität sind eine gute Schule und sorgen darüber hinaus für eine gute Erdung. Auf viel Licht folgte immer wieder ebenso viel Schatten. Irgendwann glaubte ich schließlich dem Buddha, wenn er sagt, dass die Wahrheit in der Mitte liegt und entspannte mich in einer wohltuenden Balance und einer banalen Normalität. Als ich dann nochmal eine Familie gründete, stürzte mich das Leben erneut hinein in den Schlund allzu weltlicher Verantwortlichkeiten. SchließlichgaltesauchhierirgendwannwiedereineMittezufindenausdemDie- nen bzw. für die Familie da sein und eigenen Bedürfnissen, aus wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem kreativen Schaffen, aus dem Ernst der Lage und einem riesigen Spass amLeben.
„Dinge, die nach der Geburt geschehen, haben weniger gravierende Auswirkungen als Dinge, die sich vorher ereignen.“ (Arthur Janov)
26. Januar 1965. 20.35 Uhr.
Wassermann/ Asz. Jungfrau. Rosenheim / Deutschland
Mansagt,ichseieinschweresKindgewesenbeiderGeburt.Mansagt,ichseiein ziemliches Schrei-Baby gewesen in den Wochen und Monaten danach. Michaber interessiert natürlich auch, was vor dieser Geburt bereits geschehenist.
Da gibt’s einmal die systemische Ebene. Nach neuesten Erkenntnissen trägt man demnach die Informationen von sieben vorangegangenen Generationen mit sichherum.Undalsobdasnochnichtgenügenwürde,habenwirdanochdiekar- mische Ebene mit schauderhaften und abenteuerlichen Geschichten aus früheren Leben. Und zu guter Letzt schließlich noch die unmittelbare Zeit vor der Geburt, nämlich als heranwachsender Embryo bzw. Fötus im warmen Uterus der bald ge- bärenden Mutter.
MeineErinnerungandieZeitvormeinerGeburtbeschränktsichaufdieStun- denundMinutenzuvor.UndweilAyahuascainseinenHerkunftsländernauch
„Medizin der Wahrheit“ genannt wird, geh ich mal davon aus, dass diese intensi- venundsehrlebendigenErinnerungendamalsimFebruar1994keinHokus-Pokus waren. Es hat sich auch nicht danachangefühlt.
Tagebucheintrag vom 14.2.1994
Ein langes Wochenende in Stuttgart liegt hinter mir. Intensive Erfahrungen und Lektionen mit Ayahuasca. Ich habe meine Geburt auf dieser Erden-Ebenedamals nicht 100%ig vollzogen. Ein Teil von mir ist praktisch seit 29 Jahren am Schlaf- wandeln. Devaprem ist wie ein Bruder, der bereits wieder zuhause angekommen ist und mich abholt, um wieder zurückzufinden. Um mich wieder zu erinnern. Aber erst muss meine Geburt auf dieser Erden-Ebene vollständig durchgeführt werden.DazubrauchtesaucheineEntscheidungvonmir,hierlebenzuwollen.In diesem Körper, mit diesen Empfindungen und dieser Verbindlichkeit. Es braucht meine Bereitschaft zur totalen Verantwortung. Es steht absolut an, diesen Teil in mir, der tot ist, der schläft, mit Leben zu füllen. Und zwar in jedem Moment und unter allen Umständen. Das jetzt gerade ist mein Leben. Offenbar entwickle ich mich auf eine zweite Geburt zu. Ich habe mir eine sanfte Geburt gewünscht. Ich kann sie nicht machen und ich kann sie nichtvermeiden.
Was war passiert?
Erst musste ich mich übergeben. Dann war es ein bisschen wie auf LSD. Hab mich gefühlt wie im Raumschiff Enterprise durch den Kosmos gleitend. Auf ein- mal wurde es aber sehr sehr kalt und sehr sehr eng in meinem Körper. Die Zeit des Dahingleitens war vorüber. Keine schönen Bilder mehr. Es ging ans Einge- machte.Sehrkalt,sehreng.Mirwurdebewusst,dassichmichdirektaufdemWeg zumGeburtskanalbefinde.Todesangst.TotalePanik.EininnererFrost,wieiches noch nie vorher erlebt hatte. Zittern am ganzen Körper. Ein Mann sieht mich und decktmichzu.SoeineliebevolleGeste.Nein!Ichwilldanichtraus!Nichtschon wieder! Diese Scheiß-Welt! Diese Scheiß-Erfahrungen, die mich dort erwarten. Todesangst beim Geboren-Werden. Höchster Widerstand. Es wird immer enger und enger. Etwas drückt mich erbarmungslos nach unten. Ich will da nicht hin! Meine Seele und mein ganzes Sein sind in totaler Aufruhr. Widerstand! Ich sehe deutlich, dass sich Anteile meiner Seele von dieser Erfahrung abkapseln und sich an die vertraute, unsichtbare Welt klammern. Diese Anteile sind nicht bereit zu sterben und sind erst recht nicht bereit erneut in diese Welt geboren zu werden. NEIN ! Der Druck nimmt dennoch zu. Unausweichlich drückt es mich in diesen engenKanalnachunten.Ichweißnicht,wasmichdorterwartet.Ichweißnur,dass ichdasnichtwill.EinTeilvonmiristindiesemkleinenKörpergefangen,einTeil kapseltsichzunehmendab,driftetweg.EinweitererTeilsitztregungslosundfas- sungslos in einem offensichtlich erwachsenen Körper auf diesem ungemütlichen Stuhl. Etwa drei Stunden muss diese Erfahrung gedauert haben, bis ich erschöpft zurückfinde in eben diesen fröstelnden, großen Männerkörper. In diesen Raum mit den Männern auf der einen und Frauen auf der anderen Seite. Alle in Weiß gekleidet.Jedermitsichselbstbeschäftigt.SüdländischeMusikwirdlivegespielt vom brasilianischen Santo Daime Team. Ich finde langsam in die Realitätzurück. Dem nahen Tod und meiner kommenden Geburt eben noch unmittelbar ins Auge geblickt. Die Wirkung läßt langsam nach. Ich bin platt, still und sehr traurig. Ge- nausowares.EswardieletztelegaleAyahuasca-GruppensitzunginDeutschland.
Die Beatles beginnen mit LSD zu experimentieren und bekommen einen Orden von der Queen – der schwarze Bürgerrechtler Malcolm x wird erschossen – Die Rolling Stones singen „I Can‘t Get No Satisfaction“ – die USA eröffnen den Bom- benkrieg gegen Vietnam – die ersten Bilder vom Mond werden im Fernsehen übertragen – die ersten Fotos eines Embryos im Mutterleib werden veröffent- licht – Muhammad Ali (Cassius Clay) verteidigt seinen Titel gegen Sonny Liston und Floyd Patterson – die CDU/CSU gewinnt die Bundestagswahlen – Bob Dylan
Die Beatles beginnen mit LSD zu experimentieren und bekommen einen Orden von der Queen – der schwarze Bürgerrechtler Malcolm x wird erschossen – Die Rolling Stones singen „I Can‘t Get No Satisfaction“ – die USA eröffnen den Bom- benkrieg gegen Vietnam – die ersten Bilder vom Mond werden im Fernsehen übertragen – die ersten Fotos eines Embryos im Mutterleib werden veröffent- licht – Muhammad Ali (Cassius Clay) verteidigt seinen Titel gegen Sonny Liston und Floyd Patterson – die CDU/CSU gewinnt die Bundestagswahlen – Bob Dylan
singt „The Times They Are A-Changin“ und kommt nach London – der Minirock erobert die Welt – Liselotte Pulver und Heinz Rühmann erhalten den Bam- bi – „Alphaville“ von Jean Luc Godard gewinnt den Goldenen Bären – Allen Ginsberg demonstriert für legales Marihuana – Ein Russe schwebt als erster MannimAll–DerBeat-ClubstartetimDeutschenFernsehen-PaulMcCartney nimmt „Yesterday“ auf – der erste Acid Test von Ken Keseys Merry Pranksters in Santa Cruz – Timothy Leary wird an der mexikanischen Grenzen verhaftet –
„AlexisSorbas“undAnthonyQuinnsindzwarnominiert,gewinnenaberkeinen wichtigen Oscar – Stanley Kubrick (Dr. Seltsam) ist auch nominiert und gewinnt gar keinen Oscar – Serge Gainsbourg gewinnt immerhin den Eurovision Song Contest mit France Gall – In den internationalen Charts dominieren die Beatles (Yesterday, Help, Ticket to Ride, Eight Days a Week, I Feel Fine, Day Tripper) – DiedeutschenChartswerdenangeführtvonNiniRosso,PetulaClarkundRonny
– Die wichtigste und beste LP dieses Jahres: Rubber Soul von den Beatles.
singt „The Times They Are A-Changin“ und kommt nach London – der Minirock erobert die Welt – Liselotte Pulver und Heinz Rühmann erhalten den Bam- bi – „Alphaville“ von Jean Luc Godard gewinnt den Goldenen Bären – Allen Ginsberg demonstriert für legales Marihuana – Ein Russe schwebt als erster MannimAll–DerBeat-ClubstartetimDeutschenFernsehen-PaulMcCartney nimmt „Yesterday“ auf – der erste Acid Test von Ken Keseys Merry Pranksters in Santa Cruz – Timothy Leary wird an der mexikanischen Grenzen verhaftet –
„AlexisSorbas“undAnthonyQuinnsindzwarnominiert,gewinnenaberkeinen wichtigen Oscar – Stanley Kubrick (Dr. Seltsam) ist auch nominiert und gewinnt gar keinen Oscar – Serge Gainsbourg gewinnt immerhin den Eurovision Song Contest mit France Gall – In den internationalen Charts dominieren die Beatles (Yesterday, Help, Ticket to Ride, Eight Days a Week, I Feel Fine, Day Tripper) – DiedeutschenChartswerdenangeführtvonNiniRosso,PetulaClarkundRonny
– Die wichtigste und beste LP dieses Jahres: Rubber Soul von den Beatles.
Tagebuchnotizen
6.4.1994
TelefongesprächmitDevapremundseineAnregungmeineGuidesmalzufragen, wasbeimirzwischen1930und1945war.Dawirdmirgleichganzandersundein Teil von mir will gar nichts davon wissen. Aber da warwas.
15.4.1994
Immer noch Wut auf M. Was sie in mir auslöst ist schon der Hammer. Am Nach- mittag eine sehr intensive Session mit Linde. Bilder von Kriegsfahrzeugen und Panzern. Ich selbst völlig verängstigt am Straßenrand. Linde sah zuerst das Bild, dass sie mich erhängt haben. Die Guides wollten mir nicht viel mehr erzählen. Diese Angst ginge nicht auf einmal weg, sondern Stück für Stück. Dass ausge- rechnetM.mitihrenjüdischenWurzelndieseGeschichteinmirauslöst,istschon der Hammer.
17.4.1994
Devaprem sagt: „Jetzt geht’s ans Auflösen“. Das ist ein starker Satz. Schindlers Liste soll ich mir ansehen und auf die SS-Leute und meine Gefühle dabei achten. Ursprünglich geht es um Schuld und danach erst kam die Angst.
Was war passiert? Eine weitere intensive Betrachtung, was vor diesem 26. Januar 1965 mit meinem Körper, meiner Seele und meinem Karma so los war, wurde
mir ebenfalls im ersten Halbjahr 1994 beschert. Das Seminar „Weg zum Licht,“ in dem mein spiritueller Lehrer Devaprem seine neue Methode vorstellte, war ein großerErfolgfüralleBeteiligtengewesen.Fürmichwar’setwasstressig,weilich schließlich am Seminarort lebte und arbeitete. Es war auch ein wenig Spannung damals im Connectionhaus und von der Belegschaft wurde nicht immer positiv über Vismay und Devaprem gesprochen. Vielleicht war auch ein wenig Neid im Spiel, weil sich zum Seminar mit Devaprem über 40 Teilnehmer angemeldet hat- ten und die Seminarorganisation dort ansonsten eher etwas schleppend lief. Dass eralsjungerDeutschereinfachsovonsichbehauptete,dassererleuchtetsei,kam natürlich noch erschwerend hinzu.
Darüberhinaus organisierte ich das Seminar, war Ansprechpartner für die Teilnehmer und war für Devaprems Wohlergehen zuständig. Natürlich nahm ich am Seminar teil und war während des Seminars auch Devaprems persönlicher Assistent. Das waren jedenfalls sehr intensive Tage für mich. Das Highlight war trotzdem meine Initiation im Kontakt mit den mich führenden, hohen Lichtwesen im Channeling mit Devaprem. Dieser innere Segen, den ich während und nach den Sessions verspürte, läßt sich jedenfalls mit Worten nicht beschreiben. Immer schon konnte ich irgendetwas Diffuses in mir und um mich herum wahrnehmen. Eine fühlbare Ursache für die innere Führung, eine Gesetzmäßigkeit hinter den unzähligenZufällenundoffensichtlichenWundern,diemitmirimLaufederJah- re geschehen sind. Der Begriff Gott war mir immer zu abstrakt und erst recht zu katholisch besetzt. Ebenso wusste ich mit den lieblichen Engeln im himmlischen Reich nicht allzu viel anzufangen, wenngleich zwischen Engel und Lichtwesen jetzt auch nicht mehr so ein himmelweiter Unterschied war.
Jedenfalls war ich Feuer und Flamme für Devaprem, die neue Arbeit mit den Guides (die uns führenden, hohen Lichtwesen) und unser neues Seminar-Projekt. Und wir hatten ja auch einiges damit vor: Einführungsseminare, Fortgeschritte- nenseminare, Trainings usw. im deutschsprachigen Raum und dem angrenzenden EuropawareninPlanung.UnddamitlagenwirziemlichamPuls,dennDevaprem war zweifelsohne einer der innovativsten spirituellen Lehrer dieser Zeit, und unser Draht zueinander sowie die Hingabe an die Welt der Guides ergaben eine höchst intensive, erfolgversprechende Mixtur für unsereKooperation.
So weit so gut. Als Erstes sollte es allerdings um meine persönliche Ausbil- dung gehen. Und so wie eine gute Geschichte mit einem Erdbeben beginnt und sich dann langsam steigert, war das erste „Weg zum Licht“ Seminar im Connec- tionHausgerademalderStartschussineinvölligverrücktesspirituellesAbenteu- er.DevapremwohntezwischendurchwiederinMillValey/Kalifornienundcoach- te mich wegen der Zeitverschiebung in den Nächten per Telefon und per Fax. So lernte ich zusammen mit anderen Teilnehmern des ersten Seminars u.a. zu Chan- neln,dieGuidesdurchmichschreibenzulassen,Rückführungenzubegleitenund negative Emotionen durch das Licht der Guidesaufzulösen.
Ich befand mich also im Anschluss an das Seminar permanent in einer intensiven BetreuungundAusbildung.NichtseltenwachteichmitteninderNachtdurchdas RatterndesFax-Gerätsauf,durchdasmirDevapremseineneuestenInstruktionen sendete.ImAnschlussandieseFax-BotschaftenwurdeoftbisindenMorgenhin- ein telefoniert.
AmfrühenMorgendes6.Aprils1994wiesmichDevapremschließlichdarauf hin,dassmöglicherweisemeineinnerenSchuldgefühleundÄngsteursächlichmit einem vergangenen Leben in der Nazi-Zeit zu tun hätten. Er hielt sich auch nicht damit zurück zu betonen, dass ich keiner von den Guten und auch keines von den Opfern gewesen sei. Für den kommenden Freitagnachmittag vereinbarte ich gleich einen Terminmit Linde, einer befreundeten, älteren Dame, mit der ich das ChannelnunddieebengelernteLichtarbeitregelmäßigübteundtrainierte,ummit ihr und den Guides gemeinsam dieses Past-Life zu erforschen. Parallel dazu ar- beiteteichindiesenTagenaneinemArtikelüberalternativeLebensformenfürdie Connection Redaktion. Freitagmorgen war Abgabetermin. Gegen Freitagmittag, etwazweiStundenvormeinerAbfahrtzurSession,machtedanndieverantwortli- cheRedakteurininderConnectionmeineArbeitderletztenWochenohneersicht- lichen Grund vor der versammelten Mannschaft ziemlich runter und drückte bei mirdamitdieentsprechendenKnöpfe,d.h.:IchwäreihramliebstenandieGurgel gesprungen. Ihre Worte und ihr Verhalten lösten wirklich Killer-Energien in mir aus und ich musste alle Kraft aufbieten, damit sich diese Energien nicht in irgen- deiner Form gewalttätig Ausdruck verschafften. Zufälligerweise stammte diese Redakteurin aus einer jüdischen, ungarischen Familie, von der kaum jemand den Holocaust überlebt hatte. Mit dieser Wutenergie würde ich also zu meiner Past- Life Session fahren. Tage zuvor hatte ich auf Empfehlung von Devaprem meine Guides gebeten, mir doch in irgendeiner Form zu zeigen, was bei mir in der Zeit von1930bis1945loswar.Eswarschonfaszinierendundsehrbeeindruckend,wie zuverlässig synchron diese Guides in den unsichtbaren Feldernarbeiteten.
In der anschließenden Session nutzten Linde und ich diese Energie der Wut um recht schnell bei deutlichen Bildern aus jenem Past-Life zu landen. Offenbar war ich einer von den jungen, verblendeten und verführten Nazis gewesen. Es warallesdabei.VonausgeübterFolter,VergewaltigungbiszumehrfachemMord. Dem Reich und dem Führer in jeglicher Form zu dienen, war alles worum es sich in dieser Zeit und in dieser Inkarnation drehte. Und da es sich um einmonströses, faschistisches, totalitäres System handelte, kamen natürlich die allerniedersten Anteile und mörderischsten Triebe der männlichen Psyche zum Vorschein. Ein Zustand an dem offensichtlich das halbe Volk zu jener Zeit erkrankt war. Geblen- det von diesem Rausch stellte das System lange Zeit kaum jemand in Frage. Und meine damalige Inkarnation, als einer der Nazi-Schergen, schon gar nicht. Erst zum Schluss, als alles Unheil offensichtlich war, die feindlichen Panzer in den zerstörten deutschen Städten einrollten und der totale Krieg verloren war,kamen
die gewaltigen Selbstzweifel und ein viel zu spätes Erwachen. Plötzlich sah ich, wie so viele, das ganze Ausmaß des Grauens, des monströsen Völkermords und des Missbrauchs am eigenen Volk. Ich hatte dem System blind vertraut voller ari- schem Enthusiasmus, hatte jeden Befehl ausgeführt und war im Namen des Füh- rersaneinigenGräueltatenbeteiligtgewesen.DurchdiesesErkennen,dengewal- tigen Missbrauch meines Vertrauens und das Chaos des Kriegsendes im Schock verharrend, waren mir dann womöglich zum falschen Zeitpunkt, gegenüber den falschen (eigenen) Leuten die falschen Worte herausgerutscht. Jedenfalls sahen sowohlmeineTherapeutinindieserPast-LifeSession,alsauchich,alsganzdeut- liches, inneres Bild mit dem dazugehörigen, schaurigen Körpergefühl diesen jun- gen, verblendeten, verzweifelten Ex-Nazi-Schergen ermordet am Galgen hängen. SeitmeinerKindheitbeklagteichschonSymptomeummeinenHalsherum,alsob er rund um die Uhr innerlich umklammert werden würde. Ein zugezogener Strick in der Aura um meinen Hals herum quasi. Und diese Symptome sind immer noch gegenwärtig und erinnern mich bis heute täglich an das grausame Ende meines womöglich letzten, vergangenenLebens.
Im Anschluss an diese intensive Sitzung besuchte ich für den Rest des Wo- chenendeseinSeminarmitAlanLowenimConnectionHaus.Errietmir,dieHer- ausforderungdiesergroßenSchuldundAngstinmiranzunehmen,woauchimmer derUrsprungdafürliegensollte.EinpaarTagespätersaßichalleineimMühldor- ferKinoundschautemir,aufEmpfehlungmeinesspirituellenLehrers,denFilm
„Schindlers Liste“ an. Devaprem wies mich daraufhin, dass ich speziell auf die Gefühle achten sollte, die der von Ralph Fiennes exzellent gespielte Nazi-Sadist namens Amon Göth, bei mir auslösen würden. Im Anschluss an den Film lag ich fast die ganze Nacht wach und arbeitete mit den Guides. Ich fühlte die Fassungs- losigkeit, die Schuld, das Grauen und einen nebulösen Mix an psychologischer Überforderung in meinem Körper und ließ mir immer wieder aufs Neue das kost- bareLichtmeinerGuidesschicken,wohlwissend,dasssichdiesesKarmanichtin ein paar Tagen und Nächten vollständig auflösenwürde.
Diese Erinnerungen an die Zeit vor meiner Geburt beschränken sich auf eine mögliche Inkarnation in der ersten Häfte des 20. Jahrhunderts. Und weil alle Er- lebnisse,Bilder,ZufälleundEreignisseindiesenTagensichsoextremrealdarbo- ten, geh ich mal davon aus, dass diese intensiven und sehr lebendigen Erinnerun- gendamalsimApril1994keinHokus-Pokuswaren.Eshatsichauchnichtdanach angefühlt.
MeineAusflügeindieDimensionenderWeltvormeinerGeburtwarendamals fester Bestandteil meiner Selbsterforschung. In den Jahren 1994 – 1997 habe ich michselbstmiteinigenweiterenfrüherenLebenauseinandergesetztundmitHilfe der Guides und der erlernten Methoden daran gearbeitet. Manche dieser Bilder und Geschichten präsentierten sich ebenso intensiv und deutlich wie das voran- gegangeneBeispiel,andereetwassubtiler.IndieserZeitwurdendarüberhinaus
in Gruppen, Einzelsitzungen und Ausbildungen diverse Past Lifes von etwa 150
–200Klientenintensiverforscht.ErstindenletztenJahrenentdeckteichähnliche kausale Zusammenhänge über die systemische Ebene. Für die Zeit im Bauch der Mutter gab es auch noch die eine oder andere Rückführung, in der mal von hef- tigen Angstzuständen der Mutter (die bestätigt wurden) die „Rede“ war und ein anderes mal von einem weiblichen Zwilling, der dann wieder gegangen war (was nicht bestätigtwurde).
HeutehabeicheineherpragmatischesVerhältniszuallenFormenderReinkar- nationstherapie und Rückführungsforschung. Hin und wieder gibt es den Impuls mit Unterstützung von kompetenter Begleitung noch mal das eine oder andere Auge in die tiefere Vergangenheit meines Seins zu werfen und die Dinge von hier und heute aus zu betrachten und zu befühlen. Manchmal werde ich durch ver- schiedeneUmständeoderBegegnungenauchdirektmitderNasedaraufgestoßen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte und wird vielleicht in einem anderen Jahrerzählt.
„Der Wildbach verlöre sein Lied,
wenn wir die Felsen entfernten…“ (anonym)
Den folgenden Bericht schreibe ich aus einer möglichen Perspektive meiner in- neren Führung, meiner Guides, meiner mich begleitenden und zu mir gehörenden Lichtwesen:
„Der kleine Junge wusste nichts mehr von seinem Karma. Wohlbehütet war er inzwischen etwas über ein Jahr alt geworden. Zwei ältere Geschwister waren da, die abwechselnd genervt, pflichtbewusst und wohlwollend auf ihn reagierten. Er war ein Schreikind gewesen in den ersten Monaten und er fühlte sich auch nicht ganz wohl in seinem kleinen, heranwachsenden Körper. So als ob irgendwas mit ihm nicht stimmen würde und dieses frische Leben in dieser harmonischen, bür- gerlichen Familie doch nicht so ganz sicher für ihn sein würde. Es bestand eine diffuseÄngstlichkeitundEmpfindlichkeitdieihnfastrundumdieUhrbegleitete. TrotzdemwarerbiszujenemTaggesundundgutgenährtaufgewachsen.Obwohl er diesen diffusen Schatten bereits seit seiner Zeit als Embryo und Fötus hatte, entwickelte er sich völlignormal.
Er war inzwischen ein Jahr und drei Monate alt, als seine Mutter eines Tages daraufbestand,ihmdemÜbergangvondenWindelnzumTöpfchenzuvermitteln. Der Tag hatte bereits schlecht begonnen und der kleine Junge reagierte auf fast alles mit Weinen und Schreien, war überempfindlich bei jeder Kleinigkeit und seine Mutter entsprechend gereizt. Er sollte sein nächstes großes Geschäft ohne WindelaufdemTöpfchenmachen.Abererwarnichtbereitdazuundsomussteer sichzwingen.Abererkämpfteundschrieunddrückteundschrieundkämpfteund drückte und schrie und schrie undschrie……“
EinLeistenbruchisteineLückenbildungdernormalerweisegeschlossenenBauch- deckeimBereichderLeiste.BeiJungenlaufenSamenstrangundBlutgefäßedurch den Leistenkanal und versorgen die Hoden. Beim Bruch kann es zur Verlagerung von Bauchinhalt, z. B. Darmschlingen in den Leistenkanal kommen. Der Leisten- bruch ist bei Säuglingen und Kleinkindern eine recht häufigeStörung.
Ein Leistenbruch muss sofort ärztlich behandelt und operiert werden. Eine
„Selbsthilfe“ ist nicht möglich. Wird der eingeklemmte Leistenbruch nicht sofort chirurgischbehandelt,kanndaseingeklemmteGewebeabsterben.Eskommtdann
zum Darmverschluss und zur Bauchfellentzündung. Die Operation wird in der Regel ambulant und in Vollnarkose durchgeführt.
Durch einen Schnitt in der Leiste wird der Leistenkanal eröffnet, der so genannte Bruchsack wird vom Samenstrang (bei den Buben) oder vom Gebärmutterband (bei Mädchen) abgelöst und eröffnet, der Bruchinhalt in die Bauchhöhle zurück- verlagert, der Bruchsack abgetragen und an der Innenseite der Bauchdecke (dem inneren Leistenring) verschlossen.
„DerArztwarschnellgekommen,stelltesofortdierichtigeDiagnoseundüberwies den kleinen Jungen an ein Krankhaus nach Kolbermoor. Noch vor der Operation bekam der kleine, verängstigte, aufgewühlte, schreiende Patient bereits Beruhi- gungs-undSchmerzmittelverabreicht.DieOperationgestaltetesichdannalssehr kompliziert, weil der kleine Junge mehrmals während des Vorgangs aus der Nar- kose erwachte und immer wieder neu, mit immer stärkeren Mitteln, betäubt wer- den musste. Auf Anraten des Arztes wurde parallel während dieses Eingriffs ein Stück von der Vorhaut seines Penis weggeschnitten, angeblich wegen der Gefahr der Vorhautverengung. Auch während dieses Eingriffs erwachte der kleine Junge aus der Narkose. Nach Beurteilung eines anderen Arztes, wenige Wochen später, wurden beide Behandlungen sehr schlampig bis fahrlässig ausgeführt. Der kleine Junge befand sich mittlerweile in einer Betäubung, die zu jener Zeit nur Erwach- senenbeilängerenundschwierigerenOperationenverabreichtwurden.Dieshatte den Vorteil für die behandelnden Chirugen und den kleinen Jungen, dass er für denRestdesoperativenEingriffsnichtmehraufwachenmusste,keineschrecklich starken Schmerzen, Todesängste und fremde Männer, die mit Messern an seinem Penis und einer offenen Wunde in der rechten Leiste hantierten, ertragen musste, abereshatteauchNachteile.AlsderkleineJungespäterausderNarkoseerwach- te, lag er allein in einem dunklen Zimmer, war völlig benommen und hatte starke Schmerzen.SeineElternwarenwederzudiesemZeitpunkt,nochindenrestlichen vierWochenseinesAufenthaltsindieserKlinikanwesend,weilihnendavondrin- gend vom Chefarzt abgeraten wurde. Begründet wurde diese Maßnahme mit der Argumentation,dasselterlicherBesuchdieHeilungdesKindesverzögernunddas ohnehin verwirrte Kind nur noch mehr durcheinanderbringen würde. Dies war in deutschen Kliniken zu dieser Zeit durchaus üblich. Zudem waren die Eltern des kleinen Jungen durch ihre Kultur und Konditionierung, sehr von der Kompetenz undderAutoritätvonÄrztenüberzeugt.FürdenkleinenJungenbedeuteteesVer- lassenheit,Verzweiflung,VerlorenheitundTodesangst.UndnatürlichderWillkür des Personals und der Ärzte hilflos ausgeliefert zu sein. Als die Wirkung des Betäubungsmittels ganz nachgelassen hatte, schrie der kleine Junge wieder. Die Wunden mussten mehrmals nachbehandeltwerden.
Daraufhin wurden dem kleinen Jungen weiterhin starke Beruhigungsmittel und Schmerzmittel verabreicht. Als Erwachsener in Therapiesitzungen durch Hypno- se und andere Techniken sah der Autor sich mehrmals als kleiner Junge völlig apathisch alleine in irgendwelchen Ecken am Boden kauern. Während des Auf- enthalts in der Klinik wurde der kleine Junge kein einziges Mal gründlich genug gewaschen und gepflegt. Das Pieseln und Kacken fand jedes Mal unter starken Schmerzen statt. Die Betreuung des kleinen Jungen erfolgte in erster Linie da- durch, dass seine Wunden versorgt und einmal täglich die Windeln gewechselt wurden. Den Eltern wurde mitgeteilt, dass die Operation erfolgreich verlaufen und ihr Sohn wohlauf sei. Davon wie verzweifelt, verängstigt, verloren und ver- lassen sich der kleine Junge fühlte, erfuhren die Eltern nichts. Die Mixtur ausden Medikamenten, den Emotionen und den körperlichen Beschwerden führten den Lebenswillen des kleinen, empfindsamen Jungen, sowie sein Nervensystem an den Rand des Erträglichen. Auf der anderen Ebene bestand durchaus die Mög- lichkeit, dass der kleine Junge erlöst werden und seinen Körper verlassen könn- te. Es gab Stunden, in denen sich der kleine Junge mehr tot als lebendig fühlte. Es gab jedoch ein Abkommen mit der Seele des kleinen Jungens, durch diese schmerzhaftenErfahrungenhindurchzugehen,damitsichdasKarmadieserSeele körperlichmanifestierenkonnte.DieAngst,derSchockunddieSchmerzenbrann- ten sich entsprechend ohne Erbarmen in das Gehirn, das Nervensystem, das Zell- gewebe, die Organe, den Unterleib und den emotionalen bzw. mentalen Körper ein. Das Grundvertrauen des Herzchakras und die natürlichen Verbindungen des erstenChakraswarenerschüttertundbeschädigt.DieverabreichtenMedikamente verursachten zusätzlich zu diesem Trauma noch langfristige Schäden im Gehirn, der Aura und der Psyche des kleinen Jungens. Noch jahrelang litt der Autor als kleines Kind unter dem sogenannten Hospitalismus. Vor dem Einschlafen kam er regelmäßig in einen Schock- und Angstzustand, bei dem er den Kopf heftig hin-und herschlug. Außerdem wurden Bettdecken zerbissen und Haare ausgeris- sen. Endlich eingeschlafen, folgten regelmäßig Albträume mit Todesängsten,von denenderJungejedesMalpanischundschweißgebadeterwachte.ImKolbermoo- rer Krankenhaus waren dies völlig automatische und instinktive Reflexe, die den kleinen Jungen davor bewahrten, komplett verloren zu gehen. Natürlich war die plötzliche Verlassenheit von der Mutter für den kleinen Jungen die größte Kata- strophe.SeineElternwarenihmdasganzeUniversum,wieauchbeiallenanderen KindernindiesemAlter.ImWeltbilddeskleinenJungenwaresvölligunmöglich, dassetwasandiesemUniversumnichtperfektundrichtigseinsollte.Alsomusste mit ihm irgendwas nicht in Ordnung sein. Womöglich war er der, der nicht sein sollte, wie ihm Jahrzehnte später ein Astrologeerklärte.“
Die italienische Schauspielerin Sophia Loren heiratet den Filmproduzenten Carlo Ponti – Brigitte Bardot heiratet Gunther Sachs - Timothy Leary wird erstmals festgenommen – Die erste Einpflanzung eines künstlichen Herzens gelingt – Borussia Dortmund gewinnt den Europapokal der Pokalsieger und Real Madrid den Titel der Landesmeister – Die Beatles treten in Deutschland auf – die USA greifen erstmals die nordvietnamesische Hauptstadt Hanoi an – 3000 Menschen sterben bei einem Erdbeben in der Türkei – Karl Mildenberger unterliegtMuhammadAliimFrankfurterWaldstadionvor25000Zuschauern
– Albert Speer und Baldur von Schirach werden nach 20 jähriger Haft entlas- sen – Die NPD erhält in Bayern 7,4% der Stimmen - Mao-Tse Tung zieht ganz China in den Bann seiner Kulturrevolution – England gewinnt im Wembley Stadion die Fussball WM gegen Deutschland – In Haight Ashbury wird der
„Psychedelic Shop“ eröffnet und LSD ist plötzlich illegal –– Das erste Album der Doors erscheint – Revolver von den Beatles erscheint – Die grossen Gewinner bei der Oscar Verleihung sind „Doktor Schiwago“ und „Meine Lieder – meine Träume“ mit je fünf Auszeichnungen – Weitere sehenswerte Filme dieses Jahr- gangs: Blow up, El Dorado, Persona, Django, Die Gentlemen bitten zur Kasse, Angélique und der König, Blut für Dracula, The Chelsea Girls, Wer hat Angst vor Virgina Wulf? Melissa, What’s Up, Tiger Lily und Der zerrissene Vorhang. Mu- sikalisch war es das Jahr der Beatles, der Rolling Stones und der Beach Boys und aber auch von Nancy Sinatra, Aretha Franklin und Nina Simone
„NachetwazweiWochenkamjemandaufdieIdee,denkleinen,verstörten,schrei- enden Jungen tagsüber in ein Zimmer mit sogenannten Wöchnerinnen zu verle- gen. Endlich gab es wieder die lebenswichtige liebevolle Aufmerksamkeit von Menschen, die er so dringend brauchte um weiterleben zu wollen und zu können. In gewisser Weise war es auch ein Deal und eine willkommene Abwechslung für diefrischgebackenenMütterunddenkleinenJungeninseinemLaufstall.EinRa- dioliefdenganzenTagundermerktesehrschnell,daßerAufmerksamkeitbekam, wenn er Faxen machte, sich zur Musik bewegte und die spannenden Geräusche aus diesem wundersamen Gerät imitierte. Die Frauen waren amüsiert und dem kleinen Jungen brachte es seinen Lebenswillen wieder zurück. Musik sollte auch weiterhin ein Lebens- und Überlebenselixier für ihn sein und bleiben. Schließlich kamderTag,andemihnseineElternwiedernachHauseholten.Überallanseinem Körper waren Krusten und Spuren von der mangelnden Hygiene in dieser Klinik. Die Narben von der Operation eiterten immer wieder und sahen ziemlichscheuß-
lichundschlampigaus.NachundnachkamderkleineJungewiederinseinerFa- milie und seinem Zuhause an. Innerlich war er allerdings gebrochen und zutiefst überzeugt, dass etwas Grundlegendes mit ihm nicht in Ordnung war. Die früheste Erinnerung, die der Autor in späteren Jahren an seine frühe Kindheit hatte, bestä- tigtgenaudiesesGefühl.SchonimVergleichzuseinenGeschwisternspürteerein riesengrossesGefälle.ImmerhatteerdasGefühlumAufmerksamkeitkämpfenzu müssen und setzte dafür mitunter auch gewaltsame Methoden ein. Das Vertrauen zur Mutter war erschüttert. Natürlich brauchte er zum Überleben die Symbiose mit ihr. Nach dem Krankenhausaufenthalt begann eine Phase, in der er aus dem SchockherausseineUmgebungundspezielldasVerhaltenderMutterbisinsletz- te Detail genauestens beobachtete. Er musste herausfinden, wie er zu sein hatte, damit sich diese Katastrophe nicht wiederholen würde. Eingeschüchtert bis in die Knochen. Jedes zu laut oder zu leise, zu fröhlich, zu traurig könnte verkehrt sein und ihn wieder in dieses alles verschlingende riesige Maul zurückbringen, von dem er noch jahrelang nachts träumte und völlig verstört und verschwitzterwach- te. Und sich nicht artikulieren konnte. Nach der Wunde der Verlassenheit, lösten diese Überlebensmechanismen die nächste große Wunde in ihm aus, dass ernicht mehr so sein konnte wie er war. Seine natürliche Identität war in Frage gestellt. ZumindestimBezugzuseinerMutter.UndsozogersichJahrfürJahrimmerwei- terinseineeigeneWeltzurück,währenderimAußenmehroderwenigergutfunk- tionierte. Für die Umgebung war er eben ein etwas nervöses, ängstliches Kind,so wieandereKinderebensounterschiedlicheMerkmalemitsichtrugen.Vonseinem innerenLeidenbekamdieAußenweltnurgelegentlichverstörendeAuswirkungen mit, die dem Jungen lediglich die Bestätigung dafür gaben, dass etwas mit ihm nicht in Ordnungwar.
Diese tiefen Verletzungen spiegelten auf der weiteren Lebensreise vor allem dreiEreignisse:InderPubertätfühlteersichbaldschonzuleichtenbisschwereren Drogenhingezogen,wodurchseinEmotionalkörperundseinNervensystemschon baldweitereStörungenerhielten.DietiefenWundendesVerlassen-Seinsunddes Nicht-sich-selbst-sein-KönnenswurdeninweiterenJahrendurchdieschmerzhaf- teundanstrengendeTrennungvonzweiBeziehungenimAltervon27und36Jah- ren ausgelöst. Seit seinem 19ten Lebensjahr befand der Autor sich immer wieder intherapeutischerBehandlung.EingroßerTeildesMaterialskonnteaufgearbeitet bzw. integriert oder transformiert werden. Andere Themen, wie zerstörerisches Suchtverhalten, die Löcher in der Aura und das Abgespalten-Sein von inneren Seelenanteilen begleiteten ihn in seinem weiteren Leben. Symptome wie z.b. Un- wohl sein und Panik in Gegenwart von vielen Menschen, Ängste, Schuldgefühle, psychosomatische Symptome blieben ebenfalls lebenslange Begleiter. Schon ein paarZügevoneinerZigarettekonntenHerzrasen,SchwindelundSchweißausbrü- che auslösen, was umso absurder und quälender wurde, weil er von seinem 12ten bis zum 38sten Lebensjahr starker Raucher und nikotinabhängig war und nurder
innereLeidensdruckdemeinEndebiszumheutigenTagsetzenkonnte(wobeidie Sucht natürlich weiterbesteht). Eine Tasse Espresso fühlte sich in seinem Körper so an, wie Amphetamine in anderen Körpern, weshalb auch die Sucht nach etwa 3 bis 4 Tassen Kaffee am Tag irgendwann losgelassen wurde. Der Autor muss bis heute sehr achtsam mit den Themen Sucht/Allergie/Unverträglichkeitenumgehen undmitmanchanderenEinschränkungen(z.B.Flugangst,Höhenangstetc.)leben undumgehen.DiesistihmbiszumheutigenTagineinigenFällensehrgutundin anderen Fällen weniger gutgelungen.
Es gäbe noch einiges zu berichten, zu reflektieren und zu erklären, wie sich Karmabzw.dietraumatischeSituationinjenemKrankenhausaufdasweitereLe- ben und Erleben des Autors auswirkten, aber wir möchten diese Ausführungen an dieser Stelle dabei bewenden lassen. „Wenn etwas recht behält, dann doch der Lauf des Lebens“ ist ein schönes Zitat als Übergang zu den weiteren Berichten und Erzählungen“.
„Ich habe mich seit den 60er Jahren kaum weiterentwickelt. Meine Seele ist immer noch ein Hippie.“ (Whoopi Goldberg)
Sven Regener, geb. 1. Januar 1961
SeitdemAlbum„WeissesPapier“binicheinFanvonElementofCrimeundderen Songschreiber und Sänger Sven Regener. Bereits ihr erstes deutschsprachiges Al- bumwurdedamalshintermMondhochgelobtvonderKritik.Fernabvonjeglichem Trend ziehen sie mittlerweile im vierten Jahrzehnt ihren eigenständigen Mix von Chanson, Lied und Rock durch. Seit jenem Sonntag im April wird auch jede Neu- erscheinung von Element of Crime ungehört am Erscheinungstag gekauft. Meine beidengroßenKindersindmitihrerwunderbarenMusikaufgewachsen.DieFrauen in meinem Leben konnten meine Begeisterung für Sven Regener und seine wun- derbaren,eigensinnigen,deutschenTextezwarnichtimmerteilen,aberfürdasAuf undAbinLiebesangelegenheitenseit1993steuertenSvenRegenerundElementof CrimedennocheinengroßenTeildesSoundtracksbei.SosorgteamAnfangderBe- ziehungmitDianaderSong„Ganzleicht“(Ichweißnochgenau,wiewirbeidevor Sehnsuchtverbrannten.Ganzleicht,ganzleichtmussesnichtsein.)fürsomanche Gänsehaut. In unseren guten Zeiten freuten wir uns beide über „An Land“ (Deine Hand kommt in meine, und jede Hilfe zu spät.) Als dann Schluss war im Herbst 2001trösteteichmichmit„OhneDich“(OhnedichistderMondimmervollundje- desWeihnachtenweiß.UndderandereSchnickschnackkümmertmichnicht.Alles ist besser ohne dich) oder heulte beim Autofahren wie ein Hund bei „Weisses Pa- pier“(NichtmaldasMeerdarfichwiedersehn,woderWinddeineHaarevermisst. WojedeWelleeinSeufzer.UndjedesSandkorneinBlickvondirist),währendeiner seiner schönsten Songs aus diesem Jahr mich gleichzeitig wieder auf neue Liebe hoffen ließ (Bei mir geht überhaupt nichts mehr, weil sich alles um dich dreht, seit der Himmel jeden Morgen deine Augenfarbe trägt). Acht Jahre später war es dann Heike, die mich noch etwas warten ließ und die von meinem Geschenk über Ama- zon(ElementofCrime,MittelpunktderWelt)unddendazugeliefertenSpruch„Sag Bescheid wenn Du mich liebst“ erstmal ein wenig verwirrt war. Ein paar Wochen spätergabsiedannihrenWiderstandauf,währendzeitgleich„Immerdawodubist binichnie“erschien.AusdemSong„Bleibbeimir“habichHerrnRegenerperSMS anmeineneueLiebstemitfolgenderZeilezitiert:„Kommmitmirwoandershin,ich weiß noch einen Weg, den kann man nicht alleine geh´n und ich hab mir überlegt, dassalleswasabjetztgeschiehtmichnichtmehrinteressiert.Wenndudarinnicht vorkommst,bittebleibbeimir.“(HeikewurdedennochkeinElementofCrimeFan).
Tom Tykwer, geb. 23. Mai 1965
Als ich im Januar 1995 von Mühldorf am Inn nach Wasserburg am Inn gezogen bin, freute ich mich sehr über die Nähe zum Kino Utopia. Ein paar filmverrück- te Jungs hatten ein Jahr zuvor das Wasserburger Kino übernommen und spielten Woche für Woche tolle, ausgewählte Filme (und das tun sie heute noch!). Eines Abends lief dort „Winterschläfer“, der zweite Spielfilm des, damals noch ziem- lich unbekannten, deutschen Regisseurs Tom Tykwer. Winterschläfer ist ein Be- ziehungskrimi der im Berchtesgadener Land spielt. Die magische Handschriftder Inszenierung ist bis heute einmalig. Mittlerweile habe ich diesen wunderbaren Film bestimmt 5 oder 6 mal gesehen und fühle mich immer wieder aufs Neue berührt und inspiriert. Ich war jedenfalls sofort ein Fan von Tom Tykwer. Und freutemichzurechtaufweitereFilmperlenvonihm,wiez.B.„Lolarennt“imJahr darauf. Die gleiche Magie, aber ein ganz anderes Erzähltempo. War die Berchtes- gadener Bergwelt noch behäbig und ruhig, wurde plötzlich im 20 Minuten Takt durch Berlin gerannt. Und genauso wie „Pulp Fiction“ 1994 die amerikanische Filmlandschaft veränderte, so gab es im deutschen Film nur eine Zeit vor „Lola rennt“ und eine Zeit danach. Da war es naheliegend und angemessen den deut- schenFilmpreisnachderHauptfigurzubenennen.„DerKriegerunddieKaiserin“ spielt in Wuppertal, der Heimatstadt von Tykwer. Mit „Heaven“, der in Turinund in der Toscana gedreht wurde, begann seine internationale Phase. Cate Blanchett war nach diesem intensiven Film für lange Zeit meine liebste Schauspielerin. Nach einer Pause folgte 2006 „Das Parfüm“ – der nahezu unverfilmbare Stoff in unvergessliche, intensive Bilder gekleidet. Das Duett von Eichinger und Tykwer funktionierte ausgezeichnet. Als unverfilmbar galt auch „Cloud Atlas“, der mir, bei aller Liebe für verschachtelte, kunstvolle Erzählungen ein bißchen zuviel des Guten war. Dann lieber so ein „Drei(er)“, wie seine preisgekrönte Produktion aus demJahr2010.GenauvondieserSortewünscheichmirnämlichwiedermehrvon Tykwer, den – immer noch – besten Regisseur in Deutschland. Er ist schließlich einer der Gründe, warum ich mich in den Jahren zwischen 1994 und 2008 gerne einenCineastennannteundwarumichmichmanchmalüberdenWirbeldes„Neu- en Spirituellen Films“ wundere. Für mich waren seine besten Filme immer schon auch ein spirituellesErlebnis.
Eine Einheit der USA erschießt im vietnamesischen Dorf My Lai 507 gewöhnli- che, zivile Bewohner – In Memphis (USA) wird Martin Luther King erschossen
– Robert F. Kennedy stirbt nach einem Attentat - Rudi Dutschke, Vorstand der SDSwirdinBerlinangeschossen–AndyWarholwirdbeieinemAttentatschwer verletzt – Richard Nixon wird zum US-Präsidenten gewählt – Der Warschau- erPaktwälztmitPanzerndenPragerFrühlingnieder–Die29-jährigeBeate
Eine Einheit der USA erschießt im vietnamesischen Dorf My Lai 507 gewöhnli- che, zivile Bewohner – In Memphis (USA) wird Martin Luther King erschossen
– Robert F. Kennedy stirbt nach einem Attentat - Rudi Dutschke, Vorstand der SDSwirdinBerlinangeschossen–AndyWarholwirdbeieinemAttentatschwer verletzt – Richard Nixon wird zum US-Präsidenten gewählt – Der Warschau- erPaktwälztmitPanzerndenPragerFrühlingnieder–Die29-jährigeBeate
Klarsfeld ohrfeigt Bundeskanzler Georg Kiesinger (CDU) wegen seiner Nazi- Vergangenheit – Ab Juli dürfen auch in Passau Bikinis getragen werden – K.H.Pawla von der Kommune 1 scheißt vorm Richtertisch – Studentenunruhen auch in Paris – In der BRD wird die MWST eingeführt - Erfolgreichster Film des Jahres in der BRD ist das „Dschungelbuch“ – Auf den weiteren Rängen findet man Uschi Glas und Oswald Kolle – „2001-Odyssee im Weltraum“ von Stan- ley Kubrick läuft im Kino – Ebenso „Barbarella“, „Candy“, „Django“, „Der Hund vonBlackwoodCastle“,„RosemarysBaby“und„DerManninMammisBett“
– Die Oscar-Gewinner 68 hießen: Walter Mirisch, Mike Nichols, Rod Steiger und Katharine Hepburn – Senta Berger und Heinz Rühmann sind die beliebtesten Schauspieler der BRD – Die Beatles singen „Lady Madonna“, schwimmen mit demYellowSubmarine,macheneinenaufGeschäftsleuteundbringenschließ- lich„HeyJude“unddas„WhiteAlbum“heraus–IndendeutschenSingleCharts schaffen es die Bee Gees, die Beatles, Peter Alexander, Tom Jones, John Fred, Manfred Mann, Mary Hopkin und Heintje mit „Mama“ und „Heidschi Bumbeid- schi“ auf die No. 1 – Die Rolling Stones sind mit der Single „Jumpin Jack Flash“ und dem neuen Album „Beggars Banquet“ präsent – Neben den Beatles, den Stones und Heintje hört man 68 noch Udo Jürgens, Alexandra, Sam & Dave, Doors, Them, Velvet Underground, CCR, Leonard Cohen, Johnny Cash, Jimi Hen- drix, Pink Floyd, Simon & Garfunkel, Otis Redding, Aretha Franklin, The Who, Janis Joplin, Van Morrison etc. etc.etc.
Muhammad Ali, 1942-2016,
Weltmeister im Schwergewichtsboxen 1964-1967 und 1974-1978
Als er 1996 in Atlanta zitternd mit der Fackel in der Hand das olympische Feuer entzündete,trauteichmeinenAugenkaum.SchonschwervonParkinsongezeich- net, präsentierte er sich der weltweiten Öffentlichkeit in dieser Zeremonie ausge- rechnetandemOrt,andemervieleScherereienwegenseinerKriegsdienstverwei- gerung hatte, der aber gleichzeitig im Oktober 1970 das Ende seines 3 ½ jährigen Exilsbedeutete.UnderwarfürmichimmernochderGrößte.DasmeisteMaterial in meinem Filmarchiv gibt es über das Leben, die Karriere und die Kämpfe von Cassius Clay bzw. Muhammad Ali. Ich interessiere mich normalerweise nicht im geringstenfürdenBoxsport,aberdieserMannwarderGrund,warumwiralsKin- dermitteninderNachtvordemFernsehersitzendurftenundgespanntdenKämp- fen mit Frazier, Norton oder Foreman zuschauten. 1967, auf dem Höhepunkt sei- ner Karriere und kurz vor dem Sommer der Liebe, verlor Ali seine Boxlizenzund seinen Weltmeisterschaftstitel im Schwergewicht, weil er sich weigerte amViet-
nam Krieg teilzunehmen. Und erst sieben Jahre später holte er sich diesen Titel beim legendären „Rumble in the Jungle“ zurück. Immer wieder gibt es Phasen in meinemLebenwoichStundendamitverbringe,diealtenFilmezusehenundBü- chervonundüberihnzulesen.EigentlichsinddasCharismadiesesMannes,diese Kraft, dieser Mut, diese Integrität gar nicht zu beschreiben. Natürlich war und ist er auch nur ein Mensch. Wer seinen Lebenslauf kennt, weiß genug um seine dunklen Flecken. Sensationell, dass ihm Parkinson in all den Jahren seine Würde und seine Ausstrahlung nicht nehmen konnte. Er hatte einen eisernen Willen und eiserneFäuste.ErtanztewieeinSchmetterlingundstachwieeineBiene.Erbetete imRing,handelteintuitivundschickteGeorgeForemaninder8tenRundezuBo- den und in eine jahrelange Depression, obwohl dieser ihm bestimmt an Kraft und Brutalitätweitüberlegenwar.Wenn erfüreinenKampftrainierte,wardasLaufen für ihn am Wichtigsten. Und wenn sein Körper nach vielen Kilometern vor lauter Erschöpfungnichtmehrkonnte,wurdeesfürAlierstinteressant.WievielReserve istnochabrufbar,wennDuschonüberdenZenitderErschöpfungbist?Gerneließ ersichvonseinenSparrings-PartnernimRingvermöbelnumzuchecken,wieviel Schläge er aushalten konnte. George Foreman prügelte in Zaire eine Runde nach der anderen wild auf ihn ein und Ali fragte ihn am Ende jeder Runde: „War das schon alles, was Du drauf hast?“ Ali war ein Entertainer, er war ein Poet und er hatte Humor. Auf einer Pressekonferenz vor dem Foreman Kampf sagte er: „Ich bin böse. Letzte Woche hab‘ ich einen Felsen ermordet, einen Stein verletzt und einenZiegelkrankenhausreifgeprügelt.Ichbinsogemein,dassichselbstMedizin krank mache. Letzte Nacht betätigte ich den Lichtschalter in meinem Schlafzim- merundwarimBettbevoresdunkelwar.Ichbinsoschnell,dassichdurcheinen Hurrikan laufen kann ohne nass zu werden.“ Ich kenne Alis ganze Geschichte in-undauswendig.VonseinerKindheitinLouisville,demgeklautenFahrrad,dem Olympiasieg und der anschließenden Enttäuschung und Wut über den Rassismus indenUSA,seineKämpfegegenSonnyListen,dieKonvertierungzumIslammit dem neuen Namen, seine Jahre im Exil, sein Comeback usw. Ali ist einer meiner Erdenguides, er ist mein Held und er bleibt für mich immer derGrößte.
Udo von Kolitscher, geb. 10. Mai 1944
„Lieber Udo! Den letzten persönlichen Kontakt mit Dir hatte ich im Rainbow Festival 2001. Du warst sogar ein Grund dafür, warum ich damals über Pfingsten nach Baden Baden gereist bin. Ich wollte nämlich herausfinden, ob da nochEner- gie ist, ob ich noch was von Dir lernen kann, ob Du mich noch inspirierenkannst, ob da noch was ist, das auch an mich adressiert wäre. Aber da war nichts mehr. Deinen Vortrag fand ich langweilig und im darauffolgenden Kontakt empfand ich Dichalsnichtsehrpräsentoderaufmerksam.Ziemlichgenau15Jahrewarenver- gangen, als Du damals den Vortrag ‚Nur einer kann Dein Leben ändern….Du’ in Rosenheim gehalten hast. Damals war ich begeistert, ja geradezu überwältigt von
Dir. Und Du solltest von 1986 bis 1993 mein wichtigster therapeutischer und spi- ritueller Lehrer sein. Eine Gruppe nach der anderen habe ich bei Dir besucht und genossen.BinanDeinenLippengehangenundhaballesaufgesogen,wasvonDir kam. Irgendwann hörte diese Leidenschaft dann auf. Mir wurde bewusst, dassDu aucheinziemlichgerrissenerGeschäftsmannbist.Deineübertriebenen,sexuellen Neigungen für weibliche Gruppenteilnehmer und Teenager fand ich irgendwann peinlich. Daran wollte ich mich nicht mehr orientieren und deshalb konnte ich Dich dann auch nicht mehr weiterempfehlen. Aber sei’s drum. Mir geht’s nicht um Moral. Wenn schließlich jemals ein Mann, den ich kannte, diesem Idealeines
‚ZorbatheBuddha’,vondemOshooftgesprochenhatte,sehrsehrnahekam,dann warst schließlich Du das. Heute nennst Du Deine Vorträge wieder (oder immer noch?) ‚Nur einer kann Dein Leben ändern…Du’. Mein Leben hat sich seitdem ziemlich verändert und zwar einige Male. Wichtige Impulse kamen von Dir in einer sehr komplizierten Phase meines Lebens. Dafür bin ich Dir sehr dankbar. Vor kurzem hab ich Dir auf Facebook zum Geburtstag gratuliert. Ich bin jetzt älter als Du damals warst. In der Zeit als Du wichtig für mich warst, gab es weit und breit keine Alternative für Dich. Nicht mal unter den charismatischen Sann- yasGruppenleiternundTherapeuten,diehinundwiederinMünchenauftauchten. ManchmalsteigenErinnerungenhochandieGruppenmitDir.BeimerstenSemi- nardamalsinSaalfelden,ichwargerademal21undsehrschüchternundverwirrt, hätte ich das schönste Mädchen aus der Gruppe – eine blonde, strahlendeSabine
– haben können und hab’s leider total vermasselt. Daran muss ich bis heute noch manchmal mit ein wenig Wehmut denken. ‚Nur einer kann dein Leben ändern… Du’. Ja genau. So ist es. In vielen Aspekten ist mir das auch gelungen. Vieles da- vonkonnteichumsetzen.UndallzuvieleChancenhabichmirseitdemauchnicht mehr entgehen lassen. DankeUdo.’
Franz Beckenbauer, geb. 11. September 1945
Neulich saß ich mit meinem Freund Johannes zusammen. Wir unterhielten uns über das Thema Ekstase und landeten bei freudvollen Erinnerungen aus unserer Kindheit. Eines der Bilder, die bei mir sofort präsent waren, handelte davon, wie ich als 7 Jähriger einen Fussball immer wieder lustvoll ans Garagentor donnerte. Es war unmittelbar nach dem Finale der Europameisterschaft 1972. Deutschland hattegewonnenundichkannmicherinnern,dassesdasersteMalwar,dassichso ein sportliches Großereignis bewusst wahr- und aufgenommen und entsprechend glücklichundekstatischdaraufreagierthatte.AusdiesemSpielistmirdieblonde Mähne von Günther Netzer zwar auch noch sehr präsent, aber dennoch hatkeiner dieseunglaublichefußballerischeÄravon1972bis1978sogeprägtwiederFranz. Unter all den hitzigen Typen, die da auf dem Bildschirm dem Ball nachrannten, schien er geradewegs aus einer anderen Welt zu kommen. Er spielte mit einem einmaligvornehmenundintelligentenStilundwardamitsoeffektivunderfolg-
reich wie kein anderer vorher oder nachher. Egal ob mit dem FC Bayern oder der Deutschen Nationalmannschaft. Aus letzterer wurde der größte sportliche Held dieser Zeit dann schließlich verbannt wegen irgendeinem Scheiß und durfte zur Weltmeisterschaft 1978 nicht mit ins faschistische Argentinien, in dem damals, nur ein paar hundert Meter vom Stadion entfernt, gefoltert und gemordet wurde. Das war ja schon irgendwie das Ende und der Tiefpunkt dieser Ära. Ich war eh schon13mittlerweileundinteressiertemichmehrfürSylviaundMichaela.Später trat der Franz dann als Trainer wieder in Erscheinung und holte schließlich 1990, in dem Jahr als ich Sannyas nahm, den nächsten Weltmeistertitel. Das deutsche Land war außer sich: Den kalten Krieg überlebt, Fußball-Weltmeister und Ende der DDR. Sechzehn Jahre später stand der Franz wieder im Mittelpunkt eines Turniers, durch das sich die Wahrnehmung Deutschlands in der Welt nachhaltig veränderte.DieserMannhatmeineigenesLebenvonKindheitanbegleitetundes war immer schön zu sehen und sehr inspirierend für mich, wie jemand so zutiefst menschlichundgleichzeitigeinsounangreifbarerKaiserseinkonnte.Immernoch bin ich ein großer Fan des FC Bayern München. Im Mai 2013 hat die Mann- schaft alle Titel geholt, die es zu holen gibt. Wenn dann noch die Hymne „Stern desSüdens“erklingt,bekommeichaufderWohnzimmercouchschonmalschnell feuchteAugen.
Ralf Franziskowski
„Lieber Ralf ! Ich freue mich, dass wir inzwischen Freunde geworden sind. Wir kanntenunsjaschonpaarJahre.UndDuwarstalsArztundRatgeberschoneinige Male eine große Hilfe für mich. Mein Vertrauen in Deine fachliche und mensch- liche Kompetenz war sofort da. Auch wenn ich von Deinen ausführlichen Rezep- ten und Empfehlungen immer nur einen Teil beherzigen konnte. Vom Segendes
„Green Smoothie“ wusstest Du bereits lange bevor der Mainstream davon Wind bekommenhatte.MeineProblememitErnährung,ÜbergewichtundÜbersäuerung habe ich damit ganz gut in Griff gekriegt. Auch heute noch bildet der Smoothie - in immer ausgereifteren Zusammenstellungen - die Basis meiner Ernährung und meiner mittlerweile wieder stabilen Gesundheit. Unsere erste Begegnung hatten wir bei der Deeksha Vorführung im April 2005 von Christian Opitz. Viele Jahre habe ich daraufhin an unzähligen Freitagabenden die Deeksha in Deiner Praxis genossen. Du hattest immer eine angenehme, unspektakuläre Weise des
